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The American Way of Life - Momente einer negativen Utopie

 
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The American Way of Life - Momente einer negativen Utopie
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Wintermute



Anmeldedatum: 06.10.2009
Beiträge: 25

Beitrag The American Way of Life - Momente einer negativen Utopie Antworten mit Zitat
Anbei ein Link zu einem Youtube-Video der linksprogressiven Organisation "Real Progressives" anlässlich der US-Präsidentenwahl.

Grumbine: The one time we will address Donald Trump.
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=W5FIyO--Y9o

Ich unterstütze die Organisation, weil ich an das Konzept der "monetären Souveränität"/MMT glaube.Was mich an dem Video etwas gestört hat, war die starke moralische Emphase dieses "Vaters von zwei schönen Töchtern", man solle Frauen "nicht als Stück Fleisch behandeln", "Frauen aufreissen" (Womanizing) sei "bourgeois" (sic!), und ich möchte von Euch wissen, ob Ihr diese Ansicht teilen.

Zu den USA allgemein gibt es einen recht guten Text des kritischen Soziologen Meynhard Creydt

The american way of life - Momente einer negativen Utopie

(...) Keinem Volk der Erde ist es so selbstverständlich wie den US-Amerikanern, "aß der Nutzen eines die Freiheit schützenden Gewaltmonopols in der Unterstützung der in der Konkurrenz Erfolgreichen besteht" (Marxistische Gruppe 1979/17). Zugrunde liegt die Gewißheit, daß Opfer für den "Erfolg der Erfolgreichsten" sich lohnen, weil allein ihr Erfolg letztendlich auch zum Erfolg Amerikas führe. Zwischen den Bürgern soll kein anderes Kriterium gelten als "die Tüchtigkeit in der Konkurrenz" (ebd. 18). Jeder Verfälschung der Konkurrenz durch Widerstand seitens der 'Untüchtigen' sei entgegenzutreten. "Übertriebener Gesetzesidealismus" verbietet sich "in den Fällen, da die Größe des Erfolgs der Rechtswidrigkeit Recht gegeben hat - es kann schließlich kein Zufall sein, daß die Mafia außer in Süditalien am genau entgegengesetzten Pol im Spektrum rechtsstaatlicher Lebensart, in New York, ebenso zu Hause ist" (ebd. 20). Wo im Bewußtsein der Bürger das Gemeinwohl derart unmittelbar und ohne schlechtes Gewissen mit dem Erfolg der Tüchtigen ineinsfällt, wird auch die geringe Wahlbeteiligung nicht als Problem empfunden. "Richtig politisiert ist vielmehr, wer im Konkurrieren aufgeht, seine Bemühungen um einigen Erfolg für sich als die beste Form staatsbürgerlicher Pflichterfüllung versteht" (ebd. 27). Wo die Förderung der Konkurrenz und der Geschäfte den Dreh- und Angelpunkt der Staatsaufgaben bildet, dort verbinden die US-Amerikaner "glühende Vaterlandsliebe mit weitreichendem Desinteresse an ihrem Staat", und es ist "ihnen überhaupt kein Widerspruch, ihren Amerikawahn durch deutlichste Demonstration lokalpatriotischer Borniertheit und Eigenbrötlerei zu desavouieren", weil sie "in einem Wort - Nationalisten, aber keine Parteigänger des Staates sind" (MSZ 1976/7). In aller Selbstverständlichkeit, mit der US-Amerikanern ihre gesellschaftlichen Verhältnisse als Natur vorkommen, wird Politik dann vorrangig dort wahrgenommen, wo die den US-Amerikanern natürlichen Ideale nach außen abgesichert und durchgesetzt werden können und müssen. "Wenn hohlköpfige Kritiker das zu unserem privatkapitalistischen System gehörige Motiv des Profits mies machen, so ignorieren sie die Tatsache, daß es die wirtschaftliche Grundlage all der Menschenrechte ist, die wir besitzen, und daß ohne es alle Rechte bald verschwinden würden (...)" (Dwight D. Eisenhower, US-Präs. 1953-61).
Quelle: http://www.sopos.org/aufsaetze/3e7f2cf886a5d/1.phtml
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Vorschau für YouTube-Video "The One Time We Will Address Donald Trump" ansehen

The One Time We Will Address Donald Trump

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=W5FIyO--Y9o
21. Oktober 2016, 03:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Ich unterstütze die Organisation, weil ich an das Konzept der "monetären Souveränität"/MMT glaube


äääh was? island

_________________
argumentum ad baculum
25. Oktober 2016, 14:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wintermute



Anmeldedatum: 06.10.2009
Beiträge: 25

Beitrag Monetäre Souveränität (Real Progressives) Antworten mit Zitat
Monetäre Souveräntität ist ein post-keynesianisches Konzept. Monetäre Souveränität ist in der Schweiz nicht möglich, weil wir auf Bundesebene eine "Schuldenbremse" installiert haben. (Die Schuldenbremse war der Titel einer Verfassungsänderung der Schweiz, die am 22. Juni 2001 durch die Bundesversammlung und am 2. Dezember 2001 per Volksabstimmung beschlossen wurde. Es handelt sich dabei um eine Fiskalregel auf der Bundesebene mit dem (zyklisch bereinigten) Haushaltsergebnis als Steuerungsgrösse. Durch diese Verfassungsregelung soll der Bund verpflichtet werden, Einnahmen und Ausgaben über den Konjunkturzyklus hinweg im Gleichgewicht zu halten.Die Schuldenbremse ist seit 2003 in Kraft.)

Roger Malcolm Mitchell erklärt das Konzept "Monetäre Souveränität" auf seiner Website.

https://mythfighter.com/2010/08/13/monetarily-sovereign-the-key-to-understanding-economics/

Hier noch der Link zu den "radikalen Reformern" (Real Progressives) in den USA, die diese Spielart der politischen Ökonomie zu ihrer Grundlage gemacht haben.

http://www.realprogressivesusa.com/news/tag/monetary%20sovereignty

Dass man an das Konzept der monetären Souveränität - in einem Satz "Steuern finanzieren die Staatsausgaben nicht" glaubt, setzt jedoch meines Erachtens voraus, dass man in der Ökonomie auf Kausalbeziehungen verzichtet (was für Marxisten sicherlich schwer einzusehen ist).
26. Oktober 2016, 07:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wintermute



Anmeldedatum: 06.10.2009
Beiträge: 25

Beitrag Modern Monetary Theory (MMT) Antworten mit Zitat
"Bei der Modern Monetary Theory (auch: Modern Money Theory, oft abgekürzt: MMT) handelt es sich um eine Strömung des Postkeynesianismus, in der die Analyse des Geldsystems zentral ist. Zur Anwendung kommt die Methode der doppelten Buchführung, mit deren Hilfe u. a. die Kreditschöpfung, die Instrumente der Zentralbank und die fiskalischen Operationen analysiert werden. Grundpfeiler sind die Theorie der sog. endogenen Kredit- oder auch Geldschöpfung, nach der Banken gegen Sicherheiten Kredite gewähren, ohne dass sie dafür auf Ersparnisse zurückgreifen, sowie die Theorie des von Georg Friedrich Knapp begründeten Chartalismus, nach der ein Staat erst Geld in Umlauf bringt bevor er es durch Steuern wieder vernichtet". (Wikipedia)
26. Oktober 2016, 07:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Antworten mit Zitat
Was seid ihr? - ein anti-Maastricht/Schuldenbremsen-verein oder was? Ich checks nicht. https://de.wikipedia.org/wiki/Postkeynesianismus ist das dein ding?

_________________
argumentum ad baculum
26. Oktober 2016, 16:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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