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Der Gefängnis-Industrielle-Komplex

 
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Der Gefängnis-Industrielle-Komplex
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lazlo wanda



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Beitrag Der Gefängnis-Industrielle-Komplex Antworten mit Zitat
Chile: 81 Menschen im Knast umgebracht
In Chile wurden 81 Insassen eines Gefängnisses, das sich ausserhalb von Santiago
befindet, ermordet. Die Kapazität des Knastes ist auf 700 Personen ausgelegt, ins-
gesamt sind jedoch mehr als 1900 Menschen eingesperrt...

EDIT: anstatt 700 sollen gar 7000 Häftlinge im Knast sitzen!!



Bei einem Brand in einem Gefängnis der chilenischen Hauptstadt Santiago sind am Mittwoch nach offiziellen Angaben 81 Häftlinge ums Leben gekommen. Zahlreiche Personen seien verletzt worden, darunter auch ein Feuerwehrmann, teilte die Justizverwaltung mit.

Die Brandursache war zunächst nicht klar. Laut einem Rundfunkbericht wurden 200 Häftlinge vor dem Feuer im dritten Stock auf dem Gelände der Haftanstalt in Sicherheit gebracht.

In Fernsehbildern war zu sehen, wie Flammen aus dem Gebäude der San-Miguel-Haftanstalt schlugen. Über dem Haus standen dunkle Rauchwolken. Einige Häftlinge winkten aus den vergitterten Fenstern. Verzweifelte Angehörige schrien und weinten vor dem Gebäude. Sie flehten die Polizisten an, sie zur Rettung ihrer Verwandten in das Gefängnis zu lassen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/mindestens_81_tote_bei_brand_in_gefaengnis_in_chile_1.8600304.html

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Zuletzt bearbeitet von lazlo wanda am 18. Dezember 2010, 10:07, insgesamt einmal bearbeitet
08. Dezember 2010, 20:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Massenausbruch in Mexiko und Hungerstreik in Chile

http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/massenausbruch_aus_mexikanischem_gefaengnis_1.8730935.html


Ausserdem: Die grösste Gefängnisrevolte der US-Geschichte hat kürzlich in Georgia begonnen:

Zitat:


Der kommende Sklavenaufstand findet jetzt statt


Wenn Menschen ökonomisch überflüssig gemacht werden (Menschen! nicht Arbeit!), wenn sie dann noch politisch für überflüssig erklärt werden – sie also zu einem Sicherheitsrisiko gestempelt werden –, und wenn man dann ideologisch-kulturell diese Überflüssigkeit mit der falschen Religion oder – heutzutage komplizierter, aber nicht unmöglich – der falschen Rasse erklärt, dann heißt das noch lange nicht, dass man aus diesen und mit diesen Menschen keinen Profit mehr schlagen könnte.

In den USA – die in dieser Avantgarde sind und keine Ausnahme von der Regel machen – verfährt man bereits seit längerem nach einer ebenso einfachen wie bewährten Nussknacker-Strategie: Einerseits boom die Gefängnisökonomie und die Sicherheitsbranche, man kann nicht zuletzt den Staatsapparat über alle Maßen aufblasen, um die unsicheren Klassen möglichst sicher einzuhegen. (Überhaupt sind die USA das aktuell beste Beispiel dafür, dass Neoliberalismus und Bürokratismus resp. inflationäre Ausbreitung staatlicher Aktivitäten sich nicht nur nicht ausschließen müssen, sondern sich sogar bedingen.) Andererseits boomt die Ökonomie IM Gefängnis, also die Vernutzung der Gefangenen in brutal-billigen, billig-brutalen Arbeitsverhältnissen. Auch ein Weg, die Profitrate zu bereinigen.

Vor fünf Jahren kamen in den USA auf 100.000 Bürgerinnen und Bürger 737 Strafgefangene, und das war nicht nur Rekord in der westlichen Welt. Geändert hat sich daran übrigens nichts.
Seit dem 9. Dezember knallt es aber. Und wie:
»Biggest Prison Protest In History Underway In Georgia« bzw. »LARGEST PRISON STRIKE IN U.S. HISTORY: THOUSANDS OF GA PRISONERS PROTEST FOR 2nd DAY DEC. 10« bzw. »Day 3 of Historic Prison Strike in Georgia-Blacked out By Media-Guards committing Violence«.

Es geht um die allereinfachsten, allernötigsten Sachen:

A living wage for work,
educational opportunities,
decent health care,
an end to cruel and unusual punishment,
decent living conditions,
nutritional meals,
vocational and self-improvement opportunities,
access to families,
just parole decisions.

Doch – man darf selbst als abgebrühter Maximalmarxist erschüttert sein, dass es an allem mangelt. Und es soll natürlich auch an allem mangeln!
Jedenfalls gibt es Blogs (s.o.) mit weiteren Links, Adressen und Telefonnummern, über die man sich auf dem Laufenden halten kann, was wir hiermit ohne weitere Umschweife empfehlen. Sollte es irgendeine Möglichkeit zur praktischen Solidarität geben, möge man sie nutzen.

Wir freuen uns schon jetzt auf die untertänig-demokratischen Fernfuchtler, die dringend anmahnen, erst über die Knastbedingungen in China oder auf Kuba zu sprechen, ehe man überhaupt nur daran zu denken braucht, dem Statthalter der Weltvernunft und Vaterland aller antideutschen Werktätigen in rufschädigender Absicht an den Karren fahren zu wollen.
(Danke an P. aus K. für den Hinweis.)


http://ofenschlot.blogsport.de/2010/12/14/der-kommende-sklavenaufstand-findet-jetzt-statt/


Übrigens werden auch bei uns die Leute im Gefängnis zur Arbeit angehalten (für etwa 5 oder 10.- CHF pro Halbtag, JUMBO zum Beispiel produziert oin Schweizer Knästen...)[/quote]

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18. Dezember 2010, 10:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Gefangenen-Aufstand im Süden Englands
Häftlinge stecken Gefängnis in Brand

http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/gefaengnisrevolte_england_1.8956276.html

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02. Januar 2011, 00:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Der Gefängnis-industrielle-Komplex

"galt 2007 als drittgrösster Arbeitgeber der USA" !

zum anhören:

http://www.untergrund-blättle.ch/audioarchiv/deutsch/industriekomplex/gefaengnisindustrielle_industriekomplex_usa.html



auf Deutsch übersetzte Beiträge von Angela Davis, etc.:

Zitat:

Inhaltsverzeichnis:

Teil Eins: Angela Y. Davis: Der industrielle Gefängniskomplex

Eva Goldberg, Linda Evans: Der gefängnis-industrielle Komplex und die globale Ökonomie

Julie Brown: Die Arbeit des Absitzens

Karl Macrae: VI/125 Abstufungen der Abtrennung Teil Zwei:

Nancy Kurshan: Frauen und Inhaftierung in den USA Geschichte und gegenwärtige Situation


http://www.archivtiger.de/downloads/beitraege/beitraege4.pdf

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02. Februar 2011, 15:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Knaststreiks in den USA: Die Gefangenen des Kapitals schlagen zurück

http://gis.blogsport.de/2011/03/07/knaststreiks-in-den-usa-die-gefangenen-des-kapitals-schlagen-zurueck/

Zitat:
Von unseren GenossInnen der Internationalist Workers Group (Kanada/USA)

Am 9. Dezember 2010 brach einer der größten Gefängnisstreiks in der Geschichte der Vereinigten Staaten aus. Der Streik wurde von Gefangenen organisiert, die sich illegal Mobilfunktelefone (oftmals von unterbezahlten und korrupten Gefängniswärtern) besorgen konnten. Auch wenn es so aussieht, dass der Streik abgeflaut ist, scheint es einen großen Willen zu geben den Kampf weiter fortzusetzen. In nahezu sechs verschiedenen Knästen fanden Streikaktionen statt.1 Die Streikenden organisierten sich über ethnische Grenzen hinweg. Dies ist angesichts der rassistischen Spaltungslinien in den amerikanischen Knästen besonders bemerkenswert. Diese werden von den Gefängniswärtern bewusst geschürt und forciert, um so den nach ethnischen Kriterien organisierten Gangs zu ermöglichen Strafen und Ordnungsmaßnahmen zu verhängen, was letztendlich ihre Arbeit erleichtert. Das weit verbreitete Denken in rassistischen Kategorien ist eines der größten Probleme der amerikanischen ArbeiterInnenklasse. Umso wichtiger (und besorgniserregender für die Bourgeoisie) war ein gemeinsamer Forderungskatalog, der auf gemeinsamen Klasseninteressen basierte.2
So ist es nicht überraschend, dass der Streik in den bürgerlichen Medien weitgehend ignoriert wurde. Wenn er erwähnt und diskutiert wurde, war dies meistens in die Frage eingebettet, wie Gefangene am besten daran gehindert werden könnten in den Besitz von Mobiltelefonen zu gelangen. Es gibt Informationen, dass während des gewaltfreien Streiks Häftlinge von Wärtern misshandelt und auch in Isolationshaft gesteckt wurden. Die Justizbehörden verlegten streikende Gefangene in andere Gefängnisse um so die Moral zu untergraben. Ein Gefängnisinsasse beschreibt den Klassencharakter des Streiks und die Versuche ihn zu untergraben in einem Interview mit der Website Black Agenda Report folgendermaßen: „Sie wollen unsere Einheit die wir hier entwickelt haben brechen. Wir haben hier Leute von den Crips und den Bloods, wir haben Moslems und Mexikaner und wir haben die Aryans. Sie alle haben eine friedliche Verständigung und eine gemeinsame Grundlage gefunden. Wir alle wollen für unsere Arbeit bezahlt werden und wir alle wollen Bildungschancen. Es gibt hier Leute die nicht einmal lesen können. Sie versuchen unter den Leuten hier Gewalt zu provozieren. Aber das lassen wir nicht zu. Alles was wir wollen sind unsere Menschenrechte.“

Gefängnisse: Instrumente des Kapitalismus

Uns wird täglich erzählt, dass Gefängnisse Orte sind, die nur gefährlichen Kriminellen vorbehalten sind. Menschen, die zu gefährlich seien um sie in „der Gesellschaft“ leben zu lassen. Nach einem fairen Prozess und einem Schuldspruch würde der oder die Verurteilte an einem Ort gebracht, wo er/sie keinem ein Leid zufügen könne. Von daher seien Gefängnisse für die allgemeine Sicherheit unabdingbar. Doch nur eine kurze Betrachtung der Daten und Fakten zeigt, wie wenig an dieser Rechtfertigung dran ist. Ein kurzer Blick auf die Inhaftierungslisten der letzten Jahrzehnte spricht für sich. Bis zum Beginn der 80er Jahre blieb die Zahl der Gefangenen weitgehend konstant (Weiße stellten unter den GefängnisinsassInnen die Mehrheit, Schwarze und Latinos machten ca. ein Drittel aus.) Seit den 80er Jahren ist die Zahl der Gefangenen sprunghaft auf 450% angestiegen. Die Vereinigten Staaten, das Zentrum des Kapitalismus, haben die zweifelhafte Ehre, dass in ihnen die meisten Menschen hinter Gittern leben (sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung). (…)
Die gezielte Durchsetzung des „Kriegs gegen die Drogen“ in den armen Gegenden besonders in den Innenstädten hat nicht unwesentlich zu dieser Situation beigetragen. Auch die Anwendung von Mindeststrafen für gewaltfreie Drogenvergehen und Diebstähle hat die Zahl der Gefangenen erhöht. Das führt uns zu der Frage warum und wozu solche drakonischen Maßnahmen notwendig sein sollen. Was sind die eigentlichen Gründe dafür?
Die fortschreitenden Gettoisierung ethnischer Communities in den Städten, die Stagnation und Kürzung der Löhne, die explodierenden Unternehmensgewinne und die „Flucht“ von Kapital in die Länder der sog. „Dritten Welt“ waren die kapitalistische Antwort auf die Finanzkrise Ende der 70er Jahre. All dies führte zu weiterer Arbeitslosigkeit, Kürzungen von Sozialleistungen und einer Zunahme der sozialen Entfremdung (u.a. einer drastischen Anstieg des Drogenkonsums). Dies hatte fatale Auswirkungen auf die ArbeiterInneklasse als Ganzes und die Bourgeoisie verschärfte ihre Mechanismen der sozialen Kontrolle. Besonders Gefängnisse sind wichtige Instrumente des Kapitalismus, um die Kontrolle und Verwaltung der Gesellschaft sicher zu stellen. Durch den Einsatz unbezahlter Arbeit sowohl durch den Staat als auch durch private Vertragsfirmen kann das Lohnniveau nachhaltig gedrückt werden. Der Mangel an Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in den Knästen stellt die Rückkehr ins Gefängnis und seine Sklaverei sicher.

Reformisten im Dienste des Kapitalismus.

Dieser Kampf in den Kästen muss sich ausweiten um erfolgreich zu sein. In Ohio sind Gefangene für die Forderung nach besseren Lebensbedingungen in den Hungerstreik getreten. Es ist nicht ganz klar ob dies in Kenntnis des Gefängnisstreiks in Georgia geschah, aber es ist ein Anzeichen dafür, dass der Kampf sich womöglich an einem Punkt befindet, wo er das Potenzial für militantere Aktionsformen entwickeln kann. Gleichwohl hat sich eine Reihe bekannter Gesichter in den Gefängnisstreik eingeschaltet, um ihn abzuwürgen und eine Ausweitung zu verhindern. Frühere Black Panthers die sich nun in „progressiven“ Parteien für einen freundlicheren Kapitalismus engagieren, wie bspw. in der Green Party, der NAACP sowie die Nation of Islam und Verfechter einer Gefängnisreform haben sich mit dem Streik solidarisch erklärt. Auch wenn diese Gruppen zuweilen radikal auftreten, werden sie nichts anderes tun als die Möglichkeiten einer Verbreiterung und Ausweitung der Streikaktionen zu unterbinden. Sie zielen darauf ab den Klassencharakter des Streiks zu unterminieren. So hat sich z.B. die frühere Aktivistin der Black Panthers, Elaine Brown, die heute bei der Green Party ist, von Anfang an mit dem Streik solidarisch erklärt, und ist im Namen der Streikenden gegenüber allen möglichen Medien aufgetreten. Sie zeigte sich empört darüber, dass ihre Appelle an den Congressional Black Caucus (ein Versuch, den Streik von seinem Klassenterrain wegzubewegen) auf taube Ohren gestoßen waren. Jede dieser reformistischen Gruppen hat ihre eigenen Methoden um die Ausweitung des Streiks zu verhindern. Eine der Gefahren besteht darin, dass der Klassencharakter des Streiks bewusst in den Hintergrund gedrängt wird, und stattdessen vorrangig über ethnische Probleme und rassistische Diskriminierung einzelner Gruppen geredet wird. Doch das sog. „Justizsystem“ ist grundlegend rassistisch. Nur eine klare kommunistische Analyse kann die Wirkungsweise des Rassismus erfassen, und Wege aufzeigen um ihn zu bekämpfen. Indem er die Klasse spaltet und einen gemeinsamen Kampf der ArbeiterInnen gegen die kapitalistische Ausbeutung erschwert, schwächt der Rassismus die ArbeiterInnenklasse als ganzes. Rassismus spaltet nicht nur sondern trägt entscheidend zur Unterdrückung von Teilen der Klasse bei. Man kann nicht über Rassismus reden und über die Klassengesellschaft, die ihn hervorbringt und reproduziert, schweigen. Die diversen Gruppen, die sich in den Streik eingeschaltet haben, vertreten allesamt eine Identitätspolitik, die uns gerade wegen ihres reformistischen Charakters keinen Schritt weiterbringt, wenn es darum gehen soll das rassistische System zu beseitigen. Diese Gruppen werden nichts unversucht lassen, um die Herausbildung einer gemeinsamen Klassenidentität zu behindern. Eine andere Gefahr besteht darin, dass die Forderungen der Gefangenen von BefürworterInnen einer Gefängnisreform- die selbstverständlich nur auf einige gesetzliche Änderungen abzielt- instrumentalisiert werden. Die Gruppen lassen genauso wie die gealterten BürgerrechtlerInnen geflissentlich unter den Tisch fallen, dass die Bedingungen in den Kästen vom Kapitalismus hervorgebracht wurden und werden. Das Gefängnis ist ein Instrument der Bourgeoisie, um mit den Widersprüchen der bürgerlichen Gesellschaft umzugehen. Es ist in keiner Weise eine Abweichung von diesem System, sondern exakt der Weg mit dem das System mit seinen Problemen fertig werden will. Gefängnisse sind integraler Bestandteil des Kapitalismus und es wird keine Veränderungen geben wenn wir nicht gegen diese verfaulende Produktionsweise kämpfen. (…)
Diese reformistischen Elemente werden alles tun um eine Ausweitung des Streiks und eine Verbindung mit Kämpfen gegen die bürgerliche Herrschaft zu verhindern. Nicht weil sie es nicht besser wüssten, sondern weil sie Verteidiger der kapitalistischen Gesellschaft sind. Einen humanen Strafvollzug zu fordern ist genauso absurd wie eine humane Ausbeutung oder humane Sklaverei zu fordern. Wer dies tut steht letztendlich für die Verteidigung der Bourgeoisie.

Schlussfolgerungen

Obwohl er in den Mainstream-Medien weitgehend ignoriert wurde, hat der Gefängnisstreik in Georgia die Bourgeoisie zweifellos verunsichert und sie hat getan was sie konnte, um eine Ausweitung zu verhindern. Besonders erschreckend für die Bourgeoisie und besonders wichtig für KommunistInnen ist, dass die Gefangenen auf der Grundlage einer gemeinsamen Klassenidentität für ihre Interessen gekämpft haben. Er war weit davon entfernt nur ein „spontaner“ Aufstand zu sein. Die Gefangenen haben ihren Streik gründlich langfristig vorbereitet und nach ihren begrenzten Möglichkeiten organisiert. Es ist wichtig die Erfahrungen dieses Kampfes genau zu untersuchen und dabei im Blick zu behalten, dass das Knastsystem ein normaler Aspekt der alterschwachen kapitalistischen Gesellschaft ist.

1. So in den Staatsgefängnissen Bladwin, Hnacock, Hays, Macon, Smith und Telfair. [zurück]
2. So forderten sie z.B. einen existenzsichernden Lohn, Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, bessere medizinische Versorgung, ein Ende der brutalen und willkürlichen Bestrafungen, bessere Lebensbedingungen, gesundes Essen, die Möglichkeit zu Fortbildungsmaßnahmen, Besuchsmöglichkeiten für Familien usw. [zurück]



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09. März 2011, 14:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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http://prisonvalley.arte.tv/?lang=de

Zitat:
Willkommen in Cañon City, Colorado.

Eine abgeschiedene Gegend mit 36.000 Seelen und 13 Gefängnissen, wie z. B. das «Supermax», das neue Alcatraz Amerikas. Eine Gefängnis-Stadt, in der selbst die, die draußen sind, drinnen leben. Ein Vorgeschmack dessen, wie die Welt von morgen aussehen könnte.

Ein Web-Dokumentarfilm von David Dufresne & Philippe Brault.


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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
08. April 2011, 12:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Zitat:
08.07.2011 / Ausland / Seite 7

Gefangene hungern

Proteste gegen Isolationshaft in Kalifornien weiten sich aus. Bereits Tausende im Streik

Von Jürgen Heiser

Der vor einer Woche im kalifornischen Staatsgefängnis Pelican Bay begonnene Hungerstreik hat mittlerweile mindestens 11 von 33 Haftanstalten des US-Bundesstaates erfaßt. Das räumt nach Meldungen der Los Angeles Times nun auch Terry Thornton, Sprecherin der staatlichen Gefängnisbehörde California Department of Corrections and Rehabilitation (CDCR), ein. »In wenigstens einem Drittel unserer Gefängnisse verweigern die Insassen die Aufnahme des Anstaltsessens«, so Thornton, die noch am Wochenende die Zahl der an der Aktion beteiligten Häftlinge auf »weniger als zwei Dutzend« heruntergespielt hatte. Um Relativierung ihrer früheren Aussage bemüht, sagte die CDCR-Sprecherin jetzt, es sei schwierig, die genaue Zahl der Streikenden einzuschätzen, das medizinische Personal kümmere sich aber um jeden einzelnen Fall.

Demgegenüber erklärte Carol Strickman, Anwältin des Rechtshilfevereins für Gefangene mit Kindern, sie gehe davon aus, »daß die Behörde die genauen Zahlen kennt, sie aber absichtlich zurückhält«. Es gäbe jedenfalls »gesicherte Hinweise darauf, daß sich allein in sechs Gefängnissen Tausende von Häftlingen am Streik beteiligen«, so Strickman, die auch als Juristin für das in Oakland gegründete Komitee »Prisoner Hunger Strike Solidarity« arbeitet. Im Staatsgefängnis Pelican Bay, von dessen Isolationstrakt, dem Special Housing Unit (SHU), die Streikinitiative ausging, befänden sich mehr als 400 Häftlinge im Hungerstreik gegen die Haftbedingungen, so Molly Poizig, Sprecherin des Komitees. »Wir stützen uns auf Berichte von Anwälten und Familienangehörigen nach Besuchen bei den Gefangenen.« Den Versuch der Anstaltsleitung von Pelican Bay, den Streik am amerikanischen Unabhängigkeitstag mittels sogenannter Vierter-Juli-Menüs mit Kuchen und Eiscreme zu brechen, bezeichneten Unterstützer als kläglich gescheitert. Auch Terry Thornton mußte zugeben, daß »die Insassen sich weigerten, das von der Anstalt angebotene Essen anzunehmen«.

Hauptursache für den Hungerstreik ist die extreme Isolation in den SHU-Trakten. In diesem abgeschotteten Bereich des Gefängnisses werden die Häftlinge in Betonzellen ohne Fenster gesperrt. Schallisolierungen unterbinden jede Kommunikation unter den Gefangenen. Schon seit längerem kritisieren Menschenrechtsorganisationen diese Haftbedingungen als Folter, die psychisch und physisch krank mache, weil Häftlinge ihr oft jahrelang und ohne Aussicht auf Haftverbesserungen unterworfen seien. Für Taeva Shefler vom Prison Activist Resource Center in Oakland ist der Streik die Reaktion auf »jahrzehntelange Mißhandlungen und auf Versäumnisse, Hinhaltetaktiken und Inkompetenz seitens der Gefängnisbehörden«. Selbst der »nicht gerade liberale« Oberste Gerichtshof der USA habe die Situation in den kalifornischen Gefängnissen als »grausame und unmenschliche Bestrafung« bewertet und Abhilfe gefordert.

Die Verantwortlichen lehnten bislang jedes Gespräch mit den Hungerstreikenden ab. Wie Justizsprecherin Thornton der Los Angeles Times gegenüber erklärte, trafen Behördenvertreter aber mit den zum Vollzugsdienst gehörenden Beiräten der Insassen zusammen, »um über die Beschwerden der Gefangenen zu reden«.

Zur Unterstützung der Hungerstreikenden fanden diese Woche bereits in zwölf Städten der USA und Kanadas Kundgebungen statt.

http://www.jungewelt.de/aktuell/rubrik/ausland.php


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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
07. Juli 2011, 23:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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http://www.jungewelt.de/2011/07-20/006.php

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20. Juli 2011, 00:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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...und der Knaststreik geht weiter:
http://de.indymedia.org/2011/09/316860.shtml

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28. September 2011, 17:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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Genf: Unruhen im Gefängnis von Champ-Dollon

31. Oktober: Laut der bürgerlichen Presse weigerten sich zwischen zwanzig und vierzig Häftlinge von Champ-Dollon nach dem Hofgang in ihr Zellen zurückzukehren. Ihr Forderungen sei “der Zugang zum grossen Sportsaal, während sie sich über die Schlampigkeit der Justiz und Verspätungen bezüglich Verlegungen beklagen” (tdg)
Zahlreiche Kastenwägen und Bullenautos wurden gesehen, die sich mit Sirene in Richtung Gefängnis aufmachten. Die Zeitung “Tribune de Geneve” spricht von zwanzig anwesenden Bullenautos.
Die Gefängnisleitung sei sich gerade am besprechen, um den Unruhen ein baldiges Ende zu setzen.

Kurz zur Erinnerung: Champ-Dollon ist zur Einsperrung von 370 Gefangenen gedacht, zählt aber momentan 511 Gefangene.
http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/

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11. November 2011, 00:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Zur Entwicklung des Gefängnis-Industrielle-Komplexes in den USA gibts ein richtig gutes Buch von Loïc Wacquant: Bestrafen der Armen. Die Seite kritisch-lesen.de hat dazu jetzt eine Rezension geschrieben:

Zitat:
Loïc Wacquant

Bestrafen der Armen

Zur neoliberalen Regierung der sozialen Unsicherheit

Wacquant untersucht die Ausweitung des Strafrechtsstaat und zeigt, dass Gefängnisse vor allem dazu dienen, die Überflüssigen der neoliberalen Gesellschaft verschwinden zu lassen.

http://www.kritisch-lesen.de/2009/05/bestrafen-der-armen/


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11. November 2011, 02:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
das ist schon ganz ganz übel. Das sollen doch die Amifans mal was zu sagen! (Dlx?)

_________________
Power to the Pöbel!
11. November 2011, 04:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag doku Antworten mit Zitat
aus belgien, leider in franzoesisch und flaemisch, dafuer umso interessanter:




_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
02. Januar 2012, 14:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Überfüllte Gefängnisse machen erfinderisch: Peitschenhiebe reloaded! Zumindest wird darüber diskutiert...

http://www.nzz.ch/magazin/campus/weltweit/auspeitschen_und_laufen_lassen_1.14888790.html

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09. Februar 2012, 07:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
q.mar
dog day afternoon


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Zitat:
In amerikanischen Gefängnissen werden jährlich 216'600 Gefangene sexuell missbraucht. [...] Ich mag keinen für 30 Jahre hinter Gitter weggesperrt wissen. Ich mag auch niemanden ausgepeitscht sehen. Aber wir leben in einer Welt, in der Auspeitschen das kleinere Übel ist.


ugly lol Gut kombiniert, Sherlock!

_________________
"Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden für alle Zeiten nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben. Ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, dass die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikt mit den vorhandenen Mächten."
- Marx -
10. Februar 2012, 14:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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