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15.3.08 "Märzrevolution 1920"

 
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15.3.08 "Märzrevolution 1920"
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Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag 15.3.08 "Märzrevolution 1920" Antworten mit Zitat
5.3.08 "Märzrevolution 1920"

15.03.08 von faufr2
Märzrevolution 1920? Nie gehört. Was war denn da los im Ruhrgebiet im
März 1920?

Am 13. März 1920 putschten republikfeindliche, monarchistische und
völkisch gesinnte Freikorps-Soldaten mit dem Hakenkreuz am Stahlhelm
gegen die Weimarer Republik.

Die Reichswehr weigerte sich, die rechtmäßige Regierung zu
verteidigen. Friedrich Ebert und die sozialdemokratisch geführte
Regierung flohen nach Stuttgart. Überall im Land traten daraufhin die
Arbeiter in den Generalstreik - erstmals in der Geschichte unseres
Landes. Es kam zur größten Aufstandsbewegung, die es in Deutschland
seit den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts gegeben hat.

Gegen die Freikorps-Soldaten, die versuchten, die Arbeiter mit
Waffengewalt zur Arbeit zu zwingen, setzten diese sich zur Wehr: sie
entwaffneten die Soldaten und schon nach wenigen Tagen brach der
Putsch zusammen.

Der Anführer der Putschisten, der Bankier Wolfgang Kapp, floh. Die
Regierung kehrte wieder nach Berlin zurück und erklärte den Streik für
beendet. Sie forderte die Arbeiter auf, die Waffen niederzulegen. Die
Arbeiter waren sich uneins, ein Teil wollte die Waffen abgeben, ein
anderer Teil bestand auf der Erfüllung ihrer Forderungen.
Vor allem im Ruhrgebiet jedoch weigerten sich die Arbeiter und
stellten Forderungen auf. Es ging ihnen hauptsächlich darum, dass die
meuternden Offiziere und alle Sympathisanten und Unterstützer des
Putsches aus der Armee und der Verwaltung entfernt werden und
stattdessen regierungstreue Menschen ihre Funktionen übernehmen.

Am 17. März 1920 gab Kapp auf, nachdem sich 12 Millionen Arbeiter am
reichsweiten Generalstreik beteiligten. Der Generalstreik, der mit
ungeheurer Wucht gegen den Militärputsch einsetzte, war der einzige
politische Generalstreik in der Geschichte der deutschen
Arbeiterbewegung, der diesen Namen verdient. Am 22. März wurde der
Streik offiziell für beendet erklärt.

Im Ruhrgebiet kam es am 13. März 1920 neben dem Generalstreik zur
Bildung einer Roten Armee, der es gelang, binnen kürzester Zeit die
bewaffneten Ordnungskräfte im Revier zu besiegen. Die in der Roten
Armee vereinigten Arbeiter kämpften nicht für den Bestand der alten
Regierung, sondern für eine Gesellschaft ohne ökonomische und
staatliche Ausbeutung.
Sie entwaffneten Einwohnerwehren, Sicherheitspolizei und Freikorps.
Von den 50.000 bis 100.000 Mitgliedern der Roten Armee war etwa die
Hälfte in der ?Freien Arbeiter Union Deutschlands" (FAUD) organisiert.
Viele Arbeiter hatten von anderen Gewerkschaften zur
anarchosyndikalistischen FAUD gewechselt, die wegen der von ihr
propagierten direkten Aktion (Streik, Sabotage und
Betriebsbesetzungen) großen Anklang im Revier fand. Allein in Dortmund
hatte die FAUD etwa 20.000 Mitglieder.

Am 17. März 1920 griffen Einheiten der Roten Ruhrarmee bei Wetter eine
Vorhut des Freikorps Lichtschlag an. Sie erbeuteten die Geschütze,
nahmen 600 Freikorps-Angehörige gefangen und besetzten Dortmund.

Am 20. März 1920 bildete sich in Essen der Zentralrat der
Arbeiterräte, die in Teilen des Ruhrgebiets die Macht übernahmen. Auch
in Hagen gab es eine Zentrale. Dem Ultimatum der ins Amt
zurückgekehrten Regierung, bis zum 30. März bzw. 2. April Streik und
Aufstand aufzugeben, kamen die Arbeiterräte nicht nach.

Die Folge war die erneute Proklamation eines Generalstreiks. Daran
beteiligten sich mehr als 300.000 Bergarbeiter (rund 75 Prozent der
Belegschaften). Der Aufstand brachte auch andere Städte in die Hände
der Arbeiter. Bis Ende März war das ganze Ruhrgebiet erobert.

Am 2. April 1920 marschierten Reichswehreinheiten ins Ruhrgebiet ein,
darunter auch diejenigen Teile, die noch Tage zuvor den Putsch
unterstützt hatten. Unter anderem wurde die Marine-Brigade von
Loewenfeld ins Ruhrgebiet geschickt - drei Wochen vorher hatte sich
dieses Freikorps am Kapp-Lüttwitz-Putsch beteiligt.
Mit Rückendeckung der neuen Reichsregierung wurde der Aufstand blutig
niedergeschlagen. Es erfolgten Todesurteile sowie Massenerschießungen.
Nach dem Ende der Kämpfe hatten die Aufständischen weit mehr als 2.000
Tote zu beklagen, Reichswehr und Freikorps etwa 372.

Die Justiz der Weimarer Republik ließen die Mörder ungeschoren,
Familien getöter Arbeiter, die die Republik vor den Putschisten
verteidigt hatten, erhielten keine Unterstützung vom Staat. Unfassbar!

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
16. März 2008, 14:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



Anmeldedatum: 14.01.2008
Beiträge: 1032

Beitrag Antworten mit Zitat
eindrücklich!
bestätigt auch meine eindrücke, die ich schon vorher vom text hatte..

Zitat:
Es ging ihnen hauptsächlich darum, dass die meuternden Offiziere und alle Sympathisanten und Unterstützer des Putsches aus der Armee und der Verwaltung entfernt werden und stattdessen regierungstreue Menschen ihre Funktionen übernehmen.

naja, aber so wirklich subversiv klingt das ja dann doch wieder nicht...

_________________
"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
17. März 2008, 17:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag .. wär schon mal geil! Antworten mit Zitat
so einen fetten streik zu erleben. ich könnte mir vorstellen das in unserer näher zusammengerückten welt (bezogen auf die digitale technik etc.) sowas schnell mal ausarten und andere regionen der erde mit sich reissen könnte.

wär ja mal lustig! und das alles nach ner bankenkriese? juipiiih

alles zum generalstreik...!!

aber ich geb dir recht so richtig subversiv tönt der text nicht. trotzdem mal interessant nachzudenken obs sowas bald mal wieder geben könnte..!

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
05. April 2008, 12:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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