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36 tote Polizisten bei Attentatsserie in Brasilien

 
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36 tote Polizisten bei Attentatsserie in Brasilien
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far



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Beitrag 36 tote Polizisten bei Attentatsserie in Brasilien Antworten mit Zitat
36 Tote bei Attentatsserie in Brasilien

Sie nahmen Polizeistationen, Patrouillenwagen und Gefängniswachhäuser ins Visier. Innerhalb von 16 Stunden hat es in Brasilien eine Serie tödlicher Anschläge auf Sicherheitsbeamte gegeben. In Haftanstalten brachen Revolten aus. Als Auftraggeber werden Mafiabosse vermutet, die sich rächen wollten.

Sao Paulo - Die meisten der mehr als 60 Anschläge wurden in der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo und anderen Orten des gleichnamigen Bundeslandes verübt. Bislang kamen dabei mindestens 32 Menschen ums Leben. Die meisten von ihnen waren Polizisten.

Die Aktionen gehen offenbar auf das Konto der Mafia. Die Morde seien wahrscheinlich eine Reaktion auf die Zwangsverlegung von rund 740 Gefängnisinsassen in den vergangenen Tagen, teilten die Behörden mit. Dabei waren auch mindestens acht ranghohe Mafiabosse isoliert worden. Hinter den Anschlägen wird die Mafiagruppe "Primeiro Comando da Capital" (Erstes Hauptstadt- Kommando) vermutet. Sie wird vor allem inhaftierten Drogenbossen angeführt.

Die Behörden sehen auch mehr als 20 Gefängnisrevolten in Sao Paulo als Antwort der Verbrecher auf die Zwangsverlegungen. Dutzende von Gefängnis-Besuchern seien am Samstagabend (Ortszeit) noch als Geiseln festgehalten worden.

Bei den Todesopfern handelt es sich den Berichten zufolge um 19 Polizisten, vier Gefängniswärter, die Verlobte eines Polizeibeamten, ein weiterer Zivilist sowie sieben Verbrecher. Außerdem seien mindestens 50 Menschen verletzt worden. 20 Männer wurden verhaftet.

Zur gleichen Zeit brachen in mehreren Gefängnissen in Sao Paulo Revolten aus. Dutzende von Gefängnis-Besuchern wurden als Geiseln genommen. Der Gouverneur des Bundeslandes Sao Paulo, Claudio Lembo, kündigte eine Krisensitzung mit den Chefs der Sicherheitsorgane an. Er versicherte, man werde sich dem organisierten Verbrechen nicht beugen. "Solche Aktionen von Verbrechern werden nie zum Erfolg führen. Das ist eine Verzweiflungstat", sagte der Sicherheitsminister des Landes Sao Paulo, Saulo de Castro Abreu Filho.

Nach Medienberichten sind zahlreiche Straßen der Stadt Sao Paulo gesperrt und wichtige Gebäude wie die Polizeizentrale unter Sonderschutz gestellt worden.

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.

Zuletzt bearbeitet von far am 15. September 2008, 18:05, insgesamt einmal bearbeitet
14. Mai 2006, 15:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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BANDENTERROR IN BRASILIEN
Mafia hält São Paulo in ihren Fängen

Die Anschläge von Verbrecherbanden haben die brasilianische Millionenstadt São Paulo lahmgelegt. Firmen, Bahnhöfe und Schulen blieben geschlossen. Nahezu 100 Menschen kamen bislang bei der Angriffsserie ums Leben.

São Paulo - "Wir befinden uns in einem wahren Krieg gegen die Mafia", sagte der Landespolizeichef Elizeu Borges. Er kündigte für heute eine "Gegenoffensive" der Polizei in São Paulo an.

Viele Straßen der Stadt, die die meisten Auslandsfilialen deutscher Firmen weltweit beherbergt, waren gestern weiterhin von schwer bewaffneten Polizeieinheiten gesperrt. Schulen, Universitäten, Firmen, Läden und Bahnhöfe blieben geschlossen oder machten deutlich früher dicht. Die Prachtgeschäftsstraße Avenida Paulista war menschenleer. Der zweitgrößte Flughafen von São Paulo, Congonhas, musste wegen einer Bombendrohung evakuiert werden.


POLIZISTENMORDE IN SAO PAULO: DIE BLUTIGE RACHE DER MAFIA

Bei Anschlägen auf Sicherheitsbeamte, Polizeiwachen und Gefängnisse sowie bei Dutzenden von Häftlingsrevolten starben nach offiziellen Angaben bislang in São Paulo und anderen Gemeinden des gleichnamigen Bundeslandes mindestens 97 Menschen. Unter den Opfern waren 39 Polizisten und Gefängniswärter. Mindestens 60 Menschen seien verletzt worden. Es handelt sich um die schlimmste Gewaltwelle in der Geschichte Brasiliens.

Die Aktionen sind nach Behördenangaben eine Antwort der Mafia auf die Zwangsverlegung von rund 740 Gefängnisinsassen in der vergangenen Woche. Dabei waren unter anderem auch acht ranghohe Mafiabosse isoliert worden. Hinter den Anschlägen wird das "Primeiro Comando da Capital" (PCC, Erstes Hauptstadt-Kommando) vermutet, das von inhaftierten Drogenbossen angeführt wird.

Der Gouverneur São Paulos, Claudio Lembo, wies unterdessen ein Hilfsangebot der Zentralregierung in Brasilia zurück. Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva, der die Gewaltwelle als "Provokation" des organisierten Verbrechens kritisierte, hatte die Entsendung von 4000 Angehörigen der Streitkräfte angeboten. Die Gewalt ebbe bereits ab, sagte Lembo. Er bestritt Gerüchte, er habe der Mafia als "Gegenleistung" für das Ende der Gefängnisrevolten Zugeständnisse gemacht.

Die Häftlingsrevolte konnte friedlich beendet werden. Nach drei Tagen gelang es der Polizei, alle Aufstände in den 73 Gefängnissen des Bundesstaats friedlich zu beenden und mehr als 200 Wächter aus der Gewalt der Meuterer zu befreien.

als/dpa/reuters/AFP

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Zuletzt bearbeitet von far am 15. September 2008, 18:45, insgesamt einmal bearbeitet
16. Mai 2006, 17:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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Zitat:
Polizei ist für 20 Prozent der Tötungen in Rio verantwortlich

Für einen von fünf Tötungen in Rio de Janeiro ist die brasilianische Polizei verantwortlich. Dies berichtete der UNO- Berichterstatter für willkürliche Hinrichtungen, Philip Alston, am Montag in Genf.

Täglich würden in der Metropole drei Menschen erschossen. In seinem Bericht spricht der UNO-Experte von jährlich 48 000 Morden in ganz Brasilien. Er kritisierte vor allem die «Mega- Operationen» der Polizei in den Vorstädten von Rio, bei denen hunderte von Polizisten gegen kriminelle Banden vorgehen.

Bei solchen Einsätzen gebe es immer wieder Massenexekutionen, sagte Alston. Dazu führten eine Vielzahl der Polizisten ein Doppelleben: In ihrer Freizeit seien sie Mitglieder von Todesschwadronen und Miliztruppen, welche die Bewohner der Vorstädte erpressten.

Als Beispiel nannte Alston den Bundesstaat Pernambuco im Nordosten, wo nach seinen Schätzungen etwa 70 Prozent der Morde auf das Konto von Todesschwadronen gingen. Die meisten Morde geschähen in den Elendsquartieren.

Die Taten blieben zudem meist ungesühnt, kritisierte Alston. So würden in der Grossstadt São Paulo nur gerade zehn Prozent von den Gerichten verfolgt, wobei nur die Hälfte in einer Verurteilung endeten.


Quelle: SDA/ATS


http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/16837781

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15. September 2008, 18:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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Zitat:
160 Tote in 14 Tagen - Gewalt regiert São Paulo
von Adrian Eng - Die brasilianische Mega-City São Paulo wird von einer Welle der Gewalt erschüttert. Schuld ist ein Streit zwischen Polizei und Banden um Geld, Macht und Drogen.
[...]
Ein Angebot der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff, Militärs in die Millionenstadt zu entsenden, lehnte der Gouverneur des Staates São Paulo, Geraldo Alckmin, allerdings ab. Er beurteilte die Lage als nicht dramatisch. Anders sehen dies die Bewohner der betroffenen Armenviertel. Sie gingen zu Hunderten für eine Beilegung des Konflikts auf die Strasse. Ein Ende der Gewalt ist aber nicht absehbar.
Zitat:
Allein in den ersten Monaten 2012 sind über 90 Polizisten getötet worden.


http://www.20min.ch/ausland/news/story/160-Tote-in-14-Tagen---Gewalt-regiert-S-o-Paulo-25559076

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12. November 2012, 14:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Raskolnikow



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Zitat:
Bei den Todesopfern handelt es sich den Berichten zufolge um 19 Polizisten, vier Gefängniswärter, die Verlobte eines Polizeibeamten,


hellboy

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A slave is one who waits for someone to come and free him. - Ezra Pound
15. November 2012, 22:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Ich hab das ja nicht gepostet um dem Tod von Bullen zu fröhnen. Denn diejenigen die die Bullen getötet haben (aber auch von ihnen ermordet werden) sind in den von ihnen beherrschten Gebieten ja selbst eine Polizei, eine parastaatliche Instanz. Eine Polizei die vom Staat nicht legitimiert ist und dessen Einfluss sich der des brasilianischen Staates entzieht. Wohl deshalb auch diese Interventionen von der brasilianischen Polizei. Natürlich vermischen sich hier die Interessen... es sieht etwas nach Mexiko aus, un du kämst wohl kaum auf die Idee, den Mord von den Kartellen an Armee, Polizei und einfach allen, die sich ihnen in den Weg stellen gutzuheissen?

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16. November 2012, 11:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
rude e
Mad Dog


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Es ist halt einfacher, das Weltgeschehen als Fussballturnier zu betrachten, Tod gleich Tor oder so. Nicht, dass ich mit Trauerflor rumlaufe, wenn irgendwo auf der Welt einer oder eine ihr oder sein Leben lässt, doch auch das Gegenteil zelebriere ich nicht, das überlasse ich den Kommentatorinnen und Kommentatoren auf diversen Online-Portalen der Tageszeitungen.

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Es tut mir leid wenn ich euch störe, Leute, aber ich tanze immer den letzten Tanz der Saison. In diesem Jahr hat es mir einer verboten. Aber ich lasse mir nichts verbieten. Ich werde tanzen, und zwar mit einer wundervollen Partnerin.

Erst wenn der letzte Lappen gelöhnt, die letzte Mark verjubelt und der letzte Groschen gefallen ist, werdet Ihr merken, dass man mit Bäumen nicht bezahlen kann.
16. November 2012, 18:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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