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Öffentliche Militärverweigerung in Bern

 
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Öffentliche Militärverweigerung in Bern
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Anmeldedatum: 25.06.2005
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Beitrag Öffentliche Militärverweigerung in Bern Antworten mit Zitat
Zitat:
Am Montag, den 23. August 2010 versammelte sich die Kurdische Militärverweigerungsinitiative in Bern, um die Militärverweigerung zweier ihrer Mitglieder bekanntzugeben. Wir solidarisierten uns als Karakök Autonome und nahmen aktiv an der Aktion teil. Ebenfalls waren die Föderation der kurdischen Volksvereine Schweiz sowie die Antifaschistische Initiative Bern gekommen, um die Aktion aktiv zu unterstützen.

Anlass war die Verhaftung des kurdischen Kriegsdienstverweigerers Inan Süver, der am 5.8.2010 in Istanbul festgenommen und anschliessend ins Militärgefängnis Kasimpasa überstellt wurde. Seit dem 9.8.2010 befindet er sich im Hungerstreik und hält trotz schweren Misshandlungen und Folter daran fest, keinen einzigen Tag Militärdienst zu leisten.

Inan Süver hat dazu aufgerufen, dass weitere Menschen ihre Totalverweigerung gegenüber dem Militär bekanntgeben. Er verdeutlicht: ?Totalverweigerer stehen für den individuellen Willen, Widerstand zu leisten, aber auch für das Gewissen unserer Gesellschaft. Verhindern wir, dass dieses Gewissen zum Schweigen gebracht wird! Das Nein zum Krieg ist ein wichtiger Schritt zur Beendigung des jeweiligen Krieges. Niemand kann verurteilt oder gefangen genommen werden, weil er verweigert, zu töten?.

Um uns mit Süver sowie allen Totalverweigerern zu solidarisieren, haben wir uns am Montag auf dem Helvetiaplatz in Bern versammelt. Dort gaben zwei Aktivisten der kurdischen Militärverweigerungsinitiative ihre Militärverweigerung öffentlich bekannt und verlasen jeweils ein Statement. Ausserdem verlasen die Föderation der kurdischen Volksvereine Schweiz sowie wir unsere Solidaritätserklärungen.

Eigentlich war vorgesehen, vom Helvetiaplatz aus gemeinsam zur türkischen Botschaft zu marschieren, was jedoch von der Polizei verhindert wurde. Dafür überbrachten drei Delegierte der kurdischen Militärverweigerungsinitiative im Anschluss an die Aktion ein vorbereitetes Dossier ans Konsulat.

Untenstehend der Text unserer Rede sowie einige Fotos:

Wir sind heute gekommen, um unsere Solidarität mit der Militärverweigerungsbewegung zum Ausdruck zu bringen. Einen bestehenden Zustand zu verweigern, ist der erste Schritt zur Etablierung einer neuen gesellschaftlichen Realität.

Als AnarchistInnen kämpfen wir für eine kollektive Welt ohne Klassen und Grenzen. Staaten und Nationen sind ein fiktives Konstrukt der herrschenden Institutionen. Es ist unterdrückerisch, Menschen voneinander zu isolieren, indem künstliche Grenzen zwischen Lebensräumen gezogen werden. Dieser künstliche Zustand konnte nur mit Gewalt errichtet und aufrechterhalten werden.

Das Militär dient als Mechanismus, um dieses konstruierte System der Staaten und Regierungen zu schützen und es zu verteidigen. Um seine Herrschaft aufrechtzuerhalten, wendet es Unterdrückung und Gewalt gegenüber allen Lebewesen an. Die Regierungen der Welt schüren und provozieren politische, ökonomische und soziale Konflikte, um anschliessend das Militär einzusetzen. Um ihre ausbeuterische Herrschaft aufrechtzuerhalten, sind Regierungen auf eine bewaffnete Gewalt angewiesen. Dass es eine Institution wie diejenige des Militärs überhaupt gibt, ist der beste Beweis für die Ungerechtigkeit, Unterdrückungs- und Ausbeutungspolitik des herrschenden politischen Systems. Wäre dieses System nicht auf Ungerechtigkeit aufgebaut, gäbe es keine Kriege und keinen Bedarf nach einem militärischen Verteidigungsmechanismus. Aufgrund dieser Tatsachen ist die Verweigerung des Militärdienstes ein bedeutendes Stück Dynamit, das an die Pfeiler dieses Systems gelegt werden kann.

Wir solidarisieren uns mit allen Militärdienstverweigerern und überbringen gleichzeitig solidarische Grüsse unseres Freundes und Genossen Halil Savda. Er ist heute im Herzen bei uns in Bern. Gleichzeitig fordern wir die sofortige Freilassung von Inan Süver.

Wir sind gezwungen, Zeit unseres Lebens als LohnsklavInnen zu arbeiten, an der Front zu sterben und Grenzen zu verteidigen, um die Position der herrschenden Institutionen noch mehr zu stärken. Doch wir akzeptieren keine Grenzen, keine Klassen und keine Staaten. Wir wollen nicht Teil eines hierarchischen, ausbeuterischen und ungerechten Systems sein und es schon gar nicht mit Gewalt verteidigen. Lasst uns gemeinsam den Kapitalismus, Nationalismus, Faschismus, Sexismus und Speziesismus stürzen und an ihrer Stelle eine neue, befreite Gesellschaft beleben.

Isyan! Devrim! Anarsi! ? Aufstand! Revolution! Anarchie!

Karakök Autonome türkei/schweiz

http://karakok.wordpress.com/2010/08/25/offentliche-militarverweigerng-in-bern/

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
27. August 2010, 12:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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