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Lesegruppe - Auf ein neues?

 
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Lesegruppe - Auf ein neues?
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minino
Admin-Dog


Anmeldedatum: 10.08.2005
Beiträge: 2105
Wohnort: Kt. Zug

Beitrag Lesegruppe - Auf ein neues? Antworten mit Zitat
Wir haben uns überlegt, wir könnten wiedermal sone koole Lesegruppe machen das heisst einen koolen Text zusammen lesen und drüber diskutieren (so Anfang Januar). Texte gibt es viele, ich fang hier mal an mit einer Liste, die alle Interessierten erweiteren sollen (intressant zum stöbern: Textsammlung). Nachher mach ich dann noch eine Umfrage hier rein damit wir schauen könnnen was die meisten intressiert. Wer wiedermal zusammen lesen will und keine konkreten Wünsche hat kann ja auch hier reinschreiben.

    Männer, zum Lichte, zur Arbeit!, Der Arbeitswahn der kapitalistischen Moderne und sein Ende (Link)


    Die halbe Wahrheit ist die ganze Unwahrheit, über Rassismus und Antisemitismus (Link)


    Queer Theorie und Queer Politik, (wikipedia zu queer-theorie) Die Queer-Theorie ist eine besondere Form des Dekonstruktivismus, in der das biologische Geschlecht, die Geschlechterrollen (engl. Gender) und die sexuelle Orientierung und die damit verbundenen Identitäten, Machtformen und Normen untersucht und einer kritischen Betrachtung unterzogen werden. (Link)


    Perspektive eines Wahns, Wie das Patriarchat aus der Negation des Matriarchats hervorging. Wie finden wir Alternativen zur patriarchal geprägten Globaliserungsgesellschaft? Die Frauenforscherin und Politikwissenschaftlerin Claudia von Werlhof meint, dass wir dazu zunächst das Patriarchat als ein aus der Not geborenes, lebensfeindliches Konstrukt durchschauen müssen. (Link)


    Zu den (Un-)Möglichkeiten linker Praxis Dieser Artikel bietet eine Grundlagenkritik von politischen Gruppen, mit welchen Widersprüchen sich diese (Einzelpersonen und Gruppen) herumplagen müssen und warum. Nicht zuletzt geht es dabei um kollektivien Zwang, Dominanz, Hierarchie und Gender sowie die Frage, wie weit mensch sich denn in diesen Verhältnissen überhaupt emanzipieren kann. (]Link)


_________________

Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
21. Dezember 2007, 14:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Antworten mit Zitat
ein paar zitate aus den texten.... (nein ich will nicht mitmachen bei der lesegruppe)

Männer, zum Lichte, zur Arbeit!:
Zitat:
"Aber auch jene, die der Arbeit wohltuend die „Faulheit“ entgegensetzen, begründen dies meist eben mit eigener Faulheit aber leider nicht damit, daß Arbeit das Grundübel der kapitalistischen Gesellschaft ist. Damit brechen sie nicht mit den herrschenden Ideologien, nach denen Arbeit als nützlich, sinnvoll oder gar natürlich gilt. In Wirklichkeit aber ist das Gegenteil wahr: Arbeit zerstört nicht nur die Menschen, die sie verrichten müssen (egal ob in der Fabrik, im Büro oder sonstwo), sie zerstört auch die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen und hinterläßt kahle und öde ausgebrannte Wüstenlandschaften. Vor allem schafft sie das brutale und mörderische kapitalistische Produktionssystem täglich aufs neue, sie stellt die Substanz des Kapitalismus dar. Damit erzeugt sie ein Gesellschaftssystem, welches sich von Anbeginn gegen die Menschen wendet, die es betreiben: Karl Marx faßte dieses Phänomen als eine fetischistische Gesellschaft. Arbeit steht einem Leben, welches der Lust und dem Genuß gewidmet ist, vollkommen entgegen. Arbeit setzt von Anbeginn das bestehende patriarchale Geschlechterverhältnis."


Perspektive eines Wahns:
Zitat:
"Der patriarchale Zusammenhang von Frauen und Natur wird damit in neuer Weise negativ zugespitzt.
Die patriarchalen Prinzipien münden in ein gemeinsames Projekt. Ich nenne es Patriarchat als „alchemistisches System“. Darin fließen alle Elemente der chronologischen und logischen Entwicklung des Patriarchats zusammen zum „Geheimnis“ des patriarchalen Projekts. Es besteht darin, dass all die Kriege, Herrschaft, Ausbeutung, Rechtfertigung, Technik und Pomp in einem zusammenarbeiten: dem Versuch, die matriarchale Orientierung an Leib und Leben, an der Natur, am Mutterrecht, an der Egalität, an der Besonderheit jedes Lebewesens, an der Verbundenheit allen Seins und der darin gipfelnden schöpferischen Fähigkeit der Frauen, neues Leben hervorzubringen, durch „Patriarchat“ zu ersetzen.
Der Gedanke, solches zu versuchen, ist alchemistisch. Das gilt auch für die Methode der in allen Bereichen angewandten gewaltsamen Teilung „Teile und herrsche!“ (alchemistisch solve et coagula, „löse und binde“) und Transformation des Vorhandenen in eine männlich gemachte, neu erfundene, abstrakte und gänzlich verkehrte Kunstwelt, in der es der Frauen, der Natur, der Mütter, der Göttinnen, der Pflanzen und Tiere am Ende nicht mehr bedürfen soll und in der es gelungen sein soll, sich vom Leben selbst unabhängig zu machen. Damit soll dem alten Paradies ein neues, selbstgemachtes entgegengesetzt werden – und dies global. Das wäre die Vollendung des Patriarchats, seine endliche Verwirklichung für die Unendlichkeit. Patriarchale Religion ist der alchemistische Wunderglaube an dieses Projekt. Ihm dürfte eine große Mehrheit der männlichen Weltbevölkerung – unbewusst – anhängen. Dadurch wird bisher verhindert, dass die katastrophalen Auswirkungen des Patriarchats ernst genommen werden, obwohl sie auch das patriarchale Projekt selbst bedrohen."


Die halbe Wahrheit ist die ganze Unwahrheit:
Zitat:
"Um überhaupt erstmal von der Natur loszukommen, mußten Menschen sie in ihrer Subjektlosigkeit und Grausamkeit nachahmen. Mit zunehmender Entwicklung geht dann „der Mythos ... in die Aufklärung über. Die Menschen bezahlen die Vermehrung ihrer Macht mit der Entfremdung von dem, worüber sie Macht ausüben. Die Aufklärung verhält sich zu den Dingen wie der Diktator zu den Menschen. Er kennt sie, insofern er sie manipulieren kann.“ (DdA, S,15) Oder, noch heftiger: „Die wiederkehrenden, ewig gleichen Naturprozesse werden... als Rhythmus der Arbeit nach dem Takt von Keule und Prügelstock eingebläut... .“ (Dda, S. 27). Kurzum: „Jeder Versuch, den Naturzwang zu brechen, gerät desto tiefer in den Naturzwang hinein“ (19). Wer also die Natur aus der Haustür jagt, dem kommt sie durchs Fenster mit verdoppelter Macht wieder herein. Wenn sich also heute in der Krise des kapitalistischen Systems – ausgelöst durch Roten Knopf und Zahlencode – das atomare Inferno auslöst, haben wir es mit einer irrwitzig gesteigerten Naturmacht zu tun. Naturmacht nicht nur weil spaltbares Material der Natur entspringt, sondern weil die Anwendung der Kernsprengköpfe, zumal in Zeiten, wo jeder psychotische Knallkopf nach Belieben über sie verfügen kann (und auch an den Regierungen mehr und mehr Exemplare dieser so seltsamen wie häufigen Gattung Mensch zu finden sind) keiner vernünftigen Kalkulation entspringt, sondern sich quasi wie eine Naturmacht – ähnlich einem Erdbeben – über die Köpfe der Menschen hinweg vollzieht. Fetischistische Verhältnisse."


Queer Theorie und Queer Politik:
Zitat:
"Schon Sigmund Freud hatte behauptet, dass das Ich nicht Herr im eigenen Hause sei. Während die bürgerliche Aufklärung im Subjekt den gefährlichsten Gegner von subalterner Ideologiegläubigkeit hatte sehen wollen, interpretierte der marxistische Philosoph Louis Althusser das Subjekt gerade umgekehrt als das Produkt der Unterwerfung unter eine Ideologie (Althusser 1977). Um diese kühne Behauptung zu illustrieren, wählte er das Beispiel eines Polizisten, der auf der Straße ruft: »He, Sie da!« Der Passant oder die Passantin, die sich daraufhin umdreht, erkennt damit erst die Macht des Polizisten, Leute anrufen und zum Stehen bringen zu können, an und macht sich auch damit erst zum Subjekt einer Staatsbürgerin.

Der Poststrukturalismus radikalisiert nun diese Kritik am Subjekt. Aus seinen Angeln heben wollen es seine Gegner, indem sie ihm sein Herrschaftsinstrument unbrauchbar machen, nämlich die Sprache. Der französische Philosoph Jacques Derrida hat zu zeigen versucht, dass Sprache ihrem Anspruch, die Wirklichkeit eins zu eins abzubilden, nie gerecht werden kann und notwendig auf Mehrdeutigkeit von Bedeutungen angewiesen ist. Es sei das Wesen der Sprache, begriffliche Grenzziehungen beständig zu unterlaufen und Ordnung zu verunreinigen. Den methodischen Nachweis dieser systematischen Subversion von Herrschaft durch begriffliche Ordnung nennt er »Dekonstruktion.«

Identität als Ordnungsprinzip wird damit fragwürdig. Jeder Versuch, das unveränderliche Wesen einer Identität zu bestimmen, wird anrüchig, weil es als ideologische Verkürzung der Wirklichkeit erscheint. Diese theoretische Position nennt man auch »Anti-Essenzialismus. « Der Poststrukturalismus verzichtet damit ausdrücklich auf einen letztgültigen Wahrheitsanspruch. Da er sich sträubt, Aussagen über das »wahre« Wesen der Dinge zu treffen, kritisiert er ebenfalls die Vorstellung, dass es so etwas wie Authentizität überhaupt geben könne. Eine Konsequenz daraus ist die Dekonstruktion des Gegensatzpaares von Original und Kopie. Jedes Original, so versuchen poststrukturalistische Analysen nachzuweisen, ist bereits eine Kopie. Jede Kopie ist bereits ein Original. Man merkt, dass der Poststrukturalismus eine Denkbewegung ist, die versucht, radikal Hierarchien abzubauen."


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argumentum ad baculum

Zuletzt bearbeitet von Käptn Kiff am 25. Dezember 2007, 21:59, insgesamt einmal bearbeitet
25. Dezember 2007, 13:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



Anmeldedatum: 31.10.2006
Beiträge: 1498

Beitrag Antworten mit Zitat
Möchtest du damit was bestimmtes zum Ausdruck bringen?

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Power to the Pöbel!
26. Dezember 2007, 02:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



Anmeldedatum: 11.08.2005
Beiträge: 1598
Wohnort: Im Keller

Beitrag Antworten mit Zitat
Muoit hat Folgendes geschrieben:
Möchtest du damit was bestimmtes zum Ausdruck bringen?


word

der post ist wohl kaum sinnvoll...
die, die sich für die lesegruppe interessieren, schauen auch in die texte...

_________________
Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
26. Dezember 2007, 14:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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