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G8 Gipfel 09 findet auf einem Kreuzfahrtschiff statt

 
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G8 Gipfel 09 findet auf einem Kreuzfahrtschiff statt
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minino
Admin-Dog


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Beitrag G8 Gipfel 09 findet auf einem Kreuzfahrtschiff statt Antworten mit Zitat
Kreuzfahrtschiff "MSC Fantasia":
G8-Gipfel geht an Bord


Heiligendamm glich 2007 einer Festung. Im japanischen Toyako igelten sich die Staats- und Regierungschefs im vergangenen Jahr ein. In diesem Jahr gehen die Politiker der acht führenden Industrienationen aufs Wasser.

Keine Zäune, keine Straßensperren und keine lästigen Demonstranten vor den Fenstern: Der G8-Gipfel, der in diesem Jahr von Italien ausgerichtet wird, findet auf einem Kreuzfahrtschiff statt. Leinen los - und die Proteste verhallen an Land. Das ist zumindest der Plan von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Die italienische Reederei MSC stellt ihren jüngsten Neubau vom 8. bis 10. Juli für die Politprominenz zur Verfügung. Die "MSC Fantasia" wurde erst im Dezember getauft, schippert im Sommer durchs Mittelmeer. In der Gipfelwoche sollte das 333 Meter lange Schiff eigentlich mit knapp 4000 Passagieren zwischen Italien, Tunesien, Spanien und Frankreich kreuzen. In den 99 bis zu 65 Quadratmeter großen Luxuskabinen sollten die Gäste mit einem Butlerservice und in privaten Spas verwöhnt werden.

Feriengäste werden ausgeladen

Aber wenn Ministerpräsident Silvio Berlusconi bittet, lässt MSC-Chef Pierfrancesco Vago sofort das Schiff evakuieren. „Wir sind sehr stolz, bei diesem Event mit im Boot zu sein“, freut sich der Reeder aus Neapel und quartiert die bereits gebuchten Passagiere aus den 1637 Kabinen kurzerhand aus. Sie müssen nun mit anderen Schiffen vorlieb nehmen, damit Obama, Merkel, Sarkozy & Co. ganz in Ruhe die Lage der Welt diskutieren können, während das Schiff sanft auf den Wellen des Mittelmeers schaukelt.

Bereits vor zwei Jahren hatte der damalige italienische Regierungschef Romano Prodi angekündigt, den Gipfel auf dem Inselarchipel La Maddalena vor Sardinien organisieren zu wollen. Die Inselgruppe liegt nordöstlich von Sardinien, in Sichtweite zu Korsika, hat 11.000 Einwohner und wurde bis Anfang vergangenen Jahres vom US-Militär als Nato-Basis genutzt.

Erinnerungen an Genua-Gipfel

Kritiker warfen Prodi vor, den Gipfel abschotten zu wollen. 2001 war es in Genua erstmals zu schweren Ausschreitungen gekommen, bei denen ein Demonstrant erschossen wurde. Auch damals fand der Gipfel auf einem Schiff statt, das aber im Hafen liegen blieb.

Berlusconi wollte den Gipfel in Neapel abhalten, um das Image der Stadt aufzupolieren. Doch die Planungen waren schon zu weit fortgeschritten, zu viel Geld ist bereits in den Ausbau des kleinen Flughafens investiert worden. Der Bau einer Schnellstraße hat begonnen. Bleibt für Kreuzfahrtfan Berlusconi noch die Möglichkeit, seine Gäste per Schiff an Neapel vorbeiführen und davon überzeugen, dass die kampanische Metropole frei von Mafia- und Müllmief ist.

Quelle:
http://www.stern.de/reise/europa/:Kreuzfahrtschiff-MSC-Fantasia-G8-Gipfel-Bord/657995.html

Infos MSC Fantasia:
http://de.wikipedia.org/wiki/MSC_Fantasia

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wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
08. April 2009, 21:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Cjarner
Board Messias


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wann findet der eigentlich statt??

anfang juni oder anfang juli?

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Übrigens, das möcht ich noch loswerden, versteh ich nicht warum ums Klauen im Allgemeinen so ein riesen Bohei und Schwanzvergleich gemacht wird. Hab auch schon Leute erlebt, die Klauen für das coolste der Welt halten, dies bei jeder Gelegenheit kundtun und dann auch noch dumme Sprüche loslassen, wenn einer was bezahlt. Wozu? Klauen oder sein lassen. Das coolste der Welt ist eh Punkrock.
09. April 2009, 15:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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Zitat:
Die italienische Reederei MSC stellt ihren jüngsten Neubau vom 8. bis 10. Juli für die Politprominenz zur Verfügung.


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09. April 2009, 16:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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Beitrag Berlusconi verlegt G-8-Treffen ins Erdbebengebiet Antworten mit Zitat
Der italienische Ministerpräsident will den G-8-Gipfel in L'Aquila abhalten. Die Abruzzenstadt war Anfang April von einem Erdbeben fast vollständig zerstört worden
Zehntausende Menschen müssen nach dem Erdbeben in Zeltstädten leben. Hier will Berlusconi den G8-Gipfel abhalten


Zwei Jahre lang wurde geplant, um den G8-Gipfel im Juni 2009 auf der italienischen Insel La Maddalena unter hohen Sicherheitsvorkehrungen abhalten zu können. Die Arbeit könnte vergebens gewesen sein. Silvio Berlusconi will überraschend das Treffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands nach L'Aquila verlegen. Kein anderer Ort sei besser geeignet, sagte der Regierungschef nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag.

Die Begründung: Die für die Sicherheit und die Infrastruktur veranschlagten 220 Millionen Euro seien im Erdbebengebiet besser ausgegeben als im ursprünglichen Tagungsort. Berlusconi nannte diese Entscheidung für L'Aquila als Gipfelort "ein positives Signal für die mehr als 60.000 Menschen in den provisorischen Zeltstädten". Zudem könnten so 220 Millionen Euro gespart werden, fügte er hinzu.

Allerdings kann über einen neuen Tagungsort nicht allein die italienische Regierung bestimmen. Alle anderen G-8-Staaten müssen zustimmen. Auf La Maddalena vor Sardinien könne dafür der von US-Präsident Barack Obama für den Herbst angestrebte Umweltgipfel organisiert werden, bot Berlusconi an.

Das Erdbeben vom 6. April in L'Aquila hatte 295 Menschen das Leben gekostet und Zehntausende obdachlos gemacht.

Quelle: zeit.de

L'Aquila: http://maps.google.com/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=L%27Aquila,+Italien&sll=37.0625,-95.677068&sspn=48.909425,114.257812&ie=UTF8&t=h&z=10&iwloc=A

Indymedia: http://de.indymedia.org/2009/04/248192.shtml

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24. April 2009, 10:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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Ausführlicher Artikel zum G8-Gipfel in Italien:

Zitat:
Direkte Aktionen, Demonstrationen, Aufrufe und Veranstaltungen gegen den G8 in Italien

Seit einigen Wochen ist Bewegung in die Mobilisierung gegen den G8 in Italien gekommen. Besonders die geplante Verlegung ins Erdbebengebiet nach L’Aquila bzw. Rom (1) hat für intensive Debatten und großes Interesse am gegenwärtigen Stand der Planungen gesorgt.

“Man spart 220 Millionen, die bereits für La Maddalena vorgesehen waren”, betonte Berlusconi, um den Umzug nach L’Aquila zu begründen. Sardische prekäre Arbeiter halten unter Hinweis auf die Ausgaben für den Ausbau der G8-Anlagen, die nun zum Hort für spätere Edel-Tagungen und Luxusferien im Archipel nördöstlich von Olbia dienen soll, dass 320 Millionen “aus dem Fenster geschmissen wurden” (2). Insgesamt sollte die Austragung des G8 auf La Maddalena 400 Millionen Euro kosten. Unklar ist, was mit den angeblich übrigen 180 Millionen passiert: Dienen sie der Fertigstellung der weit Fortgeschrittenen Maßnahmen auf Sardinien, oder werden sie tatsächlich, wie von der Berlusconi-Regierung versprochen, den Katastrophenopfern zugute kommen?

Erst vergangene Woche waren die Sicherheitsplanungen auf La Maddalena – zumindest in einer “ersten Stufe” – als abgeschlossen erklärt worden (3). Veranstaltungen der und Protestaktionen sollten möglichst weit vom Tagungsgelände entfernt abgehalten werden, das Schengener Abkommen über den Verzicht von Personenkontrollen im Grenzverkehr außer Kraft gesetzt werden. An den Flug- und Fährhäfen, in mehreren europäischen Häfen mit Verbindung zu Sardinien sowie an den Grenzen nach Italien wurden Kontrollen und längere Wartezeiten angekündigt. Das Tagungsgelände auf La Maddalena und dem Kreuzfahrtschiff MSC Fantasia sollte von drei Sicherheitsgürteln umgeben sein, in denen der Verkehr eingeschränkt beziehungsweise gesperrt werden sollte, Fährüberfahrten nach La Maddalena hätten vorangemeldet werden müssen. Das Meer rund um das La Maddalena-Archipel sollte großräumig gesperrt, Flüge von etwa 50.000 Passagieren nach Olbia umgeleitet werden. In Olbia hatten Rotes Kreuz, Krankenhäuser, Polizei und Feuerwehr ein Manöver absolviert.

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28. Mai 2009, 22:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



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Beitrag Antworten mit Zitat



Aufruf No G8:
http://ch.indymedia.org/de/2009/06/70120.shtml

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Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
30. Juni 2009, 15:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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http://de.indymedia.org/2009/07/255648.shtml

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07. Juli 2009, 20:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Müsste man, höflicherweise, wie es nicht nur von der guten Interkulturalität gefordert wird, mit etwas Positiven beginnen, nun gut, die Mamma von nebenan sei gelobt für die exzellenten Pizzen, die wir tagtäglich essen durften. Die Köstlichkeiten aus dem Backofen schmeckten fast so gut, wie der Börek, den wir kürzlich im Iran zu essen bekommen hatten.
Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Iran und Italien, man lasse sich nicht von einer oberflächlich verkürzten Betrachtung verwirren, dass beide mit einem „I“ beginnen und einem „N“ enden.

Der Unterschied, damit sei das eigentliche Thema von diesem Bericht nun angesprochen, liegt darin, dass der Iran kürzlich genau von jenen Staaten in Grund und Boden kritisiert wurde – es gebe dort kein Recht auf Demonstration – die sich in Italien zum G8 versammelten und hier offenbar keine geringste Beunruhigung darin sahen, dass jeglicher Protest, der sichtbare Kritik zum Ausdruck auf die Straße gebracht hätte, mit einer unglaublichen Systematik verungmöglicht wurde. Der Unterschied, um die ungenießbare Pointe vorweg zu nehmen, liegt im Zynismus, in der Heuchelei einer bürgerlichen Demokratie – während der Iran nie ein Geheimnis daraus machte, dass systemkritischer Aktivismus unerwünscht ist.
Bereits seit einem Jahr wurden in Italien über mediale Interventionen eine Stimmung der Illegitimität von Demonstrationen gegen den G8 verbreitet, die Kritik und der Wille zu einer Überwindung der globalen Situation als „kriminellen Energie“ dargestellt, während die Tatenlosigkeit angesichts der globalen Misere (ja dessen Verursachung!) zur eigentlichen Politik erhoben wurde.
Einige Monate vor dem G8-Gipfel kam es schließlich zu ersten Festnahmen und realen Einschüchterungen von kritischen und emanzipatorischen Kräften. All jene Menschen, von denen die Berlusconi-Administration ausging, dass sie fähig wären Demonstrationen zu organisieren, wurde eingesperrt (dies, obwohl der Ort der G8-Weihe ohnehin allen Monat geändert wurde, noch bis zuletzt offen stand, ob es überhaupt beim zuletzt Genannten L‘ Aquila, stattfinden würde, und somit die Organisation von Großdemonstration immens erschwert war). Begründung der Festnahmen wurden oftmals als präventive Maßnahmen erklärt, sie reichte bis hin zu überaus lässig konstruierten Vorwürfe der terroristischen Vereinigung; ja sogar die Absicht von Bombenanschlägen hat die italienische Sicherheitsapparatur vereiteln können, indem sie zwei bekanntermaßen engagierte Aktivist_innen festnehmen lies.

Die Repressionswelle gegen den zivilen Ungehorsam wirkte, die Menschen bekamen Angst, Erinnerungen an die staatliche Brutalität während des letzten G8-Gipfels in Italien kam vor Augen, keine_r traute sich mit seinem Namen Demonstrationen anzumelden, soziale Zentren, Organisationen, selbst Gewerkschaften befürchteten unverhältnismäßig große Repressionen.
Ohnehin war in Rom, das 100 km in der Nähe vom Tagungsort L‘ Aquila liegt, keine Demonstrationen erlaubt, jeder Versuch sich auf der Straße zu versammeln, wurde gleich mit äußerster Polizeigewalt zerschlagen. So etwa am morgen des 7.Juli, als sich wenige Hundert Personen zu einer spontanen Demonstration im Süden von Rom versammelten, ziemlich bald von Polizeiknüppeln niedergeschlagen, fast nicht schnell genug rennen konnte, und brutal festgenommen wurde.

Die einzig erlaubte Versammlung in Rom war die am selben Tag stattgefundene Kundgebung, dessen Bild bezeichnend für das war, was sich während der G8 in Italien Demonstrationsrecht nennen soll: Rund um den Versammlungsplatz gepanzerte Einsatzwägen und unzählige Sondereinheiten der Polizei und Carabinieri, als wolle deren bedrohliche Geste versprechen, dass jede kleinste falsche Bewegung Grund genug sei, um an diesem Platz das Schlimmste zu verwirklichen. Verständlicherweise zog es nur wenige in diesen beängstigenden Kessel, der vorgab eine politische Kundgebung zu sein. Etwas mehr als Tausend Menschen waren es wohl, immerhin mutige.

Damit die systematische Verhinderung des Protestes sich nicht ganz offenbare, durfte ein Alibi herhalten: für den 9.Juli wurde in Rom doch noch eine Demonstration genehmigt, irgendwo in der Peripherie, in einem abgelegenen Außenbezirk. Während Berlusconi zeitgleich die G8-Fürsten durch die Erdbebenregion führte, ihnen die „ärmsten Italiens“ als das Götzenbild für den Zynismus präsentierte, demonstrierten Hunderte zum Flüchtlingslager zu ‚Ponte Galerie‘, solidarisierten sich mit denen, die tatsächlich die „Ärmsten“ in Italien sind, die noch nicht mal das Recht auf Aufenthalt, geschweige den an Teilhabe an (ökonomischen) Möglichkeiten anerkannt wird. Die Naturkatastrophe bietet sich ohnehin besser, um sich als Unverantwortliche einer Misere zu zeigen, als hilfsbereite Politiker_innen gegenüber Menschen, die vom Schicksal getroffen, während die Problematik des globalen Ungleichgewichts, als dessen unmittelbare Auswirkung Flüchtlinge zu Millionen in Lager eingesperrt sind, kein Schicksal ist, sondern eine politische Ursache hat; Produkt einer Politik, zu deren Spitze sich die G8 gestellt hat.

Fazit: Es war, wie bereits oftmals in den vergangenen Tagen von diversen Artikeln betitelt: der Gipfel an Zynismus. Sowohl inhaltlich als auch Demokratie politisch (soweit man noch von Demokratie sprechen kann) ging dies, wie sich der Gipfel präsentierte und ihre reale Politik weit auseinander, standen sich kontradiktorisch gegenüber.

Dafür muss man, um wieder das Positive nicht zu vernachlässigen, und um den Anfangs erwähnten Vergleich zu relativeren, erwähnen, dass das Herrschaftliche im Iran 21 Demonstrant_innen blutig niederschoss, während es diesmal beim G8 in Italien zu keinem einzigen Toten kam, hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass es im Gegensatz zum Iran, dank systematischer Repressionsarbeit (eigentlich schon seit 2001) zu keinen System gefährdenden Demonstrationen während des Gipfels kommen konnte, somit sich wenig Zielscheibe für die schieß- und schlagfreudige Carabinieri angeboten hatte.
Vielleicht muss man sich in Zukunft gerade Widerstände, wie im Iran als Vorbild nehmen, die trotz der Repression, zu Zehntausenden die Straßen zum Ort der Sehsucht nach einem herrschaftsfreien Leben machen.

http://kopfproll.blogsport.de/2009/07/12/guter-artikel-ueber-den-g8-gipfel-in-italien/

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
12. Juli 2009, 17:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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Beiträge: 3051

Beitrag verurteilungen diaz-schule genua 2001 Antworten mit Zitat
nach neun jahren wurden nun 25 von 29 angeklagten bullen zu haftstrafen verurteilt (fall diaz-schule)...

http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/Polizisten-wegen-Gewalt-zu-Knast-verurteilt-31179419

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
19. Mai 2010, 11:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
In Berufungsverhandlungen wurden Polizei- und Geheimdienstleiter zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Das Berufungsgericht sah es als bewiesen an, dass Polizeibeamte Personen, welche fälschlicher bzw. absichtlicher Weiße dem schwarzen Block zugeordnet wurden, schwer verletzt, misshandelt und gedemütigt haben. Es ist sogar von Folter die Rede.
Das Gerichtsverfahren handelt ausschließlich über die Aktivitäten in der Diaz-Schule.
25 von 29 beteiligten Polizeibeamte wurden verurteilt.
Das Gericht stellte weiterhin fest, dass die gefunden Molotow-Cocktails von der Polizei selbst in der Schule deponiert wurden, um damit den Überfall zu rechtfertigen. Auch der Messerangriff auf einen Polizisten wurde laut Gerichtsurteil schlecht inszeniert. Unter den Verurteilten befinden sich der heutige Chef des inländischen Geheimdienstes, Giovanni Luperi und der Kommandant der Antiterrorismus-Operationen, Francesco Gratteri. Beide wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Der heutige Chef der Kommandozentrale der italienischen Polizei, Gilberto Caldarozzi, wurde zu eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten bestraft.

82 Personen der in der Schule befindlichen Globalisierungsgegner wurden schwere Verletzungen zugeführt, darunter Knochenbrüchen ausgeschlagenen Zähne, Lungenperforationen und Schädeltraumata. Desweiteren wurden Opfer gezwungen faschistische Lieder zu singen und vor Bildern des faschistischen Diktaturs Mussolini zu salutieren. Das Urteil sorgte in Italien für großes Aufsehen, in Deutschland fand es nicht einmal den Weg in die Establishment-Medien.


Zitat:
Es wird davon ausgegangen, dass die Verurteilten vor die letzte italienische Gerichtsinstanz, das Kassationsgericht, ziehen werden.

http://de.indymedia.org/2010/05/282043.shtml

Zitat:
Haftstrafen sind für diese Bullen eher unwahrscheinlich. Andere Quellen / Tageszeitungen im Netz berichten, dass dadurch, dass der Prozess so hinausgezögert wurde, die Haftsstrafen zum Teil nicht verbüsst werden müssen.

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25. Mai 2010, 12:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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