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Finanzkrise
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Finanzkrise
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Raskolnikow



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http://www.wsws.org/de/2011/nov2011/fina-n19.shtml

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A slave is one who waits for someone to come and free him. - Ezra Pound
20. November 2011, 16:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Was wir alle schon wussten, ist jetzt auch eine empirische Gewissheit:

Die Krise schlägt auf die Gesundheit

Zitat:
Wer das Gefühl hat, die Wirtschaftsprobleme verursachen Sodbrennen, Herzprobleme und Depressionen, ist nicht allein


Edit: Haha, diese Bürgis sind schon geil. Gleich wird wieder alles relativiert. Aus dem gleichen Text:

Zitat:
Korrelation bedeute aber nicht Kausalität, betont Les Funtleyder, Health-Care-Stratege und Portfoliomanager bei Miller Tabak & Co. in New York. Nur weil ein Wert hoch und positiv sei bedeute das nicht, dass die beiden in Beziehung zueinander stehen, wie Berens erläutert. " Es bedeutet nur, dass sich beide in diesem Zeitraum in dieselbe Richtung bewegt haben”.


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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
02. Januar 2012, 13:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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Beitrag Austerity Reigns Antworten mit Zitat
http://www.nytimes.com/2012/01/02/business/global/in-euro-zone-austerity-seems-to-hit-its-limits.html?pagewanted=all

und als ergänzung zum letzten post:

Zitat:
Nach offiziellen Zahlen ist die Zahl der Selbsttötungen zwischen 2007 und 2009 um 17 Prozent gestiegen, nach noch inoffiziellen Zahlen soll es 2010 zu einem Anstieg um 25 Prozent gekommen sein. Für die erste Hälfte des Jahres 2011 geht das griechische Gesundheitsministerium sogar von einer weiteren Zunahme um 25 Prozent aus. Andere Indikatoren weisen auf einen Anstieg der Kriminalität hin. Die Zahl von Gewalttaten, Morden und Diebstählen soll sich zwischen 2007 und 2009 nahezu verdoppelt haben. Die Zahl der Menschen die im Krankheitsfall Krankengeld erhalten, sei dagegen um 40 Prozent gesunken.


http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47623/Wartezeiten_Suizide_HIV_Gesundheitskrise_in_Griechenland.htm

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02. Januar 2012, 13:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Wohnort: süsch no was?!

Beitrag slavoj im SF Antworten mit Zitat
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=ce8d7d9e-df7a-47de-bf36-8a79badebaeb

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
10. Mai 2012, 11:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Hmm und dabei vertrat ich mal die These, die BRIC-Staaten seien von der Krise nicht so arg getroffen. Konicz siehts anders:

Euro infiziert BRIC

Zitat:
Die Finanzkrise auf dem alten Kontinent ist ansteckend. Inzwischen befällt sie auch einstmals als konjunkturelle Hoffnungsträger gehandelte Schwellenländer


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03. Juli 2012, 00:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Wal Buchenberg vom Marx-Forum (http://marx-forum.de/diskussion/forum.php) hat einen Horrorstudio einer (wohl bürgerlichen) NGO ausgegraben, was mögliche Szenarien für ein Auseinanderbrechen der Eurozone betrifft. Aus der Einleitung:

Zitat:
We consider one scenario to give a practical dimension to understanding supply-chain contagion: a break-up of the Euro and an intertwined systemic banking crisis. Simple argument and modelling will point to the likelihood of a food security crises within days in the directly affected countries and an initially exponential spread of production failures across the world beginning within a week. This will reinforce and spread financial system contagion. It is also argued that the longer the crisis goes on, the greater the likelihood of its irreversibility. This could be in as little as three weeks.


http://www.feasta.org/wp-content/uploads/2012/06/Trade-Off1.pdf

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17. Juli 2012, 21:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Folgen der Krise. Zwei Artikel.

Krise Krankheit Widerstand

Zitat:
Die aktuelle Finanzkrise macht den Alltag unerträglicher - für alle


UK recession may be to blame for over 1000 suicides in England

Allgemein zu sich verschärfenden Arbeitsbedingungen in Deutschland:

Flexibel, mobil und krank (http://www.taz.de/Studie-zu-Arbeitsbedingungen/!99786)

Zitat:
Die Zahl psychischer Erkrankungen hat sich seit 1994 verdoppelt. Grund sind fließende Grenzen zwischen Berufs- und Privatsphäre, so eine Studie der AOK.


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18. August 2012, 23:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Kapitalisten mit realistischem Blick auf die Zukunft:

Unilever sieht Armut in Europa wachsen

Zitat:
Der Konsumgüterkonzern plant nach dem Vorbild von Schwellenländern kleinere Packungen, um im Geschäft zu bleiben


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27. August 2012, 23:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Die Witzbolde vom IWF finden Austerität fuktioniert nicht.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Kehrtwende-der-Sparapostel/story/19378099

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
15. Oktober 2012, 16:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Der grosse Prügelmeister kommt ins stottern:

Paukenschlag: deutscher Auftragseingang der Industrie mit -10,2% zum Vorjahresmonat

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
06. November 2012, 14:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Heftig:

In fünf Jahren rund 30 Millionen Jobs vernichtet

Zitat:
Die Wirtschaftskrise wird auch in diesem Jahr weltweit grosse Opfer am Arbeitsmarkt fordern. Seit 2007 verloren laut der Internationalen Arbeitsorganisation 28 Millionen Menschen ihren Job.


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22. Januar 2013, 13:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Euro-Zone: IWF rechnet mit Rezession bis Anfang 2014

Zitat:
Trübe Aussichten für die Euro-Zone: Der Internationale Währungsfonds hat seinen Konjunkturausblick für das laufende Jahr korrigiert. Er rechnet nicht länger mit leichtem Wachstum - sondern mit einem weiteren Jahr der Rezession.


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23. Januar 2013, 21:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Neuer Text der Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft:

Krisenlösung als Wunschkonzert

Zitat:
Diskussion Die Eurokrise hat linken Mythen von den Möglichkeiten staatlicher Politik neuen Auftrieb gegeben. Das ist gefährlich


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14. Februar 2013, 17:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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"Luftgitarrenspieler aller Länder vereinigt euch" oder wie Dario Azzellini die Freundinnen der Praxislosigkeit zeiht und sonst mit keinem Wort auf ihren Beitrag eingeht. Aber lest selber:

http://www.akweb.de/ak_s/ak581/09.htm

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Power to the Pöbel!
15. März 2013, 03:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Krise tötet:

Studie: Euro-Krise kostet Menschenleben

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29. März 2013, 11:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ein Wegkommen von der Austeritätspolitik? Der Tagi meint, es komme so:

Das plötzliche Umschwenken der Sparapostel

Zitat:
Berlin und Brüssel forderten über Jahre die verschuldeten Südeuropäer auf, den Gürtel enger zu schnallen. Damit ist nun Schluss. Ausgelöst hat den spektakulären Wechsel ein US-Student.


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23. April 2013, 12:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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PC Verkäufe brechen ein...

Zitat:
Die Absätze bei Desktop-PCs und Notebooks befinden sich schon seit Monaten im Sinkflug und gerade im letzten Quartal musste die Branche einen deutlichen Einbruch von fast 14% hinnehmen. Dieser Entwicklung kann sich auch der Branchenprimus Apple nicht entziehen. Die Absätze bei Mac-Rechnern sind nach Angaben nicht näher genannter Quellen aus der Zulieferer-Industrie derart deutlich eingebrochen, dass der Hersteller aktuell keine neuen Bestellungen für Komponenten ausgibt, und das obwohl man in Cupertino eigentlich große Hoffungen in die PC-Sparte setzt. Noch Ende 2012 verbuchten die Zulieferer noch große Auftragseingänge, nun sind Apple-Lager aber offenbar voll - und leeren sich nicht mehr.

http://www.tomshardware.de/PC-Verkaufe-Einbruch-Mac,news-248979.html

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
23. April 2013, 12:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Der vielgescholtene Ingo Stützle kritisieert die Keynesianer:

Kurzer Sommer der Kapitalismuskritik

Zitat:
Der Keynesianismus ist nichts anderes als das schlechte Gewissen des Kapitalismus, das Über-Ich der Bourgeoisie, das beständig mit der destruktiven Natur des Kapitals und der Profitlogik kollidiert. Statt aber die Lohnabhängigen mit hohen Löhnen und einer anderen Wirtschaftspolitik mit Wirtschaftswachstum zu versöhnen, die immer Lohnabhängigkeit und Profitlogik festschreibt, sollte eine breite gesellschaftliche Debatte darüber begonnen werden, wie jenseits von Staat und Profitlogik, Kapital und Lohnarbeit gesellschaftliche Reproduktion aussehen könnte.


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29. April 2013, 19:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Kleines Krisen-Update im Fürschi:

Kleines Krisen-Update

Zitat:
Die Krise wütet in der Euro-Zone, vom Zweckoptimismus des politischen Personals gänzlich unberührt, weiter. Ein (zu) kurzer ökonomischer Überblick über die Entwicklung und den aktuellen Stand des Schlamassels.


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25. Mai 2013, 13:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der Typ und sein Buch sind komisch, aber das empirische Material ist erschreckend:

Die psychischen Kollateralschäden nehmen seit den 70er Jahren massenhaft zu

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29. Oktober 2013, 09:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Neuer Text der Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft:

Krisenlösung als Wunschkonzert

Zitat:
Diskussion Die Eurokrise hat linken Mythen von den Möglichkeiten staatlicher Politik neuen Auftrieb gegeben. Das ist gefährlich


"Zugaben zum Wunschkonzert" - Die Antwort der Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft auf die Debatte in der ak:

http://www.kosmoprolet.org/zugaben-zum-wunschkonzert

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
11. November 2013, 00:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der in den Texten der Freundinnen kritisierte Ingo Stützle im Interview mit der Jungle World über sein neues Buch:

"Keynesianismus ist nicht unbedingt links"

Zitat:
Die Austeritätspolitik in der EU wird oft als alternativlos dargestellt. Viele Linke er­hoffen hingegen vom Keynesianismus ein besseres Leben. Die Jungle World sprach mit dem Politikwissenschaftler und Publizisten Ingo Stützle über die Euro-Krise, Austerität und den Keynesianismus. Diesen Herbst erschien Stützles Studie »Austeri­tät als politisches Projekt« (Westfälisches Dampfboot).


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17. November 2013, 15:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Börsen haben mal wieder abekackt gestern und heute. Roarmag fragt sich, ob das eine neue Phase der Krise einläutet. Steile These:

Zitat:
This, in turn, raises another question: how will impoverished populations respond to the growing pressures on their livelihoods? Last summer Turkey, Brazil and Indonesia already experienced widespread social unrest. Thailand and Ukraine are currently witnessing massive anti-government protests. Just last month, Argentina descended into a bout of deadly rioting as policemen briefly went on strike. The International Labor Organization recently warned that a new global recession, by feeding already high rates of poverty and unemployment, will further contribute to the fraying of the social fabric.

As Larry Elliot of The Guardian, just put it: “all the ingredients are there for social unrest.” It looks like the world will be in for a rough ride in 2014. Better fasten your seatbelts — the next phase of the global financial crisis may be about to get started. Cities will burn and there will be blood. It won’t be pretty.

http://roarmag.org/2014/01/financial-crisis-emerging-markets/


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24. Januar 2014, 23:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Thema ist jetzt auch im Tagi angekommen:

Währungen der Schwellenländer auf Rekord-Talfahrt

Zitat:
Zum Wochenbeginn befinden sich die Währungen mehrerer Schwellenländer im Sinkflug. Die Notenbanken sind besorgt.


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28. Januar 2014, 00:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Here we go, NZZ läutet neue Phase der Krise ein:

Die dritte Phase der globalen Finanzkrise

Zitat:
Die in einigen Schwellenländern ablaufenden Turbulenzen deuten auf den Beginn einer neuen Phase der noch nicht überwundenen globalen Finanzkrise hin.


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04. Februar 2014, 00:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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"Die Welt" sieht einiges im Argen liegen:

Diese Länder stehen kurz vorm großen Crash



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04. Februar 2014, 00:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Der Nikkei-Index wird vom Strudel erfasst:

Japan gerät in den Abwärtssog der Schwellenländer

Zitat:
Die Sorge um die Schwellenländer hat die Börsen fest im Griff. Der japanische Nikkei-Index stürzt um mehr als vier Prozent ab. Zuvor hatte noch ein anderer großer Aktienmarkt die Anleger enttäuscht.


Börse in Tokio stürzt ab

Zitat:
Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA und die Sorge vor einer Krise in den Schwellenländern zwingen den Nikkei in die Knie.


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04. Februar 2014, 09:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Die NZZ macht auf Entwarnung:

Zitat:
Ob die Lage wirklich kritisch ist, wird allerdings auch von vielen infrage gestellt. Es sei heute ganz anders als vor zwanzig Jahren. Die Emerging Markets seien reifer geworden und die Währungsturbulenzen stellten dementsprechend keine Gefahr dar. Für diese Argumentation spricht unter anderem die Tatsache, dass zahlreiche Länder hohe Dollarreserven angehäuft haben. Russland zum Beispiel steht heute viel stärker da. Im Gegensatz zu den 1990er Jahren ist das Land kaum mehr im Ausland verschuldet und hat dank hohen Erdölpreisen beträchtliche Dollarreserven angehäuft. Ähnliches gilt für Brasilien. Für Länder mit hohen Rohstoffvorkommen sehen die Auguren in der nahen Zukunft denn auch weniger Probleme.

http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/finanzportal/kommt-eine-schwellenlaender-krise-1.18235417


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04. Februar 2014, 09:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Türkei von der Krise getroffen:

Die Türkei – Epizentrum der Schwellenländer-Krise

Zitat:
Der Verfall der türkischen Währung trifft die Bevölkerung gleich doppelt. Während Konsumgüter immer teurer werden, steigen die Kosten für Kredite. Immer mehr Familien geraten in die Schuldenfalle.


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04. Februar 2014, 10:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Auch die Wirtschaft Südafrikas in schwieriger Situation:

Afrikas Nummer eins auf Abstiegskurs

Zitat:
Währungsverlust, geringes Wachstum, Schulden: Wie viele Schwellenländer kämpft auch Südafrika derzeit gegen die Krise. Die Probleme, die das Land in die Knie zwingt, sind allerdings nicht neu.


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04. Februar 2014, 11:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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ROARMAG versucht sich mit einem grundsätzlicheren Text und argumentiert - mit David Harvey - dass die Krisen einfach geographisch verschoben, nicht aber gelöst würden:

More evidence that capitalism never solves its crises

Zitat:
As David Harvey has noted, and as the ongoing emerging market panic confirms, capitalism never solves its crises — it merely moves them around geographically.


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04. Februar 2014, 13:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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geht's da nur um finanzkrisen?

widerspricht das der wallersteinschen (?) these, dass grundlegende systemthesen nur mit neuen energiequellen überwunden werden können? (ich glaub der frings hat dies in etwa so rezitiert an seinem vortrag an den ersten linken hochschultagen...)

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
04. Februar 2014, 23:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Tomasz Konicz zur aktuellen Unruhe in den Schwellenländern und einer möglichen Rückkehr des Desasters von 2008:

http://www.heise.de/tp/artikel/40/40923/1.html

Ähnliches bei WSWS:

http://www.wsws.org/de/articles/2014/02/05/pers-f05.html

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05. Februar 2014, 12:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Die Finanzheinis haben einen neuen Begriff geprägt: Vergesst die BRICS und die PIGS, hier kommen die "Fragile Five" (Brasilien, Indonesien, Indien, Türkei und Südafrika)!

Fragile five: The new focus of currency wars

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06. Februar 2014, 09:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Neuer Artikel von Konicz:

Aufwachen im Blasenland

Zitat:
Kann die etablierte bürgerliche Ökonomie den Charakter und die Ursachen der gegenwärtigen kapitalistischen Systemkrise begreifen?

Die Wirtschaftswissenschaft befindet sich seit einigen Monaten in heller Aufregung. Ein anscheinend neuartiges theoretisches Konzept, das auf den Begriff der "lang anhaltenden Stagnation" (Secular Stagnation) gebracht wurde, scheint die Analyse der gegenwärtigen Krise voranzutreiben. Fast scheint es so, als hätte die Ökonomenzunft, deren Modelle und ideologische Postulate zumeist den Wahrheitsgehalt schamanischer Beschwörungsformeln aufweisen, endlich ihren Stein der Weisen gefunden, mit dem all das erklärt werden kann, was es ihrer als "Wissenschaft" verbrämten Ideologie zufolge eigentlich nicht geben dürfte (Säkulare Stagnation und Bubbles forever).


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23. Februar 2014, 00:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Artikel in der Jungle World von Axel Berger:

Schluss mit Wachstum

Zitat:
Die Krise in den Schwellenländern ist nur oberflächlich betrachtet von der Politik der US-Notenbank hervorgerufen worden. Sie deutet an, dass den bisherigen Wachstumsmärkten Grenzen gesetzt sind.


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25. Februar 2014, 02:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
mühsal



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Wohnort: In der Stahlbetonsargwohnung direkt links unter deinem Niveau

Beitrag Antworten mit Zitat
hoffe das hat hier Platz, wusste nicht genau in welchen Thread damit:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Glencore-erreicht-Aenderung-von-Drecksgeschaeft/story/20624186

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Die einzig richtige Einstellung in der heutigen Welt, ist die eines gepflegten Galgenhumors.
02. März 2014, 15:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Doc Sportello



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Beitrag Interview mit Paul Mattick Jr. Antworten mit Zitat
Zitat:
First, capitalism did not keep growing, and the government has been unable to take care of the problems. So people suddenly discover that the economy is maybe not so great as a social system, and that the politicians cannot be trusted and are just a bunch of crooks—which in their hearts everybody always knew. I mean, anybody who pays any attention to politics knows, as the eternal folklore of modern politics has always held, that politicians are crooks—but people don’t mind it as long as they are getting something out of it. But when they no longer get something out of it, then they get angry at the politicians. On the other hand, since the various social movements that developed in response to this economic downturn have been unable to change anything fundamental in social, political, and economic reality, there are no forces in power which are in a position to act other than the various people who are striving for political positions.


Zitat:
So you can have a revival of social democratic ideals, but I think a true revival of social democracy is not possible, any more than a true revival of fascism would be a possibility, because both of those require the possibility of government spending, of Keynesianism—and that seems to me at the moment just not to be in the cards. There is no social power that has any force behind it which is interested in further expanding the role of government. The thing that is called neoliberalism—which is not as it claimed to be, a movement for the freeing of markets, because it is entirely dependent or largely dependent on the use of government forces and means to control and manipulate the economy nationally and internationally—but what it did represent was an attempt to utilize the governments to funnel social wealth to smaller and smaller portions of the population: to the largest corporations, to break down the social welfare systems, to ensure that the money at the disposal of the state gets circulated more completely to the top layers of society.


http://roarmag.org/2014/02/paul-mattick-crisis-capitalism-interview/

Wäre cool, falls das jemand auf Deutsch übersetzen könnte. Ich hab im Moment zu wenig Zeit.

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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
04. März 2014, 01:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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warum eigentlich nicht? ist aber ziemlich lang........

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
04. März 2014, 11:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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More Business As Usual: An Interview with Paul Mattick

http://vimeo.com/87593188

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A slave is one who waits for someone to come and free him. - Ezra Pound
13. März 2014, 18:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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UN senken Wachstumsprognosen

Zitat:
Die Weltkonjunktur wird nicht so sehr wachsen, wie von den Vereinten Nationen zunächst angenommen. Schuld ist unter anderem die Krise in der Ukraine.


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22. Mai 2014, 08:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Abschied der Mittelklassen Antworten mit Zitat
Nicht viel Neues, aber die Bürgerlichen wiederholen sich ja auch andauernd: http://libcom.org/library/farewell-middle-classes

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22. Mai 2014, 14:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag When Cannabis Goes Corporate Antworten mit Zitat
Die Liberalen sind plötzlich ganz scharf aufs Kiffen. Weil es so lieblich riecht? Nein, weil sie bemerkt haben, dass man damit Kohle verdienen kann. Aufgrund der Staatsschuldenkrise wird die Cannabislegalisierung überall fleissiger diskutiert als je zuvor. Hoffen wir, dass uns die Schweizer Hinterwäldler so lange wie möglich davor bewahren werden! Sonst blüht uns das: http://www.nytimes.com/2014/05/25/business/international/when-cannabis-goes-corporate.html?_r=0

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25. Mai 2014, 15:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Turbulenzen in Dubai? On verra...

http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article129432351/Der-Dubai-Crash-koennte-ein-boeser-Vorbote-sein.html

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25. Juni 2014, 19:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Here we go oder nur Spleen von welt.de?

http://www.welt.de/wirtschaft/article129473154/USA-erleben-heftigsten-Wirtschaftseinbruch-seit-2008.html

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26. Juni 2014, 06:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Zeitgeist Antworten mit Zitat
Ihr könnt Euch sicher noch an die Zeitgeist-Filme erinnern. Während die "Occupybewegung" (oder die spanische/europäische Version der "Empörten") in Spanien, Griechenland oder diversen amerikanischen Städten eine wirkliche soziale Konfliktualität zum Hintergrund hatte, entstanden in Ländern wie der Schweiz, Frankreich oder Deutschland von irgendwelchen Verschwörungsheinis inszenierte Pseudobewegungen. Sie hatten eine gewisse mediale Resonanz, doch deren einzige gesellschaftliche Basis ist eine Handvoll durchgeknallter Nerds.

Zitat:
Die Occupy-Demonstranten sollten aufpassen, dass sie nicht von einer obskuren Bewegung unterspült werden – falls das nicht ohnehin schon passiert ist.

http://www.taz.de/!80372/


Schön, dass die taz damals noch einen Funken Hoffnung hatte, als guter deutscher Linker muss man ja "emanzipatorische Bewegungen" schon unterstützen, wenn auch "kritisch". Der Artikel ist schon etwas alt, aber zwei Jahre später, im Zeitalter der "Friedensmärsche", dürften über solche im Hippiekleid daherkommende, zutiefst reaktionäre Folklore die meisten Illusionen verflogen sein.

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29. Juni 2014, 00:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Paul Mason über einen OECD-Bericht zur zukünftigen Situation der Weltwirtschaft:

http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jul/07/capitalism-rich-poor-2060-populations-technology-human-rights-inequality

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08. Juli 2014, 06:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Privatvermögen nehmen zu, Ungleichheit ebenfalls. Insbesondere letzteres muss sogar die stockbürgerliche NZZ attestieren:

Zitat:
Trotz der erfreulichen Entwicklung sollte nicht übersehen werden, dass im globalen Massstab betrachtet nur sehr wenig Menschen am Aufbau materiellen Wohlstandes partizipieren können. Die Autoren haben dem Thema der Wohlstandsverteilung deshalb einen breiten Raum in der diesjährigen Studie eingeräumt. Sie weisen darauf hin, dass die Hälfte der Weltbevölkerung zusammen weniger als ein Prozent aller globalen Vermögenswerte besitzt. Demgegenüber verfügt das reichste Prozent über etwa 48% des materiellen Wohlstandes. Armut, Reichtum und soziale Aufstiegschancen sind deshalb Themen, welche neben einer internationalen zumehmend auch einer intranationalen Debatte bedürfen.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/der-globale-wohlstand-hat-einen-hoechststand-erreicht-1.18403673


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15. Oktober 2014, 11:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Während die Krise mal wieder ein Lebenszeichen von sich gibt. Schwarzer Tag gestern an den Börsen:

Börsen weltweit auf Talfahrt: Nach dem Dax bricht der Dow Jones ein: Investoren fliehen in Scharen aus Aktien

Zitat:
Der Dax markiert den niedrigsten Stand seit Oktober 2013, der Dow Jones rutscht unter die Schwelle von 16.000 Punkten - fast jede Börse weltweit beendete den Handel heute im Minus. Und ein Ende des Ausverkaufs ist nicht in Sicht.



Anleger in Panik: Schweizer Börse rauscht in die Tiefe

Zitat:
Ein schwarzer Tag für die Börsen in Europa: Griechenlands Leitindex gab um über sechs Prozent nach. Auch in der Schweiz waren die Kurse auf Talfahrt. Besonders die Aktien der Banken liessen Federn.



Allgemein scheint sich die Weltwirtschaft nicht so zu entwickeln, wie es die Damen und Herren gerne hätten. Artikel aus dem August 2014:

Fed-Vize enttäuscht über Weltkonjunktur

Zitat:
Für Stanley Fischer ist die weltweite konjunkturelle Erholung nach der Finanzkrise enttäuschend ausgefallen. Der Zentralbanker gibt auch für die USA eine alles andere als euphorische Prognose ab.


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16. Oktober 2014, 08:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Auch die NZZ berichtet:

Kursturbulenzen an den Finanzmärkten: Aufkommende Furcht vor der nächsten Krise

Zitat:
Starke Kurseinbussen an den Börsen und Turbulenzen an Devisen-, Bond- und Rohwarenmärkten haben die Anleger abrupt aus dem schläfrigen Sommer mit unnatürlich optimistischer Grundstimmung geweckt.


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16. Oktober 2014, 09:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Japan verschiebt das Platzen der Blasen mit mehr billigem Geld. Nochmals Glück gehabt, Weltwirtschaft!

Japan lockert Geldpolitik weiter: Die Notenbank flutet den Markt

Zitat:
Für die Finanzmärkte völlig überraschend hat die japanische Notenbank beschlossen, noch mehr Geld in den Finanzmarkt zu pumpen. Ob die Inflation und das Wachstum nun anziehen werden, ist aber höchst ungewiss.


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01. November 2014, 08:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Irgendwie kommen sie da einfach nicht mehr raus.... Japan in der Rezession:

Japans Wirtschaft in der Rezession: Gerät "Abenomics" außer Kontrolle?

Zitat:
Ökonomen hatten ein sattes Plus vorhergesagt - stattdessen ist Japans Wirtschaft im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 1,6 Prozent geschrumpft. Nach dem Megaeinbruch im Frühjahr (hochgerechnet minus 6,8 Prozent) war es das zweite Minusquartal in Folge. Das Land steckt damit mitten in der Rezession.


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17. November 2014, 14:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Auch der Rubel ist Grad am Arsch:

Lehrbuchbeispiel einer Währungskrise

Zitat:
Der drastische Zerfall des russischen Rubels und die verzweifelten Versuche der Notenbank, die Krise aufzuhalten, wecken böse Erinnerungen. Das lässt nicht nur für Russland Schlimmes erwarten.



Panikverkäufe im Rubel

Zitat:
Auch eine massive Intervention der Notenbank kann den Zerfall nur kurzzeitig stoppen. Die russische Währung stürzt regelrecht ab.


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16. Dezember 2014, 15:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Der Rubel kackt ja sowas von ab:

Der Rubel fällt weiter

Zitat:
Die Talfahrt der russischen Landeswährung setzt sich unvermindert fort. Milliardenschwere Stützungskäufe der Zentralbank brachten nichts.


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17. Dezember 2014, 09:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Angst beim Tagi:

Was der Weltwirtschaft droht

Zitat:
Die russische Notenbank versuchte erneut, den Rubelkurs zu stützen – erneut vergeblich. Nun wachsen die Sorgen über die Folgen dieser massiven Krise in den Märkten weltweit. Auch, weil weitere Gefahren drohen.


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17. Dezember 2014, 16:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Die NZZ in ihrem Jahresrückblick über billiges Geld:

Zitat:
Die Prognose sei gewagt, dass auch 2015 geldpolitische Verwerfungen für Schlagzeilen sorgen werden. Das eigentliche Thema dahinter bleibt aber, dass die strukturellen Defizite der Europäischen Währungsunion keineswegs gelöst sind, die Wettbewerbsfähigkeit von Krisenländern nicht wiederhergestellt und der Trend zum Leben über die Verhältnisse nicht gebrochen ist. Solange sich daran nicht einiges ändert, werden auch die Magier des Geldes Europa und die Weltwirtschaft nicht retten, sondern nur Zeit kaufen können – und irgendwann nicht einmal mehr das.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/magier-des-billigen-geldes-1.18450392


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27. Dezember 2014, 10:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Michael Roberts vs. Michael Heinrich on Marx’s law of the tendency of the rate of profit to fall.
Kürzlich diskutiert an der Marx-is-Muss-Tagung in Berlin.

https://thenextrecession.wordpress.com/2015/05/19/the-two-michaels-heinrich-and-roberts-in-berlin-dogmatism-versus-doubt/


Profitratenentwicklung nach Roberts

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20. Mai 2015, 00:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Empirische Bestandesaufnahme der Mittelschicht weltweit:

Die globale Mittelklasse: Weniger groß und ärmer als erwartet

Zitat:
Pew-Studie: Nur 16% der Weltbevölkerung haben eine gesicherte Existenz über der Armutsgrenze nach westlichen Maßstäben.

Weltweit hat sich die Mittelklasse nicht so deutlich vergrößert, wie dies prognostiziert oder erwartet wurde. Selbst der Wirtschaftsaufschwung Chinas im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts hat am großen Einkommensgefälle zwischen den reichen Ländern in Nordamerika und Europa und dem Rest der Welt kaum etwas verändert. 71 Prozent der Weltbewohner mussten 2011 mit einem täglichen Verdienst von bis zu 10 Dollar auskommen. 2001 waren es noch 79 Prozent. Eine moderate Veränderung, immerhin.


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11. Juli 2015, 13:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Geht die Krise in ihre nächste intensive Runde? Der Telegraph zählt einige kritische Punkte auf:

Doomsday clock for global market crash strikes one minute to midnight as central banks lose control

Zitat:
China currency devaluation signals endgame leaving equity markets free to collapse under the weight of impossible expectations


Zitat:
When the banking crisis crippled global markets seven years ago, central bankers stepped in as lenders of last resort. Profligate private-sector loans were moved on to the public-sector balance sheet and vast money-printing gave the global economy room to heal.

Time is now rapidly running out. From China to Brazil, the central banks have lost control and at the same time the global economy is grinding to a halt. It is only a matter of time before stock markets collapse under the weight of their lofty expectations and record valuations.


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24. August 2015, 19:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Schwerpunkt der Jungle-World zur Krise der Schwellenländer und zur Weltwirtschaft:

http://jungle-world.com/artikel/2015/37/

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10. September 2015, 09:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Konicz zur Krise Antworten mit Zitat
Wenn man ein paar wertkritische Dogmen ertragen kann, ist dieser Text von Konicz relativ lesenswert:

Zitat:
Je stärker die wirtschaftliche Verflechtung, desto stärker die nationale Konkurrenz. Dieser Eindruck stellt sich deswegen ein, weil beide gegenläufigen Tendenzen Teil der krisenbedingt zunehmenden Widerspruchsentfaltung im Spätkapitalismus sind. Alles im Spätkapitalismus drängt zur regelrechten Flucht in die Globalisierung, doch zugleich lässt das sich immer deutlicher abzeichnende Scheitern dieser krisenhaften kapitalistischen Globalisierung all die ideologisch absolut dysfunktionalen neo-nationalistischen Ideologien aufkommen, denen die ökonomische Basis - die nationale Volkswirtschaft - längst abhandengekommen ist.

Die nationale Politik ist machtlos, weil sie keinen einigermaßen geschlossenen nationalen ökonomischen Bezugsrahmen mehr vorfindet: Stattdessen agieren die Staaten - und auch viele Regionen innerhalb der Nationalstaaten - als bloße Wirtschaftsstandorte im globalen Wettbewerb, wobei die alten nationalen sozioökonomischen Verflechtungen zusehends durch globale Fertigungsketten und Absatzmöglichkeiten zersetzt werden.

http://www.heise.de/tp/artikel/46/46109/1.html


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30. September 2015, 20:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Ohlala, jetzt geht's auch an den anderen Börsen rund. Zum Beispiel in der Schweiz:

Heftiger Taucher bei Schweizer Aktien

Zitat:
«Es sieht gar nicht gut aus», sagt ein Händler. Einzelne Titel verlieren fünf Prozent. Der SMI sackt deutlich unter 8400 Punkte.


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07. Januar 2016, 10:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Neuer Text der FreundInnen Antworten mit Zitat
Obwohl der Text mich überhaupt nicht überzeugt hat:

Zitat:
Im öffentlichen Interesse von der Flüchtlingskrise überlagert, schwelt die Krise der Euro-Zone weiter. Nichts geändert hat sich auch an der Konfusion, die in der Linken über diese Krise und die Möglichkeiten ihrer Bewältigung herrscht. In der Hoffnung auf sachhaltigen Streit hatten wir dazu vor einer Weile den Beitrag »Krisenlösung als Wunschkonzert« in »analyse & kritik« veröffentlicht; tatsächlich folgten darauf auch einige Erwiderungen, die aber sämtliche von uns angeschnittenen Fragen wohlweislich umschifften (vgl. dazu »Zugaben zum Wunschkonzert«). Auf diese Fragen sowie die Einschätzung der Syriza-Regierung in Griechenland geht der folgende Beitrag, der im Dezember 2015 im Rahmen der »Marx-Expedition« an der Universität Leipzig gehalten wurde, nochmals ein.

https://linksunten.indymedia.org/de/node/174791


Der Keynesianismus funktioniert nicht mehr, weil altes Rezept, aber, ja, klar, Arbeiterräte sind brandaktuell und der Weg zum Kommunismus, machen wir es doch einfach so wie die Wobblies. Da steckt auch ganz schön viel Wunschkonzert drin und die Geschichte wird nicht als solche, sondern als episches Ringen zwischen Arbeiterbewegung und Kapital konzipiert. Alles in allem fast genauso verstaubt wie Keynesianismus...

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04. April 2016, 19:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Man kann an dem Text durchaus was kritisieren aber hier scheint mir tatsächlich vorallem eine zumindest ein bisschen interessierte Lektüre vorzuherrschen.

1. Wo wird geschrieben, dass der Keynesianismus nicht mehr funktioniert, weil er ein altes Rezept ist? Da wir doch gerade erklärt (allerdings nur kurz, weil das im Wunschkonzert-Text recht ausführlich geschehen ist) was am Keynesianismus nicht funktioniert. Stichwort: Profitratenproblem und Illusion der Nachfrage-Ausdehung, die letztlich keinen Sinn macht, weil das Kapital sich unter diesen Umständen gleich das Zeug selber abkaufen kann (nb. ein Punkt meiner Kritik an dem Text: ich bin mit dem zweiten Argument nicht einverstanden, weil das nur die Profitabilität im Auge hat und nicht mögliche Disproportionalitäten etc.). Dass etwas eine alte Angelegenheit ist, ist doch kein Argument für oder gegen etwas. Darum ist der etwas spöttische Verweis auf die Arbeiterräte als «brandaktuell» natürlich auch noch längst kein Argument UND von Arbeiterräten wird in dem Text an keiner Stelle geschrieben. Stattdessen wird der bekannteste Ausdruck proletarischer Selbstermächtigung angeführt, die aber selber natürlich unterschiedelich ausfallen kann (selbst historisch gabs ja eine ganze Palette von Räten). Ich kann mir momentan aber auch nichts anderes vorstellen, wenn es um die Aneignung der Produktionsmittel geht (und das ist nun erstmal die conditio sine qua non kommunistischer Revolution). Ich denke die konkreten Formen werden sich in künfitgen Bewegung abzeichnen müssen. Vorerst halte ich aber «Räte» als Arbeitstitel für nicht gänzlich ungeeignet oder gibts da andere Vorschläge?

2. Von «Arbeiterbewegung» wird in dem Text nur an einer Stelle geschrieben, nämlich dort wo festgestellt wird, dass sich diese historisch in den Staat gekämpft hat und darum ihren Charakter gänzlich geändert hat und (das kann man an manchen Stellen im Kosmoprolet nachlesen) gewissermassen durch Beteiligung an den Produktivkraftzuwächsen, der veränderten Produktionsstruktur etc. etc. abgeschliffen wurde. Die Konzeption der kontemporären Geschichte als «episches Ringen zwischen Arbeiterbewegung und Kapital» ist eine reine Projektion. Es ist eine ganz andere Sache, wenn man davon spricht, dass alle Erfolge der Arbeiter (wohlverstanden nicht deren offiziöse Bewegungsform) das Kapital weiter in die Bredoullie bringt (man kann sich ja mal anschauen wer da in Griechenland gekämpft hat und was es für die Nationalökonomie bedeutet hätte, wenn die Strasse ihre Forderungen durchgesetzt hätte). Der Verweis auf die Wobblies (den ich so auch nicht gemacht hätte) ist meines Erachtens einfach ein Hinweis darauf, dass in der Geschichte die radikale Linke konkrete Vorstellungen vom kommunistischen Prozess hatte (die wir natürlich nicht 1 zu 1 übernehmen können) und dies der heutigen radikalen Linken einfach fehlt. Dass wir es wieder wie die Wobblies machen sollen, ist dem Text nicht zu entnehmen und die Tatsache dass es keinerlei personelle Überschneidungen zwischen den FdKG und den aktuellen Wobblies (und ähnlichen Neo-Syndikalisten) gibt, spricht diesbezüglich auch eine recht klare Sprache.

Wie gesagt: Es gibt an dem Text schon die eine oder andere Stelle zu kritisieren, auch wenn ich zu 96,7 Prozent einverstanden bin. Aber die Dreisätzekritik hier ist meines Erachtens eher eine politische Projektion, als dass sich die Vorwürfe im Text bestätigen lassen.

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04. April 2016, 23:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Sie sagen zwar nirgends, dass er ein "altes Rezept" ist, doch zumindest, dass "die Aussichten keynesianischer Politik angesichts der jetzt schon heiklen Staatsverschuldung ziemlich schlecht sind". Die keynesianischen Linken werden als "trostlos" oder was weiss ich abgekanzelt, weil man ja selbst die richtige Theorie der Räte hat, ohne auch nur einen Moment daran zu denken, dass trotz der Tatsache, dass eine kohärente keynesianische Wirtschaftspolitik heute vom Tisch ist, keynesianische Lösungen je nach Konjunktur und Situation für gewisse Klassen oder Klassenfraktionen durchaus zumindest provisorisch funktionieren können. Karl Heinz Roth freut sich, wenn er seinen Job an der Uni behalten kann. Stattdessen ist der Standpunkt rein moralisch und voluntaristisch. Der Text erinnert an Texte von TPTG oder gewisse anarchistische Texte: Man macht ein Inventar der Situation, um in der Schlussfolgerung darüber zu lamentieren, dass die Leute einfach zu wenig revolutionär sind. Gähn.

Zudem haben die FreundInnen schlichtweg keine Konzeption der Restrukturierung, nicht einmal eine alternative zu TC, sie haben dazu einfach nichts zu sagen und tun so, als ob sich nie etwas geändert hätte. Deshalb die stetige Anrufung der heiligen Räte. Was sollen Räte denn anderes sein als Arbeiterräte? Arbeiterräte sind ein Relikt der Arbeiterbewegung und ich bin mit TC einig, dass diese Epoche vorbei ist. Die FreundInnen haben sich auch in der Debatte mit TC nie wirklich zu dieser Frage geäussert. Wie sollen Strassenverkäufer aus Rio z.B. Räte bilden? Sie sind nicht Arbeiter einer Fabrik, die sie besetzen und verteidigen können. Wie 2016 eine Revolution durch Räte stattfinden soll, ist mir schlicht und einfach schleierhaft. Der grossmehrheitliche Teil des Proletariats ist heutzutage nicht Teil der Arbeiterklasse. Wie sollen die Räte formen? Etwa wie die "Rätedemokratie" in Rojava? Womit der direkten Demokratie ein rätekommunistisches Kleid gegeben wird, doch in Tat und Wahrheit ist der Begriff absurd. Wenn nicht Arbeiterräte, was sind sie also genau? Wie kommen wir von den Räten zum Kommunismus?

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06. April 2016, 13:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Nun gut, dann sagst du ja immerhin, dass entgegen deiner Behauptung nicht das Alter des Keynesiansimus das Argument der Freundinnen ist. Du verschiebst jetzt halt einfach ein wenig die Torpfosten, ich mach aber gerne nochmal den Torhüter: Könntest du erklären unter welchen Bedingungen für welche Klassenfraktionen der Keynesianismus funktionieren kann und ob diese Konstellation aktuell gegeben ist (sonst ist es einfach eine rein hypthetische Diskussion)? Wenn der Keynesianismus aber die aktuelle Krise nicht überwinden kann, dann kann (und muss) man nicht nur seine Anhänger kritisieren (was man freilich auch sonst könnte), sondern auch nachweisen, dass deren Kampf einer gegen Windmühlen ist. Was jetzt daran «voluntaristisch» und «moralisch» sein soll, erschliesst sich mir nicht. Darum verbuche ich den Vorwurf einfach mal unter der Kategorie «wacklige Behauptungen» (aber eventuell kannst du das ja noch argumentativ belegen). Und wo wird darüber lamentiert, dass «die Leute» zu wenig revolutionär sind? Da wird doch gerade konkret aufgezeigt, was die Fehler der staatsaffirmativen Linken und der Freunde von Syriza sind. Wenn dich das zum gähnen bringt, kann ich leider auch nichts dagegen machen.

Zitat:
Doc Sportello: Zudem haben die FreundInnen schlichtweg keine Konzeption der Restrukturierung, nicht einmal eine alternative zu TC, sie haben dazu einfach nichts zu sagen und tun so, als ob sich nie etwas geändert hätte.


Es ist immer von Vorteil, wenn man den Gegenstand seiner Kritik ordentlich kennt. Ich zitiere mal aus dem Surplus-Text aus dem letzten Kosmoprolet:
«Die Not der »Überflüssigen« bildet schon in Friedrich Engels‘ Die Lage der arbeitenden Klasse in England (1845) einen wesentlichen Anklagepunkt gegen die herrschende Ordnung. Trotzdem stellt die heutige weltweite Schere zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskraft etwas geschichtlich Neues dar, und sei es auch nur im Sinne eines Umschlags von Quantität in Qualität. Auch wenn manche Forscher die Anfänge des kapitalistischen Weltsystems bereits im 16. Jahrhundert verorten, blieb dessen tatsächlicher Wirkungsradius als eine Produktionsweise selbst im Jahr 1845 noch äußerst begrenzt. Die große Masse der Weltbevölkerung fristete ihr Dasein weiter als Selbstversorgung treibende, nur hier und da am Marktgeschehen beteiligte Bauernschaft. Erst heute besteht sie mehrheitlich aus Menschen, die zum Überleben auf den Verkauf ihrer Arbeitskraft angewiesen sind, das heißt aus Proletariern. Allerdings, und darin liegt die Krux, weckt die Arbeitskraft vieler dieser Proletarier auf Seiten des Kapitals keine Begehrlichkeiten mehr, sodass sie ein Surplus-Proletariat bilden. (...) Die »Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt« (Marx) hatte noch nie so groteske Ausmaße wie heute; entsprechend hatten beide Teile noch nie so viel zu gewinnen. Jenseits von Luftschlössern wie dem »garantierten Grundeinkommen« und der Romantisierung von Überlebensökonomien stellt sich die Frage, wie der alte Gedanke der Abschaffung des Lohnsystems in einer Situation, in der existenzsichernde Jobs zur Mangelware geworden sind, in die laufenden Auseinandersetzungen eingebracht werden könnte, ohne dass man in abstrakten Maximalismus verfällt.»
Der Text ist in voller Länge auf der Kosmopage nachlesbar und handelt eigentlich hauptsächlich von der veränderten Situation und den Folgen bzw. wie der Titel nahelegt, davon dass ein Teil des Proletariats «heutzutage nicht Teil der Arbeiterklasse» (Doc Sportello) ist (was freilich in der Absolutheit, dass dies den «grossmehrheitliche Teil des Proletariats» (Doc Sportello) betreffe entweder falsch ist; oder schlichtweg banal und schon lange gültig, wenn du nämlich alle indirekt Lohnabhängigen dazuzählst). Du kannst zur veränderten Situation und der Arbeiterbewegung sonst auch bloss einmal die ersten beiden Thesen aus den «28 Thesen» durchlesen; es wird in dem Text aber ziemlich oft auf die anders gelagerte Situation eingegangen. Entweder kennst du die Texte nicht und unterstellst einfach, dass die Freundinnen die «stetige Anrufung der heiligen Räte» betreiben oder aber du kennst das Zeug und lügst dir da ein bisschen was in die Tasche. Kleine Info: Die Kritik des Rätekommunismus war nebst der Kritik am Leninismus immer Gegenstand der Diskussion in diesen Zirkeln und ist gewissermassen konstitutiv für die Theoriebildung.

Zu den Räten spar ich mir jetzt eine lange Ausführung, bloss soviel: Räte sind eine Form die einen bestimmten Inhalt organisieren soll. Man kann das natürlich nicht gänzlich trennen, aber die Arbeiterräte sind die Organisation der Produktion in dieser Form durch die Arbeiter. Selbstverständlich können aber andere Akteure auch diese Form annehmen: historisch waren das Soldaten, Territorial-Abgeordnete, Stadtteilbewohner etc. (oder die Besetzer eines Platzes). Ein Blick in ein rätekommunistisches Büchlein würde eigentlich genügen, um sich dessen bewusst zu werden. Du schliesst - am Beispiel der Strassenverkäufer – fälschlicherweise schlicht und einfach die Form der Räte mit dem Inhalt (Organisierung der Fabrik) kurz. Natürlich können die Strassenverkäufer Räte bilden, um die eigenen Belange zu organisieren. Dein Beitrag ist entweder ganz schlecht informiert oder aber unredlich. Wie gesagt: Ich dogmatisiere die Räte auch nicht, aber als Arbeitshypothese greife ich in Ermangelung eines besseren Begriffs der Selbstermächtigung auch darauf zurück. Darum hier nochmals die Frage: Was wäre denn dein Gegenvorschlag?

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06. April 2016, 15:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Doc Sportello



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Zitat:
Könntest du erklären unter welchen Bedingungen für welche Klassenfraktionen der Keynesianismus funktionieren kann und ob diese Konstellation aktuell gegeben ist (sonst ist es einfach eine rein
hypthetische Diskussion)?


Ein typisches Beispiel ist der Bildungssektor. Wie gesagt, ein Uniprofessor freut sich natürlich, wenn er trotz Krise immer noch einen Job hat. Auch das Militär ist ein Sektor, wo durchaus noch gewisse keynesianische Elemente eine Rolle spielen. Natürlich ist es nicht die reine Lehre in dem Sinn, dass z.B. die Ausgabe für Bildung nicht erhöht werden, um die Krise zu kontern, aber sie werden meistens auch nicht gekürzt, es ist also auch keine strikt monetaristische Politik. Dass die Erfolgsaussichten bezüglich Wiederaufschwung ziemlich schlecht sind, diese Ansicht teile ich natürlich mit den FreundInnen.

Zitat:
Wenn der Keynesianismus aber die aktuelle Krise nicht überwinden kann, dann kann (und muss) man nicht nur seine Anhänger kritisieren (was man freilich auch sonst könnte), sondern auch nachweisen, dass deren Kampf einer gegen Windmühlen ist. Was jetzt daran «voluntaristisch» und «moralisch» sein soll, erschliesst sich mir nicht.


Das:

Zitat:
Die Wobblies konnten allerdings nur deshalb auf die Vertiefung der Krise setzen, weil sie eine ziemlich konkrete Vorstellung von der Revolution und der klassenlosen Gesellschaft hatten. Das ist heute anders, und deshalb stehen alle im Wald, nicht nur die Freundinnen und Freunde von Syriza, sondern auch ihre linksradikalen Kritiker.


Dieser Vergleich mit den Wobblies ist einer der Hauptgründe meiner Kritik. Die Wobblies hatten eine "konkrete Vorstellung von der Revolution und der klassenlosen Gesellschaft"? Dann ist Kommunismus also Arbeiterselbstverwaltung? Das war nämlich die Vision der Wobblies: Arbeiter organisieren die Produktion in den Fabriken, die Bosse sind verjagt.

Im Surplus-Text steht jedoch:

Zitat:
Der Gedanke, die Lohnabhängigen könnten sich an ihren Arbeitsplätzen zusammenschließen, den Kapitalisten respektive Managern das Leben schwer machen und eines schönen Tages den Laden übernehmen, ist für Massen von Eigentumslosen heute schlicht gegenstandslos.


Das ist doch ein Widerspruch, oder nicht? Es ist doch lächerlich, zu behaupten, die Revolution habe noch nicht stattgefunden, weil uns die Vorstellung für eine klassenlose Gesellschaft fehle. Auch im Surplus-Text tönt es stellenweise, als ob die Proletarier einfach aufhören müssten, ihre materiellen Kämpfe zu führen und mal diese verdammte Weltrevolution anpacken sollen ("Solcher Sachschaden kann nie mehr sein als eine Art Verhandlungsmasse, wenn es um das Ausmaß tolerierbarer Staatsgewalt oder den Brotpreis geht, also um alles Mögliche, aber nicht um die Weltrevolution."). Nur woraus, wenn nicht aus solchen Kämpfen, soll die Revolution entstehen?

Zitat:
Und wo wird darüber lamentiert, dass «die Leute» zu wenig revolutionär sind?


Da:

Zitat:
Aber die Frage ist, in welchem Bewusstsein, mit welchem weitergehenden Ziel man sich wehrt.


Ich glaube nicht daran, dass ein "kommunistisches Bewusstsein" der entscheidende Faktor für eine Revolution ist. Ein solches kann erst entstehen, wenn die Ergreifung von kommunistischen Massnahmen für eine Kampfbewegung zu einer materiellen Notwendigkeit wird. Es ist also nicht die Kritik an Linken an und für sich, die mich zum Gähnen bringt, sondern die Diagnostik, dass es an Bewusstsein mangelt.

Die Kritik bezüglich der Räte bezog ich auch spezifisch auf diesen Text und tatsächlich findet man im Surplus-Text einige Passagen, die dieser Vision widersprechen. Doch auch hier erinnert die Schlussfolgerung stark an Arbeiterräte:

Zitat:
Auch heute ist das Ende des Kapitalismus nur als Flächenbrand von Streiks vorstellbar, die zu Betriebsbesetzungen eskalieren und die Produktionsmittel, soweit brauchbar, einer vernünftigen Verwendung zuführen.


Natürlich bestreite ich nicht, dass Streiks und Kämpfe in der Produktion in einer eventuellen kommunistischen Revolution ein wichtiges Element wären. Doch letztendlich bleibt man bei einer programmatischen Losung stehen, denn es bedeutet ja gewissermassen, dass der Fabrikarbeiter immer noch der entscheidende Faktor für die Revolution ist, die Surplus-Proletarier sind eigentlich nur Statisten. Ich meine, was geschieht, wenn alle Fabriken bestreikt und besetzt sind? Wenn das restliche Proletariat nicht Teil einer solchen kommunistischen Bewegung ist, ist das doch zum Scheitern verurteilt, oder nicht? Wieso wird in den 28 Thesen die Revolution als Kommunisierung konzipiert und jetzt sind wir wieder zurück bei der klassischen programmatistischen Definition der Revolution? Die damalige Kritik von TC scheint mir heute diesbezüglich berechtigter als je zuvor.

Auch von den Räten haben wir also nicht die gleiche Definition. Für mich sind Arbeiterräte ein Produkt der Arbeiterbewegung, eine Affirmation der Klasse, genau wie der Arbeiterstaat oder die Selbstverwaltung und heute genau so überholt wie letztere beide. Deine Definition der Räte ist dermassen offen und vage, dass man fast jegliche Situation, wo Proletarier zusammenkommen und sich organisieren, Räte nennen kann. Aber wozu?

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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
06. April 2016, 19:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Vorweg: Ich bin froh, dass wir bei einem sachlichen Ton bleiben können und habe zu deiner jetzigen Antwort schon viel weniger Widersprüche. Mir ging es im Anfangsposting eigentlich vorallem darum zu zeigen, dass ich einige deiner Vorwürfe für an den Text herangetragen halte. Aber der Reihe nach:

Zitat:
Ein typisches Beispiel ist der Bildungssektor. Wie gesagt, ein Uniprofessor freut sich natürlich, wenn er trotz Krise immer noch einen Job hat. Auch das Militär ist ein Sektor, wo durchaus noch gewisse keynesianische Elemente eine Rolle spielen. Natürlich ist es nicht die reine Lehre in dem Sinn, dass z.B. die Ausgabe für Bildung nicht erhöht werden, um die Krise zu kontern, aber sie werden meistens auch nicht gekürzt, es ist also auch keine strikt monetaristische Politik. Dass die Erfolgsaussichten bezüglich Wiederaufschwung ziemlich schlecht sind, diese Ansicht teile ich natürlich mit den FreundInnen.


Das ist doch gerade nicht das, was die Freundinnen kritisieren. Natürlich gibt es konkrete materielle Interessen an mehr Mitteln für Bildung oder an staatlichen Ausgaben fürs Militär. Da werden sich immer Träger dieser Forderungen finden und es wäre tatsächlich nur moralisch ihnen dies vorzuhalten. Aber darum geht es nicht: In der Kritik der Freundinnen (oder zumindest wenn ich in diese Richtung argumentiere), geht es um die Illusion, dass man eine Krisenlösung bewirken kann, indem man gut keynesianisch den Proleten Geld in die Tasche steckt. Zudem: Die Artikulation dieser Vorstellung schielt immer schon auf die nationalökonomische Logik und versucht das Geldausgeben so zu legitimieren; und in dieser Perspektive (die leider bis in die sogenannte radikale Linke hinein wirksam ist; man siehe Syriza-Fans) ist der Keynesianismus tatsächlich illusorisch. Ansonsten hat natürlich niemand was dagegen, wenn Studenten für billigere Bildung kämpfen oder Prollos den Sozialstaat verteidigen wollen. Man muss im Gegenteil Keynesianismus und Neoliberalismus als zwei Seiten derselben Medaille thematisieren. Eiszeit schrieb mal in einem Flugblatt zum 1. Mai:
«Die Staaten und ihre Nationalbanken befinden sich dabei in einer Zwickmühle: Sie müssen mit Geld in den Verwertungsprozess eingreifen, um die Wirtschaft anzukurbeln oder sie wenigstens nicht ganz abschmieren zu lassen. Zugleich müssen aber die hoch verschuldeten Nationalstaaten den internationalen Finanzmärkten beweisen, dass sie harte Einschnitte gegen die Proletarisierten durchsetzen können, um ihre Refinanzierung auf diesen Märkten mit annehmbaren Zinssätzen zu garantieren. Das Zurückhalten des Geldes ist problematisch, weil damit die Nachfrage zusätzlich untergraben wird und einer deflationären Tendenz nicht mehr entgegengewirkt wird. Darauf verweisen die gewerkschaftlichen und sozialdemokratischen Keynesianer mit der Geste grosser Staatsmänner ohne die Kehrseite zu kennen. Denn auch das Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist fatal, weil die Staaten damit ihre Kreditwürdigkeit aufs Spiel setzen und für die kommenden ökonomischen Einbrüche schlecht gerüstet sind. Und es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis der nächste milliardenschwere Rettungsschirm ins Haus steht oder das nächste Pulverfass hochgeht.
Das Problem der Keynesianer verdoppelt sich auf der privatwirtschaftlichen Ebene: Die von ihnen geforderte Nachfrageankurbelung etwa über die Erhöhung der Lohn- und Lohnnebenkosten drückt direkt auf die Profite des Kapitals und bleibt damit als Lösung unbrauchbar. Um die marxsche Pointe gleich vorwegzunehmen: Die Krise – die im Kern eine Krise der Überproduktion von Kapital und der mangelhaften Profitraten ist – wird nicht zu lösen sein ohne eine massive Vernichtung von Kapital: Die Ausradierung von fiktiven Kapitalwerten, der Konkurs von grossen Finanzinstituten, die Bankrottierung riesiger Unternehmen sowie das Sinken des allgemeinen Lohnniveaus.»
Das fasst so etwa meine Kritik am Keynesianismus (und am liberalen «Ausweg») zusammen.

Ja, die Perspektive der Wobblies teile ich auch nicht. Und ich finde da eine Kritik auch nicht unangebracht. Allerdings muss man sich schon fragen, ob die Autoren nicht einfach darauf hinweisen wollten, dass überhaupt eine konkrete Perspektive fehlt und nicht genau die Perspektive der Wobblies, die halt als Beispiel herangezogen wird. Ich muss aber sagen, dass ich dieses Argument nicht teile und glaube dass sich «konkrete» Perspektive und praktische Ermächtigung gegenseitig bedingen.

Ich glaube auch nicht an die Einbahnstrasse des «revolutionären Bewusstseins» zur revolutionären Praxis. Aber du machst es auch ein bisschen mechanisch auf die andere Seite. Es gibt natürlich eine wechselseitige Verwiesenheit von kommunistischer Erkenntnis und revolutionärer Praxis. Ich zitiere nochmals kurz aus den 28 Thesen:
«Die dogmatischen Skeptiker, die fragend voranschreiten, aber gar nicht mehr wissen wollen wohin, übersehen erstens, dass das kommunistische Ziel sich in der Kritik der Verhältnisse bestimmt; und zweitens, dass dieses Ziel, weil es weder auf politischem Wege noch über Nacht zu erreichen sein wird, nur als Bewegung der Kommunisierung vorstellbar ist, in der sich die atomisierten Lohnabhängigen zu gesellschaftlichen Individuen mausern und anfangen, ihr Leben ohne Tauschbeziehungen zu regeln. „Solange die Massenbewegungen noch klein sind und noch an der Oberfläche bleiben, solange tritt die Tendenz nach der Beherrschung aller gesellschaftlichen Kräfte nicht so deutlich in Erscheinung. Aber werden diese Bewegungen größer, dann werden auch stets neue Funktionen in den Bereich der kämpfenden Massen gezogen, ihr Wirkungsbereich dehnt sich aus. Und in dieser kämpfenden Masse vollziehen sich dann vollkommen neue Beziehungen zwischen den Menschen und dem Produktionsprozess. Es entwickelt sich eine neue ‚Ordnung’. Das sind die wesentlichen Kennzeichen der selbständigen Klassenbewegungen, und sie sind denn auch der Schrecken der Bourgeoisie.“ Der niederländische Rätekommunist Henk Canne Meijer schrieb damit 1935 das Drehbuch für den Pariser Mai 1968.»

Es stimmt schon, dieser Vortrag ist nicht der beste Text der Freundinnen und einige deiner Einwände teile ich auch (wobei ich jene im Anfangsposting halt tatsächlich für willkürlich an den Text herangetragen halte). Bloss noch kurz: Über Semantik will ich jetzt nicht streiten, aber ich gehe davon aus, dass die Freundinnen den Begriff der «Räte» in meiner viel offeneren Variante gemeint haben wollten. Das erklärt sich ja schon alleine daraus, dass sie sich auf ein Subjekt der möglichen Räte beziehen, das grossteils gerade keine klassischen Arbeiter sind. Aber eines ist klar, wenn man eine kommunistische Revolution umsetzen will, dann kommt man um die Aneignung der Produktionsmittel nicht rum. In diesem Sinne – weil sie notwendige Bedingung der Reproduktion einer neuen Gesellschaft sind (auch wenn grosse Teile wohl erstmal zerstört werden müssen) – bleibt die Produktion zentral, der produktive Arbeiter hingegen verliert wohl seine Zentralität, die er noch in der leninschen Theorie hatte (wenn auch natürlich das Produktionswissen und die Macht in der Produktion nicht einfach egal sind). Oder wie die Freundinnen in den 28 Thesen etwas überpointiert schreiben: «Die Zukunft der Klasse insgesamt hängt entscheidend von der Fähigkeit der Überflüssigen ab, ihre Situation zum Ausgangspunkt einer allgemeinen Bewegung zu machen.»

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06. April 2016, 23:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Doc Sportello



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Zitat:
Vorweg: Ich bin froh, dass wir bei einem sachlichen Ton bleiben können und habe zu deiner jetzigen Antwort schon viel weniger Widersprüche. Mir ging es im Anfangsposting eigentlich vorallem darum zu zeigen, dass ich einige deiner Vorwürfe für an den Text herangetragen halte.


Ich war halt einfach so genervt, wegen dieser Wobblies-Schlussfolgerung, dass ich meiner impulsiven Polemik freien Lauf lassen musste. Jeder so kritisierte Reformist wird für solche Kritik nur ein überhebliches Lächeln übrig haben und sich - nicht ganz zu unrecht - über die Revolutionsromantik der FreundInnen mokieren. Das nervt halt auch, weil ich eigentlich denke, dass das ihnen auch bewusst sein sollte.

Zum Keynesianismus habe ich somit den Eindruck, dass wir uns weitgehend einig sind. Was ich nicht verstehe, ist, weshalb die FreundInnen seit der Polemik mit TC das Wort Kommunisierung soweit ich weiss nie mehr benutzten. Diese Definition der Revolution in den 28 Thesen unterscheidet sich m.E. beträchtlich von der tendenziell rätekommunistischen Perspektive in den anderen beiden Texten. Die Subjekte in den Räten sind dann einfach nicht mehr Arbeiter, gewissermassen eine Art Post-Rätekommunismus, doch ich halte es für einen Rückschritt im Vergleich zu den 28 Thesen.

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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
07. April 2016, 02:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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