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Sempach 2009: Vom Wegsehen und Weghören - Jetzt ist Schluss

 
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Sempach 2009: Vom Wegsehen und Weghören - Jetzt ist Schluss
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far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

Beitrag Sempach 2009: Vom Wegsehen und Weghören - Jetzt ist Schluss Antworten mit Zitat
Zitat:
Am 27. Juni 2009 findet wieder die Schlachtfeier zu Sempach (LU) statt. Dort marschierten im letzten Jahr bereits 250 Neonazis am Umzug mit und propagierten ihre demokratie- und fremdenfeindliche Ideologie. Während sich die Luzerner Regierung und das OK der Schlachtfeier weiterhin ihrer Verantwortung entziehen, organisieren wir an diesem Tag eine Kundgebung in Sempach und fordern die Organisatoren dadurch auf, sich endlich von Rechtsextremen zu distanzieren und den Rechtsextremen keinen Platz in ihrem Umzug zu gewähren.


Seit einigen Jahren haben sich die Rechtsextremen die Schlachtfeier ausgesucht um wieder vermehrte Präsenz zu markieren. So marschierten im letzten Jahr (2008) bereits 250 Neonazis am Schluss des Umzugs mit. Die Schlachtfeier mauserte sich in den letzten Jahren zum wichtigsten Termin im Kalender neonazistischer Gruppen in der Schweiz. Mittlerweilen stellen diese bereits mehr als ein Viertel aller Teilnehmenden der Schlachtfeier dar.

So macht die Schlachtfeier eine ähnliche Entwicklung durch wie die 1.August-Feier auf dem Rütli. Jahrelang wurde auch dort das Thema Rechtsextremismus unter den Teppich gekehrt und mit dem Argument abgetan, dass solange diese sich friedlich verhalten keinen Grund zum einschreiten bestehe. Und was kam dann? 800 Rechtsextreme schrieen Bundespräsident Samuel Schmid am 1.August 2005 während seiner Rede zum Nationalfeiertag nieder. Es kam zum vorhersehbaren Eklat.

Der Kanton Luzern als Organisator der Schlachtfeier zu Sempach scheint ähnlich unfähig mit dem Thema umzugehen, wie damals die Rütli-Kommission. Anstatt neonazistische Aufmärsche von Beginn an zu verhindern, sieht man zu wie sich die rechtextremen Teilnehmer Jahr für Jahr verdoppelt. Im Jahr 2006 fielen die Rechtsextremen zum ersten Mal mit einem eigenen Block an der Schlachtfeier auf. Damals waren es noch 50-60 Personen. 2007 waren es 150 und im letzten Jahr bereits mehr als 250. Für die kommende Feier wird in enschlägigen Internet-Foren und auf der Homepage der PNOS (Partei National Orientierter Schweizer) Willisau mobilisiert. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sich die Rechtsextremen stark genug fühlenund auch in Sempach für einen Eklat sorgen.

Und was tut die Luzerner Regierung als Organisatorin der Schlachtfeier?

Sowohl Yvonne Schärli (Regierungsrätin LU) und Anton Schwingruber (Regierungsrat LU) scheinen an der zunehmenden Präsenz von Rechtsextremen kein Problem zu sehen und entziehen sich der Verantwortung. Im Jahr 2006 sagten Schwingruber gegenüber Tele Tell: „Solange sie sich anständig und ruhig verhalten, habe ich nichts dagegen. Wir haben eine Versammlungsfreiheit. Es darf sich jeder hier präsentieren, und ich habe jetzt gar nicht den Eindruck, dass sie gestört haben.“ Auch Yvonne Schärli äusserte sich im kommenden Jahr 2007 gegenüber Tele Züri: „Das sind Leute mit anderen Haltungen, anderen Meinungen. Das ist in der Schweiz so, das prägt die Schweiz, das ist die Vielfalt der Schweiz und das ist auch gut so.“

Es sind genau solche Verharmlosungen, die den Rechtsextremen den Weg ebnen und ihnen zu gesellschaftlicher Akzeptanz verhelfen. Es wird den Rechtsextremen eine Plattform geboten zur Verbreitung ihrer Ideologie und zur Rekrutierung junger potentiell Rechtsextremen, die durch ein gemeinsames Erfolgserlebnis in der Szene Anschluss finden und danach nur noch schwer wieder aussteigen können.
An der letzt jährigen Schlachtfeier zeigten die Rechtsextremen ihr wahres Gesicht: Viele Teilnehmer trugen auf ihren T-Shirts nationalsozialistische Symbole wie SS-Totenköpfe, Sig-Runen (der SS), Wolfsangel und „Heil Hitler“-Sprüche codiert als 88. Weiter trugen sie die Embleme ihrer jeweiligen Gruppen von der Kameradschaft Innerschweiz, der Helvetischen Jugend über die PNOS und Nationale Offensive bis hin zu Blood&Honour (in Deutschland als verfassungsfeindliche Gruppierung verboten). Spätestens beim T-Shirt, „Friedrich Leibacher Nationalheld – warum hast du nicht in Bern gewohnt“, sollte allen, insbesondere den PolitikerInnen aufgefallen sein, dass diese Leute kein demokratisches Gesellschaftsverständnis vertreten.

Wir finden es bedenklich, dass die Luzerner Regierung weiterhin vor demokratie- und fremdenfeindlichen Ideologien kuscht und Rechtsextreme mit Samthandschuhen anfasst. Diese gängige Praxis ist Ausdruck von Feigheit oder schweigender Zustimmung und entspricht dem Gegenteil einer couragierten Zivilgesellschaft.

Aus diesem Grund organisieren wir an der kommenden Schlachtfeier am 27. Juni 2009 eine Kundgebung gegen eben diese gängige Praxis und fordern die Luzerner Regierung und das OK der Schlachtfeier auf, sich endlich von Rechtsextremen zu distanzieren und ihnen keinen Platz bei ihrem Umzug zu gewähren.

Es ist dabei nicht Ziel unserer Kundgebung die Schlachtfeier an sich zu kritisieren. Es darf aber nicht sein, dass Rechtsextreme diese Feier vereinnahmen und die Schlachtfeier für ihre menschenverachtende und antidemokratische Ideologie missbrauchen.

http://ch.indymedia.org/de/2009/05/69269.shtml

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
22. Mai 2009, 17:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Red_Eyes



Anmeldedatum: 06.05.2009
Beiträge: 985

Beitrag Re: Sempach 2009: Vom Wegsehen und Weghören - Jetzt ist Sch Antworten mit Zitat
Zitat:
Es ist dabei nicht Ziel unserer Kundgebung die Schlachtfeier an sich zu kritisieren.


self hammer
23. Mai 2009, 11:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag Re: Sempach 2009: Vom Wegsehen und Weghören - Jetzt ist Sch Antworten mit Zitat
Red_Eyes hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Es ist dabei nicht Ziel unserer Kundgebung die Schlachtfeier an sich zu kritisieren.


:selfhammer:



tatsächlich... ich meinte grad, nicht richtig gelesen zu haben... ne schlachtfeier muss mensch wohl zwingend kritisieren. wenn wir das bis anhin nicht gemacht haben, so wohl doch eher, weils uns am arsch vorbei ging. die ganze scheisse!!

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
23. Mai 2009, 21:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Beiträge: 2944
Wohnort: q3dm17

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Aber gegen den habsburg'schen Pfaffen zu kämpfen ist doch geil!

_________________
24. Mai 2009, 09:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Cjarner
Board Messias


Anmeldedatum: 25.01.2009
Beiträge: 485
Wohnort: Nazaret

Beitrag Antworten mit Zitat
Oi!Gümper hat Folgendes geschrieben:
Aber gegen den habsburg'schen Pfaffen zu kämpfen ist doch geil!


machen wir ne gegenveranstalltung in der wir fordern, dass die österreicher wieder einfallen und die eidgenossen zurück auf ihre alp drängen!

Motto der Veranstalltung wäre dann:

Strassenschlacht in Andermatt
Die Ritter sind die Antifa

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Übrigens, das möcht ich noch loswerden, versteh ich nicht warum ums Klauen im Allgemeinen so ein riesen Bohei und Schwanzvergleich gemacht wird. Hab auch schon Leute erlebt, die Klauen für das coolste der Welt halten, dies bei jeder Gelegenheit kundtun und dann auch noch dumme Sprüche loslassen, wenn einer was bezahlt. Wozu? Klauen oder sein lassen. Das coolste der Welt ist eh Punkrock.
24. Mai 2009, 15:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
rude e
Mad Dog


Anmeldedatum: 23.01.2006
Beiträge: 251

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Ich empfehle euch, mal bei ihm eine Sprechstunde zu vereinbaren party :

http://www.hist.uzh.ch/lehre/mittelalter/sablonier.html

_________________
Es tut mir leid wenn ich euch störe, Leute, aber ich tanze immer den letzten Tanz der Saison. In diesem Jahr hat es mir einer verboten. Aber ich lasse mir nichts verbieten. Ich werde tanzen, und zwar mit einer wundervollen Partnerin.

Erst wenn der letzte Lappen gelöhnt, die letzte Mark verjubelt und der letzte Groschen gefallen ist, werdet Ihr merken, dass man mit Bäumen nicht bezahlen kann.
25. Mai 2009, 09:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Red_Eyes



Anmeldedatum: 06.05.2009
Beiträge: 985

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Heuer wird auf die Schlachtfeier verzichtet

2011 jährt sich die Schlacht bei Sempach zum 625. Mal. Dies nimmt der Regierungsrat zum Anlass, das Konzept grundlegend zu überprüfen – und legt für 2010 eine Denkpause ein.

Staatsschreiber Markus Hodel wurde beauftragt, für die Durchführung 2011 entsprechende Vorschläge zu unterbreiten, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Zu diesem Zweck wird eine Projektgruppe eingesetzt. In diesem Jahr (2010) wird der Regierungsrat in einem schlichten (ökumenischen) Gedenkgottesdienst – den Ursprüngen der Schlachtjahrzeit entsprechend – der Gefallenen von 1386 gedenken.

300'000 Franken Sicherheitskosten
Die Sempacher Schlachtjahrzeit sei in den vergangenen Jahren zunehmend von extremen politischen Gruppierungen für ihre eigenen politischen Zwecke missbraucht worden, wie es weiter heisst. Dies habe dazu geführt, dass in der öffentlichen und medialen Wahrnehmung nicht mehr das Gedenken an das Ereignis von 1386 und die Folgen für unseren Kanton im Vordergrund standen, sondern die Frage, welche Konfrontation zwischen politischen Gruppierungen das Sempacher Schlachtjahrzeit prägen werde. Der Sicherheitsaufwand war sehr hoch und hat 2009 Kosten von rund 300'000 Franken verursacht. Die Sempacher Schlachtjahrzeit dürfe in Zukunft keine kostspielige Plattform für politisch extreme Gruppierungen mehr sein, hält der Regierungsrat fest.

Zusicherungen gefordert
Die SP Kanton Luzern nimmt den Entscheid der Regierung mit Erleichtung zur Kenntnis, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Den Verzicht auf die herkömmliche Feier wertet die Partei als Erfolg der Juso. Auch David Roth von der Juso zeigt sich «froh» über diese Entwicklung. «Mit diesem Entscheid ist die Möglichkeit gegeben, jegliche Naziaufmärsche in Sempach und beim Schlachtdenkmal zu unterbinden.» In dieser Hinsicht würde seine Partei vom Regierungsrat noch entsprechende Zusicherungen erwarten.


http://www.zisch.ch/navigation/top_main_nav/nachrichten/zentralschweiz/luzern/detail.htm?client_request_className=NewsItem&client_request_contentOID=330425

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Und wenn die Welt untergeht, werd ich sagen: «Ich war es nicht. Es war der Typ hinter mir.»
---
«Das Leben ist ohne den Tod nicht auszuhalten, die Welt ohne Weltuntergang ein Alptraum.»
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Scheiss auf Facebook! Ich hab ne Staatsschutzakte…
26. Januar 2010, 13:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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