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Strassen aus Zucker-Texte

 
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Strassen aus Zucker-Texte
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far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

Beitrag Strassen aus Zucker-Texte Antworten mit Zitat
Zitat:
Eine Absage an Staat und Nation

In diesen beiden Artikeln beschäftigen wir uns mit Staat und Nation.
Stopp, weiter lesen! Das klingt zwar erst mal trocken und unverständlich, ist aber hochaktuell und nie langweilig. Und Anlässe, sich darüber mal zu verständigen, gibt es in diesem Jahr einige.
Einerseits die Krise, die viele Fragen aufwirft: Wie kam es dazu? Wie funktioniert der Kapitalismus? Und was hat der Staat damit zu tun? Was macht er? Und wieso?

Andererseits das Jahr der Jubiläen und nationalen Feiertage. 2000 Jahre Varusschlacht / 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland / 20 Jahre Mauerfall / … und noch so einiges mehr, was zum Nachdenken über Deutschland, so was wie nationale Identität und die Entstehung von Nation und Nationalismus anregt. Darüber, wieso wir glauben, dass der Staat notwendig gegen die Menschen steht. Wie und wieso Nation und Nationalismus die Gesellschaft zusammenkitten. Und wieso wir diese ganze Scheiße abschaffen wollen.

Deswegen befassen wir uns im ersten Teil mit dem Staat. Was sind seine Aufgaben? Wie erfüllt er sie? Und wo ist da die Verbindung zur Nation?
Im zweiten Teil geht es um die Entstehung von Nation und Nationalismus, um ihre Funktionsweisen und Spielarten.
Hier soll versucht werden zu erklären, wieso wir Staat und Nation als unmittelbares Herrschaftsverhältnis und als eine der letzten großen Hürden der Menschheit auf ihrem Weg zu einer freien und gleichen Gesellschaft begreifen.

Vorbemerkung: Wir reden hier über Staat und Nation, so wie sie in ihrer idealtypischen Form aussehen. Es wird hier davon ausgegangen, dass Staat, Nation und alle anderen gesellschaftlichen Kategorien als Resultate historischer Prozesse verstanden werden müssen.
Uns ist klar, dass es von Nation zu Nation viele grundlegende Unterschiede gibt. Die können in diesem Text allerdings nicht behandelt werden, deswegen reden wir hier vor allem von Staat und Nation in ihrer Idealform. Das meiste lässt sich auf Deutschland übertragen.


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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
23. April 2009, 18:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

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Zitat:
Endlich wird die Arbeit knapp.

Endlich wird die Arbeit knapp? Gehts noch?
Wer die Überschrift liest, wird sich wohl erstmal denken „Jetzt spinnen die total!“. Arbeit ist in dieser Gesellschaft schließlich mit das Wichtigste überhaupt. In regelmäßigen Abständen werden die Arbeitslosenzahlen veröffentlicht und jeder Prozentpunkt weniger wird abgefeiert. Wenn irgendwo eine neue Fabrik entstehen soll und es gibt Proteste, etwa wegen Umweltschutz oder so, heisst es immer: „Hey, da entstehen doch Arbeitsplätze.“ Und es scheint fast so, als sei das ein Wert an sich. Viele arbeiten offensichtlich nicht, um Geld und ein einigermaßen erträgliches Leben zu haben, sondern sie leben, um zu arbeiten.

Das geht sogar soweit, dass neue Jobs quasi erfunden werden. Seien es die vielen Arbeitsplätze im Dienstleistungsektor oder die berühmt-berüchtigten Ein-Euro-Jobs, zu denen Arbeitslose zwangsverpflichtet werden, damit sie auch was tun für ihr Geld vom Staat. Einfach so seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, ohne arbeiten zu gehen, ist zutiefst verpönt. Besonders deutlich wird das bei einem Blick in die unzähligen Nachmittags-Talkshows, wo regelmäßig Menschen eingeladen und vorgeführt werden, die von sich selber offen zugeben, keinen Bock auf Arbeit zu haben. Da kocht die Volksseele und es ist nicht schwer sich vorzustellen, was passieren würde, wenn die Kamera aus wäre und es die Möglichkeit gäbe, ungestraft die „Asozialen“ zur Verantwortung zu ziehen.
Und auch die dutzenden Morde an Obdachlosen in den vergangenen Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Bei den Tätern handelt sich dabei nicht zwangsläufig um waschechte Neonazis. Hinter solch menschenverachtenden Taten steckt auch eine Logik, die eine der Grundlagen unserer Gesellschaft darstellt – sicher nicht auf diese Art und Weise, aber dafür um so weiter verbreitet. Selbst der amtierende SPD-Vorsitzende Franz Müntefering ließ schonmal ganz öffentlich verlauten: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“


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23. April 2009, 18:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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