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Programmatische Thesen des Kommunistischen Zirkels

 
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Programmatische Thesen des Kommunistischen Zirkels
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lazlo wanda



Anmeldedatum: 26.12.2008
Beiträge: 650

Beitrag Programmatische Thesen des Kommunistischen Zirkels Antworten mit Zitat
sehr geistreiche Thesen von einer meines Wissens 'toten' Gruppe namens 'Der revolutionäre Funke'



Zitat:



1. Die bisherigen und existierenden Organisationen, welche Instrumente der zur Ideologie erstarrten Theorie sind, sind Organisationen neben und von Ihrem Auftreten und ihrem Anspruch her Organisationen gegen das Proletariat.



2. Es ist nicht anzustreben, einen "Neuaufguß" davon zu liefern, sondern einen Zusammenschluß all derjenigen herbeizuführen, die sich als Kommunistlnnen begreifen und durch ihre Aktivitäten und ihr Leben zum Sturz des Kapitalismus beitragen.



3. Die staatlichen Regime, die unter der Bezeichnung "sozialistisch" in Osteuropa, China, Kuba usw. entstanden, waren bzw. sind nur besonders brutale Formen einer globalen Tendenz zum Staatskapitalismus, die typisch ist für die Phase der Fäulnis des Kapitalismus.



4. Niemals ist die soziale Revolution die Sache einer Partei, eines Generalstabs oder einer Gruppe, sondern die des revolutionären Proletariats. Die Organisation, die von den Kommunist(inn)en geschaffen wird, ist nicht der Hebel der Revolution, sondern der Ort wo Individuen aus dem proletarischen oder dem sich proletarisierenden intellektuellen Milieu sich treffen und gemeinsame Aktivitäten entwickeln. Gleichzeitig ist die revolutionäre Organisation ein Ort, wo das Experiment neuer Verkehrsformen antizipiert wird.



5. Das moderne Proletariat ist die Klasse, die außer der Illusion und Ohnmacht nichts zu verlieren hat, aber alles zu gewinnen. Proletarier sind diejenigen, die nicht über die Produktions-, Kommunikations- und Machtmittel sowie ihr Leben verfügen, dies wissen und sich dagegen bewußt auflehnen. 'Das Proletariat wird revolutionär sein oder es wird nicht sein. "('Marx)



6. Angriffspunkte des Kampfes sind alle Bereiche der spektakulären Klassengesellschaft, die Ökonomie, Kunst/Kultur und vor allem das Elend des Alltags, dessen Ausdruck die Isolation, die Familie, die "Wohngemeinschaft", die Raumordnung, also die ganze Kette konsumierbaren Verhaltens und dessen Lebensformen darstellt. Alles ist umgedreht, alles ist Lüge.



7. Ein wichtiges Mittel ist die Sabotage. Wir müssen hierbei die gleiche Subtilität anwenden, wie sie vom Feind gegen uns gebraucht wird. Ziele sind der Alltag, die Arbeit, die "Freizeit", die Ideologie.



8. Nur in der Selbstorganisierung des Kampfes ist die soziale Revolution als Ziel und Mittel zu erreichen. Deshalb ist es die Aufgabe der Kommunist(inn)en, sich nicht neben, sondern im sozialen Milieu zu bewegen. Alle Angriffe auf das Prinzip der bewußten Selbsttätigkeit sind als konterrevolutionäre Attacken zu entlarven.



9. Die soziale Revolution ist nicht eine Fata Morgana des Morgen, sondern vor allem ein permanenter Prozeß des Heute. Das heißt natürlich nicht, daß es in dieser Gesellschaft revolutionäre Veränderungen geben kann, sondern nur, daß der religiöse Jenseitsglaube abgelehnt werden muß. Revolutionäre Aktivitäten sollten deshalb den beteiligten Individuen auch als Experimentierfeld der eigenen Veränderung dienen.



10. Die undefinierte Anwendung der Begriffe "Diktatur des Proletariats" und der "Selbstverwaltung" muß abgelehnt werden, da sie mit der Praxis der Diktatur über das Proletariat und der Selbstverwaltung des Elends verbunden sind. Das moderne Proletariat findet seinen Begriff in der Macht der direkten Kommunikation, deren permanente Offenheit keine Mißdeutung zuläßt, sondern ihre volle Erfüllung fordert: Alle Macht dem Proletariat, alle Macht durch die proletarischen Organe: Vollversammlungen, Räte etc.... Keine Macht über das Proletariat!



11. Die Stadtguerilla - die Betätigung von Spezialisten - gilt es abzulehnen. Der Prozeß der Isolierung, Militarisierung, Ideologisierung und Neurotisierung der Radikalen und folglich der kritischen Tätigkeit ist keine bloße Annahme mehr, sondern erweist sich immer mehr als Tatsache. Das heißt nicht, daß die bewaffnete Auseinandersetzung passé ist, sondern nur, daß nicht alle Macht aus den Gewehrläufen kommt (was sehr einfach durch das In-Schach-Halten der proletarisierten Menschen durch die Massenmedien und durch den gezielten Einsatz der Psycho-Soziologen usw. bewiesen wird). Außerdem besteht die Aufgabe nicht in der spektakulären Aktion, sondern vielmehr in der Permanenz der alltäglichen Auflehnung.



12. Es ist nicht unsere Aufgabe, Bilder von Haltungen zu produzieren, sondern die Authentizität des Lebens als Experimentierfeld zu verwirklichen. Alles Mythische und jede Starrheit, die auch eine Generation von Revolutionären begleitete, muß heute als Folge von konterrevolutionären Bildern der Entfremdung abgelehnt werden. Kein Mensch soll mehr für Nebelschwaden geopfert werden oder dies als revolutionär ausgeben können.



13. Die Kritik darf vor nichts halt machen, es gibt keine Tabus oder weiße Flecken auf der Landkarte der Revolution.



14. Aktionseinheiten mit bürgerlichen, sozialdemokratischen und leninistischen Organisationen, die als Akteure der Konterrevolution in der Geschichte auftraten bzw. auftreten, sind abzulehnen.



15. Alle Ideologien der "nationalen Unabhängigkeit", des "Selbstbestimmungsrechts der Völker", gleichgültig ob sie unter einem ethnischen, historischen, religiösen oder sonstigem Vorwand verteidigt werden, sind für das moderne Proletariat reines Gift. Indem sie für die eine oder andere Fraktion der Bourgeoisie Partei ergreifen sollen, werden so die Proletarier gegeneinander aufgehetzt und dazu getrieben, sich für die Interessen ihrer Feinde abschlachten zu lassen.



16. Die Voraussetzung des Sieges der globalen sozialen Revolution ist der proletarische Aufstand in den industriellen Zonen - und nicht die von Bankrotteuren und Nationalisten erklärte "Revolution" in den unterentwickelt gehaltenen Ländern. Eine kommunistische Revolution in den unterentwickelten Zonen, würde, sollte sie allein bleiben, unweigerlich zum Blutbad führen.



17. Das Intellektuellen-Milieu ist ein Bereich, in dem die Revolution zum Bild der Podiumsdiskussion oder der gehobenen Auseinandersetzung wird. Ihr Elend besteht darin, diesen Zustand nicht aufheben zu können, ohne den Status des privilegierten Kritikers aufzuheben. Ihre Anwesenheit in der revolutionären Bewegung hieße die soziale Revolution zum Vehikel der Interessen der Verlags- und Massenmedien zu machen. Dies Milieu ist der Sperrsitz der Revolution. - Achtung, Nackenstarre!



18. Der Parlamentarismus ist das Gebiet der Politikanten und Spezialisten. Er ist für die Emanzipationsbewegung des modernen Proletariats unbrauchbar.



19. Wir sind nicht für die Revolution, sondern sie ist für uns selbst. Wir engagieren uns nicht, sondern wir machen sie zu unserer eigenen Sache. Nicht über, neben oder für das Proletariat, sondern mit dem Proletariat für sich selbst.



20. Kommunismus ist kein Endziel, sondern die Bewegung die den erniedrigenden Zustand der Gegenwart aufhebt. Er bedeutet die Aufhebung von Lohnarbeit, Markt, Wert, Geld und Tausch. Er ist das Ende der Staaten und Nationen, die Realisierung der menschlichen Weltgemeinschaft. Durchsetzen kann er sich nur durch die bewußte und direkte Aktion der proletarisierten Menschen.









DER REVOLUTIONÄRE FUNKE

"Streiten gegen Ökonomie, Politik und Dressur ... denn es gibt eine Welt zu gewinnen!"

Kontakt: redaktion@revfunke.partisan.net

oder PLK 00 23 63 B, 10623 Berlin


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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
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