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3 Jahre danach - Nächste Rezession

 
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3 Jahre danach - Nächste Rezession
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O.B.M.F



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Beitrag 3 Jahre danach - Nächste Rezession Antworten mit Zitat
Ich schlage vor, dass alle Texte (und Diskussionen natürlich), die sich um die nun anbrechnde neue (globale?) Rezession drehen, hier reinkommen. Ich mache mal den Anfang.

Ähnlich wie 2008 zeigt der Rückgang der Autoverkäufe (hier am Beispiel Deutschland) die Dramatik gut auf:

http://www.querschuesse.de/deutschland-deutlicher-warnhinweis-durch-den-auftragseingang-der-industrie/

und hier einmal mehr Tomasz Konicz:

Zitat:
Je weiter sich die kapitalistische Systemkrise in die Gesellschaft und das Massenbewusstsein hineinfrisst, desto irrationaler gestaltet sich die öffentliche Rezeption des Krisengeschehens


http://www.heise.de/tp/artikel/35/35813/1.html

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
04. November 2011, 17:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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"Wir tun es für uns"
Die Berliner Regierung unternimmt den abenteuerlichen Versuch, die Systemkrise ihrer Währung als Chance für ein deutscheres Europa zu nutzen
Peter Decker in der Jungen Welt:
http://www.jungewelt.de/2011/11-04/021.php

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
04. November 2011, 19:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Laut folgendem Text einer Website der Chinesischen Regierung (wie es hiess), soll der Euro schon ein Zombie sein und die Demokratie in Europa begraben. Lest selbst:

http://german.china.org.cn/business/txt/2011-11/04/content_23825708.htm

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
07. November 2011, 20:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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chinesische propaganda ist ja auch was vom schlimmsten. wir können uns nicht vorstellen, was in einem von propaganda durchtränkten hirn so alles abgeht.

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
07. November 2011, 20:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
wir können uns nicht vorstellen, was in einem von propaganda durchtränkten hirn so alles abgeht.


der artikel passt doch sachlich ausser dass der kommentator sich zu schade ist das wort faschismus in den mund zu nehmen wie es sich bei guter demokratischer staatskritik am einheits und absolutistischen unterdrückungsstaat, im schlimmsten fall supranationalstaat im gegensatz zum demokratischen vielfältigen allseits-gerecht-werdenden entwicklungsstaat namens nationalstaat so gehört. bürgerliche ideologische scheisse hüben wie drüben, ich sehe nicht was dich an diesem artikel mehr stören sollte als an einem beliebigen leitartikel in der nzz oder im tagi.

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argumentum ad baculum
08. November 2011, 10:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
wir können uns nicht vorstellen, was in einem von propaganda durchtränkten hirn so alles abgeht.


v.a. nicht in einem von demokratistischer propaganda durchtränkten "gehirn".

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A slave is one who waits for someone to come and free him. - Ezra Pound
08. November 2011, 15:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Antworten mit Zitat
Also, man kann sichs schon vorstellen ;-)
http://ch.indymedia.org/de/2011/11/84227.shtml

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
08. November 2011, 17:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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Beiträge: 1032

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also mal vorab: es tut mir leid einen beitrag kommentiert zu haben, ohne den geposteten link vorher zu verfolgen... zudem hab ich mich auch noch verschrieben; ich meinte in einem von solcher propaganda durchtränkten hirn.

@ kaptn kiff: ich stimme dir zu, dass der artikel - vor allem aus mitteleuropäischer perspektive - erstaunlich leicht verständlich und gut geschrieben ist. auch in den restlichen punkten. wichtig finde ich aber trotzdem stets sich vor augen zu führen, mit welchem antrieb china solche texte veröffentlicht. wenn ich mir vorstelle, wie fiele leute dem konstrukt "china" hörig sind kriege ich schlicht und einfach angst. was hitler propagandistisch vollführte - wer erinnert sich an chinas olympia-performance? - könnte auch heute noch genauso stattfinden. die ganze klassenkämpferische kraft wegsperren, die arbeiter zur arbeit zwingen, zusammen mit einem gigantischen heer von spitzeln, soldaten und polizisten, zusammen mit ultra-perverser nationalistischer propaganda (welche chinesischen filme habt ihr zuletzt gesehen? wer erinnert sich an "hero"?) gibt einfach ziemlich viel kakke auf einem haufen. naja, ich weiss ja schon, dasses vor allem in china nicht einfach ruhig zu und her geht, aber bauchweh krieg' ich schon.

@negazione: doch, im von demokratischer propaganda getränkten hirn kann ich mir ziemlich gut vorstellen, was alles abgehen kann.[/u]

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
08. November 2011, 18:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der neuste Konicz:

Weniger Demokratie wagen

Zitat:
Wie die krisenbedingte Diktatur des Sachzwangs die Illusion von Freiheit und Selbstbestimmung im Kapitalismus zerstört


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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
07. Dezember 2011, 04:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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Beitrag Antworten mit Zitat
alles andere als eine marxistische analyse, aber ist z.t. schon ganz aufschlussreich was dieser michael hudson schreibt (loren goldner erwähnt ihn halt 1-2 mal):

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/politik-und-finanz-was-sind-schulden-11548820.html
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/oligarchie-der-finanz-der-krieg-der-banken-gegen-das-volk-11549829.html

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A slave is one who waits for someone to come and free him. - Ezra Pound

Zuletzt bearbeitet von Raskolnikow am 08. Dezember 2011, 23:12, insgesamt einmal bearbeitet
07. Dezember 2011, 17:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Was der nächste Krisenschub noch anrichten könnte macht mich irgendwie ganz kribbelig. Auf jeden Fall liest man mittlerweile auch in staatlichen Medien von Überlegungen zum Zusammenbruch der Eurozone. Das Karussell dreht sich immer schneller:

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/12/08/Wirtschaft/Duestere-Szenarien-eines-Euro-Debakels?WT.zugang=front_na1

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
08. Dezember 2011, 22:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Ausführlicher und gut befundener Artikel der IKS zur Schuldenkrise und was es mit ihr auf sich hat:

http://de.internationalism.org/IKSonline2011_ursacheschuldenkrise

lesen!

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
08. Dezember 2011, 23:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Die iKS halt mit ihrer an Luxemburg ausgerichteten Theorie. Mich überzeugt das wenig: Es handelt sich dabei ja lediglich um ein Realisierungsproblem des Mehrwerts, welches ich nicht sehen kann. Denn wäre es nur ein Realisierungsproblem, so könnte der Kredit als nicht vom Mehrwert getragene Grösse tatsächlich dazwischentreten und die Realisierung des Mehrwerts quasi vorwegnehmen um in einem neuen Zyklus getilgt zu werden. Zudem scheint mir Luxemburg die Reproduktionsschemata sehr strikt auf ein Jahr zu beziehen und nicht zu verstehen, dass die Realisierung sukzessive erfolgen kann (In Form der Ware ist ja auch Mehrwert vorhanden, welcher aber um den Prozess der Akkumulation fortzusetzen wieder in G verwandelt werden muss). ich bin da aber auch alles andere als sattelfest und muss mir die Reproduktionsschemata am Ende des zweiten Bandes des Kapitals mal noch etwas genauer geben. Bis dahin scheint mir der tendenzielle Fall der Profitrate die weit plausiblere und auch radikalere Theorie - zudem hat sie den zweifelhaften Vorzug, dass sie von und nicht gegen Marx entwickelt wurde.

Hier ein Überblick über die Debatte zwischen marxistischen Ökonomen und eine Kritik an Luxemburgs Disproportionalitätstheorie.
Man muss dazu allerdings sagen, dass Mattick ein Anhänger Grossmanns war und darum die Darstellung natürlich nicht im engeren Sinne objektiv ist:

http://www.marxists.org/deutsch/archiv/mattick/1974/krise/3-epig.htm#_ftnref99

PS. Dass es Disproportionalitätskrisen geben kann und muss, das will ich gar nicht abstreiten.
Aber diese haben eben nicht einen finalen Charakter mit der Auslöschung ausserkapitalistischer Märkte.

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Power to the Pöbel!
09. Dezember 2011, 17:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Goldne Türme stürzen ein!
Soviel zur Analyse deutscher Punkbands.

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Power to the Pöbel!
11. Dezember 2011, 03:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Es ist folgerichtig, es wird so sein...

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
11. Dezember 2011, 03:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Bruder!!!
PS: Das Verrückte ist, ich tanze dazu in meinem Zimmer um 4:19 ganz alleine und wiederhole das Lied die ganze Zeit!
Über die Analyse gehen wir die nächsten Tage nochmals (bitte), aber der Sound passt, passt, passst!
Man muss nur hoffen, dass die Schlussfolgerung richtig ist...

Edit: Unterdessen ist 4:56 und die Musik will nicht aufhören... Ich auch nicht.

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Power to the Pöbel!
11. Dezember 2011, 04:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



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Beiträge: 167
Wohnort: egal

Beitrag Antworten mit Zitat
Auf jeden Fall ein Super Lied

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"ihr aber werdet die soziale Frage wissenschaftlich lösen, d.h. mit euerm grossen Maule. Der brutalen Herrschaft gegenüber seid ihr fein, d.h. ihr seid selber mehr oder weniger Bourgeois. Nur weiter, ihr anständigen Leute, die soziale Frage aber wird brutal gelöst werden; der Racheruf der Unterdrückten wird brutal ertönen" - Der Communist, N°17, 1893
11. Dezember 2011, 12:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Antworten mit Zitat
Ich hab dann natürlich auch noch Slime gehört (nach Rückmeldung von heute Nachmittag offenbar doch nicht ganz so leise wie ich dachte). Leider bin ich dann dazu abgekackt (Schande über mich!).

Zur Theorie: Luxenburgs "Akkumulation des Kapitals" kenn ich nicht, werde mir bei Gelegenheit aber die verlinkten Texte durchgehen und dann zurückmelden.

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11. Dezember 2011, 14:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beiträge: 1498

Beitrag Antworten mit Zitat
Oh mann, das mit dem betrunken ins Forum schreiben, werd ich wohl auch nie lernen!

ratatoskr:
Mit der Analyse meinte ich eigentlich den Text, der in «goldene Türme» vorkommt und der ja besagt, dass «wir» an der Ausbeutung der dritten Welt schuld sind.
Da fehlt halt ein Begriff von Klasse zum Beispiel...

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Power to the Pöbel!
11. Dezember 2011, 19:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Antworten mit Zitat
Ach so stupid

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12. Dezember 2011, 01:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Muoit hat Folgendes geschrieben:
Oh mann, das mit dem betrunken ins Forum schreiben, werd ich wohl auch nie lernen!


banana dance banana dance mr green

Ansonsten hat Konicz wiedermal einen Artikel zum gegenwärtigen Stand der Krise in Europa geschrieben:

„Kaltes neues Europa“

Zitat:
Kontrolle, Bestrafung, Disziplin – Berlin setzt seine Vorstellungen eines „deutschen Europa“ beim jüngsten Krisengipfel weitgehend durch. Massiver Wirtschaftseinbruch und fortgesetzte Destabilisierung der Eurozone in 2012 wahrscheinlich.


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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
12. Dezember 2011, 15:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Antworten mit Zitat
Neu PDFs von Her­mann Lueer:

Zitat:
... Ebenso rätselhaft wäre, warum Heerscharen von Finanzanalysten täglich
Schlüsselkennzahlen von Umsatz, Gewinn und Cash Flow mit aktuellen Informationen über
Unternehmensstrategien, Konkurrenzanalysen oder allgemeinen Marktdaten abgleichen, um hierüber
auf die zukünftige Geschäftsentwicklung bzw. die entsprechenden Schlussfolgerungen der
anderen Marktteilnehmer zu spekulieren. Wenn »reine Luftbuchungen« die Quintessenz der
Aktienbewertungen wären, würde das ständige Bemühen der Manager, die Perspektiven der
Geschäftsentwicklung über aufwendige Geschäfts- und Quartalsberichte einschließlich »Conference
calls« und weltweite »road shows« zu verkaufen, zur unverständlichen Zeitverschwendung.
Andererseits lässt sich der Aktienwert aber in der Tat nicht einfach aus dem veröffentlichten
Firmenergebnis errechnen. Die Aktienbewertung emanzipiert sich also einerseits vom zugrundeliegenden
Geschäftserfolg der AG, aber andererseits keineswegs völlig. Mit der Aktie verkauft das
emittierende Unternehmen ohne Rücknahmepflicht einen Eigentumstitel am Unternehmen der
über die Dividende mit einem Ertragsanspruch ausgestattet ist. Der Ertragsanspruch ist im
Gegensatz zur Anleihe nicht mit einem festen Zinssatz auf das investierte Kapital verbunden,
sondern als unbestimmter Anteil am zukünftigen Erfolg des Unternehmens in Aussicht gestellt.
Aufgrund der fehlenden Rücknahmepflicht ist zudem im Unterschied zur Anleihe die Kursentwicklung
nicht mit einem Laufzeitende an den Ausgabewert gebunden. Die Investoren bewerten
im Börsenhandel die Aktie über die sich aus Dividende und Kursveränderung ergebende
Rendite im Vergleich zu alternativen Kapitalanlagen. Die über Kauf oder Verkauf vollzogene
Aktienbewertung emanzipiert sich dabei vom Geschäftsgang des zugrundeliegenden Unternehmens,
da beide Bewertungskriterien nicht direkt an den konkreten Unternehmenserfolg gebunden
sind: die Dividendenerwartung nimmt zukünftige Einnahmen spekulativ vorweg, die Spekulation
auf die Kursentwicklung bezieht sich neben der vergleichenden Einschätzung der Gewinnaussichten
des Unternehmens auf Mutmaßungen über die Konjunkturentwicklung, Änderungen
des Zinsniveaus und beliebig viele zusätzliche das geschäftliche Umfeld des Unternehmens
betreffende Gesichtspunkte. So sehr das Aktienkapital darüber zu einem Eigenleben neben
dem Geschäftsgang des Unternehmens fähig ist, reflektiert die Spekulation ständig auf die Substanz
der Spekulation im Realismus der getroffenen Annahmen. Eine vom Geschäftsumfeld des
Unternehmens völlig getrennte Wertsteigerung durch zirkuläre Aktienkäufe und -verkäufe wird
daher schnell als unglaubwürdig überführt und entsprechend entwertet...

http://www.financial-crisis.eu/deutsch/assets/finanzkrise---falsche-zahlenspiele.pdf
http://www.financial-crisis.eu/deutsch/finanzmarkt-kapitalismus/index.html


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12. Dezember 2011, 17:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
rulfo



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Beitrag @ Muoit Antworten mit Zitat
Zitat:
Die iKS halt mit ihrer an Luxemburg ausgerichteten Theorie. Mich überzeugt das wenig: Es handelt sich dabei ja lediglich um ein Realisierungsproblem des Mehrwerts, welches ich nicht sehen kann. Denn wäre es nur ein Realisierungsproblem, so könnte der Kredit als nicht vom Mehrwert getragene Grösse tatsächlich dazwischentreten und die Realisierung des Mehrwerts quasi vorwegnehmen um in einem neuen Zyklus getilgt zu werden. Zudem scheint mir Luxemburg die Reproduktionsschemata sehr strikt auf ein Jahr zu beziehen und nicht zu verstehen, dass die Realisierung sukzessive erfolgen kann (In Form der Ware ist ja auch Mehrwert vorhanden, welcher aber um den Prozess der Akkumulation fortzusetzen wieder in G verwandelt werden muss). (Muoit)

Ich sehe das auch ungefähr so. Aber jetzt ohne auf die Schwäche in der theoretischen Grundlage weiter einzugehen (meines Erachtens geht es um ALLE 3 Widersprüche: Disproportionallität, Realisation UND tendenzieller Fall der Profitrate - je in ihrer Dynamik), scheint mir im Artikel "Wie kam es zur Schuldenkrise", auf den O.B.M.F. hinweist (http://de.internationalism.org/IKSonline2011_ursacheschuldenkrise), auch die Schlussfolgerung für die Aktualität letztlich zu wenig aussagekräftig, zu wenig präzis:

Zitat:
Um bei einem Bild zu bleiben, die Verschuldung stellt für den Kapitalismus das dar, was Morphin für den Todgeweihten ist. Durch den Einsatz von Morphin lindert der Kranke vorübergehend seine Krisen, er beruhigt sich und kann besänftigt werden. Aber jeden Tag nimmt die Abhängigkeit zu, immer höhere Dosen werden eingesetzt. Das Mittel, das anfangs eine lindernde Wirkung erzielte, wird selbst schädlich – um schlussendlich als Überdosis zu wirken.


Ein Bild ist immer bloss ein unvollkommenes Hilfsmittel, eine im besten Fall nützliche Krücke. Aber mit diesem Vergleich wird doch irgendwie behauptet, dass der Kapitalismus an der Ueberdosis "Verschuldung" sterben werde? Stirbt er dann nicht an seinen eigenen Krankheiten, sondern an einer Ueberdosis des Linderungsmittels? - Wenn nicht: Wie läuft dieser Sterbensprozess ab?


Zuletzt bearbeitet von rulfo am 19. Januar 2012, 22:50, insgesamt einmal bearbeitet
23. Dezember 2011, 22:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Vorsicht, Absturz droht!

Drei Prozent Wachstum 2011 - alle Achtung. Dabei verdeckt die Gesamtjahreszahl, dass die Konjunktur zuletzt gefährlich gekippt ist. Die Exporte wachsen seit Frühsommer nicht mehr, die viel gelobte Konsumlust entpuppt sich als eher wankelmütig.

weiter

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11. Januar 2012, 17:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Auch die WSWS hat zu den trüben Aussichten einen Text geschrieben:

Weltwirtschaft vor weiterem Abschwung

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23. Januar 2012, 23:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Strategiewechsel der europäischen Bourgeoisie oder nur mediales Strohfeuer?

Tages-Anzeiger:

Merkels Kurswende im Kampf gegen die Krise

Zitat:
Nun stimmt auch die deutsche Bundeskanzlerin in den immer lauter werdenden Ruf nach mehr Wachstum für Europa ein. Merkels politische Gegner sehen darin ein «krachendes Scheitern» ihrer Sparpolitik.



Neue Zürcher Zeitung:

Plötzlich reden alle von Wachstum

Zitat:
Diffuse Debatte schwankt zwischen Ergänzung und Aufweichung der Austeritätspolitik


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30. April 2012, 23:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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