Forum-Übersicht
RegistrierenSuchenFAQMitgliederlisteBenutzergruppenLogin
Überflüssige Arbeit im Kapitalismus

 
Neue Antwort erstellen    Forum-Übersicht » Revolution & Klassenkampf Thema drucken Vorheriges Thema anzeigen
Nächstes Thema anzeigen
Überflüssige Arbeit im Kapitalismus
Autor Nachricht
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Überflüssige Arbeit im Kapitalismus Antworten mit Zitat
http://neoprene.blogsport.de/2009/11/18/zur-diktatur-des-proletariats-fuer-laengere-zeit-unvermeidlich/

Zitat:
„Zu „Handel“ und „Verkehr“ gehört z.B. die rein technisch-physische Verteilung der hergestellten Sachen über die Fläche. Sowas muß immer sein, wenn zentral produziert wird“

Ja, aber das hat mit den Verhältnissen im Kapitalismus nicht annährend was zu tun. Über Krabben regt sich noch jeder auf, aber es wird ja auch Joghurt von Bayern nach Bremen und von Bremen nach Bayern gefahren und zwar nicht von einem, gleich sondern von dutzenden konkurrierenden Herstellern. Wieviele LKW fahren mit exakt der gleichen Fracht (meinetwegen von verschiedenen Herstellern) in unterschiedliche Richtungen? Und das gilt für alle Produkte im nationalen und internationalen Handel. Die Unkosten der anarchischen Mark-Konkurrenz kann man gar nicht hoch genug einschätzen.

Totale Zersplitterung auch von Produktionskapazitäten dank Konkurrenz mit sämtlichen Unkosten.

Kapitalistischer Individualverkehr ist auch das Gegenteil von rationaler Mobilität und auch das Gegenteil von Vergnügen, wenn man mal wieder im Stau steht. Ohne den Wahnwitz des Privatbesitzes an Autos und mit einem vernünftigen öffentlichen Personenverkehr, da werden sich die Rentner noch umgucken, wo sie da alles hinkommen.

Neben den Abteilungem Kommerz, Verkauf, Baken, Versicherung, Werbung etc. etc. darf man auch nicht vergessen, was auch der kapitalistische Gewaltapperat an Ressourcen verschlingt: Justiz, Finanzamt, Polizei, Armee, Rüstung, Sozialarbeiter etc.

Wieviel Arbeit wird verschwendet, weil 100 Forschungsabteilungen von 100 Unternehmen an der gleichen Sache forschen, um sich ihre Forschungsresultate vorzuenthalten? Und wie sehr hemmt das den wissenschaftlichen Fortschritt in der Produktion?

Die Uni, eine einzige Verschwendung von Zeit zum Nachdenken über Unsinn oder rein kapitalnützliche Zwecke: BWL, VWL, Jura, Psychologie, etc. etc., wieviele junge Menschen verschwenden ihre Zeit mit so einem Mist?

Usw. usw. usf. wer Spaß hat, kann ja mal eine Statistik aufstellen. Wahrscheinlich landet er damit am Ende sogar jenseits der 80%.


Zitat:
Dass zentral produziert wird, steht vor dem Hintergrund der Verteilung gar nicht fest. Die Gründe für zentrale Produktion und dezentrale sind in Kapitalismus und Kommunismus ganz andere. Im Kapitalismus sind es Kosten. So kann es sein, dass sich der Warentourismus rechnet. Im Kommunismus ist es gesellschaftliche Arbeitszeit. Da wird die Verteilungsstruktur natürlich so angelegt, dass möglichst wenig gesellschaftliche Arbeitszeit verbraten wird. Da kann einmal zentrale einmal dezentrale Produktion besser sein.

Was meistens auch vergessen wird ist, dass der freie Wohnungsmarkt lange Wege zur Arbeit regelrecht produziert. Erstens dadurch, dass man nicht dort eine passende Wohnung findet, wo man arbeitet, zweitens dadurch, dass auf teuren Innenstadtflächen keine bezahlbaren Wohnungen entstehen, sondern im Randbereich und dadurch entsteht die tägliche Blechlawine in die Stadt und am abend wieder hinaus. Nicht nur, dass enorm viel kostet, es verbrät auch Lebenszeit. Zudem produziert es ein indiviuellen Bedarf an Mobilität, auf den sich ein riesiger Industriezweig aufbaut, die Autoindustrie, die in der BRD eine Schlüsselindustrie ist, von der die ganzen Mittelständler abhängen.

“ Die Unkosten der anarchischen Mark-Konkurrenz kann man gar nicht hoch genug einschätzen.“
Das möcht ich auch nochmal unterstreichen. Wieviele Produkte werden in Konkurrenz zueinander von konkurrierenden Firmen doppelt und dreifach erdacht, geplant, konstruiert, die Produktionskapazitäten errichtet. Statt die Zeit in ein oder zwei ausgereifte Produkte zu stecken, kommen zwanzig konkurrierende auf den Markt, die teilweise Müll sind. Dass 80% der gesellschaftlichen Arbeitszeit für kapitalistischen Irrsinn ausgegeben werden, halte durchaus für eine realistische Einschätzung.


_________________
argumentum ad baculum
02. Dezember 2009, 09:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Neue Antwort erstellen    Forum-Übersicht » Revolution & Klassenkampf Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu: 
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Design by Freestyle XL / Music Lyrics.Deutsche Übersetzung von phpBB.de