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Der Juso neuster Streich

 
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Der Juso neuster Streich
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Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Der Juso neuster Streich Antworten mit Zitat
http://juso.ch/de/node/1363

Zitat:
"Das neue Programm hat ein grosses Zauberwort: die Wirtschaftsdemokratie. Der Entwurf setzt den himmelschreienden Ungleichheiten, den Unfreiheiten der Menschen unserer Zeit, also die Mitbestimmung in der Wirtschaftswelt entgegen – und das ist gut so! Aber es reicht nicht: Denn die Idee der Wirtschaftsdemokratie wird dem Kapitalismus als ganzes nicht gerecht und kann die Forderung nach der „Überwindung des Kapitalismus“ nicht erfüllen. Denn der Kapitalismus ist nicht nur eine undemokratische Produktionsweise, er ist auch Gesellschaftsordnung und Ideologie. Zwar ist die Wirtschaftsdemokratie ein wichtiges Puzzleteil in der Überwindungsdiskussion, aber eben nur Teil des Puzzles. Dieses ist als "radikale Demokratie" oder "demokratischer Sozialismus" zu beschreiben, denn es meint die Demokratisierung der Gesellschaft als Ganzes – ein Gegenkonzept zur herrschenden Gesellschaftsordnung."


demokratie in der wirtschaft ändert nichts am kapitalverhältis. das unternehmen will geld und geld ist kredit und schon ist fertig mit den illusionen und man tut nichts lieber als sich selbst auspressen für mehr kredit um in der konkurrenz zu bestehen, die boni werden die auch gleich bezahlen, lustig wird es wenn man den chef wählt, der einem morgen zu überstunden zwingt. fast wie in der politischen demokratie :D es ist aber auch schwer sich das überhaupt zu denken: wer gibt schon eigentum her wenn er es nicht wieder zurück haben kann - in einer warengesellschaft. also das kreditwesen würde gar nicht funktionieren wenn die betriebe von heute auf morgen in arbeiterhand wären. gedanken?

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argumentum ad baculum
09. August 2010, 17:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


Anmeldedatum: 26.06.2005
Beiträge: 2944
Wohnort: q3dm17

Beitrag Antworten mit Zitat
http://www.junge-linke.org/de/die_demokratie_und_ihre_idealisten

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09. August 2010, 18:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Antworten mit Zitat
daraus zitiert:

Zitat:
Diese Leute scheinen da schon anspruchsvoller in ihrem Demokratieideal. Hier ist die Rede von „Abbau von Herrschafts- und Machtverhältnissen“ und „selbstbestimmte Gestaltung der Lebensverhältnisse“. Dies sehen diese Leute derzeit nur unzureichend verwirklicht und kritisieren die hiesige Gesellschaft als „undemokratisch“. Was erst einmal auffällt bei diesen Leuten, ist die Tatsache, dass sie ganz offensichtlich Demokratie und Herrschaft/Autorität als einen Gegensatz begreifen. Das ist aber schon deshalb ein Widerspruch, weil sie ja nicht die autoritäre Staatsgewalt beseitigen, sondern nur deren Verfahren auf andere gesellschaftliche Bereiche übertragen wollen. Demokratie ist hier eine „Idee […] durch formale Verfahrensgarantien allen Betroffenen diegleiche Chance auf Partizipation zu eröffnen“, die eben nach deren Vorstellung nicht auf den „schmalen Bereich des Staates“ beschränkt sein soll. Wie aber Autorität abgebaut wird, in dem man sie einem Verfahren unterwirft, bleiben die Autoren schuldig. Eine andere Methode der Herrschaft bedeutet ja gerade nicht deren Beseitigung. Die Autoren machen dabei den Fehler, Methode und Inhalt zu verwechseln. Aber auch aus anderen Gründen ist dieser Standpunkt ist ein höchst bescheidener und anspruchsloser.

Auch hier geht es wie gerade bei den anderen Demokratieidealisten wieder weg vom Inhalt einer Entscheidung. Und das in mehrererHinsicht.

Einerseits, weil man gar nicht weiß, worüber denn eine Chance auf Partizipation bestehen soll. Worüber soll denn zB in „der Wirtschaft“ partizipiert werden? Über den Warentausch prinzipiell oder nur über die Löhne, also anders formuliert: über den produzierten Reichtum insgesamt oder nur einen Teil davon?

Andererseits heißt ja Chance auf Partizipation gerade nicht Garantie der Partizipation! Auch hier gilt, wenn das Verfahren stimmt und man am Ende trotzdem keinen vollen Magen hat, dann hat man den Salat bzw. nicht. Beschweren kann man sich nicht, denn man hatte ja die Chance auf gleiche Teilhabe.

Man kann hier also das gleiche Argument wie gegen die Fans der Volksentscheide bringen: Ein Verfahrensvorschlag macht noch keinen Inhalt. Gerade von dem „worüber“, also dem Inhalt einer Entscheidung hängt doch ab, ob ich einen Vorteil habe oder nicht, wenn ich davon betroffen bin und nicht die Tatsache, ob ich da mitmachen darf, wenn wieder diverse Stimmen verrechnet werden und ich wie in einer Lotterie hoffen darf, dass mein Interesse befriedigt wird.


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argumentum ad baculum
09. August 2010, 18:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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