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Zum Antispeziesismus

 
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Zum Antispeziesismus
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far



Anmeldedatum: 25.06.2005
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Beitrag Zum Antispeziesismus Antworten mit Zitat
»Da steht ein Pferd auf’m Flur…« - warum Antispeziesismus kein harmloser Schlager ist

Antispeziesismus scheint salonfähig geworden zu sein. Der Begriff wird immer häufiger von sich linksradikal verstehenden Gruppierungen, meist zur Abgrenzung von der nicht radikal genug erscheinenden Forderung nach Tierrechten, verwendet. Antispeziesismus fordert insbesondere die »Auflösung der Herrschaft zwischen Mensch und Tier«1 , die sich durch die »Hervorhebung« der »Andersartigkeit« einer Gruppe (Spezies) legitimiert2. Geprägt wurde der Begriff von dem australischen Moralphilosophen, Bioethiker und Politologen Peter Singer, einem Euthanasie-Befürworter. Antispeziesismus findet sich in aktuellen ›linken‹ antispeziesistischen Publikationen wie selbstverständlich in einer Reihe mit Antisexismus, Antirassismus und Antikapitalismus. Diese Gleichstellung wird teils mit einer Distanzierung der AntispeziesistInnen gegenüber Peter Singer legitimiert. Es wird davon ausgegangen, dass es einen Antispeziesismus frei von singerscher Prägung gäbe, der als progressives Konzept für eine herrschaftsfreie Gesellschaft eingesetzt werden könne. Dies bezweifeln wir3 grundlegend, hatten aber zu lange gehofft, dass es sich beim ›linken‹ Antispeziesismus nur um eine vorübergehende Laune handelt. Doch über dieses Unwesen lässt sich nicht mehr hinwegsehen und so müssen wir unsere politische Ignoranz aus folgendem Grund aufgeben: Das Pferd steht auf ’m Flur. Vom 7. bis 10. August 2008 ist im Unabhängigen Jugendzentrum (UJZ) Korn in Hannover auf Initiative der Herrschaftskritischen AntispeziesistInnen Hannover (HAH) ein Antispeziesismus-Kongress geplant.4

Uns geht es in erster Linie um die Kritik des Konzeptes Antispeziesismus. Dieses lässt sich nicht aus einem neoliberalen, die deutsche Vergangenheit beschönigenden Pro-Euthanasie-Diskurs um Singer lösen, ob eine Distanzierung von Singer seitens ›linker‹ AntispeziesistInnen stattfindet oder nicht. Wir wollen mit unserer Kritik zeigen, auf welches ideologische Gebäude sich mit dem Antispeziesismus berufen wird und wie neoliberale und menschenverachtende Positionen in linksradikale Diskurse Eingang finden. Das Ziel unseres Textes ist, zu vergegenwärtigen, warum Antispeziesismus und ein solcher Kongress aus linker Perspektive völlig inakzeptabel sind.

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.

Zuletzt bearbeitet von far am 07. August 2008, 20:14, insgesamt einmal bearbeitet
07. August 2008, 19:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

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Und hier die Antwort

Hervorhebung:
Zitat:
„Die Idee einer zweckgerichteten Seinsordnung, in der das Unvernünftige zum Nutzen des Vernünftigen gemacht worden sei und von diesem beherrscht werden müsse, wurde am ‚Tier’ […] vorexerziert und sanktioniert. Damit konnten auch alle Menschengruppen, denen Vernunftmangel, Sittlichkeitsdefizite […] und damit eine wesensmäßige ‚Naturnähe’ [...] zugeschrieben wurde, als weitgehend rechtlos und als zu beherrschende Subjekte bzw. Objekte betrachtet werden. Dies betraf prinzipiell Kinder, Frauen, Sklaven, ‚Irre’, Besitzlose und ethnische Gruppen wie ‚Zigeuner’, ebenso wie Personen mit ‚normabweichendem’ Verhalten wie z.B. Homosexuelle.“ (Mütherich 2005b: 18ff)


Sollte man auch lesen! Gehören zusammen!

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
07. August 2008, 19:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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