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Finanzkrise
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Finanzkrise
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Melnitz



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Beitrag Finanzkrise Antworten mit Zitat
Zitat:
30. September 2008, 09:04

Keine Mehrheit für die Banken-Nothilfe

Dramatische Abstimmung im amerikanischen Repräsentantenhaus

Das amerikanische Repräsentantenhaus hat am Montag die Vorlage über die geplante Finanzhilfe zugunsten notleidender Banken abgelehnt. Das Ergebnis kam überraschend, da die Spitzen beider Parteien für die Verabschiedung des Gesetzesentwurfs geworben hatten. Es löste beträchtliche Verluste an der zuvor schon negativ tendierenden Börse aus.

B. A. Washington, 29. September

Das amerikanische Repräsentantenhaus hat am Montag die Vorlage zur Stützung notleidender Finanzinstitute abgelehnt. Nur 205 Mitglieder der grossen Kammer stimmten dafür, 228 dagegen. Im gleichen Mass, wie die Nein-Stimmen auf der Leuchttafel zunahmen, sanken die Indizes an der New Yorker Wall Street. Es waren die Republikaner, die im Verhältnis von zwei zu eins gegen das Gesetz stimmten, das einen Finanzrahmen von 700 Milliarden Dollar vorsah, um über den Kauf fauler Aktiva Banken und andere Institute vor dem Konkurs zu bewahren und das Kreditgeschäft wieder in Gang zu bringen. Die Demokraten haben im Repräsentantenhaus die Mehrheit inne. Gut 90 Demokraten und mehr als 130 Republikaner stimmten Nein.

Gravierende Fehleinschätzung

Das negative Abstimmungsresultat hat die Spitzen von Demokraten und Republikanern überrascht; wie sie hinterher bekannten, hatten sie sich um etwa ein Dutzend Stimmen verrechnet. Sie hatten in ihren Reden leidenschaftlich an ihre Kolleginnen und Kollegen appelliert, im Interesse des Landes und um Schlimmeres zu verhüten, die Kröte dieser 700-Milliarden-Spritze aus dem Geld des Steuerzahlers zu schlucken. Auch Präsident Bush hatte am frühen Morgen nochmals zugunsten der Vorlage das Wort ergriffen. Die Befürworter verschätzten sich, andernfalls hätten sie die Abstimmung kaum zugelassen. Sie standen insofern zusätzlich unter Druck, als wegen bevorstehender jüdischer Feiertage allgemein angenommen worden war, dass das Repräsentantenhaus am Montagmittag seine Sitzung beenden würde, um den Mitgliedern eine rechtzeitige Rückkehr nach Hause zu ermöglichen.

Verwirrung im Kongress

Das Ergebnis löste im Kongress Verwirrung aus. Die Geschäftsordnung erlaubt es, die Frist, während deren die Abgeordneten ihre Stimme abgeben können, offenzuhalten. Die Parteiführer benutzten anfänglich diese Möglichkeit, als sich die klare Mehrheit gegen die Vorlage abzeichnete. In der Zwischenzeit sollten Gegnerinnen und Gegner bearbeitet werden, um sie doch noch für ein Ja zu gewinnen. Im Saal des Repräsentantenhauses wurde erwogen, wie es möglich wäre, sofort auf die Materie zurückzukommen, doch gedieh die Idee nicht. Der Hammer der Vorsitzenden fiel, die Vorlage war gescheitert. Die von den Befürwortern unablässig wiederholte Drohung wirkte nicht, die Kosten würden ein Vielfaches der beantragten 700 Milliarden Dollar betragen, falls wegen der unterlassenen Nothilfe die Volkswirtschaft in eine Rezession gezwungen würde.

Die Gesetzesvorlage war das Ergebnis von rund zehn Tagen hektischer Verhandlungen zwischen diversen Gruppen des Kongresses und der Regierung von Präsident Bush, vertreten in erster Linie durch Schatzsekretär Paulson. Ihre Ablehnung setzt die Serie dramatischer Ereignisse in Washington fort. Ursprünglich hatte die Regierung mit weniger als drei Seiten Text praktisch unbegrenzte Vollmacht für ein sofortiges Eingreifen verlangt, um, wie es hiess, den drohenden Zusammenbruch des Finanzsystems abzuwenden. Nach kurzer Zeit gleichsam benommenen Schweigens erhob sich im Kongress und im weiten Land Widerstand und Entrüstung. In der Debatte im Repräsentantenhaus am Montag wurde klar, dass niemand die Vorlage gut fand, doch bekannten viele, sie schreckten davor zurück, das Risiko eines verschärften wirtschaftlichen Niedergangs auf sich zu nehmen. Eine neue Sitzung im Repräsentantenhaus ist nun für Donnerstag geplant.

Diverse Ursachen

Die ablehnende Stimmung ging auf diverse Ursachen zurück. In den Augen vieler würde die Nothilfe jene fahrlässigen und tollkühnen Banker belohnen, die den ganzen Schlamassel angerichtet hätten. Die Argumente waren offensichtlich nicht überzeugend genug, wonach die hundert Seiten, die zur ursprünglichen Fassung von Paulson hinzukamen, verhinderten, dass dem Steuerzahler auf der Nase herumgetanzt werde. Andere Gegner beriefen sich auf ordnungspolitische Grundsätze, wonach der Staat nicht ins Werk des Marktes eingreifen solle. Wieder andere sagten, die Freiheit stehe auf dem Spiel, da die Ermächtigung, 700 Milliarden zu verteilen, die Regierung aufblähen würde. Einige Redner bemängelten, das von Paulson entworfene Vorgehen sei untauglich, da es auf einer verfehlten Analyse des Problems beruhe.


Steht uns eine deftige Krise bevor?
30. September 2008, 10:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Quelle?

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Power to the Pöbel!
30. September 2008, 12:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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nzz

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
30. September 2008, 13:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
US-Kongress beschließt Milliardenhilfe für Autobauer
Nach der Finanzbranche erhalten auch die kriselnden US-Autobauer staatliche Milliarden-Hilfen. Der Senat verabschiedete am Samstag ein Paket mit zinsgünstigen Krediten - gegen den Aufwand zur Rettung der Banken nimmt sich die Summe allerdings bescheiden aus.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,580927,00.html

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
30. September 2008, 16:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Das nennt sich dan Rückzug des Staates unter den Vorzeichen des Neoliberalismus.
Mal schauen wie sich das entwickelt, aber ich vermute da mal nen ziemlichen Paradigmenwechsel in der herrschenden Wirtschaftspraxis- und Theorie.

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Power to the Pöbel!
30. September 2008, 17:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Muoit hat Folgendes geschrieben:
Mal schauen wie sich das entwickelt, aber ich vermute da mal nen ziemlichen Paradigmenwechsel in der herrschenden Wirtschaftspraxis- und Theorie.


Wie sich auch immer entwickelt, jedenfalls hat sich mal wieder die Wichtigkeit der Nationalstaaten für den Kapitalismus gezeigt: Aufrechterhaltung des Status Quo, nötigenfalls mittels Staatsintervention (was ja in der vorherrschenden neoliberalen Theorie ein krasser Faux-Pas ist).
01. Oktober 2008, 13:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
a9a
Admod-Dog


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Zitat:
Steht uns eine deftige Krise bevor?

Noch heisst das galant "Konjunkturabschwung"...wohl auch noch in Island hellboy
07. Oktober 2008, 23:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Island?
Zitat:
Island droht Staatsbankrott
Island hat den Notstand ausgerufen. Denn das Land mit einem der grössten Pro-Kopf-Einkommen der Welt steht kurz vor dem Staatsbankrott.
Ministerpräsident Geir Haarde warnte die Bevölkerung in einer TV- Ansprache vor der “sehr reellen Gefahr” eines nationalen Bankrotts im Gefolge der Bankenkrise.

Zuvor hatte die Regierung mittels einem Eilgesetzt die Kontrolle über alle Banken des Landes übernommen. Die Regierung kann nun Banken umgehend verstaatlichen, zu Fusionen zwingen, Spitzenmanager auswechseln und Grenzen für deren Entlohnung setzen.

So hat Islands Finanzaufsicht heute Dienstag die vollständige Kontrolle über die zweitgrösste Bank des Landes, Landsbanki, übernommen. Bereits in der Vorwoche hatte die Regierung für 600 Mio. Euro 75% der Anteile an der drittgrössten Bank Glitnir übernommen. Und die grösste isländische Bank Kaupthing bekam einen Sofortkredit über 500 Mio. Euro.

Ob nationale staatliche Mittel ausreichen, um den gefährdeten Bankensektor zu stabilisieren, gilt jedoch als zweifelhaft. Das Bilanzvolumen der drei führenden Banken ist zehnmal so gross wie das jährliche Bruttoinlandprodukt.

Die extrem aggressive internationale Expansion der drei grössten isländischen Banken gilt als entscheidende Ursache für die akute Krise auf der Nordatlantikinsel. Wegen der Kreditpolitik der Banken ist die Insel mit gut 300′000 Einwohnern besonders hart von der Finanzkrise betroffen. Die Landeswährung Krone hat in den letzten zwölf Monaten drei Viertel ihres Wertes gegenüber dem Euro verloren.

Immerhin scheint Russland Mitleid mit den armen Inselnbewohnern zu haben, und greift ihnen mit einem Kredit von vier Milliarden Euro unter die Arme – oder auch nicht. Die Nachrichten über das Versagen des Neoliberalismus ändern sich ja schneller als man lesen kann…


http://www.gonorrea.ch/

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08. Oktober 2008, 16:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Rul0r
Und0rdog


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a9a hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Steht uns eine deftige Krise bevor?

Noch heisst das galant "Konjunkturabschwung"...wohl auch noch in Island hellboy


Den Nachrichten dieser Woche folgend fliegen zur Zeit K-Worte durch die Gegend als wäre es ein Wettbewerb. Noch ein paar Tage und "Krise des Kapitalismus" ist ein Wort das meine Grosmutter auf den Lippen trägt.

Doch zynisch wie ich bin: Nein, das ist wohl kaum das Endspiel.

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- George Carlin
10. Oktober 2008, 09:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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mein lieblingstitel gestern im blick am abend:
"Kommunismus made in USA" (p. 6) und der untertitel: "STARKER STAAT -> Die freie Marktwirtschaft erweist sich in krisen als Auslaufmodell"
Mein Kommentar:
Die Pressefreiheit auch.

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
10. Oktober 2008, 11:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Kommunismus made in USA

Denen sollte man Classless neue CD "Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus" mal voll in die Fresse rein dreschen.

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10. Oktober 2008, 12:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
fräulein else



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Gute Idee.

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10. Oktober 2008, 13:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
Und0rdog


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Beitrag Antworten mit Zitat
Apropos Island... die Währung hat heute gegenüber dem Dollar mal locker ~50% an Wert verloren...

http://finance.google.com/finance?q=CURRENCY:ISK

Jemand Bock auf einen Island-Trip?

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10. Oktober 2008, 17:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



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Beitrag Antworten mit Zitat
unterschied zwischen kapitalismus und kommunismus:
Verstaatlichung mit profit ist kommunismus, verstaatlichung mit verlust kapitalismus...

hat irgend n komiker gebracht...

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Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
11. Oktober 2008, 11:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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nicht umgekehrt?

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
11. Oktober 2008, 11:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



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Beitrag Antworten mit Zitat
nein... ist auf die aktuelle wirtschaftslage bezogen... die banken schreiben verlust -> werden verstaatlicht, dh der staat übernimmt die kosten/verluste...

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Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
11. Oktober 2008, 13:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
gero



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Beitrag Dank der Finanzkrise ist Marx wieder hip! Antworten mit Zitat
Dank der Finanzkrise ist Marx wieder hip!

http://www.blick.ch/news/wirtschaft/dank-finanz-krise-ist-marx-wieder-hip-102768

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Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen.
15. Oktober 2008, 07:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Eine Betrachtung der Krise'08 durch die Augen des Gegenstandpunktes:

http://neoprene.blogsport.de/images/GSP308AnmerkungenzurKrise08.pdf
18. Oktober 2008, 09:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag «Den Kapitalismus der Zukunft aufbauen» Antworten mit Zitat
Zitat:
«Den Kapitalismus der Zukunft aufbauen»

Die USA und die EU wollen mit einer «Serie» von Weltfinanzgipfeln die internationale Bankenkrise bekämpfen. Der erste solle kurz nach den US-Wahlen (4. November) in den USA stattfinden, heisst es in einer gemeinsamen Erklärung. Man will gemeinsam eine Neuordnung des Finanzsystems regeln.
Interaktiv-Box

Zuvor hatte sich US-Präsident George W. Bush mit dem französischen Staatschef und EU-Ratsvorsitzenden Nicolas Sarkozy sowie EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Samstag (Ortszeit) in Camp David im US-Bundesstaat Maryland getroffen.

Man habe sich geeinigt, bereits nächste Woche mit weiteren politischen Führern den Gedanken einer solchen «Serie von Gipfeltreffen» zu erörtern, hiess es.

Das erste Treffen solle auf Ebene der Staats- und Regierungschefs stattfinden. Dabei gehe es darum, «Fortschritte bei der Bekämpfung der gegenwärtigen Krise zu überprüfen» sowie «Einigkeit über Grundsätze notwendiger Reformen» zu erzielen.

Bei den weiteren Gipfeln sollen dann die Details zu einer Neuordnung des Finanzsystems geregelt werden. Die USA und Europa seien sich einig, dass die Themen zu umfangreich für ein einziges Gipfeltreffen seien.

Erster Gipfel in New York

«Wir müssen sicherstellen, dass sich solche Krisen nicht wieder ereignen», sagte Bush vor dem dreistündigen Gespräch. Sarkozy meinte, der erste Gipfel solle Ende November in New York stattfinden.

Daran sollen auch die wichtigsten Schwellenländer China, Indien, Brasilien, Südafrika und Mexiko teilnehmen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bot an, den Gipfel am UNO-Sitz in New York auszurichten.

Japan erklärte umgehend seine Bereitschaft zur Teilnahme. Das Land hält derzeit den Vorsitz der Gruppe der wichtigsten Industrienationen und Russland (G8) inne. Die G8 hatte sich bereits vergangene Woche für einen Weltfinanzgipfel ausgesprochen.

Bush und Sarkozy warnen vor Protektionismus

Sowohl Bush als auch Sarkozy warnten vor einem Rückfall in Abschottung und Protektionismus. Bush mahnte, «die Grundlagen des demokratischen Kapitalismus» wie freier Handel, freier Markt und freies Unternehmertum müssten garantiert werden.

Dagegen verwies Sarkozy auf Auswüchse des Finanzsektors und mahnte Reformen an. Es gehe darum, «den Kapitalismus der Zukunft» aufbauen.

«Hedge Fonds können nicht weiter so operieren wie sie es in der Vergangenheit getan haben. Eben so wenig Steueroasen und Finanzinstitutionen, die keinerlei Kontrolle unterliegen», sagte Sarkozy. «Diese Art von Kapitalismus ist ein Betrug an der Art von Kapitalismus, an den wir glauben.»

Sarkozy plädiert bereits seit Wochen für einen «Weltfinanzgipfel». Bush hatte sich zunächst skeptisch gezeigt, jedoch angesichts der Krise die Notwendigkeit einer Reform eingeräumt. Allerdings warnte er noch am Freitag vor «unerwünschten Folgen» einer Neuregelung der Finanzmärkte.

Sarkozy kritisierte die bisherigen Kontrollmechanismen im Finanzsektor: «Wir leben im 21. Jahrhundert, aber wir wenden nach wie vor die Regeln des 20. Jahrhunderts an.»

Vorbild: Bretton Woods

Sarkozy fordert eine Neuordnung der Finanzarchitektur, die nach dem zweiten Weltkrieg auf der Konferenz in Bretton Woods im US- Bundesstaat New Hampshire etabliert wurde.

Bush hat sich noch nicht öffentlich dazu geäussert. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass derartige Pläne in der US-Regierung auf Widerstand stossen würden.

1944 waren in Bretton Woods die Goldbindung des US-Dollars und feste Wechselkurse beschlossen worden. Auch wurden dort der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank gegründet.


Quelle: SDA/ATS


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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
19. Oktober 2008, 12:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Jetzt kommens die Politiker dieses Land dann mit der Angst zu tun:

Zitat:
21. Oktober 2008, 14:56, NZZ Online

Schweiz droht Platz auf Schwarzer Liste
OECD will Steueroasen austrocknen

Die Organisation der Industriestaaten (OECD) will die weltweite Finanzkrise nutzen, um Steuerparadiese auszutrocknen. Dabei gerät auch die Schweiz ins Kreuzfeuer. Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück forderte, die Schweiz auf die Schwarze Liste der OECD zu setzen.

(sda/dpa/afp) «Wir müssen nicht nur das Zuckerbrot benutzen, sondern auch die Peitsche», erklärte Finanzminister Steinbrück nach einem Ministertreffen von 17 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Paris.

Bis zum Sommer 2009 wolle die OECD eine neue Schwarze Liste der Steuerparadiese veröffentlichen. In neun Monaten soll es in Berlin eine Konferenz über den Kampf gegen Steuerparadiese geben. Auch ohne internationale Einigung werde er in Deutschland aktiv werden, kündigte Steinbrück an.

Gesellschaftliches Problem
Steinbrück bedauerte, dass die Schweiz, Österreich und Luxemburg zu den Steueroasen zählen. Die Schweiz liefere nicht die Informationen, um Steuerflucht nachzuweisen, sagte er. «Das ist das Problem.»

Steuerflucht sei aber nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem. «Wenn wir nicht aufpassen, verliert unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem Legitimation. Die Menschen verweigern ihre Zustimmung», meinte der deutsche Minister.

Druck auf Steuerparadiese
OECD-Chef Angel Gurrìa erklärte, der Kampf gegen Steuerparadiese und für Transparenz sei nun absolut wichtig. Mit der Schwarzen Liste soll der Druck auf Steueroasen erhöht werden, sich internationalen Standards für Finanzgeschäfte und einer stärkeren Kontrolle zu unterwerfen.

Laut OECD gibt es 38 Länder mit einem stark ausgeprägten Bankgeheimnis und niedrigen oder gar keinen Steuern. Aber nur drei stehen bisher auf der Schwarzen Liste der Organisation, weil sie jegliche Information über ihren Finanzsektor verweigern: Andorra, Liechtenstein und Monaco.

Schweiz hat Einladung abgelehnt
Die Schweiz ist zum Treffen von 17 OECD-Mitgliedländer zu den Steuerparadiesen vom Dienstag eingeladen gewesen. Gastgeber waren Frankreich und Deutschland. Bern schlug die Einladung aber aus mit der Begründung, für die Schweiz sei die gesamte, 30 Länder umfassende OECD das massgebliche Gremium.

21. Oktober 2008, 16:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Momo



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Beitrag Demo gegen Abzockerei Antworten mit Zitat
Die Gewerkschaft UNIA hat für Donnerstag auf Zürcher Paradeplatz eine Protestkundgebung angekündigt, wie Radio 1 berichtet. Die Demo findet um 17.30 Uhr vor dem Zürcher Hauptsitz der UBS unter dem Motto «Kein Steuergeld für 7 Milliarden Boni» statt. Wie Roman Burger, Geschäftsführer der UNIA Zürich gegenüber Radio 1 erklärte, soll die Demonstration ein Ventil für die Unzufriedenheit der Bürger gegen die Abzockerei der Topmanager sein. Dabei sei der Paradeplatz als Symbol des Bankenplatzes Schweiz geradezu prädestiniert.
Ein entsprechendes Bewilligungsgesuch ist bei der Zürcher Stadtpolizei eingereicht worden.

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Zeit ist Jetzt, Jetzt ist Zeit
21. Oktober 2008, 19:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
ein Ventil für die Unzufriedenheit der Bürger gegen die Abzockerei der Topmanager sein.


sozialimperialismus-style...

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
21. Oktober 2008, 20:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Beitrag Antworten mit Zitat
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in "Die Weltbühne"

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23. Oktober 2008, 13:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Der Michi weiss auch was zur Krise zu sagen:

Michael Heinrich, Der Bürger bürgt

Überhaupt ist der Schwerpunkt der aktuellen Jungle World der Finanzkrise gewidmet (endlich!).

Edit: Da räumt er wenigstens schön mit der Gegenüberstellung von "parasitären" Finanzmärkten und dem "anständigen" Kapitalismus auf. Das eine lässt sich ohne das andere nicht denken:

Zitat:
Banken und Finanzmärkte sind keine Störung oder gar Parasiten eines »normalen« Kapitalismus. Ganz im Gegenteil: Kapitalverwertung ist ohne Kredit überhaupt nicht möglich. Dass dies sowohl für den Kreislauf des Einzelkapitals wie für die Zirkulation des gesellschaftlichen Gesamtkapitals gilt, ist eines der großen Themen im viel zu wenig gelesenen zweiten und dritten Band des Marxschen »Kapitals«. Auf dem Finanzmarkt werden dann Aktien und Kredite (sowie davon abgeleitete Ansprüche, die verschiedenen »Derivate«) zu handelbaren Anlageformen von Kapital. »Finanzmarktspekulation« steht nicht im Widerspruch zu kapitalistischer Produktion (die ebenfalls stets ein spekulatives Element enthält), sondern ist ihr notwendiges Pendant. Und genau wie die kapitalistische Produktion zu Überproduk­tionskrisen tendiert, bringt der Finanzsektor immer wieder Überspekulationen mit einem anschließenden Crash hervor.

24. Oktober 2008, 10:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Ich glaube, der Robert "Bobby" Kurz könnte sich bald mit der Klasse versöhnen, unerhört was er da schreibt:

Zitat:
Die Frage ist jetzt nur noch, ob eine soziale Gegenwehr möglich wird, die sich keinerlei Verantwortung für die herrschende Produktionsweise mehr aufnötigen lässt, sondern mit Streiks [!!]und Straßenaktionen Druck macht für eine massive Steigerung der Masseneinkommen. Wenn die Verstaatlichung der Krise sowieso zur Inflationierung führt, kann das Kriterium für eine soziale Bewegung unmöglich die Systemstabilisierung sein. Stattdessen wäre die immanente Verteidigung der Lebensbedürfnisse in eine Perspektive jenseits der Kapitalform zu transformieren. Sogar in den „Tagesthemen“ darf inzwischen gefragt werden, ob der Kapitalismus noch zu retten ist. Da wäre es doch ein wenig peinlich, wenn ausgerechnet der Linken auch nichts anderes als die perspektivlose Retterei mehr einfällt.

24. Oktober 2008, 11:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Folgen der Krise:

Zitat:
27. Oktober 2008, 20:18, NZZ Online

Bei vielen Autoherstellern stehen die Fliessbänder still

Angst vor Rezession lässt Autokäufe stark zurückgehen

Die Finanzkrise und die damit verbundenen Ängste um eine Rezession treffen die Autoindustrie immer stärker. Zahlreiche Hersteller kündigten an, ihre Produktion bis zu einen Monat einzustellen. Bei langlebigen Konsumgütern wie Autos halten sich die Konsumenten zuerst zurück, wenn sie sparen müssen.

(sda/dpa) Der deutsche Autohersteller Daimler kündigte am Montag an, an allen 14 deutschen Standorten die Produktion für bis zu vier Wochen auszusetzen. Rund 150’000Beschäftigte werden wegen der unsicheren Lage auf den Automärkten weltweit in verlängerte Weihnachtsferien geschickt.

Produktionsstopp bei BMW

Auch BMW zwingt die Krise zu Produktionsstopps. Im Leipziger Werk des Autobauers BMW stehen die Bänder bereits still. Wegen des schwachen Absatzes wurde die Produktion am Montag für vier Tage unterbrochen. Im September war der Absatz bei den drei Marken BMW, MINI und Rolls Royce um 14,6 Prozent eingebrochen.

Auch in Frankreich wurde am Montag teilweise die Auto-Produktion ausgesetzt.

«Amerika liegt am Boden, Westeuropa tut sich immer schwerer und Wachstumsregionen wie China und Russland laufen Gefahr, weiter ins Stottern zu geraten», beschreibt der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer die Situation.

Auch Zulieferer betroffen

Die Krise greift zudem auf Zulieferbetriebe über. Bosch schickte in seinen Werken in Reutlingen bei Stuttgart bereits Hunderte Mitarbeiter in eine Zwangspause. In einem der Werke werden Einspritzpumpen für Dieselmotoren hergestellt.

Für die Zulieferer wird der Kampf ums Überleben wegen der Auto-Krise nach Ansicht von Dudenhöffer in den kommenden zwei bis drei Jahren deutlich schwieriger. «Ein Job bei Autoherstellern bedeutet vier Jobs bei Zulieferern», sagte er. Um der Krise auf dem Automarkt entgegenzuwirken, forderte der Experte ein Eingreifen des Staates.

GM und Chrysler in der Klemme

Auf staatliche Hilfen warten laut einem Zeitungsbericht auch die amerikanischen Autokonzerne General Motors und Chrysler, die seit Wochen über eine Fusion verhandeln.

Für die Opel-Mutter GM und die ehemalige Daimler-Tochter Chrysler gebe es nur drei Optionen: Staatliche Unterstützung, Insolvenz oder eine Fusion mit massivem Einsparpotenzial, schreibt das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Laut internen Schätzungen bräuchten der fusionierte Konzern etwa 10 Mrd. Dollar unter anderem für Werkschliessungenn und die Entlassung von mehr als 40’000 der zusammen 166’000 Mitarbeiter.

27. Oktober 2008, 21:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Wohnort: Zug

Beitrag Antworten mit Zitat
Zum angeblichen Tuckolsky-Gedicht:

http://www.trend.infopartisan.net/trd1008/t751008.html
29. Oktober 2008, 09:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Folgen der Krise (II):

Zitat:
30. Oktober 2008, 16:06, NZZ Online

Textilmaschinenhersteller Sultex schliesst Standort Rüti

Stellenabbau auch im Werk Zuchwil

Der zur italienischen Itma-Gruppe gehörende Textilmaschinen-Hersteller Sultex, die ehemalige Sulzer Textil, baut in seinen Werken in Rüti und Zuchwil insgesamt 100 Stellen ab. Der traditionsreiche Textilstandort Rüti im Zürcher Oberland wird ganz aufgegeben.

chs./(sda) Sultex informierte die Gewerkschaft Unia über den Stellenabbau, wie diese am Donnerstag bekannt gab. In Rüti würden 60 bis 70 Stellen in der Produktion abgebaut und der Standort geschlossen. Die verbleibenden 40 bis 50 Angestellten in der Administration werden aus Kostengründen nach Wetzikon verlegt. In Zuchwil gehen 30 bis 40 Stellen verloren.

Unia kritisiert die Unternehmensleitung hart: Sultex habe im laufenden Geschäftsjahr die budgetierten Zahlen nur gerade zu 31% erreicht. Die Zeche für die Fehlplanung hätten nun die Angestellten zu bezahlen, so die Gewerkschaft.

Märkte stark eingebrochen

Laut Sultex-Personalleiter Urs Schor liess die weltweite Finanzkrise die Textilmaschinenmärkte stark einbrechen. Die Käufer der Webmaschinen in den Schwellenländern erhielten keine Kredite mehr. Mit Kurzarbeit, dem Abbau von Überstunden und dem Ausleihen von Mitarbeitern an andere Firmen habe Sultex bisher versucht, die Flaute zu überbrücken.

Ende der Textiltradition in Rüti

Sultex umfasst die ehemaligen Webmaschinen-Aktivitäten von Sulzer, die einst nach dem Standort im Zürcher Oberland «Sulzer Rüti» hiessen und in den achtziger Jahren in die Krise gerieten. Nach mehreren Restrukturierungen mit grossem Stellenabbau verkaufte Sulzer den Textil-Bereich schliesslich.

30. Oktober 2008, 23:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Sry für den langen Artikel, aber das Interview hat es in sich...:

Zitat:
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und der Bund haben unlängst ein Stabilisierungspaket für die UBS geschnürt. Jean-Pierre Roth, Präsident der SNB, nimmt zu den Hintergründen dieser Operation Stellung und erläutert die Folgen der Finanzkrise für die Geldpolitik. - Interview: Gerhard Schwarz, Ermes Gallarotti.

Herr Roth, es sind fast zwei Wochen her, dass die UBS mit 68 Mrd. Fr. vom Bund und von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gestützt worden ist. Hat diese Aktion bisher etwas genützt?


Jean-Pierre Roth: Die Finanzmärkte haben in den letzten Wochen eine sehr dramatische Entwicklung durchgemacht. Heute sind positive Zeichen zu erkennen. Wir sehen, dass im Bankensektor ein bisschen Vertrauen zurückkommt.

Auch im Hinblick auf die UBS?

Wir haben ein Paket zur Stabilisierung der UBS geschnürt. Die Dynamik hat sich verlangsamt, und Stabilisierungseffekte sind eingetreten.

Wenn Sie von der Dynamik sprechen: Stand es um die UBS wirklich so schlimm, dass man in diesem Umfang intervenieren musste?

Das ist eine zentrale und sehr schwierige Frage. Für uns gab es zwei Optionen. Entweder abzuwarten, bis der Schaden angerichtet sein würde, oder eine Konsolidierung der Bank zu versuchen. Ich betone noch einmal: Es ging um eine Konsolidierung, nicht um eine Rettung.

Wo liegt der Unterschied?

Eine Rettungsaktion wird nötig, wenn eine Bank am Boden liegt. Bei einer Konsolidierungsaktion geht es darum, eine weitere Verschlechterung der Situation zu verhindern. Die Frage lautet: Wollen wir das Risiko eingehen, dass sich die Situation so verschlechtert, dass eine Rettung unumgänglich wird? Oder ist es nicht sinnvoller, eine Konsolidierung der Lage anzustreben, die zwar viele Mittel bindet, aber immer noch kostengünstiger ist als eine Rettungsaktion? Für uns war klar, dass eine Konsolidierung politisch schwierig zu vertreten sein würde. Alle sehen darin eine Rettungsaktion, weil es schwierig ist, die Rationalität einer Konsolidierung zu erkennen.

Warum musste die Nationalbank so viel Geld für die Konsolidierung der UBS in die Hand nehmen?

Die Erfahrung der Notenbank zeigt, dass eine Wirkung nur zu erzielen ist, wenn nicht am Einsatz der Mittel gespart wird. Auch die Geldpolitik zeigt nur Wirkung, wenn man dezidiert vorgeht und die notwendigen Mittel einsetzt. An diese Erfahrung haben wir uns auch im Fall der UBS gehalten.

Wie lange hat die Entscheidfindung gedauert?

Eigentlich waren wir schon in Sorge, als die Krise im Herbst 2007 virulent wurde. Damals haben wir unser Monitoring der zwei Grossbanken intensiviert und sind für eine schnelle und umfangreiche Verstärkung des Eigenkapitals eingetreten. Und wir haben unsere Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Bankenkommission intensiviert. Uns war von Anfang an klar, dass im Fall der UBS eine Konsolidierung nur durch eine Abtrennung der illiquiden Positionen und eine Rekapitalisierung zu erreichen sein würde. Dabei haben wir zwei Szenarien erwogen: entweder eine endgültige Auslagerung der Problempositionen aus der UBS-Bilanz oder eine lediglich vorübergehende Entlastung. Im letztgenannten Fall hätte die UBS ihre notleidenden Positionen der SNB gegen Liquidität abgetreten und nach einer gewissen Zeit wieder zurückgekauft.

Sie haben sich für das erste Szenario entschieden.

Wir haben beide Szenarien geplant. Schon im letzten Mai waren wir bereit. Die UBS war über diese Vorbereitungen nicht informiert. Erst im September, als die Lage zusehends schwieriger wurde, haben wir im Dialog mit ihr die nun zur Anwendung gekommene Lösung ausgearbeitet. Da wurde für uns klar, dass nur die endgültige Übernahme der Problempositionen Erfolgschancen haben würde.

Die Bank hat immer gesagt, sie sei sehr gut kapitalisiert. Auch die Politik hat stets erklärt, die Banken seien sicher.

Das Finanzdepartement ist im Frühling in die Pläne der SNB involviert worden. Was der Bundesrat und was wir kommuniziert haben, ist richtig gewesen. Die UBS und die Credit Suisse sind sehr gut kapitalisiert – sie waren schon immer gut kapitalisiert, und sie bleiben es. Der Bundesrat hat in einer Aussprache erklärt, er sei bereit, im Notfall zusätzliche Massnahmen zu ergreifen. Mitte September setzte eine Beschleunigung der Krise ein. Das hat zu einer neuen Situation geführt.

War es für die UBS absolut unmöglich, den Alleingang zu wagen? Hätte sie die Krise ohne Staatskrücken überstanden, wäre sie gegenüber der Konkurrenz im Vorteil gewesen.

Wir gelangten im Dialog mit der UBS zur Überzeugung, dass eine Konsolidierung der Bank erste Priorität hat, mit dem Ziel, das ganze Bankensystem zu stabilisieren und gravierende Konsequenzen für die Schweiz zu vermeiden.

Hat sich die SNB nie überlegt, eine Beteiligung an der UBS zu nehmen?

Das käme nicht in Frage. Die Notenbank soll nicht Aktionär einer Grossbank werden. Da gibt es eine klare Trennung. Für Solvenzhilfe ist der Staat da, für Liquiditätshilfe die Notenbank. Eine Beteiligung am Kapital wäre Solvenzhilfe; das ist nicht die Funktion der Notenbank.

Warum verlangt der Bund für seine Pflichtwandelanleihe 12,5%? Man will einer Bank helfen, und gleichzeitig verlangt man von ihr Zinsen, die fast an Wucherzinsen gemahnen.

Man darf nicht vergessen, dass es sich nicht um einen normalen Kredit handelt, sondern um eine Kapitalbeteiligung. Ein Aktionär darf eine höhere Verzinsung erwarten als ein Kreditgeber. Es ist ein marktkonformes Paket, und ich bin darüber froh. Damit hat der Bund auch die Möglichkeit, seine Beteiligung wieder zu verkaufen. Bei subventionierten Bedingungen wäre dies unmöglich.

Der Bund ist erst im letzten Moment als Aktionär eingesprungen. Wie gern hat er das getan?

Diese Frage müssen Sie dem Bund stellen. Meines Wissens hält sich seine Begeisterung in Grenzen. Er hat denn auch sofort deklariert, dass es sich um eine Übergangssituation handelt, keine langfristige Kapitalbeteiligung geplant ist und er nicht die Verantwortung für die UBS tragen will. Das finde ich eine richtige Strategie.

Die Auflagen in Sachen Vergütungen und Boni sind im Konsolidierungspaket vage formuliert.

Ich finde diese Zurückhaltung richtig. Unsere Vereinbarung mit der UBS enthält die gleichen Bestimmungen zur Salärpolitik wie der Vertrag zwischen dem Bund und der Grossbank. Die Schweiz hat ein grosses Interesse daran, dass ihr Finanzplatz richtig funktioniert, und er kann nur richtig funktionieren, wenn unsere Banken gleich lange Spiesse haben wie ihre ausländischen Konkurrenten. In besonderem Mass gilt dies für den Arbeitsmarkt. Wir können bei der Frage der Entschädigungen nicht den Alleingang wählen. Im Übrigen ist es Sache der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK), darauf zu achten, dass die Entschädigungspolitik der UBS den Best-Practice-Standards entspricht. Alle Länder haben das gleiche Problem. Übertreibungen müssen korrigiert werden, aber im Einklang mit dem Ausland.

Aber der Politik genügt das nicht.

Wenn der Staat beginnen würde, die Saläre zu definieren, wäre das kontraproduktiv. Zu sagen, ein Bankier dürfe nicht mehr als eine bestimmte Summe verdienen, wäre für mich unvernünftig. Die Gefahr ist, dass die Talente, die keine marktkonformen Entschädigungen erhalten, zu Banken ins Ausland wechseln oder zu nicht regulierten Instituten. Wir aber wollen Banken, die florieren. Das ist im Interesse unserer Wirtschaft.

Warum hat man als Sitz der Zweckgesellschaft die Cayman-Inseln gewählt?

Diese Frage war für uns ein Nebenaspekt des Konsolidierungspakets. Das Dringlichste war, das Paket durchzubringen. Unsere Juristen sind bei ihren Abklärungen zu keinen nachteiligen Befunden gelangt. Wir haben schon gesehen, wie die Emotionen hochgingen, obwohl auch anständige Gesellschaften ihren Sitz auf den Cayman-Inseln haben. Unsere Juristen prüfen Alternativen, und wenn sie eine Lösung finden, die eine gleiche oder ähnliche Qualität wie die Cayman-Inseln gewährleistet, werden wir das kommunizieren.

Wann wird die Zweckgesellschaft gegründet?

In den nächsten Wochen. Der Prozess nimmt viel Zeit in Anspruch, weil der Wert der von der UBS zu übernehmenden Aktiven noch überprüft werden muss. Der Transfer der Positionen zur Zweckgesellschaft dürfte bis Ende März dauern.
Der Entwicklung voraus

Inwiefern haben die Hilfspakete anderer Länder den Entscheid der SNB beeinflusst, eine Zweckgesellschaft zu gründen?

Ich habe die Notenbankgouverneure der Zehnergruppe bereits anlässlich der Jahrestagung des Währungsfonds in Washington über unsere Pläne informiert. Später in derselben Woche, nachdem auch die EU-Regierungschefs konzertierte Aktionen zur Stützung ihrer Finanzmärkte bekanntgegeben hatten, haben wir das Konsolidierungspaket vorgestellt. Wenn man also erzählt, wir hätten auf politischen Druck der europäischen Länder reagiert, stimmt das nicht. Im Gegenteil – wir waren der allgemeinen Entwicklung voraus. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Schweizer Uhrenmacher sind. Und sie präsentieren ihre Uhren erst dann, wenn sie fertig sind.

Aber die Tatsache, dass konsolidiert und gerettet wurde, scheint doch eine Rolle gespielt zu haben.

Das hat sich auf unsere Banken ausgewirkt. Es ist klar, dass die im Ausland getroffenen Massnahmen unsere Banken unter Druck gesetzt haben, obwohl sie gut positioniert waren. Das wiederum hat einen Einfluss auf unsere Entscheidfindung gehabt. Heute scheinen sich viele Bankkunden zu sagen: Je mehr Staat, desto besser.

Kommt es nicht irgendwann zu einer Vertrauenskrise des Staates oder sogar der Notenbanken?

Die Uhrenmachermentalität der Schweizer steht dem entgegen.

Wäre es nicht ein Wettbewerbsvorteil für unsere Banken gewesen, wenn sie auf jegliche Staatshilfe verzichtet hätten?

Das wäre auch mein Traum gewesen, aber die Realität der Märkte ist anders.


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01. November 2008, 12:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Obwohl die Auto-Industrie durch die Krise ziemlich von der Rolle ist:

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/warnstreiks_autoindustrie__1.1201761.html

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01. November 2008, 12:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Ich weiss ja auch nicht, ob diese Warnstreiks jetzt wirklich sinnvoll sind. Die meisten Autohersteller haben ja eh vorgehabt, die Leute in Zwangsferien zu schicken. Wenn die jetzt streiken, werden sich die Bosse eher freuen, dass sie den Leuten ihren Lohn in der betreffenden Zeit nicht auszahlen müssen, sondern die Gewerkschaft mit den Streikgeldern. Das scheint mir eher wieder so ein vollig blödes - und in diesem Fall sogar total deplatziertes - Ritual zu sein.
01. November 2008, 14:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Gut möglich - Ist das ne allgemeine Tendenz bei allen oder nur einzelnen Konzernen, dass die Produktion runtergefahren wird?

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01. November 2008, 14:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Gemäss den Berichten in den Zeitungen scheint das schon überall so zu sein. Die haben Absatzeinbrüche bis über 50% und mehr zu haben. Ich kenne die Zahlen jetzt auch nicht Auswendig. Das scheint schon vor offiziellem Ausbruch der Krise so gewesen zu sein. Die gehen jetzt aber wohl davon aus, dass sich das so schnell nicht wieder stabilisieren wird. Darum wird die Produktion runtergefahren und auch zeitweise komplett eingestellt.
01. November 2008, 15:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Das ist vielleicht aber auch so schlecht nicht. Denn schnell wird sich zeigen, wie die Gewerkschaft klein bei gibt. Vielleicht lösen sich so einige Illusionen über Gewerkschaften in Luft auf.
01. November 2008, 19:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Wir können es hoffen. Wobei ich glaube, dass die Illusionen erst aufhören, wenn die Leute ihre eigene Macht spüren und nicht in einem Streik, der ihnen vermutlich genau das Gegenteil "beweisen" wird.
02. November 2008, 01:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://www.20min.ch/news/wirtschaft/story/28395245

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02. November 2008, 10:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/arbeit_wird_mangelware_1.1205226.html

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02. November 2008, 10:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Savo hat Folgendes geschrieben:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/arbeit_wird_mangelware_1.1205226.html


Serge Gaillard, der alte Trotzkist, so praktiziert man erfolgreich Entrismus mr green

By the way: Kurzarbeit in Winterthur bei Rieter!
02. November 2008, 16:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Zitat:
Als er noch jung war und Student, politisierte er wie viele führende Gewerkschafter (etwa Vasco Pedrina) bei der Revolutionären Marxistischen Liga (RML), später Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) genannt, und wollte nach den Ideen Leo Trotzkis von der permanenten Revolution die Welt radikal umkrempeln.
gefunden bei Weltwoche.ch

wusste ich gar nicht :-)

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02. November 2008, 17:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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Andreas Rieger (SGB) gehört auch noch zur Truppe... Kenn ich alle noch von früher. Wohnten in der Nachbarschaft.

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
02. November 2008, 17:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zitat:
© Neue Zürcher Zeitung; 03.11.2008; Ausgabe-Nr. 257; Seite 13
Wirtschaft
Auch Chinas Wirtschaft spürt die Finanzkrise
Industrie-Index signalisiert Kontraktion - Premierminister warnt
pfi

Noch sind Chinas Wirtschaftsdaten weit von einer Rezession entfernt. Doch auch im Reich der Mitte ist die Wirtschaft keineswegs abgeschottet. Am Wochenende mehrten sich die Alarmzeichen.

pfi. Peking, 2. November

In den offiziellen chinesischen Medien wird zwar derzeit mit Vorliebe selbstsicher herausgestrichen, dass die Welt China bitte, mit seinen enormen (eigentlich allerdings nur sehr beschränkt verfügbaren) Währungsreserven mehr zur Rettung der Weltwirtschaft beizutragen. Doch obwohl Chinas streng regulierter Bankensektor bisher von der Finanzkrise direkt nur gering betroffen ist, haben sich am Wochenende die Zeichen gemehrt, dass Chinas Wirtschaft selber zunehmend Mühe damit hat, nicht in einen wirtschaftlichen Abwärtssog zu geraten. Die Exportwirtschaft kämpft mit einer fallenden Nachfrage, und die Industrie hat erstmals einen absolut sinkenden Auftragsrückgang gemeldet. Die chinesischen Konsumenten scheinen schlecht dafür gerüstet, die Rolle des Wachstumsmotors zu übernehmen. Der bisherige Erfolg des «chinesischen Modells» beruhte ja gerade darauf, dass sie relativ wenig verdienen. Zudem haben in letzter Zeit viele der Begüterten einen guten Teil ihrer Ersparnisse verloren, weil die chinesische Börse noch deutlich stärker eingebrochen ist als Börsen im Rest der Welt: Der Schanghaier Aktienindex hat trotz staatlichen Stützungsmassnahmen seit Jahresanfang 67% an Wert verloren; sein Hongkonger Pendant 50%. Auch im Immobilienmarkt zeigt sich Korrekturbedarf.

Weniger Aufträge, sinkendes Vertrauen

Da das statistische Amt vor allem Zahlen zum Wirtschaftsgang für die ersten drei Quartale veröffentlicht oder Wachstumswerte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt, bewegen sich die meisten seiner Statistiken noch auf vergleichsweise komfortablem Niveau. Vorerst zeichnet sich bloss eine Wachstumsabschwächung ab, die noch weit von einer Rezession entfernt ist. So ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) in den ersten neun Monaten mit 9,9% gewachsen. Im dritten Quartal betrug die Zunahme im Vergleich zum Vorjahresquartal noch 9%, was dem geringsten Quartalswert seit 2003 entsprach.

Am Wochenende hat nun allerdings der offizielle chinesische Industrieverband für Einkäufe und Logistik seinen monatlichen Index der Einkaufsmanager veröffentlicht, welcher für Oktober mit einem Wert von 44,6 Punkten erstmals einen beunruhigend deutlichen absoluten Rückgang anzeigte (ein Indexwert von 50 entspräche einem neutralen Geschäftsgang). Im September hatte der Index noch bei 51,2 Punkten gelegen. Erstmals leicht negative Werte für August und Juli waren allgemein als Auswirkung der Beschränkungen zu den Olympischen Spielen interpretiert worden. Besonders ausgeprägt ist im Oktober im Vergleich zum Vormonat der Rückgang der Auftragseingänge in Chinas Industrie (von 51,3 auf 41,7 Punkte), der Bestellungen für den Export (von 48,8 auf 41,4 Punkte) und der Importe (von 46,6 auf 39,4 Punkte) ausgefallen. Nur der Warenbestand hat zugenommen (von 50,5 auf 51,4 Punkte), was kaum als beruhigendes Zeichen zu werten ist.

Laut einer anderen Statistik ist im September auch der Index des Konsumentenvertrauens leicht gefallen, und der vom statistischen Büro berechnete Index der vorlaufenden Indikatoren kam mit 99,7 Punkten erstmals seit langem wieder unter 100 Punkte, den Indexwert von 1996, zu stehen. Die vielen Staatsbetriebe meldeten am Sonntag geringere Gewinne, sie sind demnach in den ersten drei Quartalen gegenüber der Vorjahresperiode um 2,9% gesunken. Der Detailhandel registrierte allerdings für September immer noch um 22% über dem Vorjahresmonat liegende Umsätze.

Wachstumsförderung hat wieder Vorrang

Noch steckt China also nicht in einer Krise, doch es mehren sich die Alarmzeichen. Wohl vor diesem Hintergrund hat der chinesische Präsident Hu Jintao am Wochenende während eines Besuchs bei Bauern in der Provinz Shanxi alle Regierungsstellen dazu aufgerufen, die inländische Nachfrage zu stärken. Die Parteizeitschrift «Seeking Truth» veröffentlichte derweil einen längeren Beitrag des in ökonomischen Fragen versierteren Premierministers Wen Jiabao. Darin schreibt dieser, dass ungünstige Entwicklungen in der Weltwirtschaft es für China zunehmend schwieriger machten, einen Ausgleich zwischen der Förderung eines stabilen Wachstums und der Kontrolle der Inflation zu finden. China müsse in der gegenwärtigen Lage alles daran setzen, ein stabiles, starkes Wachstum zu halten, mahnt Wen. Denn ohne Wachstum sei soziale Entwicklung nicht möglich, und es käme zu Problemen bei der Beschäftigung der auf den Arbeitsmarkt drängenden Massen.

Die chinesische Regierung hat inzwischen in Aussicht gestellt, ihre Investitionen zu beschleunigen. Die Zentralbank senkte in den letzten zwei Monaten dreimal ihre Leitzinsen und hat offenbar auch damit aufgehört, zur Teuerungsbekämpfung das Kreditwachstum der Banken mit Höchstwerten einzuschränken. Die Teuerung der Konsumentenpreise ist von ihrem Höchststand von 8,7% im Februar auf noch 4,6% im September gefallen. Sinkende Rohstoffpreise sorgen auch bei den Produzentenpreisen für etwas Luft. Die Banken sind zwar wegen ihrer relativen Abschottung vom internationalen Finanzmarkt von der Finanzkrise bisher direkt relativ gering betroffen. Doch auch sie sind vorsichtiger geworden und fürchten einen grösseren Abschreibungsbedarf infolge des drastischen Einbruchs an der chinesischen Börse und einer zu erwartenden Erhöhung von Problemkrediten an mit Schwierigkeiten kämpfende inländische Firmen.

Wirtschaftspolitisch schwierige Zeiten

Vorläufig hoffen die meisten Beobachter, dass fiskalische Impulse und der sehr grosse chinesische Binnenmarkt dazu beitragen werden, dass China in den nächsten zwei Jahren nur einen für viele schmerzhaften Rückgang des Wachstumstempos, aber nicht das Abgleiten in eine eigentliche Rezession zu verkraften haben wird. So oder so wird sich die Prophezeiung des chinesischen Premierministers Wen als wahrer herausstellen, als diesem lieb sein dürfte. Zu Jahresanfang hatte Wen erklärt, er befürchte für China die wirtschaftspolitisch schwierigsten Zeiten seit langem.

03. November 2008, 16:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Wildcat zur Krise:

Globale Krise - Teil I des Artikels aus Wildcat 82

23 Thesen zur kapitalistischen Krise - Teil II des Artikels Globale Krise aus Wildcat 82
04. November 2008, 11:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Amüsant im zweiten Wildcat-Text:

Zitat:
Der Mythos der "Volkswirtschaft bröckelt. Er wird dann zusammenbrechen, wenn es ein Land wie die Schweiz erwischt!


Nun wissen wir also um unsere Aufgabe. Oder, um Lenin vom Kopf auf die Füsse zu stellen: Wenn eines der stärksten Glieder in der Kette fällt, dann eröffnet sich die Möglichkeit des Kommunismus? mr green
04. November 2008, 14:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Diese 23 Thesen sind echt super teacher

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
05. November 2008, 00:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Da sind wir ja noch einmal davongekommen, wie:

Zitat:
7. November 2008, 11:02, NZZ Online

Krise schlägt noch nicht voll auf Arbeitsmarkt durch

Zahl der Arbeitslosenzahlen steigt auf über 100'000 - Schweiz steht noch gut da

In der Schweiz nimmt die Arbeitslosigkeit zu. Erstmals wurde die Marke von 100'000 Arbeitslosen überschritten. Dabei hat die Wirtschaftsflaute noch gar nicht voll auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Im internationalen Vergleich steht die Schweiz nach wie vor gut da.

tsf. Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zeigen sich erst wenige Spuren der Konjunkturabschwächung. Zwar stieg die Arbeitslosenquote von Ende September bis Ende Oktober von 2,4% auf 2,5 Prozent. Dabei übersprang die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit vergangenem April wieder die Marke von 100'000. Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren waren Ende Oktober 100'471 Arbeitslose gemeldet.

Wenn aber die saisonalen Faktoren ausgeklammert werden, ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt erstaunlich stabil geblieben. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote blieb auf dem Stand des Vormonats von 2,6 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte.

«Die konjunkturelle Abschwächung beginnt sich bemerkbar zu machen», sagte Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Abkühlung schlägt aber noch nicht voll durch. Etwa ein Viertel des Anstiegs ist laut Gaillard auf die schwächere Wirtschaft zurückzuführen. Der grössere Teil, rund drei Viertel der Zunahme, sei durch saisonale Faktoren beeinflusst, sagte Gaillard weiter. So sei der Anstieg in den Tourismuskantonen Graubünden, Wallis und Tessin markant ausgefallen.

Jugendarbeitslosigkeit geht zurück
Rückläufig war im Oktober besonders die Jugendarbeitslosigkeit. In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen waren 16'998 Personen als arbeitslos gemeldet; das sind 0,9% weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote in dieser Alterskategorie blieb aber unverändert bei überdurchschnittlichen hohen 3,1 Prozent.

Die Zahl der Stellensuchenden stieg erneut deutlich um 5453 auf 151'390. Zum Vorjahr sind das aber 3,9% weniger. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen ist ebenfalls rückläufig: Sie ging um 4,1% auf 13'546 zurück. Noch im September war eine Zunahme der offenen Stellen verzeichnet worden. Für die Kurzarbeit liegen erst Zahlen vom August vor; sie gingen auf tiefem Niveau nochmals zurück.

Damit spiegelt die Statistik den momentanen Zustand des Arbeitsmarkts nicht ganz. In den letzten Wochen hat sich die Lage deutlich verändert. So haben zahlreiche Unternehmen markant rückläufige Bestellungen angekündigt. Mehrere Firmen bauen Stellen ab oder sehen die Einführung von Kurzarbeit vor.

Firmen spüren die Krise
Vor allem Autozulieferer oder Textilmaschinen-Hersteller bekommen die Konjunkturflaute empfindlich zu spüren. So planen der Winterthurer Rieter-Konzern, die Textilsparte von OC Oerlikon, das Technologieunternehmen Uster Tech oder der Textilmaschinenhersteller Sultex teilweise drastische Restrukturierungen mit Stellenabbau. Nicht wenige Firmen reichen derzeit Gesuche für Kurzarbeit ein und hoffen, damit eine vorübergehende Flaute zu überbrücken.

Im internationalen Vergleich steht der Schweizer Arbeitsmarkt aber immer noch gut da. Das zeigt eine ebenfalls am Freitag veröffentlichte Erhebung zur Erwerbslosenquote. Die Resultate der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (Sake) des Bundesamtes für Statistik zeigt zwar lediglich den Zustand von Mitte Jahr. Aber weil sich die Konjunktur für alle eingetrübt hat, dürfte es auf der Rangliste kaum zu grossen Verschiebungen gekommen sein.

Während die Seco-Arbeitslosenstatistik vor allem kurzfristige konjunkturelle Bewegungen aufzeigt, ist die vom BfS veröffentlichte Arbeitskräfte-Erhebung (Sake) vor allem für den internationalen Vergleich geeignet.

Schweiz auf Platz 5
Mit einer Erwerbslosenquote von 3,4% figuriert die Schweiz im Vergleich der Industrieländer weit oben. Eine tiefere Erwerbslosenquote wurde lediglich in Norwegen (2,7%), den Niederlanden (2,8%), Dänemark (3,1) und Zypern (3,3%) festgestellt. Im Mittel der EU-Länder war die Quote mit 6,8 Prozent doppelt so hoch wie in der Schweiz. Am Schluss der Liste stehen Deutschland (7,5%), Ungarn (7,6%), die Türkei (7,8%), Kroatien (8,2%), die Slowakei (10%) und Spanien (10,4%). In den USA, wo die Krise ihren Ursprung genommen hatte, lag die Erwerbslosenquote bei 5,2 Prozent.

In der Schweiz ist die Erwerbslosenquote im zweiten Quartal sogar nochmals von 3,6% auf 3,4% zurückgegangen. Als erwerbslos gelten Personen ohne Arbeit, die auf Stellensuche sind und als kurzfristig verfügbar gelten.

Ausbildung verringert das Risiko
In der Schweiz sind nicht alle Bevölkerungsgruppen gleich stark von der Erwerbslosigkeit betroffen. Personen mit einem niedrigen Qualifikationsniveau haben ein weit höheres Erwerbslosigkeits-Risiko. Die Erwerbslosenquote der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung (6,1%) ist drei Mal höher als jene der Personen mit einer Ausbildung auf Tertiärstufe (1,9%).

Frauen (4%) sind ebenfalls häufiger erwerbslos als Männer (2,8%); dasselbe gilt für die ausländischen Erwerbspersonen (6,2%) im Vergleich mit den Schweizerinnen und Schweizern (2,5%), obwohl sich dieser Unterschied in den letzten drei Jahren verringert hat.

Nach Regionen betrachtet, verzeichnen die Westschweiz und das Tessin (4,7%) nach wie vor eine höhere Erwerbslosigkeit als die Deutschschweiz (2,8%).

Höheres Pensum erwünscht
Rund 275'000 Personen galten Mitte Jahr als «unterbeschäftigt». Zu dieser Gruppe werden Teilzeiterwerbstätige gerechnet, die ihr Arbeitspensum erhöhen möchten und innerhalb von drei Monaten für einen höheren Beschäftigungsgrad auch verfügbar wären. Ihr Anteil an der Erwerbsbevölkerung ist stabil geblieben (6,3% im Jahr 2008 gegenüber 6,2% im Jahr 2007).

Ein Drittel der Unterbeschäftigten (34%, 93'000 Personen) würde lieber Voll- als Teilzeit arbeiten. Die übrigen 66 Prozent möchten ihren Beschäftigungsgrad erhöhen, aber nicht vollzeitlich arbeiten. Ein Indikator für das Ausmass der Unterbeschäftigung ist die gewünschte zusätzliche Arbeitszeit. 29 Prozent (79'000) der Unterbeschäftigten möchten zwischen 1 und 5 Stunden pro Woche zusätzlich arbeiten. Beträchtlich ist allerdings auch die Zahl jener, die 20 oder mehr Stunden pro Woche zusätzlich arbeiten möchten (19%, 52'000 Personen).

Im zweiten Quartal 2008 hatten insgesamt 421'000 Personen oder 9,6 Prozent der Erwerbsbevölkerung keine oder nicht genügend Arbeit. Diese Quote war in den letzten Jahren rückläufig (10,5% im 2. Quartal 2005). Das von den Erwerbslosen bzw. Unterbeschäftigten zusätzlich gewünschte Arbeitspensum beläuft sich auf umgerechnet rund 192'000 Vollzeitstellen.

07. November 2008, 11:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
General Motors vor dem Bankrott
Der Handel mit GM-Aktien ist zur Zeit ausgesetzt. GM meldet einen Verlust von 2,5 Milliarden Dollar. Die verbleibenden Mittel reichen gerade noch aus, den Betrieb bis Ende Jahr aufrecht zu erhalten.

http://www.20min.ch/finance/dossier/finanzkrise/story/General-Motors-vor-dem-Bankrott-16986842

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08. November 2008, 13:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Die Einschläge kommen näher.

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Ich hoffe ich merke es noch rechtzeitig, wenn der Kommunismus in die Schweiz kommt, sonst muss ich dann noch arbeiten.

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Unser ganzer gepriesener Fortschritt der Technik, überhaupt der Civilisation, ist der Axt in der Hand des pathologischen Verbrechers vergleichbar. -- Albert Einstein

Das meinen wir wörtlich. Wir hauen die Sachen zusammen. -- John Zerzan

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Dein Spruch ist Lustig.
09. November 2008, 00:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Interessant den Wirtschaftsteil der NZZ zu lesen: Weiterer Rettungsring für die AIG in den USA, Frankreichs Industrie leidet unter der Finanzkrise (vor allem die Autobranche - Produktion im September um 3,1 % gefallen), Massenentlassungen und Kurzarbeit in den Niederlanden wegen der Krise, Russische Autoindustrie mit verlangsamtem Wachstum, es wird viel weniger konsumiert in der Schweiz, DB geht nicht an die Börse wegen Krise, ...
11. November 2008, 13:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Bei Kreditkarten drohen Rekordverluste
Der Chef der Bank of America hat in dramatischen Worten vor einer nächsten Welle der Finanzkrise gewarnt: «Wir als Branche könnten vor den höchsten Verlusten im Kreditkartengeschäft stehen, die wir jemals erlebt haben».

http://www.20min.ch/finance/news/story/Bei-Kreditkarten-drohen-Rekordverluste-27897223

Yihaa!!

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19. November 2008, 15:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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Zitat:
Konjunkturkrise erschüttert BASF
"Wir stellen uns auf harte Zeiten ein": Die Konjunkturkrise erfasst den weltgrößten Chemiekonzern BASF. 80 Anlagen müssen zeitweise schließen, hundert die Produktion drosseln - betroffen sind weltweit 20.000 Beschäftigte, davon 5000 in Ludwigshafen. Die Aktie des Konzerns stürzt ab.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,591407,00.html

Vor dem Kollaps: US-Regierung verweigert Autobauern Milliardenhilfe
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,591315,00.html

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19. November 2008, 15:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Muoit



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Zum Glück hab ich mit meinem Vermögen von geschätzten 3.50 Franken doch keine GM-Aktien gekauft.

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19. November 2008, 16:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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bürgerliche zukunftsprognosen: http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/boersen_und_maerkte/wann_ist_der_boden_erreicht_1.1295428.html

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
21. November 2008, 20:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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...und weil alles wieder gut wird, sind die hier auch so gut drauf.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
21. November 2008, 20:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Thumbs up for war!

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21. November 2008, 20:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Zitat:
Ausschreitungen bei Demonstration auf Island

In der isländischen Hauptstadt ist es am Samstag zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

© AP

Die Polizisten setzten Pfefferspray ein, einige der Protestierenden mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Demonstranten hatte versucht, in eine Polizeiwache in Reykjavik einzudringen, wo sie einen seit Freitag dort festgehaltenen Mann befreien wollten. Die Lage beruhigte sich schließlich, als der Festgenommene auf Kaution freigelassen wurde.

In Island ist es in den vergangenen Wochen zu zahlreichen Protesten gekommen, nachdem die Wirtschaft des Landes im Zuge der weltweiten Finanzkrise nahezu zusammengebrochen ist. Der Protest am Samstag begann mit einer Kundgebung vor dem Parlament, einige Demonstranten zogen dann aber zur Polizeiwache.


kennt jemand ne gute seite mit duetschen/englischen infos zu island...? finde nichts. indymedia haben die nicht und übersetzungsmaschinen für isländisch kenne ich auch nicht.

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23. November 2008, 11:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://dasmagazin.ch/index.php/brief-aus-island/
http://dasmagazin.ch/index.php/2-brief-aus-island/
http://dasmagazin.ch/index.php/3-brief-aus-island/
http://dasmagazin.ch/index.php/4-brief-aus-island/

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23. November 2008, 12:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Altpapier gilt wieder als Abfall
Das bislang blühende Geschäft mit Recyclingmaterial wie Schrott und Altpapier liegt am Boden. Wegen der globalen Wirtschaftskrise bricht der Markt für Reststoffe drastisch ein. In der ehemaligen Boom-Branche fürchten Unternehmen plötzlich um ihre Zukunft.


Zitat:
Früher wurden die Gullideckel von der Straße geklaut, jetzt geht nichts mehr


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,591160,00.html

Zitat:
Baustopp für höchsten Wolkenkratzer Europas
Er sollte der höchste Turm Europas werden - doch nun wird der Rossija-Bürokomplex in Moskau vorerst nicht gebaut. Wegen der Weltfinanzkrise gaben die Banken keine Kredite für das 118 Stockwerke hohe Gebäude.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,592142,00.html


Das "Manhattan an der Moskwa": Hier sollte der Rossija-Turm entstehen

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23. November 2008, 13:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Zitat:
Jaguar führt geheime Gespräche über staatliche Milliardenhilfe
Luxusauto-Hersteller Jaguar Land Rover in der Krise: Knapp neun Monate nach der Übernahme durch den indischen Tata-Konzern braucht das Unternehmen staatliche Hilfe. Einem Pressebericht zufolge hat Firmenchef Smith die britische Regierung um eine Milliarde Pfund gebeten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,592152,00.html

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23. November 2008, 13:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/kollektive_wut_schock_und_ungewissheit_praegen_island_1.1297542.html

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/chronik_eines_angekuendigten_kollapses_1.1297541.html
23. November 2008, 15:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://www.20min.ch/news/ausland/story/11949371

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23. November 2008, 16:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/opel_sparmassnahmen_1.1302779.html

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23. November 2008, 18:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Die NZZ lügt rum:
http://beobachtungen.blogsport.de/2008/11/23/die-welt-als-wahn-3/

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23. November 2008, 20:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In China brodelt es so langsam:

Chinese factory workers riot
01. Dezember 2008, 13:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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ein paar sachen aus china:

http://www.china-observer.de/081201-112414/Mehr_als_20_Millionen_Arbeitslose_Chinesen_infolge_der_Krise.html
http://www.china-observer.de/081201-071207/Chinas_Taxifahrer_streiken_weiter.html
http://www.china-observer.de/081201-051310/15_Arbeiter_durch_Explosion_in_chinesischem_Kohlebergwerk_getoetet.html
http://www.china-observer.de/081201-093018/In_Suedkorea_brechen_Exporte_unerwartet_deutlich_ein.html
http://www.china-observer.de/081126-071510/Chinas_Furcht_vor_Unruhen.html
http://www.china-observer.de/index.php?entry=entry081130-120912

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01. Dezember 2008, 15:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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http://www.20min.ch/finance/dossier/finanzkrise/story/Industrie-bricht-weltweit-drastisch-ein-13545278

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01. Dezember 2008, 15:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
In China brodelt es so langsam:

Chinese factory workers riot


vor einigen wochen haben wir noch darauf gehofft :-)

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01. Dezember 2008, 17:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Zeit schreibt verwundert über diese Krise:

Zitat:
Das Seltsame an dieser Wirtschaftskrise ist, dass man sie auf der Straße nicht sieht. Anders als in der Depression nach 1929 gibt es keine Massenaufläufe vor den Börsen. Keine arbeitslosen Familien, die, da obdachlos, in Notunterkünften untergebracht werden müssen. Keine verzweifelten Menschen, die mit selbst gemalten Schildern um den Hals das Letzte anbieten, was sie noch haben – sich selbst.


Mag sie sich punkto China und anderer Länder täuschen (dort sieht man die Krise ganz bestimmt auf der Strasse), so ist es tatsächlich in Deutschland und auch in der Schweiz erstaunlich ruhig angesichts der krassen Dinge die da passieren. Ruhe vor dem Sturm?
02. Dezember 2008, 11:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Das spielt sich halt auch grossteils noch in Sphären ab, die die meisten Menschen nicht direkt betreffen. Wenn sich das in Massenentlassungen und Betriebsschliessungen wie auch einer starken Inflation (momentan sprechen die "Experten" ja eher von Deflation) niederschlägt, wird sich zeigen, ob die Friedhofsruhe anhält. Wenn man die Diskussionen über den Einsatz des Militärs im Inneren ansieht und sich Äusserunngen des deutschen Poliziepräsidenten(?) anhört (Es seien vermehrt Konflikte und Ausschreitungen zu erwarten), dann kommt man nicht umhin sich zumindest zu Fragen, ob die politische Klasse sich der Gefahren durchaus bewusst ist. In den USA wurden übrigens kürzlich nach einem gewaltigen Anstieg der Obdachlosenzahlen öffentliche Suppenküchen verboten! Mal schauen, was da noch alles kommt: Von Oben ist die Verschärfung des Klassenkampfes auf jedenfall offesichtlich.

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02. Dezember 2008, 14:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Und hier noch ein Vetreter der Woz an der UBS-GV vom 27.11.2008:

Wo er recht hat, hat er recht!

http://www.woz.ch/files/film-ubs-gv.html
02. Dezember 2008, 18:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Krise trifft Nahrungsmittelbranche:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29251/1.html

Chinas Immobilien am Fallen!
http://www.heise.de/tp/blogs/8/119749

China: Unruhe in der Weltfabrik (Bilder)
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-37638.html#backToArticle=593761

edit:
Ford Absatz bricht ein
http://www.20min.ch/finance/news/story/Ford-Absatz-bricht-um-30-Prozent-ein-24425602

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02. Dezember 2008, 19:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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Revilo hat Folgendes geschrieben:
Und hier noch ein Vetreter der Woz an der UBS-GV vom 27.11.2008:

Wo er recht hat, hat er recht!

http://www.woz.ch/files/film-ubs-gv.html


geile siech :-D

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02. Dezember 2008, 21:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
In China brodelt es so langsam:

Chinese factory workers riot


heute abend soll im 10vor10 auf SF1 ne reportage zu sozialen unruhen in china gezeigt werden. scheinbar macht sich die chinesische ernsthafte sorgen, die situation nicht mehr in griff zu bekommen.

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03. Dezember 2008, 19:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Savo hat Folgendes geschrieben:
heute abend soll im 10vor10 auf SF1 ne reportage zu sozialen unruhen in china gezeigt werden. scheinbar macht sich die chinesische ernsthafte sorgen, die situation nicht mehr in griff zu bekommen.


Bis morgen hier: http://www.sf.tv/sf1/10vor10/index.php

Dann im Archiv (Sendung vom 03.12.): http://www.sf.tv/sf1/10vor10/archiv.php
04. Dezember 2008, 08:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Wirtschaftswachstum in der Schweiz zu Ende. "Huch, sie kommt schneller als gedacht...!"

http://www.20min.ch/news/schweiz/story/11391050

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04. Dezember 2008, 17:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Spiegel Online, zuoberst:
Zitat:
Vier Prognosen, vier Alarmrufe: Deutsche, Commerz-, Post- und Bundesbank warnen einstimmig vor einer katastrophalen Rezession 2009. Ein Institut hält gar den schlimmsten Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg für möglich - die Aufträge der Industrie brechen schon ein.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,594654,00.html

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05. Dezember 2008, 14:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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Lohnrunde wegen miserabler "Lage der Pensionskasse und Finanzkrise" gescheitert. SBB nicht bereit Teuerungsausgleich zu leisten. Geschäftsleitung bricht Verhandlungen ab:

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/sbb_bricht_lohnverhandlungen_mit_gewerkschaften_ab__1.1362384.html

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05. Dezember 2008, 18:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zitat:
Gang vor Schiedsgericht möglich
Angesichts der verhärteten Fronten überlegen sich die Gewerkschaften den Gang vor das Schiedsgericht. Ihr Angebot bleibt aber auf dem Tisch. Auf Gewerkschaftsseite nahmen neben der SEV Transfair, der VSLF sowie der Kaderverband an den Verhandlungen teil.


Haha! Was nützts?
05. Dezember 2008, 22:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
gero



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Soziale Unruhen nehmen in China im Zuge der Finanzkrise zu


Gewaltsame Ausschreitungen und Zwischenfälle nehmen in China zu, noch bevor die Auswirkungen der Finanzkrise das Land richtig treffen. Denn bisher stehen die Zwischenfälle, bis auf einige friedliche Proteste von entlassenen Arbeitern, nicht in direktem Zusammenhang mit den bereits stattfindenden Fabrikschließungen.

Der schwersten Krawalle der letzten Zeit fanden in der Stadt Longnan im Nordwesten Chinas statt, wo die lokale Regierung für Bauprojekte zahlreiche Wohnhäuser abreißen ließ, ohne Entschädigung zu zahlen. Tausende Betroffene protestierten gegen das Vorgehen und zündeten dabei Regierungsfahrzeuge an. Die Angaben zu dem Vorfall gehen dabei stark auseinander: Während eine Korrespondentin der "Südwest Presse" aus China berichtet, dass etwa 10.000 Männer beteiligt waren und 7 Menschen ums Leben kamen und über hundert schwer verletzt wurden, sprechen die staatlichen Medien von nur 2000 Protestierenden und erwähnen keine Todesopfer.

Der Vorfall in Longnan ist nur der Aktuellste in einer Serie quer durch China, wo Bauern und Arbeiter gegen die Ungerechtigkeit des Staatsapparates demonstrieren: Enteignungen, unterschlagene Entschädigungszahlungen, Lohnprellung, brutale Polizei, korrupte Kader und Krankheiten durch Umweltverschmutzung gehören zu den zahlreichen Gründen für die steigende Wut der Bevölkerung.

Diese Problematik ist allgemein bekannt, doch nun kommen die Auswirkungen der Finanzkrise hinzu und werden höchstwahrscheinlich zu einer beispiellosen Verschärfung der Unruhen führen. Wie die "Südwest Presse" berichtet, sind in einem der Hauptstandorte der chinesischen Exportindustrie, der südchinesischen Provinz Guangdong, bereits die Hälfte der Spielzeughersteller und ein Drittel der Schuhhersteller verschwunden. Es wird das geringste Wachstum seit 30 Jahren gemeldet und bis Ende des Jahres werden dort voraussichtlich 2,7 Millionen Arbeiter ihren Job verlieren.

Die chinesischen Parteifunktionäre sind sich der kritischen Lage bewusst und haben Angst vor einer weiteren Verschlimmerung. So fordert der Minister für öffentliche Sicherheit Meng Jianzhu: "Die Polizei sollte sich der Herausforderungen voll bewusst sein, welche die weltweite Finanzkrise mit sich bringt, und die soziale Stabilität nach Kräften sichern."

Und die Situation verschärft sich rapide, wie die "Epoch Times" berichtet: Im Oktober hat der Arbeitskräftebedarf der Unternehmen um 5,5 Prozent abgenommen, der erste Rückgang seit Jahren. Die Firmen beginnen, massenhaft Arbeiter zu entlassen. Es heißt, dass seit Juli allein im Pearl River - und Yangtse River Delta mindestens 25.000 ausländische Firmen geschlossen wurden und dadurch über 10 Millionen Wanderarbeiter ihre Jobs verloren.

In einer speziellen Pressekonferenz ging der Minister für Personalwesen und soziale Sicherheit Yin Weihong vergangene Woche auf die explosive Lage am Arbeitsmarkt ein. Danach sei die Arbeitslosenrate im dritten Quartal bereits auf 4 Prozent gestiegen, werde bis Jahresende auf 4,5 Prozent klettern und 2009 noch stärker ansteigen. Die 230 Millionen Bauern-Arbeiter sind dabei dem Minister zufolge noch gar nicht registriert und nicht in der offiziellen Quote enthalten - zig Millionen dürften aber arbeitslos werden.

Weitere Faktoren sind der Börsencrash und sinkende Immobilienpreise, welche die Ersparnisse der Mittelschicht angreifen. Der Shanghai Composite Index hat innerhalb eines Jahres etwa 70 Prozent verloren - 100 Millionen chinesische Anleger sind davon betroffen. Der japanischen Zeitung "Sankei Shimbun" zufolge gehen parteiinterne Aussagen von einem möglichen großen gesellschaftlichen Ereignis vor dem chinesischen Neujahrsfest Anfang Februar 2009 aus, sofern die Aktien- und Immobilienmärkte nicht stabilisiert werden können.


von International Business Times, Deutschland

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Zu Glencore:
http://www.20min.ch/finance/news/story/Schweizer-Rohstoffriese-in-Schieflage-13744566

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Zitat:
Zu Glencore:
http://www.20min.ch/finance/news/story/Schweizer-Rohstoffriese-in-Schieflage-13744566



Huch, zum Glück soll ja Eric Holder unter Obama Justizminister werden... Der passt dann schon auf die Glencore auf.

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09. Dezember 2008, 09:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Krasse Zeiten kommen auf uns zu, sagt Immanuel Wallerstein im Interview mit Le Monde (ist halt in Franz, aber das hattet ihr ja alle mal in der Schule mr green ):

Zitat:
Immanuel Wallerstein, chercheur au département de sociologie de l'université de Yale, ex-président de l'Association internationale de sociologie

"Le capitalisme touche à sa fin"


LE MONDE | 11.10.08 | 20h18

Signataire du manifeste du Forum social de Porto Alegre ("Douze propositions pour un autre monde possible"), en 2005, vous êtes considéré comme l'un des inspirateurs du mouvement altermondialiste. Vous avez fondé et dirigé le Centre Fernand-Braudel pour l'étude de l'économie des systèmes historiques et des civilisations de l'université de l'Etat de New York, à Binghamton. Comment replacez-vous la crise économique et financière actuelle dans le "temps long" de l'histoire du capitalisme ?

Immanuel Wallerstein : Fernand Braudel (1902-1985) distinguait le temps de la "longue durée", qui voit se succéder dans l'histoire humaine des systèmes régissant les rapports de l'homme à son environnement matériel, et, à l'intérieur de ces phases, le temps des cycles longs conjoncturels, décrits par des économistes comme Nicolas Kondratieff (1982-1930) ou Joseph Schumpeter (1883-1950). Nous sommes aujourd'hui clairement dans une phase B d'un cycle de Kondratieff qui a commencé il y a trente à trente-cinq ans, après une phase A qui a été la plus longue (de 1945 à 1975) des cinq cents ans d'histoire du système capitaliste.

Dans une phase A, le profit est généré par la production matérielle, industrielle ou autre ; dans une phase B, le capitalisme doit, pour continuer à générer du profit, se financiariser et se réfugier dans la spéculation. Depuis plus de trente ans, les entreprises, les Etats et les ménages s'endettent, massivement. Nous sommes aujourd'hui dans la dernière partie d'une phase B de Kondratieff, lorsque le déclin virtuel devient réel, et que les bulles explosent les unes après les autres : les faillites se multiplient, la concentration du capital augmente, le chômage progresse, et l'économie connaît une situation de déflation réelle.

Mais, aujourd'hui, ce moment du cycle conjoncturel coïncide avec, et par conséquent aggrave, une période de transition entre deux systèmes de longue durée. Je pense en effet que nous sommes entrés depuis trente ans dans la phase terminale du système capitaliste. Ce qui différencie fondamentalement cette phase de la succession ininterrompue des cycles conjoncturels antérieurs, c'est que le capitalisme ne parvient plus à "faire système", au sens où l'entend le physicien et chimiste Ilya Prigogine (1917-2003) : quand un système, biologique, chimique ou social, dévie trop et trop souvent de sa situation de stabilité, il ne parvient plus à retrouver l'équilibre, et l'on assiste alors à une bifurcation.

La situation devient chaotique, incontrôlable pour les forces qui la dominaient jusqu'alors, et l'on voit émerger une lutte, non plus entre les tenants et les adversaires du système, mais entre tous les acteurs pour déterminer ce qui va le remplacer. Je réserve l'usage du mot "crise" à ce type de période. Eh bien, nous sommes en crise. Le capitalisme touche à sa fin.

Pourquoi ne s'agirait-il pas plutôt d'une nouvelle mutation du capitalisme, qui a déjà connu, après tout, le passage du capitalisme marchand au capitalisme industriel, puis du capitalisme industriel au capitalisme financier ?

Le capitalisme est omnivore, il capte le profit là où il est le plus important à un moment donné ; il ne se contente pas de petits profits marginaux ; au contraire, il les maximise en constituant des monopoles - il a encore essayé de le faire dernièrement dans les biotechnologies et les technologies de l'information. Mais je pense que les possibilités d'accumulation réelle du système ont atteint leurs limites. Le capitalisme, depuis sa naissance dans la seconde moitié du XVIe siècle, se nourrit du différentiel de richesse entre un centre, où convergent les profits, et des périphéries (pas forcément géographiques) de plus en plus appauvries.

A cet égard, le rattrapage économique de l'Asie de l'Est, de l'Inde, de l'Amérique latine, constitue un défi insurmontable pour "l'économie-monde" créée par l'Occident, qui ne parvient plus à contrôler les coûts de l'accumulation. Les trois courbes mondiales des prix de la main-d'oeuvre, des matières premières et des impôts sont partout en forte hausse depuis des décennies. La courte période néolibérale qui est en train de s'achever n'a inversé que provisoirement la tendance : à la fin des années 1990, ces coûts étaient certes moins élevés qu'en 1970, mais ils étaient bien plus importants qu'en 1945. En fait, la dernière période d'accumulation réelle - les "trente glorieuses" - n'a été possible que parce que les Etats keynésiens ont mis leurs forces au service du capital. Mais, là encore, la limite a été atteinte !

Y a-t-il des précédents à la phase actuelle, telle que vous la décrivez ?

Il y en a eu beaucoup dans l'histoire de l'humanité, contrairement à ce que renvoie la représentation, forgée au milieu du XIXe siècle, d'un progrès continu et inévitable, y compris dans sa version marxiste. Je préfère me cantonner à la thèse de la possibilité du progrès, et non à son inéluctabilité. Certes, le capitalisme est le système qui a su produire, de façon extraordinaire et remarquable, le plus de biens et de richesses. Mais il faut aussi regarder la somme des pertes - pour l'environnement, pour les sociétés - qu'il a engendrées. Le seul bien, c'est celui qui permet d'obtenir pour le plus grand nombre une vie rationnelle et intelligente.

Cela dit, la crise la plus récente similaire à celle d'aujourd'hui est l'effondrement du système féodal en Europe, entre les milieux du XVe et du XVIe siècle, et son remplacement par le système capitaliste. Cette période, qui culmine avec les guerres de religion, voit s'effondrer l'emprise des autorités royales, seigneuriales et religieuses sur les plus riches communautés paysannes et sur les villes. C'est là que se construisent, par tâtonnements successifs et de façon inconsciente, des solutions inattendues dont le succès finira par "faire système" en s'étendant peu à peu, sous la forme du capitalisme.

Combien de temps la transition actuelle devrait-elle durer, et sur quoi pourrait-elle déboucher ?

La période de destruction de valeur qui clôt la phase B d'un cycle Kondratieff dure généralement de deux à cinq ans avant que les conditions d'entrée dans une phase A, lorsqu'un profit réel peut de nouveau être tiré de nouvelles productions matérielles décrites par Schumpeter, sont réunies. Mais le fait que cette phase corresponde actuellement à une crise de système nous a fait entrer dans une période de chaos politique durant laquelle les acteurs dominants, à la tête des entreprises et des Etats occidentaux, vont faire tout ce qu'il est techniquement possible pour retrouver l'équilibre, mais il est fort probable qu'ils n'y parviendront pas.

Les plus intelligents, eux, ont déjà compris qu'il fallait mettre en place quelque chose d'entièrement nouveau. Mais de multiples acteurs agissent déjà, de façon désordonnée et inconsciente, pour faire émerger de nouvelles solutions, sans que l'on sache encore quel système sortira de ces tâtonnements.

Nous sommes dans une période, assez rare, où la crise et l'impuissance des puissants laissent une place au libre arbitre de chacun : il existe aujourd'hui un laps de temps pendant lequel nous avons chacun la possibilité d'influencer l'avenir par notre action individuelle. Mais comme cet avenir sera la somme du nombre incalculable de ces actions, il est absolument impossible de prévoir quel modèle s'imposera finalement. Dans dix ans, on y verra peut-être plus clair ; dans trente ou quarante ans, un nouveau système aura émergé. Je crois qu'il est tout aussi possible de voir s'installer un système d'exploitation hélas encore plus violent que le capitalisme, que de voir au contraire se mettre en place un modèle plus égalitaire et redistributif.

Les mutations antérieures du capitalisme ont souvent débouché sur un déplacement du centre de "l'économie-monde", par exemple depuis le Bassin méditerranéen vers la côte Atlantique de l'Europe, puis vers celle des Etats-Unis ? Le système à venir sera-t-il centré sur la Chine ?

La crise que nous vivons correspond aussi à la fin d'un cycle politique, celui de l'hégémonie américaine, entamée également dans les années 1970. Les Etats-Unis resteront un acteur important, mais ils ne pourront plus jamais reconquérir leur position dominante face à la multiplication des centres de pouvoir, avec l'Europe occidentale, la Chine, le Brésil, l'Inde. Un nouveau pouvoir hégémonique, si l'on s'en réfère au temps long braudélien, peut mettre encore cinquante ans pour s'imposer. Mais j'ignore lequel.

En attendant, les conséquences politiques de la crise actuelle seront énormes, dans la mesure où les maîtres du système vont tenter de trouver des boucs émissaires à l'effondrement de leur hégémonie. Je pense que la moitié du peuple américain n'acceptera pas ce qui est en train de se passer. Les conflits internes vont donc s'exacerber aux Etats-Unis, qui sont en passe de devenir le pays du monde le plus instable politiquement. Et n'oubliez pas que nous, les Américains, nous sommes tous armés...

12. Dezember 2008, 13:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Kannst du nicht die prägnantesten Stellen zusammenfassen?
Wäre nett.

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12. Dezember 2008, 15:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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hab mich dran versucht, ist mir aber zu lang, der text. lass ihn doch mal durch die google-maschinerie, die wirft dir zumindest plus-ou-moins was verständlicheres aus:

http://www.google.ch/language_tools?hl=de

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12. Dezember 2008, 19:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://www.20min.ch/news/ausland/story/11353675

Tausende Demonstranten auf den Strassen Italiens. Gegen die Regierung, für mehr Jobs und Renten. Regierung lässt verlauten, dass die Kundgebungen und Arbeitsniederlegungen der Wirtschaft nur noch weiteren Schaden zufügen (gut analysiert, die herren und Damen der regierung...!).

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12. Dezember 2008, 19:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Scally



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..


Zuletzt bearbeitet von Scally am 26. November 2013, 17:32, insgesamt einmal bearbeitet
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Savo



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den wollt ich auch bringen :-D

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far



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Eine klare Meinung: Zimmermann redet einem Prognosestopp das Wort

Zitat:
Angesichts der immer schlechter werdenden Vorhersagen für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland hat Klaus Zimmermann, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), beim Krisengipfel im Kanzleramt für einen vorübergehenden Prognose-Stopp plädiert. "Wir haben im Kanzleramt darüber gesprochen, dass Ökonomen alle verwirren, wenn sie ständig neue Zahlen in die Welt setzen", sagte Zimmermann der "Financial Times Deutschland". "Ich habe gesagt, man könnte sich vorstellen, eine Zeit lang keine Prognosen vorzulegen. Das ist eine Frage der intellektuellen Redlichkeit. In den meisten Modellen, die wir für unsere Vorhersagen nutzen, kommen keine Finanzkrisen vor. Und wenn sie vorkommen, dann ist diese Krise so spezifisch, dass wir sie nicht erfassen können. Wir können sagen, da passiert was Schlimmes, aber wie schlimm es wird, können wir nicht sagen."


http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,596661-5,00.html

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
16. Dezember 2008, 15:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Muoit



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Der Spielraum wird - ähmm - eng:

Zitat:
Historische Zinssenkung in den USA: Notenbankchef Ben Bernanke treibt die Leitzinsen weiter nach unten als von den meisten Experten erwartet. Künftig liegen sie zwischen 0 und 0,25 Prozent - so niedrig wie nie zuvor. Die US-Börsen feierten die Entscheidung mit hohen Kursgewinnen.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,596876,00.html

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17. Dezember 2008, 00:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Prognose-Stopp Antworten mit Zitat
Zitat:
Angesichts der immer schlechter werdenden Vorhersagen für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland hat Klaus Zimmermann, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), beim Krisengipfel im Kanzleramt für einen vorübergehenden Prognose-Stopp plädiert. »Wir haben im Kanzleramt darüber gesprochen, dass Ökonomen alle verwirren, wenn sie ständig neue Zahlen in die Welt setzen», sagte Zimmermann der Financial Times Deutschland. «Ich habe gesagt, man könnte sich vorstellen, eine Zeit lang keine Prognosen vorzulegen. Das ist eine Frage der intellektuellen Redlichkeit. In den meisten Modellen, die wir für unsere Vorhersagen nutzen, kommen keine Finanzkrisen vor. Und wenn sie vorkommen, dann ist diese Krise so spezifisch, dass wir sie nicht erfassen können. Wir können sagen, da passiert was Schlimmes, aber wie schlimm es wird, können wir nicht sagen.


http://beobachtungen.blogsport.de/2008/12/17/schweigen-ist-gold/

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18. Dezember 2008, 18:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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sieh mal ein paar beiträge weiter vorne!!

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18. Dezember 2008, 18:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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sorry! übersehen...

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18. Dezember 2008, 21:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Einige Zahlen zur Krise: Abschwung in China durch globale Rezession

@ Muoit:

Sorry, komme erst jetzt dazu. Wallerstein orientiert sich am Modell der "langen Wellen" (longue durée). Das ist ein Zyklenmodell mit einer A-Phase (Profit wird in der materielle Produktion generiert) und einer B-Phase (Kapital flüchtet sich in Spekulation, da kein ausreichender Profit in der Produktion mehr möglich). Er sagt wir sind seit 1975 in einer B-Phase, also so ziemlich am Ende eines Zyklus. Zudem wäre der Kapitalismus nicht mehr in der Lage, einen neuen Zyklus in Gang zu bringen (er sei angewiesen auf ein Gefälle zwischen einem akkumulierenden Zentrum und einer mehr und mehr verarmenden Peripherie. Dies sei mit der Industrialisierung von China, Indien, usw. nicht mehr gegeben). Wir sind also in einer Phase des Übergangs, der Kapitalismus sei am Ende.

In 30 bis 40 Jahren werde der Kapitalismus abdanken. Was allerdings komme, müsse nicht unbedingt besser sein als der Kapitalismus. Jetzt seien wir in einer Übergangsphase, in der wir die historische Chance hätten, die Zukunft durch unsere Handlungen massgeblich zu beeinflussen. Darum meinte ich, wenn der Recht hat, kommen krasse Zeiten auf uns zu.
19. Dezember 2008, 09:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Danke.

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O.B.M.F



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Sympathische Gedanke eines Wobblies:

http://www.graswurzel.net/334/krise.shtml
19. Dezember 2008, 15:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://www.20min.ch/news/schweiz/story/23965025

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20. Dezember 2008, 15:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Schweizer-Wirtschaft-strampelt-am-Abgrund/story/24397079

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23. Dezember 2008, 13:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Savo hat Folgendes geschrieben:
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Schweizer-Wirtschaft-strampelt-am-Abgrund/story/24397079


Das absolut geilste sind die Kommentare drunter. Die Leute meinen in vollem Ernst, die Krise käme, weil die Journalisten drüber schreiben. *verwundertamkopfkratz*
23. Dezember 2008, 13:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Würd mich interessieren, wievielmal das derselbe Vollidiot ist.

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23. Dezember 2008, 14:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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:-) ich bin mir da jeweils nicht so sicher, ob da teilweise leute bezahlt werden fürs kommentare-schreiben... ;-)

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23. Dezember 2008, 14:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/demonstration_vor_der_credit_suisse_1.1588229.html

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24. Dezember 2008, 20:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://www.20min.ch/news/ausland/story/27412443

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27. Dezember 2008, 19:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tu



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sie zu beschönigen ist ja gerade das was wieder die alte pumpe zum laufen bringt...

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Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. Genisis 1:29
27. Dezember 2008, 22:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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wildcat hat einen text von karl heinz roth publiziert - sehr lesenswert:

http://www.wildcat-www.de/aktuell/a068_khroth_krise.htm

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31. Dezember 2008, 19:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E50E8E803B71D4C90A75F114A83D8EBA3~ATpl~Ecommon~Scontent.html
04. Januar 2009, 13:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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04. Januar 2009, 17:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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was heisst das?

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04. Januar 2009, 18:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
tifo
Riesiges Glied


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Muoit hat Folgendes geschrieben:
O.B.M.F for Life!


dacht ich mir auch...

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im flyin in on the wings of destruction, with freedom in my eyes. im death from above, and everybody dies!
04. Januar 2009, 18:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,599577,00.html

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06. Januar 2009, 18:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Muoit



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Immer noch viel zu viel.
Trotzdem:



Eine anderer bekannter Oligarch:

Muoit
Mitte 2008 ca. 500.-
Ende 2008 ca. 0.-
Schulden ca. 5000.-

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06. Januar 2009, 18:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Beitrag Antworten mit Zitat
Muoit hat Folgendes geschrieben:
Eine anderer bekannter Oligarch:

Muoit
Mitte 2008 ca. 500.-
Ende 2008 ca. 0.-
Schulden ca. 5000.-


Same here...

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06. Januar 2009, 20:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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habe soeben die aktuelle "rundschau" auf sf1 gesehen. da gab's zwei beiträge zur finanzkrise: der erste zum massiven einbruch der schweizer unternehmen (inkl. gesprächen mit entlassenen und beschreibung der "neuen entlassungsmethoden") und der zweite zu armutsbetroffenen in der schweiz und der schlussbemerkung einer durch invalidität in die armut getriebenen frau, dass "die drohende rezession in der schweiz die bevölkerung zusammenschweisst" und solidarität untereinander hervorruft.

sollte ab morgen online einsehbar sein bei www.sf.tv

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07. Januar 2009, 21:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Hier: http://www.sf.tv/sf1/rundschau/index.php?docid=20090107
08. Januar 2009, 08:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Michael Heinrich über "die Leiden des ideellen Gesamtkapitalisten":

http://jungle-world.com/artikel/2009/02/32408.html
08. Januar 2009, 12:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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heute war daniel lampart, chefökonom beim schweizerischen gewerkschaftsbund in der "samstagsrundschau" bei DRS1 zu gast. dort gab er während 30 minuten auskunft über gewerkschaftliche konzepte zur krisenbekämpfung... anhören!

http://pod.drs.ch/samstagsrundschau_mpx.xml (sollte wohl im verlaufe des heutigen tages oder spätestens sonntag aufgeschaltet sein...)

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10. Januar 2009, 12:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Detroit putt:
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/im_ruinenguertel_1.1672839.html

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10. Januar 2009, 15:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://www.20min.ch/news/schweiz/story/AHV-nur-noch-acht-Jahre-sicher-11351118

das kommt dann auch noch auf uns zu...

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28. Januar 2009, 11:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag starbuks Antworten mit Zitat
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Starbucks-streicht-6700-Stellen-und-schliesst-300-Laeden/story/31314701

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http://www.n-tv.de/1095080.html

Bad Banks?

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31. Januar 2009, 15:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Angst vor Deflation?

http://www.20min.ch/finance/news/story/31217428

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01. Februar 2009, 11:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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max otte


hab ich mir irgendwo notiert question doofer moderator!

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01. Februar 2009, 20:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Psycho



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Beitrag Antworten mit Zitat
habe am fernsehen gesehen das die EU die Schulden von island kaufen möchte!
Das heisst dann das die EU die kontrolle über island hätte!?
Fände das ziemlich scheisse!
(bin nicht ganz sicher ob ich es richtig verstanden habe)

_________________
Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein!
_____________________________________________

Die indianische Bezeichnung für Windows :
weisser Mann starren durch Fenster auf Sanduhr
02. Februar 2009, 16:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
Doch die Bundesregierung sieht solche Rettungen mit größtem Unbehagen. In Berlin fürchtet man, dass die No-Bailout-Klausel ausgehebelt wird und Deutschland im schlimmsten Fall einen Euro-Pleitestaat nach dem anderen mit Steuergeldern retten muss. Deshalb lehnen deutsche Finanzpolitiker jede EU-Hilfe für einen gefährdeten Staat entschieden ab. Allenfalls koordinierte bilaterale Hilfen einiger Staaten sind vorstellbar. Eine solche Rettungsaktion müsse verbunden sein mit einem Einsatz des IWF, der dem Land Strukturreformen diktiert, um eine neuerliche Notlage zu verhindern. Als Vorbild dient das Vorgehen einiger EU-Länder zusammen mit anderen Staaten, um das Nicht-EU-Mitglied Island vor der Pleite zu retten.

http://nachrichten.finanztreff.de/news_news,awert,ticker,bwert,,id,28187178,sektion,uebersicht.html

Ob die EU Island hilft ist wohl noch etwas umstritten, eher IWF (der auch Forderungen hat). Falls, dann müsste Island Gedanken zu einem EU Beitritt machen:
http://www.news.de/politik/1216760540169/rettungsanker-euro.html

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02. Februar 2009, 16:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Robert Kurz

ÖKONOMIE UND PSYCHOLOGIE


In den vergangenen Monaten fragte sich der gesunde bürgerliche Alltagsverstand immer wieder, warum die hochkarätigen Experten den schwersten Kriseneinbruch seit 80 Jahren nicht vorhersehen konnten, sondern davon genauso überrascht wurden wie Hinz und Kunz. Der Grund für dieses Versagen ist darin zu suchen, dass die offizielle Wirtschaftswissenschaft gar keine theoretischen Begriffe hat, um das Potential eines inneren Selbstwiderspruchs in der kapitalistischen Entwicklung überhaupt wahrnehmen zu können. Im Gegensatz zur Marxschen Kritik der politischen Ökonomie betrachtet sie den Verwertungsprozess als widerspruchsfreies Quasi-Naturgesetz. Deshalb beschäftigt sie sich gar nicht mit dem Zusammenhang von „gesellschaftlicher Gesamtarbeit“, Wertbildung und Kreditsystem. Stattdessen hat sie es nur mit äußerlich aufeinander bezogenen „Faktoren“ zu tun. Aus dieser Sicht ist die Produktion eines Finanzderivats bis zum Beweis des Gegenteils genauso real wie die Produktion einer Waschmaschine. In der sogenannten volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung werden nur Ströme von Geldeinkommen empirisch erfasst, egal woher sie eigentlich stammen.

Auf der Grundlage dieser Anti-Wissenschaft waren es nur wenige Außenseiter, die in den empirischen Daten zuletzt wenigstens soweit ein Missverhältnis erkannten, dass sie die Unhaltbarkeit der Hypotheken-Kreditblasen und deren Platzen voraussagen konnten. Die Tragweite für das Gesamtsystem blieb allerdings auch ihnen verborgen. Das Gros der Ökonomen aber rechnete munter die globale Defizitkonjunktur auf Jahre hinaus hoch, teilweise sogar bis 2020. Die peinliche Blamage dieser Prognosen ist schon wieder Schnee von gestern. Jetzt wird die Krise „psychologisch“ erklärt, weil es keine objektiven Systemwidersprüche geben darf. Getreu der Devise, dass die Wirtschaft „zu 90 Prozent Psychologie“ sei, führt man das Finanzdesaster auf subjektives Fehlverhalten zurück, von dem man vorher nichts wissen wollte, und gibt die großväterliche Weisheit zum besten, die Finanzjongleure und ihre Kundschaft hätten irgendwie über ihre Verhältnisse gelebt. Andererseits soll der Staat durch Garantien und konjunkturelle Anschubhilfen wieder „Vertrauen“ bei den psychologisch angeschlagenen Akteuren schaffen. Dann werde sich das Wirtschaftsgemüt schon wieder berappeln.

Aus der Sicht der Marxschen Krisentheorie hat sich aber in der Finanzblasen-Ökonomie der letzten 20 Jahre ein Entwertungsschub angestaut, der in der inneren Schranke der realen Verwertung angelegt ist. Die Befindlichkeiten der Wirtschaftssubjekte haben damit gar nichts zu tun. Sowohl Ökonomen als auch Praktiker des Managements ahnen natürlich, dass die wirtschaftspsychologische Therapie diesmal in die Hose gehen könnte. Das dürfen sie jedoch nicht laut sagen, weil sie sonst ja durch angebliche Panikmache eine sich selbst erfüllende negative Prophezeiung aussprechen würden, indem sie auf diese Weise die schöne psychologische Besserung wieder kaputt machen. So orakeln die von Subventionen und damit von politischem Wohlverhalten abhängigen Wirtschaftsinstitute schon wieder über ein Ende der Krise und spähen imaginäre Silberstreifen am Horizont aus. Wenn sich die aus dem Hut gezauberten Hoffnungen abermals blamieren, könnten die Experten wenigstens eine Treueprämie für gefälligen Berufsoptimismus verlangen. Dann wäre freilich endgültig klar, dass die Wirtschaftswissenschaft unter falschem Namen firmiert.

von hier.
03. Februar 2009, 09:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Eine Nische, die in der Krise floriert. Ich liebe dieses System:

http://tagesschau.sf.tv/content/view/comments/397778
03. Februar 2009, 13:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Was geht, wenn die Kamera eigentlich nicht läuft?
Keine Ahnung warum die das hochgeschaltet haben.
Börsenkommentator in ideologischen Nöten.
Enteignung, Enteignung, Hilfe!

http://www.teleboerse.de/1096907.html

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Power to the Pöbel!
05. Februar 2009, 02:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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sehr geil! :-D

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
05. Februar 2009, 15:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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der friedhelm schein leicht angepisst.. das video zeigt ja deutlich die ratlosigkeit der börsianer.. ich hoffe die börse in frankfurt ist im 15. stockwerk und die fenster lassen sich von innen öffnen :)

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
05. Februar 2009, 16:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Nächste Zeitbombe entdeckt:

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/die_ubs_sitzt_auf_milliarden_geplatzter_studentenkredite_1.2003560.html

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15. Februar 2009, 18:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Krise in Rumänien, Teil 2 der Wildcat-Serie:

Die Rückkehr der Erdbeerpflücker
15. Februar 2009, 21:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Gestern lernte ich - SonntagsZeitung sei dank - einen neuen Begriff im Zusammenhang mit der Krise kennen. In einem Bericht über die Wirtschaftskrise in Grossbritannien heisst es da:

Zitat:
Der Zorn der Menschen ist überall zu spüren. Die Wähler suchen nach Sündenböcken, während sie die eigenen Sünden verdrängen, nicht zuletzt ihre Bereitschaft, über die eigenen Verhältnisse zu leben und Schulden anzuhäufen. Die Wut über gierige Banker, die sich immer noch schamlose Boni gewähren, und über die Politiker schürt einen "emotionalen Bolschewismus", der letztlich der extremen Rechte zugute kommt.


Auch schon mal von einem "emotionalen Bolschewismus" befallen worden? mr green
16. Februar 2009, 14:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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mich nimmt ja auch wunder, welche wo ich denn gesündigt habe...

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16. Februar 2009, 16:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Du lebst über deine Verhältnisse. Ganz klar. Gürtel enger schnallen. (So der Tenor des Artikels)
16. Februar 2009, 17:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
gero



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Die Unia Arbeitslosenkasse wird in der nächsten Zeit viele neue Stellen schaffen müssen. Zur Zeit liegen die Neuanmeldungen pro Tag (!) bei über 800.

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Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen.
19. Februar 2009, 15:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Das ist doch alles konjunkturell... gaga
PS: Verlautbarungen zur Krise von marxistischer Seite kommen wohl die nächsten Jahre(?) nicht zu spät. Da kommt erst noch was...

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19. Februar 2009, 17:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/100000-wuetende-Iren-ueberrennen-Dublin/story/27230473

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O.B.M.F



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Es scheint in Zukunft sehr hart zu werden. Die Schweiz wird in den gleichen Branchen wohl ähnlich getroffen werden.

http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article1039573/Metall_und_Elektrobranche_vor_grossem_Jobabbau.html
21. Februar 2009, 22:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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Ein Freund, welcher die Lehre bei der ABB macht, klagt über akuten Arbeitsmangel. Das Werk lässt Schichten ausfallen, obwohl dies vor einem Jahr noch unvorstellbar gewesen wäre.
Krass, dass noch immer Leute meinen, die Krise sei in der Realwirtschaft noch nicht angekommen.

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22. Februar 2009, 14:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Telekommander



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Ich finde es vor allem krass, das die Stimmung immer noch künstlich hoch gehalten wird.
Unser Cheffe erzählt seit Anfangs Jahr, wie voll die Auftragsbücher der Planer sind und das wir uns überhaupt keine Sorgen machen müssen usw...
Nur haben wir seit 1,5 Monaten praktisch nix zu tun. Nach und nach werden die Planungsaufträge die beim Planer auf dem Tisch sind storniert oder auf Eis gelegt.

Ich kenne einer der bei einem Planungsbüro arbeitet, welches unter anderem für uns Pläne zeichnet. Der sagte mir, das sie selber wenig Arbeit haben, weil sie an Projekten deren Weiterführung wegen dem Geldmangel nicht sicher ist nicht arbeiten dürfen. Folglich kann man auch nicht damit rechnen, dass diese zur Fertigung gegeben werden.

Alles in allem spüre ich wie der Druck und die Unzufriedenheit unter den Arbeitenden wächst.
Ich arbeite in der Elektroindustrie.

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22. Februar 2009, 19:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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wie reagieren die anderen arbeiterInnen in "deinem" betrieb auf diese entwicklungen?

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22. Februar 2009, 19:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Telekommander



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Die meisten sind am abwarten. Von jemandem weiss ich, das er am rumschauen ist um eine andere Arbeit zu finden. Allgemein lässt sich sagen, dass unter der Hand der Chef, der auch die eigentlichen Offerten macht und Arbeit reinholt, belächelt wird. Der hat sein Büro bei sich zu Hause und ist selten anwesend.

Im Moment hat ca die Hälfte Ferien (Fasnacht). Einer davon unfreiwillig.

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23. Februar 2009, 18:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Zitat:
Rotem Kreuz geht das Geld aus
Der Spendenrückgang wegen der weltweiten Finanzkrise setzt dem Roten Kreuz zu. Die Hilfe sei das erste, das verschwinde, so ein IKRK-Sprecher.

«Keine Volkswirtschaft kann sich der weltweiten Krise entziehen», sagte der Generalsekretär der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond- Gesellschaften (IFRC), Bekele Geleta.

«Und die Hilfe verschwindet als erstes», fügte er am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters hinzu. Zwar sei die Finanzierung der Kernaufgaben für 2009 wohl gesichert, sagte Geleta während eines Aufenthalts in Indien. «Aber darüber hinaus wissen wir nicht, was in den kommenden Monaten oder im nächsten Jahr passieren wird.»

Der Einbruch fällt Geleta zufolge genau in eine Zeit, in der Naturkatastrophen wegen des Klimawandels immer häufiger werden. Besonders Südasien sei sehr anfällig. Die Menschen dort sähen sich Veränderungen der Regenzeit, einem Anstieg des Meeresspiegels und Überschwemmungen im Stromgebiet des Ganges ausgesetzt, sagte er.
Quelle: SDA/ATS


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23. Februar 2009, 20:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Opel will weg von GM - und Geld vom Staat Antworten mit Zitat
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/opel336.html

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27. Februar 2009, 23:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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DER „POINT OF NO RETURN" WIRD GERADE ÜBERSCHRITTEN
04. März 2009, 20:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vdma102.html
04. März 2009, 20:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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http://www.netzeitung.de/wirtschaft/konjunktur/1293037.html
07. März 2009, 17:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Beitrag ich zieh nach st.gallen!! Antworten mit Zitat
15:15 11.03.2009
50-Franken-Gutscheine zur lokalen Konjunkturförderung in St. Gallen
Der St. Galler Stadtrat will zur Ankurbelung der lokalen Wirtschaft Einkaufsgutscheine von 50 Franken an die gesamte Bevölkerung verteilen. Mit dem "Bonus" sollen Jung und Alt am guten Rechnungsergebnis 2008 der Stadt teilhaben.



Die Verteilung der Gutscheine ist für Mitte Jahr geplant, wie Stadtpräsident Thomas Scheitlin bei der Präsentation der Jahresrechnung 2008 erklärte. Das Gutschein-Programm sei in der Schweiz neu. Der notwendige Betrag von 3,8 Millionen Franken muss noch vom Stadtparlament bewilligt werden.

Die steuerfreien, ein halbes Jahr lang gültigen Gutscheine sollen bei mindestens 150 Geschäften in der Stadt einlösbar sein. Auch städtische Busbillette oder Schwimmbad-Abonnemente können mit den Gutscheinen bezahlt werden, nicht aber Bussen, Steuern oder Stromrechnungen.

"Das Geld soll in der Stadt bleiben", sagte Scheitlin. Vom Gutschein-Programm erhofft sich die Stadtregierung eine rasche Belebung des Konsums. Die Idee sei in Taiwan bereits erfolgreich angewandt und auch in Deutschland schon diskutiert worden.

Die laufende Rechnung der Stadt 2008 schliesst mit einem Überschuss von 1,6 Millionen Franken ab, statt einem budgetierten Defizit von 3,3 Millionen. Im Ergebnis enthalten sind zusätzliche Abschreibungen, Rückstellungen und Schuldenabbau in der Höhe von total 32 Millionen Franken.

Hauptgrund für das gute Ergebnis waren höhere Steuereinnahmen, Vermögenserträge und Gebühren. Die Investitionsrechnung schloss mit Nettoinvestitionen auf Rekordniveau von knapp 60 Millionen Franken ab. Sie wurden vollständig aus eigenen Mitteln der Stadt finanziert.

Für die Zukunft rechnen Scheitlin und der Leiter des Finanzamts, Reinhold Harringer, mit sehr schwierigen Jahren. Die Auswirkungen der Finanzkrise seien noch kaum absehbar.
(sda)
11. März 2009, 17:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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ich dachte, ich habe mich verhört... wie doof ist das denn?

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11. März 2009, 17:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Gar nicht so unüblich die Überlegung. Hat man in Deutschland vor einigen Monaten auch diskutiert.
Ein Mittel des pragmatischen Keynesianismus...

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11. März 2009, 17:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
die bush-regierung hat das ja im januar 08 auch durchgegeben...und es hat bekanntlich verdammt gut über die krise hinweggeholfen :-) immerhin waren die st.galler ein wenig geschickter und bringen gutscheine ins spiel.

Zitat:
Im Kampf gegen die schwächelnde Konjunktur nimmt US-Präsident George W. Bush ordentlich Geld in die Hand. 145 Milliarden Dollar an Steuererleichterungen sollen die Wirtschaft wieder in Gang bringen. FDP-Chef Guido Westerwelle sagt auf WELT ONLINE, weshalb auch Deutschland Steuersenkungen braucht.


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11. März 2009, 17:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag Lebensmittelhilfe USA Antworten mit Zitat
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Afrika-Nein-diese-Lebensmittel-sind-fuer-Amerikaner/story/11881352

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11. März 2009, 19:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
far



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Am meisten fürchten sich die Österreicher vor einem Zusammenbruch der Wirtschaft in Osteuropa. Österreichs Banken finanzierten den Boom in den neuen EU-Ländern, in Kroatien, der Ukraine und in Russland. Ende 2008 hatten sie 230 Milliarden Euro Kredit vergeben. Davon drohen 10 Prozent auszufallen. Die Verluste müssten durch staatliche Zuschüsse aufgefangen werden, was Österreich überfordern würde.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Die-Europaeische-Union-in-der-Krise/story/20087500

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Die-EU-fuerchtet-um-ihren-Zusammenhalt/story/29516777

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
11. März 2009, 23:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
gero



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Am meisten fürchten sich die Österreicher vor einem Zusammenbruch der Wirtschaft in Osteuropa. Österreichs Banken finanzierten den Boom in den neuen EU-Ländern, in Kroatien, der Ukraine und in Russland. Ende 2008 hatten sie 230 Milliarden Euro Kredit vergeben. Davon drohen 10 Prozent auszufallen. Die Verluste müssten durch staatliche Zuschüsse aufgefangen werden, was Österreich überfordern würde.



Das gleiche gilt für die Schweiz, welche vor allem in Ungarn und Polen investiert hat. Bei Zahlungsunfähigkeit drohen auch der Schweiz wieder Milliardenverluste.

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12. März 2009, 09:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Interessante These von Robert Schlosser:

Zitat:
Nur wer nicht vorwärts will zu einer Gesellschaft jenseits kapitalistischer Verwertungszwänge, sondern rückwärts, zu einer "Realwirtschaft" mit beschleunigter Kapitalakkumulation, kann übersehen, welche progressive Rolle das Finanzkapital spielt bei der Herstellung von Bedingungen einer internationalen sozialen Revolution. Die industriellen Zyklen, die Gleichzeitigkeit, in der die jetztige Krise die ganze kapitalistische Welt trifft, sind die wesentliche Bedingung für die Gleichzeitigkeit und Internationalität der Bewegungen, die um soziale Emanzipation kämpfen. Mögen die verheerenden sozialen Folgen je nach Entwicklugnsstand eines Landes auch deutliche Unterschiede ausweisen, so tritt überall gleichermassen hervor, wer der Verursacher des Dramas ist. Daraus ergibt sich die Möglichkeit der Verständigung über gemeinsame wie auch dem Entwicklungsstand entsprechende unterschiedliche Ziele, deren Realisierung das Übel an der Wurzel packen.


Das Finanzkapital trägt also dazu bei, die Ungleizeitigkeiten in der Welt zu nivellieren und ermöglicht daher weltweite soziale Kämpfe. Tönt nicht schlecht, allerdings frage ich mich, ob die sozialen Kämpfe sich auch über die nationalen Grenzen hinweg verbinden können...
12. März 2009, 13:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag anschläge in griechenland... Antworten mit Zitat
http://www.n-tv.de/1118960.html

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12. März 2009, 13:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
far



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Beitrag Antworten mit Zitat
http://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20090312/source/pre_20090312.de.pdf

Franken schwächt sich deutlich ab

Zitat:
Mit diesen aussergewöhnlichen Massnahmen trägt die Nationalbank dazu bei, die
Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu mildern und schränkt das Risiko einer
Deflation ein.
Die Nationalbank hat den Auftrag, die Preisstabilität zu gewährleisten und
dabei der konjunkturellen Lage Rechnung zu tragen. Dies bedeutet, dass sowohl Deflation
wie Inflation vermieden werden sollen. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe wird sich die
Nationalbank wie bisher auf eine Inflationsprognose stützen.


Libor:
http://de.wikipedia.org/wiki/London_Interbank_Offered_Rate

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
12. März 2009, 20:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
weitere senkung des leitzinses um 0.5 prozent, wachstumsrückgang um mindestens 3% in den nächsten monaten erwartet...

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12. März 2009, 20:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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12. März 2009, 22:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Deflatiooon, Deflatiooon, Defaltio-o-oooon.
Ich kauf mir trotz Schulden ein Auto. Yah!

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13. März 2009, 00:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Muoit hat Folgendes geschrieben:
Deflatiooon, Deflatiooon, Defaltio-o-oooon.
Ich kauf mir trotz Schulden ein Auto. Yah!


Einen Opel? Oder Saab?
13. März 2009, 01:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Ich denk beides.

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13. März 2009, 01:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
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Beitrag Antworten mit Zitat
Kauf zuerst zwei Occasionen, damit du die abwracken kannst.

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Oh, you hate your job?
Why didn't you say so?
There's a support group for that.
It's called EVERYBODY, and they meet at the bar.
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13. März 2009, 08:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Cjarner
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Beitrag Antworten mit Zitat
Muoit hat Folgendes geschrieben:
Deflatiooon, Deflatiooon, Defaltio-o-oooon.
Ich kauf mir trotz Schulden ein Auto. Yah!


ich glaube es kommt eher zu einer inflation. der wert des geldes schwindet doch? ausserdem müssen die staaten ihre neuen schulden abbauen, und zwar via geldpresse. ausserdem ist das vertrauen ins geld sowieso auf einem tiefstand...


oder ist mein kommentar jetzt aus dem zusammenhang gerissen?

_________________
Übrigens, das möcht ich noch loswerden, versteh ich nicht warum ums Klauen im Allgemeinen so ein riesen Bohei und Schwanzvergleich gemacht wird. Hab auch schon Leute erlebt, die Klauen für das coolste der Welt halten, dies bei jeder Gelegenheit kundtun und dann auch noch dumme Sprüche loslassen, wenn einer was bezahlt. Wozu? Klauen oder sein lassen. Das coolste der Welt ist eh Punkrock.
13. März 2009, 13:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Das ist halt wirklich schwer zu sagen: Einerseits liegt Kapital in Form von Geld rum, andererseits aber auch in Form von Waren, welche nicht abgesetzt werden können. Was da dann als totaler Widerspruch erscheint, nämlich Inflation und Deflation, kann beides die Folge dieser Konstellation sein. Was genau die konkreten Ursachen sind, das wissen auch die sogenannten Experten nicht. Eines steht aber fest: Vor einer Deflation hat die bürgerliche Welt weitaus mehr Angst.

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13. März 2009, 14:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag Zeltstadt in Kalifornien Antworten mit Zitat
http://www.ftd.de/politik/international/484844.html

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Rage, rage in the UK.
15. März 2009, 22:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Der-Schweiz-droht-der-Bankrott/story/20175185

http://www.blick.ch/news/schweiz/es-steht-eine-grosse-entlassungswelle-bevor-114642

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Aktienmaerkte-Der-JahrhundertAusverkauf/story/26215847

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17. März 2009, 17:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Betriebsbesetzung in einer kanadischen Autofabrik. Ähnliches Muster wie damals in Chicago (Betrieb bankrott, Löhne ausstehend).

Zitat:
Yesterday afternoon, members of Canadian Auto Workers Local 159 in Windsor, Ontario, broke into the recently shuttered Aradco auto parts factory and began an occupation of the plant. Workers appeared at about 6 p.m. on the roof of the factory to rally the crowd and plant the union's flag in plain sight.

The workers are owed C$1.7 million in severance and benefits by the owners of the company, the American Catalina Precision Products corporation. Catalina's Aradco factory did 99 percent of its parts-making work for Chrysler LLC, which abruptly canceled their contracts with the plant last week, effectively closing it.

The occupying workers have had the support of local workers in Windsor and from Detroit, who have gathered at the gates of the factory to stop Chrysler security from retrieving the tools and parts still held in the plant. Local police have also been denied entry into the factory.

It is perhaps more than coincidence that this action came only a week after the tour by workers from Republic Windows in Chicago came to speak in Detroit to a crowd that included Windsor autoworkers.


Von hier: http://www.revleft.com/vb/windsor-canada-workers-t104171/index.html
19. März 2009, 01:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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Beitrag Generalstreik gegen die Wirtschaftspolitik in Frankreich Antworten mit Zitat
Eisenbahner legen als erste die Arbeit nieder

Mit landesweiten Streiks und rund 200 geplanten Demonstrationen protestiert die Opposition in Frankreich am Donnerstag gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung. Die Eisenbahner der staatlichen Gesellschaft SNCF legten bereits am Mittwochabend die Arbeit nieder.

(ap) Frankreich steht wieder einmal eine Streikwelle bevor. Den Anfang machten die Angestellten der Bahn. In Paris waren die Vorortzüge von dem Ausstand betroffen, Metro und Busse sollten aber nach Angaben der Verkehrsgesellschaften weitgehend ausgespart bleiben.

Auch in Krankenhäusern, Banken, Postämtern und vielen Unternehmen waren die Beschäftigten zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaften rechneten mit einer noch höheren Beteiligung als beim ersten Generalstreik gegen die Wirtschaftspolitik von Staatspräsident Nicholas Sarkozy, bei dem Ende Januar bis zu 2,5 Millionen Menschen auf die Strassen gegangen waren.

Die Forderungen reichen von einer Anhebung des Mindestlohns bis zur Rücknahme geplanter Stellenstreichungen im öffentlichen Dienst. Premierminister François Fillon machte indes klar, dass es angesichts leerer Staatskassen keine neuen Sozialmassnahmen geben werde. Sollte die Regierung hart bleiben, wollen die Gewerkschaften die Streikbewegung ausweiten.

_________________

Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
19. März 2009, 08:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag Streiktag in Frankreich erfolgreich Antworten mit Zitat
http://www.20min.ch/news/ausland/story/23063813



Wie immer auch Ausschreitungen in mehreren Städten.
In Paris wurden bei Ausschreitungen rund 300 Personen verhaftet. Zu Krawallen kam es auch in Marseille, Toulouse und Saint-Zazaire.:

http://tf1.lci.fr/infos/france/faits-divers/0,,4310927,00-incidents-en-fin-de-corteges-.html

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Rul0r
Und0rdog


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Über die Arbeitslosigkeit in Amerika:
http://www.zeit.de/2009/13/US-Arbeitslosigkeit?page=1

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20. März 2009, 11:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Telekommander



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http://www.spiegel.de/video/video-57084.html

"... Freunde der Nacht, da braut sich was zusammen. Die Menschen sind nicht nur mehr verärgert, die sind nicht nur mehr verängstigt, die haben Wut im Bauch. Wenn die Situation ["Finanzkrise"] hier noch ein drei Viertel Jahr weiterläuft und 100'000 Arbeiter ihren Job verlieren haben wir hier in absehbarer Zeit die Wasserwerfer wieder auf der Strasse."
Dirk Müller
MWB Fairtrade

Danke Adlerauge.
Da hat wohl einer Angst um seinen Finanztempel...

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21. März 2009, 16:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Auch so kann man leider auf die Krise reagieren...

Zitat:
© Neue Zürcher Zeitung; 21.03.2009; Ausgabe-Nr. 67; Seite 23

Wirtschaft (wi)

Freiwilliger Lohnstopp bei Seat in Spanien

Abstimmung unter der Belegschaft

pgp. Madrid, 20. März

Die rund 10 500 Arbeiter der spanischen VW-Tochter Seat haben in einer Urnenabstimmung zu fast zwei Dritteln einem Lohnstopp im laufenden Jahr und einer Lohnerhöhung in Höhe der halben Teuerung für 2010 zugestimmt. Von den beiden grossen Gewerkschaften hatte die UGT (Unión General del Trabajo) dieses Vorhaben unterstützt, während die Comisiones Obreras (CCOO) es im Vorfeld abgelehnt hatten, sich jetzt aber mit dem Resultat abfinden.

Dem Ansinnen der Seat-Geschäftsleitung auf ein zweijähriges Einfrieren der Löhne wird der Beschluss freilich nicht ganz gerecht. Nicht nur die spanischen Gewerkschaften, sondern auch die Regierung in Madrid und die katalanischen Regionalbehörden sind jedoch der Ansicht, dass mit diesem Opfer der Arbeitnehmer die Vergabe der Produktion des neuen Audi Q3 an die Seat-Fabrik in Martorell bei Barcelona möglich sein sollte; ohne sie wäre ein Teil der Arbeitsplätze gefährdet. Innerhalb des VW-Konzerns bewerben sich auch Produktionsstätten in Slowenien und Ungarn um diesen Auftrag. In Martorell gilt für einen Teil der Belegschaft bereits Kurzarbeit bis Ende Juni.

Die Verkäufe von Seat sind im letzten Jahr um 14% gesunken; 30% im spanischen Markt und 7% bei den Exporten, die den Löwenanteil an der Produktion bilden.

21. März 2009, 17:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zitat:
22. März 2009, NZZ am Sonntag

Brennende Barrikaden gegen den Frust

In Frankreich nehmen entlassene Arbeiter das Schicksal in die eigene Hand, allerdings nur, um ihre Wut abzureagieren


In Frankreich ist das soziale Klima rauer geworden. Nach den Streiks in der vergangenen Woche ziehen von Entlassung bedrohte Beschäftigte in den Arbeitskampf, sie besetzen Betriebe und nehmen ihre Chefs in Geiselhaft.

Axel Veiel, Clairoix

Eisengitter blockieren die Zufahrtsstrasse. Vor dem Firmentor türmen vermummte Gestalten Barrikaden auf und zünden sie dann an. Flammen schlagen um Holzpaletten, Russwolken quellen aus Pneus. Männer in schwarzer Arbeitskluft sitzen unter dem Gejohle der Kollegen über Ebenbilder des Firmenchefs Louis Forzy und eines weiteren Spitzenmanagers zu Gericht. Die Anklage lautet auf Hochverrat, das Urteil auf Tod durch den Strang. Es ist offenbar bereits vollstreckt worden. Zwei mannsgrosse Puppen hängen schlaff von einem Podest herab, um den Hals haben sie einen Strick.

Zu viele Pneus

Als Hochverrat wird hier der Umstand bezeichnet, dass der deutsche Reifenhersteller Continental das Werk in Clairoix schliessen lassen will, obwohl die 1120 Mitarbeiter, die hier, 60 Kilometer nordöstlich von Paris, Autoreifen herstellen, für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze Verzicht geübt haben. 2007 war die Belegschaft von der 35- zur 40-Stunden-Woche übergegangen. Im Gegenzug gab es Arbeitsplatzgarantien bis 2012. Doch bald darauf brach die Nachfrage ein. Die Conti-Gruppe begann in Europa auf Halde zu produzieren. Jetzt lagern zwischen Sizilien und dem Nordkap 15 Millionen Pneus.

Nicht nur bei Continental gehen von Entlassung bedrohte Arbeiter auf die Barrikaden. Keine 50 Kilometer von Clairoix entfernt geben zwei weitere Zulieferer für die Automobilindustrie auf: in Lagny-le-Sec der Autositzfabrikant Lear, in Mouy der Stossdämpferhersteller ZF Sachs. Auch dort machen die Beschäftigten mobil. In Grenoble haben Mitarbeiter das Werk des Baumaschinenproduzenten Caterpillar besetzt, der 733 Stellen streichen will. Bei Sony France haben Angestellte den Chef, Serge Foucher, in Geiselhaft genommen und eine Nacht lang in sein Büro gesperrt. Foucher hatte die Schliessung des Werks angekündigt. Und die Arbeitskämpfe dürften kaum weniger werden. Die EU-Kommission prophezeit Frankreich einen Anstieg der Arbeitslosigkeit von 8,2 auf 10,6 Prozent.

Nach den Streiks und Massenkundgebungen vom vergangenen Donnerstag haben die Demonstranten Mut geschöpft. Denn mehr als eine Million Protestierer waren auf die Strasse gegangen: 3 Millionen nach Darstellung der Gewerkschaften, 1,2 Millionen nach Angaben der Polizei. Sie forderten Hilfen für einkommensschwache Haushalte, eine Aufstockung des Mindestlohns oder auch den Verzicht auf Stellenstreichungen im Staatsdienst.

Nach einem ersten landesweiten Streik- und Protesttag hatte Präsident Nicolas Sarkozy Mitte Februar 2,6 Milliarden Euro für sozial Schwache bereitgestellt. «Zu wenig», schallte es dem Präsidenten entgegen. Mehr sei angesichts eines Etatdefizits von 5,6 Prozent des Bruttoinlandprodukts nicht möglich, hat Sarkozy entgegnet. Die Gewerkschaften wollen bis zum 30. März neue Proteste ankündigen. Die Conti-Belegschaft aus Clairoix will am kommenden Mittwoch nach Paris zum Elysée-Palast marschieren und den Staatschef zur Rede stellen.

«Frankreich ist das einzige Land Europas, in dem man der globalen Krise mit Demonstrationen beizukommen versucht», stellte der Pariser Sozialminister Brice Hortefeux nicht ohne süffisanten Hohn fest. Der Grossteil der Bevölkerung vermag in dem Befund nichts Anstössiges zu entdecken. 75 Prozent der Franzosen halten Streik und Protest für in einer Notlage gerechtfertigt.

Vermummte Männer

Was nicht heisst, dass sie sich davon eine Besserung der wirtschaftlichen Lage erhoffen. Vor dem Conti-Werksgelände in Clairoix mögen einige hundert Männer durcheinanderreden. Nirgends erhebt sich eine Stimme, die behauptet, der Aufruhr werde irgendetwas zum Guten wenden. Auch fordert niemand, das Werk solle weiterhin Reifen auf Halde produzieren.

«Es geht darum, sich auch in der Niederlage noch zu wehren, wir haben nichts mehr zu verlieren», sagt Jean-François. Der 31-jährige Gummi-Mischer hat sich trotz frühlingshaften Temperaturen und den lodernden Feuern mit einem Schal vermummt und eine Wollmütze in die Stirn gezogen. Grimmig mustert er durch den verbleibenden Sehschlitz ein am Fabriktor baumelndes Transparent. «Diese Schweinehunde sollen das teuer bezahlen», steht darauf.

Aus Sicht des Soziologen Benoît Roederer denken die meisten Demonstranten ähnlich. Roederer hat den Protest «vor allem als Ausdruck blinden Zorns» erlebt. Von konkreten wirtschaftspolitischen Alternativen sei kaum die Rede gewesen.

22. März 2009, 20:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In Frankreich wissen sie noch was Klassenkampf ist:


24. März 2009, 02:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Das Beispiel der Geiselnahme bei Sony macht Schule. Die ArbeiterInnen des Pharma-Unternehmens 3m in Pithiviers (Loiret) haben ihren Chef ebenfalls weggesperrt, um sich gegen die Entlassung von 110 von 235 ArbeiterInnen zu wehren.

«Le directeur est séquestré et le restera jusqu’à ce qu’on obtienne satisfaction. Si on doit faire comme chez Sony, on le fera. On n’a plus rien à perdre!»

Hier(Französisch).
25. März 2009, 02:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Das Beispiel der Geiselnahme bei Sony macht Schule. Die ArbeiterInnen des Pharma-Unternehmens 3m in Pithiviers (Loiret) haben ihren Chef ebenfalls weggesperrt, um sich gegen die Entlassung von 110 von 235 ArbeiterInnen zu wehren.

«Le directeur est séquestré et le restera jusqu’à ce qu’on obtienne satisfaction. Si on doit faire comme chez Sony, on le fera. On n’a plus rien à perdre!»

Hier(Französisch).


http://www.20min.ch/news/wirtschaft/story/Angestellte-lassen-Manager-frei-19796450

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26. März 2009, 09:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Bourgeoisie hat wirklich deftig Angst: IWF-Direktor warnt vor Krieg

Leider aber wurde der Generalstreik in Irland abgesagt...
27. März 2009, 00:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag wut auf banker und bosse Antworten mit Zitat
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Seien-Sie-in-der-Nacht-zu-zweit-unterwegs/story/26827825

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27. März 2009, 14:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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ugly Wie sie sich alle in die Hose scheissen. Einfach geil. lol

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27. März 2009, 14:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Muoit



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Das ist bloss der Anfang.
(Normalerweise tön ich nicht gern so pathetisch, aber in diesem Fall ist das so offensichtlich)

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27. März 2009, 14:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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http://www.klassenlos.tk/data/pdf/krise.pdf
28. März 2009, 17:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
http://www.klassenlos.tk/data/pdf/krise.pdf


mehr davon!

Derweil fanden in halb Europa Massenkundgebungen zur Krisenthematik statt. Teilweise mehrere zehntausend Personen nahmen sich die Strassen - Aus England wird gemeldet, die Bullen hätten mit einem massiven Sicherheitsaufgebot und einer beinahe totalen Überwachung die Kundgebung in London kontrolliert; In Berlin gabs gleichzeitig ne Grossdemo mit Randale.

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/g-20-gipfel_proteste_london__1.2277256.html

http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5j2LqKRX3tK5mf6gVCqlzlE5PpCRA

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29. März 2009, 04:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://www.dailymotion.com/video/x8qcsl_manif-cnt-19-mars-necessite-recondu_news

fetter CNT-block am generalstreik in frankreich...

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29. März 2009, 10:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Cjarner
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Savo hat Folgendes geschrieben:
http://www.dailymotion.com/video/x8qcsl_manif-cnt-19-mars-necessite-recondu_news

fetter CNT-block am generalstreik in frankreich...


Bei Krisen geht Frankreich nach links, Deutschland nach rechts. Hat was, nicht?

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Übrigens, das möcht ich noch loswerden, versteh ich nicht warum ums Klauen im Allgemeinen so ein riesen Bohei und Schwanzvergleich gemacht wird. Hab auch schon Leute erlebt, die Klauen für das coolste der Welt halten, dies bei jeder Gelegenheit kundtun und dann auch noch dumme Sprüche loslassen, wenn einer was bezahlt. Wozu? Klauen oder sein lassen. Das coolste der Welt ist eh Punkrock.
29. März 2009, 16:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Auch in London wurden gute Flugis verteilt:

Make Economy History
29. März 2009, 18:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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schaut euch mal den teil zur krise auf der fau-bern-page an. die haben da ne interessante sammlung von artikeln, interviews und anderen links...

http://www.faubern.ch/ (einfach runterscrollen...)

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30. März 2009, 13:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Wütende Angestellte haben den Chef des französischen Luxusgüterkonzerns PPR, François-Henri Pinault, eingekesselt. Nach einer Konferenz in Paris umzingelten 50 Demonstranten Pinaults Taxi.
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/Arbeiter-kesseln-Luxus-Chef-ein-24337607

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
31. März 2009, 22:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Zitat:
Weitere Fälle dieser mittlerweile als Bossnapping gezeichneten Form des sozialen Protests hatten sich zuvor bereits bei Sony und dem US-Konzern 3M in Frankreich ereignet.


Bossnapping mr green
01. April 2009, 01:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Weitere Fälle dieser mittlerweile als Bossnapping gezeichneten Form des sozialen Protests hatten sich zuvor bereits bei Sony und dem US-Konzern 3M in Frankreich ereignet.


Bossnapping :mrgreen:


wird sicher lustig bei all den familienbetrieben in der CH. Schlagzeile: "Sohn kipnappt Vater für eine Nacht" :)

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01. April 2009, 07:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Ein Gespräch "mit dem sozialrevolutionären Block" vom 28.3. in FFM.

http://media.de.indymedia.org/media/2009/04//245878.mp3
01. April 2009, 15:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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www.spiegel.de/video/video-58282.html

auf spiegel.de finden sich unzählige berichte zu den aktuellen kundgebungen...


EDIT:
Zitat:
Bei Protesten gegen den G20-Gipfel in London ist nach Angaben von Rettungskräften ein Mann zusammengebrochen und gestorben. Die Ursache für den Kollaps des Demonstranten im Bankenviertel war nach Angaben der Rettungskräfte zunächst nicht bekannt.

Ein Passant hatte die Rettungskräfte alarmiert, nachdem der Mann gestürzt und bewusstlos geworden sei, wie eine Sprecherin des Rettungsdienstes berichtete. Der Mann habe zunächst noch geatmet, sei aber trotz schneller Hilfe gestorben.


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01. April 2009, 22:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Telekommander



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G-20-Gipfel

Ein Toter bei Protesten in London

Bei Protesten gegen den G20-Gipfel in London ist ein Demonstrant ums Leben gekommen. Der Mann war nach Angaben der Polizei am Mittwochabend bewusstlos auf der Strasse zusammengebrochen und auf dem Weg ins Spital gestorben.

Ein Londoner Polizist wird vor der Bank of England von einem brennenden Objekt getroffen, 1. April 2009. (Bild: Keystone)Ein Fremdverschulden lag gemäss einem von der Nachrichtenagentur dpa zitierten Augenzeugen nicht vor. Die Polizei war alarmiert worden, nachdem der Mann bewusstlos auf dem Trottoir zusammengebrochen war. Randalierer bewarfen die Beamten mit Flaschen, die sich um den Mann kümmern wollten, wie die Polizei mitteilte. Der Mann sei auf dem Weg ins Spital gestorben. Das Alter des Zusammengebrochenen wurde auf etwa 30 Jahre geschätzt.

Mehrere Verletzte
Die Proteste gegen den G20-Gipfel hatten am Mittwochmittag begonnen. Tausende Demonstranten gerieten mit der Polizei aneinander. Bei zum Teil schweren Krawallen wurden mehrere Polizisten und Demonstranten verletzt. Die Krawallmacher belagerten stundenlang das Bankenviertel.

Eine Filiale der Royal Bank of Scotland wurde gestürmt. Randalierer zerschlugen Fenster, warfen Gegenstände aus dem Gebäude und beschmierten die Wände. Der mit Schlagstöcken und Schutzschilden ausgerüsteten Polizei gelang es nicht, die wütende Menge in Schach zu halten.

Rund 5000 Demonstranten hatten nach offiziellen Angaben lautstark gegen Kapitalismus, Kriege und die Zerstörung der Umwelt protestiert. Mit Sprüchen wie «Bestraft die Plünderer» und «Wir brauchen sauberen Kapitalismus» zogen sie zunächst zur Notenbank, die sie ebenfalls stürmen wollten.

Über 20 Personen verhaftet
Zahlreiche Strassen und Eingänge zu Bahnhöfen wurden gesperrt. Die Polizei kesselte Randalierer zeitweise ein. «Stürmt die Bank» und «Schande über Euch», hiess es in Sprechchören. Die Protestierenden machten ihrem Unmut über das Finanzsystem und auch über Jobverluste Luft.

Bis am Abend wurden laut Scotland Yard mehr als 20 Menschen festgenommen. Die Polizei ist über die Gipfeltage mit rund 5000 Beamten im Einsatz. Hinter den Protesten in der Londoner City stand auch die Anarchisten-Gruppe «G20 Meltdown».

Die Polizei warnte vor weiteren Ausschreitungen am Donnerstag, dem Tag des Gipfels. An dem Treffen diskutieren die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer über Wege aus der Finanz- und Wirtschaftskrise.



Quelle: 20Minuten

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02. April 2009, 08:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Fabrikbesetzungen in Grossbritannien, bei Libcom gibts mehr:

http://libcom.org/forums/news/workers-occupy-visteon-factory-31032009
02. April 2009, 15:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
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Spiegel über steigende Dollarmenge:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,617151,00.html

In Neusprech heisst das Anwerfen der Notendruckpresse übrigens "Quantitative Easing".
So nennen es die reichen Kids heute.

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03. April 2009, 10:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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wenn dumme leute dumme dinge schreiben, dann kann das so aussehen:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Deflation-ist-eine-reale-Gefahr--aber-nicht-im-Stil-der-Dreissiger/story/22574265

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05. April 2009, 05:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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45 prozent aller befragten gaben in einer in frankreich durchgeführten umfrage an, dass "boss-napping" völlig akzeptabel ist :-)

http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/23519777

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07. April 2009, 14:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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und da nur zeitungslesende bürger gefragt wurden. werden es wohl schwer mehr sein über den ganzen durchschnitt genommen.. :) bei uns kriegen sogar die linkesten gewerkschafter die krise bei der vorstellung den boss zu "nappen"... scheiss arbeiterfrieden!!

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07. April 2009, 14:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
shikari



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Zitat:
Firmen entlassen mit Security-Schutz
Viele Firmen geben Entlassungen nur noch mit Security-Schutz bekannt. Sie befürchten, die Mitarbeiter könnten mit Gewalt auf die schlechten Neuigkeiten reagieren.

«Viele Firmen fordern bei uns zwei oder drei Security-Männer an, bevor sie Ent­lassungen innerhalb des Betriebes bekanntgeben», bestätigt der Generalsekretär von Securitas, Reto Casutt. Besonders jetzt, zu Zeiten der Krise, kämen diese Anfragen deutlich häufiger. Erfahrungsgemäss seien es etwa 20 Firmen pro Monat, die den Service beanspruchten.

Der Grund für diese aussergewöhnliche Massnahme: «Es ist gut möglich, dass jemand explodiert, wenn er von ­seiner Entlassung erfährt», weiss Casutt. Welche Firmen den Schutz beanspruchen, lässt Securitas offen. Es sei aber klar ein schweizweites Phänomen. Und: «Die Spanne reicht von mittleren bis zu multinationalen Unternehmen.» Auch bei anderen ­Security-Unternehmen sind solche Dienste gefragt: «Aktuell ist die Tendenz leicht steigend», sagt Protectas-Sprecher Roman Lehmann.

Erstaunt über die Sicherheitsvorkehrungen ist Hans Hartmann, Sprecher der Gewerkschaft Unia: «Ich finde das sehr befremdend. Die Betroffenen reagieren auf Entlassungen sicher nicht mit Gewalt. Ein respektvoller und fairer Umgang mit der Belegschaft wäre jedenfalls sinnvoller.»


Quelle: 20min.ch

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Unser ganzer gepriesener Fortschritt der Technik, überhaupt der Civilisation, ist der Axt in der Hand des pathologischen Verbrechers vergleichbar. -- Albert Einstein

Das meinen wir wörtlich. Wir hauen die Sachen zusammen. -- John Zerzan

07. April 2009, 20:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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