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Ich bin Marxistin

 
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Ich bin Marxistin
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Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Ich bin Marxistin Antworten mit Zitat
jaja ich weiss schon ich soll nicht jeden scheiss tagi artikel kopieren... andererseits:

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Ich-bin-Marxistin-/story/31556199

Zitat:
Der Marxismus wird mittlerweile nur noch als Kampfbegriff gegen die Linken und Gutmenschen verwendet, beispielsweise vom «Tages-Anzeiger». Dort hiess es kürzlich: «Casting-Wettbewerb – gesucht Switzerland’s next Top-Marxist» als Antwort zum SP-Parteitag. So also geht das Schreckgespenst von Karl Marx in den Reihen der Sozialdemokratie wieder um. Die eigentliche Frage lautet jedoch: Weiss überhaupt noch jemand, was Marxismus ist?

Wenn ich die Welt betrachte, wird mir übel: Hunger, Arbeitslosigkeit und Unterdrückung auf der einen, Fettleibigkeit, Kommerz und Reichtum auf der anderen Seite. Natürlich beschämen uns all die kleinen schwarzen Kinder mit ihren dicken Bäuchlein und den grossen traurigen Augen, doch als Pate eines solchen ist man ja wieder aus dem Schneider. Sozial sind wir ja allemal, nur bei uns arbeiten und leben, das sollen sie dann bitte unterlassen. Schliesslich haben wir selbst zu wenig, ach ja, und unseren Reichtum haben wir uns auch selbst hart erarbeitet, ohne von anderer Ausbeutung zu profitieren.

Dummschwätzerei der bürgerlichen Politiker

Auch haben wir die Kriege, die Kolonien und den Imperialismus der anderen niemals heimlich unterstützt und uns daran bereichert. Und wer mit irgendwelchen Argumenten zum Bergier- Bericht, Waffenabkommen oder dem Bankgeheimnis kommt – das beweist keineswegs unseren Profit auf Kosten anderer. Glaubt man nicht einfach jede Dummschwätzerei der bürgerlichen Politiker und Ökonomen, welche uns weismachen wollen, Privatisierung und Sparprogramme seien zum Wohle der Gesamtbevölkerung, wird man schon als Kommunist verschrien. Marx sei Dank bin ich tatsächlich eine!

Als ich mit 17 Jahren zum ersten Mal mit der marxistischen Strömung «Der Funke» in Berührung kam, hatte ich, aus sozialdemokratischen Elternhause stammend, die typischen Vorurteile und Zweifel gegenüber dem Marxismus. Wie viele andere sah ich zwar die Vorzüge eines kommunistischen Systems, in dem alle Arbeit, einen gewissen Lebensstandard und Mitspracherecht besitzen, tat dieses jedoch als Utopie ab. Dazu kam noch die unvermeidliche Revolution, welche mir als ein unnötiges Blutvergiessen und zusätzlich als genauso unwahrscheinlich wie der Sozialismus selbst erschien. Gerade in der Schweiz sah ich ein solches Bestreben als geradezu lächerlichen Idealismus an. Natürlich wusste ich über den Marxismus auch nicht viel mehr als jeder halbwegs interessierte Gymnasiast, was wiederum nicht unbedingt weniger ist, als alle anderen Bildungsbürger darüber wissen oder zu wissen glauben.

Marx brachte mich zum Denken

Später lernte ich den Marxismus nicht einfach als Politik für den Sozialismus kennen, sondern als eine viel tiefere, viel grundlegendere Weltansicht. Die Dialektik, als Ergänzung zur formalen Logik, eröffnete mir ein völlig neues Denken. Die Gesellschaft, die Historie, alles zeigte sich mir nun als Komplex aus mit sich in Wechselwirkung befindenden Faktoren. Nicht mehr statisch und modellhaft, sondern im nie endenden Wandel begriffen. Historische Persönlichkeiten und Ereignisse wurden nicht mehr isoliert und systematisch überbewertet, so wie die Schule mich dies lehrte, sondern als vorübergehende Höhepunkte verschiedener im Widerstreit stehender Tendenzen betrachtet.

Was die ewigen Vorwürfe gegen den Marxismus angeht, hat der Kalte Krieg ganze Arbeit geleistet. Wer kennt nicht die Schreckensgeschichte des Realsozialismus, mit Stalin als grösstem Exponenten. Nun, Stalin war kein Marxist, im Gegenteil: Er hat der Arbeiterbewegung sowie dem marxistischen Gedankengut erheblichen Schaden zugefügt. Nicht nur, indem er einige der wichtigsten Marxisten seiner Zeit ermorden liess (Trotzki beispielsweise), sondern auch, indem er Russland nach der ersten erfolgreichen Revolution der Arbeiterklasse zu einem verzerrten Sozialismus deformierte.

Stalin – grausam wie die Nazis

Mit seinen ausschliesslich machtorientierten Theorien wie «Sozialismus in einem Lande» und der Degeneration der internationalen Arbeiterorganisation Komintern rechtfertigte er sein totalitäres Regime, das dem des Nationalsozialismus in seiner Grausamkeit in nichts nachstand. Wer den Marxismus auch nur in seiner simpelsten Form begriffen hat, macht sich deshalb völlig lächerlich in dem Versuch, den Stalinismus mit dem Marxismus gleichzusetzen.

Die blutige Revolution, die wir alle so fürchten, ist natürlich nicht zu vergleichen mit den bürgerlichen Revolutionen, die die Industrialisierung und unseren modernen Staat einleiteten, auf welchen wir alle so stolz sind. Die demokratische Tradition in der Schweiz, von rechts bis links hochgelobt, ist auf kein anderes Ereignis als auf die im höchsten Grade blutige Französische Revolution zurückzuführen.

Die Demokratie verteidigen

Als Sozialisten sind wir eigentlich die konsequentesten Verteidiger der Demokratie, so konsequent sogar, dass wir sie nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft fordern. Es ist doch nicht möglich, im Kapitalismus von einer Demokratie zu sprechen, wenn sich das gesamte ökonomische Konstrukt im höchsten Masse undemokratisch, nämlich in den Händen von wenigen Privilegierten, befindet. Es wäre doch eigentlich nur gerecht, wenn das arbeitende Volk in seinen eigenen Betrieben das demokratische Mitbestimmungsrecht besässe. Schliesslich sind es die Arbeiter und Konsumenten, die eine funktionierende Wirtschaft ermöglichen. Aber das sehen Herren wie «Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel natürlich als Angriff auf die Unternehmerfreiheit. Ja, Herr Köppel, das ist es auch! Sie begründen die exzessiven Löhne und Milliardenboni mit der Verantwortung, die die Manager zu tragen haben. Wir sagen, dass wir ihnen gerne etwas von dieser Last abnehmen und Verantwortung übernehmen!

Auf meine naive Argumentation kenne ich die nicht minder naive bürgerliche Antwort: Das kapitalistische System ermöglicht jedem ein angenehmes Leben. Er muss nur fleissig und diszipliniert arbeiten. Prädestinierte Armut gibt es nicht. Die Klassengesellschaft ist ausgestorben. Natürlich sind die 50% der Weltbevölkerung, denen nur 1% des globalen Vermögens gehört, einfach zu faul und zu dumm, und die knapp eine Milliarde Hungernden sind dann noch fauler und dümmer.

Man schaue sich eines der reichsten Länder der Welt an, die Schweiz, welches die Früchte des Kapitalismus in sich vereint. Sollte nicht zumindest in einem solchen Land allgemeiner Wohlstand herrschen – jener Wohlstand, der uns von der freien Marktwirtschaft immer versprochen wurde? Stimmt es denn nicht, dass die Bonzen in ihren Zürichbergvillen, Anzüge von Armani tragend, massenhaft vergoldete Truffes in sich reinstopfen und ihre Kinder an Privatschulen schicken, während die grosse Mehrheit in Billigwohnungen lebt, an einem Aldi-Brot kaut und deren Kinder in den staatlichen Schulen keine Abschlüsse durch Papis fette Brieftasche geschenkt kriegen?

Parallelwelt der Superreichen

Die Steuerstatistik weist 120'000 Millionäre aus. Diese 3% der Steuerpflichtigen haben so viel Vermögen wie die restlichen 97% zusammen. 0,3% der Steuerzahler mit über 5 Millionen Franken privatem Kapital verfügen sogar über fast ein Viertel des gesamten Vermögens in der Schweiz, hingegen besitzen 30% der Haushalte gar keine ersparten Mittel. Diese offensichtliche Ungerechtigkeit wird natürlich völlig verständlich, wenn man bedenkt, dass sich die wenigen Reichen ihr Vermögen mit eigenem Schweiss und Blut selbst erwirtschaftet haben: Genau aus diesem Grund halten wir ja an der Erbschaftssteuer fest.

Diese Parallelwelten sind eigentlich offensichtlich, und doch wollen es die meisten immer noch nicht wahrhaben. Und da setzte ich als «Funkistin» an. Wir «Funkisten» sind eine marxistische Strömung in der Juso und versuchen durch unsere Zeitung «Der Funke» (www.derfunke.ch), den Marxismus vor allem in der politisch wie auch gewerkschaftlich organisierten Jugend einzubringen. Die Sozialdemokratie hingegen bietet schon lange keine Gegenkraft mehr zum bürgerlichen Kuchen. Nicht nur hat sie sich von ihrer eigentlichen Basis, den Lohnabhängigen, abgewandt und führt seit langem einen lächerlichen Mitglieder- wie Sitzverteilungswettbewerb mit der CVP und den Grünen. Nein, stattdessen fungiert sie, instrumentalisiert durch ihren Parlamentarismus, längst als Feigenblatt für die bürgerliche Politik der Kürzungen und der sozialen Ungleichheit. Ganz im Gegensatz zur Juso, welche über ihre Mutterpartei hinaus zu einer eigenständigen und ernst zu nehmenden politischen Kraft heranwachsen konnte. Ziel unserer Politik ist es, gemeinsam mit den Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen und so auch für den Sozialismus zu kämpfen.

Den Protest globalisieren

Diesen Kampf versuchen wir auch über unsere Landesgrenzen hinauszutragen, um eine internationale Bewegung aller Lohnabhängigen zu schaffen. In einem globalisierten Ausbeutungssystem braucht es auch eine Globalisierung des Protests durch die Massen. Die internationale Solidarität ist zentral im Kampf gegen den Weltkapitalismus, ist sie doch unsere stärkste Waffe.

Ich als Jungsozialistin versuche, mich für eine bessere und gerechtere Welt einzusetzen. Der Sozialismus ist dann selbstverständlich das lang ersehnte Paradies. Dort fliegen übrigens auch die Hunde, und rosarote Schmetterlinge baden in Honigmilchseen. Vielleicht bin ich auch einfach Realistin in meiner Annahme, dass auch der Kapitalismus nicht das Ende der Menschheitsgeschichte darstellt und wie jedes andere bisherige Wirtschaftssystem einmal einem neuen, fortschrittlicheren System weichen muss. Gerade jetzt, in einer Zeit der Krisen und Erschütterungen, stellt sich die Frage: Ist die Zeit nicht gekommen, um die Welt neu zu ordnen, für uns und damit auch von uns?



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argumentum ad baculum
07. Dezember 2010, 13:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
jemand hat mal geschrieben:

Zitat:
Nirgends dürfen die Gewerkschaften das Sagen haben, die jeden Widerstand in die bestehende Ordnung integrieren. Überall müssen wir die Linke des Kapitals kritisieren, die den alten Plunder aus über hundert Jahren Reformismus feilbietet.


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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
07. Dezember 2010, 14:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Ich bin erstaunt, dass der Tagi dafür soviel Raum gibt, nachdem er eine ganze Breitseite auf alles abgefeuert hat, was sich auch nur schon getraute, den Kapitalismus irgendwie in Frage zu stellen (wie verkürzt, falsch und sozialdemokratisch auch immer).

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
07. Dezember 2010, 14:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
nehme mal an, da wird jemand persönliche kontakte zur redaktion haben... begrüssenswert wäre, wenn man ne gegenposition drucken lassen könnte - aber wir sind ja keine idealisten und die marxschen zeiten, in denen man als kommunistIn noch in der bürgerlichen presse veröffentlichen konnte, sind definitiv vorbei ;-)

mich haben heute schon dutzende leute auf den artikel angesprochen - umso mehr nervt mich olivias artikel.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)

Zuletzt bearbeitet von Savo am 07. Dezember 2010, 16:13, insgesamt einmal bearbeitet
07. Dezember 2010, 14:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Savo hat Folgendes geschrieben:
mich haben heute schon dutzende leute auf den artikel angesprochen - umso mehr nervt mich olivias artikel.


Aber das gibt dir ja genau die Gelegenheit, einige Dinge klar zu stellen?

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07. Dezember 2010, 14:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
ja, das stimmt. aber leider fehlt für eine gründliche diskussion oft die zeit und manchmal auch das interesse. die blosse erklärung, dass es verschiedene strömungen gibt, macht die sache dann auch nicht einfacher. lieber wäre mir, die leute würden wieder vermehrt ihr eigenes leben als ausgangslage für ihr denken&handeln herbeiziehen: und nicht den tagesanzeiger.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
07. Dezember 2010, 15:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
(...) Juso, welche über ihre Mutterpartei hinaus zu einer eigenständigen und ernst zu nehmenden politischen Kraft heranwachsen konnte. Ziel unserer Politik ist es, gemeinsam mit den Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen und so auch für den Sozialismus zu kämpfen.


ugly lol

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Power to the Pöbel!
07. Dezember 2010, 16:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Captain Iglu



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Beitrag Antworten mit Zitat
"lieber wäre mir, die leute würden wieder vermehrt ihr eigenes leben als ausgangslage für ihr denken&handeln herbeiziehen: und nicht den tagesanzeiger."

Ja mein lieber Genosse Savo, das scheint mir doch schon sehr von naivem materialismus zu zeugen ;) Ich glaube wir hatten sogar mal eine Diskussion in der realen Welt über dieses Thema. Der ideologische Faktor, auch wenn er auf einer materiellen Grundlage steht, wirkt halt auch auf die wirklichen Prozesse ein und kann sogar ein gewisses Eigenleben entwickeln.

Lieber Gruss aus dem leninistischen Iglu elvis
07. Dezember 2010, 16:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
schreib mir doch eine nachricht und erklär mir, was wir damals diskutiert haben und wer du bist. sonst kann ich mit verweisen auf "das reale leben" eher wenig anfangen und die ganze geschichte hier wird zum munteren rätselspiel. danke.

ansonsten würde mich vor allem interessieren:

- welchen begriff von ideologie hast du?
- hast du eine ideologiekritik und wenn ja, wie kannst du deinen ideologiebegriff mit ner marxschen ideologiekritik in einklang bringen?
- dann musst du mir mal kurz erklären, wie ein "ideologischer faktor" auf ner "materiellen grundlage" steht.

EDIT: - und was ein naiver materialismus (und was keiner) ist, wüsste ich auch gerne.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
07. Dezember 2010, 17:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Captain Iglu



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So mal ganz kurz und knackig:


1. Ideologie als Denkreflex über die wirkliche materielle Welt
2. dito
3. Aus einer materiellen Wriklichkeit, ergeben sich ideologische Reflexe, welche wieder auf die Wirklichkeit zurückwirken und sich phasenweise verselbststädnigen.

4. Naiver Materialismus geht davon aus, dass nur materielles "Sein" einseitig das "Bewusstsein" bestimmt. Eine dialektische Herangehensweise sieht jedoch die wechselseitigen Beziehungen zwischen Sein und Bewusstsein.

Lieber Gruss

Stichwort Gaswerk
07. Dezember 2010, 17:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beiträge: 3051

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ich habe eine gewisse mühe mit deinen antworten, weil sie meines erachtens mehr verschleiern, als tatsächlich klären. ich hatte und habe einigermassen grosse schwierigkeiten, deine begrifflichkeiten von dialektik und denkreflex zu verstehen. aus der abfolge der bisherigen kommentare (und unter einbezug meiner erinnerungen an unsere diskussion im "realen leben") komme ich aber zumindest zum schluss, dass du dem leninschen ideologiebegriff erliegst und gerade deswegen scheint es mir wichtig, erst einmal den begriff der ideologie von lenin und marx gegenüber zu stellen und die konsequenz deines ideologiebegriffes aufzuzeigen. die ausführungen nehmen etwas platz ein und sind vielleicht teilweise etwas unübersichtlich - ich hoffe dennoch, dass sich daraus eine diskussion entwickeln kann, welche nicht auf - in dieser verwendung als solche erscheinende - worthülsen wie denkreflex und dialektik verharrt.

nun gut:

ideologie und ideologiekritik bei marx/engels:
meines erachtens ist der ideologiebegriff von marx richtig und tauglich um gesellschaftliche phänomene zu verstehen, erklären und kritisieren. um den marxschen begriff etwas zu illustrieren, einige eckpunkte:

ideologie ist gesellschaftliches bewusstsein (moral, religion, recht, metaphysik, usw.) das sich gegenüber dem gesellschaftlichen sein der materiellen produktionstätigkeit verselbstständigt hat (die deutsche ideologie, mew 3, s. 26ff). indem sie wirklichkeit und gedanke verkehrt, bildet sie sich ein, durch veränderung des bewusstseins die gesellschaftliche praxis verändern zu können (die heilige familie, mew 2, s.55ff), während sie die bestehende wirklichkeit nur vermittels einer neuen interpretation anerkennt (die deutsche ideologie, mew3, s20). in ihr drückt sich der konflikt zwischen den produktivkräften und den produktionsverhältnissen aus (zur kritik der politischen ökonomie, mew13, s9). grundlage der ideologie bildet die trennung von körperlicher und geistiger arbeit sowie die klassenteilung (die deutsche ideologie, mew3, s31). sie verbleibt in unkenntnis ihrer sozialen triebfedern (engels an f. mehring, mew39, s97). in ihr wird die materielle macht der herrschenden klasse zur geistigen macht (die deutsche ideologie, mew3, s46). im gegensatz zur materialistischen dialektik leitet die ideologie das wesen der wirklichkeit aus dem begriff ab (anti-dühring, mew20, s89), oder aber sie bleibt an der oberfläche der erscheinungen haften (kapital, mew25, 324ff). obwohl sie falsches bewusstsein ist, kommt ihr insofern partielle richtigkeit zu, als sie die falsche, verkehrte wirklichkeit hinsichtlich der erscheinungen adäquat widerspiegelt und somit realer schein ist (kapital, mew23, s87). im fetischismus der warenproduktion entspringt die herrschaft der ideellen, scheinbar selbständigen abstraktionen der herrschaft der realen abstraktion, d.h. der versachlichung der menschlichen verhältnisse (grundrisse, 81ff).

(eine gute zusammenstellung der entsprechenden stellen findet sich bei lotter/meiners/treptow das marx engels lexikon)

zur differenz zwischen lenin und marx:
du führst nun den ideologiebegriff lenins ins feld und da ergibt sich eine fundamentale schwierigkeit: die beiden begriffe haben miteinander wenig gemeinsam. mit bernstein wurde ideologie erstmals mit dem marxismus in verbindung gebracht und in lenins was tun? ist wohl die grundlage für deinen begriff von ideologie zu finden:
"die frage (kann) nur so stehen: bürgerliche oder sozialistische ideologie (...) sozialismus ist die ideologie des kampfes der proletarischen klasse (...) der sozialismus wird in den klassenkampf des proletariats, der sich spontan und als elementare kraft auf der basis der kapitalistischen verhältnisse entwickelt, durch die ideologen eingeführt." (lenin, was tun?, gesammelte werke, bd 5, s. 395-396)

terry eagleton hat die widersprüche auf den punkt gebracht:

Zitat:
engels: falsches bewusstsein
plechanov: jede art gesellschaftlich determinierten denkens
bernstein und manchmal lenin: den politischen kreuzzug des sozialismus
lenin: wissenschaftliche theorie des sozialismus
(eagleton, ideologie, s. 107)

eagleton folgert nun - für mich schlüssig - dass diese "konfuse lage" den "doppelsinnigen formulierungen", welche im marxschen werk zu finden sind ("ideologie als illusion und als intelektuelles waffenlager einer gesellschaftsklasse") geschuldet ist. es geht als um den widerspruch zwischen ideologie als erkenntnistheorie (art der überzeugung) und ideologie in einer politischen funktion.

die ideologiekritik von marx untersucht die gesellschaftliche herkunft des warenfetischismus und - als unabhängig erscheinende - ideengebäude. geschichte passiert nicht einfach, sie wird durch die menschen gemacht. die untersuchung dieser vorgänge und zustände und natürlich auch ihre benennung ist - nach marx/engels - ideologiekritik.

lenin hingegen verstand unter ideologie(n) systeme von ideen und theorien, welche für den konkreten kampf zu nutzen sind, was eine komplett unterschiedliche auslegung des ideologiebegriffes bedeutet.

soviel mal zu ideologie und ideologiekritik bei marx und engels (die erkenntnisse "der kritischen theorie", insbesondere diejenigen, welche auf dem ansatz der neopsychoanalyse basieren, empfinde ich als weiterbringend, tragen aber vorerst wohl wenig zur diskussion bei).

zu deinen kurzen und knackigen antworten:

mysteriöser denkreflex:
es ist da also eine materielle welt, welche menschen um sich haben. und die menschen erleben diese welt. es folgt ein "denkreflex" über diese materielle welt. ok. also ist ideologie für dich alles denken über die (materielle) welt? woher kommen diese "denkreflexe"? wie/was werden sie bestimmt/bestimmt sie? das ist mir alles zu schwammig. der begriff des des denkreflexes klärt nicht, was genau ideologie denn nun ist.

naiver materialismus und dialektik:
du machst es dir dann auch zum schluss ziemlich einfach, wenn du mir einen "naiven materialismus" vorwirfst. ich habe nicht behauptet, dass es ein einseitiges verhältnis von materieller welt und ideologie gäbe. zur klärung, wie genau dieses verhältnis aussieht, trägst du dann freilich wenig bei, wenn du mit dem begriff der dialektik um dich schiesst. da wäre froh, wenn du mal erklären könntest, was genau diese dialektik genau ist und wie genau das dialektische verhältnis von ideologie und materieller welt ausschaut. ideologie beschreibt wohl tatsächlich die welt, wie sie oberflächlich funktioniert: die beziehungen sind im kapitalismus beziehungen zwischen waren und nicht zwischen menschen (das ist exakt das, was marx unter seinem begriff des warenfetischismus u.a. ausgeführt hat). das zu begreifen (das in einer warenförmigen gesellschaft die beziehungen erstmal zwischen waren funktionieren, die organisationsform dieser gesellschaft also die zwischenmenschlichen beziehungen nach ihrem eigenen charakter formiert), erfordert eine tiefergehende untersuchung dieser gesellschaft. zu dieser trägt man aber wenig bei, wenn man einfach bei der simplen feststellung verbleibt, dass da wohl irgendeine dialektik herrsche und ideologie einfach denkreflexe über die materielle welt seien.

konsequenzen des leninschen ideologiebegriffs:
soviel zu deinen antworten. damits hier nicht noch unübersichtlicher wird, stelle ich nun noch einige ausführen zum ideologiebegriff lenins und den konsequenzen eines solchen aus dem leninismus-text des letzten kosmoproleten rein, welche einiges gut veranschaulicht:


Zitat:
(...)Weil Lenin die marxsche Theorie zwar nicht als vollkommen vom ökonomischen Prozess entkoppelt, aber doch als vornehmlich der geistigen Tradition entstammend versteht, ist sie nicht mehr theoretischer Ausdruck der Bedingungen, der materiellen Entwicklungen und der proletarischen Bewegung, sondern das Produkt eines genialen Denkers. Unter diesen Voraussetzungen kann Lenin dann auch von einer «sozialistischen Ideologie» sprechen, welche der bürgerlichen Ideologie gegenüberstehe, statt von dem Gegensatz zwischen der Einsicht in die tatsächlichen gesellschaftlichen Verhältnisse und deren Erscheinungsformen an der Oberfläche.

Bei Lenin ist die Vermittlung der «sozialistischen Ideologie» das wesentliche Moment, um welches man sich in der Partei den Kopf zerbrechen müsse. Man müsse das Bewusstsein der Massen von oben sorgfältig mit sozialistischer Ideologie füllen, indem man taktvoll, aber zielgerichtet Propaganda betreibe. Der Erfolg dieser Politik ist laut Lenin weitgehend von der Fähigkeit der Parteifunktionäre abhängig, vor allem von ihrer Fähigkeit, die Massen nicht zu erschrecken, sondern taktisch klug auf sie einzuwirken. (...) Für Lenin ist der Kampf der Ideologien eine zentrale Kategorie. Ein gerne zitierte Passage lautet: «Die Menschen waren in der Politik stets die einfältigen Opfer von Betrug und Selbstbetrug, und sie werden es immer sein, solange sie nicht lernen, hinter allen möglichen moralischen, religiösen, politischen und sozialen Phrasen, Erklärungen und Versprechungen die Interessen dieser oder jener Klassen zu finden.» (Lenin; Ausgewählte Werke Bd. 1, S. 67) Es ist nun nicht von der Hand zu weisen, dass die Interessen konkreter Kapitalfraktionen tatsächlich für allerlei ideologisches Ungemach verantwortlich sind. Aber den Selbstbetrug, das falsche Bewusstsein als mutwillig in die Welt gebracht zu betrachten zielt meilenweit an der Realität vorbei. Es ist gerade ein wesentliches Moment der bürgerlichen Gesellschaft, dass an ihrer Oberfläche die tatsächlichen Verhältnisse mystifiziert erscheinen. Marx hat dies im Kapital – insbesondere im Fetischkapitel - grundlegend dargestellt. Darin ist die Wirkungsmacht bürgerlicher Ideologie erklärt. Kommunistische Theorie und Praxis ist keine Gegenideologie und auch keine reine Kritik der Gedanken, sondern der Versuch nach Ansätzen zu suchen um die praktische Selbstaufklärung und schliesslich Selbstaufhebung der Klasse zu befördern (...) Lenin versteht nicht die spezifische kapitalistische Form des Warenfetischismus und verallgemeinert die gesellschaftliche Trennung und die Versachlichung menschlicher Beziehungen überhistorisch. Das führt dazu, dass Lenin seine revolutionspädagogischen Vorstellungen in die sozialistische Gesellschaft hinein verlängert. (...)
(eiszeit, kosmoprolet 2, 174ff)

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
08. Dezember 2010, 17:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DonQuichotte



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"naiven materialismus"

=== diesen Vorwurf kenne ich irgendwoher..:)

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"Die Philosophie verhält sich zur realen Welt, wie das Onanieren zum Geschlechtsverkehr" Karl Marx
11. Dezember 2010, 14:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Käptn Kiff



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"Ziel unserer Politik ist es, gemeinsam mit den Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen und so auch für den Sozialismus zu kämpfen."

@Muoit: Jaja, da kannst du lachen! Aaaaaber: Das ist tatsächlich der Sozialismus-/Kommunismusbegriff, den 99% der Leute mit denen ich mich unterhalten habe, haben! Also weit sind "wir" (falls wir uns in dem Anliegen gemein sind das Eigentum und damit den Tausch hinter uns zu lassen) noch nicht gekommen.

Noch @ Kosmoprolet: "Wirkungsmacht" tönt euch nicht ein wenig tautologisch? Also nur der Begriff selbst, keine Kritik am Inhalt. Gab in der Titanic mal eine Comic mit Professor Dr. Wirkmacht wo das ganz verulkt wird.

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argumentum ad baculum
13. Dezember 2010, 15:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Captain Iglu



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Mein lieber Genosse

Ja mit der verfügbaren Zeit ist es halt so eine Sache, daher hatte ich meine Thesen vorerst auch nur „kurz und knackig“ formuliert, ohne die dahinter liegenden Überlegungen auszuführen. Und aus dem selben Grund kommt meine Antwort nun auch ziemlich spät.
Ich will hier nun versuchen aufzuzeigen, wieso meiner Meinung nach eine prinzipielle Verteufelung ideologischer Propagandaarbeit falsch ist, und den ideologischen Aspekt von gesellschaftlicher Veränderung aberkannt. Ich freue mich auf eine konstruktive Disskusion.

Ich muss noch festhalten, dass ich mich, entgegen deiner Vermutung, nicht wirklich mit dem leninschen Ideologiebegriff auseinandergesetzt habe, bin nun aber überrascht, dass meine Thesen, welche ich eher aufgrund meines Kommunikationsstudiums und meinen subjektiven Erfahrungen aufstelle, seinen Ausführungen nahe stehen

„mysteriöser denkreflex:
es ist da also eine materielle welt, welche menschen um sich haben. und die menschen erleben diese welt. es folgt ein "denkreflex" über diese materielle welt. ok. also ist ideologie für dich alles denken über die (materielle) welt? woher kommen diese "denkreflexe"? wie/was werden sie bestimmt/bestimmt sie? das ist mir alles zu schwammig. der begriff des des denkreflexes klärt nicht, was genau ideologie denn nun ist.“

Grundsätzlich muss ich festhalten, dass ich die Marxsche Ideologiekritik ihrer Aussage nach teile, jedoch hier den Begriff der Ideologie (hier als Denkreflexe beschrieben) ausgeweitet habe, zur Bezeichnung sämtlicher Theoretisierung der wirklichen Prozesse. Diese Theoretisierungen können sich entweder borniert auf die oberflächlichen Erscheinungen („falsches“ Bewusstein bei Marx) beziehen (bsp. Erde als Scheibe) oder sie können systematisch versuchen das innere Wesen der Erscheinungen heraus zu schälen. Man kann hier auch eine Unterteilung in Alltags- und wissenschaftlichem Bewusstein vornehmen. In diesem Erkenntnissprozess, egal ob „falsch“ oder „richtig“ bauen sich die Menschen zur Erfassung der hochkomplexen Wirklichkeit Modelle im Kopf zusammen, welche immer nur als Annäherung an diese betrachtet werden können. Damit fallen für mich, in Abgrenzung an Marx, die aus der Erforschung der inneren Bewegungsgesetze des Kapitals gewonnenen Erkenntnisse auch unter den Begriff „Ideologie“. Diese Vorstellungen der Welt führen dazu, dass sich die Menschen auch in gewissem Grade gemäss diesen Konstrukten verhalten (Erde wird im Kopf als Scheibe konstruiert, dies führte zur ängstlichen Vermeidung des Überschreitens, was wiederum zur Begrenzung der Seefahrt führte) Somit wirkt diese Vorstellung (Ideologie) auch wieder auf die Wirklichkeit zurück. Dies ist ein konkretes Beispiel der dialektischen Beziehung zwischen Sein und Bewusstein. Natürlich ist das Bewusstsein nicht so sehr abgekoppelt von den Vorgängen der wirklichen Welt, dass es sich immer mehr von dieser entfernen würde, wie es etwa postmoderne Konstruktivisten glauben. Vielmehr kann es zwar punktuelle Ausschläge und Zickzack-Fahrten vollbringen, muss sich aber über längere Zeit betrachtet den wirklichen Bedingungen fügen.

So viel mal zu meinem Ideologiebegriff.

Dein Beitrag konzentriert sich nun vor allem darauf die unterschiedlichen Auslegungen des Begriffs „Ideologie“ bei Marx und Lenin zu klären - wobei ich diese erläuterten, unterschiedlichen Theoretisierungen, nicht als in sich im Widerspruch stehend begreife.
Denn während Marx das, durch die Verdinglichung der menschlichen Beziehung entstandene, „falsche“ Bewusstsein der Warengesellschaft als „Ideologie“ beschreibt, erkennt meiner Meinung nach Lenin, deinen Ausführungen zufolge, die Funktion dieses „falschen“ Bewusstseins zur Stabilisierung der Herrschaft des Kapitals.

Und genau hier setzt auch meine These an. Auch wenn das „falsche“ Bewusstsein nicht von Agenten des Kapitals mutwillig in die Welt gesetzt wurde, so wird es doch vielfältig von eben diesen dazu benutzt um ihre Interessen durchzusetzen, ob mutwillig oder nicht, darüber liesse sich nur spekulieren. Dadurch, dass sie in ihrer Propaganda (Werbung, Medienbeiträge, Imagekampagnen, Wahlpropaganda usw.) am „falschen“ Bewusstein anknüpfen, reproduzieren sie es laufend. Indem dadurch diese Deutunsgmuster dominant angeboten werden, hält sich die Erkenntiskurve hartnäckig auf ihrer schiefen Bahn und die „Selbstaufklärung“ wird hinausgezögert (oder sogar verhindert?) Alle Kapitalfraktionen haben diese Macht der verselbstständigten Gedankenwelt längst erkannt, und bauen ihre Kommunikationsabteilungen überall aus. Und dies mit Erfolg. Die reaktionäre Stimmung gegen Ausländer wäre wohl kaum zu Stande gekommen, ohne die ideologischen Grossoffensive von Teilen des Kapitals. Hier stimmten Bürger, welche noch nie einen negativen praktischen Kontakt mit Ausländern hatten für die Ausschaffungsinitiative. Es würden wohl nicht Milliarden in Werbung investiert, wenn diese rein ideologische Propagandamassnahme keine Wirkung zeigen würde.
Auch unsere praktischen Erfahrungen mit Arbeitskämpfen lehren uns, dass auch dort stets der ideologische Faktor Teil der dortigen Prozesse ist. Mir ist kein Fall bekannt, wo dieser, hier von einem politisierten Belegschafts-Kern ausgehende, ideologische Teil keine Rolle spielte. Meistens waren es politisierte Arbeiter, welche mittels Kommunikation (Propaganda) auf ihre Arbeitskollegen einwirkten.

„Kommunistische Theorie und Praxis ist keine Gegenideologie und auch keine reine Kritik der Gedanken, sondern der Versuch nach Ansätzen zu suchen um die praktische Selbstaufklärung und schliesslich Selbstaufhebung der Klasse zu befördern (...)

Diese hier als „Gegenideologie“ beschriebene Propagandaarbeit ist aber immer automatisch ein Teil von kommunistischer Praxis. Dies, um es nochmals zu erläutern, weil eine Entwicklung des gesellschaftlichen Bewusstseins, eben nicht nur durch die reine isolierte Theoretisierung der praktischen Erfahrungen jedes einzelnen Individuums passiert, sondern auch Folge kommunikativer Tätigkeit (Gedankenaustausch) ist. Um ein weiteres konkretes Beispiel dafür zu erhalten, muss man sich nur einmal Fragen, durch welche Faktoren man eigentlich zum Kommunisten wurde. Einfach dadurch, dass wir das „richtige“ Bewusstsein durch rein praktische isolierte Erfahrungen erworben haben, oder war es eher ein Zusammenspiel der praktischen Erfahrungen, mit dem zeitlich auseinandergerissenen, per Buch (auch eine Propagandamassnahme) vermittelten Gedankeninput von Marx und anderen. Ich wage mal zu behaupten, dass es bei uns allen Zweiteres war.

Daher genügt es eben nicht, sich als Kommunist zurückzulehnen und einfach abzuwarten, bis eine reine revolutionäre Arbeiterbewegung vom Himmel fällt (Was schlussendlich die Konsequenz der grundsätzlichen Ablehnung von Propagandaarbeit, zu welcher sprachliche und nichtsprachliche gehört, wäre), sondern muss sich als bereits existierender kämpfender Teil der Bewegung begreifen und mit dem ideologischen Aspekt, der Teil jeder gesellschaftlichen Entwicklung ist, umzugehen wissen.

Lieber Gruss
15. Dezember 2010, 10:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Scally



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15. Dezember 2010, 11:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Diese hier als „Gegenideologie“ beschriebene Propagandaarbeit ist aber immer automatisch ein Teil von kommunistischer Praxis. Dies, um es nochmals zu erläutern, weil eine Entwicklung des gesellschaftlichen Bewusstseins, eben nicht nur durch die reine isolierte Theoretisierung der praktischen Erfahrungen jedes einzelnen Individuums passiert, sondern auch Folge kommunikativer Tätigkeit (Gedankenaustausch) ist. Um ein weiteres konkretes Beispiel dafür zu erhalten, muss man sich nur einmal Fragen, durch welche Faktoren man eigentlich zum Kommunisten wurde. Einfach dadurch, dass wir das „richtige“ Bewusstsein durch rein praktische isolierte Erfahrungen erworben haben, oder war es eher ein Zusammenspiel der praktischen Erfahrungen, mit dem zeitlich auseinandergerissenen, per Buch (auch eine Propagandamassnahme) vermittelten Gedankeninput von Marx und anderen. Ich wage mal zu behaupten, dass es bei uns allen Zweiteres war.


Also bei mir war das schon anders. Ich befand mich in einer scheiss Situation und diese Situation zwang mich, wie auch immer nur möglich, aus diesen starren Strukturen auszubrechen. Ich hab mich umgesehen, und bin dann hier gelandet. Also es war nicht der Kommunismus der mich hier her geführt hat, es war die eigene Scheisse in der ich mich befand.

Und so passiert dies auch bei der Klasse. Sie wird erst auf den Zug Kommunismus aufsteigen, wenn sie es nicht mehr aushaltet in ihrer eigenen Scheisse, wenn sich ihre Wut Bahn bricht. Und nicht weil sie einsieht das er nötig ist, was er zweifelsohne ist. Was du hier sagst, würde ja bedeuten, dass wenn alle revolutionären Ideen weg wären, eine Revolution unmöglich würde.

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15. Dezember 2010, 14:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Muoit



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Oder wie Karl Marx und Friedrich Engels schrieben:

«Die Ideologie ist ein Prozess, der zwar mit Bewusstsein vom so genannten Denker vollzogen wird, aber mit einem falschen Bewusstsein. Die eigentlichen Triebkräfte, die ihn bewegen, bleiben ihm unbekannt, sonst wäre es eben kein ideologischer Prozess. (...) Er arbeitet mit bloßem Gedankenmaterial, das er unbesehen als durchs Denken erzeugt hinnimmt und sonst nicht weiter auf einen entfernteren, vom Denken unabhängigen Ursprung untersucht, und zwar ist ihm dies selbstverständlich, da ihm alles Handeln, weil durchs Denken vermittelt, auch in letzter Instanz im Denken begründet erscheint.» F. Engels, Brief an Mehring (1893), MEW 39, 97.

«Das Bewusstsein kann nie etwas anderes sein als das bewusste Sein, und das Sein der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozess. Wenn in der ganzen Ideologie die Menschen und ihre Vorstellungen wie in einer Camera obscura auf den Kopf gestellt erscheinen, so geht dies Phänomen ebenso sehr aus ihrem historischen Lebensprozess hervor, wie die Umdrehung der Gegenstände auf der Netzhaut aus ihrem unmittelbar physischen.» K. Marx, Deutsche Ideologie, MEW 3, 26f.

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15. Dezember 2010, 17:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DonQuichotte



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"[...] einfach dadurch, dass wir das „richtige“ Bewusstsein durch rein praktische isolierte Erfahrungen erworben haben, oder war es eher ein Zusammenspiel der praktischen Erfahrungen, mit dem zeitlich auseinandergerissenen, per Buch (auch eine Propagandamassnahme) vermittelten Gedankeninput von Marx und anderen. Ich wage mal zu behaupten, dass es bei uns allen Zweiteres war."


Im Gegensatz zu allem was ich bisher gelesen habe, war es bei den meisten Schriften von Marx nicht so, dass ich dachte "oh, das ist aber interessant oder eine logisch Theorie", sondern ich merkte, dass hier meine Realität oder zumindest Lebensrealitäten die ich kenne beschrieben bzw. abstrahiert werden. Es war nichts eigentlich Neues sondern lediglich Alltägliches richtig in Bezug zueinander gesetzt...


Ansonsten, lieber Captain Igglu, würde ich dir folgende Lektüre empfehlen: http://www.mlwerke.de/me/me03/me03_009.htm

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"Die Philosophie verhält sich zur realen Welt, wie das Onanieren zum Geschlechtsverkehr" Karl Marx
15. Dezember 2010, 18:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Captain Iglu



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Auch wenn bei uns allen die treibende Kraft die materielle Situation war, bekamen wir dadurch trotzdem keinen Einblick in das Wesen des Kapatalismus. All unsere Erfahrungen hätten auch gut in eine oberflächliche Ideologie umschlagen können. Damit wir verstanden, dass unsere Misere eben auf einem ganz bestimmten sich längst überholten gesellschaftlichen Verhältniss gründet, brauchte es erst die Abstraktionsarbeit von einigen, welche vielen vermittelt wurde. Ich will hier natürlich nicht behaupten, dass nur Marx diese vollbringen konnte, trotzdem kann nicht jeder von uns, sein Leben dem Studium der Bewegungsgesetze des Kapitals widmen.
15. Dezember 2010, 18:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Das hört sich sehr sektirerisch an.

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
15. Dezember 2010, 19:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Captain Iglu



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Wiso?
Ab wann ist man für dich sektiererisch?
15. Dezember 2010, 19:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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/sign erster maat iglu (das boot ist nicht gross genug für 2 captains!).. ich halte zwar sehr viel von mir, aber die arbeitswertlehre hätte ich kaum aus dem ärmel geschüttelt ;) das ist doch der eine schöne satz, den ich noch von wissenschaftlichen betrieb in erinnerung habe: wir schauen so weit, nicht weil wir so gross sind, sondern weil wir auf den schultern von riesen stehen!

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argumentum ad baculum
16. Dezember 2010, 09:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag "Die Anliegen hinter dem Tanzprotest" Antworten mit Zitat
Die Jungs und Mädels vom Funke zeigen mal wieder ihre Qualitäten als "intellektueller Flügel der jungen Linken" und erklären wie man mit dem Aufstellen reformistischer Forderungen im Namen der Bewegung und mit der Diskreditierung der "Gewaltbereiten" die Revolution vorbereitet:

Zitat:
Landbote vom 5.10.2013: Die Anliegen hinter dem Tanzprotest Einen Abend lang diskutierten Angehörige der jungen linken Szene über die Beweggründe für die ...Tanzdemo – ein Blick ins Innenleben der Protestkultur. Eine Stunde lang redet er schon, Paul Maetschke, ein langer, 25-jähriger Deutscher, der bei der Jugendgruppe der Unia Zürich-Schaffhausen das Präsidium führt. Dann setzt Paul, den alle zu kennen scheinen, zum Fazit an: «Es ist ein Problem der Bewegung, dass ihr Programm zu diffus ist, um wahrgenommen zu werden. Wenn wir keine umsetzbaren Forderungen stellen, sind wir leicht zu diskreditieren.» Sozialistische Aufklärung Rund 50 junge Menschen sind es, die sich am Donnerstagabend im Kirchgemeindehaus an der Liebestrasse versammelt haben, um zu diskutieren – über ihre Bewegung, aber auch über die «beispiellose Polizeigewalt». Die meisten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Viele sind bei der Juso, andere bei der Unia. Das liegt auch am Veranstalter. Eingeladen hat «Der Funke», die marxistische Strömung in Juso und Gewerkschaften, deren Ziel es ist, die «Organisation der Arbeit wieder hinter den Sozialismus zu scharen». Es ist der intellektuelle Flügel der jungen Linken, der sich hier trifft. «Der Funke», so heisst es, sympathisiere mit den Demo-Organisatoren, zähle aber nicht zu diesen. In seinem Referat geht Maetschke den Ursprüngen der Bewegung nach. Er zeichnet das Bild einer global wachsenden Opposition zwischen einer protestierenden Zivilgesellschaft und einem repressiven Staat. Zur Illustration zeigt er eine Weltkarte, die Demonstrationen im Zeitverlauf mit Lichtpunkten darstellt. Während im letzten Jahrhundert nur da und dort ein paar Lichter aufflackern, wird der europäische und amerikanische Kontinent ab 2000 und noch mehr ab 2008 hell erleuchtet. Darin spiegle sich die Finanzkrise, sagt Maetschke. Das Kapital rentiere an den Aktienmärkten nicht mehr und werde in Immobilien umgeschichtet. Die Folge: Die Mieten stiegen, Alteingesessene werden verdrängt, Clubs kommen in Bedrängnis, Freiräume verschwinden. Botellones und Reclaim-the-Streets seien erste Antworten auf diese Entwicklungen gewesen. Beide Bewegungen seien nun in den Tanzdemos verschmolzen. In Bildern geht Maetschke die friedlichen und die eskalierten Demonstrationen der letzten Jahre durch. Wer die Schuld an der Gewalt hat, steht dabei nicht in Frage: die Polizei, der es nicht gelingt, wenige Gewaltbereite von der friedlichen Mehrheit zu trennen. Schliesslich zählt er auf, mit welchen Forderungen die Bewegung auftreten könnte: kein Kulturraumabbau mehr, tiefere ÖV-Gebühren, Rücknahme der Unternehmenssteuerreform II, Verzicht auf Überwachungskameras, der Rücktritt von Stadträtin Barbara Günthard-Maier – ein Sammelsurium. Viele Ideen, viele Meinungen Der Katalog kommt im Plenum nicht nur gut an: «Wenn man Forderungen formuliert, schafft man kein neues Bewusstsein», sagt eine junge Frau. Ein anderer meint: «Wir müssen die Gesellschaft umkrempeln.» Prompt wird ihm entgegnet: Das System sei zu stabil, um es zu ändern. Es folgen ein Plädoyer für die Kommune und die Replik: «Ist ja schön, wenn du einen coolen Bauernhof hast, aber mir bringt das nichts.» Juso-Präsident Nyima Tsering bringt die Diskussion auf Winterthur: Den Unmut über die Polizeiaktion gelte es jetzt «produktiv zu kanalisieren». Eine Bombendrohung sei der falsche Weg. Dann ist die Repression Thema: «Man wird am Abend im Stadtpark von der Polizei verjagt», sagt einer. Ein anderer ärgert sich über das Verbot, nach 24 Uhr mit einem Bier vor einer Bar zu stehen. Dann pendelt die Diskussion zurück ins Allgemeine. Die Si­tua­tion für linke Anliegen sei nie günstiger als heute gewesen, sagt einer der Juso. Das zeige sich in der Zeughausabstimmung, aber auch bei der 1:12-Initiative. Eine Teilnehmerin spricht allen Mut zu: «Am Anfang jeder Veränderung ist die Jugend zuerst aufgestanden. Es dauert eben etwas länger, bis auch die Älteren merken, dass sie immer weniger kriegen.» (mcl) Marc Leutenegger


Noch besser geht das natürlich mit Bewilligung: http://www.landbote.ch/mobile/news/detail/article/gesuch-fuer-kundgebung-auf-neumarkt-eingereicht/gnews/99248673/

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07. Oktober 2013, 13:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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widerliche karrieristen.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
07. Oktober 2013, 16:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Here we go, auf gehts Funke:

http://www.landbote.ch/detail/article/wir-wollen-nur-friedlich-demonstrieren/gnews/99248696/

P.S. Der Job des Juso-Chefs wird 2014 vakant.... das wäre doch die revolutionäre Chance für die Funken?

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
07. Oktober 2013, 22:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Zitat:
Das System sei zu stabil, um es zu ändern

Wenn wir keine umsetzbaren Forderungen stellen, sind wir leicht zu diskreditieren



was für ein deprimierter haufen! kein wunder:

Forderungen (mit denen) die Bewegung auftreten könnte: kein Kulturraumabbau mehr, tiefere ÖV-Gebühren, Rücknahme der Unternehmenssteuerreform II, Verzicht auf Überwachungskameras, der Rücktritt von Stadträtin Barbara Günthard-Maier


wer sich für das juso-präsidium interessiert, der sei gewarnt: markus gilli wartet schon auf dich um dich mit zitierten sprüchen übers knie zu legen!

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argumentum ad baculum
08. Oktober 2013, 08:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Erneute-Tanzdemo-in-Winterthur/story/31970903

Zitat:
Die Veranstalter (Juso/Funke!) sind überrascht, dass sie von der Stadt ohne Probleme eine Bewilligung für den Anlass erhalten haben.


Na die wissen aber Bescheid über den bürgerlichen Staat!

@Kiff
Merke: "auftreten könnte". Jetzt wurde der linksintellektuelle Verbalreformismus nochmal realitätstauglicher formuliert:
Zitat:
Verschiedene Forderungen stellen die Jugendlichen aber: Darunter die lückenlose Aufklärung des polizeilichen Vorgehens an der Tanzdemo sowie die Rücktritte von Polizeivorsteherin Barbara Günthard-Maier und Polizeikommandant Fritz Lehmann. Zudem soll Geld für jene 19-Jährige gesammelt werden, die durch ein Gummigeschoss die Sehkraft auf einem Auge weitgehend verloren hat.


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08. Oktober 2013, 12:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



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na, das würde doch zu den linken Fraktionen des Kapitals passen. Meine Güte, diese Rekuperationscheisse der Juso fängt langsam an wirklich problematisch zu werden... headie
nieder mit der Linken!

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"ihr aber werdet die soziale Frage wissenschaftlich lösen, d.h. mit euerm grossen Maule. Der brutalen Herrschaft gegenüber seid ihr fein, d.h. ihr seid selber mehr oder weniger Bourgeois. Nur weiter, ihr anständigen Leute, die soziale Frage aber wird brutal gelöst werden; der Racheruf der Unterdrückten wird brutal ertönen" - Der Communist, N°17, 1893
12. Oktober 2013, 18:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Manchmal beleidigt einen die bürgerliche Ideologie (gerade bei Linke) geradzu!

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Power to the Pöbel!
13. Oktober 2013, 05:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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