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VBZ-Tramfahrer drohen mit Streik

 
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VBZ-Tramfahrer drohen mit Streik
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Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag VBZ-Tramfahrer drohen mit Streik Antworten mit Zitat
Zitat:
Trämler demonstrierten gegen neue Dienstpläne

Das Timing der Organisatoren für die Demonstration gegen die Dienstpläne der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) war denkbar schlecht. Nicht nur wegen des garstigen Wetters, sondern weil Stadtpräsident Elmar Ledergerber (SP) gestern Nachmittag kurz vor der Kundgebung seinen Rücktritt angekündigt hatte und so alles Interesse der Parlamentarier für seine Beweggründe und Nachfolge beanspruchte.

Trotzdem fanden sich vor der Versammlung des Gemeinderats im Rathaus wohl gegen 80 Gewerkschafter und Trämler am Limmatquai ein, um «Präsenz zu markieren und Plakate hochzuhalten», wie der Sprecher des Schweizerischen Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) durch sein Megafon sagte - der VPOD war es gewesen, der zur Kundgebung aufgerufen hatte. Auf einem solchen Plakat stand: «Die VBZ-Direktion hat versagt, und nun ist der Stadtrat gefragt.» Das Personal sei nicht bereit, weitere Abstriche zu machen punkto Arbeitsbedingungen, so der Sprecher weiter. Die VBZ wollen mehrere flexible Arbeitsmodelle abschaffen: Statt wie bisher fünf solle es per Dezember 2008 nur noch zwei Modelle geben.

Für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld würde dies fatale Konsequenzen haben: «Das Arbeits-, Familien- und Privatleben werden unter dem neuen Arbeitsmodell empfindlich gestört, die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben wird erschwert», sagte der Sprecher. Man hoffe auf das Verständnis der Parlamentarier für das VBZ-Personal. Dazwischen zwängte sich Regierungsrätin Ursula Gut (FDP) aus dem Rathaus, und SVP-Gemeinderat Mauro Tuena dachte laut über seine Zukunft und die seiner Partei nach.

Nächste Sitzung in neun Tagen


Der VPOD-Mann sagte dann, dass man mit der VBZ vergebens eine gütliche Einigung habe erzielen wollen. In neun Tagen finde die nächste Sitzung statt. Bis dahin wollten die Demonstranten aber nicht warten. Im Flugblatt, das an die Gemeinderäte abgegeben wurde, stand, dass in einer schriftlichen Befragung rund 600 Betroffene den Verbänden ein deutliches Mandat erteilt hätten. Die Fahrer der VBZ identifizierten sich mit der Stadt und leisteten täglich hervorragende Arbeit, doch hätten sie «genug von der schleichenden Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen». Selbst einen Streik schliesst die Gewerkschaft nicht aus.


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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
23. Oktober 2008, 14:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

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Das meint die zuständige Gewerkschaft VPOD dazu:

Zitat:
Starke Manifestation gegen das VBZ-Arbeitsdiktat

VON: DURI BEER

Über Hundert VBZ-Angestellte haben heute gegen das neue VBZ-Turnusregime protestiert. Mit Fahnen, Transparenten und Flugblättern haben sie bei den Gemeinderätinnen und Gemeinderäte um Verständnis für ihre Rechte und Bedürfnisse geworben.
Die Verkehrsbetriebe Zürich wollen per Dezember 2008 alle flexiblen Arbeitszeitmodelle abschaffen und nur noch zwei Modelle anbieten. Über diese Massnahme, die im Dezember 2008 eingeführt wird, haben die VBZ die Verbände im Juli informiert. In den vergangenen Wochen hat der vpod sowie die Verbände transfair und syna hinter den Kulissen eine einvernehmliche Lösung gesucht, ohne Erfolg. Mit einer offensichtlichen Verzögerungstaktik wollen die VBZ nun die Verbände vor vollzogene Tatsachen stellen, nachdem diese per 30. September und dank der Intervention des Departementchefs ihre Beweisführung eingereicht haben, wonach mindestens drei der bisherigen Arbeitszeitmodelle gesetzeskonform sind und somit beibehalten werden könnten. Am 31. Oktober findet ein letztes Treffen zwischen den Verbänden und der VBZ zum Thema Dienstplanung statt, in dem die VBZ kommunizieren wird, ob sie die Forderungen der Verbände erfüllen.

Rund 84% von rund 600 Fahrerinnen- und Fahrern sind gegen die Abschaffung der flexiblen Arbeitszeitmodelle, nahezu alle verlangen einen fairen, transparenten Umgang mit den Betriebsferientagen, 82% würden die Lancierung von Kampfmassnahmen unterstützen, falls es zu keiner Einigung kommt.

Die Kundgebung vor dem Rathaus war ein eindrückliches Manifest eines beachtlichen Teils des VBZ-Fahrpersonals. Es will sich weder die Betriebferientage nehmen lassen, noch die Abschaffung ihrer Turnusmodelle hinnehmen. Es hat gezeigt, dass es im Widerstand gegen die unnötigen, familien- und angestelltenfeindlichen Absichten der VBZ selbst der widrigsten Wetterbedingungen trotzt.

24. Oktober 2008, 10:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

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Die Tramchauffeure wollens wissen:

Zitat:
© Zürichsee-Zeitung; 31.10.2008; Seite 9zst
Zürichsee-Zeitung Sihltal-Thalwil

Verkehrsbetriebe Zürich Streit um Dienstpläne könnte öffentlichen Verkehr zum Erliegen bringen

Tramchauffeure drohen mit Streik

Die Lage ist verfahren: Sollte die heutige Aussprache zwischen VBZ- und VPOD-Vertretern keine Einigung bringen, droht in Zürich ein Streik der Tram- und Bus-Chauffeure.


Matthias Scharrer

Der Anlass des Arbeitskonflikts scheint unspektakulär: Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) wollen mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember fürs Fahrpersonal ein neues Dienstplansystem einführen. Von den bisher fünf Dienstplanmodellen sollen künftig nur noch zwei zur Wahl stehen. Für viele Tram- und Buschauffeure brächte dies «das Fass zum Überlaufen», wie Duri Beer, Regionalsekretär der Gewerkschaft VPOD, die Stimmung einschätzt. Familienväter und Mütter, die Teilzeit arbeiten, hätten ihren Lebensalltag entsprechend den bisherigen Plänen organisiert. «Sie sehen nicht ein, warum jetzt so ein unnötiger Systemwechsel kommen soll.»

Bei einer schriftlichen Umfrage des VPOD hätten denn auch innert einer Woche 600 von 1200 Befragten geantwortet. «Eine derart grosse Stimmbeteiligung hatten wir in den letzten Jahren nie», sagt Beer. Und von den 600 Antwortenden erklärten sich 82 Prozent bereit zu Kampfmassnahmen. Bereits letzte Woche kündigte der VPOD daher an, er werde sich zusammen mit dem betroffenen Personal mit allen Mitteln wehren, sollte es zu keiner Einigung kommen. Heute Freitag werden die Weichen gestellt: Das entscheidende Gespräch zwischen VBZ- und VPOD-Vertretern ist für 14.30 bis 16.30 Uhr anberaumt.

Beer geht davon aus, dass keine Einigung zustandekommt. «Ich hoffe aber auf Einsicht, damit wir den Konflikt nicht führen müssen.» Er bekräftigt: «Ein Streik ist nicht ausgeschlossen.» Eine Flugblattaktion, mit der um Verständnis der Passagiere geworben werden soll, sei bereits für den 4. November vorbereitet.

Mehr Leistung am Wochenende

Die Situation ist verfahren. Wie VBZ-Sprecher Andreas Uhl auf Anfrage sagt, wollen die VBZ grundsätzlich an ihrer Position festhalten, prüfen aber auch gewerkschaftliche Vorschläge. Laut VPOD-Sekretär Beer wären vier der fünf bisherigen Dienstplan-Modelle weiterhin rechtlich zulässig. Uhl gibt sich vor der entscheidenden Gesprächsrunde zuversichtlich: «Bisher haben wir noch immer den Rank gefunden.»

Als Gründe für die geplante Neuerung führt er einerseits die heute etablierte Lesart des Arbeitsgesetzes an, die den Interpretationsspielraum verkleinere. Andererseits die Tatsache, dass der neue Fahrplan am Wochenende «mehr Leistung» bringe. Konkret: Abends fahren die Trams länger und in höherem Takt.

Arbeitsrechtlich «am Anschlag»

Uhl erklärt: «Die bisherigen Dienstpläne sind zum Teil nicht mehr praktikabel.» Mit heute noch möglichen Arbeitszeitmodellen wie jenem, in dem Angestellte ihr Wochenpensum an dreieinhalb Tagen absolvierten, sei man arbeitsrechtlich «am Anschlag». Und: «Wir brauchen ein Modell, in dem wir auch Dienste verschieben können, wenn Grossanlässe oder Baustellen dies erforderlich machen», so der VBZ-Sprecher weiter. Eines der zwei Modelle, die gemäss VBZ bestehen bleiben sollen, ermöglicht dies: Es sieht 4 Arbeits- und 2 Freitage vor, wobei jeder 36. Arbeitstag erst zwei Tage im Voraus angekündigt wird. Das zweite Modell ist ganz konventionell: 5 Arbeitstage, gefolgt von 2 Freitagen an Wochenenden.

«Es ist auch Anliegen der Mitarbeiter, dass wir flexibel reagieren können», sagt Uhl. Und fügt an: «Wir sind da sehr kulant.» Die Neuerungen seien zudem kostenneutral. Länger arbeiten müsse deswegen auch niemand. Sein Fazit: «Es gibt nicht mehr Stress. Aber wir müssen den neuen Fahrplan umsetzen.» Was das fürs Fahrpersonal bedeutet, fasst Gewerkschafter Beer so zusammen: Abends später anfangen und später aufhören. «Die Leute nehmen das hin, hätten aber gern ein Zeichen der Wertschätzung.» Stattdessen herrsche Kommandoton.

Hinter dem aktuellen Arbeitskonflikt steckt nach Ansicht des Gewerkschafters denn auch mehr als der Streit um Dienstpläne: «Die Arbeitsbedingungen haben sich in den letzten Jahren verschlechtert.» Als Beispiel führt er die die zeitlichen Wegpauschalen an, die fürs Parkieren und Fahrzeug kontrollieren immer knapper kalkuliert würden. Beer sagt: «Jede Minute wird beschnitten, obwohl die Arbeit die gleiche bleibt.» Laut VBZ-Sprecher Uhl liegt die letzte derartige «Beschneidung» allerdings schon rund zehn Jahre zurück. Der letzte grössere Arbeitskonflikt bei den VBZ, der fast zum Streik führte, übrigens auch.

31. Oktober 2008, 14:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

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sbb-lohnrunde gescheitert:

http://www.20min.ch/news/schweiz/story/14118579

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
05. Dezember 2008, 18:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beiträge: 565
Wohnort: walhall

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Zitat:
Gutes Timing ist eine Kunst, die Komiker und Gewerkschaften beherrschen müssen...

http://app.nzz.ch/2012/07/25/zuerich-und-region/JMDYE/die-kunst-des-timings?guest_pass=d0b5050793%3AJMDYE%3Aad7aea5a2982173d190823d40a6674e092fbfe83

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
25. Juli 2012, 13:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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