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Grüner Faschismus - eine realistische Perspektive?

 
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Grüner Faschismus - eine realistische Perspektive?
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Wintermute



Anmeldedatum: 06.10.2009
Beiträge: 25

Beitrag Grüner Faschismus - eine realistische Perspektive? Antworten mit Zitat
Hallo Leute,

Ich sehe im Moment zwei politische Tendenzen - von den Ereignissen in Afrika mal abgesehen - die mir grosse Sorgen machen.

1. Eine Art Apokalypse-Hysterie in den Medien, ausgelöst durch die Finanzkrise, Staatsverschuldungskrise und Katastrophe in Japan. Die jüngsten Wahlergebnisse der Grünen in Badem-Würtemberg sind bezeichnend hierfür. Natürlich ist es zunächst einmal positiv hervorzuheben, dass der Status Quo nicht mehr einfach schöngeredet wird. Die "Kritik" polarisiert sich jedoch in der Regel nach zwei Momenten: entweder man begnügt sich mit einer Forderung nach einer Auswechslung des Herrschaftspersonals oder der Parteiprogramme, es wird also nach Sündenböcken gesucht. Oder, es wird ganz ebenso abstrakt die Behauptung aufgestellt, "wir" sitzen alle in einem Boot, der "westliche Lebensstil" hätte uns in diese Misere gebracht und Bescheidenheit sei angebracht, jeder müsse "bei sich selbst anfangen". Nun ist es zwar ganz richtig, dass eine systemsprengende Gesellschaftskritik sich nicht auf den niedrigen Konstumstandart der Arbeiter kaprizieren sollte, sondern immer gleichzeitig über die Heteronomie in der Produktionssphäre aufzuklären hat; insofern ist es tatsächlich die Totalität eines "Lebensstils", die in Frage gestellt werden muss. Aber eben nicht im Sinne einer Selbstbescheidung. Sondern, wie Marx es sagte, "wir haben nichts zu verlieren, als unsere Ketten. Wir haben eine WELT zu gewinnen." Was wir da zu gewinnen haben, wären nicht zuletzt qualitativ bessere zwischenmenschliche Beziehungen und das, denke ich, muss man den Leuten einleuchten, gerade da wo der Apokalypse-Fanatismus um sich greift und der Eindruck ensteht "als geschähen die Dinge von selbst" und es offenkudnig nur noch darum geht, die eigene Haut im Rahmen des Systems der Lohnsklaverei zu retten.

2. Faschistisches und autoritäres Gedankengut erhält abermals Aufwind in den Zentren des Industriekapitalismus. Aufgrund disparater Entwicklungsniveau und der Vorgeschichte im 20. Jh. zu beobachten an der 150-Jahresfeier in Italien. Da kann man dann schon mal die Aussage hören, Mussolini hätte alles richtig gemacht bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges, und zwar von Menschen, die sich politisch und sozial in der "Mitte" verorten. zweifellos ist das kapitalistische Normalbewusstsein problematisch genug. Es geht mir nicht darum, einen neuen Faschismus als Feindbild herbeizureden. Aber wenn die Leute wieder faschistisch und autoritär zu denken beginnen, dann muss man eben dieses Denken als solches zur Kenntniss nehmen und als solches kritisieren; nicht durch eine moralisierende Geschichtslektion über den Holocaust, sondern durch eine Korrektur der völlig verzerrten Perspektive auf die Realität, die eine Parteinahme etwa für Mussolini heute bedeutet.

Die Frage, die mich hierbei beschäftigt, ob sich zwischen diesen Tendenzen bereits eine Konvergenz abzeichnet. Die Übergänge zwischen Fachismus und
kapitalismuskonformer Ökologiebewegung sind altbekannt, auch die Parallelen zwischen den politischen Problemen in Deutschland und Italien. Deutschland und Italien sind beides Länder, die eine teils faschistisch gesteuerte nachholende Modernisierung durchmachten und danach am Weltmarkt relativ erfolgreich wurden, jedoch so, dass ein Grossteil des Landes bis heute vom produzierten Reichtum ausgeschlossen wird und als Reservoir billiger Arbeitskräfte dient, in Italien ist es der Süden, in Deutschland der Osten. Man müsste sich in diesem Zusammenhang die Frage stellen: Spielt es wirklich so eine grosse Rolle, ob ex-kommunistische Italiener Berlusconi wählen, oder ob frühere SPD-Anhänger Grün wählen. Warum gehen die angeblich so "politikverdrossenen" Leute, die jetzt aufgebracht und verängstigt sind über Fukushima, en masse die Grünen wählen, statt das kapitalistische System als solches in Frage zustellen? Viel mehr, als die Kanzlerin Merkel jetzt getan hat, um die Gefahren der Atomenergie systemimmament zu bändigen, und einen kontrollierten Ausstieg einzuleiten, kann man doch wohl nicht machen? Die Verflechtung der CDU/CSU mit der Atomlobby sei zugegegeben, dennoch - oder vielleicht gerade deswegen, wird man wohl der naturwissenschaftlich ausgebildeten Kanzlerin die Kompetenz in der Sachfrage Kernenergie nicht streitig machen wollen? Aber die Kanzlerin hat ein Problem: ihr mangelt es am "Charisma" einer echten und "glaubwürdigen" Führungspersönlichkeit in Zeiten der Krise. Wenn man es als von links akzeptablen Vorwurf formulieren würde: sie ist zu opportunistisch. Positiv formuliert, heisst es: sie ist keine ideologische Fanatikerin, also keine Fachistin. Merkel wird mir in dieser Hinsicht fast sympathisch, das deutsche Volk umso unsympathischer. Was meint ihr dazu?
28. März 2011, 15:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

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also ich rate mal, dass niemand gerne ratet und darum eine anwort ausbleibt.



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argumentum ad baculum
29. März 2011, 08:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag Grüner Faschismus - eine realistische Perspektive? Antworten mit Zitat
JA!

ersten wie su selber schreibst, es gibt seit dem beginn der faschisten heimat- und naturschützler darin. ich nehm mal an hitler war nicht aus nächstenliebe zu den menschen ein vegetarier...


zweites wenn du einwenig aufmerksam durchs leben gehst, erlebst du dies ja selber, das es einige konservative rechstlastige menschen gibt die die natur verehren rsp. schützen. da ist der schritt zum faschismus nicht mehr weit.

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
29. März 2011, 08:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag beim surfen... Antworten mit Zitat
.. auf das hier gestossen. ein schmackerl, dass ich euch nicht vorentahlten will und gleich einwenig hierhingehört ein religiös verstörter fascho der die natur liebt:

http://www.lichtarbeiter-forum.de/das-elsass-ist-frankreich-oder-frankarm-warum-der-t1019.html

viel spass beim lesen!!

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
29. März 2011, 08:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Antworten mit Zitat
spitzenseite. ich wollte natürlich auch nicht erraten ob es grüne faschos gibt sondern ob grüner faschismus regierungsdoktrin wird. ich mags wenn leute so urteile abgeben wie "hey der glaubt nur das was er sehen/nachweisen kann" und dann schauen sie einem so mitleidig an so "du armer depp".

_________________
argumentum ad baculum
29. März 2011, 08:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



Anmeldedatum: 07.08.2010
Beiträge: 167
Wohnort: egal

Beitrag Antworten mit Zitat
http://translationcollective.wordpress.com/2010/11/03/einfuhrung-in-die-apokalypse/


Hier ein Text der wohl zu diesem Thema passt. hab keine Zeit den eingangspost zu lesen, aber dieser Text geht zumindest um das Thema Öko-faschismus und andere Perspektiven...

Übrigens war Hitler nur aus gesundheitlichen Gründen kurzzeitig Vegetarier und weder aus Menschenhass noch aus Tierliebe... Ach ja, und die Nazis waren grosse Anhänger von Technologischem Fortschritt (zB Autobahn)

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"ihr aber werdet die soziale Frage wissenschaftlich lösen, d.h. mit euerm grossen Maule. Der brutalen Herrschaft gegenüber seid ihr fein, d.h. ihr seid selber mehr oder weniger Bourgeois. Nur weiter, ihr anständigen Leute, die soziale Frage aber wird brutal gelöst werden; der Racheruf der Unterdrückten wird brutal ertönen" - Der Communist, N°17, 1893
30. März 2011, 15:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

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schützt die natur vor den ausländern

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Gruene-Initiative-gegen-Zuwanderung-/story/22794325

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argumentum ad baculum
07. April 2011, 08:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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