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Iran

 
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Iran
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Rul0r
Und0rdog


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Beitrag Iran Antworten mit Zitat


Sehr heftig ist 2:00 wo ein Zivi probiert die Journis vorm Filmen abzuhalten, der dann aber von der Meute verjagt wird.
Ich mein.. das ist der Iran. Ich glaube sowas ist ziemlich neu für dieses Land.

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Oh, you hate your job?
Why didn't you say so?
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- George Carlin
14. Juni 2009, 18:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
Und0rdog


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Ach ja.. unter dem folgenden Link gibts Live-Twitter aus Iran die sich auf die Situation dort beziehen.
http://iran.twazzup.com/

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14. Juni 2009, 18:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Scally



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Beitrag Re: BBC Bericht aus dem Iran [English] Antworten mit Zitat
..


Zuletzt bearbeitet von Scally am 25. November 2013, 16:13, insgesamt einmal bearbeitet
14. Juni 2009, 19:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Auch hier gibts immer mal wieder Artikel zum Thema:

http://cosmoproletarian-solidarity.blogspot.com/
14. Juni 2009, 20:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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rul0r:
http://www.m-hekmat.com/De/0910de.html
http://www.m-hekmat.com/

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Power to the Pöbel!
14. Juni 2009, 22:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
Und0rdog


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Ich weiss um die iranische Revolution. Keine Ahnung warum ich gestern nicht daran dachte.
Naja. Ich hatte irgendwie von Persepolis her den Eindruck dass man vor der Geheimpolizei etwas mehr Respekt hat.

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- George Carlin
15. Juni 2009, 11:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Die Mullahs kriegen es mit der Angst um ihren schönen "Gottesstaat" zu tun:

Khamenei ordnet Überprüfung der Wahl an

Moussavi-Lager sagt Kundgebungen vorläufig ab


Die IKS Türkei hat einen Text verfasst zur Situation im Iran (allerdings hab ich hier nur eine Übersetzung in Englisch):

Mass Demonstrations in Iran: "Tanks, bullets, guards, nothing can stop us!"
15. Juni 2009, 15:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Der Text lohnt sich me. auch, wenn man die historischen Hintergründe bereits kennt.

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Power to the Pöbel!
15. Juni 2009, 23:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Mehr Videos und Bilder auf diesem Blog:

http://shooresh1917.blogspot.com/2009/06/specter-is-haunting-iran-specter-of.html
15. Juni 2009, 23:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Ali Schirasi (deutsch) ist auch schon seit geraumer Zeit immer nah am Geschehen:
http://alischirasi.blogsport.de/

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
17. Juni 2009, 00:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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wenn jemand was zur situation von reisenden im iran erfährt, bitte PM oder hier rein schreiben...werde anfang juli versuchen reinzukommen.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
17. Juni 2009, 00:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
gero



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Zitat:
wenn jemand was zur situation von reisenden im iran erfährt, bitte PM oder hier rein schreiben...werde anfang juli versuchen reinzukommen.


Davon würde ich spätestens jetzt absehen.

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Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen.
17. Juni 2009, 08:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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nene, das wird schon klappen... ;-)

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17. Juni 2009, 09:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Scally



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Beitrag Antworten mit Zitat
..


Zuletzt bearbeitet von Scally am 25. November 2013, 16:54, insgesamt einmal bearbeitet
17. Juni 2009, 10:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
Und0rdog


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Beim Eda steht noch nichts spezielles:
http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/travad/hidden/hidde2/iran.html

Solange dort nicht von einer Einreise abgeraten wird, kann man getrost hingehen. Die kennen die Situation meist sehr gut.

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- George Carlin
17. Juni 2009, 10:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
gero



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Solange dort nicht von einer Einreise abgeraten wird, kann man getrost hingehen. Die kennen die Situation meist sehr gut.


Scherz, oder?

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Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen.
17. Juni 2009, 11:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Beitrag Antworten mit Zitat
Easy, solange du dich nicht an Demos rumtollst!

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
17. Juni 2009, 12:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Kennt jemand Seiten, in denen die Inhalte der Opposition vernünftig dargestellt werden?

PS: Jürgen Elsässer muss echt mal jemand die Fresse polieren.

Zitat:
Glückwunsch, Ahmadinedschad!
Eine schöne Schlappe für den Imperialismus im Iran! Schon die zweiten Wahlen dieses Jahr vergeigt. Zuerst in Moldawien, wo die Twitter- und Facebook-Revolution voll in Arsch ging. (Jetzt versucht man es dort mit der Spaltung der regierenden Kommunisten). Und jetzt Iran. Der Präsident hat klar gewonnen. Und die Leute, die dagegen demonstrieren, sind erkennbar eine kleine Minderheit: Die Jubelperser von USA und NATO.


Zitat:
Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben


http://juergenelsaesser.wordpress.com/2009/06/16/warum-sie-uns-hassen/

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2009/06/15/gluckwunsch-ahmadinedschad/

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Power to the Pöbel!
17. Juni 2009, 13:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
http://worker-communistpartyofiran.blogspot.com

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Power to the Pöbel!
17. Juni 2009, 14:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
Und0rdog


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Beitrag Antworten mit Zitat
gero hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Solange dort nicht von einer Einreise abgeraten wird, kann man getrost hingehen. Die kennen die Situation meist sehr gut.


Scherz, oder?


Wenn es dich beruhigt, ja.

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- George Carlin
17. Juni 2009, 16:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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Beitrag Antworten mit Zitat
far hat Folgendes geschrieben:
Easy, solange du dich nicht an Demos rumtollst!

kennst ja den savo. der würde sowas nie tun.

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
17. Juni 2009, 17:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Wohnort: süsch no was?!

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warum nicht hingehn? als ausländer können sie dich höchstens unsanft ausweisen. und spätestens nach geglückter revolution wieder rein.. schade eigentlich wollt ich diesen sommer mit ner karre von hier nach indien. nun fliegen wir wegen bürokratenhürden und preis. ich wär gern mal kurz vorbeigedüüst.

reisen in iran ist eigentlich kein problem so lange mensch sich in den teilen des iran aufhält die für touris zugänglich sind. mensch muss bei der einreise auch ziemlich genau sagen was mensch wo machen will. viel mehr weiss ich nicht...

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
17. Juni 2009, 20:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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WSWS zum Iran:

Für Arbeitermacht und einen sozialistischen Iran
19. Juni 2009, 17:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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http://www.neues-deutschland.de/artikel/150780.opposition-in-iran-wer-ist-das.html
20. Juni 2009, 10:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
wendy kritisiert:

http://wendy.blogsport.de/2009/06/16/free-tibet-auf-persisch-ein-ganzes-land-als-projektionsflaeche-zur-begeisterung-einiger-linker-ueber-die-oppositionellen-ausschreitungen-im-iran/

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
20. Juni 2009, 11:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Antworten mit Zitat
lysis kontert:

http://lysis.blogsport.de/2009/06/17/wider-den-antirevolutionaeren-verbalradikalismus-ein-blogsport-battle-mit-wendy/

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20. Juni 2009, 11:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
Muoit hat Folgendes geschrieben:
Kennt jemand Seiten, in denen die Inhalte der Opposition vernünftig dargestellt werden?

PS: Jürgen Elsässer muss echt mal jemand die Fresse polieren.

Zitat:
Glückwunsch, Ahmadinedschad!
Eine schöne Schlappe für den Imperialismus im Iran! Schon die zweiten Wahlen dieses Jahr vergeigt. Zuerst in Moldawien, wo die Twitter- und Facebook-Revolution voll in Arsch ging. (Jetzt versucht man es dort mit der Spaltung der regierenden Kommunisten). Und jetzt Iran. Der Präsident hat klar gewonnen. Und die Leute, die dagegen demonstrieren, sind erkennbar eine kleine Minderheit: Die Jubelperser von USA und NATO.


Zitat:
Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben


http://juergenelsaesser.wordpress.com/2009/06/16/warum-sie-uns-hassen/

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2009/06/15/gluckwunsch-ahmadinedschad/


dass der sich überhaupt noch auf die strasse traut, verwundert mich ein wenig...

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21. Juni 2009, 01:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
die iranischen busfahrer haben ein schreiben veröffentlich, in dem sie sich mit der sozialen revolte solidarisieren:

http://narcosphere.narconews.com/thefield/iranian-bus-workers-join-resistance

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21. Juni 2009, 11:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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über den bereits genannten twitter, aber auch andere webseiten und foren wird zur landesweiten niederlegung der arbeit aufgerufen.

wie ich gehört habe, wird aber seit tagen nicht mehr wirklich gearbeitet...

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21. Juni 2009, 11:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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scheinbar sind die arbeiterInnen von iran khodro, dem grössten automobilhersteller des irans, im streik. viele hoffen nun auf eine beteiligung der arbeiterInnen in der ölindustrie.

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21. Juni 2009, 11:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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die RSO mit hintergrundinformationen (auch aus früheren jahren):
http://www.sozialismus.net//content/view/1224/1/

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21. Juni 2009, 13:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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interessant:

http://www.tagesanzeiger.ch/mobile/ausland/naher-osten-und-afrika/Junge-Iraner-wollen-Wohlstand-nicht-politische-Freiheit/s/26510083/index.html

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22. Juni 2009, 23:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Beitrag Antworten mit Zitat
Savo hat Folgendes geschrieben:
wendy kritisiert:

http://wendy.blogsport.de/2009/06/16/free-tibet-auf-persisch-ein-ganzes-land-als-projektionsflaeche-zur-begeisterung-einiger-linker-ueber-die-oppositionellen-ausschreitungen-im-iran/


shit, das ist ja schlimm... vor allem die diskussion...

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23. Juni 2009, 11:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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ja, eher peinlich das ganze.

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23. Juni 2009, 11:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
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Ist es nicht eher so, dass, falls dieser Heinz Moussavi an die Macht kommt, die Menschen dort unten sehen, dass sich ein feuchter Dreck verändert? Und dann erst richtig die Post abgeht?

_________________


Zuletzt bearbeitet von Pressluftpinocchio am 23. Juni 2009, 14:57, insgesamt einmal bearbeitet
23. Juni 2009, 12:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Cjarner
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Oi!Gümper hat Folgendes geschrieben:
Ist es nicht eher so, dass, falls dieser Heinz Moussavi an die Macht kommt, die Menschen dort unten sehen, dass sich ein feuchter Dreck verändert? Und dann erst richtig die post abgeht?


meinst du so wie die rosenrevolution in georgien, die saakaschwili an die macht gebracht hat, und den nun alle wieder weg haben wollen...? ist doch eher ein einzelfall...

ich glaube das ganze ist nur eine iranische parodie auf obama. halt ein bisschen andere sitten und so, aber abgekatertes spiel, nur um der welt zu zeigen: yes we can!

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Übrigens, das möcht ich noch loswerden, versteh ich nicht warum ums Klauen im Allgemeinen so ein riesen Bohei und Schwanzvergleich gemacht wird. Hab auch schon Leute erlebt, die Klauen für das coolste der Welt halten, dies bei jeder Gelegenheit kundtun und dann auch noch dumme Sprüche loslassen, wenn einer was bezahlt. Wozu? Klauen oder sein lassen. Das coolste der Welt ist eh Punkrock.
23. Juni 2009, 14:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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ich glaube nicht, dass moussavi ein zentraler faktor in dieser geschichte ist. einerseits wissen die leute ganz genau, wer moussvai ist und was er getan hat und zum andern halten sich die meisten menschen auf den strassen weder an seine weisungen noch an seine parolen.

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23. Juni 2009, 14:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://bazonline.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Die-Lage-im-Iran-koennte-kippen/story/30168496#

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24. Juni 2009, 10:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Zitat:
Interview mit einem Iranischen Anarchisten über die Proteste im Land

 

"Man hat vor niemandem mehr Angst" - Interview mit einem Iranischen Anarchisten über die Proteste im Land


Das folgende Interview von ALB-Noticias (alasbarricadas.org) mit Unterstützung von José Antonio Gutiérrez (Aktivist von anarkismo.net) wurde mit Payman Piedar geführt, exilierter Iranischer Anarchist, der sich bereits an zahlreichen libertären Initiativen in der EU und in Peru beteiligt hatte. Ausserdem war Payman Piedar Redaktor der anarchistischen Zeitschrift Nakhdar, die in Englisch und Farsi erschienen ist.

Im folgenden Interview versuchen wir inmitten der Verfälschungen der westlichen und der Zensur der Iranischen Medien zu erruieren, was wirklich in diesen Tagen im Iran passiert. Obwohl wir nicht vor einem Aufstand mit revolutionärem Charakter stehen, steigen in der Hitze des sozialen Aufruhrs die Aussichten auf breiten zivilen Ungehorsam.

1. Man sagt, dies seien die wichtigsten Demonstrationen seit der Revolution von 1979... Sehen Sie eine Kontinuität zwischen den Protesten von damals und heute?

Ja, es ist richtig, dass diese Mobilisierungen oder Demonstrationen die grössten und wichtigsten seit der Revolution von 1979 sind. In der Tat begann es damals genau so wie heute.

Der Schah, ein Diktator und Marionette des US-Imperialismus, beging den Fehler, keine Kritik an seiner Herrschaft zu dulden, und das Volk, das seine langjährige repressive Regierungszeit satt hatte, erhob sich endlich und schickte ihn auf den Müllhaufen der Geschichte.

Ebenso gibt es eine Kontinuität zwischen den Ereignissen von 1979 und heute, denn die Revolution, oder besser gesagt der Aufstand von damals - in Wahrheit war es keine soziale, sondern eine politische Revolution, ein blosser Wechsel von einer monarchischen zu einer theokratischen Herrschaft -, wurde von den Mullahs (Religionsgelehrte) mit Ajatollah Khomeini an der Spitze in Beschlag genommen, und es begann die Ära eines neuen diktatorischen Regimes.

Unter solchen Umständen sehnt sich das Volk nach der Freiheit wie nach Brot und Wasser - und es ist bereit, dafür zu sterben. Vor allem die Jungen, da 65% der Iranischen Gesellschaft jünger als 30 Jahre sind und genug davon haben, erniedrigt und unterdrückt zu werden. Mehr noch, diese Bewegung, die bereits als eine andere Revolution erscheint, die, so hoffe ich, jetzt weitergehen wird, ist die Wiederaufnahme des Kampfes für die Verfassung von 1905, der nie zu einem Ende kam. Die Freiheit, auch nur bloss in ihrer bürgerlichen und begrenzten Form, ist etwas, dass die Iranische Gesellschaft bis heute nicht kennt. Die demokratische Regierung von Dr. Mosadegh dauerte lediglich zwei Jahre, von 1951 bis zum August 1953, weil die US-amerikanische Regierung und die CIA sie stürzten, noch bevor sie das gleiche mit derjenigen von Arbenz Gũzman in Guatemala 1954 taten.

2. Inwiefern glauben Sie, dass die aktuellen Mobilisierungen das theokratische Regime schwächen können?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach. Alles hängt davon ab, bis zu welchem Grad diese Mobilisierungen fortgeführt werden. Glücklicherweise ist die Aura, die "Würde" der Mullahs, im Speziellen diejenige von Khamenei, dem Nachfolger von Khomeini, angegriffen worden. Wir haben bereits den Slogan "Stirb Khamenei" gehört, und gestern verbrannten sie sein Bild auf der Zanjan-Strasse in Teheran. Dieses Zeichen ist sehr wichtig. Man hat vor niemandem mehr Angst.

Schon fast ist der Moment gekommen, in dem "die von unten es nicht mehr ertragen", wie Lenin sagte, aber es fehlt noch ein Stück, damit "die von oben nicht mehr regieren können". Heute habe ich gehört, dass in Qom, dem Vatikan der Schiiiten, ein Bruch zwischen den hohen religiösen Führern stattgefunden hat. Eine Fraktion gab die Order, die älteste Tochter von Rafsandschani, einem der mächtigsten, reichsten und korruptesten Ajatollahs, zu verhaften; er war zwischen 1989 und 97 Präsident; am folgenden Tag, also heute, liessen sie die Tochter wieder frei. Rafsandschani hat zwei wichtige Posten in der staatlichen Hierarchie inne, einer davon ist der Vorsitz im Expertenrat, der den obersten religiösen Führer, im Moment also Khamenei, wählen oder abberufen kann.

Somit ist es möglich, dass dieser Rat Khamenei abwählt, wenn die Vorfälle und Mobilisierungen für einige Tage oder Wochen anhalten. Was kommt danach? Es kann sein, dass der Rat eine Gruppe von acht Personen an die Stelle eines obersten religiösen Führers setzt. Es gibt bereits Gerüchte über diese Möglichkeit. Oder, im besten Fall, hört die Bewegung nicht auf bis zur totalen Niederlage des theokratischen Systems.

Vergessen wir nicht, dass diese Stimmung entstanden ist, weil Khamenei den Fehler begangen hatte, die gefälschte Wahl im letzten Freitagsgebet abzusegnen. Aus diesem Grund ist es sehr unwahrscheinlich, dass er einen Rückzieher macht oder dass die Bevölkerung eine allfällige Entschuldigung annehmen würde. Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Die Bourgeoisie und die religiösen Anführer können auf dem Rücken des Volkes zu einer Einigung kommen und die Situation zu beruhigen suchen. Ich sehe dies jedoch als schwierig an.

3. Welche Rolle haben die ArbeiterInnen bis jetzt in diesen Mobilisierungen gespielt? Gibt es eine Möglichkeit, dass der Protest sich im Interesse der arbeitenden Klassen entwickeln könnte?

Freilich hat es innerhalb dieser Mobilisierungen ArbeiterInnen aus verschiedenen Sektoren: Handel und Dienstleistung; aus dem informellen Sektor; Selbstständige, Marginalisierte und Arbeitslose. Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass 25-35 % der Bevölkerung ohne Arbeit sind. Abwesend sind jedoch die ArbeiterInnen aus dem wichtigsten Sektor, nämlich aus der Öl- und Petrochemie-Industrie, die hauptsächlich im Süden des Landes in der Nähe des Persischen Golfes beheimatet ist. Der Tag, an dem diese ArbeiterInnen innehalten und in den Generalstreik treten, bedeutet der Erfolg der Revolution, oder, besser gesagt, die vollständige Niederlage des theokratischen Regimes. Damit diese Bewegung für die Interessen des Proletariats eintritt, müssen sich die ArbeiterInnen dieses Sektors daran beteiligen und die Initiative darin übernehmen.

4. Man betont fortwährend die Mobilisierung der Opposition, aber sicherlich haben auch die Anhänger von Ahmadinejad in grosser Zahl mobilisieren können - vielleicht sogar noch stärker als jene (was aus offensichtlichen Gründen von der westlichen Presse ignoriert wird). Was treibt die Anhänger des Iranischen Regimes auf die Strasse?

Erstens, die Anhänger des Regimes von Ahmadinejad sind nicht zahlreicher als diejenige der Opposition. In Wirklichkeit war das Resultat der Präsidentschaftswahlen das folgende: Moussavi bekam etwas mehr als 19 Millionen Stimmen, Karrobi, der andere "Reformer", 13 Millionen, Rezaie, politisch Ahmadinejad nahestehend, wenn auch ein wenig "moderater", 3 Millionen, und Ahmadinejad selbst etwas mehr als 5 Millionen. Die Anzahl ungültiger Stimmen belief sich auf rund anderthalb Millionen.

Die Anhänger von Ahmadinejad kommen hauptsächlich aus ärmeren Bevölkerungsschichten, die einen Betrag von $50 und Chipstüten erhielten. Ebenso aus Pensionärskreisen, die just einige Tage vor den Wahlen einen hohen staatlichen Zuschuss für ihre Renten bekamen: vorher waren es $200, nun $600. Und vergessen wir nicht, dass dieses Regime über drei bis fünf Millionen junge Bassiji verfügt, eine paramilitärische Miliz, vergleichbar mit der Falange von Franco, und die ihre Mitglieder hauptsächlich aus den unteren Schichten rekrutiert. Dazu kommen noch deren Familien, die wegen einer monatlichen finanziellen Zuwendung grundsätzlich hinter dem Regime stehen. Aber es gibt auch eine geringe Zahl an StudentInnen, die während der Wahlkampagne diesen Bonus von $50 ebenfalls erhielt.

Ich nehme an, dass es ebenso einige Kreise im unteren Mittelstand gibt, die Ahmadinejad gewählt haben, da dieser während seines Wahlkampfes ein paar Namen von korrupten, in Mafiastrukturen verwickelten Politikern genannt hatte (u.a. Rafsandschani).

5. Gibt es einen Klassenunterschied zwischen der einen und der anderen Seite? Wir stellen diese Frage, weil bei Ermangelung einer gefestigten und klaren revolutionären Alternative die ArbeiterInnenklasse und die Armen im Allgemeinen gewöhnlich für konservative Anliegen eintreten...

Es gibt keine grossen Differenzen zwischen den Parteien der Mächtigen. Alle sind Teil der Bourgeoisie. Niemand "repräsentiert" den Mittelstand, die unteren Schichten oder das Proletariat. In ökonomischer Hinsicht sind alle beteiligten Parteien für den Neoliberalismus, für Privatisierungen und für eine Politik im Sinne der Welthandelsorganisation - mit minimalen Differenzen hinsichtlich der staatlichen Zuwendungen an die Armen. Die einen wollen ihnen monatlich etwas mehr Geld geben, die anderen wollen diese Hilfen via Preissenkungen beim Brot, beim öffentlichen Verkehr und bei den Versicherungsprämien gewähren.

Politisch betrachtet will die Opposition allerdings einen demokratischen Eindruck machen: sie steht ein für Redefreiheit, ist gegen die Zensurierung oder Unterbindung von regierungskritischen Publikationen, lehnt die Todesstrafe für Minderjährige ab, will den Frauen im öffentlichen Sektor mehr Chancen bieten, wehrt sich gegen die Inhaftierung von radikalen StudentInnen, ist für mehr Frauenrechte bei Scheidungen usw.

6. Auffallend sind die gemässigten Worte von Obama vor den Mobilisierungen - eine Zurückhaltung, die mit den Hurra-Parolen von Bush und der CIA während den Demonstrationen von Beirut und Kiew vor ein paar Jahren kontrastiert... Von woher rührt diese vorsichtige Haltung?

Die Position von Obama ist sehr diplomatisch. Die US-amerikanischen ImperialistInnen wissen sehr genau, dass der Iran nicht mit dem Irak, Afghanistan oder Pakistan vergleichbar ist; noch ist er mit Beirut oder Kiew gleichzusetzen. Es gibt keine Möglichkeit für sie, im Iran zu intervenieren; nicht einmal während der Regierung Bush gab es Pläne für ein Vorgehen analog zur Invasion im Irak, geschweige denn jetzt, wo die Dinge so bewegt sind. Sie können die momentane Situation im Iran nicht gefährden.

Sie wollen keine Verschlechterung der Lage, weil es letzten Endes besser ist, jemanden an der Macht zu haben, der den Ausfuhr des Erdöls aus der Region nicht gefährdet... Obama weiss, dass die Mullahs davon gesprochen haben, dass die "EU, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland im Iran intervenieren...", um nicht nur die öffentliche Meinung im Iran, sondern weltweit abzulenken. Deswegen sagte Obama, dass er nicht wolle, dass man den Eindruck habe, die EU mische sich in die inneren Angelegenheiten des Landes ein. Aber schon gestern schob er, um die Konservativen zu befriedigen, folgende Erklärung nach: "Die Iranische Regierung darf ihre politischen Gegner nicht unterdrücken, sie darf nicht so gewalttätig vorgehen..."

Ausserdem haben die Mullahs den US-AmerikanerInnen in grossem Ausmass geholfen, die Situation im Irak und in Afghanistan zu "stabilisieren". In anderen Worten sind ihre Interessen oftmals mit den geopolitischen Ambitionen des US-Imperialismus deckungsgleich. Es ist besser, diese delikate Situation nicht zu gefährden. So betrachtet ist Obama wegen den hegemonialen Interessen des US-Imperialismus die beste Karte, auf die sie setzen können. Bush und seine Politik sind bereits Geschichte, temps passé.

Auf seiner letzten Reise in den Nahen Osten hielt Obama eine Rede an der Universität von Kairo, in der er versuchte, einen pro-islamischen und der arabischen Welt nicht allzu feindlich gesinnten Eindruck zu hinterlassen. Auch besuchte er den Saudischen König und seine zionistischen Verbündeten in Israel. Alles deutet darauf hin, dass er ein konsens- und nicht konfrontationsorientiertes Bild vermitteln will. Obwohl diese Politik aus seiner Sicht im Allgemeinen durchaus vernünftig ist, wird sie in strategischer Hinsicht in der Region nicht aufgehen, denn man vergass wie immer, den PalästinenserInnen im Konflikt mit Israel substantielle Zugeständnisse zu machen.

7. Wie denken Sie wird die momentane Situation im Iran ausgehen? Können sich die fortschrittlichen Kräfte irgend etwas von dieser Opposition erhoffen oder ist es notwendig eine wirkliche Alternative zu schaffen?

Die fortschrittlichen Kräfte können oder dürfen nicht auf die existierende Opposition hoffen. Erstens ist sie nicht laizistisch; sie ist islamisch und für die islamische Verfassung. Sie ist nicht gegen die Person des "Velayate Faghie", also des obersten religiösen Führers. Sie will nur politische Einflussmöglichkeiten in den Grenzen der Verfassung der Islamischen Republik haben, mehr nicht. Und weil die ArbeiterInnenbewegung überhaupt nicht stark ist - denn wir haben keine Gewerkschaften, die nicht vom Staat kontrolliert werden -, können die Fortschrittlichen diese Gelegenheit nur nutzen, um ein weniger repressives Umfeld zu schaffen - ein Umfeld, das ein wenig freier zum Atmen ist und in dem sich anti-kapitalistische Ziele und langfristige Kampfstrategien organisieren und entwickeln lassen.

Die ArbeiterInnen, die Jungen, die Frauen, die Marginalisierten und die Arbeitslosen müssen ihre Allianzen Schritt für Schritt schmieden; sie müssen Affinitätsgruppen, Organisationen, Versammlungen und Räte schaffen, und dann ihre Pläne für die endgültige Befreiung erarbeiten: Zerstörung des Staates, Abschaffung des Kapitals und die Reinigung des Geistes von aller Religion und Aberglauben. Dies wird der Tag des Feierns sein.

[Quelle in Spanisch: http://www.alasbarricadas.org/noticias/?q=node/11031]

[Übersetzt aus dem Spanischen]


von law.ch.vu übersetzt

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24. Juni 2009, 12:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Nach den Massenverhaftungen gegen die Wahlfälschung im Iran sind die Gefängnisse überfüllt. Manche Gefangene wurden zwischenzeitlich wieder freigelassen, und es ist wichtig zu hören, was sie berichten. Denn die iranische Innenpolitik spielt sich jetzt – neben den Intrigen der Ajatollahs – vor allem in den Gefängnissen ab. Hier wollen Ajatollah Chamenei und Ahmadineschads Kumpanen ihre Macht demonstrieren, und was hier geschieht, wirkt sich auf das Umfeld der Protestierenden aus. Was für eine Atmosphäre herrscht in den Zellen, sind die Menschen gebrochen, schaffen sie es, trotz der Folter zusammen zu halten? Wir wollen unsere Augen vor den Schreckensmeldungen nicht verschließen und unser Mitgefühl gilt allen, die jetzt in Haft sind, wie auch ihren Angehörigen. Aber wir wollen zugleich auch sehen, wie die Staatsmacht sich äußert und wie die Bevölkerung darauf reagiert.

http://alischirasi.blogsport.de/2009/06/30/iran-was-passiert-mit-den-gefangenen/

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30. Juni 2009, 18:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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ab sonntag berichten lazlo wanda und ich dann live aus teheran :-D

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30. Juni 2009, 20:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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tote hose hier. sind in teheran. sind etwas schlecht informiert, aber die regierung scheint die situation wieder im griff zu haben. haengen jetzt mal auf der revolutionsstrasse rum und warten, was passiert...

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05. Juli 2009, 11:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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kann mir jemand rausfinden, wie gesperrte webseiten geoeffnet werden koennen? gibts da irgendwelche moeglichkeiten ueber andere webseiten oder so? habe anonymouse.org ausprobiert. wird aber auch gesperrt.

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06. Juli 2009, 13:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Psiphon ist eine Freie Software zur Umgehung von Internet-Zensur mittels vertrauensvoller, sogenannter Sozialer Netzwerke (social networks). Es handelt sich um ein Projekt der Universität Toronto, Kanada, unter der Leitung von Professor Ronald Deibert, Direktor des Citizen Lab. Damit soll Internetbenutzern die Umgehung von behördlichen Zensur- bzw. Inhaltsfiltersystemen in Ländern wie China, Nordkorea, Iran etc. ermöglicht werden.

Citizen Lab setzt auf vertrauenswürdige Kontakte und hofft, dafür möglichst viele Nutzer in freien Ländern gewinnen zu können. Im Gegensatz zu öffentlich erreichbaren IP-Adressen von Großservern, die relativ einfach zu sperren sind, fungieren die Psiphon-Rechner privater Nutzer als unabhängige Zugangspunkte, deren IP-Adresse nur einem kleinen Kreis bekannt ist. Über diesen Umweg erschließen sich die Nutzer in den von Inhaltssperren betroffenen Ländern den unzensierten Zugang zum Internet. Die dabei abgerufenen Daten werden verschlüsselt übertragen, wobei der Datenverkehr z. B. über internationale Netzwerke für Finanztransaktionen laufen soll. Es dürfte somit der staatlichen Zensur schwerfallen, die betreffenden Daten aus diesem Datenverkehr herauszufiltern.

Das Anwendungsprogramm muss nicht auf dem Computer des Anwenders installiert werden, sondern kann webbasiert über eine Log-in-Funktion aufgerufen werden. Als zensurfreie Proxyportale fungieren dabei die Rechner von Anwendern freier Länder, die ihre Geräte dafür zur Verfügung stellen. Der Psiphon-Nutzer in einem zensurbetroffenen Land muss sich letztlich nur mit einem Psiphon-Nutzer in einem freien Land verbinden, um ungehinderten Zugang zum Internet zu bekommen.

Seit dem 1. Dezember 2006 kann die (nur für die freiwilligen Anbieter notwendige) Software heruntergeladen werden. Sie wurde unter der GNU General Public License (GPL) veröffentlicht.

Psiphon ist Teil des CiviSec Projekts am Munk Centre for International Studies an der Universität Toronto. Es wird unter anderem vom Open Society Institute unterstützt.


http://de.wikipedia.org/wiki/Psiphon

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06. Juli 2009, 15:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Patt im Iran
Am Donnerstag, den 9. Juli 2009, ist nach dem iranischen Kalender der 18. des Monats Tir. An diesem Tag wurden vor zehn Jahren die Studenten in ihren Wohnheimen überfallen, aus dem Fenster geworfen, verhaftet oder ermordet. Aus dieser Zeit sind immer noch Studenten in Haft! Aus diesem Grund ist der 18. Tir ein Gedenktag der Studentenbewegung. Damit es nicht zu Protesten kommt, hat die Regierung „vorsorglich“ wieder die SMS-Verbindungen unterbrochen. Außerdem hat die Oppositionsbewegung gegen die Wahlfälschung die Bevölkerung aufgerufen, in dieser Woche zu streiken und zu Hause zu bleiben. Aber der Wind kam dazwischen. Aus dem Irak ziehen heiße Staubwolken über den Iran, die den Himmel verdunkeln und an den Bodensee bei Nebel erinnern, nur wärmer ist es.

Die Regierung hat dies zum Anlass genommen, die Behörden und Fabriken für diese Woche zu schließen, weil es gesundheitsschädlich sei, bei diesem Wetter im Freien zu sein. Wer könne, solle in den Norden in die Berge gehen, dort sei die Luft gesund.

So bleiben die Leute also zu Hause – und keine der beiden Seiten kann sich als Gewinner betrachten.
Ein Parlaments-Abgeordneter aus Ahwas, ein Anhänger von Ahmadineschad, protestierte allerdings im Parlament gegen die Beurlaubung. In Ahwas hätten sie Jahr für Jahr so ein Wetter, und niemand verkünde deshalb Urlaub, aber kaum sei das Wetter mal so in Teheran, reagiere die Regierung. Das sei ungerecht.
http://alischirasi.blogsport.de/

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07. Juli 2009, 18:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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in der tat scheint es sich hier eher um ein ablenkungsmanoever zu handeln. klar, das atmen faellt schwer, usw., aber das ist hier scheinbar einige male im jahr der fall. die iranischen zeitungen sind ueberfuellt mit meldungen zum smog (als ob der neu waere) und zum sandsturm, an die anordnung, zu hause zu bleiben und die shops, usw. zu schliessen halten sich aber bei weitem nicht alle.
am donnerstag soll eine von dienstag auf donnerstag verschobene kundgebung stattfinden, da wir aber nicht mehr in teheran sind, weiss ich dazu auch nicht mehr.

die leute hier sind jedenfalls deftig angeschissen und wollen raus aus dem land. wir koennen nur vermuten, weshalb vor zahlreichen botschaften lange menschenschlangen um einlass bitten...

ich frage mich, wie die leute hier noch kommunizieren. vermutlich waren die downloads fuer freegate, usw. noch einige tage frei zugaenglich und koennen nun von denen noch genutzt werden, die schnell genug waren. jedenfalls haben uns jugendliche erzaehlt, dass sie problemlos gesperrte seiten aufrufen koennen, sofern sie freegate runtergezogen haben. habs soeben versucht, aber mittlerweile ist alles zensiert. sms-netz funktioniert nach wie vor nicht, obwohl wir leute getroffen haben, welche ueber irgendwelche wege dennoch smsen koennen. weiss der teufel wie das geht...muss mal nachfragen.

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08. Juli 2009, 16:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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ach ja, falls es moeglich ist, eine freegate-version (windows) per mail zu verschicken, dann waeren wir froh, wenn jemand das machen koennte...

savo_vasic@gmx.net

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08. Juli 2009, 16:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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hab ma internet explorer version mit anderem namen und gerart geschickt, ohne pw, firefox version gibts ned nur plugin...

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08. Juli 2009, 16:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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danke! gmx geht zwar gerade nicht, aber morgen sollte es dann endlich klappen. ist wohl nur voruebergehend gesperrt oder vielleicht fummelt mir auch der besitzer des internetcafes ein wenig in der leitung rum :-)

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08. Juli 2009, 16:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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kommen eben zurueck von der kundgebung zur erinnerung an die ermordeten studenten.
fand bios jetzt nicht statt, weil bullen massiv einfuhren mit hunderten von basiji, zivis und uniformierten typen mit langen schlagstoecken. sahen viele junge aktivisten, welche sich am strassenrand rund um den besammlungsort rumdrueckten und sich infos steckten. war aber wohl ein zu grosses risiko die kundgebung zu starten.
wurden dann noch von einem zivi angequatscht der sich als student ausgab (war mindestens 45 jahre alt) und wissen wollte, ob wir schwul seien, was wir im iran so machen wuerden, als was wir arbeiten, usw. - auf unsere rueckfrage, was er denn studiere, musste er sehr lange nachdenkenund meinte dann schliesslich ingenieur-management :-) mir war auf ner parkbank einige kilometer von diesem ort entfernt das wort basiji im gespraech rausgerutscht und der nette herr hinter uns mit armeeheftchen in der hand marschierte uns dann wohl ne stunde lang hinterher.

aus teheran hab ich noch nichts gehoert. jemand aus unserem hotel kennt aber jemanden der im widerstand haengt und ab und zu infos schieben kann.

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09. Juli 2009, 15:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zu den Massenverfahren gegen die Reformer und wie es im Moment aussieht:

Revolution in der Sackgasse?
http://alischirasi.blogsport.de/2009/08/04/iran-revolution-in-der-sackgasse/

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05. August 2009, 09:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Zu den Iranischen Folterknästen:
http://alischirasi.blogsport.de/2009/08/11/iran-wir-warten-nicht-aufs-juengste-gericht/

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12. August 2009, 08:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Aus Kosmoprolet Nr. 2

http://www.klassenlos.tk/iran.php
14. August 2009, 19:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Cooler Bericht zum Al-Quds-Tag in Teheran:

http://www1.de.indymedia.org/2009/09/261313.shtml
20. September 2009, 10:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Update zum Iran:

http://www.wildcat-www.de/wildcat/85/w85_iran.htm
25. November 2009, 12:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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3 aktuelle Youtube Videos:
http://www.20min.ch/news/dossier/iran/story/-Das-ganze-Land-beginnt-sich-zu-erheben--18165463
29. Dezember 2009, 18:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
lazlo wanda



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http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7953&Itemid=1


Iran: Neue Phase der Revolte


von Piran Azad - ‘Organisation Revolutionärer Arbeiter Irans - Rahe Kargar'
08.01.2010

Nach sieben Monaten des Kampfes gegen den autoritären religiösen Staat im Iran befindet sich der revolutionäre Prozess in einer neuen Phase, und es hat sich ein neues Kräfteverhältnis herausgebildet.

In dem Maße, wie die Menschen größere Kraft gewinnen und immer mehr von ihnen, auch aus abgelegenen Gegenden, sich dem Kampf anschließen, mehr Mut bekommen und zu jeder Form des Widerstands bereit werden, erscheinen immer mehr Zeichen der Schwäche und des Ungenügens des Staates, diese kritische Situation zu meistern. Die Ereignisse vom 27. Dezember 2009 zeugen davon.

Da es den Menschen im Iran verboten ist, vorzutreten und ihre Forderungen freimütig vorzubringen, und der Staat oppositionelle Demonstrationen niemals erlaubt, haben die Menschen im Iran während der vergangenen sieben Monate jede Feierlichkeit zu einem Jahrestag und zu den Tagen, an denen sie traditionell auf den Straßen zusammenströmen dürfen, genutzt und versucht, ihren Kampf fortzuführen. Trotz der grausamen Polizeiaktion gegen die Demonstranten finden diese sich mutig ein und das in wachsender Zahl.

Einer dieser Tage war der 27. Dezember, Ashura, der heiligste Tag für die schiitischen Muslime. An diesem Tag kamen nicht nur mehr Menschen und nicht nur verschiedenartigere, sondern sie zeigten auch ihre Entschlossenheit, alle ihre Möglichkeiten zu nutzen, um ihre Forderungen und Ziele durchzusetzen. Wie immer wurden sie mit der grausamen Unterdrückung durch Polizei und paramilitärische Banden des Regimes konfrontiert, was zu vielen Todesopfern (die Polzei sprach von acht Toten) und über 1.000 Verhaftungen führte. Dieses Mal leisteten die Menschen dagegen Widerstand und verteidigten sich nicht nur, sondern drängten die Polizei zurück und verhinderten in einigen Gegenden, dass die Polizei ihre Ketten schließen konnte. Zur gleichen Zeit, wo sie die Polizeiaktionen neutralisierten und die Oberhand gewannen, verzichten sie darauf, isolierten Polizeibeamten etwas anzutun und halfen ihnen. Das war das klare Zeichen ihrer Fähigkeit, sich aktiv gegen Gewalt und Unterdrückung zu stellen, ein Zeichen legitimer Selbstverteidigung, und gleichzeitig einen nicht-gewalttätigen Kampf zu führen. Erstmalig ergaben einige Polizisten sich.

Der Schock des 27. Dezembers war derart tief, dass der Staat sich veranlasst sah, all seine Kräfte und Unterstützer für eine Demonstration am 30. Dezember in Teheran und Ghom zu mobilisieren, hauptsächlich um deren Moral wieder zu heben. Obgleich sie alle beim Staat und dessen Firmen Beschäftigten zwangen teilzunehmen und die Unterstützer aus den verschiedensten Regionen des Landes mobilisierten, brachten sie in der Megacity von Teheran mit neun Millionen Einwohnern nur mehrere Zehntausend zusammen. Verglichen mit ihrer Mobilisierungskraft im letzten Jahr und der Größe der Oppositionsdemonstrationen war das eindeutig ein Fehlschlag.

Der gegenwärtige revolutionäre Prozess im Iran ist stark, weil er übergreifend, pluralistisch, dezentralisiert, spontan, fragmentiert und vernetzt ist. Die Mainstream- Medien sprechen über die Bewegung als eine homogene "grüne" unter der Führung von "Moussavi und Karoubi", den beiden Gegenkandidaten der Präsidentschaftswahlen vom Juni, und als hauptsächlich aus der Mittelklasse zusammengesetzt. Die Realität aber ist eine andere.

Die Parolen der Menschen auf den Demonstrationen lauten heute "Nieder mit der Velayat-e Faqih (Regime des obersten islamischen Rechtsgelehrten)". Das ist für beide nicht akzeptabel, und sie haben solche Parolen offen abgelehnt. Der Mythos von der Mittelklasse, unabhängig von der Krise des Konzeptes an sich, nährt sich aus der Tatsache, dass eine große Zahl der Protestierenden im Iran gebildete Leute sind. Aber es ist auch eine Tatsache, dass die meisten dieser Menschen mit akademischen Graden arbeitslos sind oder als einfache Handarbeiter arbeiten. Die meisten der jetzige über drei Millionen College-StudentInnen im Iran gehören wahrscheinlich zu den zukünftigen Arbeitslosen.

Die meisten Menschen, die dort protestieren, sind diejenigen, die unter der islamischen Version kapitalistischer Ausbeutung und deren korruptem Staat leiden. Warum sollten die armen Leute den Demagogen Ahmadinejad unterstützen, wenn sie sehen, wie er im Oktober 2009 versuchte, unter dem Namen „Gezielte Verwaltung der Subventionen" ein Wirtschaftsgesetz durchzubringen, um die staatlichen Subventionen für Energie (Benzin, Gas, Elektrizität), Wasser, Brot und drei weitere zentrale Versorgungsgüter zu kürzen und ihre Preise in kurzer Zeit dem Marktniveau anzupassen. Dieser Plan, der der Schocktherapie der "Strukturanpassungspläne" von IWF und Weltbank ähnelt, zielt darauf ab, den freien Markt voll durchzusetzen und den Plan von 2004 zur Privatisierung der meisten Staatsbetriebe zu komplettieren. Das bedeutet die Durchsetzung des neoliberalen Wirtschaftsplans bei gleichzeitigen Lippendiensten gegenüber den Armen. Ist das nicht der Grund, aus dem sogar diejenigen, die für ihn gestimmt hatten, ihn jetzt nicht mehr aktiv unterstützen?

Die organisatorische Form des Kampfes ist das Netzwerk, hochgradig dezentralisiert und fragmentiert mit umfassender Nutzung der jüngsten Kommunikationstechnologie um sich zu vernetzen. Diese Form wirkt nicht nur als Sicherheitsmaßnahme gegen eine grausame Unterdrückung, sondern noch wichtiger als das ist, dass das die Chance für jeden Teilnehmer erhöht, zu intervenieren und aktiv an der Selbstorganisierung teilzunehmen und die Fähigkeit dazu zu verbessern. Diese Form ist auch eine wirkungsvolle Maßnahme, um die Beherrschung der Bewegung durch einen "Führer" zu verhindern. Wenn sich diese Netzwerke von Protestierenden ausdehnen und interagieren, könnten sich der Embryo einer "Selbstbestimmung" entwickeln und eines Bruchs mit dem System und den Zusammenbruch des Taboos von Staat und dessen Machinerie einläuten.

So würden sie nicht die grauenhafte Erfahrung der Revolution von 1979 wiederholen: nach dem Sturz des Regimes sich freiwillig von der Macht zu trennen und sie einer charismatischen Persönlichkeit als Repräsentant einer neuen Herrschaft anzubieten (erinnern wir uns, dass die letzten drei Tage der Revolution von 1979 im Iran, in denen das Volk mit der Armee des alten Regimes zusammenstieß und sie brach, außerhalb der Kontrolle durch die Führung Khomeini verliefen, und dass der letzte Akt beim Sturz des Regimes ein spontaner und nicht-zentralisierter Akt der Menschen war, ja, dass darüberhinaus Khomeini gar nicht geplant hatte, zu kämpfen und den Apparat des Regimes zu zerschlagen, und stattdessen an einem Deal mit dem US-General Huyser für einen Regimewandel und die Rettung der kaiserlichen Armee arbeitete.)

Was ist mit der gegnerischen Seite? Die Herrschenden leiden stärker denn je unter internen Konflikten und Machtkämpfen. Ja, auch sie sind fragmentiert. Aber diese Fragmentation ist im Gegensatz zu der der revolutionären Bewegung der Grund für ihre Lähmung, weil die Staatsmacht eine Macht über andere ist und akkumuliert, konsolidiert und zentralisiert werden sollte, um in der Lage zu sein zu kommandieren, zu kontrollieren und zu beherrschen.

Der elektorale Staatsstreich vom Juni 2009 konnte nicht vollenden, was er anstrebte. Jetzt müssen sie zusätzlich zu den Reformern solche starken Persönlichkeiten wie Rafsanjani und seine Unterstützer im klerikalen Establishment und anderen Teilen des Staatsapparates und auch Ahmadinejads Rivalen innerhalb dessen eigener Fraktion ausschalten. Die Reformer sind draußen und haben unter den Protestierenden Zuflucht gesucht, sind aber gleichzeitig immer noch an Rafsanjani gebunden, der noch immer ein wichtiger Akteur im Staat ist und der seinerseits Verbindungen mit den internen Rivalen Ahmadinejads hat, wie dem Parlamentsvorsitzenden Ali Larijani und den traditionellen konservativen Kräften des islamischen Staates. Somit lähmt sie der Konflikt zwischen den beiden Fraktionen der sogenannten Prinzipalisten ("osulgarayan" - Ahmadinejad und seine Rivalen, die beide mit dem Obersten Führer Khamenei verbunden sind) nicht weniger als der Konflikt mit Rafsanjani.

Die Schlussfolgerung: die Zeichen einer Veränderung im Gleichgewicht zwischen dem revolutionären Volk und dem kapitalistischen islamischen Staat werden sichtbarer. Man könnte sagen, der islamische Staat beginnt zu schmelzen wie der Schnee unter der Sonne.

* Der Autor ist Mitglied der kommunistische ‘Organisation Revolutionärer Arbeiter Irans - Rahe Kargar' und lebt in Deutschland im Exil

(Übersetzung aus dem Englischen: A.Holberg)

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Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
09. Januar 2010, 09:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Gute Bilder von der letzten Revolte:
http://www.boston.com/bigpicture/2010/01/three_days_in_iran.html
10. Januar 2010, 14:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Wie kann jemand, als besonders als Frau, das jetztige Regime unterstützen? Und es scheinen ja auch allgemein nicht wenige Leute zu sein, die Regimefreundlich gestimmt sind. Dabei werden die ja totaluntersrückt... versteh ich net.

gaga

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10. Januar 2010, 15:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Scally



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..


Zuletzt bearbeitet von Scally am 25. November 2013, 16:56, insgesamt einmal bearbeitet
10. Januar 2010, 15:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Bewegung im Iran scheint eine neue Qualität zu bekommen. Der Weblog von Ali Schirasi resümiert die Geschehnisse rund um den 27.12.2009 so:

Zitat:
Eine weitere Besonderheit des Aschura-Tags war ihre Konzentration auf eine zentrale Botschaft, auf zentrale Forderungen und Parolen, die das ganze System in Frage stellten: „Marg bar diktator“ (Tod dem Diktator), „Chamenei qatel e, velayat-ash batel e“ (Chamenei ist ein Mörder, seine Herrschaft ist illegal), „Marg bar Chamenei“ (Tod dem Chamenei), „Marg bar velayat-e faqih“ (Tod der Herrschaft des Rechtsgelehrten) (Anmerkung: „Tod dem…“ entspricht in Deutschland Parolen wie „Nieder mit…“). Diese Parolen bezeugen, dass die Bewegung gerade dabei ist, das gesamte islamische System zurückzuweisen. Weit zurück liegen die Parolen aus der Anfangszeit nach den Wahlfälschungen, als es nur hieß: „Gebt uns unsere Stimme zurück“ oder „Tod dem Ahmadineschad“ (der ja nur zweite Garnitur unter der Machtelite ist) oder „Verwirklichungung des Grundgesetzes“. Im Vergleich wird deutlich, dass die Bewegung zu neuen Ufern aufgebrochen ist und ein neues politisches System fordert.


Iran: Die letzte Runde ist eingeläutet
14. Januar 2010, 02:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Auf den 11. Februar.
14. Januar 2010, 14:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Beitrag Antworten mit Zitat
Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Die Bewegung im Iran scheint eine neue Qualität zu bekommen. Der Weblog von Ali Schirasi resümiert die Geschehnisse rund um den 27.12.2009 so:

Zitat:
Eine weitere Besonderheit des Aschura-Tags war ihre Konzentration auf eine zentrale Botschaft, auf zentrale Forderungen und Parolen, die das ganze System in Frage stellten: „Marg bar diktator“ (Tod dem Diktator), „Chamenei qatel e, velayat-ash batel e“ (Chamenei ist ein Mörder, seine Herrschaft ist illegal), „Marg bar Chamenei“ (Tod dem Chamenei), „Marg bar velayat-e faqih“ (Tod der Herrschaft des Rechtsgelehrten) (Anmerkung: „Tod dem…“ entspricht in Deutschland Parolen wie „Nieder mit…“). Diese Parolen bezeugen, dass die Bewegung gerade dabei ist, das gesamte islamische System zurückzuweisen. Weit zurück liegen die Parolen aus der Anfangszeit nach den Wahlfälschungen, als es nur hieß: „Gebt uns unsere Stimme zurück“ oder „Tod dem Ahmadineschad“ (der ja nur zweite Garnitur unter der Machtelite ist) oder „Verwirklichungung des Grundgesetzes“. Im Vergleich wird deutlich, dass die Bewegung zu neuen Ufern aufgebrochen ist und ein neues politisches System fordert.


Iran: Die letzte Runde ist eingeläutet


lesenswert.

hoffentlich packens die leute im iran diesmal.

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14. Januar 2010, 19:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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http://entdinglichung.wordpress.com/2010/01/21/reza-shalguni-organisation-revolutionarer-arbeiter-irans-orwi-rahe-kargar-zur-aktuellen-lage/

Interview mit Reza Shalguni, Gründungsmitglied der ‘Organisation Revolutionärer Arbeiter Irans‘ (ORWI-Rahe Kargar)

Zitat:

Die Mehrzahl jener, die ‘Rahe Kargar’ schufen, waren Aktivisten der Guerillabewegung der 1970er Jahre, die in den Schah-Gefängnissen zu dem Schluss gekommen waren, dass die Guerillabewegung es nicht nur nicht geschafft hatte, der Diktatur einen Schlag zu versetzen, sondern dass sie auch die Beziehungen zwischen der linken Bewegung und der Arbeiterklasse beschädigt hatte. Sie betrachteten es deshalb als ihre vorrangige Pflicht, sich auf die Organisierung der Arbeiterklasse zu konzentrieren.
‘Rahe Kargar’ war wahrscheinlich die erste Organisation, die den reaktionären Charakter der Islamischen Republik betonte und über die Möglichkeit des Entstehens eines religiösen Faschismus diskutierte. Unsere Analyse war, dass obgleich die Kämpfe des iranischen Volkes gegen das monarchistische Regime zu einer wahren Massen- und Volksrevolution geführt hatten, die Revolution mit der Machtübernahme durch die Mullahs (die eine obskurantistische und reaktionäre Kraft sind) eine Niederlage erlitten hatte.


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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
22. Januar 2010, 12:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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http://alischirasi.blogsport.de/2010/02/03/die-machthaber-im-iran-lassen-ihre-masken-fallen/
07. Februar 2010, 16:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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Zitat:
Zwei Publikationen, die wir heute dokumentieren, geben einen einigermaßen aktuellen Einblick in die wachsende Zahl der Auseinandersetzungen im Iran, die unter extrem schwierigen Bedingungen stattfinden.

a) "Das erste Thema des November paykare-no, das ist der Hungerstreik von
1500 Arbeitern von Wagon-Pars in Arak" - wird in der einleitenden Anmerkung der paykare-no Ausgabe vom November 2009 von der Redaktion geschrieben, nachdem dort ausgeführt wurde, dass man sich bemüht, auch die jeweils zum Verständnis nötigen Hintergrundinformationen zu leisten.

b) Die Arbeiterkämpfe der vergangenen Woche bieten die "Iran-News November 2009" mit einem Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung der Zuckerarbeiter.


http://www.labournet.de/internationales/iran/arbeitskampf.html
15. Februar 2010, 12:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Im Iran gehts ja auch wieder ab. Daeva hat einen längeren Beitrag zur Entwicklung geschrieben:

Der Februar im Iran

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
16. Februar 2011, 22:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Proteste im Iran:

Zitat:
#Iran #Proteste
Zur Stunde wird es endlich auch von (wenigen) hiesigen Medien (teilweise unter unkritischem Rückgriff auf Meldungen der staatlichen iranischen Agenturen) aufgegriffen - im Iran finden seit Tagen Massenproteste gegen soziale Missstände, Arbeitslosigkeit und Korruption statt - und zugleich grundsätzlich gegen das Regime. Es kam gestern und heute zu spontanen Demonstrationen in Maschhad, Qom (siehe Video), Esfahan, Kermanshah, Rasht und mehreren anderen Städten. Mehrere zehntausend Demonstrantinnen und Demonstranten waren insgesamt auf den Straßen - die größten Proteste seit dem endgültigen "Ende" der sogenannten Grünen Bewegung 2011. Es wurden Parolen wie "Die Jugend ist arbeitslos, der Mullah sitzt am gedeckten Tisch", "Nieder mit dem Diktator", "Wir wollen keine Islamische Republik" oder "Nicht Gaza und nicht Libanon, meine Leben für den Iran" gerufen. Teilweise schritten die Repressionsorgane nicht ein, teilweise wurden die Versammlungen angegriffen und Einzelne verhaftet.
Auslöser der Proteste sind anhaltende Inflation und Preissteigerungen sowie aktuelle Debatten über die (als ungerecht wahrgenommene) Budgetierung im neuen Haushalt und Korruption im Iran. Es gibt Gerüchte, dass Elemente des tiefen Staates die Proteste vor mehreren Tagen zunächst mit agents provocateur angeheizt haben sollen. Sie versuchen seit langem, die Rouhani-Regierung zu schwächen und zu diskreditieren. Tatsächlich haben sich Repressionsorgane, insbesondere IRGC und Basij, bisher auch auffällig zurückgehalten. Es wäre aber - sollte da überhaupt etwas dran sein - in jedem Fall zu kurz gedacht. Die Dynamik richtet sich in jedem Fall gegen das ganze Regime. Wo der Ruf "Nieder mit Rouhani" zu hören war, folgten der Ruf "Nieder mit dem Diktator" und andere Parolen gegen Ali Khamenei, den Obersten Führer. Die Revolutionsgarden gelten in größeren Teilen der Bevölkerung als Inbegriff der Korruption.
Die Entwicklungen der heutigen Nacht und der nächstenTage gilt es abzuwarten, wir hoffen, in den Medien wird die Berichterstattung aufgenommen, und werden auch berichten. Abschließend noch als Hintergrund zu den regimeinternen Kämpfen zwischen Elementen und Cliquen des tiefen Staates und Technokraten und zu jüngeren politischen Entwicklungen: https://bikoretkhatira.wordpress.com/2017/09/03/polykratisches-patt/





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30. Dezember 2017, 17:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Artikel zu den Protesten im Guardian:

Zitat:
There are already deep frustrations that unilateral US financial sanctions have made most banks wary of processing money for Iran or extending credit to its firms. The 2015 nuclear deal led to the lifting of international sanctions so that Iran could sell oil again on international markets but, without access to capital, it is struggling to unleash the growth that Rouhani and his supporters hoped would follow. The economic problems this creates are serious. Youth unemployment stands at about 40%, more than three million Iranians are jobless, and the prices of some basic food items, such as poultry and eggs, have recently soared by almost half.

“This has started from the bottom of the society, from the less fortunate,” Reza, a Mashhad resident, said. “This is not middle-class protesting, this is lower-class demonstrating, people of the suburbs; many are fed up with situation.”

https://www.theguardian.com/world/2017/dec/30/iran-protests-trump-tweets


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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
31. Dezember 2017, 00:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Das Jahr 2018 könnte gut starten. Die Proteste scheinen sich auszuweiten:



Einige Videos auch hier:

https://mobile.twitter.com/borzou/status/947254914723602432?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=http%3A%2F%2Feaworldview.com%2F2017%2F12%2Firan-daily-1000s-protest-for-3rd-day-across-country%2F

Ein Aufruf zur internationalen Solidarität:

Aufruf zur Solidarität mit den Revoltierenden im Iran

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31. Dezember 2017, 15:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Reflections on the Growing Anti-Regime Protests in Iran

Zitat:
In comparison to the mass protests that arose in 2009 after the fraudulent presidential election, these protests are different in several important respects: 1. They directly oppose poverty and systemic corruption. 2. They include the wide participation of the working class (men and women), many unemployed. . 3. Demands include an end to the Islamic Republic, Death to Supreme Leader Khamenei, Death to president Rouhani, Death to the “Revolutionary Guards” and an end to Iran’s military intervention in Syria and Lebanon. 4. In some cases, individual women have bravely taken off their headscarves or veils in public places and have encouraged others to follow them.


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02. Januar 2018, 15:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Libcom scheint nun ebenfalls aus dem Neujahrsschlummer aufzuwachen. Der - bis jetzt eher schmale - Thread bei Libcom:

https://libcom.org/forums/news/uprisings-iran-01012018

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02. Januar 2018, 15:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Aufruf zum Generalstreik:

Zitat:
Diejenigen, die bis gestern jede Art von Protesten der Arbeiter*innen und der nach Gerechtigkeit suchenden Bevölkerung mit Vorwürfen, wie der Gefährdung der Nationalen Sicherheit, mit Justiz und Gefängnissen unterdrückt haben und jetzt in dieser Situation die ausbrechende Wut von Millionen von Iraner*innen und die gerechtfertigten Proteste als manipulativ bezeichnen, müssen realisieren, dass jetzt eine Zeit gekommen ist, in der es nötig ist, grundlegende (humanitäre) Veränderungen durchzusetzen. Keine Repressionskräfte können den Widerstand der Arbeiter*innen und der Bevölkerung für Gerechtigkeit im Iran stoppen. Was für uns klar ist, was wir mit anderen Arbeiter*innen mitschreien werden, ist, dass die Forderungen für Beendigung der Armut durchgesetzt werden müssen.

Jede Art von Repression, Unterdrückung und Gefängnisse müssen abgeschafft werden.

https://www.klassegegenklasse.org/iran-aufruf-zum-generalstreik/


Die aktuelle Situation:

Zitat:
Protesters, including many young and working-class Iranians who are not part of the country’s mostly educated opposition movement, have called for the resignations of Rouhani and of the supreme leader, Ayatollah Ali Khamenei. A Tehran police official said 90% of the protesters were younger than 25, according to Jamaran, a news agency close to the government.

A tall, broad-shouldered young protester standing in the subway station beneath Enghelab Square said that Iran’s security establishment had collaborated with Rouhani’s hard-line opponents to start protests in Mashhad, but that the demonstrations are “now out of their control.”

“I don’t know what will be the end of these cat-and-mouse chases,” said the protester, who would give only his first name, Ali. “But I know that if they calm down, which is possible, the hard-liners and President Rouhani will have to compromise on some social freedoms such as relaxing the Islamic dress code.”

But he said the anger among Iranians was so deep that “on another occasion, under some other pretext, the riots will come back.”

http://www.latimes.com/world/middleeast/la-fg-iran-protest-deaths-20180101-story.html


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02. Januar 2018, 21:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Analyse von einem iranischen Genossen:

Zitat:
So the background is clear: proletarianization has been going on for nearly three decades, there are no worker’s unions left that could pursue their class interests, there is a dramatic increase in unemployment due to financialization of capital.

The baby boom generation of the eighties cannot fit to any socially accepted paradigm; after graduation (and a considerable part of this generation has gone to college and university), there are no jobs that could fit their skills, and the jobs they could hold onto won't support any sort of decent life. Due to this the current generation can't maintain a nuclear family (which is so crucial to the ideological and economic structure of the political regime in Iran, note that all the official economic data is published per family not per person).

https://libcom.org/news/iran-bread-jobs-freedom-05012018


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05. Januar 2018, 12:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Schön und auch sonst sehr informativ:

Zitat:
Von der Geschichte der Kämpfe her gedacht: die iranische Protestbewegung 2009 läutete eine Zeit der globalen Bewegungen ein, die sich von den arabischen Ländern bis über die USA und den Plätzen Europas ausbreitete – klar, nicht immer gelang die Rebellion und natürlich gab es nicht immer direkten Bezug auf die Geschehnisse im Iran. Aber nun, nach der furchtbaren, weltweiten Formierung rechter und autoritärer Blöcke, müssen wir wieder an der Reihe sein. Und Iran kann – wieder – der Anfang sein.

https://beyondeurope.net/737/irans-aktuelle-bewegung/


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05. Januar 2018, 23:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
Die Teheraner anarchistische Gruppe „Azad-Kreis Teheran“ hat im Zuge der #IranProtests eine Erklärung verfasst, welche sich mit den Ursachen und den Hoffnungen der Proteste beschäftigt.


https://schwarzerabriss.wordpress.com/2018/01/04/erklaerung-iranprotests-anarcistatehran/


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06. Januar 2018, 00:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Weiterer Artikel auf Libcom:

Iran- The Working Class Raises Its Head

Zitat:
An analysis of the situation in Iran rfom an anarchist communist perspective


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07. Januar 2018, 23:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Arbeitskämpfe und Proteste Antworten mit Zitat
Ein Artikel über die Arbeitskämpfe in den letzten Jahren und die aktuellen Proteste:

Zitat:
Beginning on Dec. 28, a wave of protests surged across Iran, with at least 75 cities reportedly experiencing one or more demonstrations in the first week. Soon after they began, commentators rushed to attribute the protests to various grievances, from Ponzi-like banking scheme collapses and budget corruption allegations to soaring prices of eggs and gasoline. However, our research suggests that rather than grievances alone, an underappreciated precursor for the protests was the buildup of demonstrations and rallies by teachers, workers, trade unions and civil society associations.

Before the recent protests, we constructed a data set detailing labor unrest in Iran from 2012 to 2016. Using credible domestic newspapers that contained information on these demonstrations, we noted the location, date, relevant actors, and police response for any event in which 10 or more people reportedly participated. Our database includes protests by female teachers, retired pensioners and unemployed laborers, to name a few examples. By examining these years of protests in light of the most recent protest wave, some fascinating patterns emerge.

https://www.washingtonpost.com/news/monkey-cage/wp/2018/01/19/how-years-of-increasing-labor-unrest-signaled-irans-latest-protest-wave/?utm_term=.4b615131a4c7


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20. Januar 2018, 18:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Grüne Bewegung Antworten mit Zitat
Eine Analyse der Grünen Bewegung 2009 von B.A. und R.F.:

Zitat:
Nous abordons maintenant un premier cas de révolte où la classe moyenne salariée se trouve pratiquement seule face à l’État. Bien que bref, le Mouvement Vert du printemps 2009 en Iran a été massif, déterminé, et très coûteux pour la CMS, en termes de tués, de prisonniers, de torturés. La rage et la détermination des enfants de la classe moyenne de Téhéran (principalement) n’ont cependant pas produit de grand changement dans la société iranienne. Au moment où nous finissons cet épisode, une nouvelle révolte éclate en Iran (décembre-janvier 2017-18). Il est trop tôt pour évaluer son impact, mais on peut dire tout de suite que les révoltés ne sont pas les mêmes qu’en 2009. Le soulèvement d’aujourd’hui est qualitativement différent de celui de 2009 (on y reviendra).

http://www.hicsalta-communisation.com/accueil/episode-5-iran-2009-faux-printemps#more-1555


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23. Januar 2018, 16:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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