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Zur Plattform des Aufbaus

 
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Zur Plattform des Aufbaus
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Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Zur Plattform des Aufbaus Antworten mit Zitat
Eine Kritik an der im Mai erschienen politischen Plattform des rev. Aufbaus von der IKS. Abgedruckt in der IKS-Zeitung Weltrevolution.

Sind die so genannten sozialistischen Länder Übergangsgesellschaften zum Kommunismus?


Im Mai 2007 gab der Revolutionäre Aufbau Schweiz (RAS) eine neue Plattform heraus - ein Anlass, sich in diesen Spalten mit seinen programmatischen Positionen auseinanderzusetzen. Die "politische Plattform" stellt ja so etwas wie das Programm der Gruppe dar: "Die Zielsetzung des Revolutionären Aufbaus Schweiz ist der Kampf für die proletarische Revolution, die der kommunistischen Gesellschaft zum Durchbruch verhilft. Die Grundlagen dieses Kampfes haben wir in dieser Plattform festgehalten." An diesem Anspruch wollen wir den RAS messen.

Wir werden uns auf die aus proletarischer Sicht wesentlichen Fragen konzentrieren. Die wichtigste Frage unter diesem Aspekt ist, ob die politische Plattform des Aufbaus seinem erklärten Ziel, dem Kampf für eine kommunistische Gesellschaft, dient oder nicht. Im vorliegenden Artikel werden wir uns auf die Frage konzentrieren, ob die Länder, die üblicherweise sozialistisch genannt werden, tatsächlich Übergangsgesellschaften zum Kommunismus darstellen (bzw. dargestellt haben), wie dies der Aufbau behauptet. Wir werden in einem späteren Artikel auf weitere Aspekte der Plattform eingehen, so namentlich auf die Unterstützung des einen imperialistischen Lagers im Weltkrieg gegen das andere, auf den Nationalismus der antikolonialen "Befreiungsbewegungen" und auf den Antifaschismus. Auf andere Aspekte werden wir gar nicht eingehen, beispielsweise auf Fragen der Organisationsform, da Voraussetzung für eine solche Debatte wäre, dass es eine gemeinsame programmatische Grundlage gäbe, also eine Einigkeit darüber, welches Ziel auf welchem Weg erreicht werden soll.


Die "sozialistischen Länder" - positiver Bezugspunkt für den Aufbau


Der Aufbau bezieht sich an verschiedenen Stellen in seiner Plattform auf die "sozialistischen Länder" und meint damit die ehemalige Sowjetunion, ihre einstigen Verbündeten im Ostblock, weiter auch China unter Mao und implizit wohl auch die heutigen Regime in Kuba und Nordkorea . Dabei fällt schon einmal auf, dass der Aufbau den Begriff "sozialistische Länder" gleich benützt wie die Herrschenden in Ost und West vor dem Zusammenbruch des Ostblocks und der Sowjetunion. Für den Aufbau liegt also nicht ein Etikettenschwindel vor; sondern wenn Stalin sagte, dass die Sowjetunion, die DDR, Ungarn, Polen, die damalige Tschechoslowakei usw. sozialistisch gewesen seien, so übernimmt der Aufbau diese Bezeichnung und hält sie auch für richtig.

In der Plattform wird zwar "von den negativen Erfahrungen in der Sowjetunion" gesprochen, aber im gleichen Satz begeistert auf die "Kulturrevolution" der "chinesischen KommmunistInnen unter Mao Tse Tung" Bezug genommen , ohne dass ausführt würde, was im einen Fall negativ und im anderen positiv gewesen sein soll. Hat der Aufbau etwa Mühe mit den Stalinschen Schauprozessen und dem Gulag, wo Millionen von Arbeitern, Arbeiterinnen und Parteimitgliedern ermordet wurden? Weit gefehlt! Im Kapitel "Gegen Revisionismus und Reformismus" erfahren wir, dass für den Aufbau die Probleme in der Sowjetunion erst mit den "modernen RevisionistInnen" Chruschtschow und seinen Nachfolgern, also nach Stalins Tod, beginnen.

Es lohnt sich, auf die Frage des Sozialismus und die so genannten sozialistischen Länder näher einzugehen. Müssig wäre aber ein Begriffsstreit darüber, was man unter Sozialismus zu verstehen hat. Denn dieser Begriff ist schon so verschieden definiert und gebraucht worden, dass eine Einigung darüber ohnehin unmöglich wäre. Halten wir uns doch lieber an den klarer definierten Begriff des Kommunismus, der mindestens von all denjenigen, die sich in bejahendem Sinn auf ihn beziehen, etwa gleich verstanden wird: Kommunismus ist die klassenlose Gesellschaft, eine Gesellschaft ohne Herrschaft von Menschen über Menschen; eine Gesellschaft, in der nicht mehr Waren getauscht, sondern die erzeugten Güter nach den Bedürfnissen der Einzelnen verteilt und konsumiert werden; eine Gesellschaft auch, die in Einklang mit der Natur steht.

In der Plattform des Aufbaus sucht man zwar vergeblich nach einer genaueren Umschreibung dessen, was er sich unter Kommunismus vorstellt. Aber immerhin scheint es darüber nicht wesentlich verschiedene Vorstellungen zu geben, wenn er beispielsweise schreibt, der Kommunismus sei eine Gesellschaft, in der "jeder nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen am gesellschaftlichen Produkt Anteil nimmt" , und wenn er schließlich aus dem Kommunistischen Manifest zitiert: "An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die freie Entwicklung aller ist."

Wenn also das erklärte Ziel des Aufbaus der Kommunismus ist und ein gemeinsamer Begriff über diese Gesellschaft existiert, können wir auch überprüfen, ob die positiven Bezugspunkte des Aufbaus - Russland unter Stalin, China unter Mao, DDR unter Ulbricht, Ungarn unter Rákosi usw. - notwendige oder wenigstens zweckdienliche Schritte auf diesem Weg darstellten. Denn ein weiteres ist klar: Für den Aufbau ist der Sozialismus die "erste Phase des Kommunismus", eine notwendige Übergangsgesellschaft zwischen Kapitalismus und Kommunismus . Aus seiner Sicht müssen also die von ihm als sozialistisch bezeichneten Regime einen Schritt in Richtung Kommunismus dargestellt haben. Man müsste eigentlich erwarten, dass der Aufbau in seiner Plattform diese Behauptung nicht bloß verschämt, sondern laut und deutlich aufstellt. Und man dürfte erwarten, dass er diese Behauptung auch begründet, nachdem alles andere als offensichtlich ist, dass Zwangsarbeit, Folter, Niederschlagung von Arbeiteraufständen (alles gängige Praktiken der stalinistischen Regime) notwendige Schritte zu einer Gesellschaft darstellen, "worin die freie Entwicklung eines jeden die freie Entwicklung aller ist".

Man sucht aber vergeblich nach einer solchen Begründung, wie denn überhaupt die Plattform des Aufbaus weniger durch ausgesprochene Positionen als durch das glänzt, was sie nicht sagt. Sie sagt nicht einmal ausdrücklich: Wir sind Verfechter des Stalinismus.

In der Aufbau-Plattform steht: "Jeder erhält von der Gesellschaft den Anteil an Konsumtionsmitteln zurück, welcher seiner/ihrer Leistung - unter der Berücksichtigung seiner/ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten - entspricht. Das ist das Grundprinzip im Sozialismus. Erst mit der langsamen Überwindung der bürgerlichen Produktionsverhältnisse, dem damit verbundenen Konkurrenz- und Profitdenken, und dem damit einhergehenden Verschwinden der Klassen und dem Absterben des Staates, wird ein Übergang zum Kommunismus möglich, wo jeder nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen am gesellschaftlichen Produkt Anteil nimmt. Während die sozialistische Übergangsgesellschaft in einzelnen Ländern möglich ist, ist die kommunistische Produktionsweise nur weltweit realisierbar."

Die Formel, dass jeder von der Gesellschaft den Anteil an Konsumtionsmitteln zurück erhält, welcher seiner Leistung unter Berücksichtigung seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten entspricht, ist überaus schwammig, sagt eigentlich nichts. Denn grundsätzlich gilt genau dies im Kapitalismus: Wer sich zu wenig anstrengt, kriegt eben nichts. Aber immerhin scheint der Aufbau der Meinung zu sein, dass im Sozialismus die "bürgerlichen Produktionsverhältnisse" mindestens "langsam" überwunden werden müssen. Dabei drängt sich die Frage auf: Wurden die bürgerlichen Produktionsverhältnisse in den vom Aufbau als sozialistisch betrachteten Ländern mindestens ansatzweise überwunden?


Überwindung des Kapitalismus in der ehemaligen Sowjetunion?

Die bürgerlichen Produktionsverhältnisse zeichnen sich durch verallgemeinerte Warenproduktion, Lohnarbeit und Kapitalakkumulation aus. Produktion von Waren, d.h. von Gütern zum Tausch oder Verkauf, gab es zwar schon in früheren Gesellschaftsformationen (etwa in den Sklavenhaltergesellschaften in Griechenland und Rom); ebenso die Lohnarbeit. Aber erst im Kapitalismus verallgemeinerten sich die Warenproduktion und die Lohnarbeit, sie sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Was aber den Kapitalismus insbesondere von allen anderen Produktionsweisen unterscheidet, ist die Kapitalakkumulation: Mittels Lohnarbeit wird nicht allein Mehrwert (Profit) produziert, den sich die herrschende Klasse aneignet, sondern ein Teil dieses Mehrwerts wird dazu verwendet, neue Investitionen zu tätigen, um im nächsten Produktionszyklus mehr Waren als im vorangegangenen zu erzeugen. Im Kapitalismus findet nicht allein Reproduktion statt, sondern Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter, eben Kapitalakkumulation.

Hat sich daran in den so genannten sozialistischen Ländern etwas geändert? Wurden die Warenproduktion, das Geld, die Lohnarbeit, die Kapitalakkumulation abgeschafft? - Keineswegs! Im Gegenteil: Die Sowjetunion unter Stalin rühmte sich, dass sie besonders effizient Kapital akkumulierte, und zwar nach guter kapitalistischer Manier, indem vor allem die Herstellung von Produktionsmitteln forciert wurde. Die Arbeit im Realsozialismus blieb Lohnarbeit, entfremdete Arbeit, oder war oft schlicht und einfach Zwangsarbeit. Von einer auch nur "langsamen Überwindung der bürgerlichen Produktionsverhältnisse" konnte keine Rede sein. So starb der Staat entgegen dem Versprechen der Aufbau-Plattform in den "sozialistischen Ländern" auch keineswegs ab, sondern wurde zu einem totalitären Apparat.

Die weit verbreitete Meinung, dass die "sozialistischen Länder" nicht mehr kapitalistisch gewesen seien, hat viel mit der alten, etwas schematischen Formel zu tun: Kapitalismus = Privateigentum an Produktionsmitteln. Diese Formel hat zweifellos Vorzüge: Sie ist kurz, anschaulich, leicht verständlich und traf bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Regel zu. Nach dem Ersten Weltkrieg und insbesondere mit der großen Wirtschaftskrise von 1929 wurde aber in allen Ländern, nicht bloß in der Sowjetunion, sehr viel Privateigentum an Produktionsmitteln verstaatlicht, ohne dass der Kapitalismus abgeschafft worden wäre. Es ist das Verdienst der Kommunistischen Linken, insbesondere der Gauche communiste de France (GCF), die Klassennatur der Verstaatlichungen und der Sowjetunion mit Blick auf das Wesentliche analysiert zu haben: "…indem man den Privatbesitz an Produktionsmitteln als das Wesen des Kapitalismus erklärt, behauptet man gleichzeitig, dass außerhalb dieses Privatbesitzes der Kapitalismus nicht bestehen kann. Gleichzeitig behauptet man, dass jede Änderung in Richtung auf eine Begrenzung dieses Privatbesitzes eine Einschränkung des Kapitalismus bedeuten würde, und damit eine Änderung gegen die Interessen des Kapitalismus wäre, sozusagen ihm entgegengesetzt, anti-kapitalistisch. (…) Die weitestreichenden Enteignungen können allerhöchstens für das Verschwinden der Kapitalisten als Individuen sorgen, die von Mehrwert leben, aber damit ist noch nicht das Verschwinden der Produktion von Mehrwert, d.h. des Kapitalismus, sichergestellt. (…) Damit der Sozialismus entsteht, oder auch nur eine Tendenz zum Sozialismus, reichen Enteignungen nicht aus, sondern es ist auch notwendig, dass die Produktionsmittel aufhören, als Kapital zu funktionieren. Mit andern Worten: das kapitalistische Prinzip der Produktion selber muss umgewälzt werden."

Es kann also bei der Überwindung der bürgerlichen Produktionsverhältnisse nicht allein um die Abschaffung des juristischen Scheins, des Privateigentums gehen; vielmehr muss die Produktion selber aufhören, Warenproduktion zur Kapitalakkumulation zu sein. Denn in der Sowjetunion ist das Privateigentum nicht abgeschafft worden, sondern lediglich in den Händen des Staates konzentriert worden. Für das Proletariat sind die Produktionsmittel weiterhin Privateigentum einer es ausbeutenden Kapitalistenklasse geblieben.

Genau dies ist aber nicht "in einzelnen Ländern möglich", wie der Aufbau in alter stalinistischer Tradition behauptet, sondern nur weltweit. Der Kapitalismus ist eine Produktionsweise, die von Anfang an die Tendenz hatte, sich auf den ganzen Globus auszuweiten, lange bevor die Globalisierungsgegner dies entdeckt haben. Der Kapitalismus duldet keine anderen Produktionsweisen neben sich, höchstens solche, die er unterworfen und sich dienstbar gemacht hat (beispielsweise Sklavenarbeit existiert weiterhin).

Bevor das Proletariat die kapitalistischen Produktionsverhältnisse überwinden kann, muss die herrschende Klasse weltweit geschlagen sein. Die politische Machtergreifung des Proletariats geht der ökonomischen Umwälzung notwendigerweise voraus. Erst dann kann mit dem begonnen werden, was Marx die erste Phase der kommunistischen Gesellschaft nannte, wo grundsätzlich zwar noch das alte Recht gilt ("jedem nach seiner Leistung"), aber wo immerhin mit der Abschaffung der dieser Logik zugrunde liegenden Warenproduktion begonnen werden kann.

Wenn der Aufbau zwar etwas verschämt, aber nichtsdestotrotz die so genannten sozialistischen Länder als Übergangsgesellschaften darstellt, verteidigt er ein bestimmtes kapitalistisches Modell und bleibt somit weiterhin der Logik des Kapitalismus unterworfen. Weltrevolution, 10.11.07

1)Politische Plattform des Revolutionären Aufbaus Schweiz, Mai 2007, Punkt 1.2

2) Punkte 1.4, 2.2.3, 4.3 und 4.4; 3) Punkt 4.3.3

Punkt 4.3.2 4) Punkt 4.3.1 5) Punkt 4.3.2

6) Internationalisme, 1946, "Privateigentum und Gemeineigentum", wieder veröffentlicht in Internationale Revue Nr. 12

7) Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW Bd. 19 S. 20 f.

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
29. November 2007, 01:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Beitrag Antworten mit Zitat
also wenn man die letzten zeilen liest dann ist staatseigentum = privateigentum des staates... dann stellt man sich aber auch auf den standpunkt dass privateigentum eigentlich = staatseigentum ist. so scheint mir das richtig und es scheint ja auch klar dass es gerade der staat ist der darüber entscheidet ob er eigentum für private lizenziert oder selbst darüber entscheiden will (verstaatlichung). eine verstaatlichung braucht ja nimmer einen aufstand, sondern bloss einen entscheid der politischen macht (den aufstand gibts dann allenfalls von den privaten, die sich bisher dachten das gehöre eigentlich ihnen).

einen widerspruch seh ich noch hier:
"welcher seiner/ihrer Leistung - unter der Berücksichtigung seiner/ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten - entspricht."
ist es nicht so dass "leistung" gerade das prinzip ist, von unterschiedlichen fähigkeiten/bedürfnissen zu abstrahieren? das scheint mir überhaupt nicht zusammenzugehen, leistungsprinzip und rücksicht auf irgendwas ausser leistung.


(und übrigens eine anekdote aus einem gegenstandpunkt vortrag über die ddr-ökonomie (vor der SED-kaderschule) da haben ein paar SEDler (aus meiner erinnerung sinngemäss) erklärt, dass der kommunismus den sozialismus dann ablöst wenn der mehrwert im überfluss sprudelt so dass es genug für jeden gibt... wann das genau eintreten sollte konnten sie aber auch nicht so wirklich sagen)
29. November 2007, 12:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
-domicella-
catdog


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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
also wenn man die letzten zeilen liest dann ist staatseigentum = privateigentum des staates... dann stellt man sich aber auch auf den standpunkt dass privateigentum eigentlich = staatseigentum ist

-> schnall ich nicht, deine folgerung. kannst du das ausführen?

Zitat:
"leistung" gerade das prinzip ist, von unterschiedlichen fähigkeiten/bedürfnissen zu abstrahieren

und wenn dann eben wie im text gesagt fähigkeiten und möglichkeiten einbezogen werden, abstrahiert "leistung" ja nicht mehr davon.
wo siehst du den widerspruch?
29. November 2007, 16:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Beitrag Antworten mit Zitat
also eigentum ist ja in dem sinne gemeint dass derjenige dem es eigentümlich ist damit umgehen kann wie er will. staatseigentum = eigentum des staates, privateigentum = eigentum von privaten. vorausgesetzt ist also ein begriff vom staat und vom privaten. den möchte ich hier anbieten: staat = souverän = ausschliesslich diktierend (realiter der fall wenn mit der grössten gewalt ausgestattet). privat = einzeln. sagt ein einzelner also ausschliesslich was damit gemacht wird, dann muss man davon ausgehen dass andere entweder nicht sagen wollen was damit gemacht wird (kein interesse daran haben) oder nicht sagen können was damit gemacht wird (von entscheidung darüber ausgeschlossen sind). in ersterem fall unterscheidet sich nichts von gar kein eigentum, in zweiterem fall unterscheidet sich nichts von staatseigentum, in dem fall nämlich dass man davon ausgeht, dass staat = das gewaltmonopol ist. privateigentum ist also nur dort denkbar wo entweder der private das gewaltmonopol hat und damit andere von der entscheidung ausschliessen kann, oder wo der staat andere davon ausschliesst und das Recht darüber zu verfügen einem einzelnen überträgt, "privateigentum" deklariert. ganz grundsätzlich steckt das schon drin in staatseigentum ist privateigentum des staates, will heissen: der staat ist der einzelne der darüber verfügt. umgekehrt ist bei privateigentum (also ausschliesslicher verfügung durch einzelne) dann der einzelne entweder selbst der staat, oder im recht des staats.


zum zweiten: zum beispiel beim rollstuhl vs normalrennen: willst du leistung messen dann musst du die schnelligkeit von beiden vergleichen... willst du aber auf fähigkeit rücksicht nehmen, dann macht es keinen sinn mehr von leistung überhaupt zu sprechen sondern dann kommt die leistung überhaupt nur noch als vergleich innerhalb der befähigung vor.. so musst du dich entscheiden ob du auf leistung oder auf fähigkeit rücksicht nehmen willst.. und wenn du dich für fähigkeit entscheidest, dann kommt leistung nicht mehr als allgemeine leistung vor, dann ist das erste befähigung und erst dann kommt die leistung... in diesem sinne wollte ich sagen geht beides nicht zusammen, ein allgemeines leistung verwirft die rücksicht auf fähigkeit, ein allgemeines nach fähigkeit verwirft das allgemeine nach leistung. beides zusammen geht nur indem das eine als prinzip verschwindet.

aber ganz generell: leistung ist doch überhaupt das prinzip des messens von konkurrenzverhalten, also von vergleich nach output... soll das in einem vernünftigen plan zur produktion für bedürfnisse überhaupt vorkommen? und wenn ja warum? bricht man das nicht überhaupt auf und weg, wenn man mit warenproduktion fertig macht, also nicht mehr vergegenständlichte arbeitsquanta äquivalententauscht?

ich habe noch eine frage an den text: was ist mit "stalinistischer tradition" gemeint?

noch was: "Für das Proletariat sind die Produktionsmittel weiterhin Privateigentum einer es ausbeutenden Kapitalistenklasse geblieben."

ich denke die herrschende klasse im sozialismus als kapitalistenklasse zu bezeichnen verfehlt die bestimmung von kapitalisten... kapitalisten setzen produktionsmittel ja zu ihrer persönlichen bereicherung und nur zu ihrer persönlichen bereicherung ein, was auf die sozialisten nicht wirklich zutrifft, die setzen ihn umgehend für den aufbau des sozialismus ein und bekommen selbst nicht mehr konsumptionsmittel wenn die betriebe mehr gewinne machen.

und ja die bürgerliche produktionsweise wurde in der revolution selbst total zerstört.... was die sozialisten aber nicht daran gehindert hat sogleich eine neue form von tauschwertproduktion auf die beine zu stellen, den betrieben gewinnvorschriften zu machen und damit kostenrechnungen aufzumachen usw..
29. November 2007, 17:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Genau dies ist aber nicht "in einzelnen Ländern möglich", wie der Aufbau in alter stalinistischer Tradition behauptet, sondern nur weltweit.


Zitat:
ich habe noch eine frage an den text: was ist mit "stalinistischer tradition" gemeint?


damit meinen sie, dass der aufbau wie die stalinisten glauben würde, sie könnten nation für nation "befreien" und "ihren" sozialismus errichten, ist dies überall geschehen, würde es dann mal (bei angeblicher überproduktion) zum kommunismus kommen. denn sozialistische freunde teilen ja!!!! dead

Zitat:
ich denke die herrschende klasse im sozialismus als kapitalistenklasse zu bezeichnen verfehlt die bestimmung von kapitalisten... kapitalisten setzen produktionsmittel ja zu ihrer persönlichen bereicherung und nur zu ihrer persönlichen bereicherung ein, was auf die sozialisten nicht wirklich zutrifft, die setzen ihn umgehend für den aufbau des sozialismus ein und bekommen selbst nicht mehr konsumptionsmittel wenn die betriebe mehr gewinne machen.

passt echt nicht so recht, vielleicht würde man da besser auf lenins begriff des staatskapitalismus zurückgreifen und die herrschenden als staatskapitalisten zum wohle des sozialismus verklären. also es wäre wohl nur eine frage der zeit gewesen bis die "sozialistischen" staaten sich gegenseitig um den verbleibenden reichtum auf kosten des proletariats bekämpft hätten.

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
30. November 2007, 01:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
q.mar
dog day afternoon


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@ müeti

Zitat:
"welcher seiner/ihrer Leistung - unter der Berücksichtigung seiner/ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten - entspricht."
ist es nicht so dass "leistung" gerade das prinzip ist, von unterschiedlichen fähigkeiten/bedürfnissen zu abstrahieren? das scheint mir überhaupt nicht zusammenzugehen, leistungsprinzip und rücksicht auf irgendwas ausser leistung.


hier ist mit leistung wohl eher das endprodukt gemeint und nicht die leistung als handlung. dann würds sinn machen.

Zitat:
da haben ein paar SEDler (aus meiner erinnerung sinngemäss) erklärt, dass der kommunismus den sozialismus dann ablöst wenn der mehrwert im überfluss sprudelt so dass es genug für jeden gibt


toll, die mehrwertproduktion forcieren und schon hats für alle was. die sed und ihr bild vom kommunismus... viking

Zitat:
ich denke die herrschende klasse im sozialismus als kapitalistenklasse zu bezeichnen verfehlt die bestimmung von kapitalisten... kapitalisten setzen produktionsmittel ja zu ihrer persönlichen bereicherung und nur zu ihrer persönlichen bereicherung ein, was auf die sozialisten nicht wirklich zutrifft,


es geht hier eben primär nicht um persönliche bereicherung, sondern um kapitalakkumulation, also aus mehr noch mehr rauszuholen. die konsumgüter (ferraris usw.) sind einfach n positives nebenprodukt der investition - aber niemals der zweck. und wie genau unterscheidet sich sozialistische kapitalakkumulation jetzt genau von der kapitalistischen?

Zitat:
die setzen ihn umgehend für den aufbau des sozialismus ein und bekommen selbst nicht mehr konsumptionsmittel wenn die betriebe mehr gewinne machen.


genau. und darum sah man z.b. die sed-elite nie ohne trabi unterwegs.
nimmt mich ja wunder, wie du diese aussage begründen willst... wenn du denn willst..

_________________
"Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden für alle Zeiten nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben. Ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, dass die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikt mit den vorhandenen Mächten."
- Marx -
30. November 2007, 02:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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"es geht hier eben primär nicht um persönliche bereicherung, sondern um kapitalakkumulation, also aus mehr noch mehr rauszuholen."

würd ich nicht sagen... ich würde sagen die akkumulation ist die bedingung für die persönliche bereicherung... jede persönliche bereicherung ist ja schädigung des betriebs in der konkurrenz, darum
leuchtet es jedem kapitalisten sofort ein dass die produktivität gesteigert werden muss, akkumuliert werden muss. in diesem sinne auch wieder gsp-zitat "nur verrückte kapitalisten kaufen sich yachten"... die "normalen" reinvestieren in den betrieb um in der konkurrenz mitzuhalten (aber auch das nur damit ihnen die einkommensquelle überhaupt erhalten bleibt).

zum anderen ja die funktionäre hatten privilegien... meines wissens aber in keiner relation zur mehrwertproduktion der betriebe. weisst du wie diese privilegien festgelegt wurden? (damit wärs dann schnell geklärt ^^)

@far das würde ich dann aber leninistische tradition nennen :P
30. November 2007, 10:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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far: "also es wäre wohl nur eine frage der zeit gewesen bis die "sozialistischen" staaten sich gegenseitig um den verbleibenden reichtum auf kosten des proletariats bekämpft hätten."

haben sie getan, soweit ich informiert bin. (darüber bin ich aber ganz schlecht informiert, aber sowie ich mich schummrig erinnerte, gab es diese kritik von staatsmännern der udssr selbst)
09. Dezember 2007, 17:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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http://abdelkader.blogsport.de/2007/11/19/realsozialismus-diktatur-ueber-die-beduerfnisse/

Zitat:
Im Gegensatz zu anderen marxistischen Kritiken des Realsozialismus betrachtet der ungarische Dissident Ferenc Fehér diesen nicht als “degenerierten Arbeiterstaat” oder gar als “Staatskapitalismus”, sondern als “Diktatur über die Bedürfnisse”:
Um die Struktur der osteuropäischen Gesellschaften als System der Diktatur über die Bedürfnisse zu begreifen, ist es wichtig, sie als antikapitalistische Formationen aufzufassen. Sie sind das Ergebnis antikapitalistischer Revolutionen oder der militärisch-politischen Expansion einstmals siegreicher Revolutionen und stellen eine Antwort auf den Kapitalismus dar, wenn nicht gar eine Herausfordung für ihn.
Daher können sie nicht mit den Kategorien der gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaften beschrieben werden, sondern müssen als sozialistische Experimente angesehen werden.
Was sind die Merkmale dieser Diktatur?
Die gesamte Gesellschaft ist in ein Konglomerat aus Lohnarbeitern verwandelt worden. Marx hatte vollständig recht, als er formulierte, die Lohnarbeit sei ein gesellschaftliches Verhältnis- diese Bestimmung gilt für die überwältigende Mehrheit der unter der Diktatur über die Bedürfnisse lebenden Bevölkerung. Die Menschen in dieser Gesellschaft haben keinen anderen Besitz als ihre Arbeitskraft und das, was sie nach den Festsetzungen der Planungselite für ihre Löhne bekommen können. Die Arbeiter können die Proportionen, die Voraussetzungen, die gesellschaftlichen Ziele und die Ergebnisse des Produktionsprozesses nicht bestimmen, und sie haben auch keinen Einfluß auf das für das Leben des einzelnen wichtigste Verhältnis: das zwischen der Arbeitszeit und der Zeit, die selbstbestimmter Aktivität gewidmet ist. Sie haben auch wenig Möglichkeiten, ihre Tätigkeit zu wählen, d.h. nach Belieben ihren Platz innerhalb der gesellschaftlichen Arbeitsteilung zu wechseln.
(…)
Wenn die Arbeitskraft erst einmal vollständig der Planungselite unterworfen ist, kann der Staat autoritativ festlegen, was menschliche Bedürfnisse im allgmeinen sind und welche Struktur sie annehmen sollten, um mit den Zielen des Systems überein zu stimmen.
(…)
Die Arbeiter sind in einer Diktatur über die Bedürfnisse vollständig jeder Möglichkeit beraubt, ihre Freiheitsbedürfnisse zu artikulieren.
Wie wird sie gerechtfertigt?
Die Planung ist das höchste rationale Prinzip der Diktatur über die Bedürfnisse. Sie geht so weit, daß sie nach gesellschaftlicher Rationalität auf der Ebene der Bedürfnisse der Menschen strebt, daß sie erklärt, diese Bedürfnisse seien nicht existent und sie durch die theoretischen Rezepte der Planungselite ersetzt.(…)
Ihre anmaßenden Ansprüche, das “einzig richtige gesellschaftliche Wissen” vorzutragen, ihr voluntaristischer Gesellschaftsentwurf und ihre pessimistische Anthropologie markieren das bedeutendste Scheitern des Rationalismus in diesem Jahrhundert.
(…)
Während die Planungselite die kapitalistische Irrationalität richtig kritisierte und das Erbe des modernen Rationalismus antrat, kassierte die marxistische Variante sogar das Recht auf kritisches Denken bei denjenigen, die nicht selbst zu Elite gehören.
Was war -unter anderem- Schuld?
Was diese radikalen Intellektuellen von Marx übernahmen, erwies sich als besonderes fatal: die Fabrik als Modell der gesellschaflichen Verhältnisse für die neue Gesellschaft. Die Wahl dieses Modells implizierte, daß Ziel-Rationalität zum Leitprinzip der radikalen Gesellschaftsvorstellungen wurde.
(…)
Die Wahl bedeutete auch, daß in diesem Modell persönliche Abhängigkeitsverhältnisse mit dem umfassenden System hierarchischer Beziehungen verknüpft wurden- eine typische Erscheinung des kapitalistischen Fabrikalltags, die vom Standpunkt sozialistischer Perspektiven aus nicht akzeptabel ist.
Alle Zitate aus: Ferenc Fehér: “Diktatur über die Bedürfnisse”. In: Ferenc Fehér, Agnes Heller: “Diktatur über die Bedürfnisse. Sozialistische Kritik osteuropäischer Gesellschaftsformationen”, S.25-43.


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argumentum ad baculum
31. Dezember 2007, 20:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Nun hat sich auch die RSO mit dem Aufbau auseinandergesetzt:

Was will der „Revolutionäre Aufbau Schweiz“?

Obs was taugt, weiss ich noch nicht. Erstmal lesen.
14. Juli 2010, 15:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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taugt wenig, finde ich.

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
14. Juli 2010, 16:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Beiträge: 5481

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Zitat:
Die RSO hält sich selbst nicht für eine revolutionäre Partei, aber für eine Organisation, welche aktiv an der Bildung einer neuen revolutionären Partei mitwirkt. Unseres Erachtens ist es dafür notwendig zuerst einen möglichst stabilen Kern an revolutionären Kadern heranzubilden, also einen vor allem qualitativen Organisationsaufbau zu betreiben.


Bleibt mir alle vom Leib!!!!!!!!!!!!!!!!!!

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
14. Juli 2010, 18:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Beiträge: 2944
Wohnort: q3dm17

Beitrag Antworten mit Zitat
far hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Die RSO hält sich selbst nicht für eine revolutionäre Partei, aber für eine Organisation, welche aktiv an der Bildung einer neuen revolutionären Partei mitwirkt. Unseres Erachtens ist es dafür notwendig zuerst einen möglichst stabilen Kern an revolutionären Kadern heranzubilden, also einen vor allem qualitativen Organisationsaufbau zu betreiben.


Bleibt mir alle vom Leib!!!!!!!!!!!!!!!!!!


kotz

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14. Juli 2010, 19:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
OMG, was hab ich da gepostet mr green
15. Juli 2010, 16:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



Anmeldedatum: 31.10.2006
Beiträge: 1498

Beitrag Antworten mit Zitat
Kritik? Wer?

_________________
Power to the Pöbel!
15. Juli 2010, 17:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
EDIT: leicht abgeändert.

Zitat:
Wir würden uns freuen, damit eine Debatte in der Schweizer radikalen Linken anzuregen.


ich frage jetzt mal so ganz naiv:
wieso sollte die radikale linke* eine betont solidarische kritik** einer trotzkistischen organisation mit dem anspruch, kader heranzubilden und den sozialismus über ein stufenmodell zu erreichen, welches bereits in der blossen beschreibung so entfernt liegt, dass kein mensch darin überhaupt noch eine perspektive auf die eigene befreiung erkennen kann, an einer marxistisch-leninistischen organisation, diskutieren?

damit sage ich nicht, dass die kritik falsch ist (einige punkte der kritik würde ich unterschreiben), sondern dass ich keinen sinn in einer diskussion einer kritik der RSO am aufbau erkennen kann. beide organisationen sind zwar nervende zusammenschlüsse, weil sie als organisationen ein sabotagepotenzial im klassenkampf haben, welches bereits heute in unterschiedlicher qualität und quantität hervortritt, aber ich sehe keinerlei gründe, meine zeit dafür zu investieren, ideologisch gefestigte organisationen über eine debatte auf die richtige seite zu holen. in der schweiz haben halt viele das gefühl, man müsse sich permanent mit diesen organisation auseinandersetzen, weil die schweiz einfach brutal klein und ein aufbau beispielsweise einigermassen präsent ist. verständlich, dass man sich als kommunistIn über sowas aufregt, weil ja permanent die sache, die man mit leidenschaft vertritt, diffamiert wird. aber wenn man auf dieser ebene beginnt politisch zu denken und handeln, verliert man das wesentliche aus den augen: und dabei geht es um nichts weniger als um die zerstörung dieser gesellschaft.

an den konzepten, welche die beiden organisationen vertreten, gibt es ausführliche kritiken aus der "radikalen linken" (anarchismus/rätekommunismus/autonome) - diese müsste man meiner meinung nach durchaus vermehrt diskutieren um vorbereitet zu sein, wenn solche organisationen ihrer rolle gerecht zu werden drohen und den klassenkampf in ihr vorgefertigtes modell zu pressen versuchen.


*wenn man diese organisationen zur "radikalen linken" zählen möchte, hat man schon ein einigermassen absurdes verständnis des begriffes "radikalen linke"
**wieso bezeichnet man eine kritik als solidarisch?


_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)

Zuletzt bearbeitet von Savo am 18. Juli 2010, 16:24, insgesamt 2-mal bearbeitet
15. Juli 2010, 21:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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Beiträge: 1032

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"Eigentlich ist «radikale Linke» ein sehr schwammiger Begriff. Man kann da von der PdA über einen Teil der HausbesetzerInnen bis zum Aufbau wohl erstmal alle dazu zählen."

von da ;)

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
16. Juli 2010, 10:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beiträge: 3051

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@gregor:

da wurde der begriff der "radikalen linken" als sammelbecken von organisationen und personen beschrieben und der begriff des "linksradikalismus" als spezifische richtung, welche beispielsweise gerhard hanloser in einem referat präsentierte (siehe gleiche webseite; textarchiv).

diese trennung macht für mich keinen sinn. die radikale linke ist für mich eine beschreibung des millieus linksradikaler gruppen und personen.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
16. Juli 2010, 11:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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