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Israel

 
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Israel
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minino
Admin-Dog


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Beitrag Israel Antworten mit Zitat
Zitat:
Am 15. Mai jährt sich zum 59. Mal die Staatsgründung Israels. Für die palästinensische Bevölkerung bedeutete 1948 eine Katastrophe (arab. Nakba): Die zionistischen Einheiten nutzten den bevorstehenden Abzug der britischen Mandatsmacht, um die Mehrheit der einheimischen palästinensischen Bevölkerung zu vertreiben, Hunderte von Dörfern zu zerstören und sich Land und Besitz der Flüchtenden anzueignen. Die geplante und gezielte Vertreibng der nichtjüdischen Bevölkerung in den Jahren 1947/48 und danach ist gut dokumentiert, zuletzt in Illan Pappes minutiöser Studie "The ethnic cleansing".
Das hindert das israelische Establishment nicht, jede Verantwortung für die Vertreibung der arabischen Bevölkerung kategorisch von sich zu weisen. Dahinter steckt System: Die Nakba ist kein isoliertes historisches Ereignis, sondern findet bis heute statt. Israel verweigert nicht nur den Flüchtlingen die Rückkehr, sonder raubt bis heute kotinuierlich palästinensischen Boden und entzieht arabischen BewohnerInnen das Recht, in ihren Städten und ihrem Land zu leben. Von der internationalen Öffentlichkeit allzu oft ignoriert, findet dieser Prozess nicht nur in den 1967 besetzten Gebieten (Gaza, Westjordanland) und beidseits der Mauer statt, sondern auch in den Teilen Israels mit hohem arabischem oder beduinischem Bevölkerungsanteil (Galiläa, Negev) und ganz besonder in Jerusalem, wo der Verdrängungsprozess bereits weit fortgeschritten ist.
Zwischen Juni 2007 (vierzig Jahre Besatzung) und Mai 2008 (sechzig Jahre Nakba) soll auf diese komplexe Realität hingewiesen werden. Angesichts der bedrohlichen Situation ruft die palästinensische Zivilgeschellschaft auf, Israel mittels Boykott, Investitionsstopp und Sanktionen (BDS-Kampagne) zu isolieren, bis die Rechte der PalästinenserInnen anerkennt werden. Die Stärke der Kampagne besteht darin, die verschiedenen Dimensionen des Israel/Palästina-Konflikts zu berücksichtigen und von Israel schlicht die Erüllung internationaler Rechtsstandards zu verlangen.
Position der Sozialistischen Alternative SoAl, Basel

aus antidot #19, 11.5.07

Mir ist schon klar, dieser Text ist ziemlich palästina-solidarisch, aber weil sich hier denk ich auch ein paar "israel-solidarische" rumtreiben, dachte ich ich stell dazu mal eine Frage :). Nachdem ich mich nun mal beim einen oder anderen isreal-solidarischen Text reingelesen habe, frag ich mich, wie man denn diese Vertreibung und Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung durch die israelische Bevölkerung (insofern man das trennen will) "rechtfertigt"? Oder ist es nur der "Schutzstaat Israel" der von dieser Seite (israel-soli) verteidigt wird, und nicht diese Vertreibung und so?
Vielleicht hat ja jemand Lust zu diskuttieren...

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Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
14. Mai 2007, 21:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Beitrag Antworten mit Zitat
Ich kann mir zu dem Thema keine Meinung bilden, sofern ich keinen objektiven Bericht darüber gelsen habe. Gibt's sowas? Ich mein', man liest hier und da was, aber meistens stellt sich der Autor auf eine Seite. Ob diese Texte den Tatsachen entsprechen oder ob irgendwelche Ereignisse verharmlost/dramatisiert werden, weiss ich nicht. Man kann immer irgendwas schreiben, um Leute für sich zu gewinnen.

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14. Mai 2007, 22:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Die SoAL hat genau wie die Antideutschen ein Problem namens Projektion.
Revolution und Emanzipation finden hier statt, oder sie finden nicht statt!

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Power to the Pöbel!
15. Mai 2007, 10:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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Beitrag Antworten mit Zitat
Versteh nicht ganz, wie du das meinst, könntest du das ein wenig ausführlicher schreiben?

Meinst du mit Projektion, dass z.B. Antideutsche gern auch ein eigenes "Land" (oder sowas ähnliches) hätten, indem sie ungestört und mit "gleichgesinnten" sind?

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15. Mai 2007, 11:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Die ganzen heute noch wichtigen Antiimp-Wellen in Europa sind dann und in den Ländern entstanden, wo keine revolutionäre Umwälzungen in Reichweite lagen (man vergleich zb. die RAF und die BR und deren zentrale Ansatzpunkte) - also musst man seine Hoffnung auf Revolution auf irgendwelche «unterdrückten Völker» auslagern. Die antideutsche «Bewegung» selbst ist aus jener unsäglichen Strömung entstanden und hat die nationalistische Parteinahme gleich mit in ihr Programm rübergenommen. Nun ist es einfach nicht mehr die «Befreiung der Völker», sondern die «Bedingung der Revolution» (Damit meinen sie halt, dass man in den «barbarischen Ländern» erstmal «zivilisierte» Bedingungen schaffen müsse - am besten mit amerikanischen Raketen).

In beiden Fällen wird etwas auf ein entferntes Land projiziert, was im eigenen nicht möglich ist. Wobei es bei den Antideutschen noch um eine absurde Ecke mehr geht, da es nichtmal mehr die Revolution ist, sondern bloss noch die «Möglichkeit der Revolution» (oder - im Fall Israels - halt die eigene vermeintliche Schuld als Teil des deutschen Kollektivs (man muss sich bloss mal den Blödsinn von Gruppen wie «Sinistra!» zu dem Thema durchlesen)).

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Power to the Pöbel!
15. Mai 2007, 13:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tu



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Beitrag Re: [Israel] Eine Katastrophe Antworten mit Zitat
Ich könnt mir das so erklären:
Militärisch gesehen wäre es wohl ein Problem gewesen wenn diese Araber, Beduinen etc. in Isreal geblieben wären. Da man nicht direkt sagen konnte ob diese nun Freund, Feind oder eine Neutrale Position haben...
Also war es am einfachsten alle wegzuschicken da man so evtl. Aufstände von Anfang an verhindern konnte.

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Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. Genisis 1:29
17. Mai 2007, 17:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Ibrahim al Assy



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Beitrag Antworten mit Zitat
Der Zionismus ist die Idee eines jüdischen Staates. Es sollte ein Staat sein wo jeder Jude jederzeit einwandern kann und wo kein Jude mehr von Antisemitismus bedroht sein sollte. Anfangs war die zionistische Bewegung stark sozialistisch geprägt doch schon immer gab es auch rassistische und reaktionäre Kräfte dabei. So gab es schon vor der Staatsgründung zwei verschiedene Untergrundorganisationen die gegen die britische Besatzung kämpften. ("Jüdischer Bombenterror" gegen Briten)
Der jüdische Staat enstand unter dem eindruck der Verfolgung und Vernichtung und noch heute fühlen sich auch die Juden in Israel von Antisemiten umgeben. Die Vorstellung der Schutzfunktion für das jüdische Volk ist es auch was das israelische Militär gesellschaftlich so unantastbar macht.
Es versteht sich von selbst das ein jüdischer Staat nur mit einer jüdischen Mehrheit existieren kann, darum ist der Zionismus, die absolute Grund ideologie, mit dem Rückkehr recht der Palastinensischen Flüchtlinge unvereinbar.
Die Annektierung in den besetzten Gebieten wiederum geht auf die Kappe von Ultra nationalisten und ist in Israel innenpolitisch sehr umstritten.

Fazit: Der jüdische Staat basiert grundsätzlich auf einer völkischen und rassistischen Ideologie.
Doch in einer welt wo jeder Staat grundsätzlich rassistisch ist, ist dies eigentlich ganz normal. Das haben wohl viele nicht begriffen.
17. Mai 2007, 19:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
q.mar
dog day afternoon


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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Fazit: Der jüdische Staat basiert grundsätzlich auf einer völkischen und rassistischen Ideologie.
Doch in einer welt wo jeder Staat grundsätzlich rassistisch ist, ist dies eigentlich ganz normal. Das haben wohl viele nicht begriffen.


vielleicht ein bisschen anders ausgedrückt:

israel ist ein bürgerlicher nationalstaat und funktioniert deshalb genau nach den selben regeln wie jeder andere nationalstaat (auch wenn er anders entstanden ist). das ist es, was viele (post)antideutsche vergessen. es ist aber auch genau das, was ihm viele antiimps vorwerfen, oder besser gesagt, sie hängen das ganze prinzip an dieser einzelnen ausdrucksform (der staat israel als ausdruck aller staaten) auf. und das ist genau so bullshit.

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"Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden für alle Zeiten nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben. Ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, dass die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikt mit den vorhandenen Mächten."
- Marx -
17. Mai 2007, 19:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ibrahim al Assy



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Beitrag Antworten mit Zitat
Nö das stimmt so nicht ganz.
Auch wenn jeder Nationalstaat nach rassistischen Regeln funktioniert sieht das in Israel schon noch ein wenig anders aus.

Denn Israel ist hoch offiziell der jüdische Staat, d.h. religiöse Gesetze sind zum Teil staatliche.
In Israel als Nicht jude einzuwandern ist fast unmöglich, als Jude hast du den Pass in 20 minuten. --> kotz
In Israel leben mehr als eine Million Araber, die sich in einem jüdischen Staat zurechtfinden müssen in dem sie faktisch Bürger zweiter Klasse sind.
usw usw...
18. Mai 2007, 12:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Danger Mines!!



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Wohnort: süsch no was?!

Beitrag @al assy Antworten mit Zitat
is das nicht noch schlimmer? wenn teile der religion staatliche fundamente sind? ich meine auf den bezug des rassisums in einem staat oder des staates? ich weiss, dass du unheimlich viel weisst über dieses thema. wie sahen den dass die ersten siedler in palestina ich meine jetzt z.B. die "sozialistischen" kibbuz? war denen nicht bewusst, dass da ein "ungetüm" geboren wird in dem es faktisch bessere und weniger gute menschen gibt? also ganz klarer und gesetzlich begünstigten rasissmus?

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
19. Mai 2007, 12:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
mané



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Beitrag Antworten mit Zitat
projektion ist es, statt ein antiimperialisitsches pamphlet aufgrund seiner sehr selektiven darstellung zu kritisieren, in ein antideutsch bashing überzugehen und diesen ominösen antideutschen, dann immer und immer wieder positionen zuzuschreiben die sie nicht vertreten. aber ich kenn das ja schon allzu gut, die abenteuerlichsten lügengeschichten werden dann geglaubt wenn sie sich gegen antideutsche oder die bahamas richten. kritik ist einfach was anderes.

zum text:
er unterschlägt doch allen ernstes, das israel am tag seiner gründung (also zum zeitpunkt der nakba) von den umliegenden arabischen armeen angegriffen wurde, auch das zur selben zeit zwischen 800.000 bis 1 Million Juden und Jüdinnen aus dem nahen osten vertrieben wurden steht im text auch nicht.
das ca. 800.000 araber zu dieser zeit flüchteten, hatte mehrer gründe, massaker und gezielte vertreibung vor allem von seiten der rechten gruppierungen irgun und levi stern, war sicher einer der gründe. diese wurden aber von seiten der haganah die später die idf wurde unterbunden. die flucht war unter anderem eben auch ein produkt der arabischen propaganda die verlautbaren ließ das juden die grausamsten sachen mit frauen und kindern anstellen würden.
heute sind 17% der israelischen bevölkerung arabische muslime, und es gibt 3 arabische parteien im knesset, die würden sie sich zusammenschließen, die drittgrößte partei israels wären.

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Fussballschlägereien sind nichts im Vergleich zum Kampf gegen die Deutschen!
19. Mai 2007, 13:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ibrahim al Assy



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Beitrag Antworten mit Zitat
@danger: Ja, mit "anders" meinte ich schlimmer...
Zu den Kibbuzim: Es war zu den Anfangszeiten absolut nicht klar wie denn ein zukünftiger jüdischer Staat aussehen sollte.
Die ganze Kibbuzim Bewegung wie auch der Grossteil des frühen Zionismus war säkulär (d.h. nicht religiös) Es ging nicht um einen Staat der die Religion zum Gesetz erhebt sondern um einen Zufluchtsort für die Juden unter dem Eindruck jahrhundertelanger Verfolgung.
Die ersten Siedler lebten meist friedlich mit und neben der arabischen Bevölkerung. Es gab auch während der ganzen Diaspora eine jüdische Bevölkerung in Palästina.
Wie jedoch sich die linken Siedler das nebeneinander mit den arabern genau vorstellten weiss ich nicht.


@mané: Du wirfst in einen Topf was nicht zusammengehört.
Du hast absolut recht mit deiner Aussage dass dieser Text sehr einseitige Fakten darstellt. Jedoch ist dies in der Funktion des Textes auch legitim.
Der Text "unterschlägt" keine Fakten. Sondern diese Fakten sind irrelevant für die Aussage des Textes.

Zitat:
Die Nakba ist kein isoliertes historisches Ereignis, sondern findet bis heute statt. Israel verweigert nicht nur den Flüchtlingen die Rückkehr, sonder raubt bis heute kotinuierlich palästinensischen Boden und entzieht arabischen BewohnerInnen das Recht, in ihren Städten und ihrem Land zu leben.


Auch wenn ich das Rückkehr recht für problematisch, wenn nicht gar unmöglich halte, ist es unbestritten, das der Israelische Staat, egal ob mit "linken" oder rechten Premiers den Siedlungsbau und damit den Landraub an den Palästinensern immer unterstützt und vorangetrieben hat.


Zitat:
Die Stärke der Kampagne besteht darin, die verschiedenen Dimensionen des Israel/Palästina-Konflikts zu berücksichtigen und von Israel schlicht die Erüllung internationaler Rechtsstandards zu verlangen.


Es geht nicht darum über bösewichte und Verbrechen von vor 60 jahren zu diskutieren sondern alles daranzusetzen, dass die katastrophale Lebens situation der palästinensischen Flüchtlinge verbessert wird.
Ich glaube die Besetzung der Westbank ist für die Palästinenser als auch für die Israelis eine einzige Katastrophe.

Zitat:
er unterschlägt doch allen ernstes, das israel am tag seiner gründung (also zum zeitpunkt der nakba) von den umliegenden arabischen armeen angegriffen wurde, auch das zur selben zeit zwischen 800.000 bis 1 Million Juden und Jüdinnen aus dem nahen osten vertrieben wurden steht im text auch nicht.


Dies ist wahr, hat aber nichts mit der heutigen Unterdrückung zu tun. Abgesehen davon waren dies eben die umliegenden arabischen Staaten und nicht die Palästinenser.



Zitat:

heute sind 17% der israelischen bevölkerung arabische muslime, und es gibt 3 arabische parteien im knesset, die würden sie sich zusammenschließen, die drittgrößte partei israels wären.


Was willst du damit sagen, was hat dies mit dem Text zu tun.
19. Mai 2007, 14:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
projektion ist es, statt ein antiimperialisitsches pamphlet aufgrund seiner sehr selektiven darstellung zu kritisieren, in ein antideutsch bashing überzugehen und diesen ominösen antideutschen, dann immer und immer wieder positionen zuzuschreiben die sie nicht vertreten. aber ich kenn das ja schon allzu gut, die abenteuerlichsten lügengeschichten werden dann geglaubt wenn sie sich gegen antideutsche oder die bahamas richten. kritik ist einfach was anderes.


Du hast halt einfach nicht verstanden, dass Antiimps und AntiDs ein hässliches Zwillingspaar ist und eine Kritik am einen immer schon eine Kritik des anderen impliziert. Egal...
So kocht dann weiter jeder sein eigenes Süppchen, teilt den Wahn, den der jeweils andere längst überwunden glaubt und ist in seinem eigenen Biotop ganz zufrieden.
Dass du zum Inhalt was sagst, hatte ich auch gar nicht erwartet, da kann man die Freud-Seminare ja nicht zur Anwendung bringen. Die Positionen von Bahamas bis Sinistra! kenn ich im Übrigen sehr genau, da ich mich Jahre mit dem Blödsinn in grossteils affirmativer Absicht beschäftigt habe, das solltest du ja eigentlich wissen. Aber ja, die Renegaten sind immer die schlimmsten, wa?
So long.

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19. Mai 2007, 14:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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Ich denke, die Ansicht der Antideutschen, dass Israel ein Schutzstaat für die Juden ist, klingt ganz schön, aber ist meiner Meinung nach nicht realistisch. Erstmal ist es ja eigentlich voll beschissen, den Juden einen Staat zuzuteilen, damit die alle dorthin gehen, das ist für mich nicht viel besser als diese abgeschottenen Stadtteile im dritten Reich (-> Ghettos). Das Ziel wäre ja eigentlich eher, dass die Juden (bzw. ALLE Menschen) nicht mehr diskriminiert werden. Ob man das damit erreicht, dass man eine Bevölkerungsgruppe in ein Gebiet verweist??

Aber ich weiss, solange Kapitalismus und Nationalstaaten und so... braucht es Israel noch...
Wieso sind denn die Juden dort besser geschützt als in jedem anderen Staat? Ich will nicht sagen, dass man Israel jetzt auflösen soll oder so, viele andere Bevölkerungsgruppen haben ja auch "ihren Staat", aber dieser Sonderstatus stört mich irgendwie. Irgendwie legitimiert es die Armee, die Regierung, dass sie Kriege führen usw., sie müssen schliesslich das Ganze beschützen.

Naja, ich denke nach dem 2. Weltkrieg, mit Israel und dem allem ist verdammt viel schief gelaufen. Aber die Schuldigen zu suchen finde ich nicht die richtige Folgerung.

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Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
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22. Mai 2007, 16:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tu



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
I... Das Ziel wäre ja eigentlich eher, dass die Juden (bzw. ALLE Menschen) nicht mehr diskriminiert werden. Ob man das damit erreicht, dass man eine Bevölkerungsgruppe in ein Gebiet verweist??


Du musst bedenken das ein eigener Staat dir viele Vorteile bringt z.B. Eigene Gesetzte, eigenen Waffenproduktion, Bündnisse und Verträge mit anderen Ländern. Zudem glaube jeder Antideutsche würde die „nicht Diskriminieren Lösung“ bevorzugen aber die ist echt unrealistisch – im Kapitalismus.

Zitat:
Wieso sind denn die Juden dort besser geschützt als in jedem anderen Staat?

Weil z.B in der Schweiz ein Gesetz erlassen werden kann das es den Juden verbietet in "hohen" Positionen zu Arbeiten, weil man z. B das Schächten verbieten kann - einfach so weil dem Schweizer die Schaffe lieber sind als seine jüdischen Mitmenschen etc.

Zitat:
...aber dieser Sonderstatus stört mich irgendwie. Irgendwie legitimiert es die Armee, die Regierung, dass sie Kriege führen usw., sie müssen schliesslich das Ganze beschützen.

Die wenigsten Kriege wurden von Isreal direkt begonnen, nehmen wir z.B den Krieg im Libanon der vor kurzem wieder für ein aufflamen der Isrealdiskussion gesorgt hat. Wie wurde dieser Krieg begonnen? Irgendwelche islamistischen Terroristen entfürten ein paar junge Soldaten, die Islamisten wussten genau das Isreal nicht mit ihnen Verhandeln wird. Aber ja Israel ist ja so böse und war nicht bereit mit einander zu sprechen... und ist dann einfach so einmarschiert.

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22. Mai 2007, 20:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
minino
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Kurt.K hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Wieso sind denn die Juden dort besser geschützt als in jedem anderen Staat?

Weil z.B in der Schweiz ein Gesetz erlassen werden kann das es den Juden verbietet in "hohen" Positionen zu Arbeiten, weil man z. B das Schächten verbieten kann - einfach so weil dem Schweizer die Schaffe lieber sind als seine jüdischen Mitmenschen etc.


Naja, aber wenn Israel jetzt Gesetze erlässt, dass die Araber oder sonstwer das nicht dürfen, ist das doch genauso tragisch (ich sag nicht, dass es so ein Gesetz gibt, nur ein Beispiel). Dann werden halt nicht mehr die Juden diskriminiert, sondern die Araber. Ich seh den ausschlaggebenden Unterschied da nicht ganz, ist das nur der geschichtliche?

Und die Diskussion, wer hat angefangen find ich doof. Ich finde beide Standpunkte (die isrealsoli und palästinasoli) nicht richtig, ist menier Meinung beides einfach zu einseitig gedacht.

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23. Mai 2007, 07:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



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Beitrag Antworten mit Zitat
minino hat Folgendes geschrieben:
Und die Diskussion, wer hat angefangen find ich doof. Ich finde beide Standpunkte (die isrealsoli und palästinasoli) nicht richtig, ist meiner Meinung beides einfach zu...


... national gedacht!

_________________
Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
23. Mai 2007, 11:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tu



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Beitrag Antworten mit Zitat
Also so ne Kurze Antwort...

Zitat:
Naja, aber wenn Israel jetzt Gesetze erlässt, dass die Araber oder sonstwer das nicht dürfen, ist das doch genauso tragisch (ich sag nicht, dass es so ein Gesetz gibt, nur ein Beispiel). Dann werden halt nicht mehr die Juden diskriminiert, sondern die Araber. Ich seh den ausschlaggebenden Unterschied da nicht ganz, ist das nur der geschichtliche?


Diskrimminierung ist nie gut, aber ich sehe da einen kleinen Unterschied, wenn man zum Beispiel in der Schweiz ein Gesetzt erlässt das es den Moslems verbietet hier ihre Religion auszuüben können die auf ziehmlich viele Regionen ausweichen. Die Juden haben da weniger Möglichkeiten (Wenn wir annehmen das ich im Exil auch akzeptiert sein will...)

Zitat:
Und die Diskussion, wer hat angefangen find ich doof. Ich finde beide Standpunkte (die isrealsoli und palästinasoli) nicht richtig, ist menier Meinung beides einfach zu einseitig gedacht/zu National.


Ja, wenn du das so empfindest hast du dich vielleicht mit den falschen Texten/ Leuten beschäftig...

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23. Mai 2007, 20:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:

Ja, wenn du das so empfindest hast du dich vielleicht mit den falschen Texten/ Leuten beschäftig...


Stringente Argumentation.

Wegen des Ausweichens:
Es ist mir nicht bekannt, dass in Europa gegen eine Religion eine derart grossangelegte Kampagne läuft wir gegen den Islam. Du argumentierst auf ner völlig komischen Ebene, das funktioniert doch in der antideutschen Diskussion ganz anders. Die Religion ist gar nicht die Kategorie, auf welche bezug genommen wird, sondern auf die Qualität des Judentums als «Projektionsfläche par excellence» etc. etc. etc. (Postone, Adorno, Claussen etc. etc. etc.)

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23. Mai 2007, 22:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tu



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Du argumentierst auf ner völlig komischen Ebene, das funktioniert doch in der antideutschen Diskussion ganz anders.


Sorry, ich verstehe hier nicht auf was du ansprechen willst...

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24. Mai 2007, 10:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Ich führe das im darauf folgenden Satz aus:

Die Religion ist gar nicht die Kategorie, auf welche bezug genommen wird, sondern auf die Qualität des Judentums als «Projektionsfläche par excellence» etc. etc. etc.

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24. Mai 2007, 12:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



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Beitrag Antworten mit Zitat
Kurt.K hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Und die Diskussion, wer hat angefangen find ich doof. Ich finde beide Standpunkte (die isrealsoli und palästinasoli) nicht richtig, ist menier Meinung beides einfach zu einseitig gedacht/zu National.


Ja, wenn du das so empfindest hast du dich vielleicht mit den falschen Texten/ Leuten beschäftig...


ist zwar nicht direkt an mich (nur das national) aber: da hast du, zumindest was die leute betrifft, wohl recht...

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Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

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24. Mai 2007, 12:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
-domicella-
catdog


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Beitrag Antworten mit Zitat
sagt mal hat jemand mitbekommen, wie die fernsehserie heisst, die wahrscheinlich unter "arabische satyre" geht und letztes jahr in den usa angelaufen ist? ist (denke ich) auch ne amerikanische produktion und es geht um nen iraner der nach new york geht oder so... wollte da unbedingt mal reinschauen, aber wie gesagt, keine ahnung wie die heisst.
sorry für diesen nichts-zur-sache-tu-einschub in eure diskussion viking



Zitat:
Die Religion ist gar nicht die Kategorie, auf welche bezug genommen wird, sondern auf die Qualität des Judentums als «Projektionsfläche par excellence» etc. etc. etc.


kann man denn das jetzt momentan nicht auch auf den islam beziehen?
29. Mai 2007, 07:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zwei gute Texte zu dieser Diskussion (wovon einer leider in englischer Sprache):


Die Rückkehr des moralisierenden Zuschauers

Zitat:
Was die trübe deutsche Linke von der SI lernen könnte, ist der Verzicht auf jede Identifikation mit einer der Konfliktparteien im Nahen Osten, in der sich die nationalistische Überlagerung der Klassenverhältnisse im Nahen Osten verlängert. Antiimperialisten wie pro-israelische Linke sind zu keiner Klassenanalyse in der Lage und vollziehen lieber die Schachzüge der großen Politik nach. Beiderseits löst sich die Entwicklung im Nahen Osten in nichts als Unterdrückung und Gewalt, gute und böse Staaten auf. Was die anhaltende Ausgrenzung der palästinensischen Flüchtlinge in den arabischen Bruderstaaten, wo sie seit Jahrzehnten in Lagern vegetieren, mit ihrer hoffnungslosen Existenz als überschüssige Arbeitskraft zu tun hat, die niemand haben will, interessiert weder die einen noch die anderen. Man müßte dazu den moralischen Eifer beiseite lassen und die Frage stellen, welche Aussichten der Weltmarkt den palästinensischen Proletariern zu bieten hat, ganz gleich, unter wessen staatliche Souveränität sie gerade fallen. Lieber streitet man sich über ihr Rückkehrrecht ins israelische Kernland, wobei sich die Antiimperialisten als völkische Ideologen betätigen und die Vererbbarkeit des Anspruchs auf die heimatliche Scholle auf die Kindeskinder der geflohenen und vertriebenen Palästinenser propagieren, während die Freunde Israels zeigen, was es mit der Ausnahme von der sonst pflichtgemäß im Mund geführten Staatskritik auf sich hat, wenn sie von der Niederlassungsfreiheit aller Menschen überall nichts mehr wissen wollen und vor Überfremdung des jüdischen Staates durch anrückende Palästinenserhorden warnen.

Es ist bezeichnend für den Zustand der deutschen Linken, daß der Versuch, die Grenzen der SI zu überwinden, letztlich darin mündet, hinter ihren Universalismus zurückzufallen. Wie man sich die „Konstituierung des Proletariats als transnationale revolutionäre Klasse“ (BBZN) auf die Fahnen schreiben kann, nur um im nächsten Satz zu befinden, manchmal müsse Nationalismus eben sein, bleibt ein Rätsel, das keine „Dialektik“ auflösen wird.



German psycho: A reply to the Initiative Sozialistisches Forum

Zitat:
Only beyond the ideological schema of leftist ideologies that mirror one another can the conflict in the Middle East be grasped as part of the existing global misery. What condemns the vast majority of Palestinians to poverty in their existence is, to an extent, superfluous and devalued labor-power, a fate they share with millions of slum-dwellers the world over and one that would hardly be altered by founding a Palestinian state. Historically, Palestinians were proletarianized by Israel, which separated them from the land, but because Labor Zionism did not want to integrate them as wage-laborers any more than the Arab states were apparently capable of doing, for generations hundreds of thousands of Palestinian refugees have scraped together a wretched existence in Arab camps, dependent on the charity of international aid organizations. The retreat of secular promises for the future gives a mythical charge to the demand to return to the villages of one’s ancestors, and prepares the ground for Islamist rackets such as Hamas, who apart from the odd bits of welfare have nothing to offer but jihad on Israel. The perspective of moderate Palestinian nationalism amounts to nothing more than the autonomous administration of squalor. But the “communist” friends of Israel have made peace with the society that engenders such conditions on the following terms: “To a society to which hunger is no reason for production, suffering cannot be sufficient grounds for solidarity.”


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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
23. Dezember 2011, 03:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Aus einem guten Blog, der aber seit etwa 2006 nicht mehr betrieben wird (von daher die 497-Spam-Kommentare ignorieren):

Zitat:
Die conditio sine qua non des Post-Antideutschtums ist der Histomat

Kürzlich stritt ich mich mit einem Mitstreiter bei «Die Stämme». Bemerkenswert an der Auseinandersetzung war die Tatsache, dass er die Apologie des Bestehenden mit Marx zu untermauern suchte. Wo der gemeine Freund der innerhalb ihrer Mauern teilweise offenen Gesellschaft Popper bemüht, glaubte der Jünger des Justus noch sich an die «Altlasten seiner linken Jugendsünden» halten zu müssen.

Und so verrenkt man sich den Hals beim Versuch einen Histomat, der selbst einem Leninisten die Schamesröte ins Gesicht triebe, zu konstruieren, der erklärt, warum denn nun die USA mit Bomben und Raketen gegen jeden ihrer Feind zu verteidigen sei. Lustiger- oder besser Tragischerweise kehrt der mit dem Pathos des Verteidigers der «Bedingungen der Möglichkeit» vorgetragene Histomat – der von jeglicher Dialektik der Zivilsation abstrahiert – die Vorzeichen heute um und konstatiert nicht mehr die «Unumgänglichkeit der Revolution», sondern die Unmöglichkeit derselben ausserhalb der am «weistesten fortgeschrittenen» Nationen. Was also an den Marxologen längst entlarvt war – ihr unsägliches Geschichtsbild – schwemmt es hier wieder an die Oberfläche. Hatte Marx im Sezessionskrieg noch die Konföderation verteidigt in seinem Glauben an den unausweichlichen Fortschritt hin zum Sozialismus, so wussten Wertmüller und Epigonen nach 1945 (oder nach dem 11/9) nur noch zu konstatieren, das zwar die Revolution ausblieb, die Bedingung aber mit Bomben in die ganze Welt zu tragen sei – ganz realpolitisch natürlich. Das hört sich dann wie folgt an:

«Amerika ist die conditio sine qua non (Grundvoraussetzung) jedes zukünftigen Fortschritts, den die Menschheit machen kann, ganz unabhängig davon in welche Richtung dieser Fortschritt einschlagen wird.»

In welche Richtung auch immer…
Die benjaminsche «revolutionäre Notbremse» möge jenen Fortschritt, wie er heute zu erwarten ist, aufhalten. Wünscht man fromm und kann sich der Täuschung über die reale Möglichkeit doch nicht hingeben.

Geschlossen sei mit einem der wohl bekanntesten Zitate aus der Dialektik der Aufklärung, deren Lektüre jene verdrängen, die Fortschritt und Befreiung so penetrant immer in eines setzen wie Barbarei und Rückfall:

«Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils.»

Mir ist irgendwie übel…


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24. Dezember 2011, 16:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Gerhard Hanloser unterstellt den Antideutschen stalinistische Tendenzen:

Zitat:
Interessanterweise sind die intellektuell meist besser aufgestellten Gegner des Antiimperialismus aus dem Antifa-Milieu, die Antideutschen, alles andere als im Kern antistalinistisch. Zwar nehmen diese oftmals den historischen Stalinismus aufs Korn, den sie besonders wegen seiner antisemitischen Manöver und Strategien bekämpfen wollen, aber in ihrer Politikform selbst bleiben sie der stalinistischen Logik verhaftet. Ihr Hauptinteresse ist es, dem Staat Israel die bedingungslose Solidarität auszusprechen. Und diesen zeichnen sie in ähnlicher Weise wie die historischen Stalinisten des Kalten Krieges die Sowjetunion: Der Staat erscheint nur noch als Erbe des Faschismus und als Heimstätte der Opfer des Zweiten Weltkrieges. Geschichte wird eingefroren. Nicht umsonst verfährt die linke Monatszeitschrift konkret mit Israel und seinen Gegnern wie vormals mit der Sowjetunion und ihren Gegnern. Die militärische Stärke des Staates wird schlicht unterschlagen, um ein Bedrohungsbild zeichnen zu können. Alle internen Prozesse, Repressalien, sozialpolitischen Entwicklungen werden von dem Bild der außenpolitischen Bedrohung überdeckt. Der Stalinist warnte vor dem „objektiven Kalten Krieger“ und „objektiven Konterrevolutionär“ – das waren Dissidenten in der Sowjetunion oder linke Renegaten der kommunistischen Bewegung. Der Antideutsche kennt seinen „objektiven Antisemiten“ – das sind linke Kritiker der israelischen Regierung. Je profunder und herrschaftskritischer deren Analyse, umso grenzenloser fallen die Schmähungen aus wie beispielsweise gegenüber dem Kritischen Theoretiker Moshe Zuckermann.

http://www.trend.infopartisan.net/trd0113/t530113.html


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16. Januar 2013, 18:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Palestinian Anarchists in Conversation: Recalibrating anarch Antworten mit Zitat
Der Autor scheint zwar eher ein libertärer Sozialdemokrat zu sein, der Text ist aber recht interessant: http://anarchistnews.org/content/palestinian-anarchists-conversation-recalibrating-anarchism-colonized-country

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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
01. September 2013, 18:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
rude e
Mad Dog


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Beitrag Antworten mit Zitat
Ich schreibe jetzt nur auf der Basis dieses Artikels, ich habe mich nicht tiefer mit der anarchistischen Bewegung in Palästina auseinandergesetzt. Mich erstaunt der positive Bezug zum Begriff des Nationalismus, der lediglich eine Gefahr in sich berge, jedoch nicht rundheraus abzulehnen sei, und zum Panarabismus. Und irgendwie wird nicht greifbar, was die beiden Interviewten unter dem Konzept von Anarchismus verstehen, aber das könnte auch am Interviewer liegen.

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Es tut mir leid wenn ich euch störe, Leute, aber ich tanze immer den letzten Tanz der Saison. In diesem Jahr hat es mir einer verboten. Aber ich lasse mir nichts verbieten. Ich werde tanzen, und zwar mit einer wundervollen Partnerin.

Erst wenn der letzte Lappen gelöhnt, die letzte Mark verjubelt und der letzte Groschen gefallen ist, werdet Ihr merken, dass man mit Bäumen nicht bezahlen kann.
03. September 2013, 09:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Bezug zum Nationalismus Antworten mit Zitat
Auch vom Black-Bloc Ägypten gibt es Fotos mit ägyptischen Flaggen und daneben eingekreiste As. In Palästina erstaunt mich der positive Bezug auf die Intifada nicht, doch zum Nationalismus dürfte man meiner Meinung nach auch ein kritischeres Verhältnis haben. Der Interviewer ist vom Institute for Anarchist Studies (http://en.wikipedia.org/wiki/Institute_for_Anarchist_Studies), die stehen glaub so Plattformistenzeug nahe und labern auf ihrer Homepage auch noch gerne von "nationalen Befreiungskämpfen" und so, wohl nicht die besten Freunde, die wir auf der Welt haben. Trotz der notwendigen kritischen Distanz fand ich aber den Artikel doch irgendwie interessant.

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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
05. September 2013, 11:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Sudaka



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Beitrag Israel baut Camps Antworten mit Zitat
Israel baut Camps um "infiltrators" einzuknasten und zukünftig abzuschieben.

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=dPxv4Aff3IA

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"Vielmehr geht es darum, dass etwas an sich völlig Nicht-Dingliches, nämlich menschliche und soziale Beziehungen, durch die gesellschaftliche Warenform entfremdet und verdinglicht werden."
18. Oktober 2013, 17:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Flüchtlingsproteste in Tel Aviv Antworten mit Zitat
Afrikanische Flüchtlinge protestieren in Tel Aviv: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/In-Tel-Aviv-wehren-sich-die-Fluechtlinge/story/17317420

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06. Januar 2014, 00:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Beitrag Antworten mit Zitat
Ein kleiner Einschub - können wir den Thread schlicht zu "Israel" umbenennen, so wie alle anderen Therads über Klassenkämpfe in den jeweiligen Ländern?

Hier noch ein Text, welcher die prekäre Lage der Refugees in der Region beschreibt:

http://jungle-world.com/artikel/2014/01/49070.html

Zitat:
Mehrere in den vergangenen Jahren veröffentlichte Studien zeichnen das Bild einer menschengemachten Hölle. Die Opfer werden mit Hunger und Durst gequält; während Angehörige oder Freunde am Telefon mithören, werden sie mit Elektroschocks oder der Amputation von Gliedmaßen gefoltert. Viele Opfer werden vergewaltigt, insbesondere der Großteil der gekidnappten Frauen. Mindestens 4 000 Menschen wurden in den vergangenen fünf Jahren im Sinai ermordet, teilweise wurden den Opfern von involvierten Ärzten Organe entnommen.


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09. Januar 2014, 15:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Beitrag Flüchtlingsproteste reloaded Antworten mit Zitat
Massive Repression gegen Flüchtlingsproteste nahe der ägyptischen Grenze: http://972mag.com/nstt_feeditem/photos-police-arrest-hundreds-of-asylum-seekers-near-egypt-border/

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29. Juni 2014, 22:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Linke in Palästina Antworten mit Zitat
Für die Frankophilen unter Euch ein Interview mit einem "libertären Kommunisten" der PFLP. Klar, Antiimperialismus mit ein bisschen libertärer Würze, doch die Schilderungen der Flügelkämpfe und allein die Tatsache, dass es dort einen mit "Maoisten und Stalinisten" vereinten "libertären Flügel" geben soll, ist doch irgendwie interessant. Die "Einheit der Linken" ist wie fast überall Geschichte, aber irgendwie doch nicht. Geschichte wiederholt sich als Farce: http://albruxelles.wordpress.com/2014/07/22/ghassan-ali-un-communiste-libertaire-au-fplp/

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26. Juli 2014, 00:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Dritte Intifada? Antworten mit Zitat
Gemäss Haaretz ist der Beginn der dritten Intifada nur noch eine Frage der Zeit: http://www.haaretz.com/blogs/jerusalem-vivendi/.premium-1.607741

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29. Juli 2014, 18:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Brennende Olivenbäume Antworten mit Zitat
So steht's um den "Friedensprozess":

Zitat:
Israeli settlers in the northern occupied West Bank have razed to the ground huge swathes of Palestinian-owned agricultural land in the town of Huwara, according to reports.

The fields were set on fire by "masked settlers", Al-Resalah newspaper reports, who snuck on to the land and poured petrol on it before setting it alight. Around 100 olive trees were destroyed in the blaze, which spread as locals were prevented from attending the fire by Israeli forces.

Olive trees in Israel hold vast religious and cultural significance to both Jews and Palestinians. As well as being the livelihood of many Palestinian farmers, the trees are thought to be the "oldest on Earth" and are mentioned in the Old Testament numerous times.

http://www.ibtimes.co.uk/battle-between-israel-palestine-being-fought-olive-fields-100-trees-torched-1471595


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29. Oktober 2014, 02:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Mauerfall Antworten mit Zitat
Auch im Westjordanland gab es Gedenken an den Berliner Mauerfall - die Situation ist jedoch etwas komplizierter als in Berlin:

Zitat:
Battir lässt Assoziationen an Asterix und sein kleines gallisches Dorf aufkommen. Das Geheimnis seiner 6.000 Bürger ist aber kein Zaubertrank, sondern der Interessenkonflikt zweier israelischer Behörden. Auf der einen Seite steht das Verteidigungsministerium, das den Bau der Trennanlagen möglichst rasch beenden möchte, auf der anderen die Nationale Parkbehörde, die bremst.

Auf Klage der Umwelt- und Friedensinitiative FoEME (Friends of the Earth Middle East), die Battir juristisch unterstützt, musste die Parkbehörde vor Gericht Stellung beziehen. Sie positionierte sich erwartungsgemäß für den Erhalt der Terrassen, die während der Errichtung der geplanten Sicherheitsanlagen weitgehend zerstört werden würden. „Es ist ungewöhnlich, dass eine Regierungsbehörde der anderen den Weg verbaut“, meint Gidon Bromberg, FoEME-Direktor.

http://taz.de/Mauer-in-Palaestina/!149165/


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09. November 2014, 23:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Netanyahu giesst Öl ins Feuer Antworten mit Zitat
Netanyahu: Protestierende israelische Araber sollen doch einfach ins Westjordanland oder nach Gaza gehen:

Zitat:
Israeli Arabs who demonstrate against Israel can "move to the Palestinian Authority or Gaza," Prime Minister Benjamin Netanyahu said on Monday in response to the terror attack in Tel Aviv earlier in the day.

"To all those who demonstrate against Israel and in favor of a Palestinian state, I say something simple: I invite you to move there; we won't give you any problem," Netanyahu said, during a meeting of the Likud Knesset faction.

Riots rocked the northern village of Kafr Kana on the weekend following the death of an Israeli Arab man who was shot by the police. Much of the Israeli Arab sector observed a general strike on SUnday in response to the shooting.

http://www.haaretz.com/news/national/.premium-1.625682


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10. November 2014, 21:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Gaza 2020 unbewohnbar Antworten mit Zitat
Gemäss einem UNO-Report ist der Gazastreifen ab 2020 "unbewohnbar". Als gute Linke glauben die Autorinnen an die "internationale Gemeinschaft", doch als realistischer Mensch kann man daraus nur den Schluss ziehen, dass sich der Israel-Palästina-Konflikt in den nächsten fünf Jahren wohl heftig zuspitzen wird (dafür sprechen nebenbei auch diverse andere Faktoren):

Zitat:
Noch schlimmer: Der Bericht weist nach, dass es bereits 2016 im Gazastreifen kein trinkbares Wasser mehr geben wird. Und ab 2020 werde gar jede Möglichkeit verspielt sein, diese Entwicklung noch rückgängig zu machen. Der Schaden wäre dann also irreparabel und der Gazastreifen kein potentieller Lebensraum mehr. Bereits heute verfügen die meisten Haushalte im Gazastreifen über kein oder nicht ausreichend Trinkwasser und selbst die ausgesprochen geringen verfügbaren Mengen sind verseucht. Da im Gazastreifen Regenfall eher eine Seltenheit ist, muss zur Versorgung der Bevölkerung in erster Linie auf das Grundwasser zurückgegriffen werden. Da in Folge dessen in den letzten Jahrzehnten bereits viel zu viel Grundwasser abgepumpt wurde (oder vielmehr abgepumpt werden musste), dringt zunehmend Meerwasser in die Grundwasservorräte ein.

Durch den 51-tägigen Gaza-Krieg hat sich die Lage noch einmal deutlich verschärft: Die Wasser- und Abwasser-Systeme sind zu 70 Prozent beschädigt worden, so Dr. Amal Sarsour in einem Bericht des Gouverneurs von Gaza kurz nach dem Krieg – genau wie die Abwasserpumpstation und die Kläranlagen. Selbst die nicht beschädigten Pumpstationen fielen durch den Mangel an Gas und Strom immer wieder aus, was eine zusätzliche Verschärfung der Situation zur Folge habe. Von der teilweisen Funktionsunfähigkeit der Wasserleitungen seien 700 000 Menschen betroffen.

https://www.freitag.de/autoren/big-business-crime/oekologische-und-soziale-katastrophe


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18. Februar 2015, 00:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Alltag in Israel Antworten mit Zitat
Schöner Text über den Alltag in Israel:

Zitat:
Waking up in Jaffa to the call of prayer from the mosque, grabbing a coffee on Rabbi Pinchas Street, where artists, proletarians, and the haute bourgeoisie mingle, picking up some seasoned bread at Abulafia’s “Jews and Arabs refuse to be enemies” bakery, you can almost forget where you are for one second, before it comes crashing down on you like a guillotine. On a warm winter morning, a busload of people are stabbed by a “lone wolf” terrorist by the Maariv Bridge. A few days later, some soldiers are blown up by Hezbollah on the northern border, allegedly as retaliation for an Israeli strike a week earlier. Election ads surround Rabin Square from the right and center parties, each with the same slogan: It’s either us or them. The Arab parties are united—communist, nationalist, and Islamist—due to a new law requiring a higher percentage of votes to enter Parliament. Anti-Semitic attacks in Europe are making headlines every other week or so, with Israelis shrugging. Now you see, someone tells me. A war in the north is coming, everyone says, and another in Gaza. It’s just a matter of time. How to prevent it? End the occupation, one burly guy tells me, and stop the blockade. Another laughs and replies, why don’t we just shoot ourselves and skip the collateral damage? A third woman chimes in that Israel should just annex it all and make them full Israeli citizens. But what about Israel being a Jewish State, the first guy says, a permanent refuge for persecuted Jews? This is a capitalist state, she answers, not a Jewish one. Money doesn’t care about our gods.

https://cominsitu.wordpress.com/2015/03/14/negation-of-the-diaspora/


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14. März 2015, 15:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag IS-Anhänger in Gaza Antworten mit Zitat
IS-Anhänger in Gaza versuchen mit Angriffen auf die Hamas die Befreiung ihrer Gefangenen zu erreichen:

Zitat:
The pro-ISIS group has even delivered rhetorical assaults against Hamas, going on social media to blast the Muslim Brotherhood-aligned faction as worse than the “Jewish Occupier” (Israel).

Hamas has attempted to crack down on uprisings within Gaza. Recently, Hamas militants demolished a mosque that was a known ISIS hotspot. “Armed men from Hamas came to Deir Al-Balah and destroyed the mosque, acting in a way that even the Jewish occupiers and the Americans have not acted,” said a Twitter post from the Gaza-based pro-ISIS group.

Separately, a bomb exploded outside of Hamas headquarters in Gaza on Monday, according to eyewitnesses, who said that the blast did damage to one of the militant group’s security walls.

http://www.breitbart.com/national-security/2015/05/05/hamas-worse-than-jews-says-isis-in-gaza/


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06. Mai 2015, 23:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag IS in Gaza Antworten mit Zitat
Noch ein Artikel zum Thema:

Zitat:
Hamas has 100,000 gunmen who are prepared to “liberate Palestine,” a Hamas official was quoted as saying on Wednesday.

The announcement came amid mounting tensions between Hamas and Islamic State supporters in the Gaza Strip.

Hamas has arrested dozens of Salafi-jihadists who are affiliated with Islamic State, sources in the Gaza Strip said. They said the arrests came following a series of bombings, which were reportedly carried out by the Salafi-jihadists in recent weeks.

Earlier this week, Hamas demolished a mosque frequented by Islamic State supporters in Deir el-Balah.

Hamas said that the mosque was a tent, and not a concrete structure, that was used by the extremists as a meeting venue.

http://www.jpost.com/Middle-East/Hamas-arrests-dozens-of-Islamic-State-supporters-402329


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06. Mai 2015, 23:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Zehn Jahre Knast für Steinewerfer? Antworten mit Zitat
Israels Regierung findet, Steinewerfer seien Schwerverbrecher und müssten dementsprechend bestraft werden:

Zitat:
Protesters who throw stones at moving vehicles could be jailed for up to 10 years following the approval on Sunday of a bill by an Israeli ministerial legal committee.

The bill, which faces a series of parliament readings before coming into effect, would amend an existing law that allows stone throwers to be jailed for 20 years, but only if it can be proven they intended to inflict harm.

The new version would enable 10 years imprisonment for “throwing stones or other objects at travelling vehicles in a manner that could endanger the passenger’s safety” or harm the vehicle, the bill read.

http://www.theguardian.com/world/2015/jun/01/stone-throwers-could-be-jailed-for-10-years-under-new-israeli-bill


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01. Juni 2015, 11:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag IS im Gazastreifen Antworten mit Zitat
Der IS scheint im Gazastreifen zunehmend in die Offensive zu gehen:

Zitat:
They acted after senior Hamas security officer Sabah Siam was murdered Saturday, May 30, by a gang of five gunmen sporting ISIS insignia.

Hamas tried pretending that the officer died in a bomb planted in his vehicle by a local rival faction. But the attack was too public to be concealed. The ISIS gunmen burst into a shop owned by the officer’s family in the center of Gaza City while he was visiting. They cut him down in front of his relatives and dozens of passersby, none of whom made any move to stop them as they made off in two vehicles.
The terrorists later issued a communiqué saying: “Sabah Siam was liquidated because he was a partner in a war declared against religion and against Muslims working for the heretical government in the Gaza Strip.”
In a declaration of war, ISIS warned the Palestinian Hamas to “end its war against religion in Gaza or face the consequences.”

http://www.debka.com/article/24637/First-Hamas-ISIS-firefight-in-Gaza-%E2%80%9CIslamic-State-of-Jerusalem%E2%80%9D-supporters-sighted-on-Israeli-border


Für die Raketenangriffe auf Israel aus dem Gazastreifen heute gab es ein Bekennerschreiben von IS-Anhängern. Israel hat mit Luftangriffen im Gazastreifen reagiert.

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04. Juni 2015, 00:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Messerangriffe Antworten mit Zitat
Die Spirale der Verzweiflung:

Zitat:
Nineteen-year-old Thaer Abu Ghazaleh woke up early on October 8 and left the fifth-storey apartment he shared with his father in Kufr Aqab. He headed for the checkpoint that separates his East Jerusalem neighbourhood from the rest of the city.

"I picked them up early, [at] around five in the morning, from Qalandia checkpoint and drove them to Tel Aviv," remembers Thaer's boss, who runs a firm supplying Palestinian labour to companies in Israel, and asked not to be named.

As on most mornings, he was taking a group of young Palestinian workers from pick-up points close to Jerusalem and driving them to work in Tel Aviv.

"Everything was normal. Thaer was joking, acting normally, just like every day. The last time I saw him was [at] around 7:15am. I dropped them off at the office and left."

But that afternoon, he received a series of phone calls in quick succession.

"S, who is responsible for the employees, called me. He said that Thaer had gone outside to fill his water bottle. There was a problem in the street and he didn't come back.

http://www.aljazeera.com/news/2015/11/portraits-palestinian-knife-attackers-151106093509929.html


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06. November 2015, 19:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Zeltbewegung 2011 Antworten mit Zitat
Eine Analyse der Zeltbewegung 2011:

Zitat:
Parmi les mouvements apparus après la crise de 2008, la Révolte des Tentes en Israël a souvent été négligée dans les analyses du courant communisateur. En fait, à l’exception de ce qu’en ont dit les journaux pendant quelques jours, personne n’en sait grand-chose, et il n’y a pratiquement pas d’analyses communistes sur le sujet. À l’opposé, d’autres mouvements plus modestes ont fait couler beaucoup d’encre. Des mouvements portés exclusivement par la classe moyenne salariée, mais moins massifs – Occupy, Indignés, etc. – ont donné lieu à quelques analyses dans le « milieu », tandis que sur Israel il n’y rien du tout. Cela nous incite à essayer de reconstruire le contexte, le déroulement, la composition sociale et les enjeux de ce mouvement.

http://www.hicsalta-communisation.com/accueil/menage-a-trois-episode-6-la-revolte-des-tentes-en-israel-2011#more-1582


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07. Februar 2018, 15:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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