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Krieg und Krise am Beispiel Nahost

 
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Krieg und Krise am Beispiel Nahost
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O.B.M.F



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Robert Kurz

DER KRIEG GEGEN DIE JUDEN

Warum sich die globale Öffentlichkeit in der ökonomischen Krise gegen Israel wendet

ie politischen Reaktionen auf den Krieg in Gaza zeigen, dass Israel umso weniger Freunde hat, je bedrohlicher seine militärische Lage wird. Im Verhältnis der Kräfte findet eine tektonische Verschiebung statt. Schon immer ging es im Nahen Osten nicht um einen begrenzten Streit von regionalen Interessen, sondern um einen exemplarischen und ideologisch aufgeladenen Stellvertreter-Konflikt. In der Epoche des Kalten Krieges galt die Auseinandersetzung zwischen Israel und Palästina als Paradigma für den Gegensatz von westlichem Imperialismus unter Führung der USA und einem „antiimperialistischen“ Lager, um dessen Führung die Sowjetunion und China konkurrierten. Die Propaganda beider Seiten ignorierte dabei den Doppelcharakter des Staates Israel, der einerseits ein gewöhnlicher moderner Staat im Rahmen des Weltmarkts ist, andererseits aber eine Antwort der Juden auf die eliminatorische Ausgrenzungsideologie des europäischen und insbesondere des deutschen Antisemitismus. Israel wurde subsumiert unter eine weltpolitische Konstellation, in der es nie aufging.
Nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus und der „nationalen Befreiungsbewegungen“, die ein Programm „nachholender Entwicklung“ auf Basis des Weltmarkts formuliert hatten, veränderte sich der Charakter des Stellvertreter-Konflikts grundsätzlich. An die Stelle der säkularen Entwicklungsregimes trat im Nahen Osten und darüber hinaus der sogenannte Islamismus, der nur scheinbar als traditionelle religiöse Bewegung firmiert. Tatsächlich handelt es sich um eine postmoderne kulturalistische Krisenideologie eines Teils der längst verwestlichten Eliten in den islamischen Ländern, die das autoritäre Potential der Postmoderne repräsentieren und den gänzlich unislamischen europäischen Antisemitismus aufgesogen haben. Die am Weltmarkt gescheiterten Segmente des Kapitals in dieser Region erklärten den Krieg gegen die Juden zum exemplarischen Kampf gegen die westliche Vorherrschaft. Umgekehrt machte der westliche Krisenimperialismus mit den USA an der Spitze den Islamismus zum neuen Hauptfeind, nachdem er ihn zuvor im Kalten Krieg gepäppelt und mit Waffen versorgt hatte.
Diese neue Konstellation führte zu ideologischen Verwerfungen ungeahnten Ausmaßes. Der Neoliberalismus schien sich mit dem kapitalistischen Weltordnungskrieg gegen die „zerfallenden Staaten“ in den Krisenregionen und im Nahen Osten mit Israel zu identifizieren. Neofaschistische Strömungen in aller Welt gehen seither mit dem antisemitischen islamistischen „Widerstandskampf“ konform, obwohl sie gleichzeitig rassistische Stimmungen gegen Migranten aus den islamischen Ländern schüren. Auch große Teile der globalen Linken begannen umstandslos die Glorifizierung des alten „Antiimperialismus“ auf die islamistischen Bewegungen und Regimes zu übertragen. Das kann nur als ideologische Verwahrlosung gekennzeichnet werden, denn der Islamismus steht gegen alles, wofür die Linke jemals eingetreten ist; er verfolgt jedes marxistische Denken mit gnadenloser Unterdrückung und Folter, er stellt Homosexualität unter Todesstrafe und behandelt die Frauen als Menschen zweiter Klasse. Auch dafür ist keine traditionelle Religion verantwortlich, sondern eine kulturalistisch eingefärbte Militanz des kapitalistischen Patriarchats in der Krise, die sich auf andere Weise auch im Westen bemerkbar macht. Die unheilige Allianz des „sozialistischen“ Caudillismus eines Chavez mit dem Islamismus stellt nur die weltpolitische Ratifizierung dieses ideologischen Verfalls dar, die keine emanzipatorische Perspektive hat.
Seit dem historisch beispiellosen Finanzkrach im Herbst 2008 dreht sich die globale Konstellation abermals. Jetzt wird deutlich, dass der Zusammenbruch des Staatssozialismus und der nationalen Entwicklungsregimes nur der Vorschein einer großen Krise des Weltmarkts war. Der Neoliberalismus hat abgewirtschaftet und der kapitalistische Weltordnungskrieg wird unfinanzierbar. In dieser Situation zeigt sich, dass Israel immer nur ein Bauer auf dem Schachbrett des globalen Krisenimperialismus war. Schon die Bush-Administration hatte zuletzt das iranische Atomwaffenprogramm verharmlost. Die Interessen der USA und Israels treten auseinander; Obama hat keinen politisch-militärischen Spielraum mehr. Der islamistische Krieg gegen die Juden wird in Kauf genommen. Deshalb erscheinen die Raketenangriffe der Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung als unwesentlich; die globale Öffentlichkeit bezeichnet den Gegenangriff überwiegend als „unverhältnismäßig“. Die Palästinenser in Gaza werden als Opfer mit der Hamas identifiziert, als hätte sich dieses Regime nicht in einem blutigen Bürgerkrieg gegen die säkulare Fatah durchgesetzt.
So fällt die islamistische Propaganda vom Massaker an der Zivilbevölkerung auf fruchtbaren Boden. Tatsächlich nimmt die Hamas genau wie die libanesische Hisbollah 2006 die Bevölkerung als Geisel, indem sie Moscheen in Waffenlager verwandelt und ihre bewaffneten Kader aus Schulen oder Kliniken heraus feuern lässt. Die Weltmeinung übergeht das, weil sie die Hamas bereits als „Ordnungsmacht“ in der sozialen Krise anerkannt hat. Deshalb wendet sich der kapitalistische Pragmatismus bis in die liberale bürgerliche Presse hinein zunehmend gegen die israelische Selbstverteidigung. Das ist überhaupt das Geheimnis der neo-etatistischen Wende im Absturz der globalen Ökonomie: Die verelendeten Massen sollen autoritär befriedet werden; und dafür ist jetzt sogar der Islamismus recht, zumal wenn er sich formal demokratisch legitimieren kann. Auch eine Linke, die kein sozialistisches Ziel mehr hat und sich des postmodernen „Verlusts aller Gewissheiten“ brüstet, droht in der autoritären Krisenverwaltung aufzugehen und als ideologische Flankierung den islamistischen Krieg gegen die Juden hinzunehmen. Der Stellvertreter-Konflikt hat eine soziale Dimension auf globaler Ebene erreicht. Gegen den ideologischen Mainstream muss festgestellt werden, dass die Vernichtung von Hamas und Hisbollah eine elementare Bedingung nicht nur für einen prekären kapitalistischen Frieden in Palästina ist, sondern auch für eine Verbesserung der sozialen Verhältnisse. Wenn die Chancen dafür schlecht stehen, stehen sie gut für den Zerfall der Weltgesellschaft in die Barbarisierung.
13. Januar 2009, 16:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Wiiiiesooooo????

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13. Januar 2009, 17:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Was wieso? Wieso ich diesen Artikel reinposte? Weil er auf mögliche weltpolitische
Umbrüche in der laufende Krise hinweist. Der Abstand der USA zu Israel z.B. Die immer stärker werdende Akzeptanz autoritärer Krisenlösungsstrategien (in diesem Fall der politische Islam) und ähnlichem Wahnsinn.

Aber Vorsicht: Über meine Schlüsse aus dem ganzen habe ich noch gar nichts gesagt.
13. Januar 2009, 17:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ibrahim al Assy



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Zitat:
Deshalb erscheinen die Raketenangriffe der Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung als unwesentlich; die globale Öffentlichkeit bezeichnet den Gegenangriff überwiegend als „unverhältnismäßig“. Die Palästinenser in Gaza werden als Opfer mit der Hamas identifiziert, als hätte sich dieses Regime nicht in einem blutigen Bürgerkrieg gegen die säkulare Fatah durchgesetzt. So fällt die islamistische Propaganda vom Massaker an der Zivilbevölkerung auf fruchtbaren Boden. Tatsächlich nimmt die Hamas genau wie die libanesische Hisbollah 2006 die Bevölkerung als Geisel, indem sie Moscheen in Waffenlager verwandelt und ihre bewaffneten Kader aus Schulen oder Kliniken heraus feuern lässt.


In den vergangen 8 Jahren sind Tausende Raketen über Süd Israel geregnet, dabei sind über 20 Menschen gestorben.
Am ersten Tag der Bombardierung von Gaza sind schon 10mal mehr Menschen gestorben, bis heute sind es über 900. Nur so von wegen "verhältnismässigkeit"
Für mich ist es höchst offensichtlich dass dieser Krieg keine Verminderung der Terroristischen Aktivitäten der Palästinenser bringen wird, im Gegenteil produziert er noch mehr Menschen denen nichts mehr bleibt als ihr Hass auf Israel. Langfristig gesehen ist dieser Krieg eine Katastrophe für alle Menschen in der Region.
Die israelische Propaganda versucht es so zu drehen als sei die Hamas schuld an der Invasion und dem Bombardement Gazas und weist jede schuld von Israel.
Es ist natürlich klar, das die Hamas antisemitsche Spinner sind, doch der Hass der Palästinenser ist nicht neu, auch die Fatah enstand aus der PLO einer ehemaligen Terror organisation, auch wenn sie heute nur noch offensichtlich korrupte Bürokraten sind.

Typischerweise werden die Raketen angriffe der Hamas als Beginn des Konflikts dargestellt, es wird verschwiegen unter welchen Bedingungen die Bewohner Gazas zu leben gezwungen waren. Israel hat seit Jahren die Einfuhr der meisten Güter erheblich erschwert oder gar verunmöglicht, darunter auch für Nahrungsmittel und Medikamente.
Es wird so getan als würde sich dieses Massaker (ja massaker) nicht in eine jahrzehntelange Reihe von Verbrechen an den Palästinensern einreihen, (Siedlungsbau, Checkpoints, Mauer, Vertreibung, Massaker(sabra shatila, Deyir jassin usw.)

Zwar macht mir die plötzliche Solidarität der Leute mit Hamas und Co Sorgen, doch ist mir jede Rechtfertigung dieses Kriegs ein Gräuel...




Ps: Die zwei einzigen relevanten arabischen Parteien in Israel sollen von der Wahl ausgeschlossen werden. (ein fünftel der Israelischen Bürger sind arabisch!!)
13. Januar 2009, 19:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Savo



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kriege sind immer gegen uns gerichtet, egal wo und zwischen wem sie toben. wenn da linke ideologen von nationalen befreiern bis AD tüchtig mithetzen kann lediglich eine internationalistische perspektive eingenommen, auf diskussionen mit diesen ideologieträgern verzichtet und auf die toten arbeiterInnen - sei es im gaza-streifen oder israel - aufmerksam gemacht werden, die für die ihnen fremden klasseninteressen weggebombt und niedergemetzelt werden.

soldatenräte bilden!

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13. Januar 2009, 19:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Mon dieu! Dieser Artikel ist weder von mir hier reingestellt worden, noch - so vermute ich, wenn ich mir seine sonstigen Artikel so anschaue - von Kurz so verstanden worden, um einen "gerechten" Krieg oder ähnlichen Scheiss zu propagieren oder auch nur zu verteidigen.

Ich finde den Text interessant, weil er in der ganzen Histerie den globalen Rahmen, in welchem dieser Krieg stattfand/stattfindet, nachzeichnet.

1. Kurz Charakterisierung des (alten) Antiimperialismus als kapitalistisches Entwicklungsmodell der Länder des Trikonts zu Zeiten der Blockkonfrontation.

2. Des alten Antiimperialismus offensichtliches scheitern mit dem Niedergang der staatskapitalistischen Regimes und der dabei umgewandelten Funktion der alten und neuen "Block"-Konflikte in Kriege der neuen Weltordnung (die 1991 von Bush sen. ausgerufen wurde).

3. Die nachdenkenswerte These, dass mit dem Zusammenbruch des neoliberalen Kapitalismus die Konflikte einen neuen weltpolitischen Inhalt bekommen und über die Akzeptanz des politischen Islam als regionaler autortitärer Ordnungmacht neue Umgruppierungen und politische Strategien sich abzuzeichnen beginnen.

Was so ein Umbruch auf Weltebene bedeuten könnte und auf was für autoritäre Krisenlösungen die herrschende Klasse (auch wenn das Kurz wahrscheinlich nicht so sagen würde) in naher Zukunft auch bei uns setzen könnte, ist doch eine wichtige Frage. Oder nicht? (Und bevor es zu Missverständnissen kommt: Nein ich glaube nicht, dass es hier der politische Islam sein wird)

@Assy

Ich glaube dir das alles schon. Nur muss ich das nicht erst in diesem Forum lesen, dafür reicht momentan ein Blick in die Tagespresse.
14. Januar 2009, 13:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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http://nachdenklich.blogsport.de/2009/01/14/wo-laut-herrn-k-die-weltgesellschaft-das-zerfallen-anfaengt/

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14. Januar 2009, 13:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Was "nachdenklich" sich da rauspickt, ist ein Punkt und der liegt dem ganzen Text nicht mal zugrunde.

Es geht dabei doch vor allem darum:

Zitat:
Der Neoliberalismus hat abgewirtschaftet und der kapitalistische Weltordnungskrieg wird unfinanzierbar. In dieser Situation zeigt sich, dass Israel immer nur ein Bauer auf dem Schachbrett des globalen Krisenimperialismus war.


Es kann ja sein, dass Herr K. jetzt wirklich vorhat den antifaschistischen Fehler von den "Bedingungen der Möglichkeit..." zu wiederholen, aber das Widerspricht doch der seiner These (siehe Punkt 3 weiter oben) nicht.

Ist es denn wirklich undenkbar, dass der "Krisenimperialismus", um in K.'s Diktion zu bleiben, sich solcher Bewegungen bedient?
14. Januar 2009, 14:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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ähm, obmf, ich hab das nicht wegen dir geschrieben!!

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14. Januar 2009, 14:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Ich find den Text gar nicht schlecht.
Wollte das bloss als Ergänzung posten.

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14. Januar 2009, 15:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Sorry @Savo&Muoit

Aber dann versteh ich dein erstes lautes "Wieso?" nicht, Muoit.
14. Januar 2009, 16:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Das Thema!
War auch mehr ne ironische Anmerkung.

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14. Januar 2009, 17:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Ich verstehe. stupid
14. Januar 2009, 17:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Ibrahim al Assy hat Folgendes geschrieben:


Zwar macht mir die plötzliche Solidarität der Leute mit Hamas und Co Sorgen, doch ist mir jede Rechtfertigung dieses Kriegs ein Gräuel...



geht mir genau so..

aber so wie ich den herrn kurz in seinem text verstehe will er genau dass. die vernichtung der hamas um jeden preis:

"Gegen den ideologischen Mainstream muss festgestellt werden, dass die Vernichtung von Hamas und Hisbollah eine elementare Bedingung nicht nur für einen prekären kapitalistischen Frieden in Palästina ist, sondern auch für eine Verbesserung der sozialen Verhältnisse."

also zuerst mal vernichten um dann die "prekären sozialen verhältnisse" (an denen ja israel in keinster weise schuld trägt..) wieder herzustellen. (mit dem rest der leute die dann noch bleiben..)

nicht dass ihr mich falsch versteht, ich find die hamas auch absolute hühnerkakke und mir wär lieber die würds auch nicht geben. nur was haben die leute für eine alternative. die (wie assy geschrieben) korrupte fatah?

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
14. Januar 2009, 19:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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kommunismus?

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14. Januar 2009, 20:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ibrahim al Assy



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Beitrag Antworten mit Zitat
Savo hat Folgendes geschrieben:
kriege sind immer gegen uns gerichtet, egal wo und zwischen wem sie toben. wenn da linke ideologen von nationalen befreiern bis AD tüchtig mithetzen kann lediglich eine internationalistische perspektive eingenommen, auf diskussionen mit diesen ideologieträgern verzichtet und auf die toten arbeiterInnen - sei es im gaza-streifen oder israel - aufmerksam gemacht werden, die für die ihnen fremden klasseninteressen weggebombt und niedergemetzelt werden.

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Lieber Savo. So sehr ich deine Meinung dazu, insbesondere nach dem Lesen von unzähligen verblödeten pamphleten, schätze, sehe ich es trotzdem als gröbste Vereinfachung des Problems. Es lässt sich leider nicht alles auf dieser Welt mit Klassen interessen erklären. Und auch dein Vorschlag für die Palästinenser statt der Hamas oder der Fatah einfach den Kommunismus zu wählen scheint mir als Lösung des Konflikts eher realitätsfern.

@O.B.M.F : Ich wollte dir natürlich nicht irgendeinen Blödsinn unterstellen, ich weiss ja dass du einer von den Guten bist special thanx Auch finde ich den Text keinesfalls uninteressant, nur hat mich die von mir zitierte Passage echt in den Arsch gebissen...
14. Januar 2009, 22:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
O.B.M.F



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Zitat:
...einfach den Kommunismus zu wählen scheint mir als Lösung des Konflikts eher realitätsfern.


Es scheint allen realitätsfern. Nur befürchte ich manchmal, zum Leid der Menschen dort, dass alles andere noch unrealistischer ist.
14. Januar 2009, 22:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Lieber Savo. So sehr ich deine Meinung dazu, insbesondere nach dem Lesen von unzähligen verblödeten pamphleten, schätze, sehe ich es trotzdem als gröbste Vereinfachung des Problems. Es lässt sich leider nicht alles auf dieser Welt mit Klassen interessen erklären. Und auch dein Vorschlag für die Palästinenser statt der Hamas oder der Fatah einfach den Kommunismus zu wählen scheint mir als Lösung des Konflikts eher realitätsfern.


mir scheint der kommunismus wird im nahen osten noch so einige probleme zu bewältigen haben die wir hier nicht haben. aber leider auch umgekehrt.

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
15. Januar 2009, 02:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Danger Mines!!



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Savo hat Folgendes geschrieben:
kommunismus?


welchen, ich seh keinen...?

oder anders; wir führen den kommunismus ein im nahen osten, erstens einfach, zweitens alle probleme auf einen schlag gelöst.

aber danke, dass du mich darauf aufmerksam machst. hätt ich als lösung fast vergessen...

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20. Januar 2009, 00:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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was wolltest du denn hôren? demokratie für zwischendurch?

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20. Januar 2009, 06:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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vorerst mal frieden für zwischendurch? sicher aber kein krieg, auch gegen die scheiss hamas nicht.

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20. Januar 2009, 23:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Unglaublich! Ein Artikel zu Nahost der NICHT sabbert.
22. Januar 2009, 14:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Der Neoliberalismus hat abgewirtschaftet und der kapitalistische Weltordnungskrieg wird unfinanzierbar. In dieser Situation zeigt sich, dass Israel immer nur ein Bauer auf dem Schachbrett des globalen Krisenimperialismus war.

Robert Kurz

Und wie sich das auswirkt könnte:

Zitat:
Zwischen der geistigen Welt Obamas und der geistigen Welt Libermans und Netanyahus gibt es keine Brücke. Zwischen Obama und Barak und Livni gähnt auch ein Abgrund. Das Israel nach der Wahl könnte sich auf Kollisionskurs mit dem Amerika nach der Wahl befinden.

find den text nicht wirklich gut, hab nur rausgepickt: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29599/1.html

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27. Januar 2009, 20:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
O.B.M.F



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Eine internationalistische Stimme aus Nahost.
28. Januar 2009, 13:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Hier noch einen tollen Text gefunden:

http://lizaswelt.net/2010/07/05/volksgemeinschaft-gegen-israel/

Jaja, ich weiss, Thread-Necromancer.

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13. August 2010, 12:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Wirken die II



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... und die Metzelei geht weiter. Ist dies schon der konkrete Vorläufer der allgemeinen Weltmetzelei oder können wir es noch verhindern? Ein Versuch einen internationalistischen Standpunkt zu verbreiten:

http://de.internationalism.org/IKSonline2012_israelgaza1112

Ganz gut auch die Diskussion die sich im englischen Forum der IKS dazu entwickelt hat:

http://en.internationalism.org/forum/1056/red-flag/5345/israelgaza-attacks

Gibt es eigentlich im deutschsprachigen Raum auch internationalistische Forums oder Blogs?
22. November 2012, 21:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Erwartest du eine "allgemeine Weltmetzelei"? shocked

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argumentum ad baculum
23. November 2012, 10:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beitrag Antworten mit Zitat
Wenn es zum allgemeinen Weltgemetzel kommt, sind wir alle schon verloren. Ich denke aber, anders als die Italienische Kommunistische Linke richtig für die 30er-Jahre analysierte, stehen wir heute an einem anderen Punkt. Was aber die Methode anbetrifft, ist sie für mich immer noch wegweisend. Hierzu nur ein kleiner Auszug aus dem Buch Die Italienische Kommunistische Linke, 5. Kapitel; Der Krieg in Spanien, S.142;. Am Besten ist es natürlich die Texte von Bilan zu lesen.

Zitat:
Die Isolierung des spanischen Proletariats. Diese Niederlage und das Massaker an den spanischen Arbeitern an der Front erklärt sich aus dem internationalen Sieg der Konterrevolution:
„Ohne die Vernichtung der fortgeschritteneren Abteilungen des Weltproletariats hätten wir eine solche Tragödie nie erlebt (...) In Spanien
existierten nicht die Bedingungen für eine Schlacht des iberischen Proletariats,
die zu einem Signal für eine weltweite Wiederauferstehung des
Proletariats hätten werden können, obwohl die ökonomischen, sozialen
und politischen Gegensätze hier ausgeprägter waren als in anderen
Ländern” (ebenda).
Bilan fügte hinzu, dass es aus diesem Grunde unmöglich war, die aktuelle
Situation umzukehren, „wenn einmal die höllische Maschine in Gang
gekommen ist” (Nr. 38, Dez. 1936), und dass diese verzweifelte Lage
„nur ein für die Arbeiterklasse ungünstiges Kräftever-hältnis unter den
Klassen widerspiegelt” (Nr. 36, Okt. 1936, „L’isolement de notre fraction
devant les événements d‘Espagne).


Wieso sollen eigentlich Revolutionäre Vorhersagen treffen? Um den Klassenfeind richtig einzuschätzen, muss man auch das Kräfteverhältnis zwischen den Klassen versuchen einzuschätzen. Trotzki z.B. meinte, dass durch die spanischen Ereignisse, die Errichtung der Volksfrontregierung in Frankreich usw. sich eine neue revolutionäre Zeit anbahnte und darum meinte man müsse die IV Internationale aufbauen. Dies war eine kollossale Fehleinschätzung, wie der 2. Weltkrieg bewies. Hingegen zog die italienische komm. Linke, zumindest zu dieser Zeit noch, die richtigen Schlüsse, und machten die Analyse zu ihrer Hauptaufgabe in dieser konterrevolutionären Zeit, um Herauszufinden, wie es zur Niederlage der revolutionären Welle von 1917-23 gekommen war. Als Erbe dieser Tradition ermöglichte dies der IKS auch zu sehen, dass mit dem Mai 68 in Frankreich und der heisse Herbst 69 in Italien und den ganzen Aufbruch der damals stattfand eine neue ungeschlagene Generation da war.
Mai 68 und die revolutionäre Perspektive Die weltweite Studentenbewegung in den 1960er Jahren
http://de.internationalism.org/mai68/41

Auch wenn dies schon über 40 Jahre her ist, glaube ich, dass die Arbeiterklasse als Ganzes nicht geschlagen ist. Aber die ständig sich ausbreitenden Kriege sind schon eine immense Gefahr für das Bewusstsein der Arbeiter_innenklasse, da sie sich dann immer unter die jeweiligen nationalen oder anderen bürgerlichen Ideologien unterordnen und nicht ihr Klasseninteresse wahrnehmen.

Ich will dieses lange Post mit einem Zitat von Marx beenden um weitere Zellen in unseren Hirnen zu bauen, damit wir eine Antwort auf diese Situation finden.


Zitat:
Eine Spinne verrichtet Operationen, die denen des Webers ähneln, und eine Biene beschämt durch den Bau ihrer Wachszellen manchen menschlichen Bau­meister. Was aber von vornherein den schlechtesten Baumeister von der bes­ten Biene auszeichnet, ist, daß er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut. (Marx, Das Ka­pital, Band 1)

30. November 2012, 11:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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