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Lauter, selbstbewusster, unverschämter

 
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Lauter, selbstbewusster, unverschämter
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far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

Beitrag Lauter, selbstbewusster, unverschämter Antworten mit Zitat
Zitat:
Der Streik bei Dacia-Renault Rumänien markiert einen Wendepunkt

Am 24. März 2008 treten etwa 8000 der insgesamt 13000 Beschäftigten des Dacia-Werks in Rumänien in einen unbefristeten Streik. Unter anderem fordern sie eine Erhöhung ihrer Löhne um 50 bis 70 Prozent. Die Streikenden orientieren sich dabei erstmalig nicht an landesüblichen Löhnen, sondern vergleichen sich mit Arbeitern von Renault in der Türkei oder Frankreich, die für die gleiche Arbeit 900 bzw. 2000 Euro erhalten, für die sie selber höchstens 300 Euro bekommen. Der Streik bei Dacia ist der größte Kampf im privaten Sektor in Rumänien seit 1989 und könnte der Beginn einer Welle von Streiks für bessere Lebensbedingungen sein.


Aus der neuen Wildcat 81!

Zum Text!

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
10. Mai 2008, 11:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
fräulein else



Anmeldedatum: 14.01.2008
Beiträge: 1032

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interessant ist der vergleich des wildcat-textes mit dem text in der vorwaerts, welche ich am 1. mai bekommen habe..

kotz

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
10. Mai 2008, 17:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

Beitrag Antworten mit Zitat
was stand den dort?

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
10. Mai 2008, 17:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
fräulein else



Anmeldedatum: 14.01.2008
Beiträge: 1032

Beitrag Antworten mit Zitat
hier der vorwaerts-text... viel spass beim vergleichen..

18,9 Prozent mehr Lohn erkämpft

Pierre Poulain. In Rumänien streikten ArbeiterInnen des dem Renault-Konzern zugehörigen Autoherstellers Dacia für eine Erhöhung der miserablen Löhne. Wegen der Entschlossenheit der Belegschaft und die internationale Solidarität konnte ein Erfolg erzielt werden, der auch bei anderen Werken Schule macht.

Mit der Durchsetzung einer Lohnerhöhung von fast 20 Prozent wurde am 11. April der fast dreiwöchige Streik beim Autohersteller Dacia in Rumänien beendet. Es handelt sich um einen der grössten Erfolge einer gewerkschaftlichen Kampfaktion, der seit dem Anschluss der osteuropäischen Länder an die EU überhaupt in Osteuropa errungen worden ist. Der französische Renault-Konzern hatte die ehemalige rumänische Staatsfirma Dacia nach mehrfachem Besitzerwechsel 1999 aufgekauft und damit einen Teil seiner Fahrzeugproduktion aus Frankreich in das Billiglohnland Rumänien verlagert – ein klassischer Fall von Lohndumping zu Lasten der Arbeitsplätze und Löhne der französischen Renault-Beschäftigten. Dacia hatte schon seit Mitte der 60er Jahre Renault-Modelle in Lizenz für den rumänischen und osteuropäischen Bedarf hergestellt. Die beiden Werke bei der Stadt Pitesti im südlichen Rumänien waren für Renault eine äusserst profitable Investition. Denn der Durchschnittslohn der rund 13 000 Beschäftigten lag noch 2007 bei 1900 Lei (etwa 750 Franken), also weit unter dem, was für die gleiche Arbeit in Frankreich gezahlt werden müsste.

Harter Kampf
Der in Rumänien hergestellte «Logan» entwickelte sich für den Konzern als «Billigmodell» für 7 500 bis 10 0000 Franken zu einem Verkaufsschlager. Im Jahr 2007 wurde mit mehr als 230 000 verkauften Fahrzeugen allein in diesem Jahr ein neuer Verkaufsrekord erzielt, 17,8 Prozent mehr als 2006. Die rumänische Logan-Produktion trug erheblich bei zu dem von der Renault stolz verkündeten Erfolg der Ausweitung der weltweiten Verkaufszahlen um rund 10 Prozent. Dennoch wollten die Konzernoberen die Beschäftigten in Rumänien nur minimal an dem von ihnen erarbeiteten hohen Gewinn beteiligen. Da entschlossen sich die Beschäftigten mit Unterstützung der Automobilgewerkschaft SAD am 24. März nach mehreren ergebnislosen Verhandlungsrunden zum Streik. Es wurde ein harter Kampf. Obwohl seit Streikbeginn kein «Logan» mehr das Band verliess und weit mehr als die gesetzlich geforderten 50 Prozent der Beschäftigten sich am Ausstand beteiligten, mussten ihn die Streikenden insgesamt 19 Tage lang aufrechterhalten und dies unter den restriktiven gesetzlichen Bestimmungen über das Streikrecht in Rumänien. Die Direktion versuchte es zunächst mit Drohbriefen an die Belegschaft und der öffentlich verbreiteten Drohung, der Konzern werde die Produktion nach Marokko, Russland oder Indien zu verlagern. Als das nicht half, sollte ein von der Firmenleitung beantragter Gerichtsbeschluss den Streik für illegal erklären. Doch das zuständige Gericht verschob zunächst zweimal die Entscheidung und verkündete dann am 9. April, dass der Arbeitskampf legal sei. Erst dies brachte die Firmenleitung zum Einlenken. Das nächste Verhandlungsangebot wurde jedoch von den Streikenden noch als unzureichend abgelehnt. Erst am 11. April kam es nach einer nochmaligen Erhöhung des Angebots der Firmenleitung zu einer Einigung.Nun werden die Facharbeiterlöhne bei Dacia rückwirkend ab dem 1. Januar 2008 um 300 Lei (140 Franken) und ab dem 1. September 2008 noch einmal um 60 Lei (30 Franken), insgesamt also um 360 Lei oder 170 Franken pro Monat erhöht. Ausserdem erhalten alle Beschäftigten eine «Ergebnisprämie» für das Jahr 2007 in Höhe eines Bruttomonatslohns, mindestens aber 900 Lei (450 Franken). Die ursprüngliche Forderung der Gewerkschaften lag bei 550 Lei mehr pro Monat.

Solidarität aus Frankreich
Der erzielte Kompromiss ist vor allem der Standhaftigkeit und Entschlossenheit der Streikenden zu verdanken, die sich von Drohungen nicht einschüchtern liessen. Dies war nicht zuletzt auch durch aktive Solidaritätsbekundungen der Renault-Beschäftigten aus Frankreich und der französischen Gewerkschaften unterstützt worden, die mehrfach Solidaritätsdelegationen nach Rumänien geschickt und vor den Toren der Renault-Werke in Frankreich gesammelte Geldspenden überbracht hatten. Die Dacia-Beschäftigten liegen mit dem Abschluss nun an der Spitze der Lohnskala in Rumänien.
Nach dem Streikerfolg der Dacia-Arbeiter in Rumänien haben Mitte April auch die Beschäftigten des Stahlwerks des Arcelor-Mittal-Konzerns in der Stadt Galati beschlossen, unbefristet in den Streik zu treten. Die Streikenden demonstrierten vor dem Betrieb für eine Verdopplung ihrer Nettolöhne und eine Erhöhung der Prämien und Zahlungen für Wochenendarbeit sowie der Finanzhilfen für Familienangehörige von unfallgeschädigten oder verstorbenen Stahlarbeitern. Der durchschnittliche Monatslohn bei Arcelor-Mittal in Rumänien liegt bei 750 Lei (210 Euro). Der Konzern verfügt in Rumänien über insgesamt vier Stahlwerke mit rund 14 000 Beschäftigten. Anders als bei Dacia hat jedoch ein örtliches Gericht den Streik nach drei Tagen für illegal erklärt und die Beschäftigten gezwungen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Der Fortgang des Konflikts bleibt offen.

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"

Zuletzt bearbeitet von fräulein else am 13. Mai 2008, 14:17, insgesamt einmal bearbeitet
12. Mai 2008, 21:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Wieso der Kotz-Smilie?

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Power to the Pöbel!
12. Mai 2008, 22:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



Anmeldedatum: 14.01.2008
Beiträge: 1032

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hatte da den text noch nicht gelesen.
im vergleich zur wildcat jubelt der vorwaerts-journalist über die errungenschaften der arbeiter_innen.. ich finds ziemlich kacke, wenn gewerkschaftliche errungenschaften als siege der 'arbeiterkämpfe' ausgelegt werden, wenn ich weiss (oder annehmen muss), dass sich die gewerkschaft irgendwie 'komisch' verhält. an den ersten tagen eine schriftliche (!) abstimmung über das angebot am letzten tag sind noch nicht mal alle arbeiter_innen da, als die gewerkschaftsspitze das neuste angebot bereits unterschrieben hat... naja. eigentlich ist's einfach schade, dass der vorwaerts-artikel nicht so ausführlich (d.h. der autor nicht so informiert) ist..


in der wildcat ist zu lesen:
Zitat:
Am nächsten Morgen, Freitag, den 11. April und 19. Streiktag, herrscht Verwirrung. Es gibt ein neues Angebot, nicht viel besser als das letzte, in manchen Punkten sogar schlechter, und bei weitem erfüllt es nicht die Forderungen der Streikenden. [...] An die Presse geht die Information raus, dass 70 Prozent der Streikenden für das neue Angebot gestimmt hätten. Keiner weiß, wie diese Zahl zustande kommt. Fest steht, dass es diesmal keine schriftliche Abstimmung gegeben hat und bei weitem nicht alle Streikenden an der Entscheidung beteiligt waren. Alleine zur zweiten Schicht am Nachmittag kommen unzählige Busse mit ArbeiterInnen aus den umliegenden Ortschaften, die nur dieses Transportmittel haben, um zur Fabrik zu gelangen. Sie stehen vor vollendeten Tatsachen.


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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
12. Mai 2008, 22:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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