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ARAB: Faschismusanalyse

 
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ARAB: Faschismusanalyse
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far



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Beitrag ARAB: Faschismusanalyse Antworten mit Zitat
Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin Faschismusanalyse 12. April 2008

Zitat:
Peter Decker (Redaktion GegenStandpunkt):
Demokratischer Rechtsstaat und Faschismus - Gegensatz oder Zwillingspaar?

Ist der Faschismus ein unerklärlicher und grundloser Absturz aus den Gefilden seriöser Politik und ein Verbrechen gegen die deutsche Nation? Oder ist er eine alternative Variante, Staat zu machen, die im kapitalistischen Staat und dem von ihm diktierten Leben der Nation immer wieder ihre Basis und ihre Gründe findet?

Phase2 - Zeitschrift gegen die Realität:
Rassismus, Antisemitismus und die gesellschaftliche Basis des Naziproblems

1. Was bestimmt den inhaltlichen Konsens auf den sich die Nazis berufen können?
2. Woher kommt die Übereinstimmung zwischen Nazis und weiten Teilen der Gesellschaft?
3. Wie ist das eigene Verhältnis zur Ideologie der Nazis?
4. Was für Möglichkeiten gibt es gegen das gesellschaftliche Problem vorzugehen, von dem die gewalttätigen Nazis nur ein Ausdruck sind?

Jimmy Boyle Berlin (Junge Linke gegen Kapital und Nation):
Blut, Boden, (Reichs-)Mark

Was störte Faschisten am Kapitalismus? Wie wollten und wollen sie Ökonomie einrichten - und was ist "sozialistisch" an ihrem Nationalen Sozialismus? Bonustrack: Was ist dran an der Vorstellung, dass Arbeitslosigkeit Leute zu Faschisten werden lässt?"

Ex-Proletarisches Komitee Berlin:
Antifaschismus statt Klassenkampf?

Kann Antifaschismus als Ideologie mehr sein als die Verteidigung des bürgerlich
demokratischen-kapitalistischen Normalzustands? Wie kann das Vakuum, dass die
bürgerlichen Parteien hinterlassen gefüllt werden?

Veranstalter: Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB)

Internet:
http://arab.antifa.de


http://www.archive.org/details/faschismusanalyse

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
24. August 2008, 19:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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Bericht vom arab-Theorietag IV - OA und RAS

Zitat:
Revolutionärer Aufbau Schweiz und Organisierte Autonomie Nürnberg zu Ansätzen revolutionärer Praxis (Workshop)

Viel zu berichten gibt es von dem Workshop im Grunde gar nicht. Die Selbstdarsteller von RAS und OA ratterten in ihren Einstiegsreferaten hauptsächlich ihre actions der vergangenen Jahre herunter (Demos, Stadtteilfeste, Streikunterstützung, Antifa) herunter, ohne irgend ein Argument dazu zu sagen. Im Laufe der Diskussion begründeten sie diese dann noch damit, dass Bewusstsein sich in den konkreten Kämpfe bilde, aber blieben dafür wiederrum das Argument schuldig (außer man hält den Verweis auf Marx für eins).

Dafür wurden sie von Beginn an scharf kritisiert, weil gerade ihre Aktionen doch zeigen, dass man keine gemeinsame inhaltliche Basis hat, auf der man sich über eine gemeinsame Praxis verständigen könne. Die Forderungen der Gewerkschaften zu unterschreiben heißt halt schlicht, sich affirmativ zum Lohnidealismus der Arbeiter zu stellen. Damit unterschreiben sie damit doch immer ihren eigenen Schaden, denn wer meint, dass der Lohn doch eigentlich ein taugliches Lebensmittel wäre, wenn er nur gerecht ist, der nimmt halt auch immer darauf Rücksicht, dass der Kapitalist weiter Lohn zahlen kann, der will, dass der Staat eine erfolgreiche Standortpolitik betreibt und ist somit tendenziell auch immer zum Verzicht bereit. Wenn nicht mehr drin ist, dann ist eben der je aktuelle Lohn der gerechte, womit freilich der Anspruch einerseits durchgestrichen ist, dass der für einen zu taugen habe, ohne, dass dieser Idealismus aufgegeben wird. Die Differenzen wurden auch noch an anderen Beispielen kurz abgerissen, etwa dem Antifaschismus und es wurde darauf hingewiesen, dass Kampferfahrungen kein Bewusstsein determinieren, sondern es eben schwer darauf ankommt, wie man sich diese erklärt.

Darum drehte sich im Grunde die gesamte Diskussion und RAS, OA, sowie deren Gleichgesinnte im Publikum begnügten sich deren ganzen Verlauf über damit, von einer Verteidigung zur nächsten zu springen, ohne auf die Kritik überhaupt einzugehen. Erst sollte man doch mal einsehen, dass wir ohnehin alles Antikapitalisten sind und nach so vielen Stunden Theorie stünde jetzt halt mal Praxis an - ganz gleich, ob man sich über das in den Theoriestunden gesagte einig ist. Dann wurden konstruktive Kritik und Praxisalternativen eingefordert (na eben Leute inhaltlich überzeugen). Die nächste Masche war, neben Beschimpfungen seitens der Moderation und Redelistenspielchen, die Einsortierung von sich selbst und den Gegnern in - noch dazu unpassende - linke Schubladen, wobei die sich selbst selbstverständlich immer in der richtigen sahen: “Materialismus vs. Idealismus”, “Leute agitieren vs. Sekte”, “Minimal- vs. Maximalforderungen”, “Praxis vs. Theoriegewichse” etc. pp. Zum krönenden Abschluss beschimpften ausgerechnet diese blöden Selbstdarsteller den in der Diskussion aktivsten Genossen als Selbstdarsteller, denn Argumente vorzutragen, hat ja selbstverständlich nur diesen Zweck. Ach ja: “Die Klassenanalyse muss immer den konkreten Kämpfen dienen.” “Die konkreten Kämpfe müssen immer einer Klassenanalyse unterzogen werden.” Alles klar?

Übrigens berichten auch rockstar und Miss Taken Identity über den Workshop (und die Demo - Praxis!!! - am Vortag). Zu den anderen Workshops kann ich nichts sagen, weil die ja alle zeitgleich stattfanden.

http://rockstar.blogsport.de/2008/10/05/if-the-kids-are-united/
http://misstakenidentity.blogsport.de/?p=35


http://mpunkt.blogsport.de/2008/10/07/arabttiv/

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08. Oktober 2008, 15:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Muoit



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Eine erste Reaktion von mir:

Zitat:
MPunkt hat eine mehrteilige kommentierende Zusammenfassung der jüngsten ARAB-Veranstaltung auf seinen Blog gestellt. So weit, so gut. Die Zusammenfassung dient dann auch allerhand BloGSPortlern dazu auf ihre eigene Zusammenfassung bzw. inhaltliche Kommentierung zu verzichten. So weit, so gut: Unnötige Arbeit soll doch wenn möglich vermieden werden. Den vierten Teil von MPunkts Zusammenfassung halte ich insofern für interessant, als dass ich mit den dort genannten Problemen (Verweigerung von Diskussion der theoretischen Grundlagen des Handelns, Vorwürfe der «Nichtpraxis», Unterstellung von «Theoriewixerei») schon häufiger konfrontiert war und mit den Ausführungen deshalb auch zum grossen Teil einverstanden bin. Allerdings macht MPunkt den Fehler über die berechtigten Kritikpunkte hinauszugehen und zu versuchen die theoretische Grundlage, die da scheinbar nicht diskutiert wurde auch gleich noch zu klären. Dabei macht er einige folgenreiche Fehler:

«Damit [mit den gewerkschaftlichen Lohnforderungen] unterschreiben sie damit doch immer ihren eigenen Schaden, denn wer meint, dass der Lohn doch eigentlich ein taugliches Lebensmittel wäre, wenn er nur gerecht ist, der nimmt halt auch immer darauf Rücksicht, dass der Kapitalist weiter Lohn zahlen kann, der will, dass der Staat eine erfolgreiche Standortpolitik betreibt und ist somit tendenziell auch immer zum Verzicht bereit. Wenn nicht mehr drin ist, dann ist eben der je aktuelle Lohn der gerechte, womit freilich der Anspruch einerseits durchgestrichen ist, dass der für einen zu taugen habe, ohne, dass dieser Idealismus aufgegeben wird.» (MPunkt)

Die Kategorie der «Gerechtigkeit» trägt hier MPunkt selber an den Gegenstand heran. Das ist eine etwas faule Masche, der man leider häufig begegnet: Man führt eine Kategorie ein, an der man sich dann abarbeiten und aus der man allerhand ableiten kann. Erstmal mag die Forderung nach «gerechtem Lohn» für die Gewerkschaftsführung zutreffen, welche sich über den Legitimationsschein «Gerechtigkeit» eine gesellschaftliche und staatliche Anerkennung ihrer Forderungen erhofft und auch tatsächlich von der Gerechtigkeit ihrer Forderungen überzeugt ist. Wenn man sich das aber auf der Ebene des komunen Proleten mal anschaut dann wird hier eine unzutreffende Verallgemeinerung vorgenommen: Es mag die Proleten geben, die ihren Lohn ungerecht finden und damit möglicherweise auch noch gleich den gleichen Bedeutungsinhalt mitdenken wie ihn MPunkt hier unterstellt. Es gibt aber auch jene, die am Ende des Monats einfach zu wenig Kohle in der Tüte haben und die darum ganz banal einen Anspruch auf mehr Geld erheben, auch ohne da Vater Staat gleich in die Rechnung miteinzubeziehen wie das MPunkt im Dreischritt unterstellt - zudem soll es noch jene nicht all zu selten geben, die Lohnarbeit ganz grundsätzlich für eine beschissene Sache halten (Lotto spielen ist nicht ganz umsonst ein Volkssport).

Dass sich die verhandelten Forderungen erstmal innerhalb der Katgeorien bürgerlicher Gesellschaft artikulieren, nämlich als Forderungen nach mehr Lohn oder weniger Lohnarbeit, liegt daran, dass einerseits eine Überwindung dieser Formen sich erstmal überhaupt nirgends abzeichnet* und andererseits die auf die Abstraktion beschränkte Auseinandersetzung mit diesen Formen sich auf einen sehr marginalen Kreis beschränkt. Dennoch artikuliert sich hier ein Bedürfnis, welches überhaupt erst sowas wie eine kommunistische Perspektive denkbar macht - soll sie denn nicht einfach unvermittelt vom Himmel fallen. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Die Forderung nach mehr Lohn hat erstmal mit Kommunismus nichts zu tun, auch wenn sich in den Kämpfen um diesen Lohn auch tatsächlich schon Leute zusammengesetzt und sich über ihre gemeinsamen Interessen ausgetauscht haben - mit oftmals verblüffenden Ergebnissen (im Buch der Flying Pickets zum Streik bei Gate Gourmet nachschlagen). Was aber in der Forderung nach mehr Lohn zum Ausdruck kommt, ist doch erstmal einfach der Anspruch nach einem grösseren Anteil am gesellschaftlichen Reichtum. Und in der Forderung nach weniger Arbeitszeit zeigt sich das Bedürfnis nach mehr Zeit zur eigenen Verfügung. Das ist noch kein Grund in grosses Jubelgeschrei zu verfallen und jeden gewerkschaftlichen Kampf gleich mitzutragen, wie dies die kritisierten Gruppen tatsächlich gerne tun. Dennoch muss man sich da doch anschauen, welche Prozesse sich innerhalb dieser Kämpfe abspielen und welche Gedanken sich die Leute zu den Forderungen und den Widerständen von Seiten des Kapitals machen. Denn verlassen diese Forderungen die Formen der kapitalistischen Totalität (die nicht umsonst so genannt wird), dann richten sie sich direkt gegen die Vernutzung durch das Kapital. Der Witz am ganzen ist nämlich, dass sich darin die theoretische Durchdringung kapitalistischer Ökonomie mit dem Versuch praktischer Selbstbefreiung vom Zwang des Kapitals zusammenfallen können. Und die Pointe ist nicht bloss, dass die Erfolgsaussicht (richtig!) auch dazu führt, dass sich Menschen mit dem Kapitalismus beschäftigen, die sonst lieber Briefmarken oder Pilze sammeln, sondern auch, dass dieses Zusammenfallen von praktischer Selbstermächtigung- und Befreiung** und der Reflexion über die Zwangszusammenhänge dieser Gesellschaft notwendig ist, wenn man das mit der Revolution halbwegs ernst meint.

* Man schaue sich die vom Standpunkt des Kapitals teilweise irrwitzigen Forderungen im Italien der 70er-Jahre an, die von gewöhnlichen Proleten erhoben wurden (ohne blaue oder graue Bände) und die sich - unter dem Eindruck der tatsächlich möglichen Überwindung der ganzen Scheisse - keinen Deut um das Wohl der Nation scherten und die sich teilweise ohne theoretische Erklärung aus den Kategorien von Ware und Wert entwunden hatten.

** Um hier nicht gleich wieder die ganze Semantikdiskussion an die Backe zu kriegen nochmals explizit: Es geht um die Befreiung vom Zwang der Lohnarbeit.


http://beobachtungen.blogsport.de/2008/10/08/mpunkt-vs-ao-und-aufbau/

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Power to the Pöbel!
08. Oktober 2008, 16:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Scally



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..


Zuletzt bearbeitet von Scally am 26. November 2013, 17:22, insgesamt einmal bearbeitet
09. Oktober 2008, 02:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Die Diskussion wird grad auf meinem Blog geführt.
Du kannst dich da gerne einmischen.

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Power to the Pöbel!
09. Oktober 2008, 12:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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