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«Hören, sehen, melden»

 
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«Hören, sehen, melden»
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fräulein else



Anmeldedatum: 14.01.2008
Beiträge: 1032

Beitrag «Hören, sehen, melden» Antworten mit Zitat
Von Tobias Müller, Amsterdam

Bereits 26 000 Menschen versorgen in neun Gemeinden die Polizei regelmässig mit Hinweisen zu Verdächtigen. Nun soll das Modell landesweit eingeführt werden.

Wenn bei Rudy Verhalen (Name von der Redaktion geändert) in der Kleinstadt Nieuwegein bei Utrecht die Polizei anruft, ist seine Wachsamkeit gefragt: Fünfmal pro Monat erhält Verhalen von ihr die Beschreibung eines Verdächtigen oder einer vermissten Person.

In den darauffolgenden Stunden hält Verhalen die Augen besonders weit offen. Er geht raus auf die Strasse und macht sich auf die Suche. Etwa nach einem verdächtigen Lieferwagen, dessen Insassen nahe dem Bahnhof Fahrräder inspiziert haben sollen. Nach drei Jugendlichen, die wenige Tage zuvor ein Velo aus einem Garten geklaut haben. Oder nach Einbrecherinnen, Sittenstrolchen oder Graffitisprüherinnen.

Es ist die Stadtverwaltung, die Verhalen diese Nebentätigkeit als freiwilliger Hilfspolizist angeboten hat. «Wohnen und arbeiten in einem sicheren Umfeld – das wollen Sie doch auch?» ist auf dem Internetportal des Projekts Burgernet (Bürgernetz) zu lesen. Verhalen will das – und ist damit keine Ausnahme. 26 000 Menschen haben sich bisher für das Pilotprojekt registrieren lassen; eine gemeinsame Initiative der Polizei und neun vorwiegend kleineren Gemeinden mit insgesamt 500 000 BewohnerInnen mit dem Titel «Hören, sehen, melden».

Im Juni lief das Projekt aus; vergangene Woche erhielten das Innen- und das Justizministerium der Niederlande den Abschlussbericht, versehen mit der dringenden Empfehlung, Burgernet flächendeckend im ganzen Land einzuführen. Man sei mit dem Aufklärungserfolg über alle Massen zufrieden, sagt Ragna Opten, Kommunikationsberaterin des Projekts. Eine Aufklärungsquote von fünf Prozent habe man erreicht, Tendenz steigend. «Für Fahndungsarbeit ist das ein richtig gutes Ergebnis.»

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
25. August 2009, 10:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

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Nieuwegein - 61'000 Einwohner - 1'600 Spitzel = jeder 40te ein Spitzel !!!

Als Vergleich: in der DDr war etwa jeder 90ste ein Spitzel und das wurde mir als Schreckensherrschaft der Staatssicherheit verkauft während jeder 40ste Spitzel in den Niederlanden ein "Beitrag zur eigenen Sicherheit" ist. nice!

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argumentum ad baculum
25. August 2009, 10:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

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In England sieht auch schon ganz düster aus:
http://www.wildcat-www.de/wildcat/84/w84_reproduktion_england.htm

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
25. August 2009, 13:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Undergrinder
Rage Against God


Anmeldedatum: 21.07.2008
Beiträge: 20

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DIe Oma mit dem Fernglas hinter dem Vorhang wird zur Heldin.

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As long as we turn our angers and fears against ourselves... no system will fail.
25. August 2009, 19:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
Und0rdog


Anmeldedatum: 27.06.2005
Beiträge: 1198

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Undergrinder hat Folgendes geschrieben:
DIe Oma mit dem Fernglas hinter dem Vorhang wird zur Heldin.


Es ergibt alles einen Sinn. Das ist die Antwort auf die "Überalterung" der Gesellschaft.

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Oh, you hate your job?
Why didn't you say so?
There's a support group for that.
It's called EVERYBODY, and they meet at the bar.
- George Carlin
25. August 2009, 20:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 1218
Wohnort: Zug

Beitrag Antworten mit Zitat
In einem Artikel zu den enttarnten Spitzeln im letzten Jahr kommt Helmut Höge zu folgendem Schluss:

Zitat:
Im Falle der drei aufgeflogenen V-Leute kommt hinzu: Sie haben Gruppen der "Öko-Bewegung" ausspioniert. Und dabei handelt es sich um "Single Issue"-Initiativen, also um Gruppen von Tierschützern, "Klimakämpfern", Anti-AKWlern oder Gentechkritikern. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich zum einen die diesbezüglich herrschende Wissenschaft unkritisch aneignen - also Darwinismus, Atomphysik, Geochemie, Genetik, die sie dann freilich gegen ihre praktischen Anwender richten -, und sich zum anderen um der Effektivität ihres Engagements willen auf jeweils ein "Issue" konzentrieren. Dies ist ein weiteres Einfallstor für Spitzel, die bloß das dazu notwendige Grundwissen, bestehend aus borniertester Naturwissenschaft, auswendig lernen müssen, um einigermaßen mitreden und dann auch -handeln zu können. Das Wissen, die Erfahrungen aus der Geschichte der Arbeiterbewegung und vor allem die Marx'sche Warenanalyse stehen in diesen Gruppen nicht (mehr) zur Diskussion. Das macht den Spitzeln ihre Arbeit leicht, die als Polizisten sowieso mit naturwissenschaftlichen Versatzstücken ("harten Fakten") geschult werden, während sie in soziologischer Hinsicht eher Analphabeten sind.


Lustig.

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
10. März 2011, 15:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
mit naturwissenschaftlichen Versatzstücken ("harten Fakten") geschult werden, während sie in soziologischer Hinsicht eher Analphabeten sind


Nur einfältige Pimpels halten sich mit sowas auf wie Fakten.. naturwissenschaftliche Dödels.. Fachidioten! Denen fehlt der Blick fürs Ganze, die soziologische Komponente, die Systemerfordernisse, die Funktionalität, den Blick für die Notwendigkeiten des komplizierten Zusammenspiels gesellschaftlicher Kräfte.

/rant off

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argumentum ad baculum
14. März 2011, 17:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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