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Administrativ-Versorgte!!

 
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Administrativ-Versorgte!!
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lazlo wanda



Anmeldedatum: 26.12.2008
Beiträge: 650

Beitrag Administrativ-Versorgte!! Antworten mit Zitat
haarsträubende geschichten!!! von den sogenannten "administrativ-versorgten": menschen, die der staat in den 70ern zu tausenden weggeknastet hat. eine kurze erklärung findet sich unten an.
deftig zum beispiel ist die geschichte von ursula mueller-biondi. sie wurde eingeknastet, weil sie mit 17 als minderjährige mutter wurde. die junge frau steckten sie in die kiste und das kind wurde zur adoption freigegeben!! die rechnung fuer den kostspieligen "heimaufenthalt" im knast wurde deren mutter sogar noch nach hause geschickt. solche sogenannte "schicksale" gibt es zu tausenden...endlich werden sie publik gemacht.

eine ferseh-reportage ueber mueller-biondi:
http://www.sf.tv/sendungen/reporter/index.php?docid=20090415
ein paar szenen sind sau zynisch...

die seite der a-v:
http://www.administrativ-versorgte.ch



Was bedeutet Administrativ-Versorgte?

In der Frauenstrafanstalt Hindelbank wurden bis weit in die siebziger Jahre Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren und auch Frauen untergebracht, die keine Straftat begangen hatten. Es genügte, wenn sie den Vormundschaftsbehörden negativ aufgefallen waren. Sie wurden in Administrativ-Verfahren ohne Gerichtsurteil und meist ohne Anhörung in die Anstalt eingewiesen. So versorgte der Staat Drogensüchtige, Prostituierte oder auch einfach Frauen, wie etwa Ivana (Name der Redaktion bekannt), die in Hindelbank sass weil sie in ihrer Wohnung «Playboy»-Hefte herumliegen liess, die auch Minderjährige sehen konnten. Auch Männer wurden weggesperrt, ohne dass sie ein Delikt begangen hatten – das Verdikt «arbeitsscheu» genügte. Sie konnten sich aber im Gegensatz zu einem Kriminellen nicht einmal vor einem Gericht rechtfertigen und waren den Behörden schutzlos ausgeliefert.



Wie viele Administrativ-Versorgte gibt es gesamtschweizerisch?

Hinter dieser Frage stehen Tausende von Frauen- und Männerschicksalen.
Die jüngere Geschichte des Vormundschaftswesens ist weitgehend unerforscht. Erst die administrative Versorgung wird historisch aufgearbeitet. Tanja Rietmann, Historikerin, hat die Zahlen für den Kanton Bern, und zwar für die Versorgungen gemäss kantonal-öffentlichem Recht, zusammengetragen. Die Quellenlage ist jedoch sehr schlecht: von den 2700 im Kanton Bern zwischen 1942 und 1981 Administrativ-Versorgten sind nur noch 207 Dossiers vorhanden. Der Rest wurde vernichtet.

Die Zahl der Administrativ-Versorgten zu ermitteln ist sehr aufwändig, da die Versorgungen kantonal geregelt waren. Es gilt 26 verschiedene Kantone zu untersuchen. Des Weiteren wurden die Versorgungen sowohl über das Privatrecht (Vormundschaftsrecht) als auch über das kantonal-öffentliche Recht verfügt. Die Zahlen müssen aus verschiedenen Verwaltungsberichten zusammengetragen werden. Dies ist eine Arbeit, die noch zu leisten ist.



http://www.administrativ-versorgte.ch


Zuletzt bearbeitet von lazlo wanda am 04. Oktober 2009, 15:16, insgesamt einmal bearbeitet
04. Oktober 2009, 14:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Beiträge: 650

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"Umerziehung ohne Mittel

«Liederlichkeit, Arbeitsscheu und Trunksucht» – das waren laut Historikerin Rietmann die häufigsten Gründe. Bei Frauen sei es oft um sittlich-moralische Aspekte gegangen – um uneheliche Mutterschaft oder Prostitutionsvorwürfe. Bei Männern stand Alkoholismus im Vordergrund, sie sollten in der Anstalt wieder lernen zu arbeiten. Oft habe die Versorgung den Charakter eines Sanktions- oder Repressionsinstruments gegen sozial Auffällige gehabt, konstatiert die Historikerin für den von ihr untersuchten Zeitraum. Beanstandet wurden nicht einzelne Regelverstösse, sondern ganze Verhaltens- und Lebensweisen."

http://www.derbund.ch/mobile/leben/gesellschaft/Als-Liederliche-weggesperrt/s/14900703/index.html
04. Oktober 2009, 14:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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die geschichte ist dir scheinbar eingefahren? ;-)

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
04. Oktober 2009, 15:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Beiträge: 650

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andersch!!
04. Oktober 2009, 17:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Beiträge: 650

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ein weiterer schwarzer Fleck in der Geschichte: Verdingkinder
bis in die 30er jahre des letzten jahrhunderts gab es in der schweiz regelrechte sklavenmärkte mit versteigerungen der "verdingten" kinder. aber lest selber.

http://www.netzwerk-verdingt.ch/
http://www.verdingkinderreden.ch/



Geschichte
Verdingt und geknechtet
„Es war wie an einem Markttag, man ging herum, betrachtete die Kinder von oben bis unten, die weinend oder verblüfft dastanden, betrachtete ihre Bündelchen und öffnete sie wohl auch und betastete die Kleidchen Stück für Stück, fragte nach, pries an, gerade wie an einem Markt.“
aus Jeremias Gotthelf, „Der Bauernspiegel“

Die Kinder wurden am Dinget unter den Bauern versteigert – aber nicht an den Meistbietenden, sondern an jenen, der am wenigsten bot. Die Heimatgemeinde des Verdingkindes musste dem Bauern, der das Kind aufnahm, ein Kostgeld bezahlen. Arme Landgemeinden standen finanziell unter Druck. Die hohen Geburtenraten und die Pflicht der Gemeinden, für auswärts Verarmte aufzukommen, schlug zu Buche. So wollten die Gemeinden für Verdingkinder möglichst wenig bezahlen. Der mindestbietende Bauer, der sehr wenig Kostgeld bekam, wollte die Arbeitskraft möglichst intensiv einsetzen, um trotzdem auf die Rechnung zu kommen.

Mindeststeigerungen wurden im Kanton Bern mit dem Armengesetz von 1847 ausdrücklich verboten. Doch noch in den 1920er Jahren heisst es im Tagblatt des Berner Grossen Rates, dass es immer noch Gemeinden gebe, die Bettlergemeinden „nach altem Brauch“ durchführten.

Die Fremdplatzierumg von Kindern blieb allerdings gang und gäbe. Sie wurden als „Verding-“, „Kost-“, „Güter-“, „Hof-“, „Rast-“, „Hüter-“ oder „Loskinder“ von privater oder behördlicher Seite bei Pflegefamilien mit oder ohne Entschädigung zur Ernährung, Pflege und Erziehung untergebracht. Ihre Pflege mussten sie durch die eigene Arbeit verdienen.

Scham und Arbeit
Im 17. und 18. Jahrhundert beschränkte sich die Armenpflege auf die Anwendung von Polizeigewalt gegen das Bettler- und Vagantentum. Im 19. Jahrhundert war die Stigmatisierung der Armut ein beabsichtigtes Mittel der Armenpolitik. Jedermann sollte sehen und wissen, wer arm war. Verdingkinder trugen deshalb „mindere“ Kleidung. Wer arm war, hatte sich dessen zu schämen.

Die Auffassung, dass Armut erblich sei, war gang und gäbe, auch bei den Behörden. Gleichzeitig erkannte man aber auch, dass Bildung den Kindern der Armen eine Chance gibt. Dennoch: die wirtschaftlichen Nöte der Landvbevölkerung vereitelten lange die Einhaltung der allgemeinen Schulpflicht. Zur Schule ging man nur im Winter. Arme und verdingte Kinder wurden oft überhaupt nicht zur Schule geschickt, dafür umso mehr zur Arbeit angehalten. Hüten und Heuen, Misten und Mähen wie die erwachsenen Knechte und Mägde. Die Arbeit auf dem Hof bestimmte den Kinderalltag. Die Berufsperspektiven waren dementsprechend beschränkt. Viele Verdingkinder blieben Knechte oder Mägde. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich die allgemeine Schulpflicht durch.

Fremdbestimmt
Die unzähligen, ehemaligen Verding- und Heimkinder waren jahrelang fremdbestimmt, dazu meist noch ohne Schutz-, Fürsprache, Zuflucht und Liebe. Sie alle wurden von Amts wegen versorgt, meist im einfältigen Glauben, das wäre das Beste für sie. Absurd, weil dem Kindswohl entgegengesetzt. Disziplin, Strenge und Zucht waren die Losung der damaligen Gesellschaft. Das Lebensbedingungen der Verdingkinder waren eigentlich vergleichbar einer Strafanstalt für Erwachsene, wobei die Straftäter aber rechtskräftig verurteilt und für eine Straftat büssen mussten, die sie begangen hatten. Die Behörden versorgten oft unbesehen. Wesentliche, kindliche Bedürfnisse wurden ignoriert, so vor allem die unverzichtbaren Bedürfnisse nach einer liebenden Bezugsperson, nach Wärme, Geborgenheit, Verständnis, nach einem wirklichen Heim und Nest. Man brachte sie so über Jahrzehnte um ein Stück Heimat. Dazu kam die ständige Stigmatisierung durch Armut, durch die „zweifelhafte“ Herkunft, die „unbotmässigen“ Eltern, etc., etc. Durch die fehlende Aufsicht der Behörden erlaubten sich die „Pflegeeltern“ Knechtschaft, Gewalt, Einsperren, Essensentzug, Kinderarbeit und Demütigung.
Besonders schlimm müssen sexuelle Uebergriffe gewesen sein, weil hier auch der Schutz des Intimen missachtet wurde. Nur die persönliche Bedürnisbefriedigung zählte, dabei war das schwächste Glied in der Kette, das Verding- oder Heimkind das Opfer. Gerade in Fällen von Gewalt und Schändung wären Vormund und Behörden verpflichtet gewesen einzuschreiten, taten es aber nur äusserst selten.
Dazu haben nur wenige erst später es zufällig aus ihren Akten erfahren, dass das Vergehen belangt worden war. Dabei hätten die Vormünder die Mündel unbedingt vor Übergriffen schützen, warnen, informieren und über das Vorgefallene, den eindeutigen Strafbestand, aufklären und Anzeige erheben müssen.


http://www.netzwerk-verdingt.ch/
http://www.verdingkinderreden.ch/
04. Oktober 2009, 22:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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richtig grausliche wörter:

verdingen und versorgen
04. Oktober 2009, 22:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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http://de.wikipedia.org/wiki/Die_schwarzen_Br%C3%BCder

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
06. Oktober 2009, 20:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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Noch mehr Schweizer Geschichte:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder_der_Landstrasse

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
07. Oktober 2009, 14:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
lazlo wanda



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Beiträge: 650

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was man findet, wenn man "arbeitslager schweiz" bei google eintippt!!
headie headie headie


beim upload des bildes muss man übrigens ankreuzen, ab das bild
xxx-inhalte hat oder FAMILIENFREUNDLICH ist...mir wurde keine wahl
gelassen..

_________________
Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
01. Dezember 2009, 04:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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guter film.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
16. November 2011, 23:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Aktuelle Weltwoche, Hort der Reaktion:



kotz

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
16. November 2011, 23:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,707398,00.html
16. November 2011, 23:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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