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Finanzkrise
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Finanzkrise
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Melnitz



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Ostseewerften müssen weiter bangen

Arbeiter besetzen Wadan in Wismar / Keine konkreten Zusagen von Merkel und Medwedjew

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17. Juli 2009, 13:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Mehr zur Betriebsbesetzung in Südkorea (leider alles englisch):

Loren Goldner: Korean Sanggyong Strike Up Against the Wall (Sein neuester Bericht, 17. Juli)

Ssangyong occupation supporters speak to the WSWS (Gespräche von ArbeiterInnen mit WSWS)

South Korean government prepares to break Ssangyong occupation (Wieder WSWS)
17. Juli 2009, 13:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die NZZ zur Frage, warum soziale Konflikte in Frankreich im Moment radikaler ausfallen als bei uns. Ganz unrecht haben sie mit der "kanalisierenden Rolle" der Gewerkschaft nicht:

Zitat:
In einem Gesellschafts- und Staatssystem, in dem es an institutioneller Gegenmacht mangelt, werden Konflikte eher auf der Strasse ausgetragen und nach dem jeweiligen Kräfteverhältnis entschieden. In die Institutionen und repräsentativen Organisationen haben die Beteiligten zudem kaum Vertrauen. Der Organisationsgrad der französischen Arbeitnehmer der Privatwirtschaft ist einer der niedrigsten in ganz Europa. In dieser neuen Welle von Betriebskämpfen werden die offiziellen Delegierten von der Basis häufig übergangen. Diese sieht ihr einziges Heil darin, die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam zu machen – notfalls, koste es, was es wolle.

Radikale Konfliktbewältigung in Frankreich

17. Juli 2009, 13:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Apropos Frankreich: Gilles Dauvé und Karl Nesic haben ebenfalls eine Einschätzung zur Krise geschrieben. Ist hatl in französischer Sprache....

Zone de tempête (sur une crise advenue)
17. Juli 2009, 14:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zur Besetzung in Wismar:

http://www.jungewelt.de/2009/07-18/039.php
18. Juli 2009, 19:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Manchmal wird man von der Ehrlichkeit bürgerlicher Ideologen geradezu sprachlos. Beat Kappeler in seiner wöchentlichen Kolumne in der NZZ am Sonntag (leider ist der Text nicht online):

Zitat:
Sinkende Löhne können den Aufschwung erleichtern

Beat Kappeler

Die Löhne in den USA, teilweise auch in Europa, sinken auf breiter Front. Das ist nicht furchterregen; in flexiblen Arbeitsmärkten kann dies sogar den Aufschwung erleichtern.

Auf den ersten Blick sind Lohnsenkungen unerfreulich. Jeder Siebte in den USA erlebt sie gegenwärtig. Die Redaktoren der "New York Times" verdienen 6% weniger, die Autoarbeiter sehen eine Senkungsrunde nach der andern. Lettland senkt die Lehrerlöhne um 50%, die Minimallöhne um 20%. Sogar in Frankreich versucht man es: Die Osram-Lampenfabrik ringt vor einem Mediator um 12,5% Lohnabschlag.

Kritiker solcher Rabatte sind mit gesamtwirtschaftlichen Argumenten schnell bei der Hand. Die Kaufkraft sinkt, die Krisenlage verhärtet sich. Moralische Appelle kommen hinzu, Solidarität und Gerechtigkeit seien jetzt gefragt, nicht Lohnsenkungen.

Doch schon John M. Keynes, der jetzt als Vater der Ankurbelungen angerufen wird, sah es kühler. "Sticky wages and prices", festgefahrene Löhne und Preise, seien der Grund, warum eine Krise endlos fortlaufe - und daher nur noch der staat mit Ankurbelungen der Kaufkraft wieder aufhelfen könne. Wären die Löhne und Preise flexibel nach unten, würde das ökonomische Lehrbuch funktionieren und die Kaufkraft durch Preis- und Kostensenkungen wieder anwachsen.

Der Blick weg von den gesamtwirtschaftlichen Denkkreisen und weg von moralisierenden Visionen der Gesellschaft zeigt, warum dies eigentlich funktionieren müsste. Denn eine Volkswirtschaft läuft nicht nach einer zentralen Deutungsmacht ab, wie Kontinentaleuropäer meist denken. Das hat Isaiah Berlin in seinem Essay "Die Wurzeln der Romantik" hervorgehoben. "Solidarität" und "nationales Gesamtinteresse" sind Konzepte aus der deutschen Romantik nach 1800. Sie haben viel Zwang, staatliche Lenkung und Bevormundung durch amtliche Besserwisser gebarcht - links Kommunismus, rechts Faschismus.

Doch vielmehr sind es individuelle Perspektiven, die ernst genommen werden müssen, weil sie, millionenfach addiert, die Treiber der Gesellschaft sind. In Fragen der Beschäftigung entscheiden ganz einfach alle Firmen individuell - sie müssen in Krisenzeiten die Kosten reduzieren. Entweder entlassen sie Arbieter oder sie reduzieren die Lohnsätze.

Wenn aber, wie in Kontinentaleuropa, diesen individuellen Zwangslagen sogenanntes Gesamtinteresse aufgedrückt wird, etwa in Form von Entlassungsverboten und Lohnstarrheiten, dann bluten die Firmen aus. Entlassen wird am Schluss dann doch, und meist wird auch gleich der Betriebszweig geschlossen. Sowohl Kapital wie Arbeitsplätze sind dann dahin. Wie immer betreiben die Arbeitnehmerverbände und Arbeitsämter Europas damit den Schutz der "Insider" des Arbeitsmarktes, also derjenigen, die noch beschäftig sind. Doch letztlich ist der Preis, den sie dafür zahlen, die Überlebensfähigkeit der Firma. Sie zahlen diesen Preis auch auf dem Buckel der Arbeitslosen, der "Outsider" des Arbeitsmarkts.

Wenn aber der Arbeitsmarkt flexibel bleibt, wenn also Entlassungen und Lohnreduktionen möglich sind, dann wird eine Firma kaum zuerst entlassen sondern ihre "Insider", die eingearbeiteten Kräfte, behaltne wollen. Momentan zeigen die ungeduldig erwarteten Halbjahresresultate der US-Firmen, dass diese die schlechten Umsätze mit massivne Kostenreduktionen, gerade auf der Lohnseite, auffangen. Dementsprechend fallen die Gewinne besser als erwartet aus.

Irgendwann, wenn sich auch die allgemeine Lage beruhigt, werden die Firmen dann auch wieder Leute einstellen. Dieser individuellen Regung geben sie allerdings nur nach, wenn sie allenfalls auch leicht entlassen können. Der europäische Kündigungsschutz lässt hingegen die Arbeitgeber beim Aufschwung lange vor Neueinstellungen zögern. Die "Outsider" bleiben dann draussen, die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt zu.

Anstatt blosser Lohnreduktionen sind zwei Alternativen möglich. Der Staat kann mit Kurzarbeitsmodellen eine Brücke von geringeren Kosten der Firmen zur Weiterbeschäftigung der Arbeitenden bauen. Dies kann nicht ewig dauern, sonst werden überlebte Strukturen aufrechterhalten: Es ist nicht jeder Arbeitsplatz der Finanz- oder Autobranche aus den letzten fünf Jahren unabdingbar.

Oder die Löhne sollten endlich klare flexible Teile enthalten und an Gewinnen, Umsatz oder Projekterfolg beteiligt sein. Senkungen sind dann nicht Katastrophen, und Lohnteile in Form von Boni werden in guten Zeiten eher angespart. Die Felxibilität des Arbeitsmarkts wie auch der Lohnfindung ist so sinnvoll aus individueller Interessenlage der Firmen und Arbeitenden. Und sie ergibt, millionenfach kumuliert, auch die richtige gesamtwirtschaftliche Wirkung.

Die Verheerung, die John M. Keynes angerichtet hat, liegt nicht nur in den Kosten der immer massloseren Ankurbelungen. Irregeleitet sind zudem die Köpfe, weil Politiker, Verbandsleute oder Wissenschafter nur noch in Gesamt-Aggregaten denken - nationale Kuafkraft, Investitionsquote, Konsumneigung, Beschäftigungssicherung. Aus dem Blick geraten sind die kleinen Leute mit ihren Interessenlagen. So stellen die Kleinbetriebe in allen Ländern am meisten Arbeitende ein oder entlassen sie. Sie tun dies unmittelbar, ungefragt. Alles Dreinreden mit Regeln, Kündigungsverboten, Bewilligungen, Kontrollen, verteuernden Auflagen bringt nur eines - nachhaltiges Bocken, keine Gründungen, keine Einstellungen, oder man macht gar den Laden zu.

Die Wirklichkeit ist hartnäckiger als Visionen. Man muss den kleinen Mann, die Frau ernst nehmen, denn es sind Millionen.


Wenn man den ersten Ärger (und aufkommende Gewaltfantasien) beim Lesen dieser Zeilen erst mal runtergeschluckt hat, dann muss diese Kolumne einmal "gegen den Strich" gelesen werden. Sie bestätigt ja nichts anderes, als was die I.W.W. schon 1929 auf den Punkt brachte: "In der Niedergangsperiode des Kapitals hat der Streik … erst wirkliche revolutionäre Bedeutung. Jeder Erfolg der Arbeiter vertieft die Krise."
19. Juli 2009, 14:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Übernahme durch VW verhindern: Porsche-Betriebsrat will «galaktischen Kampf»

Große Worte: Die Seelen der Porsche-Mitarbeiter seinen unverkäuflich, so der Betriebsratchef. Nicht weniger pathetisch kündigt er einen «galaktischen Kampf» mit Werks-Besetzungen und unbefristete Streiks an.

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20. Juli 2009, 17:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag frz. Arbeiter setzen sich mittels Sprengdrohungen durch Antworten mit Zitat
Arbeiter erhalten nach Sprengdrohung jetzt Geld

Nach der Drohung, Hebebühnen ihrer Firma in die Luft zu sprengen, haben Arbeiter des französischen Maschinenbauers JLG Entlassungsabfindungen durchgeboxt.
Bereits drohen drei Belegschaften, ihre Fabrik zu sprengen: Betrieb in Chatellerault.

Bereits drohen drei Belegschaften, ihre Fabrik zu sprengen: Betrieb in Chatellerault. (Bild: Keystone)

In der Nacht zum Freitag einigten sich Arbeitnehmervertreter mit der Geschäftsführung auf ausserordentliche Prämien von 30'000 Euro, wie der Betriebsrat bekannt gab.

Diese würden für die 53 Angestellten gezahlt, die ihren Job verlieren. «Wir haben uns durchgesetzt», zitierte das Nachrichtenmagazin «Nouvelle Observateur» in seiner Onlineausgabe Betriebsratschef Christian Amadio.

Die Firma im südwestlichen Tonneins ist bereits die dritte, bei der Arbeiter mit Sprengdrohungen Zugeständnisse erkämpfen wollen. Die Belegschaft war seit drei Wochen im Streik. Am Donnerstag kündigte sie an, fünf Hebebühnen, die von JLG hergestellt werden, in die Luft zu sprengen. Wütende Arbeiter postierten Gasflaschen und mit Brennstoff gefüllte Paletten an den Geräten. Nach der Aufnahme von Verhandlungen nahm die Belegschaft die Drohung zurück.

Ultimatum bis Ende des Monats

Am Mittwoch hatten auch Angestellte des Technikkonzerns Nortel Gasflaschen aufgestellt und damit neue Gespräche über Abfindungen erzwungen. Den Auftakt machten am Wochenende Beschäftigte des insolventen Autozulieferers New Fabris. Sie drohen nach wie vor, Gasflaschen auf dem Firmengelände in die Luft zu jagen. Sie haben ein Ultimatum bis zum 31. Juli gesetzt, um je 30'000 Euro Abfindung für die 366 von der Werksschliessung betroffenen Arbeiter zu erhalten.

Arbeitsstaatssekretär Laurent Wauquiez zeigte sich besorgt über die «um sich greifende Erpressung mit der Gasflasche». Dadurch würde kein Job gerettet und der soziale Dialog torpediert.

_________________
“Der reissende Strom wird gewalttätig genannt, aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig!” (B. B.)
www.banlieue.blogsport.de
20. Juli 2009, 18:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
O.B.M.F



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20. Juli 2009, 19:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Amerikanische Wirtschaft legt weiter kräftig zu

US-Konjunkturbarometer zeigt Silberstreifen am Horizont
20. Juli 2009, 23:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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ArbeiterInnen besetzen die Büros der Vestas-Windturbinenstation auf der Isle of Wight, nachdem Vesta deren Schliessung bekanntgab:

Turbine manufacturing workers occupy company offices (libcom)

Vestas Workers Occupy! (Blog der ArbeiterInnen)


Währenddessen geht es in Korea, in Ssangyong übelst ab:

Korean police fail to break Ssangyong factory occupation (libcom)

Fotos:

http://libcom.org/forums/news/ssangyong-factory-occupation-raided-riot-police-27062009#comment-335333

Auf der Wildcat-Homepage gibt es übrigens ein Update von Loren Goldners Berichterstattung zu dieser Besetzung (Übersetzung des weiter oben geposteten englischen Textes).

http://www.wildcat-www.de/aktuell/a074_suedkorea.htm
21. Juli 2009, 00:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Militanz zahlt sich aus

Französische Arbeiter erreichen mit Sprengdrohungen höhere Abfindungen. Bürgerliches Lager schäumt vor Wut, Gewerkschaftsführer sind ratlos
21. Juli 2009, 01:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Die nächste Billionenblase droht zu platzen

Rohstoff- und Aktienkurse sind merklich gestiegen - denn Anleger ziehen ihr Geld aus US-Staatsanleihen ab und pumpen es in andere Märkte. Das aber könnte verheerende Folgen haben, kommentiert der Börsenexperte Dirk Müller.

In den vergangenen Wochen wurden rund um den Globus eine Reihe positiver Konjunkturdaten veröffentlicht. Schon hoffen Börsianer, auf das Ende der Weltrezession - und darauf, dass durch die anziehende Konjunktur auch die Finanzkrise bald vorbei ist.

Doch die positiven Werte täuschen. Auf eine Erholung der Finanzmärkte deuten sie nicht hin. Das sieht man schon daran, dass der Goldpreis Chart zeigen noch immer extrem hoch ist, und Gold gilt derzeit als reines Kriseninvestment. Gingen die Investoren von einem baldigen Ende der Krise aus, würden sie ihre Sicherheitspositionen in Gold abbauen.

Dass sie das nicht tun, legt einen anderen Schluss nahe: Was aussieht wie der lang ersehnte Aufschwung, könnte in Wirklichkeit eine sich anbahnende Anlegerflucht sein: eine Flucht raus aus den US-Staatsanleihen. Diese geraten zusehends unter Druck, schon fürchten erste Anleger, dass die US-Papiere nicht mehr, wie bislang kolportiert, bombensicher sind.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,637086,00.html

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
21. Juli 2009, 13:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Ein Arbeiter einer anderen Fabrik schildert die Geschehnisse rund um Ssangyong:

Zitat:
As We finished night shift work at o5:30 this morning, we went to Pyungtaek in front of gate of Ssangyong where the struggles going on just like yesterday.

At around 09:00 to 10:00 there are many buses loaded with riot police were arriving around the gate, and approximately 20 cars for fire fighting are arriving also.

and as 2,000 riot police are tring to access near paint plant, the workers are responding with a slingshot and sometimes molotov coctails. That slingshot is too big and using bolt and nut as a bullet, so it's distance is so long ( 200 ~ 300m)as to attack enemy shockingly.

As Tires that were installed in an effort to defend are burning, the black smoke is covering all the sky of factory areas.

The company cut off water and gas supplies and enforced a blockade providing all materal for workers from outside, even medical supplies, /maybe firstly, they are trying to use a wearing down strategy in order to get workers out of paint plant spontaneously.

After coming back from that battle site for today's night work, I heard news that the police helicopter are spreading tear gas against workrs who are fighting on the housetops.

As of 21 Jul. today
The KCTU declared general strike mainly for supporting Ssangyong strike from 22 to 24th Jul. and slated for nationa wide labor rally on 25th Sat Jul.

and the KMWU, the main affiliated power of KCTU will be launcing part strike on 22 and 24 in support of this strike and on going negotiation .

Hence, tomorrow more than 5,000 members would be at the centeral gate of Ssang yong, and fightings will tale place again

21. Juli 2009, 22:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Here we go again, Frankreich halt:

Zitat:
Französische Michelin-Mitarbeiter setzen Manager fest

Wieder haben französische Arbeiter Manager aus Protest eingesperrt: Rund 50 Mitarbeiter des Reifenherstellers Michelin im Werk Montceau-les-Mines in der Region Saône-et-Loire hinderten vier Manager - darunter den Werksleiter - daran, die Fabrik zu verlassen, wie eine Unternehmenssprecherin der Nachrichtenagentur AFP sagte. Damit wollten die Angestellten gegen die Behandlung eines befristet eingestellten Kollegen protestieren.

Der Michelin-Sprecherin zufolge sollte der Mitarbeiter wegen Arbeitsverweigerung zwei Tage lang nicht zur Arbeit kommen. Ein Gewerkschaftsvertreter sagte dagegen, der Mann sei nicht in die Bedienung bestimmter Maschinen eingewiesen worden, er habe nicht an den Maschinen arbeiten wollen, um sich nicht in Gefahr zu bringen.

Nach Michelin-Angaben hatten die Manager Zugang zu ihren Büros und durften telefonieren. In jüngster Zeit waren in Frankreich eine ganze Reihe von Managern auf ähnliche Weise in ihren Unternehmen festgesetzt worden. Die Gewerkschaften wollten damit bei Verhandlungen über Stellenabbau und Konzernumbauten Zugeständnisse des Managements erzwingen.


http://de.news.yahoo.com/2/20090721/tde-franzoesische-michelin-mitarbeiter-s-4cfbaad.html
22. Juli 2009, 09:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Slavoj Žižek: What does it mean to be a revolutionary today?

Allein schon wegen der Art und des Akkzents von Žižek sehenswert. Er sagt auch viele kluge Sachen, aber mit seiner Position zu Staat und Räten bin ich nicht einverstanden.


22. Juli 2009, 13:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Bernhard Schmids skeptische Einschätzung des Geschehens in Frankreich:

Explosive Konsequenzen

Vom Bossnapping zur Bummdrohung
22. Juli 2009, 21:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Generalstreik in Südkorea wegen Ssangyong und anderen Dingen:

KCTU Initiates General Strike and Sit-In Protest!
23. Juli 2009, 02:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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http://www.zeit.de/online/2009/30/eu-kosten-bankenrettung

http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E20D260BAD1584129986B312534CE384C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

nach den banken "sanieren" jetzt die staaten ihre bilanzen.

_________________
argumentum ad baculum

Zuletzt bearbeitet von Käptn Kiff am 29. Juli 2009, 12:54, insgesamt einmal bearbeitet
23. Juli 2009, 13:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Lage bei Ssangyong wird von Tag zu Tag dramatischer:



Zitat:
This, from yesterday, is about the 3rd day of the police attack to evict the occupiers of the Ssangyong Motors factory at Pyeongtaek in South Korea. The cops and the strikebreaking gangsters ("kkang-pae") have resorted to using taser guns on individual strikers, in addition to using helicopters to spray a thinner-based teargas liquid directly onto the strikers on the roof of the occupied paint department.

(translated from the website of SSanyong Branch of Korean Metal Worker Union, http://sym.nodong.org/)

3rd day of cop assault on the factory

[July 23, 2009 spray painted slogan on top of paint department building says: "Kill us all if you don't want negotiation"]

Cops used taser guns; one striker hit in the face; cops sprayed thinner-based liquid tear gas; doctors and nurses blocked at factory gates, taken to police station!

The police brought a metal container to be lifted by crane and lowered on the roof for an attack, which was also used in Yongsan [on January 20, 2009: see link to libcom story]. The cops and the company are planning this murderous plan. Do they want a 2nd Youngsan disaster?

Today at the Pyeongtaek SSangyoung factory many horrible things happened. During the entire early morning [a.m. hours], they broadcast loud noises trying to wear down the strikers and provoke fights. A cop helicopter, flying low, sprayed a toxic thinner-based teargas liquid which melted styrofoam immediately. To the strikers who were crying out for their jobs, they just responded with guns. Using a taser gun, one striker received a serious injury on his face; another two got on their legs. The comrades were only taken care of 3 hours later because the police and company had blocked the medical people. The company turned off the water hydrant system, so we can't wash the tear gas off, and if there is fire there would be no way to extinguish it.

According to the medical people [from the Association of Physicians for Humanity], the strikers’ situation is really gruesome right now. For the comrade who got tasered in his face, the fishing hook-like electrode had to be removed without proper equipment. He insisted on staying with the strikers to continue fighting, staying in the factory and avoiding arrest, even though there’s a risk of infection. Furthermore, due to 3 days of continuous fighting, the number of injured occupiers has reached 50; those with high blood pressure and diabetes are in a very dangerous situation because medicine can't be brought in. Glaucoma patients don’t have medicine and are in danger situation of losing their eye sight. Lots of strikers were injured in the attacks of hired thugs, scabs, and riot police but have received no medical treatment; if their isolation lasts any longer, there's a chance that they'll be disabled for life. Lot of comrades, without antibiotics, have infections and sores with pus in their mouths. The medical people who visited the strikers spoke tearfully about strikers possibly suffering from septicemia, with life-threatening consequences, if they don't receive antibiotics. There are also the damaging psychological effects caused by the anxiety as riot cops get closer and closer to the factory. Also, the unavoidable teargas everywhere is causing strikers to have indigestion, sleeplessness, and chronic headaches. The occupied factory is full of suffering. Even in the time of war, if enemy combatants get injured, they ask the other side to stop the fighting for treatment of the wounded. But what kind of situation do we have here, in Pyeongtaek? The merciless riot cops and company are risking hundreds of workers’ lives! Stop the blockade and at least allow proper medical treatment! Listen to the workers and engage in conversation!

Even under this extremely difficult situation, our comrades are fighting heroically. Even under accumulating fatigue, without enough food, with dozens of battles every day, the workers are firm in maintaining the occupation of the paint department. On July 22nd, they pushed riot cops 100m further back from the paint department.

People should come out for a strong demonstration of solidarity! Let's fight together in solidarity to show that the Ssangyoung struggle is a struggle for the jobs and lives of all working class people; the government is responsible for this situation. We don’t have enough time. Let’s organize to fight in solidarity in response to the heroic SSangyong struggle.


libcom
23. Juli 2009, 13:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Besetzung (bald ist wohl eher von Krieg zu reden) von Ssangyong hats doch noch in den deutschen Sprachraum (Wildcat mal ausgenommen) geschafft:

Massiver Einsatz von Polizeikräften bei den Ssangyong Motorenwerken

Besetzte Fabrik in Südkorea: Tödlicher Arbeitskampf

Im Belagerungsring


In Südafrika knallts auch:

Unruhen in Südafrika dauern an: Zumas Basis probt den Aufstand


Die Schweizer Firma Triumph entlässt weltweit 3600 ArbeiterInnen, vor allem in Thailand und den Philippinen. Wütende Proteste:

Triumph: Näherinnen in Asien wehren sich gegen Entlassungen

Der Schweizer Dessous-Konzern Triumph hat in Thailand und den Philippinen rund 3600 Näherinnen entlassen. Er begründet den Abbau mit der weltweiten Rezession. Die Arbeitnehmervertretung Unia betont, dass ausschliesslich gut organisierte Fabriken betroffen sind und spricht von «systematischer Gewerkschaftseinschüchterung».
25. Juli 2009, 00:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Marcos



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Weiss jemensch mehr dazu?



_________________
"Alles was kapputt geht wird in der Reithalle organisiert"

"Es gibt halt relativ viel geistig verwirrte hier und damit muss man als Politiker rechnen"

"extreme Sportchaoten"
25. Juli 2009, 18:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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@ Marcos:

Hier: http://cia.bzzz.net/clashes_in_the_center_of_warsaw_unformed_clash_consciousness_or_petit_bourgeois_protest
26. Juli 2009, 01:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Etwas auf Deutsch:
http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/krawalle_um_abriss_einer_warschauer_einkaufshalle_1.3165544.html

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
26. Juli 2009, 13:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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far hat Folgendes geschrieben:
Etwas auf Deutsch:
http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/krawalle_um_abriss_einer_warschauer_einkaufshalle_1.3165544.html


Zitat:
Für die Kleinhändler hält sich das Verständnis – nicht zuletzt wegen des Einsatzes von Kindern als menschliche Schutzschilde – in Grenzen.


Ähm WTF?

_________________
26. Juli 2009, 17:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Klassenkampf in China - anders:

Zitat:
Workers afraid of privatization beat investor to death.

Thousands of angry steel workers clashed with police during demonstrations against the takeover of their company.

Chen Guojun, the general manager of Jianlong Steel Holding Company, wanted to buy the majority stake in Tonghua Iron and Steel Group. Workers were against the change as they are afraid of job cuts and were reportedly outraged by his huge earnings - over 3 million yuan last year. Steel workers who lost their jobs at Tonghua recently received only 200 yuan compensation.

Workers were protesting on Friday when they learned that Chen was at a meeting there and rushed into the office and beat Chen. He later died.

Workers then demonstrated and clashed with police. They blocked roads and smashed three police cars.

Jianlong, which temporarily controlled Tonghua last year, is attempting to buy Tonghua for the second time. However after Friday's incident, the deal has been scrapped.



Die koreanische Polizei sollte hingegen in Sachen Propaganda doch einmal bei ihren chinesischen Kollegen Nachhilfe nehmen:

Zitat:
Police demonstrate dangers of liquid tear gas

Police spray liquid tear gas on a piece of Styrofoam in an attempt to demonstrate its harmlessness at the Sports Complex in Pyongtaek city, Gyeonggi Province, July 24.

After the Styrofoam melted, the police modified their previous statement and said, "Although the Styrofoam melted, the liquid is harmless to humans.

The police have been spraying liquid tear gas above the Ssangyong Motors paint shop where unionists are currently on strike.

26. Juli 2009, 21:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die NZZ siehts positiv:

Zitat:
Erste grüne Sprösslinge in der Wirtschaft

Die jüngsten Konjunktursignale deuten darauf hin, dass das Schlimmste überstanden sein dürfte. Gleichwohl wird der wirtschaftliche Aufschwung sowohl in den USA als auch in Europa voraussichtlich auf sich warten lassen. So ist unter anderem an den Arbeitsmärkten infolge der Krise mit deutlichen Spätfolgen zu rechnen.

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26. Juli 2009, 23:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Kalifornien: Dramatische Etat-Kürzungen sind ein Vorgeschmack darauf, was weltweit auf die Massen zukommt (Rote Fahne)

Zu obigem Bericht aus China gibt es hier auch auf Deutsch einen Link:

STAHLARBEITER-PROTEST: Chinesischer Manager erschlagen (Spiegel Online)
26. Juli 2009, 23:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Melnitz:
«Bierkonsum bricht ein»
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,638523,00.html#ref=rss

_________________
Power to the Pöbel!
27. Juli 2009, 17:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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@ Muoit:

Tja, ist wohl alles Propaganda beim "Vollmond"-Bier Hersteller mr green
27. Juli 2009, 20:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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27. Juli 2009, 21:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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South African Municipal Workers Strike, Trash Streets

Showdown auf der Insel: Gewerkschafter besetzen Fabrik des Windkraftanlagenbauers Vestas auf der Isle of Wight
27. Juli 2009, 21:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Aus dem Economist vom 25. Juli 2009, punkto Staatsschulden:

Zitat:
For this "recovery" has fragile foundations. The boost from restocking will be temporary. And a big source of demand - governement stimulus - is unsustainable. Across the globe governements have, rightly, stepped in to counter the economic slump. In America an increase of 12 percentage points in the budget deficit has cushioned the slump in private spending. Around 75% of China's growth this year will be state-directed, either through public spending or officially induced lending.

27. Juli 2009, 22:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Cool, dass du hier immer diese Infos zusammenträgst.
Ich verwerte das ab jetzt für meinen Blog. special thanx

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27. Juli 2009, 23:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Gern geschehen. Ich mach das ja eigentlich für mich, damit mir die Links nicht verloren gehen. Dieser Thread ist sowas wie ein grosses Exzerptheft für mich mr green
28. Juli 2009, 13:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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http://www.labournet.de/internationales/suedafrika/arbeitskampf.html

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28. Juli 2009, 19:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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So wie in Südafrika ist die Belegschaft von Schaeffler leider nicht drauf:

Zitat:
Probleme abgewälzt

Neue »Sozialpartnerschaft« bei Autozulieferer Schaeffler: Beschäftigte bezahlen mißglückten Übernahmeversuch mit Lohnkürzungen.

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28. Juli 2009, 22:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Verkappte Kampfansagen

Unternehmerpräsident lobt Gewerkschaften für »verantwortungsvolle Tarifpolitik«. Institut der ­deutschen Wirtschaft fordert »Agenda 20D«
28. Juli 2009, 22:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Here we go:

Baltikum am Boden

Nach dem Boom: Kaum noch Rente, Hungergehälter für Staatsdiener, hohe Schuldenlast: Lettland zerfetzt soziales Netz für Kredite gegen Staatsbankrott
28. Juli 2009, 22:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Financial Times Deutschland sieht China auf gutem Weg, wie wir aber vom Economist wissen (siehe weiter oben), beruht dieses Wachstum zu 75% auf Staatsintervention:

Schwellenland China

Aufschlag für neues Wachstum

China lässt die weltweite Krise früher hinter sich als alle anderen und beeindruckt schon wieder mit hohem Wachstum. Statt auf das Ausland setzt Peking diesmal aufs Inland.
28. Juli 2009, 22:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die NZZ meint, auch die US-Wirtschaft würde ihren Kopf aus der Schlinge ziehen:

Die US-Wirtschaft stabilisiert sich: Auch Präsident Obama vorsichtig optimistisch


Sprungbrett ins Leere

In der Zeitarbeitsbranche sind Hunderttausende Jobs weggebrochen. Kaum Kündigungsschutz durch kurze Beschäftigungszeiten. DGB beklagt falsche Versprechungen.
30. Juli 2009, 01:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Land unter im Norden

Endgültiges Aus für Wadan-Werften in Rostock-Warnemünde und Wismar. Beschäftigte wechseln in Transfergesellschaft. Betriebsbesetzung bleibt Option.

--

Nerven liegen blank

Südafrika leidet unter der Rezession. Gewerkschaften kämpfen um mehr Einfluß. Präsident Zuma im Zwiespalt.

--

Ssangyong occupation update: day eleven, July 30, 2009

Negotiations have occurred several times throughout the day. The major hurdle is layoffs: management says they're necessary; strikers won't budge and demand that no one be laid off, even if it requires less hours for everyone and work furloughs. For the government and management it is crucial to break the strike so that austerity can be imposed on other autoworkers, as well as in other sectors needing restructuring due to the crisis. The biggest creditor of Ssangyong is Hankook Bank, which is government owned.

--

Ein Video der Zeitung Guardian zur Vestas-Besetzung:

http://www.guardian.co.uk/environment/video/2009/jul/30/footage-inside-vestas-protest
31. Juli 2009, 01:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zitat:
Angespannte Stimmung wegen Sprengdrohung bei New Fabris

Beim französischen Autozulieferer New Fabris, bei dem gekündigte Arbeiter mit der Sprengung eines Werkes drohen, hat sich die Lage zugespitzt. Die Belegschaft werde am Freitag wie angekündigt aus den Verhandlungen aussteigen, sagte ein Gewerkschaftsvertreter in der Fabrik in Chatellerault. Wenn die Mehrheit der Mitarbeiter die von der Regierung vermittelte Entschädigungssumme in Höhe von 11.000 Euro ablehne, "wird es Schäden geben". Ein Vertreter der Arbeiterbewegung Force Ouvrière (FO) sagte im Radiosender France Inter, es sei möglich, einen Mittelweg zwischen den 11.000 Euro und den bislang geforderten 30.000 Euro zu finden.

Ähnliche Fotos/Videos Bild vergrößern Frankreichs Industrieminister Christian Estrosi warnte die New-Fabris-Beschäftigten: "Ohne einen ausdrücklichen und eindeutigen Verzicht auf Drohungen und Gewalt wird sich keine Lösung finden lassen", erklärte er. Die Belegschaft fordert von den beiden französischen Autobauern Renault und PSA Peugeot Citroën - den ehemaligen Hauptkunden - 30.000 Euro als Entschädigung für jeden Beschäftigten. Die Arbeiter hatten zur Drohung aufgestellte Gasflaschen vergangene Woche vorerst abgebaut, um Gespräche mit der Regierung zu ermöglichen. Am Donnerstagnachmittag wollten sie demonstrieren.

Nach den Beschäftigten von New Fabris hatten unlängst die Belegschaften von zwei weiteren französischen Unternehmen Gasflaschen aufgestellt und mit der Sprengung von Gebäuden und Firmeneigentum gedroht. Beim Hebebühnenhersteller JLG und beim Netzwerkausrüster Nortel konnten die Arbeiter damit tatsächlich höhere Entlassungsabfindungen durchsetzen.


http://de.news.yahoo.com/2/20090730/tde-angespannte-stimmung-wegen-sprengdro-4cfbaad.html
31. Juli 2009, 01:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag Keine Sprengung in Frankreich Antworten mit Zitat
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Frankreich-Arbeiter-verzichten-auf-Sprengung-des-Betriebs/story/18589669

_________________
“Der reissende Strom wird gewalttätig genannt, aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig!” (B. B.)
www.banlieue.blogsport.de
31. Juli 2009, 17:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Melnitz



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Chinas neuer Klassenkampf:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30833/1.html
03. August 2009, 01:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Neue Wege aus der Krise:

Rieter verlangt Lohnverzicht von Mitarbeitern – per E-Mail

Der Industriekonzern Rieter fordert seine Mitarbeiter auf, in den nächsten sechs Monaten auf zehn Prozent des Salärs zu verzichten. Die Kürzungen betreffen das Topkader wie auch «einfache» Mitarbeiter.
03. August 2009, 08:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Sieht ganz schlecht aus für die ArbeiterInnen von Ssangyong:

http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/8183023.stm (Video)
04. August 2009, 15:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Da gabs ja noch eine andere Besetzung, diesmal in Irland.

Zitat:
Solidarität mit den Beschäftigten von Thomas Cook in Dublin

Besetzung wurde von Polizei beendet


Am Freitag, den 31. Juli 2009, wurde den Beschäftigten von Thomas Cook in Du­blin mitgeteilt, dass etwa die Hälfte von Ihnen (78 Beschäftigte) sofort entlassen wird. Das Management forderte die Beschäftigten auf, dass sie ihre Arbeitsplätze noch am gleichen Tag zu verlassen hätten. Als Abfindung sollte etwa ein Monats­lohn pro Jahr Beschäftigung gezahlt werden und sonst nichts. Die Beschäftigten bei Thomas Cook haben dies verweigert und ihren Betrieb besetzt, um ihre Ar­beitsplätze zu verteidigen.

Thomas Cook gehört zu 52 Prozent zum Arcandor-Konzern in Deutschland, ist aber laut eigenen Angaben sonst eine finanziell unabhängige Gesellschaft, die im letzten Jahr mehr als 400 Millionen Euro Gewinn gemacht hat.

Heute, am 4. August, wurde morgens um 5.00 Uhr der Betrieb von der Polizei ge­räumt und mehr als 30 Beschäftigte verhaftet.

Wir protestieren auf Schärfste gegen diese Maßnahmen und rufen zur Solidarität mit den Beschäftigten von Thomas Cook auf.

Quelle

04. August 2009, 23:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
Admin-Dog


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Jobangst in Südkorea: Arbeiter schiessen mit Katapulten auf Polizisten

_________________

Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
05. August 2009, 08:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Südafrika

http://www.rf-news.de/2009/kw31/aufruhr-in-suedafrika

_________________
argumentum ad baculum
05. August 2009, 09:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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minino hat Folgendes geschrieben:
Jobangst in Südkorea: Arbeiter schiessen mit Katapulten auf Polizisten


Bilder:
http://go.jinbo.net/commune/view.php?board=cool&id=35149&page=1
http://go.jinbo.net/commune/view.php?board=cool&id=35153&page=1
http://www.cmedia.or.kr/news/view.php?board=news&nid=3897

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
05. August 2009, 10:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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http://ch.indymedia.org/de/2009/08/70693.shtml

http://video.blogsport.de/2009/08/05/fabrikbesetzung-in-china/

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
06. August 2009, 07:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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far hat Folgendes geschrieben:
http://video.blogsport.de/2009/08/05/fabrikbesetzung-in-china/


Gut stellen sie die Videos zur Verfügung, aber Geografie scheint ja nicht so ihre Sache zu sein (die Ssangyong-Fabrik in China?).

Zitat:
Schrauben pflastern ihren Weg

Seit dem 21. Mai besetzen 800 Arbeiter eine Autofabrik im südkoreanischen Pyeongtaek, weil sie ihre Entlassung nicht akzeptieren wollen. Polizei und Management haben eine Blockade verhängt, die Verhandlungen sind gescheitert.

06. August 2009, 10:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
Konsumentenstimmung in der Schweiz auf 16-Jahre-Tief

Mehr Optimismus zur Wirtschaftsentwicklung

Die Stimmung der Schweizer Konsumenten ist auf den Stand von Juli 1993 gefallen. Damals befand sich die Schweiz in einer langen Stagnationsphase. Dennoch sind erste positive Signale auszumachen: Die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust steigt nicht mehr und die Erwartungen über die allgemeine Wirtschaftslage hellen sich auf.

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06. August 2009, 11:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Besetzung bei Ssangyong ist zu Ende:

Ssangyong occupation has ended: August 6, 2009
06. August 2009, 11:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In Frankreich wird dazu aufgerufen, die Streiks und Demos zu vereinen:

Zitat:
Appel du COLLECTIF DE RESISTANCE OUVRIERE

Meuse et Haute-Marne
Face à la gravité de la situation sociale et aux licenciements, face au culot et au mépris du gouvernement et de la classe politique, il faut une réaction puissante et massive.
Ce n’est pas avec quelques manifestations ponctuelles que nous aurons une chance de les faire fléchir, mais bien en recherchant le blocage général.
C’est pourquoi il faut nous rassembler et ne plus rester chacun dans son usine ou dans sa ville :
Ce n’est qu’en nous fédérant et en organisant nous-mêmes la riposte que nous pouvons espérer gagner !

NOUS, salariés d’entreprises qui licencient ou vont le faire, chômeurs ou en passe de l’être, révoltés par l’injustice qui nous est faite et par l’absence de morale de nos patrons comme de nos dirigeants politiques , avons décidé de nous rassembler pour AGIR.

Nous lançons donc un collectif de résistance, qui vise à rassembler tous ceux qui veulent lutter :
- ouvriers d’usines qui ferment, restructurent ou délocalisent
- salariés du public et du privé qui subissent leur prétendue crise
- exclus, précaires, chômeurs et exploités de toutes sortes
Notre but : organiser des actions fortes et visibles qui redonnent confiance aux travailleurs de ce pays, et leur donnent envie de rejoindre le mouvement, de l’amplifier et de le généraliser.

Le pire c’est ne rien faire et c’est malheureusement ce que nous proposent aujourd’hui nos directions syndicales, engluées dans leurs discussions, bilans et négociations à la même table que le gouvernement et le patronat alors qu’on sait très bien que ce sont nos adversaires et qu’ils ne comprennent qu’un seul langage : celui du rapport de force !

Notre collectif, nous le voulons donc indépendant afin de décider nous mêmes de nos actions et de la façon de les mener.
Même si nous accepterons bien entendu tous les soutiens, qu’ils émanent des unions syndicales locales, des syndicats isolés, ou des partis politiques qui sont pour que la lutte se construise et s’organise au plus vite, sans attendre les échéances électorales.

Que ce soit à titre individuel, en tant que groupes de salariés ou en tant que sections syndicales de boîtes, REJOIGNEZ NOUS !

Prochaine action : le 17 septembre 2009 à la Bourse du travail à Paris avec les Good Year

Prochaine réunion d’information : le vendredi 4 septembre 2009 à Saint-Dizier maison des Syndicats

Contact au 03.29.78.84.90 ou au 06.22.05.09.24

D’ores et déjà nous ont rejoint des salariés de
SODETAL Tronville en Barrois (55)
MC CORMICK (52)
ELLAT (55)
EBREX (55)
ROCAMAT (55)

Né en Meuse Hte Marne, notre collectif a vocation à s’étendre régionalement et nationalement.
Nous sommes notamment en contact avec les PSA de Mulhouse, les Conti de Compiègne, les Good Year d’Amiens , les TTBM d’Epernay et les Michelin de Clermont
Nous avons déjà participé à des manifestations communes et étudions les moyens d’amplifier et de faire converger nos luttes.

07. August 2009, 02:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Frankreich halt:

Zitat:
Französische Arbeiter verprügeln Manager

Die Fabrik des Autozulieferers Molex USA im französischen Villemur-sur-Tarn soll geschlossen werden, die Arbeiter reagieren auf ihre eigene Art darauf: Am Dienstagabend schlugen sie einen ihrer Chefs brutal zusammen.

Villemur-sur-Tarn - Fausthiebe und Fußtritte statt Gespräche: Aufgebrachte und womöglich betrunkene Arbeiter haben am Dienstagabend in Südfrankreich einen Manager des Autozulieferers Molex USA verprügelt. Der US-Bürger sei von rund 40 Arbeitern der von der Schließung bedrohten Molex-Fabrik in Villemur-sur-Tarn attackiert worden, teilte der stellvertretende Geschäftsführer des Werks, Marcus Kerriou, am Mittwoch mit. Der Manager habe Anzeige erstattet.

Der französische Industrieminister Christian Estrosi verurteilte das gewaltsame Vorgehen der Arbeiter scharf. Eine Minderheit schade damit der Belegschaft und erschwere die Verhandlungen zusätzlich. Estrosi will nach Angaben des Ministeriums im Laufe des Tages mit Molex-Chef Martin Slark telefonieren. Erst kürzlich hatte Estrosi gesagt, das US-Unternehmen nehme die Wirtschaftskrise möglicherweise zum Vorwand, um einen Teil seiner Produktion in die Slowakei zu verlegen.

Die seit Anfang Juli streikende Belegschaft des Werks hatte am Dienstag erfahren, dass Gespräche zwischen der Direktion und einem potentiellen Käufer eingestellt wurden. Nach Angaben des Betriebsrats weigert sich Molex, Produktionsanlagen in der Fabrik zu lassen. Das US-Unternehmen selbst teilte mit, es werde das Werk nicht einer anderen Firma überlassen, da es weiter auf dem europäischen Markt aktiv sein wolle.

Das Werk mit knapp 300 Beschäftigten, das unter anderem Kabel für elektronische Anlagen von Autos herstellt, soll Ende November geschlossen werden. Ende Mai hatten wütende Gewerkschafter zwei leitende Angestellte der Fabrik 24 Stunden lang in ihren Büros eingesperrt.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,640668,00.html
07. August 2009, 02:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://news.bbc.co.uk/2/hi/business/8189668.stm
08. August 2009, 02:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Interview (mp3) mit Loren Goldner zum Streik von Ssangyong:

http://www.archive.org/download/InterviewWithLorenGoldnerOnSouthKoreaWorkersOccupationOfSsangyong/mediahacker_korea__ssangyong_loren_goldner_interview.mp3
10. August 2009, 14:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
Frankreichs forsche Arbeiter
Jakob Schlandt

Bei Molex ist man lieber gleich auf Nummer sicher gegangen. Das Werk des US-Autozulieferers im südwestfranzösischen Villemur-sur-Tarne ist nun geschlossen und wird bewacht. Anfang der Woche war dort ein Manager attackiert worden. Der Firma zufolge hatte ein Mob aus 40 betrunkenen Arbeitern den Mann, der auf Krücken geht, niedergeschlagen. Die Gewerkschaft sagt, er habe nur Eier abbekommen. Das Werk soll im Oktober ohnehin dicht machen. 283 Mitarbeitern droht die Arbeitslosigkeit.

Mit der vorzeitigen Schließung will die Firmenleitung verhindern, dass es zu einer ähnlichen Eskalation wie beim Autozulieferer New Fabris kommt. Dort hatten die Arbeiter mit der Drohung, Geräte mit Gasflaschen in die Luft zu sprengen, eine Abfindung von 12 000 Euro erkämpft, ähnliche Fälle folgten. Und immer wieder wurden zuletzt Manager von der Belegschaft eingesperrt oder attackiert. Im Herbst drohen weitere Massenentlassungen, selbst die Regierung hat eingeräumt, dass dann hunderttausende Industriearbeitsplätze verloren gehen könnten. Frankreich steht ein heißer Herbst bevor.

Die Stimmung in der Bevölkerung bereitet den Boden für die Aktionen. Für Großkonzerne, insbesondere ausländische, haben die Franzosen noch nie viel übrig gehabt. In einer Umfrage äußerten 65 Prozent der Bevölkerung "Verständnis" für die rabiaten Arbeiter. Und selbst die aufgeschreckte Regierung, die in den Konflikten immer wieder als Mittler einschreiten muss, ist vorsichtig und vermeidet eine uneingeschränkte Verurteilung der Gewaltaktionen.

Die teils militante Arbeiter-Protestkultur ist nicht neu. 1947, 1968 und 1995 gab wochenlange Streiks mit Straßenkämpfen, im Jahr 2000 legten Lastwagenfahrer und Landwirte fast das ganze Land lahm aus Protest gegen zu hohe Spritpreise.

Der Kontrast zum friedlichen Deutschland ist groß. Wie erklärt er sich? Ein Teil der Antwort findet sich im Klischee: Der Gründungsmythos der französischen Republik basiert auf der Machtnahme des Straßenpöbels während der französischen Revolution, kulminierend im Sturm auf die Bastille. Wer protestiert, hat in Frankreich erst einmal alle Sympathien auf seiner Seite.

Antriebsfeder der Aktionen der Arbeiter ist aber auch deren Hilflosigkeit. Und die hat strukturelle Gründe. Erstens sind die Gewerkschaften sehr schwach. Weniger als zehn Prozent der Arbeitnehmer sind Mitglied, in Deutschland liegt der Anteil mehr als doppelt so hoch. Deshalb gelingt es den Gewerkschaften immer seltener, wie in Deutschland im voraus branchenübergreifende Regeln zu finden, um Härtefälle zu vermeiden. Zweitens schützt der Föderalismus die deutschen Arbeitnehmer bei drastischen Maßnahmen besser. Es ist immer ein Ministerpräsident da, der aus Sorge um die Jobs vor der Haustür die Ordnungspolitik - siehe Opel - beiseite wischt und den Arbeitnehmern zur Seite steht. Und sei es auch nur psychologisch.

Im zentralistisch organisierten Frankreich rückt hingegen die Regierung aus Paris erst an und hilft, wenn die Situation aus dem Ruder gelaufen ist. Dass Eskalation, Bombenbasteln, Tritte und Geiselnahmen zum Repertoire der Arbeiter gehören - wen wundert's?


http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0807/wirtschaft/0033/index.html
12. August 2009, 00:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ook eens iets uit Nederland mr green

Fabrieksbezettingen zijn een voorbeeld
12. August 2009, 01:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Reisserisch wie immer, aber trotzdem: Der Blick über die Lohnsenkung bei Alu Menziken:

Alu Menziken streicht allen den Lohn um 10 Prozent

In Deutschland sinken die Löhne ja schon ein Weilchen:

Löhne auf Talfahrt
13. August 2009, 02:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zum sog. Ende der Rezession in Deutschland schreiben sogar bürgerliche Ökonomen kritisches:

Zitat:
«Es gibt viel Potenzial für Enttäuschungen im 2010»

Die Wachstumserholung der deutschen Wirtschaft beruht auf Sonderfaktoren

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal wieder gewachsen. Doch wie nachhaltig ist dieses Wachstum? Die positive Gegenbewegung beruht vor allem auf Sonderfaktoren. Schon 2010 könnte der deutschen Volkswirtschaft laut einem UBS-Ökonom erneut eine steife Brise entgegen wehen.

13. August 2009, 15:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Die Engländer kaufen wieder den teureren Schinken, die Krise ist bald vorüber!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
13. August 2009, 21:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Streik trotz Krise

Hintergrund. Der Kampf der Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten. Eine erste Bilanz.
14. August 2009, 01:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Kommentar der Jungen Welt zur "Aufschwungs-Euphorie" in Deutschland:

Zitat:
Denn noch sind die Verwerfungen aus Rezession und Finanzkrise nicht geglättet. Im Gegenteil, sie werden erst in den kommenden Monaten und Jahren auf dem gesamtgesellschaftlichen Kassenzettel erscheinen. So ist der gewaltige Einbruch der Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr mit Wachstumsraten von 0,3 Prozent erst in Jahrzehnten wettzumachen. Der weltweite Nachfragerückgang wird zumindest in den nächsten zwei drei Quartalen kaum in einen konjunkturellen Höhenflug münden. Das liegt nicht zuletzt an der Hypothek, die die Finanzmärkte der Realwirtschaft aufgebürdet haben. Extremspekulationen bei Rohstoffen und Nahrungsmitteln haben zu neuen Disproportionen geführt. Vagabundierende Dollar-Billionen suchten Anlagemöglichkeiten und bauten so Überkapazitäten an den Märkten auf. Die Kosten der Marktbereinigung in der Krise wurde nicht selten der Allgemeinheit aufgebürdet. Staatshilfen, -bürgschaften und -kredite retteten zwar die Banken und ihre Bonus-Manager, lassen aber die öffentlichen Haushalte mit deutlich höherer Verschuldung zurück. Und während die Finanzjongleure an neuen, größeren Spekulationsblasen arbeiten, muß die volkswirtschaftliche Rechnung beglichen werden. Bezahlt werden muß ebenso das bislang praktizierte Vorhalten qualifizierter Arbeitskräfte durch Kurzarbeit. Deutlicher Stellenabbau und rasant steigende Erwerbslosigkeit dürften zu den wesentlichen Nachwirkungen der Rezession zählen – mit allen Konsequenzen für Sozialabgaben und privaten Konsum.

14. August 2009, 01:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Hanne versucht in der Jungen Welt eine Diskussion loszutreten:

Zitat:
Helft der Revolte vom Sofa!

Offenkundig profitiert die Linke nicht von der Krise. Warum ist das so? Versuch, eine Debatte anzustoßen

Von Markus Mohr und Gerhard Hanloser

In Krisenzeiten verlieren Ideologien an Kraft, Sicherheiten gehen verloren. Für revolutionäre Bewegungen eröffnet sich die Chance auf eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft. So dachten jedenfalls die revolutionären Marxisten bis zum Faschismus. Dessen Wucht hat einige Gewißheiten über den Fortgang der Menscheit fundamental erschüttert. Auch die aktuelle Krise führt nicht dazu, daß alles in Frage gestellt und ein Leben gewagt wird, das frei ist von Hemmnissen wie Lohnarbeit, Markt und Profitprinzip. Zu tief sitzen die Ängste und Frustrationen angesichts der sozialistischen Experimente der jüngeren Vergangenheit, zu stark sind die sozialen und kulturellen Bindungen an das herrschende System. Der deutsche Untertan will Sicherheit – vor allem fürs Eigentum – und Beständigkeit; er will keine Experimente.

In Wirtschaftskrisen rückt Deutschland politisch immer erst einmal nach rechts. Eine wesentliche Reaktion auf solche Krisen ist eben nicht Solidarität, sondern Aufrüsten, Zähne fletschen. Was viele staatstreue Linke nicht wahrhaben wollen, wird nicht nur von FDP-Wählern nüchtern kalkuliert: Der Staat ist der Staat des Kapitals. Als solcher soll er des »Leistungsträgers« Vermögen sichern. Nicht wenige Bundesbürger scheinen sich noch für Leistungsträger zu halten.

Für die, die jetzt schon unten sind, ist das Programm Der Linken vernünftiger als Programme der Konkurrenz. Als einzige konsequente Anti-Hartz-IV-Partei strebt Die Linke eine »bedarfsdeckende Grundsicherung« an. Fürs erste soll der Regelsatz auf 500 Euro steigen. Warum vertreten bei weitem nicht alle, die Hartz IV beziehen oder kurz davor stehen, einfach ihre Interessen und wählen Die Linke? Warum wächst in Krisenzeiten nicht das Vertrauen in die Partei? Natürlich haben die Schröder- und Fischer-Boys in ihrer Ära ganze Arbeit geleistet. Das Land ist desozialisiert. Millionen sind in Apathie und Abstinenz abgestürzt. Es gibt aber nicht nur irrationale Gründe, der Linken zu mißtrauen. Gerade in Zeiten der verschärften Personalisierung des Politikgeschäfts ist die Partei sehr abhängig von Oskar Lafontaine. Gegen ihn ist das gebündelte Ressentiment bundesdeutscher Medienmacht gerichtet. Deren Argumente sind Ausdruck unverhohlenen sozialen Hasses von oben und nicht selten antikommunistisch fundiert.

Aversionen, wie sie in den Eierwürfen auf den Parteichef während der »Wir zahlen nicht für eure Krise«-Demo in Frankfurt/Main Ende März zum Ausdruck kamen, sind verständlich. Viele haben Lafontaine noch als Finanzchef der SPD vor Augen, der das »Fordern« von Arbeitslosen propagiert. Sie bringen einen fundamentalen Antimilitarismus mit diesem Funktionärsvorleben einfach nicht zusammen. Das geht nicht nur radikalen Linken so. Auch ganz normale Bürger gleichen ihre Erinnerungen mit den pazifistisch-isolationistischen und sozialreformerischen Slogans des jetzigen Linkspartei-Vorsitzenden ab. So jemandem glaubt man nicht, wenn er auch die Wahrheit spricht, und das mit brillanter Rhetorik.

Unabhängig von Personalfragen ist die Linkspartei nicht gerade ein Träger des universellen Glücks und der Revolution. Statt die Systemfrage zu stellen, führt sie mit Wetteifer Steuerdebatten, macht artig Konjunkturprogrammvorschläge, fordert Teilverstaatlichungen. Natürlich würde eine tendenziell systemtranszendierende Partei in unseren nichtrevolutionären Zeiten an den Wahlurnen mit 0,1 Prozentpunkten abgestraft. Aber warum profitiert die Linke als keynesianisch-etatistische Partei nicht von ihrem demonstrativen Realismus? Gerade in Krisenfragen unterscheidet sie sich kaum von anderen Parteien. Auch sie befürwortet alle möglichen Staatsbürgschaften. Beliebig viele Nullen sollen über Jahrzehnte faule Bankenbilanzen retten. Diese Krisenverwaltungspolitik der Linkspartei ist auf die perspektivlose Sicherung der gegenwärtigen Verhältnisse gerichtet. Es werden einige Banker rhetorisch gegeißelt, das Kasino aber wird noch lange nicht geschlossen.

Die Krise der Linken geht noch tiefer. Sie sind nicht mehr attraktiv. Das hat sicherlich auch zu tun mit der mal haßerfüllten, mal liebevollen Darstellung ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Lächerlichkeit in Bestsellern wie »Lenin kam nur bis Lüdenscheid« oder »Unter Linken«. Schwerer wiegt, daß die Linke als Sprecherin universalistischer Befreiung so gut wie abgedankt hat. Solidarität – auch die, die in die Ferne geht – war einmal ihr Programm. Vietcong, Black Panther oder FSLN standen bei allen Täuschungen und Projektionen für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Das kann man von den Taliban beim besten Willen nicht sagen. Die Position der Linken zu weltpolitischen Fragen ist der Prüfstein dafür, ob man sich eine Zukunft mit ihr vorstellen kann. Wer angesichts des jüngsten Gaza-Krieges die Trommeln für die Bomber der israelischen Armee rührte – und das reichte von den absurden Antideutschen über die Zeitschrift konkret bis zum sprachgewaltigen Robert Kurz – signalisierte unmißverständlich das Einverstanden-Sein mit der massakerähnlichen Abstrafung eingepferchter Elendsgestalten. Und die antiimperialistischen Linken, die Ahmadinedschad oder die Gotteskrieger von Hamas und Hisbollah als »objektive Antiimperialisten« hofieren, verraten die wichtigsten Ideen von 1789, verabschieden sich von Kämpfen um soziale und geschlechtliche Egalität, gegen religiöse Bevormundung. Weder mit der einen noch mit der anderen Linken will man Seit’ an Seit’ in die Zukunft schreiten.

In diesen ideologischen Schützengräben hockend, verkennt die Linke Rauchzeichen der Revolte: die griechische und die iranische Jugend rebellieren gegen ein System, das ihnen bei hoher Ausbildung nur die Überflüssigkeit offeriert: Arbeitslosigkeit oder schlechte Jobs. Französische Arbeiter nehmen Manager und Chefs gefangen, chinesische Arbeiter hauen auf den Putz. Sich als Linke zu diesen Kämpfen ins Verhältnis zu setzen, ist viel schwieriger, als die Solidarität mit den Zapatistas oder den sozialistischen Staatsmännern Lateinamerikas zu pflegen.

Der Rebellion muß auch in diesem Land »vom Sofa« geholfen werden. Keine Rebellion ist nun mal keine Lösung! Es bleibt zu hoffen, daß die prekarisierte Linke auf die zu erwartenden Sozialkürzungen anders reagiert als mit individuellen Gängen zum Arbeitsamt. Auch hierzulande stehen Arbeitskämpfe an. Die Löhne stagnieren, das Leben wird immer teurer. Die Überproduktion wird noch mit Kurzarbeit organisiert, aber Massenentlassungen stehen bevor. Es gibt keine Alternative zum Kampf gegen diese Demütigungsmaschinerie.

15. August 2009, 00:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Jungle World zur Besetzung der Vestas Fabrik auf der Isle of Wight:

http://jungle-world.com/artikel/2009/33/37383.html
15. August 2009, 01:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Auch in den USA steigt die Industrieproduktion, allerdings nur deswegen:

Zitat:
Angekurbelt wurde die Produktion allein von den Autoherstellern. Sie verzeichneten wegen der staatliche Abwrackprämie für Altautos eine stärkere Nachfrage. Die Regierung stellt dafür 3 Mrd. Dollar bereit. Ohne die Autoindustrie wäre die Produktion um 0,1 Prozent gesunken.

Ganzer Artikel

15. August 2009, 01:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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In Irland gehts auch ab:

Zitat:
Workers continue sit-in at Cork DIY store

More than a dozen workers at a co-op superstore in north Cork are continuing a sit-in protest today as part of a row over redundancies.

The action began yesterday afternoon after 15 staff at the 4Home Store in Mitchelstown were given redundancy notices which come into effect next Sunday.

Two other 4Home stores in Fermoy and Annacotty are also due to close this weekend, with the loss of around 25 more jobs.

The DIY and homeware chain has closed seven other outlets nationwide in recent weeks.

The employees at the Mitchelstown store say they want an improved redundancy package or an offer to relocate to another job within the company.

15. August 2009, 01:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Pekinger Gratwanderung (Junge Welt)

Chinas Wirtschaft boomt. Wie lange Aufschwung anhält, ob Finanzblase beherrschbar ist und Statistiken solide sind, bleibt abzuwarten.
17. August 2009, 11:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Loren Goldner zieht Bilanz über den Streik bei Ssangyong (erst auf Englisch, wird aber hoffentlich von Wildcat oder so übersetzt):

Ssangyong motors strike in South Korea ends in defeat and heavy repression
17. August 2009, 11:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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In Frankreich hat Xavier Mathieu, CGT-Delegierter bei Continental Clairoix (wir erinnern uns an das schöne Interview irgendwo weiter oben im Thread, nach der Verwüstung von Büros der Lokalverwaltung), die CGT-Führung unter Thibault als Gesindel bezeichnet. Hier eine kurze Übersetzung der Berichts, gefunden im NPA-Forum:

Zitat:
CGT-Delegierter: "Thibault ist Gesindel"

Xavier Mathieu, CGT-Delegierter bei Continental Clairoix, hat heute "die Thibaults und Comapgnie" als "Gesindel" bezeichnet und hat sich so auf den Präsidenten seiner Gewerkschaft eingeschossen.

"Die CGT haben wir nicht gesehen. Die Thibaults und Compagnie sind gerade gut um mit der Regierung zu verkehren und die Basis zu beruhigen. Dazu sind sie nützlich, dieses ganze Gesindel", erklärte Mathieu.

"Seit 4 Monaten halte ich mit meiner Meinung zurück, sage ich aus Verpflichtung gegenüber den Arbeitern und Kollegen nichts. Thibault haben wir nie gesehen, wir hatten nie einen Aufruf von ihm. Findet mir ein Interview, wo er das Wort Continental anführt, kein einziges!", fügte er hinzu.

Mathieu hatte sich anlässlich einer Demo der "Contis" in Paris Ende Juni schon einmal auf Thibault und seinen Kollegen François Chérèque der CFDT eingeschossen und ihnen ihre Absenz angelastet. "Die Thibaults und Chérèques sind nicht da, heute müssten sie hier sein, aber sie bevorzugen es mit der Regierung zu verkehren", schleuderte er damals ins Mikrofon.

18. August 2009, 00:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Ich dachte schon, Robert Kurz würde zum sog. "Aufschwung" nichts schreiben, aber siehe da, hier kommts:


Zitat:
erschienen in der Online-Ausgabe
der Wochenzeitung „Freitag“
am 13.08.2009

Robert Kurz

NULLKOMMANICHTS

Gestern noch wussten die Experten nicht, wie man historische Krise schreibt, und heute ist sie schon wieder vorbei. So schnell kann es gehen. Die Geschichte ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Jedenfalls gab es laut statistischem Bundesamt in der Bundesrepublik 0,3 Prozent Wachstum. Kleine Frage: bezogen worauf? Auf das Vorquartal. Im Jahresvergleich, auf den es eigentlich ankommt, sieht es ein wenig anders aus. Die Exporte etwa liegen immer noch rund 20 Prozent unter den Werten des letzten Jahres. Und gäbe es 2010 ein einziges Prozent Wachstum, wäre das natürlich vom Absturzniveau aus berechnet. Selbst eine derart bescheidene Steigerung vorausgesetzt, würde es viele Jahre dauern, bis das Niveau der Defizitkonjunktur von 2004 bis 2008 wieder erreicht wäre. So gesehen bedeutet die aktuelle Freudenbotschaft soviel wie „Nullkommanichts“. Dass die Rezession damit für „beendet“ erklärt wird, ist zwar eine reife Leistung des positiven Denkens. Aber in Wirklichkeit ist sie in ihrer zeitversetzten Wirkung auf dem Arbeitsmarkt noch gar nicht angekommen. Auch die Welle der großen Insolvenzen hat erst begonnen. In Kürze wird der Einbruch des Welthandels viele Unternehmen des Gütertransports treffen, von der rollenden Lagerhaltung auf der Straße über die Schienen- und Luftfracht bis zu den Reedern und Häfen angesichts der riesigen Überkapazitäten im Container-Verkehr auf den Weltmeeren. Als nächstes ist dann die einschlägige Investitionsgüter- und Zulieferindustrie dran. Dieselbe Entwicklung zeichnet sich für die Autoindustrie ab, deren künstlicher Ernährung durch die Abwrackprämie der Stoff ausgeht; nicht nur hierzulande, sondern in großen Teilen der EU. Ganz zu schweigen von der Endlagerung der Leichenberge im Keller des Finanzsystems, die bis jetzt nur in Absichtserklärungen besteht. Aber das macht alles nichts. Ein kleiner historischer Stimmungsheber im Sommerloch, noch dazu wenige Wochen vor der Bundestagswahl, eröffnet großartige Aussichten. Fragt sich nur, für wen eigentlich.

18. August 2009, 01:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Lohnsenkung und Aufhebung des Kündigungsschutzes zur Krisenbekämpfung
19. August 2009, 01:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Die gesellschaftlichen Konflikte spitzen sich zu: Klassenkampf auf Französisch (der Funke)
19. August 2009, 01:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
Volkswagen-Werk in Mexiko wird bestreikt

(NEU: Details, Hintergrund) Von Paul Kiernan DOW JONES NEWSWIRES

MEXICO CITY (Dow Jones)--Bei Volkswagen in Mexiko streiken die Arbeiten nach gescheiterten Lohnverhandlungen. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers wird der Streik der rund 9.200 gewerkschaftlich organisierten Arbeiter die Fertigung in dem mexikanischen VW-Werk lahm legen. Das Werk in Puebla ist das einzige Werk des Wolfsburger Automobilherstellers in Nordamerika.

Volkswagen de Mexico hatte seinen Arbeitern eine Einmalzahlung von 425 USD plus eine einprozentige Lohnerhöhung im Februar kommenden Jahres angeboten. Die Arbeitnehmervertreter hätten zunächst eine Lohnerhöhung von 8,25% gefordert, ihre Forderung später jedoch auf 3% zuzüglich einer Einmalzahlung zurückgeschraubt, sagte der Unternehmenssprecher.

Infolge der weltweiten Absatzkrise ist die Produktion in Puebla von Januar bis Juli im Vergleich zum Vorjahr um 37% auf 167.246 Fahrzeuge zurückgegangen. Für die kommenden Monate rechnet das Management mit einer Verbesserung der Auftragslage, so dass sich der Produktionsrückgang nach Berechnung des Managements auf das Jahr hochgerechnet auf 30% gegenüber 2008 belaufen dürfte.

Der Unternehmenssprecher wies darauf hin, dass Volkswagen de Mexico in diesem Jahr trotz des Produktionsrückgangs keine Entlassungen vorgenommen habe. Stattdessen habe man auf vorübergehende Beurlaubungen gesetzt.

Ein Gewerkschaftssprecher war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das VW-Werk in Mexiko wird gegenwärtig für 1 Mrd USD erweitert, um für die Fertigung eines neuen Modells gerüstet zu sein. Zudem soll die jährliche Produktionskapazität auf 550.000 von gegenwärtig 450.000 Fahrzeugen steigen. Aktuell laufen dort die Modelle "Jetta", "Beetle" und "SportWagen", die Kombiversion des Golf, von den Bändern.


http://kurse.focus.de/news/UPDATE-Volkswagen-Werk-in-Mexiko-wird_id_news_115747157.html
19. August 2009, 01:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Leiharbeit vor Boom

IG Metall prognostiziert nach Rückgang in der Krise mittelfristig 2,5 Millionen Zeitarbeiter und fordert Regulierung durch die Politik. Branchentarif in Frage gestellt.
20. August 2009, 07:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Mexikos Wirtschaft wankt

Höchster Rückgang des Bruttoinlandsproduktes seit 1932: Linke Opposition warnt vor »sozialen Spannungen« und »bewaffneten Bewegungen«
20. August 2009, 07:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ein Schrebergarten kann nicht schaden

Das bereits verkündete Ende der Wirtschaftskrise könnte noch ein wenig auf sich warten lassen.

Lutz Getzschmann
20. August 2009, 07:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ich dachte, die Krise wäre vorbei?

Krise dämpft Schweizer Exporte weiter stark (NZZ)

Exporte im Juli erneut gesunken - Abwärtsrend etwas verlangsamt
20. August 2009, 08:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Interview der Jungle World mit Loren Goldner zum Streik in Südkorea.
20. August 2009, 10:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Bremerhaven

Hafenarbeiter wehren sich gegen Sozialplan und Entlassungen (Arbeitermacht)
20. August 2009, 14:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Žižek halt:


21. August 2009, 00:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Frankreich: Arbeitskämpfe bei Continental und New Fabris beendet

http://www.wsws.org/de/2009/aug2009/cont-a21.shtml
21. August 2009, 21:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zitat:
Streikwelle: 180.000 Menschen warten nicht mehr auf ihren Lohn...

Neu ist die soziale Tatsache speziell in postsozialistischen Ländern nicht: Dass besonders findige Unternehmer zur effektivsten Form der Kostensenkung greifen: Keine Löhne ausbezahlen. In der aktuellen Wirtschaftskrise - trotz aller gegenteiligen Predigten sich weiter vertiefend - wird dies nun in Serbien zur Massenerscheinung. Seit April des Jahres nimmt nicht nur die Zahl der Betriebe und der Beteiligten an Streiaktionen und versuchten Betriebsbesetzungen zu, sondern der Widerstand breitet sich auch quer durch alle Branchen aus. Gegenwärtig befinden sich über 30.000 Menschen im Streik und die Regierung mußte sich immerhin bereits zu öffentlichen Versprechen aufraffen: Ende August werde man ein soziales Paket zugunsten von Erwerbslosigkeit bedrohter Belegschaften verabschieden...

Labournet 21.8.09

23. August 2009, 23:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der Süden zahlt die Zeche (ak)

Die Finanzkrise trifft die armen Länder mit voller Wucht
24. August 2009, 02:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Arbeitslosen-Atlas: Wie Europa in der Job-Krise steckt (Handelsblatt)

Zitat:

24.08.2009

VW-Streik beendet

Puebla (AFP/ND). Die Beschäftigten im mexikanischen Volkswagen-Werk in Puebla haben ihren mehrtägigen Streik beendet. Die Tarifparteien einigten sich am Samstag auf eine Anhebung der Gehälter um drei Prozent. Die Geschäftsleitung ging damit auf den Kompromissvorschlag der Gewerkschaften ein. Die Arbeitgeberseite hatte eine Lohnerhöhung um ein Prozent angeboten. Das Werk in Pueblo produziert vier VW-Modelle für den Export. Die dortige Produktion wurde im Zuge der weltweiten Absatzkrise deutlich heruntergefahren. Zuletzt hatten die Beschäftigten im Jahr 2006 nach einem fünftägigen
Streik eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent durchgesetzt.

24. August 2009, 02:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Nach der Wahl ist Krise

Industrie verschiebt Jobabbau
24. August 2009, 22:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Loren Goldners Analyse nach dem Streik in Südkorea.

http://www.wildcat-www.de/aktuell/a076_pyeongtaek_goldner.htm
25. August 2009, 07:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Interview mit Xavier Mathieu in Le Monde zu seiner Kritik an der CGT-Führung (siehe weiter oben im Thread). Das Interview ist in Französisch, ist mir aber zu lange, um es zu übersetzen. Die Widersprüche zwischen Basis und Führung, nicht nur in der CGT, werden jedenfalls immer deutlicher.

"La CGT a laissé ses propres délégués dans la merde"


Zudem ein Interview mit einer Arbeiterin des Reisebüros Cook aus Dublin. Dieses wurde nach Ankündigung der Schliessung 5 Tage lang von den ArbeiterInnen besetzt, bevor ein gewaltiges Polizeiaufgebot die Besetzung räumte. Interview ist Englisch.

“We are all fighting the same battle...”
27. August 2009, 00:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Alu Menziken: Aargauer Arbeiter atmen auf

Die Angestellten der Aargauer Firma haben es geschafft, das Schlimmste zu verhindern. Die angedrohte Lohnsenkung wird nicht umgesetzt, und es werden weniger Leute entlassen als ursprünglich geplant.


Baltische Staaten: Wirtschaft und Sozialsysteme brechen zusammen
27. August 2009, 00:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Kuoni Schweiz führt Kurzarbeit ein

Beginn Anfang September – Reaktion auf Buchungsrückgang

Viele Angestellte des Schweizer Reisekonzerns Kuoni müssen ab Anfang September Kurzarbeit in Kauf nehmen. Noch ist unklar, wie viele Angestellte betroffen sein werden. Weil die Kurzarbeit jeweils kantonal geregelt wird, hat Kuoni noch keine definitiven Zahlen veröffentlicht.
27. August 2009, 08:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
[url=http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2009/nr35/Wirtschaft/18264.html]
Baltische Staaten: Wirtschaft und Sozialsysteme brechen zusammen

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
27. August 2009, 10:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Über ein paar positive Aspekte der Selbstverwaltung im Kapitalismus. Aber auch über ihre Begrenztheit:

http://www.salzburg.com/online/ticker/aktuell/Marx-feuchter-Traum.html?article=eGMmOI8VgtQxYgUO5eP354xwS0rnm3FaLbgAv78&img=&text=&mode=
28. August 2009, 10:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Kein »Heißer Herbst«

Französische Gewerkschaften uneins über künftiges Vorgehen
31. August 2009, 00:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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90.000 Arbeitsplätze in der Autoindustrie akut gefährdet
31. August 2009, 07:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Krisenvergleich '29 und '08. Hat schon krasse Parallelen:

http://www.voxeu.org/index.php?q=node/3421
01. September 2009, 17:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Ein Krisengespräch zwischen Milton Friedman, John Maynard Keynes, Rosa Luxemburg und Karl Marx.
02. September 2009, 16:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Ein Krisengespräch zwischen Milton Friedman, John Maynard Keynes, Rosa Luxemburg und Karl Marx.


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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
02. September 2009, 18:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Internationaler Klassenkrieg
04. September 2009, 22:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Internationaler Klassenkrieg


endlich - diese seite habe ich ewig gesucht!

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
04. September 2009, 23:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Savo hat Folgendes geschrieben:
Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Internationaler Klassenkrieg


endlich - diese seite habe ich ewig gesucht!


hier die ganze studie in englisch:
http://www.iss.europa.eu/uploads/media/What_ambitions_for_European_defence_in_2020.pdf

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
05. September 2009, 16:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Ein alter Bekannter, Robert Schlosser, hat einen Artikel von Karl-Heinz Roth kommentiert und gleich mal selber was über Krise, Klassenanalyse und Programm geschrieben:

http://www.trend.infopartisan.net/trd0909/t4090909.html
07. September 2009, 01:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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hast du gewusst, dass k.h. roth bei der seite zur deutschen aussenpolitik mitschreibt?

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
07. September 2009, 01:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Savo hat Folgendes geschrieben:
hast du gewusst, dass k.h. roth bei der seite zur deutschen aussenpolitik mitschreibt?


Nö, wusst ich nicht. Siebesiäch mr green
07. September 2009, 01:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Gewerkschaftslinke in Deutschland ruft zum Generalstreik nach den Wahlen auf:

http://www.labournet.de/GewLinke/disk/info/info0909extra.pdf
07. September 2009, 01:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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lehman brothers wird wieder gehalndelt?!

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:absurde-blase-investoren-zocken-mit-zombie-banken/50006185.html
07. September 2009, 12:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ach ja, die Güterverkehrsbranche ist ziemlich übel dran wegen der Krise (auch SBB Cargo). In Deutschland scheint sich die Lage zu verschärfen:

Bahnchef kündigt Jobabbau im Güterverkehr an

"Es wird eine große Zahl sein"
07. September 2009, 13:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der Krisengewinner:

Die Schweiz ist das wettbewerbsstärkste Land der Welt

Platz eins auf der globalen Rangliste des World Economic Forum

Die Schweiz steuert besser als andere durch die Krise: Sie erhält vom World Economic Forum eine Spitzennote für ihre Wettbewerbsfähigkeit und rangiert in der Rangliste des Global-Competitiveness-Indexes auf Platz eins. Die USA sind wegen der Probleme der Finanzmärkte auf Platz zwei zurückgefallen.
08. September 2009, 11:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Schifffahrtskrise: Beschäftigte verzichten für Hapag Lloyd

Die Reederei Hapag Lloyd wird jeden zehnten Arbeitsplatz abbauen, Mitarbeiter werden auf bis zu 20 Prozent ihres Gehalts verzichten. Die Linke fordert dafür Eigentumsrechte und mehr politische Steuerung.

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Konjunkturmotor Asien: Die Hilfe kommt aus dem Osten

Der Ferne Osten erholt sich als Erstes von der Krise und hilft Exportnationen wie Deutschland aus der Klemme. Die Nachfrage steigt, nicht nur dank der Konjunkturprogramme in China. Gefahren einer Kreditschwemme sehen Ökonomen vorerst nicht.
09. September 2009, 01:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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By the way: ein Kommentar zum Verhalten der Gewerkschaften bei GM und Opel in der Jungle World:

Zitat:
Das Geld bleibt hier

Bei GM und Opel betreiben die Gewerkschaften eine national bornierte Politik.

Kommentar von Jörn Schulz

Wenigstens auf ein erfolgreich abgeschlossenes Regierungsprogramm kann Präsident Barack Oba­ma nun zurückblicken. Am Montag der vergangenen Woche lief »Cash for Clunkers« aus, nach Angaben des Verkehrsministeriums haben fast 700 000 Amerikaner ihre Schrottkisten gegen einen weniger Benzin verbrauchenden Neuwagen getauscht und dafür Bargeld kassiert. Den zweiten Platz der von dem Programm profitierenden Konzerne belegt General Motors (GM).

Der noch vor kurzem insolvente Konzern ist wieder im Geschäft. Die US-Regierung hält etwas mehr als 60 Prozent der Aktien und führt faktisch das Unternehmen, sekundiert von der ­Gewerkschaft UAW, die 17,5 Prozent von GM besitzt. Der change bei GM besteht in Änderungen der Produktion, vor allem aber in Personalabbau, Lohnsenkungen und Kürzungen der Sozialleistungen. Man müsse »retten«, was noch zu retten ist, rechtfertigt die UAW ihre Kompromissbereitschaft. Retten will man vornehmlich die Beschäftigten in den USA, für die ausländischen Betriebe interessiert sich die Gewerkschaft kaum.

Einen change auf Kosten der Beschäftigten hat auch die IG Metall sozialpartnerschaftlich begleitet. Doch nun ist die Gewerkschaft empört, weil GM Opel nicht mehr verkaufen möchte. Wo sonst viel Verständnis für Unternehmerinteressen herrscht, glaubt man offenbar, dass ein Konzern, der allein nach dem Jahr 2000 mehrere Milliarden Dollar in Deutschland investiert hat, auf Profit verzichtet, um den Deutschen einen Gefallen zu tun. Für GM jedenfalls will man »keinen einzigen Cent Arbeitnehmerbeiträge bereitstellen«, meint die IG-Metall, die lieber zugunsten deutscher Kapitalisten verzichtet.

Ende 2007 einigten sich UAW und IG Metall auf die Einrichtung eines »Weltbetriebsrats«. Nun, da es darauf ankäme, einen gemeinsamen Kampf zu führen, verbünden sich national bornierte Gewerkschafter mit »ihren« Regierungen und Managern. Für die Opel-Beschäftigten dürften die Folgen noch desaströser sein. Denn die »neoliberalen« Amerikaner verstehen wenigstens etwas von Betriebswirtschaft, sie haben GM vorübergehend verstaatlicht und offenbar erfolgreich saniert. Opel hingegen kann angesichts der Monopolisierung der Autoindustrie nur als Teil eines größeren Konzerns überleben. Die nationalistische Parole, dass »wir« die »besten Autos« bauen und die Amerikaner schuld sind, wenn keiner sie kaufen will, genügt für eine Sanierung nicht.

09. September 2009, 15:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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opel nun also doch an magna verkauft - merkel gibt sich siegesgewiss fuer die kommende kanzlerwahl

http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:entscheidung-von-gm-opel-wird-eine-magna-tochter/50007663.html

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/gm_verkauft_opel_an_magna_1.3534130.html
10. September 2009, 15:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Opel ist doch noch nicht defintiv:

http://www.rf-news.de/2009/kw37/opelaner-magna-wird-uns-noch-kennenlernen
11. September 2009, 10:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Situation in den USA ist recht übel:

US-Arbeitsmarkt: Jobless-Recovery

Während die Langzeit-Arbeitslosigkeit dramatisch ansteigt, soll dieses Jahr ein Viertel der US-amerikanischen Kinder unter die Armutsgrenze fallen


Jeder siebte USA-Bürger lebt in Armut

Genau ein Jahr nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers will Barack Obama heute eine Grundsatzrede zur Finanzkrise halten. Während der USA-Präsident in seiner wöchentlichen Radioansprache erneut für eine Gesundheitsreform warb, demonstrierten Zehntausende Konservative am Wochenende in Washington gegen seine Politik. Von Protesten gegen die wachsende Armut im Lande war nichts zu hören.
14. September 2009, 02:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Bei Opel sollen 4500 Stellen gestrichen werden: IG-Metallchef verlangt von Magna Jobgarantie
14. September 2009, 02:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/dossier/konjunktur/Wo-Erwerbstaetige-um-ihre-Stellen-bangen-muessen/story/11050862

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
15. September 2009, 00:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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Weiss jemand, warum Westschweiz und Tessin viel stärker betroffen sind als Zentralschweiz?

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Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
15. September 2009, 12:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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randregionen sind meist stärker betroffen, weil entweder ableger von grösseren unternehmen erst mal geschlossen werden, wenn es nicht mehr so gut läuft oder aber die kleineren unternehmen in den randregionen in krisenzeiten nicht mehr gegen die konkurrenz der grösseren unternehmen in den zentren bestehen können. ist so meine vermutung...

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16. September 2009, 10:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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Aber z.B. Genf kann man dann ja nicht als Randregion bezeichnen?

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16. September 2009, 11:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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könnte es sein, dass zahlreiche französische unternehmen in genf ableger haben? müsste man wohl auch stadt/land vergleichen...

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16. September 2009, 11:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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könnte auch mit der art des gewerbes zusammenhängen? aber raten ist karton, untersuchen ist gold ;)

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argumentum ad baculum
16. September 2009, 11:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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dinimuetr hat Folgendes geschrieben:
könnte auch mit der art des gewerbes zusammenhängen? aber raten ist karton, untersuchen ist gold ;)


richtig

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16. September 2009, 12:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ob die Arbeiterinnen von Opel sich doch noch wehren? Wenn sie ihren Gewerkschaftsbürokraten folgen definitiv nicht...

Zitat:
Staatlicher Jobabbau

Arbeitsplatzvernichtung bei Opel

Von Karl Neumann

Wir werden gegen die Schließung kämpfen.« So hatte Klaus Franz noch am Montag in bezug auf die geplante Stillegung der Opel-Fabrik im belgischen Antwerpen getönt. Doch wer dachte, der Gesamtbetriebsratschef des Autobauers sei vom Co-Manager zum Klassenkämpfer mutiert, sah sich bereits am Folgetag eines besseren belehrt. Die vom neuen Opel-Eigentümer Magna geplante Vernichtung von rund 10500 Arbeitsplätzen sei alternativlos, ließ Franz am Mittwoch im Deutschlandfunk wissen. Wenn Opel nicht wettbewerbsfähig sei und 30 Prozent Überkapazitäten habe, sei niemandem geholfen. Und schließlich gingen im Zuge der Magna-Übernahme weniger Stellen verloren als bei einer Insolvenz. »Dann haben wir nachher noch 21000 direkte Jobs bei Opel in Deutschland, und ansonsten hätten wir null direkte Jobs.«

Der Logik »Arbeitsplätze vernichten, um Arbeitsplätze zu erhalten« folgt Opel nun allerdings schon seit geraumer Zeit. 1991 standen hierzulande noch 56800 Menschen bei dem Konzern in Lohn und Brot. Jetzt sind es mit rund 26000 weit weniger als die Hälfte – noch. Und immer wurde der Abbau damit begründet, daß so die verbleibenden Arbeitsplätze sicherer würden.

Im Wahlkampf lassen sich Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier als Opel-Retter feiern. Doch Fakt ist: Mit den 4,5 Milliarden Euro, die der deutsche Staat in das Unternehmen steckt, werden Arbeitsplätze vernichtet, nicht erhalten. Die Konzernspitze will das Geld für die »Restrukturierung« des Unternehmens verwenden – sprich: für Abfindungen, Transfergesellschaften und sonstige Abbaukosten. Der Schicksalsschlag für den einzelnen Arbeiter wird damit vielleicht ein wenig abgemildert. Für die Region und die Jugend bleiben die dringend benötigten Arbeitsplätze aber für immer verloren.

Gibt es dazu wirklich keine Alternative? Vielleicht sollte sich der IG-Metaller Franz mal wieder an die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung erinnern, die der baden-württembergische ver.di-Funktionär Werner Sauerborn im aktuellen Express zu Recht als eigentliche »Königsdisziplin gewerkschaftlicher Politik« bezeichnet. Wenn verkürzte Arbeitszeiten in Form von Kurzarbeit dazu geeignet sind, in der Krise Jobs zu erhalten, warum soll das dann nicht auch dauerhaft gelten? Denn ohne Arbeitszeitverkürzung wird der Stellenabbau weitergehen – auch nach der Krise. Mit jedem Modellwechsel steigt die Produktivität. Werden nicht entsprechend viele Fahrzeuge zusätzlich abgesetzt, wird Beschäftigung abgebaut. Arbeitszeitverkürzung bleibt das effektivste Mittel, das die Gewerkschaften gegen diese kapitalistische Logik ins Feld führen können. Und wenn schon Steuermilliarden in ein privatwirtschaftliches Unternehmen wie Opel gebuttert werden, dann sollten sie zumindest dafür verwendet werden, eine drastische Verkürzung der Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich zu finanzieren, um so Arbeitsplätze tatsächlich zu erhalten.

Junge Welt

16. September 2009, 23:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Immer wieder Opel, auch in der Jungle World:

Pleitier in spe

Axel Berger

Die Einigung um Opel scheint ein großer Erfolg für die deutsche Industriepolitik zu sein. Der könnte sich allerdings schnell als vergänglich erweisen.

und:

Wen erwischt die Motorsäge?

Kommentar von Felix Baum: Über den Verkauf von Opel (erst im Verlauf des Tages freigeschaltet)
17. September 2009, 07:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In Belgien ist man empört über die (warhscheinliche) Schliessung des Opel-Werkes in Antwerpen nach dem Magna-Verkauf. Auf Klassenkampf deutet aber auch dort nichts hin:

Zu klein zum Überleben?

Empörung in Belgien über Schließungspläne für Opel Antwerpen
17. September 2009, 07:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Lebenszeichen von Robert Kurz:

Zitat:
IN DER KREDITKLEMME

Die Krise könnte sich beinahe schon in Wohlgefallen auflösen, wenn die bösen Banken nicht wären. Finanzminister Steinbrück jedenfalls spielt den Empörten, weil die Institute ihrer volkswirtschaftlichen Pflicht nicht nachkommen würden. Sie vergeben Kredite an die Unternehmen entweder nur zu erschwerten Konditionen oder gar nicht, obwohl sie sich selber bei der Notenbank auf historisch niedrigem Zinsniveau refinanzieren können. Was Steinbrück geflissentlich verschweigt: Nach offizieller Lesart soll es nicht zuletzt eine leichtfertige Kreditvergabe der Banken ohne ausreichende Eigenkapitalbasis gewesen sein, die zur Finanzkrise geführt habe. Schärfere Anforderungen an ihre Eigenkapitalausstattung zwingen aber die Banken dazu, die Vergabe von Darlehen einzuschränken bzw. zu verteuern. Da nützen extrem niedrige Leitzinsen gar nichts.

Weil es bei den Unternehmen durchwegs ebenfalls am Eigenkapital mangelt und ihnen nun die berühmte Kreditklemme droht, haben die vor kurzem in ihren Absichtserklärungen noch kraftmeierischen staatlichen Regulierer schon wieder kalte Füße bekommen. Härtere Eigenkapitalregeln für die Banken, so beteuerten die Finanzminister der G20 soeben in London, sollen „wahrscheinlich“ erst 2012 kommen, wenn überhaupt. Diese kleinlaute Verschiebung der viel beschworenen Finanzmarktreformen wird freilich die Banken nicht freigebiger machen. Denn unabhängig von staatlichen Auflagen müssen sie sich ab Herbst auf Kreditausfälle in einer bislang unbekannten Größenordnung einstellen. Die größte Pleitewelle der Nachkriegsgeschichte rollt an. Durch den Sparkurs der Konzerne, von denen etliche selber ins Wanken geraten, brechen erst mit Zeitverzögerung die Aufträge im gesamten Spektrum der Zulieferindustrien ein. Das werden sehr viele nicht überleben. Und dasselbe gilt für das Transportgewerbe. Wenn aber eine Masse bereits laufender Unternehmenskredite demnächst abgeschrieben werden muss, warum sollen die Banken dann an potentielle Todeskandidaten mit vollen Händen neue Kredite zu billigen Konditionen vergeben?

Das ist entgegen aller optimistischen Stimmungsmache die wirkliche Lage nicht nur in der BRD, sondern weltweit. Die globale Kreditvergabe durch das Bankensystem ist seit 2007 von 3 Billionen Dollar auf 1,1 Billionen Dollar gefallen. Im gleichen Zeitraum stieg die Emission von Unternehmensanleihen ebenso rasant an; im laufenden Jahr wurde für diesen Sektor erstmals in der Geschichte der Kapitalmärkte bereits bis Juli das Rekordvolumen von über 1 Billion Dollar erreicht. Diese Verschiebung des Finanzierungsbedarfs von Bankkrediten zu Anleihen können aber nur relativ große Unternehmen wagen. Auf dem Anleihemarkt treten sie mit den ebenfalls drastisch ausgeweiteten Staatsanleihen in Konkurrenz, was die Kosten der Emissionen erhöht.

Dass überhaupt Fonds und Privatanleger bereit sind, solche Anleihepapiere zu kaufen, ist auf die immer noch große Masse liquider Mittel zurückzuführen, die nicht brach liegen dürfen. Wenn aber die globale Pleitewelle rollt, wird natürlich auch der Markt für Unternehmensanleihen einbrechen, weil das Risiko des Totalverlusts steil ansteigt. Sobald sich der Finanzierungsbedarf von immer mehr Unternehmen aller Größenordnungen gar nicht mehr auf Investitionen und die laufende Produktion bezieht, sondern nur noch auf die Umschuldung von bereits prekär gewordenen Zahlungsverpflichtungen, werden sie in keiner Form mehr Geld aus dem Finanzsystem bekommen. Die Kreditklemme ist so ein sich selbst verstärkender Mechanismus. Es wäre ja auch wundersam, wenn die Krise schon ihren Abschied nehmen würde, bevor sie sich überhaupt realisiert hat.

17. September 2009, 07:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Buchrezension von Christian Frings in der Gewerkschaftszeitung express:

Geschichte wird gemacht – aber wie?

»Aufstand der Armen« – neu gelesen von Christian Frings
17. September 2009, 07:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die NZZ schreibt gegen mögliche Lohnforderungen der ArbeiterInnen an:

Der Spielraum für die Lohnrunde 2010 ist ungemütlich klein

Eine Analyse der Lohnentwicklung
17. September 2009, 07:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag Arbeitslosigkeit auf historischem Hoch Antworten mit Zitat
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/OECD-warnt-Jeder-Zehnte-findet-2010-keine-Arbeit/story/24362779

_________________
“Der reissende Strom wird gewalttätig genannt, aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig!” (B. B.)
www.banlieue.blogsport.de
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lazlo wanda



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Arbeitskampf auf eigene Faust
Vor 40 Jahren rollte mit den »Septemberstreiks« eine riesige Ausstandswelle durch die Bundesrepublik

Zum 40. Mal jährt sich in diesem Jahr der Septemberstreik, bei dem 1969 mehr als 140 000 Beschäftigte bundesweit ohne die Unterstützung ihrer Gewerkschaften innerhalb von zwei Wochen die Arbeit niederlegten.

http://www.neues-deutschland.de/artikel/155931.arbeitskampf-auf-eigene-faust.html
19. September 2009, 10:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Situation bei Opel hätte ja echt das Potential ein internationaler Arbeitskampf zu werden (Abbau in Deutschland, Belgien, Spanien, ...). Leider scheint es so zu werden, dass alle für "ihren Standort" kämpfen:

Zitat:
Poker um Arbeitsplätze

Von Ingo Niebel und Raoul Wilsterer

Am heutigen Montag wird die Pokerrunde um Opel-Arbeitsplätze eröffnet. Dann treffen sich Medienberichten zufolge am Konzern-Stammsitz in Rüsselsheim »zu ersten Gesprächen« (Welt am Sonntag) Mitglieder des Steuerungskomitees des europäischen Betriebsrats von Opel/Vauxhall sowie die Arbeitsdirektoren und die Produktionsbereichsleiter von Magna und Opel.

Konkrete Plandaten des Managements von Magna, des kanadisch-österreichischen Automobilzulieferers und neuen Opel-Mehrheitseigners, kursierten bereits am Wochenende. Sie bestätigten Magnas »Businesskonzept« von Mitte Juli. »Laut ranghoher Verhandlungskreise« (AFP) sollen allein in den Traditionswerken Rüsselsheim und Bochum mehr als 3800 Arbeitsplätze vernichtet werden. Konkret: In Bochum 2045 und in Rüsselsheim 1817 – 1100 davon in der Verwaltung. In Kaiserslautern würden 283 Stellen gestrichen, während das hypermoderne Werk Eisenach verschont bliebe. Das solle durch die »Verlagerung von Produktionskapazitäten« aus dem spanischen Saragossa nach Thüringen ermöglicht werden, so die Argumentation der neuen Konzernherren.

Doch mußten diese erstmals aus Saragossa massive Gegenwehr registrieren. Dort demonstrierten am Samstag weit über 15000 Menschen in einem beeindruckenden Zug durch die Hauptstadt Aragóns gegen die Übernahme des Werks Figueruelas, wo das Modell »Corsa« produziert wird, durch Magna. »Wenn das nicht in Ordnung gebracht wird, gibt es Streik, Streik, Streik«. 20000 Stellen sind in der Region, in der die Arbeitslosenquote schon jetzt bei 19 Prozent liegt, in Gefahr, wenn Magna seine Pläne umsetzt.

»Europa höre, Aragón steht im Kampf«, riefen die Demonstranten, die dem Motto des Betriebsrates »Für einen umsetzbaren Unternehmensplan – das bedeutet Arbeit und Zukunft für Aragón« gefolgt waren. Aufgerufen hatten die sozialdemokratische Allgemeine Arbeiterunion (UGT) und die Arbeiterkommissionen (CCOO), die der Vereinigten Linken (IU) nahestehen. Unterstützung erhielten sie neben Vertretern der Regionalregierung auch vom Bürgermeister von Saragossa, Juan Alberto Belloch (PSOE).

In Spanien hätte man wie in Belgien und Großbritannien den Opel-Verkauf an den zweiten Bieter RHJI favorisiert. Der spanische Industrieminister Mi­guel Sebastián (PSOE) konstatierte am Samstag: »Je mehr wir davon (den Magna-Plänen – jW) wissen, desto weniger gefallen sie uns.« Er beklagte die fehlenden Informationen seitens der neuen Opel-Besitzer und monierte den überraschenden Sinneswandel bei General Motors (GM). Die US-Amerikaner hätten den Verkauf an Magna »niemals als die beste Option angesehen«.

In Saragossa erklärte der Betriebsrat, daß Figueruelas das »effizienteste GM-Werk in Europa« sei; 7500 Beschäftigte produzierten pro Jahr 500000 Fahrzeuge. In Bochum widersprach derweil Betriebsratschef Rainer Einenkel Berichten, wonach in Bel­gien günstiger als in Bochum produziert wird: »Die Bochumer Produktion ist 200 Euro pro Auto kostengünstiger als in Antwerpen«, erklärte er. Zugleich kritisierte er die Magna-Pläne, das Opel-Getriebewerk in Bochum mit 650 Mitarbeitern zu schließen und die Fertigung nach Österreich zu verlagern.

Das Pokern um die jeweiligen Arbeitsplätze an den jeweiligen Standorten hat offenbar begonnen. Ein europäi­sches Konzept der Opel-Arbeitervertreter liegt nicht vor.

20. September 2009, 22:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Bei Vestas (siehe einige Seiten weiter hinten) wird ja noch immer gekämpft:

Rotorenblätter als Druckmittel

Mit einem Protestcamp vorm Werkstor kämpfen englische Arbeiter weiter für die Vestas-Fabrik

Von Christian Bunke

Auf der britischen Isle of Wight kämpfen Arbeiter weiter um die Wiederöffnung der Vestas Windturbinenfabrik. Vestas will die Fabrik voraussichtlich stilllegen und erst bei besserer Wirtschaftslage wiedereröffnen. Für die Arbeiter sind derlei Pläne nicht hinnehmbar, denn Vestas ist der einzige stabile Arbeitgeber auf der südenglischen Insel. Daneben gibt es nur prekäre, saisonale Jobs im Tourismus.
20. September 2009, 22:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Robert Kurz: Wer reguliert was?
20. September 2009, 22:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Rumänien:

Streik gegen Einsparungen

20. September 2009, 17:56

Gehälter von Beamten wurden wegen Krise gekürzt
20. September 2009, 23:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Unglaublich! Die Opel-Betriebsräte aus verschiedenen Ländern rechnen die Kosten ihrer Produktion aus, um ihre Arbeitsplätze auf kosten der anderen zu retten, um zu beweisen, "wie billig" sie produzieren können:

Zitat:
Während der Antwerpener Betriebsrat die Fabrik für kostengünstiger hält als den Konkurrenzstandort Bochum, kommt man im Ruhrgebiet zum gegenteiligen Ergebnis. Um 200 Euro sei die Produktion des Astra hier billiger als in Belgien, heißt es in einem von Betriebsrat und IG Metall in Bochum verbreiteten Flugblatt. Allerdings ist auch das Werk in Nordrhein-Westfalen ist von den Abbauplänen stark betroffen. 2045 der insgesamt rund 6000 Arbeitsplätze sollen hier nach Betriebsratsangaben vernichtet werden. »Bis heute gibt es keine detaillierte Begründung für diesen Personalabbau. Wir werden alles tun, um diese Zahlen zu reduzieren«, so die Beschäftigtenvertreter aus Bochum. Im Gegenzug für Zugeständnisse beim Lohn fordern sie »eindeutige Mitbestimmungs- und Vetorechte, um Werksschließungen und Kündigungen zu verhindern«. Auch Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz lehnte den genannten Abbau ab: »Das sind Planzahlen, die wir so nicht akzeptieren«, erklärte er gegenüber Medienvertretern.

aus der Jungen Welt

21. September 2009, 21:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Financial Times Deutschland - Wahrheit unerwuenscht
22. September 2009, 10:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Financial Times Deutschland - Wahrheit unerwuenscht


Aber es läuft doch alles gut mit der Wirtschaft? Schliesslich wurden die Prognosen kräftig nach oben korrigiert....
22. September 2009, 13:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Endlich, der Aufschwung!


--> das neue wildcat-editorial

http://www.wildcat-www.de/wildcat/85/w85_edi.htm#fn1

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23. September 2009, 00:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Bundestagswahl: Vorbereitungen auf eine Regierung der sozialen Konfrontation

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Ein Mitglied der Opel-Basisgruppe "Gegenwehr ohne Grenzen" schätzt die Lage im Betrieb aus sicht der Arbeiter ein. Auch er ist der Meinung, dass die Strategie der Gewerkschaft eine internationale Solidarisierung untergräbt:

Zitat:
W.S.: Zurzeit besteht die Gefahr, dass das GM-Werk in Antwerpen geschlossen wird. Am 23. September ist dort eine Protestdemonstration geplant, was auch dringend notwendig ist. Aus Bochum wird es allerdings keine große Beteiligung geben. Der Betriebsrat in Antwerpen hat schon vorgerechnet, dass die Autoproduktion dort preisgünstiger als in Bochum ist. Solange die Standorte gegeneinander konkurrieren, ist eine europaweite Solidarität schwer möglich.


Das ganze (Kurz-)Interview
23. September 2009, 01:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Telepolis über den vermeintlichen Aufschwung:

Hurra, der (Pseudo-) Aufschwung ist da!
23. September 2009, 01:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Opel-Saga geht weiter. In Belgien demonstrierten 5000:

Zitat:
Solidarität in Belgien

Von Herbert Wulff

Rund 5000 Beschäftigte haben am Mittwoch in Antwerpen für den Erhalt des dortigen Opel-Werks demonstriert. An der Aktion nahmen auch mehr als 700 Gewerkschafter der vier deutschen Standorte des Autobauers teil, die meisten von ihnen aus dem Motorenwerk Kaiserslautern. Andere europäische Opel-Belegschaften entsandten ebenfalls Delegationen in die belgische Hafenstadt.

»Antwerpen muß leben, Antwerpen wird leben«, so Rudi Kennes, Betriebsratschef des belgischen Standortes und stellvertretender Vorsitzender des Europäischen Arbeitnehmerforums (EEF) bei Opel, in seiner Ansprache. Bei der vom neuen Eigentümer Magna geplanten Arbeitsplatzvernichtung müsse es eine »faire Verteilung der Lasten geben«. Auf einer Pressekonferenz im Anschluß an die Kundgebung betonte Kennes: »In den offiziellen Gesprächen ist nie von Magna gesagt worden, daß sie das Werk schließen wollen.«

Europaweit sollen den Kürzungen rund 10500 Arbeitsplätze und damit jede fünfte Stelle zum Opfer fallen. »Wir akzeptieren diese Zahlen nicht«, stellte Peter Scherrer, Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB), klar. Die Belegschaften seien zwar zu Einsparungen bereit, aber nur unter der Bedingung der Vermeidung von Werksschließungen und betriebsbedingter Kündigungen. »Wenn wir jetzt nicht für Antwerpen kämpfen, wird morgen Bochum oder irgendeine andere Fabrik an der Reihe sein«, sagte Scherrer.

Bochum, wo wie in Antwerpen das Modell Astra gebaut wird, steht nach Logik der Konzernspitze in direkter Konkurrenz zu der belgischen Fabrik. An dem Ruhrgebietsstandort sollen der Getriebebau eingestellt und insgesamt 2045 Arbeitsplätze vernichtet werden. »Wir werden nicht akzeptieren, daß Antwerpen gegen Bochum ausgespielt wird«, betonte Scherrer. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz ergänzte: »Wir werden uns nicht spalten lassen. Wir sind eine europäische Belegschaft.«

Franz bekräftigte die Bereitschaft »der Belegschaft«, Lohnkürzungen im Umfang von 265 Millionen Euro hinzunehmen. »Wir sehen alle die Notwendigkeit für Restrukturierung, und wir sehen alle die Notwendigkeit für Kapazitätsanpassungen.« Die Jobvernichtung müsse jedoch »sozialverträglich« umgesetzt werden.

Die Verhandlungen zwischen den europäischen Beschäftigtenvertretern und der Konzernspitze sollen am Freitag in Rüsselsheim fortgesetzt werden. Er sei sich »absolut sicher«, daß es nicht bei der Zahl von 10500 Stellenstreichungen bleiben werde, erklärte der Eisenacher Betriebsratsvorsitzende Harald Lieske am Mittwoch im MDR. Dies sei lediglich die »Maximalforderung« von Magna.

Die EU-Kommissare Günter Verheugen und Neelie Kroes betonten erneut, die Europäische Union werde deutsche Finanzhilfe für Opel »sehr genau prüfen«. Verheugen erklärte am Mittwoch im ZDF: »Es kann nicht angehen, daß ein Land eine Lösung zu Lasten von anderen finanziert.«

General-Motors-Chef Frederick Henderson stellte unterdessen klar, daß der US-Mutterkonzern auch nach dem Verkauf der Mehrheitsanteile einen entscheidenden Einfluß bei »New Opel« ausüben will. »Wir werden substantiell die Kontrolle über die Produkt- und Motorenentwicklung behalten, sprich über das geistige Eigentum, sowie über den globalen Einkauf«, so Henderson in der Zeitschrift Auto, Motor und Sport (Donnerstagausgabe). Zudem stellte er klar, daß »mindestens ein Werk« schließen müsse. »Antwerpen ist hier eine Option, final entschieden ist aber noch nichts.«

24. September 2009, 00:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Auch die Ukraine in der Krise:

Ukrainer sehen schwarz

Konjunktureinbruch, Abwertung der Währung, extreme Staatsverschuldung: Die Bürger des ­osteuropäischen Landes haben kaum Hoffnung auf Ende der Talfahrt
24. September 2009, 01:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Mit den deutschen Opel-Gewerkschaftern ist definitiv kein Internationalismus zu machen:

Zitat:
Auf die Solidarität der deutschen Gewerkschaften können die belgischen, britischen und spanischen Beschäftigten nicht hoffen. Tatsächlich haben die IG Metall und der deutsche Betriebsrat stets offensiv für den Opel-Verkauf an Magna gekämpft [5] - in Kenntnis der Pläne, überdurchschnittlich Jobs außerhalb Deutschlands abzubauen. Wer "nicht wettbewerbsfähig aufgestellt" sei, müsse einer Stellenstreichung "ins Gesicht schauen", erklärte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz schon in der vergangenen Woche. Zudem müssten die Opel-Arbeiter in Belgien, Großbritannien und Polen der Bundesregierung für ihren Einsatz für den Magna-Deal dankbar sein, denn "ansonsten wären diese Standorte insolvent" geworden. Franz sagte über die Stellenstreichungen im europäischen Ausland: "Ich sehe das nicht so dramatisch". Der Mann steht auch dem europäischen Betriebsrat von Opel vor [6], der die Interessen der nichtdeutschen Opel-Beschäftigten mitzuvertreten vorgibt und am heutigen Mittwoch Krisengespräche führt.

Ganzer Text hier: Weitere Opfer nicht ausgeschlossen

24. September 2009, 01:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Auch in Indien gehts rund:

Zitat:
Nach Entlassungen - Aufgebrachte Arbeiter lynchen Manager

Schreckliche Gewalttat in Südindien: Nach der Entlassung mehrerer Kollegen haben Mitarbeiter eines großen Autozulieferers den Vizepräsidenten ihrer Firma zusammengeschlagen. Der Manager erlag im Krankenhaus seinen schweren Kopfverletzungen.

Neu-Delhi - Wie der Nachrichtensender NDTV am Mittwoch meldete, wurde der Vizepräsident von Pricol Limited am Vortag in dem Werk in der südindischen Stadt Coimbatore von Arbeitern angegriffen. Roy George erlag wenig später im Krankenhaus seinen Kopfverletzungen.

Zuvor seien 42 Mitarbeiter der Firma entlassen worden. Daraufhin hätten aufgebrachte Arbeiter randaliert. Als der 46 Jahre alte Vizepräsident und andere Manager hätten einschreiten wollen, seien sie mit Eisenstangen und Stöcken geschlagen worden.

Vor einem Jahr war der Indien-Chef eines italienischen Autozulieferers von gekündigten Mitarbeitern erschlagen worden. Indische Manager haben gewarnt, dass solche Vorfälle zu einem Imageschaden für den Standort Indien führen könnten.


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,650844,00.html
24. September 2009, 01:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Das ganze (Kurz-)Interview


Zitat:
Es gibt in der Linken kaum Diskussionen über die betrieblichen Auseinandersetzungen. Wenn es Stellungnahmen und Flugblätter gibt, sind die oft sehr oberflächlich. Dort werden häufig Forderungen aufgestellt, die unrealistisch sind und am Diskussionsstand im Betrieb vorbeigehen. Ich denke da an die Forderungen nach Fabrikbesetzungen oder Produktkonversion, die abstrakt richtig sind, aber weder die konkrete Situation der Beschäftigten berücksichtigen noch die Frage der Macht und der Zeitdauer genereller Veränderungen. So trägt man eher noch mehr zur Resignation der Belegschaft bei. Ich habe manchmal den Eindruck, dass sich manche Linke wie Feldherren ohne Truppen aufführen.


Kommt mir oft auch so vor...

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
24. September 2009, 17:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
http://www.youtube.com/watch?v=9XFFV9rb5w8




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04. Oktober 2009, 14:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Buchrezension von Christian Frings in der Gewerkschaftszeitung express:

Geschichte wird gemacht – aber wie?

»Aufstand der Armen« – neu gelesen von Christian Frings


Also wenn da jemand an das Buch rankommt, ich würd gern eines kriegen.

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15. Oktober 2009, 17:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
fräulein else



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Beitrag Sun baut 3 000 stellen ab Antworten mit Zitat
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sun-baut-3000-Arbeitsplaetze-ab-834595.html

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
21. Oktober 2009, 10:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Vortrag von Lucas Zeise zum Verlauf der Krise.

Gesendet bei Radio Darmstadt am 20.10.2010.

Lucas Zeise ist Mitbegründer der Financial Times Deutschland und schreibt Beiträge nicht nur dort, sondern bspw. auch in der Lunapark21. In zwei Büchern hat er sich mit der Finanzkrise und der ihr zugrunde liegenden Weltwirtschaftskrise auseinandergesetzt:

Ende der Party - Papyrossa 2008.
Geld - der vertrackte Kern des Kapitalismus - Papyrossa 2010.

Vortrag: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=36753
21. Oktober 2010, 17:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Bundestag verabschiedet Sparpaket

Ein Jahr nach Amtsantritt hat die schwarz-gelbe Bundesregierung zentrale Gesetzesvorhaben durchs Parlament gebracht. Der Bundestag billigte mit schwarz-gelber Mehrheit das Energiekonzept der Regierung, das Unternehmen und Bürgern in den nächsten vier Jahrzehnten Milliardeninvestitionen abfordert. Dazu gehören längere Atomlaufzeiten, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie ehrgeizige Klimaziele. Die Parlamentarier beschlossen ebenfalls große Teile des umstrittenen 80-Milliarden-Sparpakets, das teils tiefe Einschnitte für Millionen Arbeitslose und Familien mit sich bringt.

Zentraler Punkt des Energiekonzepts ist die Verlängerung der Atomlaufzeiten um acht bis 14 Jahre.

Mit dem am Abend ebenfalls gebilligten Haushaltsbegleitgesetz will die Regierung bis Ende 2014 rund 20 Milliarden Euro einsparen. Es sieht vor, dass für Hartz-IV-Empfänger kein Rentenbeitrag mehr gezahlt wird. Auch der befristete Zuschlag beim Übergang vom Arbeitslosengeld I in Hartz IV fällt weg, ebenso das Elterngeld.

Auch eine nach Entfernung in drei Stufen gestaffelte Flugsteuer soll in Zukunft zur Haushaltssanierung beitragen. Flugtickets werden daher für nächstes Jahr mit einem Extra-Aufschlag belastet. Die neue Luftverkehrsteuer beträgt 8,25 oder 45 Euro - je nach Entfernung des Flugziels.

Außerdem sollen 200 Millionen durch die geplante Erhöhung der Tabaksteuer wieder hereingeholt werden.

http://de.indymedia.org/2010/10/293157.shtml

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29. Oktober 2010, 12:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Käptn Kiff



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the luck of the irish!

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Irland-knickt-ein/story/18844745

box anschauen, auszahlungen an GR werden vertagt.

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17. November 2010, 10:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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18. November 2010, 22:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Beitrag der nächste bitte! Antworten mit Zitat
http://www.handelsblatt.com/politik/international/eurokrise-das-naechste-irland-heisst-portugal;2697898

Zitat:
Portugal sei nicht Irland, sein Land brauche «keinerlei Hilfe», sagte Regierungschef José Socrates am Montag in Lissabon. Wegen des Antrags auf Milliarden-Hilfen gerät die irische Regierung im eigenen Land zunehmend in Bedrängnis und wird von der EU zu Steuererhöhungen gedrängt.


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23. November 2010, 10:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
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Wie sie alle von sich selbst überzeugt sind. lol

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23. November 2010, 15:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Käptn Kiff



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Hehe das hast du wohl falsch verstanden, das ist so im stil von türsteher der dir beim hinausgehen "hilft". kein schwein (pig) will rettungskredite, denn damit holt man sich diverse auflagen ins haus (steuererhöhungen und weiss der geier was..).

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23. November 2010, 16:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Zinsen-fuer-Portugals-Staatsanleihen-explodieren/story/16316834

Zitat:
Die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst streiken seit heute Morgen gegen die Sparpläne der Regierung – es ist der umfassendste Ausstand seit 20 Jahren. Ämter, Schulen, Gericht und Müllabfuhr sind weitgehend ausser Gefecht. Das weckt weitere Zweifel an der Fähigkeit der Staatsführung, das Land aus der schweren Haushaltskrise zu führen


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24. November 2010, 12:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Hier ein interessanter Blog-Eintrag zur aktuellen Situation.

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
27. November 2010, 22:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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http://nestormachno.blogsport.de/

DIE SACHE MIT DEN EUROBONDS

Der Euro bleibt weiter im Gerede, was seinem Kurs nicht gut tut. Während Irland gerade „gerettet“ wurde, unter heftigem Gerangel bezüglich der Bedingungen, die an diese Finanzhilfe geknüpft waren, stehen nicht nur die nächsten Kandidaten für dergleichen Manöver schon in der Warteschlange, sondern es zeigt sich auch am vorigen Problemfall, daß allen Sprachregelugen zum Trotz das Sparpaket, das Griechenland im Frühjahr verordnet wurde, nicht zu der angestrebten „Sanierung des Staatshaushaltes“ geführt, sondern die Wirtschaft des Landes weiter zerrüttet, und das Verhältnis von Staatseinnahmen und -ausgaben keineswegs verbessert hat.

Die Aussichten für die Zukunft sind also so, daß immer mehr Euro-Mitgliedsstaaten mit EU-Krediten gestützt werden müssen, und zwar als Dauerprogramm: Ihre Ökonomie ist aufgrund der internationalen und Inner-EU-Konkurrenz überwiegend zu einem Markt für die erfolgreicheren EU-Staaten geworden, die Handelsbilanz ist negativ, und ein immer größerer Teil der Staatsausgaben muß durch Kredit finanziert werden, weil bei schrumpfender Ökonomie notgedrungen auch das Steueraufkommen zurückgeht: Arbeitslose zahlen keine Steuern, und Unternehmen wandern ab. Und gekauft wird selbstverständlich auch weniger, wenn alle pleite sind.

Die erfolgreich produzierenden und exportierenden EU-Mitgliedsstaaten wie Frankreich und Deutschland finanzieren also auf lange Sicht ihre eigenen Absatzmärkte mit diesen „Rettungspaketen“.

Angesichts dieser Perspektive hat der luxemburgische Oberhäuptling Juncker vorgeschlagen, gemeinsame Anleihen unter dem Namen Eurobonds herauszugeben. Seine Idee dabei war offenbar, daß dann die Risikoaufschläge auf nationale Anleihen entfallen, der Zinssatz sich vereinheitlicht und dadurch erstens Rettungsaktionen unnötig werden, zweitens die einzelnen Volkswirtschaften durch diesen einheitlichen Zinssatz neue Impulse erhalten würden.
Das wiederum wurde von verschiedenen Staaten, die diese „Rettungspakete“ nicht brauchen, sondern schnüren, heftigst zurückgewiesen: Sie wollen nämlich ihren eigenen nationalen Kredit nicht dadurch gefährden, daß sie mit ihm für die Verschuldungsfähigkeit derjenigen Staaten einstehen, die sich wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast befinden. Stattdessen wollen sie den betroffenen Regierungen noch mehr dreinreden dürfen als bisher. Am liebsten würden Merkel und Sarkozy Länder wie Griechenland und Irland unter ihr persönliches oder nationales Kuratel stellen.

Das ganze lebt erstens von der dummen Vorstellung, es läge nur an der richtigen Wirtschaftspolitik, um eine ins Hintertreffen geratene Nationalökonomie wieder in Schwung zu bringen. Zweitens ist es auch von der Lüge begleitet, daß man mit Einschränkungen die Wirtschaft voranbringt: „Angemessene haushaltspolitische Maßnahmen und Strukturreformen, die das Wachstum wieder anschieben“ (EZB-Ratsmitglied Mario Draghi) schauen nämlich nicht so aus, daß an allen Ecken gekürzt wird, sondern im Gegenteil, da wird fest hineingebuttert – das sah ja die BRD-Regierung vor ein paar Jahren genau so, als sie die Maastricht-Kriterien mißachtete. Auf diese Art, mit staatlichen Wirtschaftshilfen und Infrastrukturprojekten wird nämlich Zahlungsfähigkeit geschaffen, als Voraussetzung – aber nicht Garantie! – für lohnende Geschäfte.

Griechenland und Irland hat es erwischt, bald ist Portugal dran.
Was das für den Euro bedeutet, wird die Zukunft weisen. Eines kann man aber schon heute feststellen: Nichts Gutes.

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13. Dezember 2010, 10:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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wenn ich richtig gerechnet habe hat die USA in den letzten zwei Jahren jeden Tag! 2.74 Milliarden Dollar Schulden gemacht!!

auf infopartisan gefunden:
http://www.heise.de/tp/blogs/8/149023

Zitat:

US-Staatsschulden überschreiten 14 Billionen US-Dollar
Die Mehrheit der Amerikaner spricht sich für Steuererhöhungen bei den Reichen aus

Die staatlichen Schulden der USA haben Ende Dezember die Marke von 14 Billionen US-Dollar überschritten. Für die letzte Billion waren gerade einmal sieben Monate notwendig, im Juni des vergangenen Jahres lag der Schuldenstand noch bei 13 Billionen, Ende 2008 bei 10 Billionen (in Deutschland beträgt die Staatsverschuldung über 1,7 Billionen Euro). Im Februar hatte US-Präsident Obama erst die Grenze für die Staatsverschuldung auf fast 14,3 Billionen erhöht, jetzt muss das Weiße Haus im Kongress schnell eine weitere Erhöhung durchsetzen.

Das dürfte nicht ganz einfach sein, weil der Widerstand vieler republikanischer Abgeordneter erst einmal groß sein wird. Sie werden eine Zustimmung zunächst nur zusagen, wenn drastische Sparmaßnahmen beschlossen werden. Fragt sich natürlich wo, im Visier stehen wohl die Ausgaben für soziale Sicherung und Gesundheit. Politisch könnten die Republikaner durchaus von den Bürgern abgestraft werden, wenn sie dafür verantwortlich gemacht werden, dass der Staat handlungsunfähig wird, was jeder spüren würde.

Nach einer aktuellen Umfrage von Vanity Fair und CBS stehen die Zeichen derzeit nicht so günstig für die Republikaner. 61 Prozent der Befragten sind dafür, vor jeder anderen Maßnahme erst einmal die Steuern für die Reichen zu erhöhen. Die Republikaner hatten sich erst wieder erfolgreich um die Umsetzung der unter Bush beschlossenen Steuerkürzungen stark gemacht, die vor allem die Reichen und Superreichen entlasten. Das scheint bei der Mehrheit der Menschen, wenig überraschend, nicht so gut anzukommen.

An zweiter Stelle der Sparliste kommt in weitem Abstand mit 20 Prozent der Rüstungsetat. Die Amerikaner scheinen der Kriege müde zu sein, auch die Zustimmung zum Afghanistan-Krieg ist nach einer CNN-Umfrage drastisch eingebrochen. Nur noch 35 Prozent stehen dahinter, bei den republikanischen Wählern eine Mehrheit, während sich bei den Unabhängigen und Demokraten 70 Prozent gegen den Einsatz aussprechen.

Die von einigen Republikanern gewünschten Einsparungen bei Medicare und der Social Security sind kein Thema, mit dem man politisch reüssieren kann. Gerade einmal 4 bzw. 3 Prozent hatten dies genannt, um das staatliche Haushaltsdefizit wieder ins Lot zu bringen. Selbst 46 Prozent derjenigen, die mehr als 100.000 Dollar pro Jahr verdienen, sprechen sich für die Reichensteuer aus, allerdings finden sich in dieser Gruppe auch die meisten, die Einsparungen bei Medicare (10%) und der Social Security (6%).


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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
04. Januar 2011, 23:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Käptn Kiff hat Folgendes geschrieben:
Hehe das hast du wohl falsch verstanden, das ist so im stil von türsteher der dir beim hinausgehen "hilft". kein schwein (pig) will rettungskredite, denn damit holt man sich diverse auflagen ins haus (steuererhöhungen und weiss der geier was..).


dazu hat amelie was verfasst:

http://nestormachno.blogsport.de/2011/01/12/anlaesslich-neuer-kandidaten-fuer-kredithilfe/

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13. Januar 2011, 10:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Beitrag jetzt werden federn gelassen Antworten mit Zitat
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Hartnaeckige-Geruechte-um-eine-griechische-Umschuldung/story/29358943

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25. Januar 2011, 14:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Zitat:
Vielleicht wäre das adäquate Modell der Krimi, besser gesagt die besondere Gattung der Detektivgeschichte, der Roman noir. Es ist kein Zufall, dass dieses Genre in den USA der großen Depression entstanden ist und dass sein Begründer, Dashiell Hammett, Kommunist war. Der Detektiv ist ein Marxist, der die sozialen Missstände methodisch enthüllt. Allerdings wäre diese narrative Form den beiden Erzählmustern vorzuziehen, die momentan das Feld besetzen. Wir haben einerseits eine Kapitalismuskritik, die sich mit abstrakten Kategorien befasst (Kapital, Arbeit, Wert, Produktion, Finanz und den Widersprüchen zwischen ihnen) als ob sich diese Kategorien nicht in konkreten Tätern und Entscheidungsträgern eingefleischt hätten. So akkurat solche Analysen sein mögen, sie bleiben in der Abstraktion gefangen, die sie kritisieren wollen. An ihnen haftet ein theologischer Erzählungsstil, als ob von Göttern und Teufeln die Rede wäre, die sich im Olymp des Kapitals streiten würden.


von hier.

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25. Januar 2011, 16:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://www.neues-deutschland.de/artikel/195573.schuldenkrise-erreicht-den-norden.html

http://www.neues-deutschland.de/artikel/195572.erholung-in-zwei-geschwindigkeiten.html

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
15. April 2011, 00:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Italien droht Schuldenkrise – Euro reagiert mit Kurseinbruch

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23. Mai 2011, 21:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Uh jetzt aber - Dominosteine?

Auch Belgien im Visier der Märkte

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23. Mai 2011, 21:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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dieser vortrag von samir amin zur krise ist zwar schon vor etwa einem jahr gehalten worden, wurde aber erst vor 10 tagen online gestellt:



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A slave is one who waits for someone to come and free him. - Ezra Pound
25. Mai 2011, 19:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Und täglich grüsst die Eurokrise

Zitat:
Wie auch immer die «Lösung» aussieht, die diesmal präsentiert wird, sie wird im besten Fall einige Märkte erneut vorübergehend beruhigen und dem Euro ein kleines Zwischenhoch ermöglichen. Letztlich kauft man mit den Hilfspaketen aber nur Zeit. Und wenn sie abläuft, wird die Krise erneut zuschlagen. Nur mit grösserer Wucht – wie bisher noch jedes Mal.


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01. Juni 2011, 16:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Tomasz Konicz: Transatlantischer Schuldenturmbau im Vergleich

Zitat:
Die Schuldenberge in den USA, Spanien, Griechenland oder Portugal sind nicht Resultat einer fahrlässigen Haushaltspolitik, imperialen Größenwahns oder südländischen Schlendrians, sondern einer tief gehenden systemischen Krise kapitalistischer Warenproduktion, die an ihrer Überproduktivität erstickt und folglich nur noch durch massenhaften Kredit am Laufen erhalten werden kann.


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06. Juli 2011, 20:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Markus Gärtner, Journalist des Manager Magazins zum Point of No Return im Finanzdrama:

Zitat:
Ich hatte vor diesem Augenblick lange Angst. Denn er bedeutet, dass auf die Finanzkrise, die Rezession und die Kollektivierung der Verluste aus Bankbilanzen nun unausweichlich die dritte Phase folgt: Die soziale Krise.


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11. Juli 2011, 13:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Peter Trotzigs Kommentar zur aktuellen Phase der Krise:

http://www.trend.infopartisan.net/trd7811/t297811.html

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11. Juli 2011, 16:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Die Gruppe "Blaumachen" aus Griechenland hat einen Text zum aktuellen Stand der Krise geschrieben. Blaumachen zufolge sind wir in einer Übergangsphase der Krise: der Ära der Riots.

http://libcom.org/library/transitional-phase-crisis-era-riots

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13. Juli 2011, 15:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Goldpreis unterwegs zum längsten Höhenflug seit 90 Jahren

Zitat:
Angesichts der Turbulenzen an den Märkten suchen die Anleger vermeintlich sichere Investments. Davon profitieren Währungen wie der Schweizer Franken und Edelmetalle wie Gold - das in Richtung 1600 Dollar marschiert.


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13. Juli 2011, 19:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Wetten auf die Apokalypse

Tomasz Konicz 18.07.2011

Selbst das Finanzkapital glaubt nicht mehr an den Fortbestand des Kapitalismus – und wette auf neue Krisenschübe.

Die größte Stärke des Kapitalismus bestehe laut dem Mantra seiner Apologeten in der nahezu unerschöpflichen Anpassungsfähigkeit, mit der dieses Marktsystem selbst die größten Herausforderungen und Krisen meistern könne – es komme nur auf die richtigen profitträchtigen Anreize an. Wie diese sagenumwobene kapitalistische Anpassungsleistung in der Praxis der gegenwärtigen Krise vonstattengeht, kann derzeit am Beispiel der neuen Investmentkategorie der sogenannten „Black Swan Funds“ (Schwarzer-Schwan-Fonds) studiert werden. Diese sich immer größerer Popularität erfreuende und auf den Finanzmärkten gehandelte Fondsart ist je nach Zusammensetzung darauf ausgelegt, von Krisenschüben, Staatspleiten oder Wirtschaftszusammenbrüchen zu profitieren. Benannt ist diese apokalyptische Geldanlage nach der in Finanzkreisen beliebten Denkfigur des Schwarzen Schwans, mit der unvorhergesehene und extreme Ereignisse von weitreichender Tragweite bezeichnet werden. mehr

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18. Juli 2011, 13:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Da sind einige aber ziemlich nervös:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Panikverkaeufe-lassen-Boersen-abstuerzen-/story/10751933

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04. August 2011, 19:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Da sind einige aber ziemlich nervös:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Panikverkaeufe-lassen-Boersen-abstuerzen-/story/10751933


Ich übrigens auch. Wenn auch ganz anders.

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04. August 2011, 23:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Eurozone crisis resembles US turmoil in 2008

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06. August 2011, 12:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Politik in der Krisenfalle

Wieso weder Washington noch Brüssel die Weltwirtschaftskrise mittels politischer Maßnahmen überwinden können

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15. August 2011, 18:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Ach übrigens sind die Börsen der Welt mal wieder abgekackt, aber das ist ja mittlerweile normal :)

Dow Jones folgt DAX und SMI in den Keller

Zitat:
Die Furcht vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise auf die USA sowie vor einer neuen Rezession hat der Wall Street herbe Verluste eingebrockt. Auch der SMI schloss mit über 4 Prozent im Minus.


Edit: Die ganze Chose in Charts: http://www.querschuesse.de/charts-vom-18-08-2011/

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19. August 2011, 00:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Ach übrigens sind die Börsen der Welt mal wieder abgekackt, aber das ist ja mittlerweile normal :)

Dow Jones folgt DAX und SMI in den Keller

Zitat:
Die Furcht vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise auf die USA sowie vor einer neuen Rezession hat der Wall Street herbe Verluste eingebrockt. Auch der SMI schloss mit über 4 Prozent im Minus.


Edit: Die ganze Chose in Charts: http://www.querschuesse.de/charts-vom-18-08-2011/


Was ich auch schon seit längerem am erzählen bin, schreibt ein Kommentar unter diese Charts:

der-oekonomiker - 19. August 2011 hat Folgendes geschrieben:

Wie immer, sehr interessante Charts. Zeigen aber nur die “halbe” Banken-Wahrheit. Es sind nicht nur die franz., ital., span., usw., Banken, die under water stehen. Der absolute Wahnsinn passiert doch gerade in der Schweiz, dem Fels in der Brandung, wie uns der Kurs des CHF seit geraumer Zeit suggeriert. Aber Achtung: Die Schweiz ist ein riesiger Hedge Fonds. Das Land hat für seine beiden Großbanken UBS und CS Garantien abgegeben, die jeden Schweizer mit sagenhaften 4,5 Mio. CHF ins Obligo stellen. Das hat bisher kein Land der Welt mit seinen Bürgern gemacht. Deutschland bringt es auf ca. 20.000 Euro p. Kopf. Was wird passieren, wenn UBS und CS ihre Bilanzen bald berichtigen müssen? Das Leverage dieser Banken steht dem von SoGen u. a. gerade Verdächtigen in Nichts nach. Alles völlig durchgeknallt.


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19. August 2011, 12:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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http://www.materialien.org/texte/hartmann/neueAutonomie_2011.pdf
http://www.materialien.org/texte/hartmann/RevoltenA_2011.pdf

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03. September 2011, 13:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag „Die Krise ist zurück!“ Antworten mit Zitat
Das Ergebnis von 4 Jahren Krisenbewältigung

„Die Krise ist zurück!“

Seit Griechenland von seinen Euro-Partnern und dem IWF Kredit bekommen hat und die verlangten Maßnahmen zur Sanierung seines Haushalts tapfer voranbringt, sind nicht nur dort die Zahlungsnöte der Regierung immer größer geworden. Auch das Geschäft mit Staatsanleihen der Euro-Länder Irland und Portugal ist inzwischen total eingebrochen; die Zinsen bzw. Risikozuschläge für Staatsanleihen Spaniens und Italiens erreichen unvertretbare Höchstwerte. Jenseits des Atlantik steht es auch nicht gut: Da erkennt eine der drei wichtigen Rating-Agenturen den Staatsanleihen der USA nurmehr die Note „AA+“ zu und schickt damit die „Börsen auf Talfahrt“. Hinzu kommt: Mit der Weltkonjunktur sieht es gar nicht gut aus. Schuld daran und an den mittelfristig schlechten Aussichten sind nach verbreiteter Einschätzung nicht zuletzt die Sparbemühungen vieler Staaten, die andererseits wegen 'Krise' unvermeidlich sind... Eine dumme Sache, so eine Krise; eine, die Aufklärung verlangt.


Europas Staatsschulden sind also zu hoch. Fragt sich nur: Zu hoch für wen? Und für welchen Zweck?
Was zu viel ist, gehört gestrichen. Aber genau das darf nicht passieren.
In der Krise der Staatsschulden sind die verschuldeten Euro-Staaten als Garanten ihrer Schulden gefordert – also als Konkurrenten herausgefordert.
Auch die USA sind überschuldet – für die krisenhafte Zuspitzung sorgt die politische Spitze der Weltmacht selber.
Die Lösung für die USA: Ein Kompromiss im Haushaltsstreit, der Amerikas „Triple A“ beschädigt und einen weltweiten Börsenkrach auslöst.
Die Lösung für Europa: Ein finanzpolitischer Kraftakt zur Rettung der Euro-Zone, der den Fortgang der Krise bewirkt.
Die Leistung des Gemeinschaftswerks der Euro-Staaten: Verschärfter Konkurrenzkampf auf Ansage und Börsenkrach für alle
Die Krise als politische Chance – für ein Europa des Kapitals, wie Deutschland es sich wünscht

weiter lesen: http://www.gegenstandpunkt.com/gs/11/3/gs20113047h1.html

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
14. September 2011, 08:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Versteht wer diese Börsen? Da lese ich Hiobsbotschaft um Hiobsbotschaft:

Rezessionsangst: US-Konjunkturdaten schwächer als erwartet

Die US-Inflation schiesst durchs Dach

Europäischer Wirtschaft droht der Stillstand

Jeder sechste Grieche ist arbeitslos

Usw.

Gleichzeitig macht der DAX etwa genau um diese Zeit einen riesen Sprung (+ 100 Punkte innerhalb von wenigen Minuten) nach oben. Wie ist das möglich? Wurstfinger? Zyniker? Ausserirdische?

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15. September 2011, 14:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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das sagt das handelblatt dazu:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/notenbanken-befeuern-die-maerkte-dax-springt-in-die-hoehe/4610846.html

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argumentum ad baculum
15. September 2011, 15:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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http://www.heise.de/tp/artikel/35/35514/1.html

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19. September 2011, 14:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Genau 3 Jahre danach der nächste Schub. Auf höherem Level:


http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Der-Daemon-von-2008-kehrt-zurueck/story/19201522

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05. Oktober 2011, 13:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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der vierte teil des vortrags "Von der Finanz- zur Staatsschuldenkrise - Europas Staaten kämpfen um ihren Kredit und verarmen ihre Völker" erklärt die hetze gegen die griechen, warum sich die hilfspaketschnürer nur selbst helfen und warum die griechen wirklich am arsch sind.

http://doku.argudiss.de/data/11_09/eurokrise_rbg_0911_4.mp3

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11. Oktober 2011, 10:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Wal Buchenberg - Euroland ist angebrannt

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30. Oktober 2011, 21:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/11/01/Wirtschaft/Am-US-Finanzmarkt-zerrt-der-Pleitegeier?WT.zugang=ts_na11

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01. November 2011, 13:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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datentabelle zu den foodstamp-bezügern (usa) in den krisenjahren seit oktober 2007:

http://www.fns.usda.gov/pd/34SNAPmonthly.htm

info:

http://en.wikipedia.org/wiki/Supplemental_Nutrition_Assistance_Program

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02. November 2011, 13:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Käptn Kiff hat Folgendes geschrieben:
datentabelle zu den foodstamp-bezügern (usa) in den krisenjahren seit oktober 2007:

http://www.fns.usda.gov/pd/34SNAPmonthly.htm

info:

http://en.wikipedia.org/wiki/Supplemental_Nutrition_Assistance_Program



Hier eine eindrückliche Grafik dazu auf querschüsse:
http://www.querschuesse.de/45838-millionen-food-stamps-bezieher-im-august/

"Der Anstieg der Lebensmittelmarken-Bezieher auf Monatsbasis seit Januar 2006 im Chart. 45,837824 Millionen US-Bürger bezogen im August 2011 die moderne Version der Food Stamps, Lebensmittel per Kreditkarte für durchschnittliche 133,74 Dollar pro Person im Monat, auf Basis des staatlichen Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP).

Seit Januar 2006 ist die Zahl der Food Stamps Bezieher um +19,321 Millionen gestiegen! Aktuell beziehen 14,7% der Gesamtbevölkerung im imperialen PIGS staatliche Lebensmittelhilfen!

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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
02. November 2011, 23:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Immanuel Wallerstein sieht schwarz für den Kapitalismus:



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11. November 2011, 03:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Interview mit einem der dutzenden staatstreuen Sender: Sehen sie, ich bin auf der sicheren Seite. Es wird in den nächsten Monaten drunter und drüber gehen und ich werde immer nur sagen können; Ich habs schon immer gewusst und ich habs schon immer gesagt. Ich habe schon immer davon gesprochen und doch hat man in Radio und TV immer nur die Beteuerungen der «Experten» hören wollen. Nun habt ihr die Bescherung. Wenn ihr was dazu hören wollt, dann klopft an - ihr werdets eh nicht tun, ihr klammert euch immer nur ans Bestehende. Mehr hab ich dazu nicht zu sagen.

Übrigens: «Wir müssen uns davor hüten, die Schwäche der kapitalistischen Produktionsweise für eine Schwäche des Kapitals in seinem Kampf mit den Arbeiterinnen zu halten», aber das ist eine andere Geschichte...

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11. November 2011, 05:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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von wem stammen denn die beiden zitate, muoit?

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
12. November 2011, 01:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Ich sollte betrunken nicht mehr ins Forum schreiben.
Das erste "Zitat" ist von mir. Das zweite von Endnotes.

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Power to the Pöbel!
12. November 2011, 01:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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special thanx
12. November 2011, 01:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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karl marx war zu viel determinist weil er daran glaubt dass das system von den arbeitern umgeworfen wird und nicht an seinen eigenen widersprüchen zugrunde geht? hö was? karl marx war zuviel classical economist. gutes argument weil erstens weiss man ja dass die klassik veraltet ist und zweitens dass die ökonomen nichts auf die reihe kriegen, doppelte schande also für karl marx! die bürgerliche endzeitstimmung als systemtheorie hat echt hochkonjunktur in der aktuellen krise. morgen kommt wahrscheinlich ein artikel im 20min. das sytem funktioniert nicht mehr, seit gestern abend, hat mir der giezendanner im media markt gesteckt! und warum genau funktioniert das scheiss system nicht mehr? weil die staaten an ihrer verschuldung und deren beurteilung durch das finanzkapital wachstumsmässig abkratzen? da fress ich doch einen besen wenn das system deswegen nicht mehr funktioniert! gehen die staaten halt pleite und fangen wieder von vorne an, kratzen die leute halt ab wie fliegen und die produktivkräfte der letzten 20 jahre gehen übern damm, was interessiert das das system? das ist dem system doch so scheissegal wie ob ich big macs oder whopper fresse ob der staat pleite ist oder 15% wachstum hinläppert. kaum ist der staat finanziell in bedrängnis "ist der kapitalismus gescheitert" so ein schwachsinniger wunschtraum und dann muss etwas neues her, zum beispiel öhm ja was eigentlich mehr eigenkapital? mehr regulierung für die banken? irgendwas neues halt, vielleicht keine renten, hauptsache kein kommunismus und revolution, das wär ja höchst unfriedlich und auch schwer veraltet und vielleicht sogar noch gewalttätig und überhaupt eher des teufels. neues system mein arsch ich hab wirklich langsam genug von dem blöden geschwafel der "intellektuellen", das man momentan in fernsehen und zeitung serviert bekommt. da sind mir ja die ekligen apologeten in wachstumsphasen noch lieber, da weiss man wenigstens was man hat, als dieses gesabbel von "führenden soziologen" und "bekannten ökonomen", die morgenluft für ihre untergangsprophzeiungen wittern und diese dummen hühner immer mit ihren fragenzetteln, ich komme mir vor wie im schlechtesten film ever. grrrrrrr und jetzt geh ich mich im bett weiterärgern.

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12. November 2011, 02:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Sudaka



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Käptn Kiff hat Folgendes geschrieben:
karl marx war zu viel determinist weil er daran glaubt dass das system von den arbeitern umgeworfen wird und nicht an seinen eigenen widersprüchen zugrunde geht? hö was? karl marx war zuviel classical economist. gutes argument weil erstens weiss man ja dass die klassik veraltet ist und zweitens dass die ökonomen nichts auf die reihe kriegen, doppelte schande also für karl marx! die bürgerliche endzeitstimmung als systemtheorie hat echt hochkonjunktur in der aktuellen krise. morgen kommt wahrscheinlich ein artikel im 20min. das sytem funktioniert nicht mehr, seit gestern abend, hat mir der giezendanner im media markt gesteckt! und warum genau funktioniert das scheiss system nicht mehr? weil die staaten an ihrer verschuldung und deren beurteilung durch das finanzkapital wachstumsmässig abkratzen? da fress ich doch einen besen wenn das system deswegen nicht mehr funktioniert! gehen die staaten halt pleite und fangen wieder von vorne an, kratzen die leute halt ab wie fliegen und die produktivkräfte der letzten 20 jahre gehen übern damm, was interessiert das das system? das ist dem system doch so scheissegal wie ob ich big macs oder whopper fresse ob der staat pleite ist oder 15% wachstum hinläppert. kaum ist der staat finanziell in bedrängnis "ist der kapitalismus gescheitert" so ein schwachsinniger wunschtraum und dann muss etwas neues her, zum beispiel öhm ja was eigentlich mehr eigenkapital? mehr regulierung für die banken? irgendwas neues halt, vielleicht keine renten, hauptsache kein kommunismus und revolution, das wär ja höchst unfriedlich und auch schwer veraltet und vielleicht sogar noch gewalttätig und überhaupt eher des teufels. neues system mein arsch ich hab wirklich langsam genug von dem blöden geschwafel der "intellektuellen", das man momentan in fernsehen und zeitung serviert bekommt. da sind mir ja die ekligen apologeten in wachstumsphasen noch lieber, da weiss man wenigstens was man hat, als dieses gesabbel von "führenden soziologen" und "bekannten ökonomen", die morgenluft für ihre untergangsprophzeiungen wittern und diese dummen hühner immer mit ihren fragenzetteln, ich komme mir vor wie im schlechtesten film ever. grrrrrrr und jetzt geh ich mich im bett weiterärgern.


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"Vielmehr geht es darum, dass etwas an sich völlig Nicht-Dingliches, nämlich menschliche und soziale Beziehungen, durch die gesellschaftliche Warenform entfremdet und verdinglicht werden."
12. November 2011, 08:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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Raskolnikow



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