Forum-Übersicht
RegistrierenSuchenFAQMitgliederlisteBenutzergruppenLogin
Peru

 
Neue Antwort erstellen    Forum-Übersicht » Revolution & Klassenkampf Thema drucken Vorheriges Thema anzeigen
Nächstes Thema anzeigen
Peru
Autor Nachricht
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Peru Antworten mit Zitat
Zitat:
Protest gegen Dekret 1090

Perus Präsident Alan García gerät wegen seiner neoliberalen Wirtschaftspolitik weiter unter Druck. Treffen indigener Völker in Puno


Von Benjamin Beutler

Peru steht eine gewaltige Protest- und Streikwelle bevor. Anlaß ist das »Präsidialdekret Nr. 1090«, eine Modifikation des Gesetzes für Wald und wilde Fauna, erlassen von Präsident Alan García. Die in der »Interethnischen Vereinigung für die Entwicklung des Regenwaldes« (AIDESEP) zusammengeschlossenen Indigenenverbände befürchten Ausverkauf und Raubbau des tropischen Amazonasgebietes, das knapp 65 Prozent Perus bedeckt und große Vorräte an Erdöl und Gas birgt. Der von der Regierungspartei »Revolutionäre Amerikanische Volksallianz« APRA dominierte Nationalkongreß hatte eine Abstimmung zur Kassierung des Dekrets bis zuletzt immer wieder torpediert. Die oppositionelle »Peruanische Nationalpartei« (PNP) des bei den Präsidentschaftswahlen 2006 nur knapp unterlegenen Kandidaten Ollanta Humala sieht jedoch darin einen Verfassungsverstoß und strebt die Annullierung der Norm an.

Als Anfang dieser Woche endgültig feststand, daß der Kongreß nicht weiter über 1090 beraten wird, kündigte AIDESEP-Vorsitzender Alberto Pizango ab 11. Juni eine »landesweite Mobilisierung« an. »500 Jahre haben sie uns Tod und Verderben gebracht, immer unter dem Vorwand der Entwicklung. Heute sehen wir dieselbe Situation«, begründet Pizango die erneute Kampfansage. Erst im Mai dieses Jahres hatten heftige Proteste peruanischer Amazonas-Bewohner gegen den illegalen Verkauf von Land und die Vergabe von Förderlizenzen an ausländische Erdölfirmen für bürgerkriegsähnliche Bilder gesorgt. Erst nachdem Präsident García Antiguerillaeinheiten des Militärs gegen Demonstranten eingesetzt hatte, entschied sich die AIDESEP-Führung für eine Rückkehr an den Verhandlungs­tisch. Dort setzte die APRA-Regierung auf Verschleppungstaktik und hoffte auf Abnutzung der Protestbewegung, zumal die Verhandlungsergebnisse des Runden Tisches sämtlicher Parteien für die Gesetzgebung im Kongreß nicht bindend sind.

Dieses politische Kalkül geht jedoch nicht auf. Die Opposition, die bei den Wahlen 2006 ihre größten Erfolge in den wirtschaftlich benachteiligten Berg- und Amazonasregionen feiern konnte, bläst jetzt erneut zum Angriff. Im Beisein übergelaufener Parlamentarier der »Union für Peru« (UPP) und des »Volksblocks« (BP) versicherte der AIDESEP-Vorsitzende einen friedlichen Verlauf der Protestaktionen. »Die indigenen Völker respektieren die Menschenrechte«, so Pizango, den Regierungskreise immer wieder als »Terrorist« zu kriminalisieren suchen.

Der AIDESEP-Führer ist kein Unbekannter. Seine Entschlossenheit in Sachen Widerstand bewies er bereits im August 2008. Damals organisierte er die Proteste von Amazonas-Bewohnern und besetzte zwei Förderanlagen eines Gasfeldes, das von der argentinischen Pluspetrol-Firma ausgebeutet wurde, sowie eine Erdölpipeline. Auch 2008 wurde schwer bewaffnetes Militär entsandt, doch verhinderte der Kongreß eine Eskalation und kassierte die kritisierten zwei Landvergabegesetze.

Die indigenen Völker organisieren sich immer effektiver. So trafen sich an den in der Tradition der Aymara- und Quechuavölker heiligen Ufern des Titicacasee zuletzt 7000 Delegierte verschiedener Indigenen-Verbände. Auf dem zu Wochenbeginn in der peruanischen Kleinstadt Puno zu Ende gegangenen vierten »Treffen der indigenen Völker Abya Yala« bündelten sie ihre Kräfte im »Kampf gegen die anhaltende Kolonisierung Amerikas« und riefen zu Protestaktionen in ganz Lateinamerika auf.

http://www.jungewelt.de/2009/06-06/036.php

Zitat:
Dutzende Tote bei Ureinwohner-Unruhen in Peru

Lima (AFP) — In Peru sind die Proteste von Ureinwohnern wegen der Bedrohung ihres Lebensraumes eskaliert: Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei kamen im Norden des südamerikanischen Landes offenbar dutzende Menschen ums Leben. Nachdem die Polizei versuchte, eine Straßenblockade aufzulösen, wurden nach Behördenangaben elf Beamte und sieben Indianer getötet. Ein Anführer der Proteste sprach von 25 getöteten Ureinwohnern. Die Demonstranten nahmen 38 Polizisten als Geiseln. Bei einem Einsatz zu deren Befreiung kamen mindestens neun Polizisten ums Leben.

Die Ureinwohner werfen Perus Staatschef Alan García vor, dass er in den vergangenen beiden Jahren die Beschränkungen für Gas- und Ölförderung sowie für die Wald- und Landwirtschaft in den Regenwaldgebieten lockerte und damit ihren Lebensraum gefährde. Die Proteste dauern bereits seit Anfang April an.

Zu den gewalttätigen Auseinandersetzungen kam es nach Behördenangaben, als etwa 400 Polizisten in der Nähe der nordperuanischen Amazonas-Stadt Bagua gegen etwa 2500 zum Teil mit Speeren bewaffnete Ureinwohner vorgingen. Die Beamten räumten eine zehn Tage zuvor errichtete Straßensperre. Bei den Ausschreitungen seien elf Polizisten ums Leben gekommen, davon fünf in einem Hinterhalt durch Speerwürfe der Indianer, erklärten der peruanische Regierungschef Yehude Simon und Innenministerin Mercedes Cabanillas. Zudem seien drei Zivilisten getötet und 113 Menschen, darunter fünf Polizisten, verletzt worden.

Eine Mitarbeiterin der örtlichen Staatsanwaltschaft sowie ein Arzt des Krankenhauses in Bagua sprachen hingegen von insgesamt sieben getöteten Indianern. Laut einem Anführer der Proteste, Alberto Pizango, starben 25 Ureinwohner. Er warf der Regierung einen "Völkermord" an den Indianern vor. Die Polizeigewalt sei "Teil eines Plans zur Übergabe der natürlichen Rohstoffe an ausländische Unternehmen, der die Privatisierung unseres Bodens einschließt."

Regierungschef Simon erklärte, dass etwa 1000 Ureinwohner 38 Polizisten in ihre Gewalt gebracht hätten. Die Indianer drohten damit, die Polizisten zu ermorden und die Ölförderanlage von Bagua anzuzünden. Bei einem Militäreinsatz zur Befreiung der Geiseln kamen nach Polizeiangaben neun Sicherheitskräfte ums Leben, sieben weitere Beamte würden vermisst. 22 der 38 gekidnappten Polizisten konnten demnach aus der Hand der Ureinwohner befreit werden.

http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gNf5v0R-u0970dNg6arvE7nxUgKA?index=0
08. Juni 2009, 08:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Auch in Peru gehts ab:

Zitat:
Angesichts Zehntausender, die auf Demonstrationen am 28. Dezember 2017 abermals seinen sofortigen Rücktritt forderten, versucht PPK – wie der Präsident Perus allgemein genannt wird – selbstverständlich sich zu verteidigen. Dass er den mörderischen Diktator Fujimori begnadigt habe, sei Teil einer Politik der Versöhnung, die das Land jetzt brauche, so die offizielle Argumentation (in der der Fakt nicht auftaucht, dass diese Begnadigung unmittelbar auf die gescheiterte Abstimmung über PPKs Amtsenthebung folgte, bei der ihn Abgeordnete von Fujimoris Partei retteten). Eine Politik des Hasses werde das Land zerreißen, so der Versuch, die Regierung politisch wieder in die Offensive zu bekommen. Garniert mit plötzlich beschlossenen Entschädigungszahlungen an die Familien der Opfer Fujimoris… Neben bisher zwei Ministern sind auch eine ganze Reihe weiterer hoher Funktionäre der Regierung zurück getreten. Währenddessen hat sich am 27. Dezember ein „Nationales Kampfkomitee“ gebildet, dem neben zahlreichen demokratischen Gruppierungen, sozialen Bewegungen und den Gewerkschaftsverbänden CGTP und CUT auch alle Organisationen von Opfern Fujimoris angehören. Für den 11. Januar 2018 ist ein weiterer Protesttag angekündigt und der Gewerkschaftsbund CGTP bereitet einen Aufruf zum Generalstreik vor – die Gewerkschaften im Süden des Landes hatten bereits zum jetzigen Protesttag 28. Dezember zum Streik aufgerufen, was an vielen Orten auch geschehen ist.

http://www.labournet.de/internationales/peru/politik-peru/streiks-im-sueden-des-landes-riesige-demonstrationen-quer-durchs-land-wachsende-ruecktrittswelle-in-der-hauptstadt-der-peruanische-praesident-bald-am-ende/


_________________
"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
30. Dezember 2017, 22:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Neue Antwort erstellen    Forum-Übersicht » Revolution & Klassenkampf Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu: 
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Design by Freestyle XL / Music Lyrics.Deutsche Übersetzung von phpBB.de