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Betriebsbesetzung in Glückstadt

 
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Betriebsbesetzung in Glückstadt
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Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Betriebsbesetzung in Glückstadt Antworten mit Zitat
http://de.indymedia.org/2010/04/279143.shtml

Zitat:
Die Arbeiterinnen und Arbeiter der Wäscherei Berendsen in Glückstadt (bei Hamburg)
hatten bereits im Juni 2009 erfolgreich gestreikt: Der Arbeitgeber wollte die Löhne um 20 Prozent senken, was verhindert werden konnte.

Nun ging aber die Ausschreibung der Landeskliniken Kiel und Lübeck an die preiswertere Konkurrenz in Rostock, die weit unter 7 Euro die Stunde zahlt. In Glückstadt sind es noch 9 bis 11 Euro. Die Landesregierung betont zwar, die Erhaltung der Arbeitsplätze in Glückstadt sei wichtig - jedoch sei sie durch die Ausschreibungsregeln gezwungen, das billigere Angebot zu nehmen.

In der Fabrik arbeiten zu 80 % Frauen, die Belegschaft ist bereits in den letzten Jahren stark geschrumpft. Nach der Besetzung übers Wochenende berät die Belegschaft über einen Hungerstreik.


Zitat:
Berendsen-Belegschaft besetzt Betrieb

Mitarbeiter der Großwäscherei Berendsen haben über das Wochenende den
Betrieb besetzt. Aus Protest, dass ihnen der Großauftrag der
Universitätskliniken zum 1. Mai entzogen wird. Die Mitarbeiter wollen,
dass die Politik tätig wird. Das sagt Uwe Zabel, Gewerkschaftssekretär
der IG-Metall.

Die 120 Mitarbeiter und Zabel nutzten bereits die Kundgebung auf dem
Marktplatz nach der Aktion "Menschenkette", um zu einer eigenen
Demonstration aufzurufen. Nachdem Jürgen Trittin (Grüne) gesprochen
hatte, riefen die Arbeiter zu Solidarität auf. Ihre Arbeitsplätze sind
massiv gefährdet, da bei den Ausschreibungen die Rostocker Wäscherei
Sitex die Großaufträge der Uni-Kliniken Lübeck und Kiel bekommen hat
(wir berichteten).

Die Mitarbeiter der Firma Sitex, die die Aufträge der Fachkliniken nun
bekommen hat, "können damit nicht leben und nicht sterben", sagte Jürgen
Kandulla von der IG-Metall. Zu den gleichen Konditionen könne und wolle
die Berendsen-Belegschaft daher nicht arbeiten. Die Geschäftsführung von
Berendsen wolle 20 Prozent einsparen oder alle Mitarbeiter in Glückstadt
ab dem 1. Mai in die Arbeitslosigkeit schicken, erklärte Kandulla. "Die
Belegschaft wird um ihre Rechte kämpfen, deswegen besetzen wir
symbolisch das Betriebsgebäude."

Von der Polizei begleitet, marschierten dann die Berendsen-Mitarbeiter
und einige Demonstranten vom Marktplatz bis zum Sitz der Großwäscherei
an der Stadtstraße. Dabei machten sie mit Megaphonen und Tröten auf sich
aufmerksam. Angeführt wurde diese Demonstration von Jürgen Kandulla,
Antonio Gagliexdi, Betriebsratsvorsitzender von Berendsen, und Uwe
Polkaehn, Vorsitzender vom Deutschen Gewerkschaftsbund Nord (DGB).

Bei der Wäscherei angekommen, öffnete Gagliexdi das Tor zum Gelände. Auf
dem Betriebsgelände versammelten sich dann Mitarbeiter und
Gewerkschafter. Uwe Polkaehn: "Die Landespolitik ist mitverantwortlich,
dass wir kein Tariftreuegesetz in Schleswig-Holstein haben. Die Devise
'Geiz ist geil' vernichtet etliche Arbeitsplätze - das geht so nicht."

Der Lübecker sprach davon, dass für ordentliche Arbeit ordentliches Geld
bezahlt werden müsse. Die Landespolitik habe seiner Meinung nach
komplett versagt. "Wir müssen laut in Richtung Kiel schreien. Ich werde
auf jeden Fall den Ministerpräsidenten informieren, was hier los ist und
hoffen, dass wir gemeinsam etwas erreichen."

Einige Demonstranten hatten ihre Kinder dabei, sie liefen mit den grünen
Luftballons aus der vorherigen Demo umher. Außerdem wurde ein kleiner
Stand von der IG-Metall aufgebaut sowie ein Imbiss. Der Plan: Eine Nacht
lang sollte das Gelände friedlich besetzt werden. Einige der Mitarbeiter
ließen sich an das Tor ketten. Damit wollten sie zeigen: Wir wollen
bleiben und dafür auch kämpfen.

SPD-Kreisvorsitzender Rudolf Riep rief dazu auf, sich "gerade zu machen
für Leute, die ordentliche Arbeit leisten". Durch die Kreispolitik habe
er das "böse Wechselspiel der letzten Jahre beobachtet und gesehen, dass
es immer weiter nach unten ging".

Helga Schwitzer, Vorstand von IG Metall: "Wir wollen saubere
Vergabepolitik und saubere Tariflöhne, denn unsaubere Geschäfte dürfen
nicht gemacht werden - ich finde, dann wird auch unsaubere Wäsche
gewaschen!" Die Frankfurterin: "Wer nicht hören will, muss fühlen! Nehmt
euer Notwehrrecht in Anspruch, das ist gerechtfertigt. Ich wünsche euch
so viel Erfolg, wie wir ihn bei der Menschenkette hatten."

Antonio Gagliexdi verkündete: "Berendsen möchte 1, 4 Millionen Euro
einsparen. Wir arbeiten jetzt schon 38,5 Stunden pro Woche und bekommen
nur 37 davon bezahlt. Wenn sie noch mehr einsparen, dann werden die
Stunden auf 40 erhöht und Sonderzahlungen wie beispielsweise
Weihnachtsgeld fallen aus."

Die meisten der Gewerkschafter und Politiker gingen, nachdem sie den
Mitarbeitern Mut gemacht hatten, sich zur Wehr zu setzen. Die Arbeiter
der Wäscherei blieben. Bis heute morgen, so das Vorhaben, soll der
Betrieb besetzt bleiben. Ab heute wird wieder normal gearbeitet. Ab
morgen beginnen die Verhandlungen, bei denen über die Zukunft des
Standortes Glückstadt entschieden wird. Jürgen Kandulla: "Das ist
gelebte Demokratie, was wir hier machen. Und es ist nur der Anfang - mit
Sicherheit sind weitere Aktionen während der Verhandlungen ab Dienstag
erforderlich."
[/quote]

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
27. April 2010, 21:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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