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Griechenland
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Griechenland
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Savo



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Beitrag Griechenland Antworten mit Zitat
Schwere Krawalle in Griechenland
Protestwelle setzt sich nach Tod eines Jugendlichen fort

In Griechenland ist es nach tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen Jugendlichen am Wochenende zu den schwersten Unruhen seit Jahren gekommen. In Athen lieferten sich auch am Sonntag Hunderte von Demonstranten Strassenschlachten mit der Polizei. Sie warfen Steine und schlugen auf ihrem Weg durch die Innenstadt Schaufensterscheiben ein.

(sda/Reuters/dpa) Nach Angaben der Feuerwehr gingen bei den Unruhen bis Sonntagmorgen allein in Athen 16 Banken, rund 20 Geschäfte und über ein Dutzend Autos in Flammen auf. Die Polizei wollte sich nicht dazu äussern, wie viele Personen verhaftet oder verletzt wurden. Sie setzte Tränengas ein.

In Thessaloniki brach nach einem Marsch von über 1000 Demonstranten ebenfalls erneut Gewalt aus. Fernsehbilder zeigten Demonstranten, die Brandsätze auf Polizisten warfen.
Regierung ruft zur Besonnenheit auf

Bereits in der Nacht auf Sonntag war es den schwersten Ausschreitungen seit Jahren gekommen. Die Mitte-Rechts-Regierung unter Ministerpräsident Costas Karamanlis rief zur Ruhe auf. Innenminister Prokopis Pavlopoulos bot seinen Rücktritt an, den Regierungschef Karamanlis aber ablehnte.


Toter aus Problembezirk Athens

Die Unruhen waren ausgebrochen, nachdem am Samstag ein 15-Jähriger von einem Polizisten erschossen worden war. Der Jugendliche gehörte nach Polizeiangaben zu einer Gruppe von 30 Personen, die im Athener Problembezirk Exarchia ein Polizeiauto mit Steinen beworfen hatte.

Als die Beamten die Jugendlichen festnehmen wollten, seien sie erneut angegriffen worden. Dabei gab einer der Polizisten laut den Behörden drei Warnschüsse ab und tötete den Jugendlichen. Augenzeugen sagten jedoch in einem griechischem Fernsehsender, der Polizist habe gezielt auf den 15-Jährigen geschossen.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)

Zuletzt bearbeitet von Savo am 29. März 2011, 12:53, insgesamt einmal bearbeitet
07. Dezember 2008, 18:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Bilder: http://www.20min.ch/news/ausland/story/13339615

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
07. Dezember 2008, 18:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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ganz muss ja ganz schön geriegelt haben, in der jetzigen wirtschaftslage dürften sie ganz schön schiss haben dass es weiter eskaliert. krass.

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
08. Dezember 2008, 00:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
cuervo



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so was nennt man dann wohl "gezielte warnschüsse"... blah blah

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Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
08. Dezember 2008, 11:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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08. Dezember 2008, 11:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
cuervo



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Zitat:
and the worst thing: it's happen just before christmas


shocked kotz

ach die aaaarmen ladenbesitzer... jetzt geht ihre weihnachtsdeko in den flammen auf... aber ja, tote sind egal, hauptsache das geschäft blüht...

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Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
08. Dezember 2008, 12:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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http://derstandard.at/?url=/?id=1227288049893

http://de.indymedia.org/2008/12/234985.shtml

http://de.indymedia.org/2008/12/234985.shtml

wie zu dem toten kam:
http://de.indymedia.org/2008/12/235005.shtml

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08. Dezember 2008, 12:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Banlieusard



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Beitrag Merry Christmas! Antworten mit Zitat
Merry Christmas!

http://www.20min.ch/images/content/3/0/5/30551735/4/2.jpg

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08. Dezember 2008, 20:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Savo



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http://www.sf.tv/videoplayer/embed/237d6bfd-b4c0-4bd4-8fe6-915cc4f7d9ca&live=false

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08. Dezember 2008, 20:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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die nzz in angst und schrecken...! ;-)

Zitat:
Wieder schwere Krawalle in Athen
4000 Autonome randalieren im Zentrum - auch Thessaloniki betroffen

Rund 48 Stunden nach dem Tod eines 15-jährigen Schülers sind die Krawalle in Griechenland weiter eskaliert. Die Polizei schien am Montagabend nicht mehr Herr der Lage. Rund 4000 Autonome nahmen praktisch das Athener Stadtzentrum ein. In Thessaloniki bot sich ein ähnliches Bild.

Gewalttätige Demonstranten verwüsteten alles, was ihnen in den Weg kam, berichteten griechische Medien. Entlang der drei grossen Einkaufsstrassen Panepistimiou, Stadiou und Skoufa sowie rund um den zentralen Syntagmaplatz brannten nahezu alle Geschäfte.
Feuerwehr an der Arbeit behindert

Gewalttätige Demonstranten erreichten am Abend auch den eleganten Kolonaki-Platz, wo viele Politiker des Landes wohnen und zerstörten auch dort alle Geschäfte. Passanten flohen in Panik in alle Richtungen. Die Polizei setzte Tränengas ein, was aber ohne merkbare Wirkung auf die Randalierer blieb. Die Feuerwehr konnte teilweise nicht zu den brennenden Gebäuden vordringen. Der wütende Mob attackierte die Einsatzfahrzeuge mit Brandflaschen. Auch der etwa 20 Meter hohe Weihnachtsbaum der Stadt Athen wurde angezündet und brannte lichterloh.

Einige Demonstranten stellten sich vor den brennenden Baum und sangen die griechische Fassung von «Oh Tannenbaum». Fenster von einem Luxushotel an diesem Platz, dem Athens Plaza, wurden eingeworfen. Die Hotellobby war voller Tränengasschwaden. Ein Hotelmitarbeiter sagte, die Gäste würden evakuiert. Im Vorraum des Aussenministeriums brannte es.
Brandanschlag auf Polizeiwache in Thessaloniki

Zu der Demonstration hatte die kleine griechische Partei «Bündnis der Radikalen Linken» (SYRIZA) aufgerufen. Auch in zahlreichen weiteren Städten Griechenlands kam es erneut zu Krawallen. In der zweitgrössten Stadt des Landes, Thessaloniki, wurde bei einem Brandanschlag auf eine Polizeiwache ein Beamter verletzt.
Weitere Demonstrationen angekündigt

Linksgerichtete Gruppen kündigten für die kommenden Tage weitere Demonstrationen an. Bei den Protesten handelt es sich laut Angaben der Polizei um die «grösste jemals in Griechenland gesehene Anti-Polizei-Welle». Bisher wurden mehr als 40 Personen verletzt. Dutzende wurden festgenommen. In fast allen Landesteilen Griechenlands blieben am Montag die Schulen geschlossen. Das Kultusministerium erklärte den Dienstag zum Tag der Trauer.
Sondersitzung der Regierung

Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis berief für die Nacht eine Sondersitzung des Ministerrates ein. An diesem Dienstag wollte er sich mit Staatspräsident Karolos Papoulias und den Vorsitzenden der griechischen Parteien treffen. Ein Regierungssprecher dementierte hingegen Gerüchte, dass ein landesweiter Ausnahmezustand ausgerufen werden könnte.


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08. Dezember 2008, 23:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
Eine politische Idee ist hinter den Zerstörungstrips, zu denen die Vermummten mit ihren Rucksäcken voller Steine und Molotowcocktails von hier aus alle paar Monate aufbrechen, nicht zu erkennen - außer dem blinden Hass auf Kapitalismus, Globalisierung, Banken und Großkonzerne.

Spiegel Online

http://einblog.blogsport.de/2008/12/08/ablinder-hass-auf-kapitalismusa/

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09. Dezember 2008, 00:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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die unruhen gehen weiter:

http://de.indymedia.org/2008/12/235359.shtml
http://de.indymedia.org/2008/12/235342.shtml
http://de.indymedia.org/2008/12/235149.shtml

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09. Dezember 2008, 14:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Banlieusard



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Beitrag breaking news Antworten mit Zitat
bereits vor der beerdigung des jungen flackerten die krawalle in mehreren griechischen städten wieder auf.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Kurz-vor-Beerdigung-Neue-Krawalle-in-Athen-Saloniki-und-auf-Kreta/story/29008672

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09. Dezember 2008, 14:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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Zitat:
Ja, es ist immer das Stadtzentrum der Städte, wo vieles kurz und klein geschlagen wird. Nicht in den Vorstädten.


http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/story/13237920



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09. Dezember 2008, 15:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Die griechischen Gewerkschaften halten trotz der gespannten Lage im Land wegen der Jugendkrawalle an ihrem für Mittwoch geplanten Generalstreik gegen die Wirtschaftspolitik der konservativen Regierung fest. Die Streikvorbereitungen liefen unverändert, erklärten die beiden grössten Gewerkschaftsdachverbände GSEE und ADEDY am Dienstagabend.

http://www.20min.ch/news/ausland/story/-Wir-wollen-den-Sturz-der-Regierung--27806294

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09. Dezember 2008, 22:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Zitat:
#6 Updates aus Athen und Patras 9:07 pm

PATRAS

BESTÄTIGTE MELDUNG: Der anarchistische Block wurde von Bullen und Faschos angegriffen.
Unbestätigt: Es gibt das Gerücht das die Faschos von Athen transportiert wurden und mit Tränengas ausgerüstet wurden.

ATHEN

Heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei vor der Uni NTUA (National Technical University of Athens) gehen weiter. Die Situation bei der Economics University ist ruhig.


Zitat:
#5 Update 9. Dezember, 2008, 8:01 pm Athens
Dienstag,

Die Polizei bestätigt abgegebene Schüsse in Palaio Faliro, behaupten das es nur einen Schuss gab. AnwohnerInnen fanden 7 Patronenhülsen. Die Situation vor dem Campus spitzt sich zu.


http://tearsandangergreece.blogsport.de/

Indymedia Patras:


http://www.hideandbrowse.com/cgi-bin/nph-proxy.cgi/000000A/http/patras.indymedia.org

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09. Dezember 2008, 22:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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http://www.focus.de/panorama/welt/griechenland-demonstranten-stuermen-polizeihauptquartier-in-patras-_aid_354702.html

Zitat:
In der westgriechischen Stadt Patras haben Demonstranten das Hauptquartier der Polizei gestürmt und besetzt. Rund 500 Demonstranten drangen in das Gebäude ein und warfen dabei Steine und Molotow-Cocktails, wie die Polizei am Dienstag in der Hafenstadt mitteilte. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt und versucht, die Demonstranten zurückzudrängen. Vor dem Angriff auf das Polizeigebäude hatte es in Patras drei Demonstrationen von Schülern und Studenten gegeben. Auch in Athen und Thessaloniki lieferten sich Demonstranten weiter Straßenschlachten mit der Polizei.




edit: Bildli
http://www.focus.de/politik/ausland/strassenschlachten-athens-zentrum-in-flammen_did_21363.html?slide=1

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09. Dezember 2008, 22:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
minino
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Und Frankreich:

Zitat:
Gewaltsame Schülerproteste gegen Regierung

Bei Demonstrationen von Schülern gegen die Sparpläne der Regierung ist es am Dienstag in Frankreich zu Ausschreitungen gekommen.
Eine Gruppe von «Krawallmachern» habe im westfranzösischen Brest am Rande einer Demonstration mit 200 Teilnehmern Schaufensterscheiben und Bushaltestellen zertrümmert, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Einige Schüler hätten Steine auf die Beamten geworfen. Vier Teilnehmer der Proteste seien festgenommen worden.

Schüler, aber auch Lehrer und Elternverbände haben für Mittwoch zu Demonstrationen in ganz Frankreich gegen die Reform aufgerufen, die tausende Stellenstreichungen vorsieht.

Auch in Nantes meldete die Polizei am Dienstag «Ausschreitungen». In eine Schule drangen laut den Behörden 200 Jugendliche ein und hätten 15 Klassenzimmer unbrauchbar gemacht. Sie hätten dabei die Räume, aber auch Lehrer und nicht demonstrierende Schüler mit Feuerlöschschaum bespritzt.

In mehreren Städten in Frankreich halten Schüler ihre Gymnasien seit Montag besetzt, um gegen die Reformpläne der Regierung zu demonstrieren.

Die französische Vereinigung der Schulrektoren (SNPDEN) sprach von «sehr gewaltsamen» Protesten, die härter als üblich seien. Auch im Süden des Landes sei es schon zu «mehreren gewaltsamen Vorfällen» gekommen. Die Rektoren fürchten demnach, dass der Konflikt spätestens im Januar eskalieren könnte.

http://www.20min.ch/news/ausland/story/13589604

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Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
09. Dezember 2008, 22:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zitat:
Erklärung der Vollversammlung der besetzten Theaterschule von Thessaloniki

Seit Wochen und Monaten brodelt es in der griechischen Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der Krise und der Korruption der politischen Klasse, reichen sich die unterschiedlichsten Formen von Protest die Hände. Tausende von Häftlingen befanden sich im Hungerstreik, auf Corfu wehren sich BewohnerInnen mit allen Mitteln gegen eine Giftmülldeponie. Krankenschwester demonstrieren und setzen den Gesundheitsminister fest. ArbeiterInnen, die um ihre Löhne geprellt wurden, ziehen in die Hauptstadt, um dort zu demonstrieren. An den Schulen und Universitäten tobt seit Wochen eine Welle von Besetzungen und Protestaktionen einer Generation ohne Perspektive. Vor einigen Tagen hat die Polizei Alexandros, einen 15 Jahre jungen Anarchisten aus Athen erschossen. Vor dem Hintergrund der sozialen Proteste liegt für viele auf der Hand, dass es sich bei diesem Mord um ein gezieltes Manöver zur Einschüchterung der rebellierenden Jugend handelte. Über den Flächenbrand, der die Antwort auf den schrecklichen Tod von Alexandros war, ist bereits anderswo genug geschrieben worden. Wir wollen heute, am Tag der Beerdigung von Alexandros, SchülerInnen aus der besetzten Theaterschule von Thessaloniki zu Wort kommen lassen. Ihre Schilderung der Situation macht mehr über die Verhältnisse deutlich als manch Dutzend kluger Artikel.

Alexandros war unser Freund, unser Bruder, unser Sohn, unser Mitschüler und unser Genosse. Der Mord am 15jährigen Alexandros war der Tropfen, der das Fass all der Fälle von Morden an jungen Menschen, die der Polizei widersprachen, auf Aufforderung nicht an einer Straßensperre angehalten haben oder einfach - so wie Alexandros - zur falschen Zeit am falschen Ort waren, zum Überlaufen gebracht hat. Der Mord an Alexandros mit war kein isoliertes Ereignis, wie der Innenminister dreist behauptet. Seine Erklärung vollendet faktisch die Ankündigung des ehemaligen Justizministers Polydaros, wonach es nur eine Frage der Zeit sei, bis einem Polizisten das Temperament durchgehe und er schießen würde.

Der Polizemord am jungen serbischen Studenten Bulatovic im Jahre 1998 in Thessaloniki, der Mord am jungen Leontidis durch einen Polizisten in der Cassandrou Straße 2003, der Tod des 24jährigen Onohua, nachdem er im Sommer 2007 von einer Zivilstreife in Kalamaria gejagt worden war, der Mord an der 45jährigen Maria in Lefkimi im Zusammenhang mit einem Angriff der Polizei auf Menschen, die sich gegen eine Mülldeponie wehrten, der Mord am pakistanistischen Migranten in der Straße Petrou Ralli in Athen im letzten Monat, die alltägliche Erniedrigung und Gewalt gegen jeden kleine Missetäter bei Polizeiaktionen überall in Griechenland, die Schüsse gegen die TeilnehmerInnen von Studieredendemonstrationen im letzten Jahr, die gewaltsame Unterdrückung von Demonstrationen, der Tränengas-Krieg der Polizei, die Gewalt gegen jeden, der protestiert ... Und natürlich der tagtägliche Mord an wirtschaftlichen und politischen Flüchtlingen durch die Grenzpolizei. Selbst die Tode in den eisigen Wasser der Ägais oder den Minenfeldern von Evros: All dies ergibt das Bild der griechischen Polizei.

Der Mord am Alexandros mit seinen 15 Jahren erzeugte eine Welle der Wut und Verzweiflung bei hunderttausenden von Jugendlichen und Menschen jeden Alters. Es ist nicht nur die Abscheu und die Trauer über den Tod des jungen Mannes. Es gibt ein verbreitetes Bewusstsein, dass es für jeden von uns oder diejenigen die wir lieben, eine Kugel gibt, die auf ein unglückliches Zusammentreffen wartet und dieses Bewusstsein teilen wir alle als Brüder, Freunde und Eltern miteinander. Wir leben in einer sozialen Realität, die die Genauer belohnt, die uns manipulieren – die Politiker und den Klerus. Wir alle versuchen in einem Morgen ohne Zukunft zu überleben.

Wir haben die Zukunft uns die Verwaltung unserer Gesellschaft an Leute ohne Moral und Regeln übertragen, die keinen Respekt vor der Menschheit kennen.

In dieser Realität war der Mord am 15jährigen Alexandros der letzte Tropfen, der das Fass unserer Wut zum Überlaufen brachte.

Aber Wut ist nicht einfach nur ein Gefühl. Sie ist ein Kampf für soziale Gerechtigkeit. Eine Gerechtigkeit, von der jetzt deutlich wird, dass, solange sie in der sozialen Realität nicht existiert, es keinen sozialen Frieden geben wird, weil es nur Friedhöfe sind, die mit solcher Unterordnung und solcher sozialen Ungleichheit sozialen Frieden fordern können.

Weil wir jung sind wie Alexandros, weil wir einen Traum von Würde träumen wollen, wo der Staat und die Autoritäten nur Unterordnung und Verzweiflung verbreiten, weil wir leben wollen und nicht nur über den nächsten Winter kommen, wegen all dem sind wir wütend und kämpfen.

Wir werden Alexandros weder vergessen, noch wollen wir einen weiteren toten Alexandros durch Polizeikugeln.

Es wird keinen Frieden geben mit denen, die die Zukunft der Jugend zerstören, kein Eingreifen, keine Krokodilstränen für die heuchlerischen Minister. Liebe im Leben und Hoffnung für die Menschen. Einen täglichen sozialen Kampf mit unseren MitschülerInnen, unseren Freunden, unseren Familien und unseren GenossInnen für eine Gesellschaft ohne Wächter, für eine solidarische Gesellschaft.

Wir rufen alle Bewohner, alle StudentInnen und ArbeiterInnen auf, mit uns gegen die staatlich gedeckten Mörder auf die Straße zu gehen.

Die Vollversammlung der besetzten Theaterschule


FAU-IAA
10. Dezember 2008, 02:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Eine Radiosendung zum Aufstand in Griechenland:

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=25368
10. Dezember 2008, 10:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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minino hat Folgendes geschrieben:
Und Frankreich:

Zitat:
Gewaltsame Schülerproteste gegen Regierung

Bei Demonstrationen von Schülern gegen die Sparpläne der Regierung ist es am Dienstag in Frankreich zu Ausschreitungen gekommen.
Eine Gruppe von «Krawallmachern» habe im westfranzösischen Brest am Rande einer Demonstration mit 200 Teilnehmern Schaufensterscheiben und Bushaltestellen zertrümmert, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Einige Schüler hätten Steine auf die Beamten geworfen. Vier Teilnehmer der Proteste seien festgenommen worden.

Schüler, aber auch Lehrer und Elternverbände haben für Mittwoch zu Demonstrationen in ganz Frankreich gegen die Reform aufgerufen, die tausende Stellenstreichungen vorsieht.

Auch in Nantes meldete die Polizei am Dienstag «Ausschreitungen». In eine Schule drangen laut den Behörden 200 Jugendliche ein und hätten 15 Klassenzimmer unbrauchbar gemacht. Sie hätten dabei die Räume, aber auch Lehrer und nicht demonstrierende Schüler mit Feuerlöschschaum bespritzt.

In mehreren Städten in Frankreich halten Schüler ihre Gymnasien seit Montag besetzt, um gegen die Reformpläne der Regierung zu demonstrieren.

Die französische Vereinigung der Schulrektoren (SNPDEN) sprach von «sehr gewaltsamen» Protesten, die härter als üblich seien. Auch im Süden des Landes sei es schon zu «mehreren gewaltsamen Vorfällen» gekommen. Die Rektoren fürchten demnach, dass der Konflikt spätestens im Januar eskalieren könnte.

http://www.20min.ch/news/ausland/story/13589604


geil und ich bin im januar in frankreich...

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
10. Dezember 2008, 13:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Aktuelles aus Frankreich (Video):

http://tf1.lci.fr/infos/france/0,,4188806,00-violences-en-marge-des-manifestations-lyceennes-.html


SchülerInnen- und StudentInnenproteste sind da an der Tagesordnung. Momentan sind wieder (oder immer noch) viele Gymnasien besetzt oder/und blockiert.

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10. Dezember 2008, 15:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Muoit



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Zitat:
Ein Erlebnisbericht...
Bericht aus Patra von Mittwoch, 10.12.08, 3 Uhr morgens


Wie kann ich hallo sagen nach dem, was hier passiert ist? Diese verdammten Schweine…

Natürlich spricht niemand über Patra. Wer wird sagen, dass die Polizei Nazis zu Hilfe gerufen hat? Sie haben uns 2km lang gejagt! Und wir waren ungefähr 1000 unbewaffnete Leute. Oh, ich bin so wütend. Ich musste mit einigen anderen in ein Haus von einem in der Nähe flüchten, weil wir natürlich die letzten waren, die die Demo verlassen haben. Dort mussten wir 3 Stunden warten, ohne Licht im Dunkeln, weil wir (dank Handys) herausgefunden haben, dass die Faschisten, die Nazis (eine Neonazigruppe namens Golden Dawn) ganz Patra patrolliert haben, überall geklingelt und terrorisiert haben.
Verdammt noch mal, diese verdammten, dummen Arschlöcher, ich werde nie Worte für sie finden. Stell dir das nur mal vor, ok? 300 Faschisten und Nazis rennen 100m hinter uns, jagen uns, halten Messer in den Händen, werfen Steine, und hinter ihnen, wer wohl? Die Polizei mit Tränengas! Ich weine, während ich schreibe, weil ich nicht schlafen und nicht essen kann nach dem.

Was wir danach rausfanden:
1. Die Polizei hat Leute in Cafeterias verhaftet.
2. Die rechte Partei, also die Regierung, hat ihrer Jungendorganisation (Onned) den Auftrag gegeben, den Bastarden zu helfen.
3. Die Goldendawnists kamen mit Bussen aus Athen und dem ganzen Peleponnes, nur für uns (Patra spielt historisch eine große Rolle in der antifaschistischen Bewegung)
4. Der Premierminister versucht die Zustimmung des Europäischen Gerichtshofs zu bekommen um im Parlament ein Gesetz vorzuschlagen, dass jede Art von Demonstration verbietet. Übrigens, Morgen (also heute) ist der nationale Streik und es sollen große Demos stattfinden.
5. Viele hirnlose Politiker und Journalisten fangen an über die Notwendigkeit eine Intervention durch die Armee zu sprechen.. du weißt schon, Soldaten und Panzer in den Straßen (die selbe Art und Weise.. und fast gleiche Begründung wie die Diktatur vor 40 Jahren)

Jetzt zu dem, was davor war: Wir hatten eine Demo und haben danach versucht, das Stadtzentrum zu besetzen. Und wir haben es für 4 Stunden geschafft. Ich war mit denen, die Kreuzungen bewacht haben… Geheimpolizisten sind dreckige Angsthasen: sie konnten unsere Blicke nicht ertragen. Inzwischen erkenne ich sie von Weitem.
So viel Tränengas und Erstickungsgase.. von einem Punkt an konnte ich von ihnen nicht mehr als Menschen denken. Sie erscheinen wie Roboter.

Ich weiß nicht, was es noch zu sagen gibt… Nazis werden wahrscheinlich morgen in Athen auf Safari gehen..
Zu uns: 15 Leute verhaftet. Die wichtigste offene Raum (Parartima) und zwei weitere wurden nach der Jagd abgebrannt… rate mal, wer das war. Und die verdammte Presse sagt, dass es wütende, einfache Bürger waren, die uns gejagt haben. Das ist eine LÜGE.

Wie die Bürger reagiert haben:
Viele haben nur zugeschaut und sich den Kampf angeschaut, so als wäre es ein Zirkus oder eine Show… kein Kommentar.
Die meisten haben ihre Sympathie ausgedrückt, haben von Weitem gerufen. Einige haben uns geholfen, mit Wasser, Medizin und Fluchtrouten.

Nein, ich bin nicht enttäuscht. Ich bin wütend. Das sind wir alle. Und obwohl dieses Gefühl nicht das beste ist um Entscheidungen zu treffen und trotzdem wir wissen, dass die Faschisten nach uns suchen, haben wir entschieden, morgen 10 Uhr zur Demo der streikenden Arbeiter zu gehen.
Wir sind nicht gescheitert, nur weil wir um unsere Leben gerannt sind oder nur weil es keine freien Räume mehr gibt. Was wir bis jetzt geschafft haben, ist das wahre Gesicht des Systems, das fälschlicherweise Demokratie genannt wird, zu enthüllen. In dem Moment, in dem sich der Faschismus bedroht fühlte, tauchte er wieder auf.

Die Nachricht, die du und alle wie du hören sollen, ist: Der Kampf geht weiter. Irgendwie werden wir zurückschlagen.

Kein Problem, wenn du den Text übersetzt und postest. Schreibe nur nicht meinen Namen: Ich denke, dass meine Gefühle in genügendem Ausmaß von der Bewegung geteilt werden, dass ein Name überflüssig wird. (Außerdem muss ich jetzt auch vorsichtig sein mit Namen.)


Von Indy

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Power to the Pöbel!
11. Dezember 2008, 01:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
umindest in Patras hat die Polizei offenbar auf die Hilfe von Neofaschisten zurückgegriffen, um die Proteste griechischer Jugendlicher nach dem Mord an dem am vergangenen Sonnabend ermordeten Jugendlichen zu unterdrücken. Eine Demonstration von bis zu 5000 Menschen, zu der anarchistische Gruppen aufgerufen hatten, war mit Transparenten gegen die Polizeigewalt durch die Straßen gezogen. Es war eine der größten Kundgebungen in der Geschichte von Patras. Zeitgleich begann die Polizei, große Mengen an Einheiten rund um ihre Zentrale zusamenzuziehen, um diese vor den wütenden Menschen zu schützen.

Auf der Homepage der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft FAU-IAA wird berichtet: »Gegen Ende der Demonstration ging die Polizei zum Angriff über und zwang die TeilnehmerInnen gewaltsam zum Rückzug Richtung der Parartima, des historischen Universitätsgebäudes der Stadt. Kurz darauf begann ein bis dahin nicht für möglich gehaltener Angriff: Dutzende von Faschisten, die offensichtlich aus ganz Griechenland zusammengekarrt worden waren, griffen die Demonstration mit Messern und Steinen an. Der Überfall war perfekt mit der Polizeistrategie koordiniert, Augenzeugen sprechen sogar davon, dass die Faschisten Leute festgenommen und der Polizei ausgeliefert haben. Für die älteren TeilnehmerInnen der Demonstration kehrte in dieser Nacht die Vergangenheit zurück: Sie sahen sich attackiert von einem Mob, der Tränengasgranaten aus dem Arsenal der Polizei nach ihnen warf und dabei 'Blut - Ehre - Goldene Dämmerung', den Namen einer faschistischen griechischen Organisation, brüllte. Für eine Nacht schienen die Jahre des Obristenregimes, der Junta, zurückgekehrt, in denen die Faschisten als verlängerter Arm des Staates die Bevölkerung terrorisierten.

Unter dem Eindruck der kombinierten Angriffe von Polizei und Faschisten mussten sich die verbleibenden rund 500 DemonstrantInnen in Gruppen in umliegende Wohnungen zurückziehen. Versuche der Polizei und von Faschisten, einige Wohnungen zu stürmen, konnten verhindert werden. (...)

Dafür, dass es sich bei dem Zusammenspiel von Polizei und Faschisten nicht um ein zufälliges Ereignis, sondern um eine geplante und koordinierte Aktion handeln könnte, spricht noch ein weiteres Detail. Im griechischen Indymedia-Netzwerk berichteten seit Montag Menschen aus mindestens zwei Dutzend Städten übereinstimmend, dass Polizisten lokale Ladenbesitzer aufgefordert hätten, ihre Läden am Dienstag zu verbarrikadieren und sich zu schützen. An allen Orten habe man den Ladenbesitzern erzählt, am Dienstag, dem Tag der Beerdigung, würden Busladungen von Anarchisten, wahlweise aus Athen oder Thessaloniki in ihrer Stadt einfallen, um diese zu verwüsten. BeobachterInnen sehen das gezielte Vorbereitung mit dem Ziel, Überfälle wie den in Patras zu legitimieren.

AktivistInnen in Griechenland nehmen die unglaublichen Vorfälle in Patras sehr ernst. Vor dem Hintergrund einer in die Enge getriebenen und um ihre Pfründe fürchtenden Regierung und einer Polizei die kein Mittel gegen die Wut einer ganzen Generation zu finden scheint, ist es zumindest nicht ausgeschlossen, dass die Behörden erneut die faschistischen Kettenhunde von der Leine lassen, derer sie sich auch in der Vergangenheit immer schon einmal wieder bedient haben. Umso verlockender, als sie sich die Faschisten gleich auf dreierlei Art zunutze machen könnte: Zum ersten, um die Drecksarbeit zu erledigen, für die die Polizei zu sehr im Licht der Öffentlichkeit stünde, zum zweiten, weil man den faschistischen Mob zugleich noch als Anwort der 'anständigen Bürger' medial verdrehen kann und zum dritten, weil die dadurch transportierte Angst vor einem angeblichen Bürgerkrieg zwischen 'den Jugendlichen' und 'den Bürgern' einen Vorwand zu einem härteren Durchgreifen der Polizei liefert und den Staat als Retter aus der - von ihm selbst geschaffenen - Not legitimiert.«


http://www.redglobe.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2726&Itemid=31

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11. Dezember 2008, 11:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Banlieusard



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Beitrag Riots bei Solidaritätskundgebungen in europäischen Städte Antworten mit Zitat
Spanien: http://ch.indymedia.org/de/2008/12/65206.shtml




Barca, Madrid, Rom, Bologna, Kopenhagen:

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Solidaritaetskrawalle-in-europaeischen-Hauptstaedten/story/29175613

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Pressluftpinocchio
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Eine Frage habe ich dazu:

Warum greifen die Rioters auch kleine Geschäfte etc. an?

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11. Dezember 2008, 12:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Danger Mines!!



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Oi!Gümper hat Folgendes geschrieben:
Eine Frage habe ich dazu:

Warum greifen die Rioters auch kleine Geschäfte etc. an?


hauptsache es brennt!!!

im ernst, ich denke mir halt, dass es erstens auch immer wieder leute gibt, die einfach zuwenig überlegen. dazu kommt, dass es schwierig ist von aussen zu beurteilen, ob dies nun "schlecht" sein soll oder nicht. auf der strasse herrscht ein anderes gesetz und wenn du da mit deinen kumpels unterwegs bist, kann es schon sein dass halt mal ein "falsches" geschäft darunter leidet. vieleicht siehst du sogar im nachhinein das es ein falsches war... aber in der hitze des gefechts!! kanns halt schon vorkommen. dazu kommt dass es auch faschos mit "kleinen" geschäften gibt und die würdest du ja wohl auch anzünden, oder?

vor allem ist es müssig über solche gewalt zu debattieren es geht um gesellschaftliche umwälzungen und unzufriedenheit. scheiss auf sachbeschädigung...

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
11. Dezember 2008, 13:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
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Damit geb' ich mich einigermassen zufrieden.

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11. Dezember 2008, 13:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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weil diese nicht losgelöst von dieser gesellschaft funktionieren...

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11. Dezember 2008, 13:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
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Savo hat Folgendes geschrieben:
weil diese nicht losgelöst von dieser gesellschaft funktionieren...


Genaue Erklärung pls. special thanx

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11. Dezember 2008, 14:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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naja, welchen unterschied erkennst du zwischen einem kleinen und einem grossen laden? die verkaufen beide waren. die beschäftigen beide arbeiterInnen. die schöpfen beide einen mehrwert ab.

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11. Dezember 2008, 14:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
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Ja, das verstehe ich schon, ich denke nur, dass ein kleiner "Tante-Emma"-Laden die Existenzgrundlage für Teile der Bevölkerung darstellt.

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11. Dezember 2008, 14:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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In dem zweiten Radiobeitrag vom Freien Sender Kombinat wird erzählt, es würden keine kleinen Läden angegriffen. Der Beitrag ist hier.

Ansonsten ist hier ein Blog von Anarchisten aus England, die momentan in Griechenland weilen und täglich (mehrmals) einen Bericht über die Geschehnisse schreiben:

On the Greek Riots
11. Dezember 2008, 15:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Holy Mollie

http://de.youtube.com/watch?v=Yog0NeAPXpw&eurl=http://planet.blogsport.de/

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11. Dezember 2008, 17:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Mainstream Medien berichten, dass in Athen 25 Polizeistationen belagert werden und dass an einigen heftig gekämpft wird. Es heißt, die Polizei habe mittlerweile kaum mehr Gasgranaten, 4500 wurden in den letzten Tagen verschossen. Auch adminsitraive Gebäude wurden besetzt.
Auf der Insel Syros wurde ein Staatsgebäude besetzt, in Cete, Präfektur Heraklion, ebenso. In Athen die Stadthalle Agios Dimitrios. Das Korydallos Gefängnis, wo die beiden Polizisten einsitzen, ist belagert, die Polizei versucht mit Tränengas den Belagerunsring aufzulösen.

http://de.indymedia.org/2008/12/235728.shtml

Was ist da los?

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11. Dezember 2008, 18:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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Oi!Gümper hat Folgendes geschrieben:
Ja, das verstehe ich schon, ich denke nur, dass ein kleiner "Tante-Emma"-Laden die Existenzgrundlage für Teile der Bevölkerung darstellt.


Wenn eine Coop-Filiale getrasht wird, kann das auch bedeuten, dass die Leute entlassen werden... Ziel dieser destruktiven Bemühungen ist ja nicht, die Existenzgrundlage im Kapitalismus zu erreichen/erhalten, sondern dieses System an seine Grenzen zu bringen, damit eine Perspektive auf ein Leben möglich wird, in dem Du Dich nicht mehr um Dinge wie Existenzgrundlagen, sondern die bedürfnisorientierte Organisierung Deines Lebens kümmern kannst.

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11. Dezember 2008, 19:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
far hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Mainstream Medien berichten, dass in Athen 25 Polizeistationen belagert werden und dass an einigen heftig gekämpft wird. Es heißt, die Polizei habe mittlerweile kaum mehr Gasgranaten, 4500 wurden in den letzten Tagen verschossen. Auch adminsitraive Gebäude wurden besetzt.
Auf der Insel Syros wurde ein Staatsgebäude besetzt, in Cete, Präfektur Heraklion, ebenso. In Athen die Stadthalle Agios Dimitrios. Das Korydallos Gefängnis, wo die beiden Polizisten einsitzen, ist belagert, die Polizei versucht mit Tränengas den Belagerunsring aufzulösen.

http://de.indymedia.org/2008/12/235728.shtml

Was ist da los?


Was meinst Du? In Patras wurde ja scheinbar der Hauptbullenposten eingenommen und besetzt und wie hier beschrieben sind scheinbar auch in anderen Städten die Leute drauf und dran Staatsgebäude einzunehmen (Wobei deren konsequente Zerstörung um einiges sinnvoller wäre! :-) )...

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11. Dezember 2008, 19:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Scally



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Savo



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naja, symbolisch schlage ich erstmal gar nichts kaputt. wenn ich was kaputt schlage dann aus frustriertheit, perspektivlosigkeit, hass, verachtung.

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Scally



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far



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Zitat:
Was meinst Du? In Patras wurde ja scheinbar der Hauptbullenposten eingenommen und besetzt und wie hier beschrieben sind scheinbar auch in anderen Städten die Leute drauf und dran Staatsgebäude einzunehmen (Wobei deren konsequente Zerstörung um einiges sinnvoller wäre! :-) )...


scheint sehr aktuell zu sein ;-(

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11. Dezember 2008, 20:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Banlieusard



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Beitrag Angrifff auf das Hauptquartier der Athener Riot-Polizei Antworten mit Zitat
keine klassik dafür umso mehr mollies:

nächtlicher angriff auf das hauptquartier der griechischen riot-police. die griechen gingen schon vor den unruhen mächtig ab.

http://de.youtube.com/watch?v=Frfu2xXP91g

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Scally



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Melnitz



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Gefunden bei libcom (Thread über die Geschehnisse in Griechenland, der ziemlich aktuell ist - schreibt auch ein Anarcho aus Griechenland dort):

Zitat:
THE PHANTOM OF LIBERTY
ALWAYS COMES WITH A KNIFE BETWEEN THE TEETH


The ne plus ultra of social oppression is being shot at in cold blood.
All the stones, torn from the pavement and thrown at the shields of cops or at the façades of commercial temples, all the flaming bottles that traced their orbits in the night sky, all the barricades erected on city streets, dividing our areas from theirs, all the bins of consumer trash which, thanks to the fire of revolt, came to be Something out of Nothing, all the fists raised under the moon, are the arms giving flesh, as well as true power, not only to resistance but also to freedom. And it is precisely the feeling of freedom that, in those moments, remains the sole thing worth betting on: that feeling of forgotten childhood mornings, when everything may happen, for it is ourselves, as creative humans, who have awoken, and not those future productive human machines known as “obedient subject,” “student,” “alienated worker,” “owner,” “family wo/man.” The feeling of facing the enemies of freedom - of no longer fearing them.

It is thus for good reason that those who wish to get on with their business as if nothing happens, as if nothing has ever happened, are worried. The phantom of liberty always comes with the knife between the teeth, with the violent will to break the chains, all those chains that turn life into a miserable repetition, serving to reproduce the dominant social relations. Yet from Saturday, December 6, the cities of this country are not functioning properly: no shopping therapy, no open roads leading us to work, no news on the government’s forthcoming recovery initiatives, no carefree switching from one lifestyle TV show to another, no evening drives around Syntagma Sq. etc., etc., etc. These days and nights do not belong to merchants, TV commentators, ministers and cops: These days and nights belong to Alexis!

As surrealists we were on the streets from the start, along with thousands of others, in revolt and solidarity; for surrealism was born with the breath of the street, and does not intend to ever abandon it. After the mass resistance before the State murderers, the breath of the street has become even warmer, even more hospitable and creative than before. It is not in our competence to propose a general line to this movement. Yet we do assume our responsibility in the common struggle, as it is a struggle for freedom. Without having to agree with all aspects of such a mass phenomenon, without being partisans of blind hatred and of violence for its own sake, we accept that this phenomenon exists for a reason.

Let’s not allow this flaming breath of poetry to loosen or die out.
Let’s turn it into a concrete utopia: to transform the world and to transform life!
No peace with cops and their masters!
All in the streets!
Those who cannot feel the rage may as well shut up!


Athens Surrealist Group, December 2008

11. Dezember 2008, 21:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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woher weisst du denn, dass diese anarchos (ich gehe übrigens davon aus, dass da auch massenhaft leute ohne explizit anarchistischen/kommunistischen background dabei sind...) diese läden aus symbolischen gründen angreifen? welchen sinn ergäbe das? ein symbolischer angriff impliziert doch bereits eine forderung und forderungen in diesem sinn würden dann an die herrschenden gestellt, nicht? gerade davon bekomme ich aber nichts mit. im gegenteil. diese proteste sind deshalb so speziell, weil sie scheinbar ohne konkrete forderungen und ideologien an diese sache herangehen. vielmehr wird der ganze hass auf diese gesellschaft auf die strasse getragen und weder kooperations-, noch integrationswille gezeigt.
das war beispielsweise bei den ausschreitungen in paris doch etwas zweideutiger.

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11. Dezember 2008, 21:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Heute:
Zitat:
UPDATE, 13:22
Die Bullenstation von Korydallos in Athen wurde mit Mollies und Steinen angegriffen. 700 Student_innen und Schüler_innen sind in einer nahen Straße, die zu einem lokalen Knast führt; es gab Riots vor mindestens 6 weiteren Bullenstationen.
Die Mainstream-Medien berichten, das 10 große Straßen in Athen von Schüler_innen blockiert werden.
Ein Bericht nach dem anderen kommt rein, das Unis von ihren Student_innen besetzt wurden.

UPDATE, 08.08
Das Rathaus des Vorortes Dimitrios/Athen ist von Anarchist_Innen besetzt.
Schwere Auseinandersetzungen zwischen Cops und Anarch@s an der Polytchnischen Uni in der Nacht, ein_e Anarch@ verletzt.
Die Besetzung bleibt.

Ein Kind ihren Alters wurde getötet. Sie nahmen sich die Straßen, nur um mit Tränengas beworfen, gewaltsam Festgenommen oder beschossen zu werden. Nun, von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag, werden die Schüler_innen und Student_innen immer militanter und entschlossener.
Bis jetzt wurden mehr als 6 Bullenstationen in Athen angegriffen. Gestern, im Vorort Petroupoli, griffen sie mit 100 leuten die dortige Bullenstation an, zerlegten sie mit Knüppeln und Steinen. Eine Banken an der gleichen Straße wurden ebenfalls angegriffen.
Bis gestern Nacht wurden mindestens 100 Schulen im ganzen Land besetzt. Diese Nummer wird wohl noch steigen, denn die meisten Schüler_innen sollten dann wieder das erste mal seit Alex` Tod in die Schule gehen. Ob sie dies tun oder nicht kann große Auswirkungen auf die Revolte haben. Glücklicherweise scheinen sie keinen Anlass zu sehen, zur normalität zurück zu kehren:
Heute, am 11.12., planen die Schüler_innen dezentrale Straßenblockaden in und um Athen.
Für morgen, Freitag, wird zu Demos von den Studis von Athen und Thessaloniki mobilisiert-diese werden wahrscheinlich ebenfalls zu großen Teilen besetzt werden.
Die anarchistische Besetzung der University of Economics(Wirtschaftsuni) hat beschlossen die Schüler_innen und Student_innen mit einzubeziehen;
Zeitungen, Poster und Flyer werden momentan gedruckt, um zu den Schulen geschickt zu werden.
Die Zukunft dieser Revolte scheint an ihnen zu hängen, und ich bin sicher wir sind in guten Händen!


mehr:
http://tearsandangergreece.blogsport.de/

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11. Dezember 2008, 21:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Scally



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11. Dezember 2008, 21:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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ja, ich bezieh mich schon auch auf die operaisten. das hat aber nach meinem verständnis wenig mit griechenland zu tun.
um dennoch deinen vorgeschlagenen bezug weiterzudenken: ich kann dir nicht folgen - was genau wird mit symbolischen angriffen bezweckt? abgesehen davon handelt es sich doch in griechenland längst nicht mehr um reine symbolik. da wird staat&kapital ganz konkret angegriffen.
den affirmativen bezug würde ich dan auch eher bei forderungen wie "recgierungswechsel" o.ä. verorten, aber von solchen forderungen habe ich bis anhin nichts gehört....
"die operaisten", um diese fragmente noch zusammen zu fügen, waren im übrigen mit der wunderschönen parole "wir wollen alles!" auf der strasse und in den fabriken unterwegs. diese forderung hat aber keinen "realpolitischen", affirmativen charakter. da ging es auch nie um forderungen an die herrschenden, sondern um die verdeutlichung, dass man raus aus dieser gesellschaft wollte.
wenn hingegen einzelne banken angegriffen werden, dann ist das einerseits keine konkrete bedrohung für die herrschende klasse und andererseits will man da, so verstehe ich das zumindest, auf ein fehlverhalten oder die bösartigkeit einzelner kapitalfraktionen hinweisen. und wenn man diesen hinweis macht, so meine schlussfolgerung, ist man von der realpolitik nicht weit entfernt, sofern man denn diese fraktionen besänftigen kann durch diese drohgebärde.... oder verirre ich mich da in irgendwelchen gedankenspielereien?

wir haben vermutlich einen unterschiedlichen ideologiebegriff... ideoogie bedeutet doch nicht inhalt! eher im gegenteil...

ich weiss nicht genau bescheid, was die vor dem 6.12 durchgezogen haben. auf was beziehst du dich?

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11. Dezember 2008, 22:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zuletzt bearbeitet von Scally am 26. November 2013, 17:42, insgesamt einmal bearbeitet
11. Dezember 2008, 22:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
Wie du gesagt hast, für die herrschende Klasse ist es keine konkrete Bedrohung eine Bank anzugreifen.


Ich denke es ist ein Unterschied ob man eine Bank zerstört oder sie nur eben angreift! Wenn man Banken und Luxusläden, Polizeiposten und Regierungsgebäude zu zerstören versucht, wirft man meiner Ansicht nach auch die Machtfrage in den Raum. Nun kann es natürlich schon sein, dass die Mehrheit einfach in Vergeltung handelt, es kann aber auch sein, dass sie eine Chance gewittert haben um an den Grundfesten zu rütteln. Interessant zu wissen wäre, wieviele der Jugendlichen Demonstranten Anarchisten/Autonome sind und wie hoch der Anteil einfach nur "hässig" ist. Oder wie ansteckend der Anarchismus ist und was innerhalb der "Opposition" für Debatten vorherrschen. Und auch sehr wichtig ist, wie dies die Regierung einschätzt!

Viva Durruti!

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11. Dezember 2008, 23:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Zuletzt bearbeitet von Scally am 26. November 2013, 17:37, insgesamt einmal bearbeitet
12. Dezember 2008, 00:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag neue proteste - kein tränengas mehr Antworten mit Zitat
Wie aus nem Video von Tagi-Online vernommen geht den griechischen bullen tatsächlich das Tränengas aus. nachschub kommt von Israel und Deutschland.

Video: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Griechische-Unruhen-alarmieren-die-Regierungen-in-Europa/story/23145824

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Aus dem Tagi

Die Bourgeoisie kriegt Bammel:

Griechische Unruhen alarmieren die Regierungen in Europa

Finanz- und Wirtschaftskrise haben genug sozialen Brennstoff angehäuft, dass jederzeit ein Funken gewaltsame Proteste wie in den vergangenen Tagen in griechischen Städten auslösen könnte.



Am Donnerstag flogen in Dänemark, Italien und Spanien Steine in Schaufensterscheiben und Banken. In Frankreich zogen Demonstranten vor das griechische Konsulat in Bordeaux und steckten Autos in Brand. An Wänden tauchten Graffiti mit der Ankündigung eines Aufstandes auf.

Am Freitag beteiligten sich in Italien Tausende an einem Generalstreik, der allerdings nichts mit dem Tod des griechischen Jugendlichen am vergangenen Samstag zu tun hatte. Und in Athen flogen nach einer zunächst friedlichen Kundgebung wieder Steine und Brandsätze.

So deutet inzwischen einiges darauf hin, dass die Rezession in Europa eine Massenbewegung gegen Sparmassnahmen und andere von Politik und Wirtschaft eingeleitete Gegenmassnahmen auslösen könnte. Das hat es in dieser Form jahrelang nicht mehr gegeben, die Durchschnittsbevölkerung hat die ihr auferlegten Bürden bislang getragen.

Aus blanker Wut wird eine politische Bewegung

Die Organisatoren des friedlichen Teils der griechischen Proteste machten aus der blanken Wut autonomer Gruppen aber schnell eine politische Bewegung, die gegen Sparmassnahmen und Arbeitsplatzabbau antreten soll. «Wir ermutigen nicht gewaltsame Aktionen hier und im Ausland», sagte ein 23-jähriger Demonstrant am Athener Polytechnikum, Konstantinos Sakkas. «Was im Ausland passiert sind spontane Ausdrücke der Solidarität mit dem, was hier passiert.»

Grenzübergreifende Kommunikation über das Internet

Zur Plattform der Diskussion unter den diversen Gruppen ist sehr schnell das Internet geworden: Einschlägige Webseiten und Blogs schlagen Aufrufe und Informationen um. Einige griechische Webseiten haben in Konkurrenz zu den etablierten Medien eine Direktberichterstattung von den Zusammenstössen in Athen und anderen Städten geboten. Demonstrationen werden übers Internet, SMS und Handy organisiert.

In Spanien begrüsst eine Webseite der Globalisierungsgegner, Nodo50.org, Besucher mit radikalen Losungen und der Versicherung der Solidarität mit den Demonstranten in Griechenland. Über die Internet-Community Twitter wurden Details von der Konfrontation mit der Polizei aus der Sicht der Demonstranten europaweit verbreitet, ein «Internationales Medienzentrum» hält Fotos und Videos von den Zusammenstössen bereit und informiert über «bevorstehende Aktionen» in Berlin, Edinburgh und London.

«Die Strasse zurückgewinnen»

Ein Autor auf der Webseite london.indymedia.org rief seine Leser auf, dem griechischen Beispiel zu folgen und «die Strasse zurück zu gewinnen». Weiter hiess es: «Verbrennt die Banken, die euch ausraubten... Das ist eine grossartige Gelegenheit, die Revolution auf ganz Europa auszuweiten.»

Ein Sprecher des französischen Innenministeriums, Gerard Gachet, sagte zu dieser Entwicklung: «Was in Griechenland passiert scheint zu beweisen, dass die extreme Linke existiert - im Gegensatz zu den Zweifeln einiger in den vergangenen Wochen.» Es bestehe die Gefahr, «dass die Gefahr der Ansteckung an der griechischen Situation in Frankreich besteht».

Der Präsident des staatlich finanzierten spanischen Jugendrats, Daniel Lostao, wies darauf hin, dass Jugendliche in Spanien vor schwierigen Herausforderungen - steigende Arbeitslosigkeit, niedrige Einkommen und Problemen beim Auszug aus dem Elternhaus stehen, weil die Mieten so hoch sind. Er denke aber nicht, dass sich die Proteste ausweiten. «Hoffen wir, dass ich nicht falsch liege», fügte er hinzu.
12. Dezember 2008, 17:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



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Beitrag Re: neue proteste - kein tränengas mehr Antworten mit Zitat
Banlieusard hat Folgendes geschrieben:
Wie aus nem Video von Tagi-Online vernommen geht den griechischen bullen tatsächlich das Tränengas aus. nachschub kommt von Israel und Deutschland.


ach... deutsches tränengas... das ist ja nicht soo übel... damit werden sie niemanden aufhalten...

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Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
12. Dezember 2008, 18:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Zitat:
Funke springt über
Demonstration vor griechischer Botschaft in Paris
Mehrere hundert Demonstranten haben sich am Freitagabend in Paris vor der griechischen Botschaft versammelt. Von dort zogen sie durch die Innenstadt zu den Champs-Elysées.

Zu der Protestaktion hatten Studentenvereinigungen, Gewerkschaften und Gruppen der Linken aufgerufen. Die Organisatoren erklärten, sie wollten ihre Solidarität mit «der griechischen Jugend und Bevölkerung» demonstrieren. «In Frankreich und im Rest Europas ist die Jugend mit ähnlichen Problemen konfrontiert», sagte der Präsident der Studentenunion UNEF, Jean-Baptiste Prévost. Auf den Champs-Elysées zogen am Abend zahlreiche Polizisten auf, der Verkehr musste stellenweise angehalten werden.


Quelle: AP


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Savo



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http://www.20min.ch/news/ausland/story/28894363

--> video... krasser scheiss.

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Muoit



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Kurze Einschätzung der GIS:
http://www.trend.infopartisan.net/trd1208/t301208.html

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13. Dezember 2008, 01:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag war on capitalism! Antworten mit Zitat
krieg:

http://de.youtube.com/watch?v=5ydu7tO_5y0&feature=related

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http://www.blick.ch/news/ausland/der-staat-hat-unser-leben-zerstoert--107513

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Die-griechische-Jugend-kuendigt-weitere-Aufstaende-an/story/15881139
--> Kommentare :-)

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far



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Wird es ruhiger?
http://de.indymedia.org/2008/12/235916.shtml

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Beitrag Unruhen gehen weiter Antworten mit Zitat
Es wird nicht ruhiger:

http://www.euronews.net/de/article/14/12/2008/tension-remains-high-in-greece/
(Video vergangene Nacht)

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Gespannte-Ruhe-in-Athen/story/22318237
(Bericht und Fotos Tagi-Online)

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far



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Mit Laserpointer gegen Bullen?

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14. Dezember 2008, 19:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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find' ich noch lustig. aber vermutlich nicht sehr effizient. ausserdem scheinen mir die fotos doch ein bisschen zu professionell... kann mir nicht vorstellen, dass du diese strahlen so fotografieren kannst.

EDIT: hab soeben nen videobericht gesehen. tatsächlich wird da mit laserstrahlen auf die bullen gezielt. crazy shit...

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14. Dezember 2008, 19:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Telekommander



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kannst du den videolink hier rein posten? würde mich auch noch interessieren. laserstrahlen blenden auch bei uns *bigsmile*

ok. ich hab den bericht auch gesehn. ist vom videolink oben..
14. Dezember 2008, 20:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
shikari



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Keine schlechte Idee. Wie effektiv das wohl ist?

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14. Dezember 2008, 20:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
far



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shikari hat Folgendes geschrieben:
Keine schlechte Idee. Wie effektiv das wohl ist?


Auf jeden Fall sehr sehr gesund für die Augen!

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14. Dezember 2008, 20:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
shikari



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-b

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Flugblatt-Übersetzung
http://ch.indymedia.org/de/2008/12/65330.shtml

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14. Dezember 2008, 22:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Beitrag laser Antworten mit Zitat
scheint als würden sie die bullen in der nacht mit den lasern enttarnen. und als ziele markieren.

Tagesschau heute: http://tagesschau.sf.tv/

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14. Dezember 2008, 22:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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Aus "derStandard"

Jugendproteste werden zum "Volksaufstand"

Friedliche Mahnwache in Griechenland artet in neue Gewalt aus, Bevölkerung sieht Proteste als Massenphänomen - Heute Nacht blieb es ruhig
Die achte Nacht der Gewalt in Athen beginnt mit einer friedlichen Mahnwache auf dem Syntagma- Platz. Vor dem Parlament versammeln sich am Samstagabend rund 1000 Menschen. Sie ordnen Kerzen auf dem Pflaster zum Namen „Alex“ an – der 15-jährige Alexandros Grigoropoulos ist nach den tödlichen Polizeikugeln vom 6. Dezember zur Symbolfigur der Aufstandsbewegung geworden.

Jetzt wollen sie so lange auf den Straßen bleiben, bis sie mit ihren Forderungen gehört werden – darunter ein Rücktritt der konservativen Regierung und eine neue Wirtschaftspolitik. „Als Anarchisten wollen wir soziale Bedingungen schaffen, die mehr Aufstände erzeugen und mehr Leute auf die Straße bringen“, sagt der 32-jährige Paris Kyriakides. Laut einer in der Zeitung Kathimerini veröffentlichten Umfrage stuft die Mehrzahl der Griechen die Proteste als „Volksaufstand“ ein. Sechs von zehn sagten demnach, es handle sich um ein „Massenphänomen“ und nicht nur um eine protestierende Minderheit. Der konservative Zeitungsverleger Giorgos Kyrtsos meint, die Proteste seien Ausdruck einer weit verbreiteten Unzufriedenheit. „Wir treten jetzt in eine lange Periode der Wirtschaftskrise ein“, sagt er.

„Aber es gibt auch eine sich vertiefende soziale Krise, in Verbindung mit einem schwachen Staat. Wir befinden uns wirklich an einem Kreuzweg.“ Scharf kritisiert er das Verhalten der Regierung angesichts der Unruhen. „Das ist die einzige Regierung, an die ich mich erinnern kann, die es geschafft hat, nicht nur die rebellische Jugend, sondern auch die ordnungsliebende Menge gegen sich aufzubringen. Sie hat niemandem etwas anzubieten.“ Nach zwei am Sonntag von den Zeitungen Proto Thema und Real News veröffentlichten Erhebungen liegt die regierende Partei Nea Dimokratia jetzt von Premier Kostas Karamanlis zwischen 4,8 und 5,6 Prozentpunkten hinter der oppositionellen Sozialisten.

In der Nacht auf Sonntag gehen gegen 1.00 Uhr früh Polizisten gegen die Mahnwache vor. Sie versuchen, die Menge vom Parlament abzudrängen.Anmehreren Stellen der Umgebung errichten hunderte Menschen Barrikaden und setzen sie in Brand. Die Polizei wird mit Steinen und Leuchtraketen angegriffen. Polizisten setzen Tränengas ein und verfolgen die Aufständischen durch die Straßen. Diese sammeln sich neu. Einige sind mit Motorrädern unterwegs und werfen Brandsätze. Ziele sind eine Polizeiwache im Stadtzentrum sowie mindestens drei Banken, mehrere Geschäfte und ein Behördengebäude.

Eine Gruppe von Randalierern dringt in die Technische Universität ein und greift von dort aus die Polizei mit Steinen und Leuchtraketen an. Der größte Teil der Proteste seit dem 6. Dezember verlief friedlich. Aber der Ton wird von den gewaltbereiten Rändern der Bewegung angegeben. Offenbar sind mehr junge Leute als früher bereit, sich diesem Rand anzuschließen. Seit Beginn der Proteste wurden mindestens 70 Menschen verletzt und mehr als 200 verhaftet. (AP, AFP, DER STANDARD, Printausgabe, 15.12.2008)
15. Dezember 2008, 12:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag Bullen entwaffnen... Antworten mit Zitat
Ereignisse heute:

http://www.euronews.net/de/article/15/12/2008/2nd-week-of-greek-protests-over-police-shooting/

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15. Dezember 2008, 20:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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Der Aufstand hält an:
http://de.indymedia.org/2008/12/236493.shtml

Zitat:
Gerüchte in den Medien, italienische Anarchisten und Autonome seien nach Athen gekommen, wurden nicht von offizieller Seite bestätigt.

http://de.indymedia.org/2008/12/236444.shtml

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17. Dezember 2008, 17:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Interessant werden könnte das hier:

http://de.indymedia.org/2008/12/236509.shtml
17. Dezember 2008, 17:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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Beitrag Antworten mit Zitat
Revilo hat Folgendes geschrieben:
Interessant werden könnte das hier:

http://de.indymedia.org/2008/12/236509.shtml


geil! transpitext:

"Angefangen von den so genannten Arbeitsunfällen bis hin zu den kaltblütigen Hinrichtungen - Staat und Kapital morden!
Stoppt die Repression - sofortige Freilassung der Gefangenen! Generalstreik! Die Selbstorganisation der Arbeiter wird der Grabstein der Bosse sein!
Unterschrift: GSEE - die Anfangsbuchstaben bedeuten nun jedoch - Vollversammlung der aufständischen Arbeiter! "

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
17. Dezember 2008, 20:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag neues Antworten mit Zitat
Heute u.a. folgende Ereignisse: http://www.n-tv.de/1070150.html

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17. Dezember 2008, 20:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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http://tearsandangergreece.blogsport.de/?p=39

auch sonst wieder viele news auf der page

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17. Dezember 2008, 21:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Banlieusard



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Beitrag weiter gehts Antworten mit Zitat
Heute sind Grossdemonstrationen angesagt:

gestern:
http://www.euronews.net/de/article/18/12/2008/more-strikes-more-protests-in-greece/

Und anscheinend erneut 16-Jähriger angeschossen. Ist aber nicht klar von wem bis jetzt und Fluglotsenstreik:
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Athen-16Jaehriger-von-Kugel-getroffen/story/19704748

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18. Dezember 2008, 12:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Scally



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Beitrag Re: weiter gehts Antworten mit Zitat
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18. Dezember 2008, 22:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Mensch würde sich erhoffen, dass die kke nun auch den Kampf auf der Strasse unterstützt.

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Beitrag Antworten mit Zitat
Diese Anarch@s sind ziemlich wahrscheinlich Primitivist_Innen, was sie mir persönlich sehr sympathisch macht. Es ist halt ein Unterschied für die Beurteilung, was verbrennenswert ist, wenn man ein Ende das Kapitalismus oder die Zerstörung jeglicher Zivilisation anstrebt.

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19. Dezember 2008, 07:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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Zür Sozialrevolte in Griechenland

Als bescheidenen Beitrag zum proletarischen Internationalismus dokumentieren wir im Folgenden drei Texte aus der griechischen Sozialrevolte in deutscher Übersetzung.

Die Genossinnen & Genossen von TPTG (Athen) machen in einem Bericht über die Geschehnisse deutlich, dass sich die Bewegung gegen eine umfassende soziale Misere richtet:

"Es herrscht allgemein ein Gefühl der Feindschaft gegenüber der Polizei und viele haben überhaupt von allem genug. Die Polizeibrutalität und der Ausbau des Polizeistaates seit den Olympischen Spielen 2004, miese Löhne und Arbeitsbedingungen, der Druck und das heftige Arbeitspensum, das den Schülern der höheren Schulen abverlangt wird, der Unmut der Studenten angesichts eines Lebens, das zunehmend von Unsicherheit und Angst bestimmt ist, die Korruption der Regierung und der klerikalen Autoritäten, die Überausbeutung der Migranten und eine Gesellschaft, die von einer immer tieferen Klassenspaltung geprägt ist - das alles bildet eine explosive Mischung, der Mord an dem Jugendlichen war lediglich der zündende Funke."

Angehängt ist diesem Bericht ein Kommuniqué von Arbeitern der Gemeinde Aghios Dimitrios, die sich mit dem Massenaufruhr solidarisieren.

In Reaktion auf das üble Spiel der griechischen Gewerkschaften haben aufständische Arbeiter am Mittwoch, dem 17. Dezember, die Zentrale des Gewerkschaftsverbandes GSEE in Athen besetzt, die seitdem als autonomer Versammlungsort dient. In ihrer Erklärung heißt es:

"All diese Jahre haben wir das Elend, die Zuhälterei, die Gewalt in der Arbeit geschluckt. Wir haben uns daran gewöhnt die Verkrüppelten und unsere Toten - die sogenannten "Arbeitsunfälle" zu zählen. Wir haben uns zu ignorieren gewöhnt, dass Migranten - unsere Klassenbrüder und -schwestern - getötet werden. Wir sind es müde, mit der Angst um den Lohnerwerb, die Steuerabrechnung und die Rente, die sich jetzt wie ein ferner Traum ausmacht, zu leben."

TPTG: Kurzer Bericht über die jüngsten Ereignisse in Athen aus Sicht einiger proletarischer Beteiligter
Erklärung der Generalversammlung der aufständischen Arbeiter
19. Dezember 2008, 11:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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shikari hat Folgendes geschrieben:
Diese Anarch@s sind ziemlich wahrscheinlich Primitivist_Innen, was sie mir persönlich sehr sympathisch macht. Es ist halt ein Unterschied für die Beurteilung, was verbrennenswert ist, wenn man ein Ende das Kapitalismus oder die Zerstörung jeglicher Zivilisation anstrebt.


wenn man keine ahnung hat...

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19. Dezember 2008, 14:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
shikari



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Sagst genau du; irgendwie passend, nicht?

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19. Dezember 2008, 14:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
far



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Beitrag Antworten mit Zitat
ich denke da auch eher, dass es in griechenland eher wenig primitivisten gibt. ähnlich wie in der schweiz, du shikari, bist immerhin der einzige den ich kenne der solche ideen vertritt.

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19. Dezember 2008, 14:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Beitrag Antworten mit Zitat
Na ja, habe jetzt lange gesucht und keinen guten Artikel über die genauen politischen Ansichten der Rioters gefunden, bzw. auch keinen über politische "Trends" in Griechenland.
Dadurch, dass Griechenland in Europa liegt und Europa doch grösstenteils Arbeiterkämpfe, Syndikalismus hervorgebracht hat, könnte mensch doch erwarten, dass es sich grösstenteils um Anarchosyndikalist_Innen handelt. Aber es sind hauptsächlich Studis, die in Griechenland aktiv sind. Das muss sich natürlich nicht widersprechen und am besten warte ich, bis mich jemensch durch einen guten Artikel o.ä. aufklärt.

Fühl mich mit meinen Ideen übrigens auch sehr alleine, eröffne bald eine Kontaktbörse für Primitivist_Innen, die es auch ernst meinen.

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19. Dezember 2008, 14:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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Beitrag Antworten mit Zitat
randale = primitivistische action? kke = kommunisten?

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19. Dezember 2008, 15:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
shikari



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Beitrag Antworten mit Zitat
Habe ich beides so nicht geschrieben und auch nicht bewusst suggeriert. Vor allem weil mir die kke scheissegal ist, ich habe nur gelesen, dass sie die Randale verurteilen, wie Scally auch ausgeführt hat.
Dass Randale per definitionem primitivistisch oder besser antizivilisatorisch motiviert ist habe ich auch nicht gesagt oder zumindest sagen wollen. Ich finde es nur verkürzt, die Aktivist_Innen aus Griechenland als Spinner abzutun, wenn sie nicht eine bestimmte Einschränkung an Zielen vornehmen, sondern einfach alles auseinandernehmen. An ihrer Stelle würde ich dasselbe machen und das aus antizivilisatorischer Motivation. Hat für mich spontan Sinn gemacht, dass es ihnen auch so geht.

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19. Dezember 2008, 15:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Banlieusard



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Beitrag rioters Antworten mit Zitat
bezüglich der rioters hab ich von verschiedenen seiten gehört, dass da zum einen natürlich v.a. anarcho-syndikalisten und individualanarchos aus der hausbesetzerszene abgehen. daneben hat es aber anscheinend auch viele "unpolitische" kids. also migrantInnen und sonstige leute der unterschicht, die v.a. im quartier exarchia und den athener vorstädten leben und engen kontakt mit der anarchoszene pflegen, v.a. im kulturellen bereich...

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Scally



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Danger Mines!!



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weiss jemand was vom aktionstag morgen? (20.12.)

ich würd mich über ne PM freun!!

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
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Scally



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20. Dezember 2008, 20:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
In Griechenland hat sich eine vorrevolutionäre Situation entwickelt.

Zitat:
die reaktionäre, offen pro-kapitalistische und korrupte Regierung

Zitat:
Kurzum, der Klassenkampf hat sich zu einer vor-revolutionären Situation zugespitzt.

Zitat:
Dazu ist ein unbefristeter Generalstreik notwendig – nicht nur, um die Regierung zu stürzen, sondern auch um sie durch eine Arbeiterregierung zu ersetzen, die sich aus Organisationen der Linken, aus Arbeiterparteien und Gewerkschaften zusammensetzt. Damit eine solche Regierung keine weitere bürgerliche Regierung ist, muss sie sich auf die Kampforgane stützen, die zur Organisierung des Generalstreiks und der Besetzungen in den Fabriken, Büros, Unis, in den Stadtteilen und am Land geschaffen werden - Aktionsräte.

Zitat:
Ihr Ziel muss daher nicht nur der Sturz der bestehenden Regierung sein, sondern der gesamten herrschenden Klasse sowie die Schaffung einer Arbeiterregierung, eine neuen Ordnung, die die tiefe soziale und ökonomische Krise lösen kann, die den Aufstand der Jugend und die vorrevolutionäre Situation hervorgebracht hat.


nur mal einige beispiele, danach wars mir zu doof, weiterzulesen.

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21. Dezember 2008, 00:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zuletzt bearbeitet von Scally am 26. November 2013, 17:25, insgesamt einmal bearbeitet
21. Dezember 2008, 00:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Antworten mit Zitat
wer regierungen neu konstituieren, neue ordnungen schaffen und ökonomische krisen lösen will, missversteht so ziemlich alles, was es von marx und der geschichte zu missverstehen gibt.

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Zuletzt bearbeitet von Scally am 26. November 2013, 17:20, insgesamt einmal bearbeitet
21. Dezember 2008, 01:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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welche erfolgreiche revolution?

was ist eine nicht-bürgerliche regierung?

wo schreibt marx, dass es eine ökonomische krise zu lösen gebe?

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Zitat:
Auch in zahlreichen anderen Textstellen erläutern sie, dass es darum gehen müsse, die herrschende Klasse zu stürzen, eine neue Gesellschaftsordnung* zu schaffen und so weiter. Dass es ihnen also nicht um einen Regierungs- sondern einen Systemwechsel geht, sollte also klar sein.


Und wie sieht diese neue Gesellschaftsordnbung denn aus? Es darf keine neue Regierung geben, keine Diktatur des Proletariats, keinen Staat, keine Verstaatlichung. Dies war doch genau der Fehler, den die Anarchos schon in Spanien begangen haben, sie haben den Staat nicht zerstört, die Regierung existierte weiter, hatte zwar erstmals keine Funktion mehr. Und auch diese Gesellschaftsordnung, sie kann nur kommunistisch sein wenn sie nicht kapitalistisch ist, wenn sie sich aber als Staat weiter in das weltweite Nationengefüge einbindet sehe ich da nicht viel Gutes. Egal wie auch immer diese neue Gesellschaft aussieht, sie darf nicht kapitalistisch sein, und dies nenne zumindest ich Kommunismus. Alles was da weiter hinzugedichtet wird, ist vorerst mal Müll, bis es von der Masse umgesetzt wird. Denn schlussendlich ist es sie, und keine Avantgarde, die wirkliche Veränderung herbeiführen kann. Wer sie vertritt kann nur in Glauben etwas gutes zu tun handeln und sich dann fälschlicherweise auch noch bestätigt fühlen. Wenn der Bann des Kapitalismus gebrochen ist und er dann tatsächlich weg ist dann gibt es kein Klassenverhältniss mehr, folglich keine Arbeitergesellschaft.

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far



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http://www.20min.ch/news/ausland/story/Fliegende-Steine-und-Laser-Attacken-19941314

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Muoit



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Die Bullen werfen da Steine, oder?

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far



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Muoit hat Folgendes geschrieben:
Die Bullen werfen da Steine, oder?


Scheint zum Guten Ton zu gehören..

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Scally



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Scally



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Muoit



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Die Diskussion krankt leider daran, dass grundsätzliche und für kommunistische Praxis und Theorie wesentliche Begriffe nicht geklärt sind und entsprechend auch relativ schwammig benutzt werden:
Was soll eine proletarische Revolution sein? Kann man bei der Oktoberrevolution von einer proletarischen Revolution sprechen oder war es nicht in ihrem Resultat(!) mehr eine politische Machtübernahme auf dem Hintergrund einer bäuerlich-proletarischen Erhebung? Eine proletarische Revolution ist doch zwangsläufig mit der Umwälzung sozialer Praxis verbunden. Und eine proletarische Revolution ist doch gerade drauf angewiesen, dass sie in den anderen Nationen ihre Nachahmung oder Gleichzeitigkeit findet. Das haben Lenin und seine schlaueren (Zeit)genossen begriffen. Und damit taucht dann auch die Frage auf, wozu ein Gewaltmonopolist von Nöten ist, um die Revolution zu verteidigen womit also Milizionäre nicht auch fertig würden. Was genau ist denn dieser Staat von dem behauptet wird, dass er nötig sei zur Verteidigung der Revolution? Lenin bleibt da auf jeden Fall auch sehr schwammig, wenn er vom «bürgerlichen Staat ohne Bourgeoisie», vom «proletarischen Staat» oder an andere Stelle von der «vollendeten Demokratie» spricht. Ist denn nicht die Form des Staates bereits überwunden, wenn die selbsttätige Organisation der Räte bewaffnet und die «besondere Formation bewaffneter Menschen» überwunden ist und wenn das Parlament aufgelöst und die Organisierung der Gesellschaft über die in den Kämpfen entwickelte Räte-Struktur (oder was denn den heutigen Produktionsverhältnissen angemessen ist) geregelt wird? Und da sind wir dann wieder am Anfang der Fragezirkels: Was ist der Inhalt einer proletarischen Revolution und in welchen Formen entwickelt sie sich? Es ist doch kein Zufall, dass gerade im «weitesten entwickelten» Land Europas (in Deutschland) 1918 die Revolutionen andere Formen annahm als im russischen Modell auf welches sich hier berufen wird. Und dass da die Rätekommunisten* in Folge der entstehenden Kämpfe und Reaktionen massiv Zulauf erhielten. Damit will ich jetzt nicht behaupten, dass sich alles logisch und in völliger Selbsttätigkeit der Massen nach einem bestimmten Schema entwickelt. Aber man soll sich doch über grundsätzliche Prozesse und die Funktion revolutionärer Organisation darin Gedanken machen, die sich auf die bestehende Entwicklung der Gesellschaft beziehen. Dabei bleibt man dann leider höchst abstrakt und theoretisch, da sich keine historischen Beispiele studieren und anführen lassen. Entsprechend sind dann leider auch die Gedanken von Nicht-ML-Marxisten nach dem Niedergang der Rätebewegung sehr schwer auf konkrete Organisierung zu beziehen. Es kann aber kein Alternative darstellen, sich stattdessen an Modellen zu orientieren, welche kurz nach der 19./20. Jahrhundertwende in Bezug auf ein halbfeudales System entwickelt und dann auch oftmals den KPs aufoktroyiert wurden, die unter ganz anderen gesellschaftlichen Bedingungen kämpften.

Das hat viel weniger damit zu tun, dass man irgendwelchen utopischen Gedankenspielen nachhängt oder wie Morus sich auf religiöser Grundlage eine harmonisch Gesellschaft ausmalt. Sondern ist der Versuch sich aus einem Korsett zu befreien, welches den Kommunistischen Parteien bis '43 über die Komintern und dann informell übergestülpt wurde und welches leider auch heute innerhalb der kommunistischen Bewegung (wenn ich das mal so nennen darf) sein Gewicht hat. Da kommt man natürlich auch nicht sehr weit, wenn man sich abstrakt gegen Ordnung ausspricht oder den Antileninismus zum Dogma erhebt (ohne das jemandem vorwerfen zu wollen), dazu muss man sich die Bewegung der Gesellschaft, die Formen des proletarischen Widerstands ansehen und sie mit der theoretischen Kritik vermitteln. Klingt schwierig? Leider ja und gerade heute ist das halt auch ein Knochenjob, wenn man das ernsthaft betreibt (ich behaupte von mir nicht, das auch nur im Ansatz erfüllen zu können). Aber daran führt kein Weg vorbei und die oben aufgeworfenen grundlegenden(!) Fragen gehören genau in diesen Bereich. Wenn man sich dieser Herausforderung allerdings nicht stellt, dann verblödet man mit ziemlicher Sicherheit auf die eine oder andere Weise: Entweder die Reflexion beschränkt sich nur noch auf die korrekte Wiedergabe der Leninschen Parteitheorie und der Beschaffenheit des nächsten Fronttranspis. Oder aber man unterhält sich stundenlang und jeder Wirkunsmacht beraubt über komplexe Texte nur um dann mit Befriedigung festzustellen, dass man zu den Guten gehört und alle anderen ohnehin eher doof sind.

* Ohne deren Fehler hier gutheissen zu wollen und sie ausserhalb ihres historischen Kontext als richtig darstellen zu wollen.

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22. Dezember 2008, 04:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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dem muss ich nichts mehr anfügen.

evt. sollte man diese beiträge in einen anderen thread verschieben.

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22. Dezember 2008, 05:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Scally



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Savo



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Zitat:
zentrale Planungsstellen sowohl für die Ökonomie wie für das Militär geben muss, denn ohne die kriegt man weder eine funktionierende sozialistische Wirtschaft aufgebaut, noch gewinnt man einen (Bürger-)Krieg.


meine lust mit dir zu diskutieren hält sich ja sowieso in grenzen, aber dass ich mit deiner perspektive mal auf nen fetten bürgerkrieg hoffen kann, find' ich schon ne geile sache. yeah!

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22. Dezember 2008, 17:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Dein P.S., Scally, gibt mir doch zu denken. Wenn du glaubst, ich würde irgendwo absichtlich vom eigentlichen «Ziel» der Diskussion ablenken, dann lass es mich wissen. Wenn du meinst zu erkennen, dass ich einfach ins Blaue hinaus fabuliere, dann erklär mir doch bitte, wo meine Ausführungen vom Gegenstand der Diskussion abgekommen sind. Ich meine ja im Gegenteil, dass du schon wieder den grundsätzlichen Problemen ausweichst und direkt auf eine relativ platte politische Nützlichkeitsabwägung abzielst ohne dir über den Inhalt von Staat oder Revolution Rechenschaft abzulegen. Das äussert sich nicht bloss in deiner doch etwas komisch anmutenden Abstufung des Staates in «staatlich» und weniger «staatlich», sondern zeigt sich halt auch in der impliziten Behauptung, dass zentrale Planung(!) bereits Staatsförmigkeit bedeutet. Und es geht hier nicht bloss um semantisch Spielereien, wie du das unterstellst (es bricht mir kein Zacken aus der Krone, wenn ich denn etwas als Staat auch tatsächlich anerkenne, aber dir wohl eine Ikone aus dem Avatar, wenn du Gegenteiliges nicht mehr a priori behaupten kannst), es geht hier um ganz praktische Fragen der Formen einer proletarischen Revolution. Dass du bezüglich deiner Ausführungen zwar nicht verstehen willst, was sie mit dem zaristischen Russland zu schaffen haben, dann aber gleichzeitig ein Modell zumindest durchscheinen lässt, wie es Lenin und Genossen sich vorstellten, das sollte dir doch auch auffallen. In Bezug auf Marx sind da seine Äusserungen bei weitem nicht so Konsistent, so schreibt er zur Pariser Commune durchaus treffend, dass die Staatsapparatur grundsätzlich zerschlagen werden muss (kann dir die Stelle gerne raussuchen). Nun sind ja aber Autoritäten bloss schlechte Argumente und man müsste sich halt mal fragen, was denn die Differenzen zwischen den u.a. europäischen Staaten des 21. Jarhunderts und den historischen wie geographischen Regionen ist, in welchen deine Theorie so entwickelt wurde. Ich geb mal ein paar Stichworte und vielleicht leuchtet dir die grundsätzlich verschiedne Form einer proletarischen Revolution hier und heute ja ein, ansonsten sezten wir die Diskussion an der Stelle halt fort: Gleichzeitigkeit ökonomischer Krisentendenzen. Enorm hoher Proletarisierungsgrad. Keine Nachholende Akkumulation als Zweck. Wesentlich höherer Kommunikations- und Bildungsgrad. Hoher Vergesellschaftungsgrad der Arbeit. Verstädterung. Etc. Etc. Das muss man natürlich alles mal mit seinen Konsequenzen für revolutionäre Tätigkeit ausführen, bloss mir fehlt die Zeit...

Zitat:
Woraus ihr aber euere Motivation zieht, dass man dem Ding ja nicht Staat sagen darf, ist mir allgemein ein Rätsel.


Mal abgesehen von der Unterstellung das Wörtchen wäre das Problem, wäre ich froh, du würdest mich mit Du und nicht mit Ihr ansprechen. Danke.

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22. Dezember 2008, 19:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Scally



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23. Dezember 2008, 00:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Dazu kann ich jetzt nicht mehr allzuviel sagen, weil du deinen Überlegungen eine Revolutionsvorstellung zu Grunde legst, die ich eben gerade in Frage stellen wollte. Wie sich die «absolute Mehrzahl» der Menschen konkret organisiert um die Konterrevolution niederzuschlagen, dass steht doch in den Sternen. Und wie eine solche Bewegung einen Gewaltapparat wie den Staat kontrollieren will ohne dabei auf höchst problematische Repräsentationsformen zurückzufallen, das weiss ich auch nicht. Bloss so als Gedankenspiel (denn konkret ergo utopisch sind ja eher deine genauen Vorstellungen davon, wie das denn ablaufen wird): Ist es nicht denkbar, dass die assozierten Arbeiter- und Soldatenräte auf höherer geographischer Ebene eine koordinierende Entsprechung finden (meinetwegen Territorialräte), die planerische Funktionen innehaben? Und damit hat sichs dann auch schon. Dazu brauchts doch keine Verdoppelung in einem Gewaltmonopolisten. Mit dem Begriff implizierst du ja bereits ein Exekutivrecht einer zentralen Instanz und damit notwendig auch eine politische Struktur die dies überhapt ermöglicht.

Der korrekten Widergabe der Position von Marx möchte ich mich eigentlich nicht streiten, da ich darin kein Argument erkenne. Bei Marx und Engels findet sich übrigens auch eine ganze Bandbreite von der «Erkämpfung der bürgerlichen Demokratie» als ersten Schritt der Revolution bis zu Vorstellungen bei Engels, dass das Proletariat den Staat übernehmen müsse oder gar, dass der französische Staat friedlich in den Sozialismus hinüberwachsen könne. Ebenso gibt es allerdings Aussagen von Marx und von Engels, in denen sie die sofortige Zerschlagung der Staatsapparatur fordern. So sind die von dir zitierten Aussagen nicht einwandfrei Interpretierbar, da sie sich natürlich auf einen konkreten Gegenstand beziehen. Und Engels schreibt an anderer Stelle dann auch: «Man sollte das ganze Gerede vom Staat fallen lassen, besonders seit der Kommune, die schon kein Staat im eigentlichen Sinne mehr war».

Dieser Text ist dazu gar nicht sooo schlecht und sammelt etwas die betreffenden Textstellen ohne jetzt schon parteeisch zu selektieren, wie dies halt Lenin in «Staat und Revolution» durchaus gemacht hat:
http://www.philolex.de/pmarxsta.htm

PS: Falls dir die Ausführeungen zu blumig sind, frag nach.

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23. Dezember 2008, 02:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
Mordanschlag auf unabhängige Gewerkschafterin in Athen

Auf die Vorsitzende des unabhängigen Syndikats der Reinigungskräfte und Haushaltshilfen im Großraum Athen, Constantina Cuneva, wurde am 23.12. eine Säureanschlag verübt. Sie wird seitdem im Krankenhaus behandelt und schwebt mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr.

Solidarische ArbeiterInnen haben das Zentralgebäude der staatlichen ISAP (Elektrische Straßenbahnen Athen-Piräus) - der Betrieb in dem sie arbeitete - in Athen besetzt und rufen alle zur Vollversammlung um 20 Uhr auf.


http://www.fau.org/artikel/art_081227-153900

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28. Dezember 2008, 15:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Zitat:

Beschreibungen der Ereignisse auf der Solidaritätsdemo mit Griechenland in Barcelona am 20.12.2008
Polizei verprügelt friedlich Demonstranten


http://de.indymedia.org/2008/12/237410.shtml

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28. Dezember 2008, 15:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Beitrag Schüsse in Athen Antworten mit Zitat
http://www.n24.de/news/newsitem_4383381.html

http://www.n24.de/news/newsitem_4351608.html

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Beitrag Kundgebungen und Ausschreitungen Antworten mit Zitat
Neue Proteste in Athen:

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Erneut-Steine-und-Traenengas-in-Athen/story/13724330

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Beitrag Entführung Antworten mit Zitat
Entführung:

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Griechenlands-maechtigster-Reeder-gekidnappt/story/20546266

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Griechenland

Handgranate auf Polizeiwache

Unbekannte haben eine Polizeiwache nahe der griechischen Hauptstadt Athen angegriffen.


Auf das Gebäude in Korydallos wurden nach Polizeiangaben am frühen Morgen Schüsse abgefeuert, ausserdem setzten die Angreifer eine Handgranate ein, die aber nicht explodierte. Verletzt wurde ersten Berichten zufolge niemand. Vor rund einem Monat war in Athen ein Polizist angeschossen und schwer verletzt worden. Zu dem Anschlag bekannte sich die linksextremistische Organisation Revolutionärer Kampf.
Quelle: AP

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04. Februar 2009, 23:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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Bombe beschädigt Finanzgebäude

Bei der Explosion eines Sprengsatzes in Athen ist ein Verwaltungsgebäude des Finanzministeriums beschädigt worden.

Verletzt wurde bei dem Anschlag vom Donnerstagabend niemand, wie die Polizei mitteilte. Demnach wurde die Bombe in einer Plastiktüte am Eingang des Büros für öffentliche Liegenschaften deponiert. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Behörden vermuteten die Urheber jedoch in Kreisen der radikalen Linken. Seit Anfang Dezember ein Jugendlicher bei einer Polizeirazzia gegen Autonomie erschossen wurde, hat es in Griechenland immer wieder Ausschreitungen gegeben.

Wie war das mit dem erschossenen Aleksis genau? Meines Wissens war das auf offener Strasse.
Irre ich mich?

Quelle: 20 Minuten

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21. März 2009, 15:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Zitat:
Wie war das mit dem erschossenen Aleksis genau? Meines Wissens war das auf offener Strasse.
Irre ich mich?


Zitat:
Am Samstagabend ist gegen 22 Uhr ein Auto mit zwei Polizisten an Bord im Athener Stadtzentrum nach Eksarchia gefahren. Der Bezirk ist ein wichtiger Knotenpunkt der antagonistischen Linken Griechenlands - ein Viertel mit langjähriger militanter Tradition.

Ebenfalls im Eksarchia Viertel war 1985 ein weiterer, bloß 16-jähriger Genosse, umgebracht worden. Michalis Kaltezas wurde von einem Polizisten an den Kopf getroffen, das Geschoss erwischte ihn im Genick. Die Reaktion war sehr stark und hart, die Auseinandersetzungen mit der Polizei dauerten mehrere Tage an.

Die Anwesenheit der Polizei in der Gegend wird seit jeher als Provokation betrachtet, und deren Verhalten gleicht häufig eher dem von Besatzungstruppen, als dem, den man bei Territorialkontrollen für "normal" halten könnte.

Zahlreiche, sich auf dem Platz aufhaltende Genossen entschließen sich, der Streifenbesatzung mitzuteilen, dass ihre Anwesenheit nicht willkommen ist und dass sie eine Provokation darstellt. Nach einer ersten verbalen Auseinandersetzung kommt es zu Taten und es fliegen verschiedene Flaschen und Steine gegen das Polizeiauto - nicht Molotovs, wie die Mainstram-Medien am Anfang behauptet haben.

Die Beamten waren an Bord eines Wagens der gerade aus der Taufe gehobenen Elitetruppe mit dem Namen: "Blue-suits", die auf dem Gebiet der Kontrolle und Repression politischer Militanz spezialisiert ist, was annehmen ließe, dass sie sowohl taktisch als auch politisch besonders gut ausgebildet sein sollten.

Die beiden Polizisten aber, entschließen sich, aus dem Auto zu steigen. Zuerst gehen sie mit Blendgranaten (flashbang grenades ) gegen die Anwesenden vor, dann mit mehreren Pistolenschüssen. Einer davon trifft den 15-jährigen Genossen in der Magengegend.
Dem Anschein nach, hatten sie Befehl, ohne zu zögern und mit allen verfügbaren Mitteln jedwede Reaktion auf dem Platz zu beantworten.

Der getötete Genosse ist 15 Minuten, nach dem er ins Krankenhaus gebracht worden war, gestorben. Sein Name ist Anderas Grigoropoulos. Er verlängert jetzt die lange Liste der Staatsmorde.

Unmittelbar nach dem tod Andreas' sind Dutzende Einsatzwagen der Polizei im Eksarchia-Viertel aufgefahren, wo sie sich Schlachten mit den anwesenden Genossen geliefert haben. Gleichzeitig versammelten sich viele Menschen vor dem Krankenhaus in Evangelismos, um die Polizei zu hindern, in dieses hinein zu gelangen.

http://de.indymedia.org/2008/12/235005.shtml

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21. März 2009, 15:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Griechenland: Aktivistin stirbt in Haft
http://de.indymedia.org/2009/03/244563.shtml

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21. März 2009, 15:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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http://www.20min.ch/news/ausland/story/18138233

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21. Mai 2009, 11:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Scally



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Scally hat Folgendes geschrieben:
1:1

http://www.20min.ch/news/ausland/story/Polizist-in-Griechenland-regelrecht-hingerichtet-11625738


und woher weiss mensch denn jetzt, ob das nicht ein vom staat inszeniertes "auf die spitze" treiben ist...? ich auf jedenfall hab keine probleme damit, aber ich sehe doch ein unterschied wenn da ein bulle auf ner demo mit massen von leuten abkratzt oder wenn der einfach von ein paar undefinierbaren subjekten gekillt wird. ich mein bologna und andere fälle in der geschichte zeigen ja, dass mensch vorsichtig sein sollte und ich weiss nicht ob es die aktuelle situation erlaubt in griechenland bullen abzuknallen (weil die linke massiv stark dasteht) oder obs ein zeichen der schwäche der proteste ist.

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
18. Juni 2009, 09:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Scally



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Zuletzt bearbeitet von Scally am 25. November 2013, 16:56, insgesamt einmal bearbeitet
18. Juni 2009, 12:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



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Scally hat Folgendes geschrieben:
Oder die Stasi steckt auch da wieder dahinter shocked


really? ^^

_________________
Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
18. Juni 2009, 17:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag bombenanschläge und schüsse in athen Antworten mit Zitat
Anschlag
Starke Explosion erschüttert Athen
Eine starke Explosion hat das Zentrum der griechischen Hauptstadt erschüttert. Es handelte es sich um eine Bombe, die vor einem Gebäude eines Steueramtes detonierte. Verletzt wurde niemand.

Im gleichen Gebäude befinde sich auch ein US-Schnellrestaurant, teilte die Polizei mit. Am Freitagmorgen seien erhebliche Schäden an der Fassade des Gebäudes im Stadtteil Ampelokipoi entstanden. Zudem seien mehrere Autos beschädigt worden, berichtete das staatliche Fernsehen (NET).

Die Explosion hallte durch fast ganz Athen und riss tausende Menschen aus dem Schlaf. Unbekannte warnten mit zwei anonymen Anrufen bei zwei Zeitungen in Athen vor der Explosion. Die Polizei konnte jedoch nur den Tatort weiträumig absperren. Zeit für die Entschärfung der Bombe gab es nicht, hiess es weiter.

Kurz nach diesem Anschlag zündeten Unbekannte mehrere Haushalts- Gasflaschen vor einem Institut für die Migration im Zentrum Athens. Auch hier entstanden erhebliche Schäden.

Autonomen- und Untergrundorganisationen verüben seit dem Tod eines 15-Jährigen im Dezember 2008 durch eine Polizeikugel immer wieder ähnliche Anschläge. In Bekennerschreiben sprechen sie von einer «Stadtguerilla» die sich gegen den Staat wendet.
(sda)


Griechenland kommt nicht zur Ruhe
Bombenanschlag und Schüsse in Athen
In Griechenland ist eine Bombe vor dem Haus eines ehemaligen Staatssekretärs im Innenministerium explodiert. In der selben Nacht wurde aus fahrenden Autos auf Migranten und einen Bus mit Polizisten geschossen.

Verletzt wurde bei der Explosion am frühen Samstag niemand.
Zuvor hatten Unbekannte im Zentrum der Hauptstadt Athen aus einem Auto heraus auf drei Migranten geschossen und sie leicht verletzt. Ebenfalls im Zentrum Athens feuerte ein Unbekannter mindestens zwei Schüsse auf einen Bus mit Sonderpolizisten. Verletzt wurde dabei niemand, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Seit mehr als sieben Monaten kommt es immer wieder zu Zwischenfällen dieser Art in Griechenland. Die Attacken begannen nach dem Tod eines 15-Jährigen im Dezember durch einen Schuss aus der Waffe eines Polizisten. Es folgten wochenlange gewaltsame Demonstrationen. Mitte Juni war ein Polizist erschossen worden.

Zu den Taten bekannten sich die linken Gruppen «Volksaktion», «Revolutionärer Kampf» und «Revolutionären-Sekte». Parallel kam es jedoch auch zu übergriffen von Rechtsextremisten auf Migranten.
(sda)

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11. Juli 2009, 21:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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Zuletzt bearbeitet von Scally am 25. November 2013, 16:20, insgesamt einmal bearbeitet
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Beitrag Aktionstag für Thodoris am 24. August Antworten mit Zitat
Der Gesundheitszustand von Thodoris Iliopoulos, der bei der griechischen Dezember-Revolte verhaftet wurde, spitzt sich gefährlich zu. Er befindet sich jetzt seit 41 Tagen im Hungerstreik. Eine Internationale
Solidaritätsinitiative hat für den 24. August zum Aktionstag aufgerufen,um seine Freilassung zu erkämpfen.


Thodoris wird bereits seit acht Monaten unter absurden Anschuldigungen im Athener Koridalos-Gefängnis festgehalten. Zusammen mit einem zweiten Aktivisten, Nikos Tsouvalakis, befindet er sich seit 41 Tagen im Hungerstreik, um die Freilassung aus der Untersuchungshaft zu erreichen. Bei einer medizinischen Untersuchung am Dienstag konnte ihm nicht mehr genügend Blut abgenommen werden. Inzwischen wurde auch die Anwältin Marouska Spiraki verhaftet, als sie an einem Athener Gerichtsgebäude Solidaritätsplakate und Parolen für Thodoris anbrachte. Zuvor waren weitere Insassen der Athener Haftanstalt Koridalos aus Protest in den Hungerstreik getreten.

Thodoris Iliopoulos war am 18. Dezember 2008 bei den Athener Ausschreitungen nach dem Tod des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos, den Polizisten wegen eines Wortwechsels auf offener Straße niederschossen, festgenommen worden. Die Anklagebehörde beschuldigt Thodoris, Steine und Molotow-Cocktails auf Polizisten geworfen zu haben. Er hat diesen Vorwurf, der sich lediglich auf Polizeiaussagen stützt, von Anfang an bestritten. Nachdem seine siebenmonatige Untersuchungshaft im Juli erneut verlängert wurde, trat er in den Hungerstreik. Iliopoulos und Tsouvalakis, dem Diebstahl eines Laptops vorgeworfen wird, sind die beiden letzten Gefangenen, die wegen der Athener Dezember-Revolte noch in Untersuchungshaft sitzen. Alle anderen damals Festgenommenen wurden inzwischen freigelassen.

Die Website „Occupied London“ hat vorgestern folgenden Aufruf veröffentlicht:

"INTERNATIONALE SOLIDARITÄTSINITIATIVE FÜR THODORIS ILIOPOULOS

AUFRUF ZUM AKTIONSTAG FÜR DIE SOFORTIGE FREILASSUNG VON THODORIS
ILIOPOULOS, IM HUNGERSTREIK SEIT DEM 10. JULI

Am Aktionstag wird Thodoris am 45. Tag im Hungerstreik sein, seine
Situation ist sehr kritisch.

Wir rufen alle solidarischen Gruppen auf, ihre Aktionen – Propaganda, Infoaktionen, Demonstrationen – zu koordinieren, die auf die sofortige Freilassung von Thodoris aus der Untersuchungshaft abzielen. Aus diesem Grund haben wir Montag, den 24. August, um 20 Uhr als Datum festgelegt, an dem wir unsere Stimmen und unsere Stärke vereinen wollen, um die sofortige Freilassung des hungerstreikenden Thodoris Iliopoulos zu erreichen.

Als Teil dieser Aktion organisiert die Solidaritätsinitiative für Thodoris
Iliopoulos am Montag, den 24. August, um 20 Uhr ein Solidaritätskonzert in Athen auf der Akropolis, an den Propyläen (Eingangsbau).

Kämpft für seine Verteidigung und Freilassung ! Unsere Unterstützung ist Thodoris’ Atem !

Laßt seine Stimme überall auf der Welt erklingen !!"

Links:

Interview mit Thodoris Iliopoulos (15. August 2009):
http://www.occupiedlondon.org/blog/2009/08/15/70-thodoros-iliopoulos-an-interview/

Verhaftung der Anwältin Marouska Spiraki:
http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=1068737

Irregular Updates after the Greek Riots (Übersetzungen):
http://www.occupiedlondon.org/blog

Article about Thodoris & Greek Riots ("The Palestine Telegraph", 16.
August 2009):
http://www.paltelegraph.com/world/world-news/1855-young-and-innocent-last-political-prisoner-of-the-greek-intifada-on-37th-day-of-hunger-strike

Greek Site for Thodoris Iliopoulos:
http://apofylakisithodoriiliopoulou.blogspot.com

Voices of Resistance from Occupied London:
http://www.occupiedlondon.org

weitere infos:
http://www.abc-berlin.net

soli-erklärungen, besuch von politikern :
http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=1069148
http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=1069313
http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=1069320
http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=1069328
http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=1069332

ins reguläre krankenhaus verlegt :
http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&article_id=1069303

Thodoris gestern in Attikon-Klinik untersucht:
http://de.indymedia.org/2009/08/258686.shtml

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Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
23. August 2009, 15:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag Zwei Bombenanschläge in Griechenland Antworten mit Zitat
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Anschlag-auf-Athener-Boerse/story/16727238

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“Der reissende Strom wird gewalttätig genannt, aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig!” (B. B.)
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02. September 2009, 17:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
far



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Beitrag Antworten mit Zitat
Heute Nacht um 01.00 drang die Polizei in den Stadtteil Exarchia ein und provozierte damit Auseinandersetzungen mit den BewohnerInnen.
Seit Dezember ist der Athener Stadteil Exarchia de facto eine Polizeifreie Zone, Streifen wagen sich nicht hinein und lediglich bei kurzen Grosseinsaetzen oder durch zivile Agenten ist der Staat praesent.
Es besteht aus Sicht der Bevoelkerung auch kein Bedarf an Polizei, trotz Drogenszene ist die Beschaffungskriminalitaet kaum sichtbar und es gibt auch trotz der vielen Kneipen keine Suffschlaegereien. Streitigkeiten werden untereinander geregelt.
Heute Nacht um 01.00 bogen zum ersten Mal seit Monaten zwei Jeeps der normalen Polizei mit Blaulicht in das Viertel ein und zwar an der Stelle, wo am 6. Dezember Alexis erschossen wurde. Angeblich verfolgten sie einen Graffitisprueher. Aus dem besetzten Park und den ueberfuellten Lokalen stroemten inerhalb weniger Sekunden hunderte Menschen zusammen und bedeckten die Jeeps mit Gegenstaenden.
Darauf hatten anscheinend andere Schweine gewartet, die nun versuchten zu Fuss Richtung Benaki Strasse vorzudringen aber im Steinhagel umkehren mussten. Die Zufahrten wurden mit brennenden Muellcontainern blockiert und es folgten von beiden Seiten Versuche den Gegner in Hinterhalte zu locken.
Die Menschen waren sichtlich ueberrascht von dieser Polizeiaktion, niemand hatte Gasmasken oder Molotovs dabei, die Vermummung war nur provisorisch.
Nach einigem hin und her traf die Delta-Force ein, eine Spezialeinheit auf Motorraedern, die erst vor kurzem gegruendet wurde. Diese sind gefuerchtet, weil sie die Distanz zwischen sich und dem Mob sehr schnell verkuerzen koennen. Tatsaechlich bestand die widerstaendige Menge heute Nacht weniger aus den ueblichen Randalierern sondern aus sehr jungem Partyvolk, aelteren Anwohnern und einigen anarchistischen Zusammenhaengen.
Die Delta-Force kaempfte sich in einer Stunde bis zum Exarchia Platz durch, sehr geschickt in 10er Gruppen auf Motorraedern in den engen Strassen und duch Einsatz von Gasgranaten. Wegen ihrer geringen Schutzausruestung mussten sie auch Verluste durch Steinbewurf hinnehmen.
Zum Schluss zerstoerten sie Baueme in dem besetzten Park und zogen wieder ab.
Die traditionell in diesem Gebiet verwurzelten autonomen Gruppen waren nicht in der Lage in der Urlaubszeit schnell genug zu mobilisieren um die Schweine zu vertreiben.
Zum ersten Mal hatte die Delta-Force auch ohne unterstuetzung der MAT operiert. Darauf wird es in den naechsten Tagen vermutlich entsprechende Antworten geben.
http://de.indymedia.org/2009/09/259811.shtml

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
05. September 2009, 16:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Banlieusard



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Beitrag police partout Antworten mit Zitat
also bezüglich der bullenfreien zone, ich weiss nicht recht. ich war diesen sommer in athen und natürlich auch in exarchia. da laufen massenweise bullenpatrouillen rum, in 10er gruppen meist. sogar rund um das polytechnikum hab ich mehrere beamte gesichtet, die da am freitag abend mit nescafe in der hand rumschlenderten..

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07. September 2009, 16:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Möglicherweise waren die Krawalle rund um den Tod von Alexandros so etwas wie ein "Warmlaufen". Denn jetzt geht es ans Eingemachte. Die Ereignisse in Griechenland scheint mir im Moment so etwas wie der Bergarbeiterstreik von 1984/85 in England zu sein: ein Kampf von grosser Tragweite. Die griechischen ArbeiterInnen gelten als eine der kämpferischsten in Europa. Setzen sich die Bourgeoisie und die EU in dieser Auseinandersetzung durch, ist dies ein ausserordentlich negatives Zeichen für die ArbeiterInnen in allen andern europäischen Ländern und eine Bestätigung für die Kapitalisten, ihre Reformen durchzusetzen (denn nicht nur Griechenland ist übelst verschuldet). Setzen sich die ArbeiterInnen durch, treiben sie das Kapital noch weiter in die Krise. "Der Klassenkampf als Grenze der Regulierung." (Wildcat 86)

Ein Artikel in der Jungen Welt, der die ideologische Kampagne der Medien konterkarriert, die Griechen seien faul, korruppt und lebten über ihre Verhältnisse:

Zitat:
24.02.2010 / Thema / Seite 10

Griechen aller Länder, vereinigt euch!

Analyse. US-Banken, deutsche Konzerne und die EU tragen Mitverantwortung für die Verschuldung Griechenlands. Aber illegitime Verbindlichkeiten müssen und dürfen nicht zurückgezahlt werden. Argumente für den Widerstand

Von Werner Rügemer

Die Europäische Union fordert von der griechischen Regierung einen rigorosen Sparkurs, damit die Staatsschulden schnell zurückgezahlt werden. Doch Griechenland ist nur der Anfang. Im verschärften Fortgang der staatlichen Bankenrettung wird auch in Deutschland von den öffentlich Beschäftigten eine Nullrunde gefordert. Privatunternehmen tun dies ebenfalls. Die Kommunen sollen die Daseinsvorsorge einschränken. Auch die Reste des Sozialstaats werden gerade in den reichsten Ländern der EU, Deutschland voran, infrage gestellt. »Griechenland« ist überall.

Versuchskaninchen Hellas

Griechenland kam nicht nach objektiven Gesichtspunkten in die Rolle des überschuldeten Staates, dem nun die Daumenschrauben der westlichen Bankenrettungsgemeinschaft angelegt werden. »Gerade das Griechen-Bashing angloamerikanischer Marktakteure steht in kurio­sem Kontrast dazu, daß Amerikaner und Briten ein ebenso hohes laufendes Staatsdefizit von mehr als zehn Prozent haben – mit dem Unterschied, daß sie, anders als die Griechen, nicht einmal versuchen, das Defizit bald in die Nähe von drei Prozent zu bringen« (Financial Times Deutschland, 12.2.2010). Der Anstieg der Staatsschuldenquote seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 beträgt nach OECD-Angaben für Griechenland 19,4 Prozent, für Frankreich 22,6 Prozent, für Japan 30,1 Prozent, für die USA 30,6 Prozent, für Großbritannien 36,2 Prozent und für das geheimnisvollerweise unkritisierte EU-Musterländle Irland sogar 53 Prozent. Auch in diesen Staaten ist ein Wirtschaftsaufschwung, der die wesentliche Grundlage für einen Abbau der Staatsschulden wäre, nicht in Sicht.

Es geht also gar nicht nach volkswirtschaftlicher Logik. Griechenland wird vielmehr mit allen medialen und psychologischen Mitteln diffamiert. Plötzlich wird abfällig vom maroden »Balkanland« gesprochen, von dessen »notorischer Korruption« und traditioneller Fälschung der Schuldenstatistik. Schnell wurde das erweitert auf die »Mittelmeerländer«, denen man nun ebenfalls eine mindere Staatsqualität zuschreibt, verbunden mit der Abkürzung PIGS für Portugal, Italien, Griechenland und Spanien. Die Reihenfolge könnte auch heißen Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, also GIPS. Aber die Buchstabenfolge PIGS ist zufällig passender, denn PIGS heißt englisch eben Schweine. Gern darf auch »Schweinegrippe« assoziiert werden. Mit Griechenland hat die westliche Wertegemeinschaft damit nun schon vier Finanzschweine, die auf dem Bankenaltar öffentlich geschlachtet werden sollen, als erste, zum Eingewöhnen. Formal gesehen ist das eine medienpsychologisch durchaus prima Leistung.

»Statistikfälschungen«

Dem griechischen Staat werden Statistikfälschungen vorgeworfen. Sie gehören aber zum Wesen der neoliberalen Praxis, sei es bei der Zahl der Arbeitslosen oder bei den Staatsschulden. Allerdings läßt sich nicht so eindeutig von »Fälschungen« sprechen, da sich die Manipulationen in einer rechtlichen Grauzone bewegen. Bei Steuerhinterziehung über ausländische Finanzoasen sprechen Banken und Wirtschaftsprüfer ja auch von »Steuergestaltung«.

Die heute global wichtigen Finanzoasen wie der US-Bundesstaat Delaware, die Cayman Islands und Luxemburg sind voll mit Hunderttausenden »Special Purpose Entities« oder »Conduits«. Auf deutsch heißen sie »außerbilanzielle Zweckgesellschaften«. Über sie wurden und werden die meisten krisenverursachenden Finanzprodukte juristisch abgewickelt. »Rhineland Funding« und »Rhinebridge« etwa hießen sie bei der IKB und hatten ihren Sitz in Wilmington/Delaware. Die IKB war die erste Bank, die in Deutschland im Sommer 2007 in die Insolvenz zu gehen drohte, wenn sie nicht auf Initiative von Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, durch die Bundesregierung mit zehn Milliarden Euro gerettet worden wäre. Die Deutsche Bank hatte diesen IKB-Einzweckgesellschaften verbriefte US-Immobilienkredite verkauft und der IKB dafür auch noch die Kredite gegeben. Und da diese Einzweck-Tochtergesellschaften nicht in der IKB-Bilanz standen, wollen Aufsichtsrat der Bank und die Finanzaufsicht des Staates nichts bemerkt haben. Derartige Manipulationen sind »legal« und eine wesentliche Ursache der Finanzkrise.

Die EU-Staaten tolerieren und fördern nicht nur solche Praktiken bei Banken, Hedgefonds und »Heuschrecken«, sondern sie praktizieren das auch selbst. In Deutschland sind staatliche Schattenhaushalte seit 1990 Routine. Es begann mit der Treuhandanstalt. Gegenwärtiges Beispiel: Der »Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung« (SoFFfin) ist aus dem regulären Bundeshaushalt ausgegliedert. Mit Zustimmung der EU weisen auch die anderen Mitgliedsländer ihre staatlichen Ausgaben für die Bankenrettung nicht in ihren offiziellen Haushalten aus.

Eine weitere Statistikfälschung bzw. -»gestaltung« sind die in der Regel 30 Jahre laufenden Mietverträge nach dem Muster »Public Private Partnership« (PPP). Sie werden von der EU gefördert, die Europäische Investitionsbank (EIB) gibt dafür günstige Kredite. Die Verträge sind in Wirklichkeit verdeckte Schulden, sie werden in die Zukunft verlagert und tauchen im offiziellen Haushalt nicht auf (vgl. Profit ohne Risiko. Public Private Partnership: Die Plünderung des Staates, jW-Thema v. 30.1.2010).

Unrechtmäßige Kreditvergabe

Illegitime Schulden – im englischen Sprachraum werden sie »odious debts« genannt, häßliche Schulden – sind solche, bei denen die Kreditgeber eine wesentliche Mitverantwortung dafür haben, daß die Schulden so hoch sind und nicht regulär zurückgezahlt werden können. Denn bei Krediten sind bekanntlich immer zwei Parteien beteiligt, Kreditnehmer und Kreditgeber.

Das Konzept »illegitime Schulden« entstand zunächst für sogenannte Entwicklungsländer, in denen Banken und Konzerne mit Diktatoren und Unrechtsregimes zusammenarbeite (te)n: Die Umstände der Kreditvergabe sind unrechtmäßig; dazu gehören etwa Selbstbereicherung der Kreditgeber und -nehmer, überdimensionierte Planungen, Verletzung von Menschenrechten, Geldwäsche, Steuerflucht. Die »Aktion Finanzplatz Schweiz« bezieht dies z. B. auf die Vergabe von Krediten durch Schweizer Banken an das damalige Apartheidregime in Südafrika: Die Geldinstitute haben die Regierungspartei heimlich bespendet und das UN-Embargo umgangen (www.afp.ch). In Südamerika und Asien sind die Entschuldungsnetzwerke LATINDADD und AFRODAD aktiv. Ziele sind Zinsmoratorium und/oder Schuldenerlaß (www.erlassjahr.de). Die Argumente sind teils rechtlich, teils moralisch.1

Inzwischen ist die Situation, die früher für »Entwicklungsländer« galt, weltweit gegeben. Auch alle »entwickelten« Staaten der westlichen Bankrottgemeinschaft sind so überschuldet, daß bei keinem irgendeine Aussicht besteht, die Schulden jemals im irdischen Leben dieser Staaten regulär zurückzuzahlen. Dies gilt auch für die politischen und wirtschaftlichen Führungsländer USA, Großbritannien und Japan: Deren Verschuldung ist weit höher als im EU-Durchschnitt, aber nirgendwo gibt es einen Rückzahlungsplan. Nach der Bankenrettung hat sich dies noch verschärft. Zinsen werden mit neuen Krediten bezahlt. Trotzdem vergeben die Banken ständig weitere ungesicherte Kredite: Der Kreislauf mit Kreditversicherungen, die dann selbst zur Handelsware werden, der die große Finanzkrise verursacht hat, wird wie am Objekt Griechenland erneut in Gang gesetzt.

Dieses Verfahren gründet allein auf der Voraussetzung, daß die Beschäftigten, Steuerzahler, Rentner, Arbeitslosen usw. für die Schuldentilgung aufkommen und verarmen, daß die öffentliche Infrastruktur privatisiert wird, daß Sozial- und Rechtsstaat ausgehöhlt werden. Diese tödliche Logik, die auch dem Euro zugrunde liegt, muß durchbrochen werden. Widerstand ist begründet, notwendig und legitim. Die Nichtrückzahlung von Verbindlichkeiten nach dem Konzept der illegitimen Schulden kann man auch als Konkretisierung des Mottos »Wir zahlen nicht für eure Krise« verstehen.

Kriterien für illegitime Schulden

Nachfolgend werden einige Kriterien für illegitime Schulden im Hinblick auf Griechenland präzisiert. Die Angaben sind gegenwärtig bruchstückhaft und müssen ergänzt werden.

Bankenbeihilfe zur Statistikfälschung: Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Griechenland 2001/2002 geholfen, die Staatsschuld statistisch herunterzudrücken. Das Motiv war, für den Beitritt zur Eurozone die wahre Haushaltslage des Landes zu verschleiern. Die Bank, die dafür 300 Millionen US-Dollar an Provisionen bekommen haben soll, kaufte dem Staat Dollar- und Yen-Schulden in Höhe von zehn Milliarden Dollar ab und tauschte sie langfristig in Euro. Dieser Cross Currency Swap war ein verdeckter Kredit, der bilanziell nicht erfaßt wurde.

Die US-Investmentbank JP Morgan und die United Bank of Switzerland (UBS) kauften zum selben Zeitpunkt dem Staat Griechenland zukünftige Lotterieeinnahmen und Autobahngebühren ab – dadurch kam kurzfristig Geld in die Staatskasse im »Tausch« für spätere Mindereinnahmen: Die Haushaltslage wurde zum Kaufdatum geschönt, die später ansteigende Verschuldung ausgeblendet.

Beihilfe zur Statistikfälschung: Dies geschah mit Wissen der EU, für die solche Praktiken zum geförderten deregulierten Finanzsystem gehören. Zwar wollte 2005 EU-Währungskommissar Joaquín Almunia die Angaben überprüfen lassen; Kommissionspräsident José Manuel Barroso entschied jedoch dagegen. Seit 2004 stellte Eurostat, das Statistikamt der EU, die griechischen Angaben und den Goldman-Deal in Frage. Aber aus politischen Gründen sollte an der Mitgliedschaft Griechenlands nicht gerüttelt werden. Athen hatte 2003 die EU-Ratspräsidentschaft inne, unter der Akropolis wurde im Zuge der »Osterweiterung« die Aufnahme von zehn neuen Mitgliedsstaaten gefeiert.

Korruption: Wie bei Krediten sind auch bei Korruption immer zwei Parteien beteiligt. Ein Korrupti-Paar besteht aus dem Schmiergeldnehmer und dem Schmiergeldgeber. Richtig, griechische Regierungen und staatliche Unternehmen waren korrupt, aber dazu gehörte immer ein westlicher Gegenpart. Das gilt insbesondere seit den Generälen, die 1967 wegen des bevorstehenden Wahlsiegs der Demokratischen Linken mit Billigung der NATO putschten, bis 1974 das »Obristen-Regime« führten und von den westlichen Waffenlieferanten umsorgt wurden.

Westliche Konzerne sicherten sich Großaufträge mit Hilfe von Bestechung. Nehmen wir nur Siemens: Seit den 90er Jahren zahlte der Konzern pro Jahr 15 Millionen Euro Schmiergeld in Griechenland. An Manager der staatlichen Telefongesellschaft OTE wurden 85 Millionen gezahlt, um an milliardenschwere Aufträge zu kommen. Um den für das Sicherheitssystem der Olympischen Spiele 2004 in Athen an Land zu ziehen, bestach Siemens Mitarbeiter verschiedener Ministerien (Süddeutsche Zeitung, 27.6.2005). Die beiden Parteien PASOK (»sozialistisch«) und Nea Dimokratia (»konservativ«) sollen jährlich ihren Anteil von jeweils zwei Prozent des Umsatzes der OTE-Telefonsparte ausgezahlt bekommen haben (Der Spiegel, 28/2009). Ähnliches wurde vom französischen Rüstungskonzern Thales bekannt (Le Monde, 27.9.2005). Das war auch in Bankenkreisen geläufig und gehörte zu den Geschäftsbedingungen bei der Vergabe von Krediten für solche Projekte.

Diese Praxis bestätigte einer, der es wissen muß: Jorgo Chatzimarkakis, Europaabgeordneter und Parteivorstandsmitglied der FDP, zugleich Präsident der deutsch-hellenischen Wirtschaftsvereinigung. Gegen die Kritik an Siemens erklärte er: »Das war unternehmerische Realpolitik! Wenn Deutschland Exportweltmeister bleiben will, dann muß es die rosarote Brille abnehmen.« Bestechung müsse zugelassen und steuerlich gefördert werden (Süddeutsche Zeitung, 15.12.2006).

Täuschung über die Rückzahlungsfähigkeit: Goldman Sachs hat seit 2002 für Griechenland den Verkauf von Staatsanleihen im Gesamtwert von 15 Milliarden Dollar organisiert. Die Bank kannte die angespannte Haushaltslage Athens, hat aber die Käufer nicht in allen Anleiheprospekten darauf hingewiesen. Goldman Sachs hat somit die Verschuldung Griechenlands gefördert, die wirkliche Lage verschleiert und die Rückzahlung der Anleihe gefährdet – die eine Milliarde Provision für Goldman war für die Investmentbank offenbar wichtiger. Großanleger prüfen nun das Vorgehen von Goldman Sachs, Klagen sind möglich – während die EU nicht prüft.

Griechenland ist vor allem bei Banken aus denjenigen Staaten verschuldet, deren Unternehmen die meisten – eben auch korruptiv beförderten – Aufträge bekamen. Die Kreditgeber aus Deutschland sind insbesondere Deutsche Bank und die Allianz, daneben die bekannten Pleitebanken Commerzbank, Eurohypo und Hypo ­Real Estate (HRE). Sie alle haben Kredite vergeben, ohne auf die Rückzahlungsfähigkeit Griechenlands zu achten.

Deregulierung: Am 8.12.2009 stufte die Ratingagentur Fitch die Bonität des griechischen Staates Von »A-« auf »BBB+« herab, nach einer Woche tat die Agentur Standard & Poor’s dasselbe. Die EU unternimmt keine eigene Bewertung des Zustands der Finanzen von Mitgliedsstaaten. Vielmehr stützt sie sich wie vor der Krise auf die nach wie vor unregulierten Ratingagenturen, die im Interesse der Kreditgeber handeln. Die Herabstufung bedeutete: Letztere konnten ab sofort 2,9 Prozent mehr Zinsen nehmen; das ist doppelt soviel wie bei Deutschland. Zugleich bedeutete das: Hedgefonds und andere Spekulanten sind losgelassen. Die bisherigen Kreditgeber und Staatsanleihenbesitzer kaufen Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS); die Banken, die solche Versicherungen verkaufen, kassieren steigende Prämien.

Mit den steigenden Zinsen wächst die Verschuldung Griechenlands noch schneller; um unter diesen Bedingungen neue Kredite zu bekommen, steigen die Zinsen noch weiter ... Zugleich investieren die Finanzakteure in Staatsschulden, weil hier die Rendite höher ist und vergeben weniger Kredite an Unternehmen (Börsenblatt, 19.2.2010). Folge: Die Wirtschaftsentwicklung wird gebremst, der Staat nimmt noch weniger Steuern ein.

Wieder dabei ist übrigens der Versicherungskonzern American International Group (AIG): Er hatte vor der Krise für das Versichern Zehntausender spekulativer Kredite ebenfalls Prämien kassiert, aber keine Rücklagen für den Versicherungsfall gebildet. Er »mußte« deshalb vom US-Staat gerettet werden, damit u. a. die Deutsche Bank ihre elf Milliarden US-Dollar für die faulen Kredite ausbezahlt bekam, die sie ohne eigene Sicherheiten spekulativ vergeben hatte.

EU, Europäische Zentralbank und die beteiligten Regierungen und Nationalbanken (z. B. Deutsche Bundesbank) haben auch nach der Finanzkrise die Ratingagenturen und Hedgefonds nicht reguliert und sind somit mitschuldig an der wachsenden Staatsverschuldung Griechenlands. »Es wäre gar nicht so weit gekommen wie jetzt, hätten Angela Merkel und ihre Freunde schon im Herbst klargemacht, daß sie von der griechischen Regierung zwar einen vernünftigen Abbau des Staatsdefizits einfordern, sich ansonsten aber jedem Versuch entgegenstellen, das Land in den Ruin zu spekulieren« (Financial Times Deutschland, 12.2.2010).

Goldman – oder wer regiert?

Der Fall Griechenland legt die bisherige (Fehl-)Konstruktion der Europäischen Union und des Euro besonders drastisch offen und ist deshalb auch bedeutsam für grundlegende Änderungen in Europa. Laut Lissabon-Vertrag darf kein Euro-Land für die Schulden eines anderen geradestehen. »Warum hat man diese Doktrin nicht auch auf die Banken angewandt, die einzig für den eigenen Profit und zum Nachteil der Öffentlichkeit gehandelt haben? Von den Griechen verlangt man nun, daß sie den Gürtel enger schnallen. Dabei laufen diese Sparmaßnahmen sogar der Konjunkturförderung entgegen«, konstatiert der französische Ökonom Jean-Paul Fitoussi (FR-online, 11.2.2010).

Die Logik des Euro bedeutet: Die Finanzwirtschaft dominiert, den Staaten bleiben nur Lohn- und Steuerdumping und Privatisierung. Nach diesem Konzept hat schon die Weltbank Dutzende von »Entwicklungsländern« in Überschuldung, Stagnation, Armut und zu korrupten Eliten zurück»gespart«. Die Logik kommt im Fall Griechenlands auch dadurch zum Ausdruck, daß der Ex-Goldman-Banker Petros Christodoulou zum neuen staatlichen Schuldenmanager ernannt wurde.

Argentinien stoppte 2001 die Rückzahlung der unter dubiosen Umständen an eine extrem neoliberal orientierte Vorgängerregierung (Carlos Menem) vergebenen Kredite und wertete seine Währung ab: Das brachte den Banken zwar herbe Verluste (sie gingen deshalb nicht pleite), dem argentinischen Staatshaushalt aber verhalf dies zu einer Erholung und der Wirtschaft zu einem Aufschwung.

Die wichtigste Voraussetzung für Schuldenabbau und geringere neue Darlehensaufnahme ist die wirtschaftliche Belebung, sind neue Produktion, neue Dienstleistungen, neue Arbeitsplätze, neue Kaufkraft und neue Steuereinnahmen des Staates. Mit anderen Worten: Die griechische Staatsverschuldung begann in einem weiteren Sinne nicht mit der Herabstufung durch die Ratingagenturen, »sondern in den Lohnbüros der deutschen Unternehmen« (Die Zeit, 14.2.2010). Höhere Einkommen für Beschäftigte und Erwerbslose in Deutschland und die Abwehr von Kürzungen in Griechenland sind also nicht nur im Interesse der Deutschen und der Griechen, sondern aller Europäer.

1 Lis Füglister/Stefan Howald, Illegitime Schulden, Verschuldung, Menschenrechte, Basel 2005; Max Mader/André Rothenbühler, How to Challenge illegitimate Debt. Theory and Legal Case Studies, Zürich 2009

Junge Welt

25. Februar 2010, 01:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Angst vor dem Domino-Effekt (leider nur in Englisch):

Greece leads Europe's winter of discontent
25. Februar 2010, 02:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
WSWS: Die wirkliche Lage in Griechenland

Zitat:
Zynischerweise wird dabei die Schuld für die Krise der griechischen Bevölkerung in die Schuhe geschoben, die nun auch dafür bluten müsse. In vielen Interviews und Kommentaren ist zu hören, die Griechen lebten "über ihre Verhältnisse" und müssten nun gerechterweise "den Gürtel enger schnallen".

Tatsächlich rangiert die griechische Bevölkerung, was Löhne und Sozialstandards angeht, in Europa am unteren Ende.

Bereits in den vergangenen Jahren hat sich die soziale Lage für einen Großteil der Bevölkerung deutlich verschlechtert. Die offizielle Arbeitslosenrate liegt gegenwärtig bei 18 Prozent. 20 Prozent der Griechen beziehen laut offiziellen Zahlen ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Sozialverbände machen weit höhere Angaben.


!!
03. März 2010, 02:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Beitrag Antworten mit Zitat
Die Hetzkampagne der öffentlichen Medien ist fast unglaublich. Zeitgleich werden in allen Zeitungen, Radios und im Fernsehen Artikel über das Wesen des griechischen Menschen geschaltet und dies zum Grund der Krise gemacht. Korrupt soll er sein, faul und darum stets auf dem Sprung sich zu verschulden (kennt man ja vom Ami als die Hypothekenkrise ihren Anfang nahm..). Mir ist aufgefallen dass sie für solche Äusserungen immer Griechen oder Exilgriechen auftreiben, wohl um nicht in den Verdacht des Rassismus zu geraten. Die Medien haben auf die erstbeste Erklärung gewartet um den Griechen sämtliche Schuld an den Finanzproblemen im Euroraum zu geben. Dabei hat man mit den Griechen jahrelang gute Geschäfte gemacht, die europäischen Banken halten gegen eine Billion Schulden Griechenlands, da sind viele Europäer über die Armut der Griechen reich geworden!

Ich kann schon gar nicht mehr kotzen...

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argumentum ad baculum
03. März 2010, 09:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
Admin-Dog


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Beitrag Antworten mit Zitat
Aus Blick am Abend:

Zitat:
[...]

Er fordert die Abschaffung der Privilegien griechischer Beamter: "Sie sollen Steuern zahlen wie alle anderen auch; wenn sie streiken, werden sie gefeuert. Und holt ein paar altmodische Deutsche, damit sie das Ruder übernehmen, bis das Land wieder auf den Beinen steht".
kotz

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03. März 2010, 13:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



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Beitrag Antworten mit Zitat
altmodische deutsche... wen er damit wohl gemeint hat?!

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Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
03. März 2010, 17:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Libcom ist wie immer sehr nah am Geschehen. Ein Anarcho aus Griechenland analysiert die Situation und kommt zu folgendem Schluss:

Zitat:
All in all the balances in greece right now are so fine so tight and so precarious that just anything could overturn the whole social contract - social insurrection no party wants but no party knows exactly how to avoid.


Die ganze Diskussion hier.
05. März 2010, 01:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Beitrag Antworten mit Zitat



bilder und videos:

http://www.zougla.gr/page.ashx?pid=2&aid=111238&cid=4

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argumentum ad baculum
05. März 2010, 10:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Beitrag Antworten mit Zitat
Artikel über den weiteren Verlauf gestern:

http://libcom.org/news/long-battles-erupt-athens-protest-march-05032010

Merci Melnitz, sehr coole Seite.. hast du noch mehr davon? :D

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06. März 2010, 14:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
http://www.jungewelt.de/2010/03-12/063.php

Zitat:
Die Wut der meist jungen Demonstranten hatte sich an dem Tod eines Aktivisten entzündet, der am Vortag von der Polizei erschossen worden war. Nach offiziellen Angaben war der 35jährige Lambros F. bei dem Versuch, ein Auto aufzubrechen, von der Polizei gestellt und »bei einem nachfolgenden Schußwechsel« getötet worden. Am Polytechnikum wurde ein Transparent mit der Aufschrift »Rache für den von Bullenkugeln erschossenen Genossen und Kämpfer Lambros F.« befestigt.


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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
12. März 2010, 01:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Beitrag Antworten mit Zitat
Ein paar Eindrücke zu Griechenland:

http://de.indymedia.org/2010/03/275672.shtml

http://www.zougla.gr/page.ashx?pid=2&aid=113101&cid=4
14. März 2010, 20:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Aus obigem Flugi:

Zitat:
Vom Standpunkt des Kapitals ist es eine rastlose Jagd über den Planeten nach dem niedrigst möglichen Preis für menschliche Arbeitskraft, aber sie hat ihre Grenzen in der Existenz und der Reproduktion von Arbeitermacht, wie es gesellschaftlich in jedem kapitalistischen Staat bestimmt ist.


Finde ich eine wichtige Feststellung. Wenn die Grenze der Ausbeutung nämlich in der Existenz und Reproduktion von Arbeitermacht liegt, werden die ArbeiterInnen wieder zu Akteuren (was nicht zwangsläufig in einer geraden Linie auf den Kommunismus zuläuft) und nicht wie in antideutschen Theorien zu einer blossen Funktion des Kapitalismus.

Zitat:
Griechenland ist das Versuchslabor einer neuen Phase gewollter globaler Umstrukturierung. Wie sie es bereits schon oft in der Vergangenheit gemacht hat, ersucht die bürgerliche Klasse Griechenlands um die Hilfe mächtigerer bürgerlicher Klassen (von außen), um eine neue Form der Ausbeutung zu erzwingen (die Regierung machte umgehend wesentlich höhere Staatsschulden bekannt, als die Vorgängerregierung je gemeldet hatte und zwar um die Einführung des Stabilitätsprogramms zu beschleunigen) aber selbst die Bourgoisie ansich ist im Zentrum der globalen Krise. Die komplette internationale Wirtschaftspresse wartet die Reaktion des Proletariats hier in Griechenland ab, um dann einen Überblick über die Situation international zu bekommen.


Trifft sich mit meiner Einschätzung von weiter oben. Der Kampf in Griechenland ist von enormer Bedeutung. Setzt sich die Bourgeoisie nämlich durch, so ist das ein Signal für alle anderen Kapitalisten in Europa ähnliches durchzusetzen. Im Magazin Focus steht zum Fall Deutschland: "Ab 2011 muss dann auch die Bundesregierung kräftig sparen - oder entgegen den bisherigen Ankündigungen sogar Steuern erhöhen. Andernfalls droht auch in Deutschland ein massiver Verlust an Glaubwürdigkeit. 'Wir werden das vom Verfahren so ähnlich machen müssen wie in Griechenland', räumt ein Koalitionär ein. 'Schnell und schmerzvoll.'"

Zitat:
Jeder Versuch, die Situation in einem besseren Licht darzustellen, als sie wirklich ist, fällt in ein bedeutungsloses Loch. Jeder Versuch, die Umstrukturierung als einen Angriff der Deutschen in Griechenland darzustellen, taugt nur für B-Klasse Fernsehstationen, auch wenn SYRIZA (Koalition der parlamentarischen "radikalen" Linken) versucht, es nach vorne zu reissen, mit schwachsinnigen Statements über das "geheiligte Geld" zur Reparation der deutschen Nazi Besatzung. Er verschärft nur automatisch die orwellsche Propaganda der Massenmedien, die die Umstrukturierung als eine Naturkatastrophe darstellen.


Die bürgerlichen Medien stellen diese Reformen in Griechenland tatsächlich ständig als Naturkatastrophe dar. Hier müsste Ideologiekritik unbedingt ansetzen und das Bild von der Naturwüchsigkeit des Kapitalismus demontieren. Dringender denn je.
15. März 2010, 02:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Auf diesem Video werfen griechische LehrerInnen Zivis aus der Veranstaltung und unterbrechen die Rede der Bildungsministerin:


15. März 2010, 02:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Cjarner
Board Messias


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anachronismus?

unterbrechung einer rede eines ministers auf diese weise? riecht nach 80erjahre oder leuenberger am zürcher 1.mai

_________________
Übrigens, das möcht ich noch loswerden, versteh ich nicht warum ums Klauen im Allgemeinen so ein riesen Bohei und Schwanzvergleich gemacht wird. Hab auch schon Leute erlebt, die Klauen für das coolste der Welt halten, dies bei jeder Gelegenheit kundtun und dann auch noch dumme Sprüche loslassen, wenn einer was bezahlt. Wozu? Klauen oder sein lassen. Das coolste der Welt ist eh Punkrock.
15. März 2010, 17:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
tifo
Riesiges Glied


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WOW! ich will griechisch können!

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im flyin in on the wings of destruction, with freedom in my eyes. im death from above, and everybody dies!
15. März 2010, 17:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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nach dem banken-bailout nun der staaten-bailout innerhalb eines wirtschaftsraums:

http://www.20min.ch/finance/news/story/Griechenland-kann-gerettet-werden-27244986

griechenlands auslaufende kredit belaufen sich in nächster zeit auf 20 miliarden, die werden jetzt wohl von der eu zur verfügung gestellt.

der sparplan läuft auf 4.8 miliarden hinaus, so zum vergleich.. question

die mehrwertssteuererhöhung von 1% ist jetzt umgesetzt und gilt im handel, was das ausmacht weiss ich auch nicht.. ein paar milionen vielleicht.

_________________
argumentum ad baculum
15. März 2010, 23:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Jou, meine Rede:

Das Laboratorium

In Griechenland wird getestet, wie weit sich die Ansprüche einer revoltierenden Arbeitskraft senken lassen.

Jungle World
20. März 2010, 00:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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heute in der NZZ:

Athen rüstet trotz der Krise militärisch auf

Der Verteidigungsminister kündigt den Kauf von deutschen Unterseebooten an
Griechenland rüstet, ebenso wie die Türkei, weiterhin auf. Die Regierung in Athen hat trotz der schweren Finanzkrise, die das Land an den Rand des Bankrotts gebracht hat, teure Rüstungsaufträge angekündigt.
Amalia van Gent, Athen

Die parlamentarische Debatte über Athens neue Rüstungsaufträge hat sich am Donnerstagabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgewickelt. Das Thema war auch heikel genug. Während die Griechen den Gürtel noch enger zu schnallen und eine empfindliche Kürzung ihrer Gehälter und Renten hinzunehmen haben, um die schwindelerregenden Schulden des Staates abzubauen, kündigt die Regierung neue, teure Rüstungsaufträge an. Es handle sich um den ersten grossen wirtschaftspolitischen Skandal der Regierung Papandreou, meinte Jiorgos Kyrtsos von der einflussreichen Gratiszeitung «City-Press» empört.

Beigelegter Streit

Die griechische Kriegsmarine werde im Laufe der nächsten neun Jahre über fünf moderne deutsche U-Boote der Klasse U214 verfügen, erklärte Mitte März der griechische Verteidigungsminister Evangelos Venizelos vor Reportern in Athen. Sie sollen bei der Athener Werft «Skaramangas», deren Aktien zu drei Vierteln zum arabischen Schiffbauer Abu Dhabi Mar übergehen, und unter der technischen Leitung des deutschen Konzerns ThyssenKrupp hergestellt werden. Somit sei der seit Jahren schwelende Streit zwischen Athen und Berlin beigelegt worden, fügte er erleichtert hinzu. Die meisten der anwesenden Journalisten reagierten auf die Erklärung des Verteidigungsministers aber mit Hohn.
Seitdem das erste Abkommen zwischen dem griechischen Staat und dem inzwischen zu ThyssenKrupp gehörenden Schiffbauer HDW im Jahr 2000 unterzeichnet wurde, sorgt der Fall der deutschen U-Boote in der Politik für Unruhe und in der Presse für Schlagzeilen. Gemäss jenem Abkommen im Wert von 2,85 Milliarden Euro hätte der deutsche Vertragspartner Griechenland bis zum März 2008 vier neue U-Boote liefern und drei weitere ältere Modelle modernisieren müssen. Der griechische Vertragspartner verpflichtete sich, dem deutschen Konzern 80 Prozent der Gesamtsumme im Voraus zu zahlen, was damals als Skandal ersten Ranges angeprangert worden war.
Im Mai 2005 hat der deutsche Konzern Griechenland das erste, in Kiel gebaute Unterseeboot mit dem Namen «Papanikolis» vorgeführt. Dabei stellten die griechischen Militärexperten jedoch technische Mängel fest und verweigerten seine Abnahme. «Papanikolis» wurde in Griechenland zum Inbegriff eines der skandalösesten Rüstungsaufträge.
Was danach folgte, ist für Aussenstehende kaum durchschaubar. Wie der griechische Verteidigungsminister Venizelos erklärte, hat Griechenland bis September 2009 dem deutschen Vertragspartner insgesamt 2,03 Milliarden Euro bezahlt, ohne bis heute auch nur ein einziges der bestellten Kriegsschiffe erhalten zu haben. Der deutsche Konzern ThyssenKrupp warf seinerseits Griechenland Vertragsbruch vor. Athen habe die Abnahme der «Papanikolis» verweigert, nur weil es die noch anstehenden 800 Millionen Euro nicht habe zahlen können.

Eine teure Mitgift

Seit ihrem Amtsantritt im vergangenen Oktober sieht sich die Regierung Papandreou mit einer beispiellosen Finanzkrise konfrontiert. Unter enormen Druck geraten, hoffte sie, Berlin mit neuen Rüstungsaufträgen umstimmen zu können. Man einigte sich, die «Papanikolis» für 300 Millionen Euro entgegenzunehmen. Und Athen bestellte trotz den Schulden gleich zwei weitere U-Boote für einen Preis von je 500 Millionen. Eine 1,3 Milliarden Euro teure «Mitgift», spottete die konservative Athener Zeitung «Kathimerini». «Wenngleich wir diesmal hoffen dürfen, dass die neuen U-Boote, anders als die <Papanikolis>, keine technischen Probleme aufweisen.»
Burak Bekdil, der scharfzüngige türkische Journalist der englischsprachigen «Turkish Daily News», schrieb, die Türkei habe 2009 ebenfalls bei ThyssenKrupp sechs U-Boote der Klasse U214 im Wert von 2 Milliarden Euro bestellt, weil zuvor Griechenland diese bestellt habe, und Athen habe sie bestellt, weil zuvor die Türkei deutsche U-Boote gekauft habe. Die beiden Nachbarländer hätten, so Bekdil, mittlerweile für 12 bis 15 Milliarden Dollar Waffen gekauft.

Extreme Rüstungsausgaben

Einen «Boom für Waffen made in Germany» stellte der Mitte März veröffentlichte Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri fest. Seit 2005 hätten sich die deutschen Waffenausfuhren vor allem durch den Verkauf von U-Booten und Panzern mehr als verdoppelt. Wichtigster Abnehmer für die deutsche Rüstungsindustrie war die Türkei, an die 14 Prozent der Ausfuhren gingen. Nach Griechenland gelangten 13 Prozent. Überhaupt gehörte das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland in den vergangenen fünf Jahren weltweit zu den fünf wichtigsten Käufern von Rüstungsgütern. Seine Rüstungsausgaben sind auch für einen Grossteil des griechischen Schuldenbergs mitverantwortlich. Eine Sanierung des griechischen Haushalts wäre nur dann möglich, wenn Athen seine Verteidigungsausgaben von 4,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts drastisch reduzieren würde.

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Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
22. März 2010, 10:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
Und0rdog


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Da hat Deutschland garantiert den Daumen drauf gehalten. Wenn Griechenland den Deal jetzt platzen liesse, würde Deutschland bei Krediten blockieren und das kann sich die griechische Regierung noch weniger leisten als neue U-Boote.

Allesamt Schweine.

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- George Carlin
22. März 2010, 10:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Analyse von TPTG zu den aktuellen Streiks und Protesten. Leider nur in Englisch (oder kennt wer eine deutsche Übersetzung)?

There’s only one thing left to settle: our accounts with capital and its state - TPTG
24. März 2010, 01:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Ist das der Vorgeschmack eines evtl. Plan B der europäischen Bourgeoisie?

http://de.indymedia.org/2010/03/276943.shtml
29. März 2010, 17:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ganz übel. Es wurde ja auch eine Bombe platziert, die ein Todesopfer forderte (ein Junge aus Afghanistan). Erinnert ja ziemlich an die "Strategie der Spannung". Piazza Fontana lässt grüssen.
30. März 2010, 00:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Ein Statement von Griechischen Genossen:
http://www.wildcat-www.de/aktuell/a077_griechenland.htm
12. April 2010, 16:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Analyse von TPTG zu den aktuellen Streiks und Protesten. Leider nur in Englisch (oder kennt wer eine deutsche Übersetzung)?

There’s only one thing left to settle: our accounts with capital and its state - TPTG


O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Ein Statement von Griechischen Genossen:
http://www.wildcat-www.de/aktuell/a077_griechenland.htm


Wusst ich doch, dass dieser Text übersetzt wird ;)
13. April 2010, 00:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Oh, das ist ja der Text.
13. April 2010, 17:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Streikwelle in Griechenland zieht wieder an, nachdem die Regierung beim IWF Hilfe ersuchte:

Berlin knüpft Hilfe für Griechenland an Bedingungen

Streikwelle hält unvermindert an
27. April 2010, 07:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Zitat:
«Lasst uns unser Vaterland neu beleben. Jetzt oder nie»
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/papandreou_ruft_griechen_zur_geschlossenheit_auf_1.5573335.html

Zitat:
Den Griechen steht das Wasser bis zum Hals. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte die Kreditwürdigkeit des Landes auf «Junk»-Status herab, setzte griechische Anleihen also mit «Schrott»-Papieren gleich. Damit dürfte sich die Aufnahme neuer Kredite für Athen noch weiter verteuern.
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/griechenland_schulden_portugal_standard__poors_1.5576898.html


Jetzt wird die Sache langsam brenzlig, was...!!

Zitat:
… wenn die Demokraten die Regulierung der Staatsschulden verlangen, verlangen die Arbeiter den Staatsbankrott. – Karl Marx / Friedrich Engels


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27. April 2010, 20:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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die nächste wochen und monate werden wohl in europa die heissesten seit jahrzehnten...

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
27. April 2010, 21:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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auch Portugal schwebt das gleiche Szenerio vor, auch dort regt sich Widerstand:

Zitat:
Nach dem vom Staatsbankrott bedrohten Griechenland gerät auch Portugal weiter unter Druck. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte die Kreditwürdigkeit des Landes auf A- herab. Portugal stehe «erweiterten Risiken» gegenüber, hiess es zur Begründung.


Zitat:
Griechenland könnte Domino auslösen

«Wir erleben in Griechenland die härteste Zeit seit Jahrzehnten», sagte der Athener Ministerpräsident Giorgos Papandreou. «Die Herausforderungen, vor denen unser Land steht, sind beispiellos, nicht nur für Griechenland, sondern auch für Europa und sogar die Weltwirtschaft. Und was ich sage, ist keine Übertreibung.»

Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands würde den Euro schädigen und könnte dazu führen, dass die Krise andere überschuldete EU-Staaten wie Portugal und Spanien erfasst. Beide Wackelkandidaten könnten in den gleichen Teufelskreis mangelnder Kreditwürdigkeit und steigender Zinsen geraten.



Zitat:
Streik gegen Sparprogramm in Portugal

Aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung traten am Dienstag die portugiesischen Eisenbahner in den Streik. Auch die Fährverbindungen und zahlreiche Buslinien wurden bestreikt. Im Grossraum Lissabon kam es am Morgen zu zahlreichen Staus, weil Pendler aus dem Umland mit dem Auto zur Arbeit fahren mussten. Der U-Bahn-Betrieb in der Hauptstadt selbst war von dem Ausstand allerdings nicht betroffen, auch einige Busse fuhren. Die Zugverbindungen ins Ausland wurden aufrechterhalten, wie die Bahngesellschaft Caminhos de Ferro Portugueses mitteilte.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/nach_griechenland_jetzt_portugal_1.5576228.html

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28. April 2010, 09:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Griechenland halt....

http://video.gmx.net/watch/7507367#.00000002
30. April 2010, 10:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&article_id=1162715

arbeitslose lehrerInnen stürmen tv-studios...

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
04. Mai 2010, 15:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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http://www.20min.ch/finance/dossier/eurokrise/story/Demonstranten-fackeln-Bank-ab---drei-Tote-28359947

Langsam wirds ziemlich übel.

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05. Mai 2010, 13:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Käptn Kiff



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ich dachte es wär generalstreik? was machen die leute in der bank?

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argumentum ad baculum
05. Mai 2010, 14:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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@ dinimueter:

Niemand weiss so genau, was hier stimmt. Die Journalisten in Giechenland sind auch im Streik und ein Kommentar bei NZZ-Online sagt, dei 3 Toten wären von einer anderen Stelle dementiert worden.

Bilder gibt es auch hier (auf Bildstrecke klicken):

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/griechenland_proteste_demonstration_generalstreik_1.5643636.html
05. Mai 2010, 14:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Auf Libcom wird die Sache auch diskutiert:

http://libcom.org/news/general-strike-paralyses-greece-05052010

http://libcom.org/forums/news/3-deaths-athens-05052010


Der User taxikipali meint, sollte das mit den 3 Toten wegen dem Molotov-Cocktail wirklich stimmen, Griechenland vor einer "noch nie dagewesenen Tragödie" stünde, deren "Konsequenzen historisch" sein würden.

Zitat:
I will provide an overview of today's protest later today once the situation is clearer so as not to spread rumors and half-truths. This is so especially as the reporting of three people dead as a result of molotov coktails which is broadcasted in the international media is still disputed in greece. If this is indeed the case we are before an unprecedented tragedy in the country whose consequences could be truly historical.

05. Mai 2010, 15:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Anarchosaurus Rex



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Auf ORF 1 kam gerade die Nachricht dass das Gebäude( Die Bank) gezielt angegriffen wurde, da sich im Gebäude Akten von Steurhinterziehern befinden.
Sie meinen es wurde angezündet um die Akten zu vernichten.

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Levrat bei einer Ansprache vor der UBS zu Unia Gewerkschaftern: " Genossinen und Genossen wir Müssen die Banken retten"
05. Mai 2010, 18:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Anarchosaurus Rex



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ein Angestellter der heruntergebrannten Bank spricht sich aus.

http://libcom.org/news/war-zone-athens-three-people-dead-many-buildings-burning-general-strike-march-turns-battle-

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05. Mai 2010, 21:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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die eigenen aktionsformen immer wieder zu diskutieren ist m.e. eine selbstverständlichkeit. jetzt aber diese drei toten - auch wenn dahinter tragische geschichten stecken, deren wirkung auf emotionaler basis wir alle wohl kaum einschätzen können - zum grossen themenschwerpunkt zu erheben, ist doch einfach nur falsch: solange der kapitalismus milliarden von menschen ihre lebensgrundlage zerstört, der griechische staat tausende von menschen in seinen knästen und asylzentren umbringt und die bullen auf der strasse skrupellos auf menschen einschlagen und bei jeder kundgebung ganz bewusst tote in kauf nehmen, macht diese diskussion keinen sinn.

es ist bezeichnend, dass für die drei toten schweigeminuten in den parlamenten abgehalten werden, während tausende menschen in ihrer anonymität verrecken. gezielt-mörderische politik betreiben und dann unfallopfer als mordopfer zu beklagen, ist mitunter genug grund, den betreibern dieser politik die kniescheibe wegzuballern.

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05. Mai 2010, 22:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
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Savo hat Folgendes geschrieben:
die eigenen aktionsformen immer wieder zu diskutieren ist m.e. eine selbstverständlichkeit. jetzt aber diese drei toten - auch wenn dahinter tragische geschichten stecken, deren wirkung auf emotionaler basis wir alle wohl kaum einschätzen können - zum grossen themenschwerpunkt zu erheben, ist doch einfach nur falsch: solange der kapitalismus milliarden von menschen ihre lebensgrundlage zerstört, der griechische staat tausende von menschen in seinen knästen und asylzentren umbringt und die bullen auf der strasse skrupellos auf menschen einschlagen und bei jeder kundgebung ganz bewusst tote in kauf nehmen, macht diese diskussion keinen sinn.

es ist bezeichnend, dass für die drei toten schweigeminuten in den parlamenten abgehalten werden, während tausende menschen in ihrer anonymität verrecken. gezielt-mörderische politik betreiben und dann unfallopfer als mordopfer zu beklagen, ist mitunter genug grund, den betreibern dieser politik die kniescheibe wegzuballern.


Darf ich das verwenden? Das ist super!

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05. Mai 2010, 22:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
:-) natürlich.

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05. Mai 2010, 22:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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wer noch nicht gebucht hat, sollte das jetzt tun:

http://www.20min.ch/finance/news/story/-Griechenland-wird-billig-fuer-Ferien--12781099

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minino
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Ich habe mich gestern gefragt, wie lange es nun noch geht, bis die Bullen beginnen auf die Leute zu schiessen... Egal obs nun so war wies die Medien darstellen oder nicht...

_________________

Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
06. Mai 2010, 08:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
ein Angestellter der heruntergebrannten Bank spricht sich aus.

auf Deutsch:

Zitat:
Erklärung eines Angestellten der Marfin-Bank

Die folgende Erklärung eines Kollegen der drei durch einen Band gestorbenen Beschäftigten der Marfin-Bank in Athen, erschien gestern im griechischen Original auf IndyMedia Athen. Sie wirft ein bezeichnendes Licht auf die Umstände, die zum Tod der ArbeiterInnen beigetragen haben bzw. darauf, warum diese überhaupt anwesend sein mussten, obwohl bekannt war, dass ihr Arbeitsplatz an einer Demonstrationsroute lag.

Meinen KollegInnen gegenüber, die heute so ungerechterweise ums Leben gekommen sind, fühle ich mich verpflichtet, den Mund aufzumachen und ein paar objektive Wahrheiten auszusprechen. Ich schicke diese Erklärung an alle Medien. Jeder, der noch einen Rest von Gewissen hat, sollte sie veröffentlichen. Alle anderen können weiter das Spiel der Regierung spielen.

Die Feuerwehr hatte das besagte Gebäude nie feuerpolizeilich abgenommen, sondern es wurde ohne Genehmigung benutzt, wie bei praktisch allen Firmen in Griechenland.

Das besagte Gebäude hat keine Brandschutzvorrichtungen, weder tatsächlich installierte noch geplante, d.h. keine Sprinkleranlagen an den Decken, keine Fluchtwege oder Löschschläuche. Es gibt nur ein paar tragbare Feuerlöscher, die natürlich nicht ausreichen, um ein größeres Feuer in einem Gebäude mit längst überholten Sicherheitsstandards zu löschen.

Bei keiner einzigen Filiale der Marfin-Bank gab es jemals Brandschutzschulungen für die Beschäftigten, nicht mal zur Bedienung der wenigen Feuerlöscher. Die Geschäftsführung benutzt u.a. die damit verbundenen hohen Kosten als Ausrede und tut nicht das Mindeste, um ihre Angestellten zu schützen.

In keinem einzigen Gebäude gab es jemals eine Evakuierungsübung mit den Beschäftigten, ebensowenig wie Schulungen durch die Feuerwehr, wie man sich in solchen Situationen verhalten soll. Schulungen gab es bei der Marfin-Bank nur zu Szenarien von terroristischen Aktionen, und dabei ging es speziell darum, wie die "Großkopfeten" der Bank in so einer Situation aus ihren Büros fliehen können.

In dem besagten Gebäude gab es keinen speziellen Feuerschutzraum, und das obwohl es aufgrund seiner Bauweise in solchen Fällen sehr anfällig ist und obwohl es vom Fußboden bis zur Decke mit leicht brennbaren Materialien wie Papier, Plastik, Kabeln und Möbeln gefüllt ist. Wegen seiner Bauweise ist das Gebäude objektiv ungeeignet, um als Bank benutzt zu werden.

Niemand vom Sicherheitspersonal kennt sich mit Erster Hilfe oder Brandbekämpfung aus, obwohl die Sicherung des Gebäudes in der Praxis immer ihnen aufgetragen wird. Die Bankangestellten müssen sich je Laune von Herrn Vgenopoulos [dem Besitzer der Bank] in Feuerwehrleute oder Sicherheitspersonal verwandeln.

Die Geschäftsführung der Bank hat den Angestellten strikt verboten, heute zu gehen, obwohl sie selbst seit dem frühen Morgen immer wieder darum gebeten hatte - sondern zwangen die Angestellten auch dazu, die Türen abzuschließen und bestätigten telefonisch immer wieder, dass das Gebäude den ganzen Tag über abgeschlossen zu bleiben habe. Sie kappten sogar die Internetverbindung der Angstellten, um sie an der Kommunikation mit der Außenwelt zu hindern.

In Bezug auf die Mobilisierungen der letzten Tage werden die Angestellten der Bank inzwischen seit vielen Tagen vollkommen terrorisiert mit dem mündlichen "Angebot": Entweder ihr arbeitet, oder ihr werdet rausgeworfen.

Die beiden Zivilbullen, die der besagten Filiale zur Verhinderung von Banküberfällen zur Verfügung gestellt wurden, sind heute nicht gekommen, obwohl die Geschäftsführung der Bank den Angestellten mündlich versprochen hatte, dass sie da sein würden.

So, meine Herren, nehmt eine Selbstkritik vor und hört auf herumzulaufen und so zu tun, als seid ihr schockiert. Ihr seid verantwortlich für das, was heute passiert ist, und in jedem anständigen Staat (so wie die Staaten, die ihr ab und zu als leuchtende Beispiele in euren Fernsehsendungen benutzt) wäret ihr für die oben genannten Aktionen schon längst verhaftet worden. Meine KollegInnen haben heute ihr Leben aus Böswilligkeit verloren: der Böswilligkeit der Marfin-Bank und von Herrn Vgenopoulos persönlich, der ausdrücklich sagte, dass jeder, der heute [am 5. Mai, dem Tag eines Generalstreiks] nicht zur Arbeit kommt, morgen erst gar nicht kommen braucht [weil er rausgeworfen werden würde].

Ein Angestellter der Marfin-Bank


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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
06. Mai 2010, 10:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Anarchosaurus Rex



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Merci für die Übersetzung Far. special thanx

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Levrat bei einer Ansprache vor der UBS zu Unia Gewerkschaftern: " Genossinen und Genossen wir Müssen die Banken retten"
06. Mai 2010, 15:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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http://de.indymedia.org/2010/05/280523.shtml

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32551/1.html
(Tomasz Konicz, mehrere Seiten!!)

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
06. Mai 2010, 17:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
O.B.M.F



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Interview aus der Jungle World mit TPTG: http://jungle-world.com/artikel/2010/18/40855.html
06. Mai 2010, 21:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Beitrag Auch heute Donnerstag wieder Proteste und Riots Antworten mit Zitat
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Parlament-in-Athen-segnet-Sparpaket-ab--Zehntausende-auf-den-Strassen/story/29010135

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“Der reissende Strom wird gewalttätig genannt, aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig!” (B. B.)
www.banlieue.blogsport.de
06. Mai 2010, 22:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Savo



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O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Interview aus der Jungle World mit TPTG: http://jungle-world.com/artikel/2010/18/40855.html


top!

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
07. Mai 2010, 05:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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Radio-Sendung zum Vorfall und den Auswirkungen auf Repression und Proteste:
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=33887

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Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
07. Mai 2010, 09:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Übersetzung
timber 09.05.2010 - 03:43
Anarchismus ist der Kampf für das Leben, nicht für den Tod
Athen, Samstag, 8. Mai 2010



Während der Ereignisse in Folge des Mordes an Alexandros Grigoropoulos im Dezember 2008 antwortete die anarchistische/antiautoritäre Bewegung auf den faschistoiden Ruf der Massenmedien nach Rückkehr zu „Sicherheit, Ruhe und Ordnung“ mit dem Slogan: „Ihr redet von Schaufensterscheiben, wir sprechen von Menschenleben“.

Welche gefährliche Heuchelei lässt manche nun von fehlenden Feuerlöschern in der Bank sprechen, statt von den Leben, die ausgelöscht wurden? Welche Orwell’sche Realitätsverdrehung lässt sie von dieser Tragödie sprechen, als hätte es sich um einen Kurzschluss gehandelt?

Verstehen wir nicht, dass uns diese Doppelmoral auf eine Stufe mit den NATO-Mördern stellt, die von „Kollateralschäden“ sprechen?

Verstehen wir nicht, dass auch der zugegeben offensichtliche Zynismus und die kriminelle Energie eines Kapitalisten, der seine Angestellten mit Erpressung zur Arbeit in seiner Bank zwingt, niemanden von der Schuld an den Toden freispricht?

Verstehen wir nicht, dass wir eins werden mit der Bestie, die wir bekämpfen, sobald wir ihre Methoden übernehmen?

Wenn Anarchisten um etwas kämpfen, wenn es es etwas gibt, für dass es sich zu kämpfen lohnt, dann sind Leben, Freiheit und Würde. Für eine Welt, in welcher der Tod über keine Herrschaft mehr verfügt.

Während der Demo am 6. Mai im Zentrum von Thessaloniki, zu der von der Gewerkschaft der Krankenhausangestellten sowie Basisgewerkschaften ausgerufen wurde, skandierten viele anarchistische/antiautoritäre Teilnehmer im letzten Block der Demo: „Das war Mord, daran haben wir keinen Zweifel. Der Staat und Vgenopoulos ermorden Arbeiter“. Für viele mag diese Erklärung sicher beruhigend sein. Aber verstehen sie wirklich, was sie da sagen und was es bedeutet?

Wir wissen nicht genau, was am Nachmittag des 5.5. in der Marfin Bank passierte. Aber wir wissen, dass in dem Moment, als uns die Nachrichten von dem tragischen Vorfall erreichten, niemand um uns herum ernsthaft ausschließen konnte, dass die von der Massenmedien verbreitete Version wahr ist. Und das ist ebenso tragisch.

Denn wenn es unser Handeln nicht ausdrücklich unmöglich macht, dass solche Aktionen von Menschen aus unserem politischen Spektrum verübt werden, ist der Weg für solche Tragödien bereits vorgezeichnet (aus mörderischer Verantwortungslosigkeit, aus blinder Wut oder Vorsatz).

Während großer Aufstände kommt es immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen – wie etwa in Los Angeles oder Argentinien. Niemand kam auf die Idee, diese Toten einer organisierten politischen Bewegung anzulasten.

Die Tatsache, dass die drei getöteten Angestellten der Marfin Bank der anarchistischen Bewegung angelastet werden, zieht eine enorme Verantwortung nach sich. Wer kann die Toleranz von elitärem Denken oder die Verachtung von Menschenleben ignorieren? Es ist unerheblich, darauf hinzuweisen, dass Anarchisten in all den Jahren zahllose Banken in Brand gesetzt haben und dabei nie jemand zu Schaden gekommen ist. Es ist unerheblich, darauf zu bestehen, dass Vgenopoulos’ Schuld sei, da er seine Mitarbeiter zur Arbeit in einem Gebäude ohne Brandschutz gezwungen hat usw.

Wir könne uns von der Verantwortung nicht frei machen.

Wenn es auch nur einige wenige Menschen gibt, die sich als Anarchisten verstehen und damit beginnen, in unverantwortlicher Weise Gebäude anzuzünden, in denen sich noch Menschen aufhalten, konnte sich diese Verantwortungslosigkeit irgendwie entwickeln.

Wenn nun, schlimmer noch, der Weg für die folgenreichste Aktion von Agent Provocateurs seit dem zweiten Weltkrieg bereitet worden ist, werden die langfristigen Konsequenz sogar noch den Tod der drei Menschen überschatten.

Die Antwort darauf ist nicht, dass der „Feind skrupellos ist“. Wir erinnern uns an die Piazza Fontana in Mailand und die Scala in Barcelona.
[Satz ist schwer zu übersetzen. Mehr zum Kontext: http://en.wikipedia.org/wiki/Piazza_Fontana_bombing | http://vabaltona.blogsport.de/2010/01/14/der-fall-scala-1978-2/ ]

Die Antwort ist eine erstarkende, vereinte Opposition, die sich in alle sozialen Bereiche und über das ganze Land ausbreitet – mit Durchhaltevermögen und durch harte Arbeit, mit gegenseitigem Respekt und Solidarität. Die Antwort ist der Kampf für das Leben, nicht für den Tod.


Panopticon publications/journal, The Foreigners’ Publications, Stasei Ekpiptontes Publications, Exarcheia Publications, Black Peper of the Evian Gulf, Nixtegersia Magazine

[The signing collectives in Greek: Εκδόσεις-περιοδικό Πανοπτικόν, Εκδόσεις των Ξένων, Εκδόσεις Στάσει Εκπίπτοντες, Εκδόσεις Εξάρχεια, Μαύρο Πιπέρι του Ευβοϊκού, Περιοδικό Νυχτεγερσία]

http://media.de.indymedia.org/2010/05/280821.shtml

Zitat:
Im Netz ist auch ein Video aufgetaucht, in dem wütende AnwohnerInnen den Chef der Bank bei einer Ortsbesichtigung unter massivem Polizeischutz als Mörder beschimpfen: http://www.zougla.gr/page.ashx?pid=2&aid=131644&cid=4


Hier nochmals die Hervorhebung aus dem Text:
http://vabaltona.blogsport.de/2010/01/14/der-fall-scala-1978-2/

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
09. Mai 2010, 22:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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http://www.jungewelt.de/2010/05-07/015.php

hab ich da was verpasst bei der jungen welt?

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
10. Mai 2010, 21:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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@ Savo:

Nö ich glaube die Junge Welt hat eher Sympathien zu den Stalinisten von KKE et al., welche die Ausschreitungen ja auch verurteilen und die Schuld für die Toten dem ganzen anarchistischen Milieu zuschieben.

TPTG hat einen Text zur Lage verfasst. Bisher gibt es ihn nur in englischer Sprache (Übersetzung kommt sicher schnell):

In critical and suffocating times

Zitat:
If class struggle escalates, the conditions may look more and more like the ones in a proper civil war. The question of violence has already become central. In the same way we assess the state’s management of violence, we are obliged to assess proletarian violence, too: the movement has to deal with the legitimation of rebellious violence and its content in practical terms. As for the anarchist-antiauthoritarian milieu itself and its dominant insurrectional tendency the tradition of a fetishized, macho glorification of violence has been too long and consistent to remain indifferent now. Violence as an end in itself in all its variations (including armed struggle proper) has been propagated constantly for years now and especially after the December rebellion a certain degree of nihilistic decomposition has become evident (there were some references to it in our text The Rebellious Passage), extending over the milieu itself. In the periphery of this milieu, in its margins, a growing number of very young people has become visible promoting nihilistic limitless violence (dressed up as “December’s nihilism”) and “destruction” even if this also includes variable capital (in the form of scabs, “petit-bourgeois elements”, “law-abiding citizens”). Such a degeneration coming out of the rebellion and its limits as well as out of the crisis itself is clearly evident. Certain condemnations of these behaviours and a self-critique to some extent have already started in the milieu (some anarchist groups have even called the perpetrators “parastatal thugs”) and it is quite possible that organized anarchists and anti-authoritarians (groups or squats) will try to isolate both politically and operationally such tendencies. However, the situation is more complicated and it is surpassing the theoretical and practical (self)critical abilities of this milieu. In hindsight, such tragic incidents with all their consequences might have happened in the December rebellion itself: what prevented them was not only chance (a petrol station that did not explode next to buildings set on fire on Sunday the 7th of December, the fact that the most violent riots took place at night with most buildings empty), but also the creation of a (though limited) proletarian public sphere and of communities of struggle which found their way not only through violence but also through their own content, discourse and other means of communication. It was these pre-existing communities (of students, football hooligans, immigrants, anarchists) that turned into communities of struggle by the subjects of the rebellion themselves that gave to violence a meaningful place. Will there be such communities again now that not only a proletarian minority is involved? Will there be a practical way of self-organization in the workplaces, in the neighborhoods or in the streets to determine the form and the content of the struggle and thus place violence in a liberating perspective?

Uneasy questions in pressing times but we will have to find the answers struggling.

11. Mai 2010, 14:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
@ Savo:

Nö ich glaube die Junge Welt hat eher Sympathien zu den Stalinisten von KKE et al., welche die Ausschreitungen ja auch verurteilen und die Schuld für die Toten dem ganzen anarchistischen Milieu zuschieben.



das hätte ich nicht mal denen zugetraut.

Zitat:
Uneasy questions in pressing times but we will have to find the answers struggling.


ein satz wie sex, wein und zigaretten.

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11. Mai 2010, 16:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Hä? Ich hab den Text als Solidarisierung mit den Kämpfenden verstanden... question

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11. Mai 2010, 17:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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die haben halt einfach nen titel gesetzt und den text aus griechenland reingeklatscht in der annahme, dass die leute dann schon checken, dass der text böse ist. (95 prozent des artikels sind ein zitat, auf welches sich der titel bezieht...)

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11. Mai 2010, 18:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Strube Diskussion über die KKE auf Revleft, die damit endet, dass Stalinisten die Blackblock Anarchos wahlweise an die Polizei verpfeifen oder verprügeln wollen. Übel:

http://www.revleft.com/vb/communist-party-greece-t134751/index.html
12. Mai 2010, 00:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Einige Zahlen zu den "faulen Griechen":

Zitat:
Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt 42 Stunden (EU: 40,3). Pensionsalter: 61,4 Jahre (EU: 61,1). Durchschnittliche Pension: 750 Euro (Spanien: 950). Monatslohn im privaten Sektor: 803 Euro (Niederlande: 1.400). Anteil Beamte an der Berufsbevölkerung: 22,3 Prozent (Niederlande: 27). [...] Tiefgehendere Internetrecherchen ergeben, dass in Griechenalnd fast ein Drittel (30 Prozent) aller ArbeiterInnen ohne jeglichen rechtlichen Schutz und soziale Sicherheit seinen Lebensunterhalt verdient.


Quelle
12. Mai 2010, 02:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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manager der abgefackelten bank will mit medien und polizeischutz eine ortsbesichtigung inszenieren und wird dabei von passanten bedroht und mit wurfgegenständen angegriffen.

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13. Mai 2010, 01:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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http://jungle-world.com/artikel/2010/19/40907.html
13. Mai 2010, 13:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
@ Savo:

Nö ich glaube die Junge Welt hat eher Sympathien zu den Stalinisten von KKE et al., welche die Ausschreitungen ja auch verurteilen und die Schuld für die Toten dem ganzen anarchistischen Milieu zuschieben.

TPTG hat einen Text zur Lage verfasst. Bisher gibt es ihn nur in englischer Sprache (Übersetzung kommt sicher schnell):

In critical and suffocating times


Hier die deutsche Fassung:

http://www.klassenlos.tk/data/pdf/tptg_griechenland_bericht_9mai2010.pdf
13. Mai 2010, 16:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:

Hier die deutsche Fassung:

http://www.klassenlos.tk/data/pdf/tptg_griechenland_bericht_9mai2010.pdf


stark! TPTG liefert durchdachte, präzise und wertvolle analysen.

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13. Mai 2010, 23:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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eine unvollständige textsammlung für freunde des ordentlichen forums:

+ Griechische Krankheit, deutsche Misere (KOSMOPROLET; gruppe k-21, La Banda Vaga, Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft, Eiszeit - Mai 2010) --> PDF

+ "Eine revolutionäre Situation existiert noch nicht" (Interview mit TPTG in der Jungle World - Mai 2010) --> Interview Jungle World

+ Hier steht nur noch eine Abrechnung aus: unsere Abrechnung mit dem Kapital und seinem Staat (TPTG - März 2010) --> Artikel wildcat

+ Das Ende der Lähmung – Der Aufstand in Griechenland (TPTG - April 2009) --> PDF

+ Kurzer Bericht über die jüngsten Ereignisse in Athen aus Sicht einiger proletarischer Beteiligter (TPTG - Dezember 2008) --> PDF

+ Frohe Weihnachten! (Einige von denen, die sich auf den Straßen der revoltierenden Städte gefunden haben) --> Thesen auf klassenlos.tk

von hier: http://ch.indymedia.org/de/2010/05/75773.shtml

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
14. Mai 2010, 01:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Wir sind alle Griechen
Dossier zu Griechenland auf labournet:

http://www.labournet.de/internationales/gr/schuldenkrise.html

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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
14. Mai 2010, 11:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Zitat:
[...]In begrenztem Maße wird der Staat zudem versuchen, die „Schuld“ bestimmten Politikern zuzuschieben, um die „Stimmung im Volk“ zu besänftigen, die sich durchaus zu einem „Blutdurst“ entwickeln könnte. Um die Wogen zu glätten, wird er möglicherweise ein paar eklatante Fälle von „Korruption“ aburteilen und ein paar Politiker opfern.[...]
TPTG, Anfang Mai 2010

Zitat:
Steueraffäre kostet griechische Vizeministerin das Amt
Griechenland empört sich über einen Fall von Steuerbetrug: Der singende Ehemann der stellvertretenden Tourismusministerin zahlte jahrelang keine Steuern nach. Am Montagabend musste die Politikerin gehen.
FTD, Mitte Mai 2010

Quellen:
http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenstaat-steueraffaere-kostet-griechische-vizeministerin-das-amt/50115486.html
http://ch.indymedia.org/de/2010/05/75773.shtml

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18. Mai 2010, 11:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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alle wm-gruppen kriegen nen eigenen car für die wm designt. darauf können sie ein frei gewähltes motto platzieren. die griechische mannschaft hats ziemlich gut getroffen:



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23. Mai 2010, 17:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Für die Freunde von Louk, dem Riot-Hund:

http://www.spiegel.de/video/video-1065571.html
05. Juni 2010, 14:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Wilder Streik im Hafen von Piräus

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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
23. Juni 2010, 18:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Lage in Griechenland eskaliert

Eine Bombe tötete einen Polizisten im Ministerium für Zivilschutz und auch die Refinanzierungskosten des Landes explodieren
26. Juni 2010, 14:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Taxikipali zum Bombenanschlag:

Zitat:
The constructive and mass labour mobilisations come in stark contrast to the latest act of self-proclaimed revolutionaries who last Thursday performed one of the most grotesque acts of armed violence by attacking the offices of the Minister of Public Order (Civil Protection) with a mail bomb which assassinated the chief-aid of the Minister. According to the national news agencies, the mail bomb was sent earlier during the week, putting the lives of dozens of mail workers and ordinary citizens at risk. It is the first time in Greece that such blind attack is performed, underlining the ever greater marginalisation and social alienation (if not mental derangement) of the armed groups in operation in the country.

http://libcom.org/news/new-general-strike-greece-28062010

28. Juni 2010, 17:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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gibt es ein schreiben der leute, die die bombe verschickt haben?

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28. Juni 2010, 19:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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