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PIIGS - die "Schweinestaaten"

 
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PIIGS - die "Schweinestaaten"
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Melnitz



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Beitrag PIIGS - die "Schweinestaaten" Antworten mit Zitat
Das ist der Thread für die schweinischen Staaten Portugal, Irland, Island und Spanien (Griechenland hat ja schon einen eigenen Thread). Sie alle stehen irgendwie immer bereits mit einem Fuss im Staatsbankrott.

Portugal steckt wie Griechenland tief in der Kreide:

Krise in Portugal

Die Arbeitslosenzahlen in Spanien sind sehr hoch:

Arbeitslosigkeit in Spanien erreicht furchterregende Höhen

Die Iren haben ihre Reformen schon fast durch:

Iren sollen länger arbeiten

Und die Isländer haben es abgelehnt, für eine Bank in die Bresche zu springen:

Isländer wehren sich
08. März 2010, 01:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
Und0rdog


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In Island zeigt sich so schön zu was die Demokratie da ist: Zur Legitimierung vorgefasster Entschlüsse. Die Ablehnung hätte eindeutiger nicht sein können, trotzdem betonen die Politiker bereits jetzt, dass sie schon einen Weg finden werden.

Das gleiche hatten wir schonmal als Irland über den Lissabonner Vertrag abgestimmt hat.

Nun ist das an sich natürlich nichts neues, aber das man sich kaum noch die Mühe gibt das zu verschleiern halte ich doch für bemerkenswert. Ich mein zynischer kann man sich als "guter Demokrat" ja kaum verhalten.

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Oh, you hate your job?
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- George Carlin
08. März 2010, 15:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Zwar keine Schweinestaat, aber trotzdem interessant, falls das alles in etwa so stimmt:

http://de.indymedia.org/2010/03/275166.shtml
08. März 2010, 17:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Neueste Idee aus Deutschland: Einen Europäischen Währungsfond (EWF) zu schaffen, der ähnlich wie der IWF funktionieren soll. Der Artikel von German Foreign Policy (komplett, da man dort die Artikel nach einem Weilchen auch nur noch gegen Bezahlung lesen kann):

Zitat:
Germanische Strenge

09.03.2010
BERLIN/PARIS/ATHEN

(Eigener Bericht) - Mit einem Europäischen Währungsfonds (EWF) will die Bundesregierung die Länder der Euro-Zone rigoros auf staatliche Sparprogramme verpflichten. Dies geht aus Planungselementen hervor, die das Bundesfinanzministerium in den letzten Tagen an die Öffentlichkeit lanciert hat. Demnach sollen vom Bankrott bedrohte Staaten zwar Finanzhilfen beim EWF beantragen dürfen; dafür verlieren sie eine Zeitlang de facto ihre Haushaltssouveränität. Länder, deren Regierungen die Finanzregularien der EU nicht einhalten, werden mit empfindlichen Strafen bedroht. Auch der Ausschluss vom Euro wird möglich. Mit ihren Vorschlägen für den EWF reagiert die Bundesregierung auf zunehmenden Druck vor allem aus Westeuropa, sich endlich für eine weiterreichende europäische Finanz- und Wirtschaftspolitik zu öffnen, um der Krise begegnen zu können. Die Vorschläge Berlins laufen den Vorstellungen etwa Frankreichs zuwider und werden in der französischen Presse als "durch und durch germanisch" bezeichnet. Sie sind geeignet, die in Deutschland praktizierte Politik niedriger Löhne und harter Sparmaßnahmen im sozialen Bereich europaweit zu forcieren.

Nicht unter US-Einfluss

Mit konkreten Plänen zum Aufbau eines Europäischen Währungsfonds (EWF) nach dem Vorbild des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist das Bundesfinanzministerium am letzten Wochenende an die Öffentlichkeit getreten. Auslöser ist die Krise in Griechenland. Berlin ist sich nicht einig, ob - falls die Athener Milliardenkürzungen zur Bewältigung der Krise nicht ausreichen - die griechische Regierung mit Finanzhilfen unterstützt oder aber ein Staatsbankrott in Kauf genommen werden soll.[1] Finanzhilfen bietet derzeit der IWF an. Berlin sträubt sich mit Macht dagegen, dass Athen IWF-Kredite nimmt, weil damit die Finanzinstitution aus Washington, in der die Vereinigten Staaten eine starke Stellung halten, erstmals in der Euro-Zone unmittelbaren Einfluss erhielte. Das deutsche Finanzministerium entwickelt daher ein Konzept für den Aufbau eines EWF.

Europäische Wirtschaftspolitik

Mit dem EWF-Konzept reagiert Berlin zugleich auf Vorschläge aus Frankreich und Belgien, die, um künftige Krisen à la Griechenland zu vermeiden, eine bessere Abstimmung der Wirtschafts- und der Finanzpolitik in der Euro-Zone vorsehen. Paris befürwortet eine gemeinsame Wirtschaftspolitik der EU ohnehin und hat zuletzt Anfang Januar eine Forderung des spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero gestützt, die auf die Verabschiedung einer EU-Wirtschaftsstrategie zielte. Deutschland hat die Forderung zum wiederholten Male abgewiesen. Letzte Woche hat der belgische Premierminister Yves Leterme sich dafür ausgesprochen, "ein gemeinsames Finanzministerium oder eine Europäische Schuldenagentur für die Euro-Zone zu gründen".[2] Zugleich wird in Brüssel und Paris seit geraumer Zeit über den Aufbau eines Europäischen Währungsfonds (EWF) diskutiert. Vor vier Wochen - in Deutschland war zu diesem Zeitpunkt allenfalls in Fachkreisen von dieser Debatte zu hören - veröffentlichte die französische Tageszeitung Le Monde dazu ein flammendes Plädoyer: "Schaffen wir einen Europäischen Währungsfonds!"[3]

Spekulanten

Inzwischen nimmt nicht nur der europäische Druck auf Berlin zu, entweder einer IWF-Finanzierung Griechenlands oder dem Aufbau eines EWF zuzustimmen. Währungsspekulationen gegen den Euro und gegen Griechenland, die vor allem bei US-amerikanischen Hedgefonds verortet werden, rufen in Deutschland Sorgen hervor, es könne tatsächlich in naher oder ferner Zukunft zu ernsthaften Schwierigkeiten für den Euro kommen.[4] Berlin denkt daher über Wege nach, einen strukturellen Zugang zu Finanzhilfen für krisengeschüttelte Staaten zu schaffen, um Spekulationen den Boden zu entziehen. Als Möglichkeit gilt der EWF. Hatte ein Sprecher des Finanzministeriums Mitte Februar noch erklärt, der EWF sei "kein geeignetes Mittel" zur Krisenbewältigung [5], so tritt Finanzminister Schäuble jetzt mit einem eigenen Vorschlag hervor.

Finanzdiktatur

Demnach soll ein künftig aufzubauender EWF grundsätzlich Finanzhilfen vergeben dürfen; diese wären jedoch an harte Auflagen gebunden. So würde de facto die Souveränität des hilfsbedürftigen Staates in Haushaltsfragen für eine Zeitlang weitgehend außer Kraft gesetzt. Finanzhilfen sollen nur gewährt werden dürfen, wenn kein einziger Staat aus der Euro-Gruppe Einwände hat; Deutschland besäße damit faktisch ein Vetorecht. Die Euro-Länder müssten sich außerdem verpflichten, niemals Geld vom IWF anzunehmen. Eine Garantie für Finanzhilfen gäbe es nicht, selbst ein Staatsbankrott wäre also auch künftig durchaus denkbar. Zudem soll ein Ausschluss aus der Euro-Zone möglich sein. Schließlich müsse, wer die Regeln des Stabilitätspakts breche, deutlich härter bestraft werden als bisher, heißt es in Berlin. So sollen unter Umständen die Stimmrechte eines Landes, das gegen Währungsregeln verstoßen hat, ausgesetzt werden - für mindestens ein Jahr. Das betroffene Land würde damit de facto einer auswärtigen Finanzdiktatur unterworfen.[6]

Schwer zu schlucken

Der Vorschlag Berlins für einen künftigen EWF verhärtet damit die Vorschriften des Stabilitäts- und Wachstumspaktes, die eine strenge Beschränkung der staatlichen Ausgaben vorsehen. Dies läuft den Plänen vor allem Frankreichs für eine offenere Gestaltung der EU-Wirtschaftspolitik zuwider. Die britische Presse urteilt daher, die EWF-Vorschläge des Berliner Finanzministeriums dürften "für Frankreich sehr schwer zu schlucken sein".[7] In der französischen Presse heißt es, Berlin sei ganz offenbar der Ansicht, "ein EWF werde es ihm endlich erlauben, seinen laxeren Partnern eine durch und durch germanische Haushaltsstrenge aufzuerlegen".[8]

Balkanisierung

Eine Aufweichung seiner Vorschläge durch Paris will das Finanzministerium unbedingt verhindern - und kann sich dabei auf beträchtliche Teile der Regierungskoalition verlassen, die offiziell erklären, selbst das Konzept von Finanzminister Schäuble rundweg abzulehnen. So meint der Finanzexperte Frank Schäffler (FDP), der vor wenigen Tagen noch verlangt hatte, Griechenland müsse zur Tilgung seiner Schulden auch Firmenbeteiligungen und Inseln verkaufen [9], der Vorschlag zur Gründung des EWF sei "der falsche Weg". Er leiste einer "Balkanisierung" des Euro Vorschub.[10] Ähnliche Positionen gebe es, schreibt die Presse, auch in den Unionsparteien. Solche Äußerungen dienen nicht zuletzt dazu, den Verhandlungsspielraum der Bundesregierung in der deutsch-europäischen Öffentlichkeit als gering erscheinen zu lassen und die rigorosen Vorschläge möglichst ohne größere Aufweichung durchzusetzen. Für die künftige Lohn- und Sozialpolitik in der EU lässt dies weitere Kürzungen und Einschnitte erwarten - ganz wie die Orientierung des EWF am IWF, dessen Politik weltweit oft genug Proteste und soziale Unruhen hervorgerufen hat.

[1] s. dazu Das Ende der Souveränität (III)
[2] Yves Leterme: Gemeinsame Schulden für Europa; Financial Times Deutschland 07.03.2010
[3] Stéphane Cossé: Créons un Fonds monétaire européen! Le Monde 11.02.2010
[4] Große Hedge-Fonds werden mächtiger; www.faz.net 08.03.2010
[5] EU-Druck auf Athen wächst - Strikteres Sparen gefordert; Reuters 15.02.2010
[6] Schäubles Eurofonds-Pläne liegen schon in der Schublade; Financial Times Deutschland 07.03.2010
[7] Eurozone eyes IMF-style fund; Financial Times 07.03.2010
[8] L'Allemagne veut un FMI européen; Le Figaro 08.03.2010
[9] s. dazu Inseln verkaufen
[10] Schäuble will Europäischen Währungsfonds; www.welt.de 08.03.2010

10. März 2010, 09:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Mir wird immer bewusster, wie Deutschland mit seiner Billiglohnpolitik (Hartz IV et al.) den Rest von Europa konkurrenziert...

Zitat:
12.03.2010 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Spanische Krankheit

Wirtschaftlicher Absturz auf der Iberischen Halbinsel als Folge eines irrationalen Baubooms auf Pump und der Dominanz Deutschlands im Euroraum

Von Tomasz Konicz

Die Krise hat Spanien weiterhin fest im Würgegriff. So stieg auch im Februar die offizielle Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um zwei Prozent an. Amtlich sind damit 4,13 Millionen Menschen ohne Job, laut Berechnungen der OECD nahezu 20 Prozent aller Erwerbsfähigen. Innerhalb eines Jahres hatten per Saldo 700000 Menschen keinen Arbeitsplatz mehr. Zwar hat sich der Anstieg verlangsamt, eine Trendumkehr ist zumindest in diesem Jahr nicht in Sicht. Frühestens 2011 könnten in der spanischen Volkswirtschaft im nennenswerten Umfang »neue Arbeitsplätze entstehen«, argumentierten Analysten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Bis dahin soll das Heer der Erwerbslosen weiter anschwellen.

Jugend ohne Arbeit

Besonders hart sind Jugendliche und junge Erwachsene von der Krise betroffen. Bei den Spaniern unter 25 Jahren ist die Arbeitslosenquote nahezu doppelt so hoch wie die allgemeine. Die Konsequenzen sind buchstäblich mörderisch: Laut dem Statistischen Amt in Madrid gab es im vergangenen Jahr mit 3421 Fällen mehr Selbstmorde als Verkehrstote (3021 Fälle), so daß der Suizid inzwischen als »häufigste nichtnatürliche Todesursache« im Lande erfaßt wurde.

Betroffen vom Jobkahlschlag waren insbesondere die Baubranche und der Einzelhandel. Beide Wirtschaftsbereiche bekamen die Folgen der geplatzten Spekulationsblase auf dem Immobilienmarkt am stärksten zu spüren. Von den mehr als zwei Millionen Arbeitsplätzen, die seit Krisenausbruch vernichtet wurden, waren 900000 aus dem Bausektor. Jahrelang hatte der Immobilienmarkt belebend auf die Wirtschaft der Iberischen Halbinsel gewirkt, die bis 2007 sogar Hunderttausenden Arbeitsimmigranten aus Rumänien oder Bulgarien Beschäftigungsmöglichkeiten bot. Dank dieses auf Pump finanzierten Baubooms konnte südlich der Pyrenäen in der vergangenen Dekade ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent pro Jahr verzeichnet werden, während es in der gesamten Euro-Zone nur 1,5 Prozent waren. Auf dem Höhepunkt des kreditbefeuerten Aufschwungs wurden in Spanien pro 1000 Einwohner 14 Wohnungen gebaut, verglichen mit nur sieben in den USA und drei in Großbritannien.

Mit dem Platzen dieser auf Pump finanzierten Defizitkonjunktur stürzt die einstige Vorzeigewirtschaft – ähnlich wie Großbritannien und die USA –in eine besonders tiefe Krise. Die Preise für Wohnimmobilien sind seit dem Dezember 2007 bereits um rund 15 Prozent eingebrochen, wobei der Verfall noch lange nicht abgeschlossen ist. Der Generaldirektor des Madrider Wirtschaftsforschungsinstituts IEE, Juan E. Iranzo, geht davon aus, daß die zuvor aufgeblähten Bewertungen für Wohnungen noch um gut 30 Prozent nachgeben werden, um »das derzeitige Überangebot absorbieren zu können«. An die 700000 Wohnungen stehen derzeit laut IEE in Spanien leer. Das Beratungsunternehmen Aguirre Newman geht sogar von 1,5 Millionen aus, während die Jahresnachfrage 300000 Einheiten beträgt.

Geradezu absurd muten da die Konjunkturmaßnahmen an, zu denen sich die spanische Regierung noch imstande sieht: Madrid hat ausgerechnet die Mehrwertsteuer auf »Renovierungsarbeiten« gesenkt. Ansonsten mußte sich das Kabinett des sozialdemokratischen Premiers José Luis Rodríguez Zapatero bereits zu einem rabiaten »Sparprogramm« mitten in der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte verpflichten, um die Finanzierung des ausufernden spanischen Haushaltsdefizits gewährleistet zu können. Da die Defizitkonjunktur durch private und gewerbliche Kreditaufnahme aufrechterhalten wurde, konnte der Staat 2008 seine Verschuldung auf bescheidene 39 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) senken. Seitdem explodiert Madrids Kreditaufnahme regelrecht, die im vergangenen Jahr 11,4 Prozent des BIP erreichte. 2010 soll sich die Staatsverschuldung Spaniens bereits auf nahezu 66 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung belaufen. Eine Analyse der Commerzbank zufolge wird die Schuldenquote Ende 2011 etwa 80 Prozent betragen. Trotzdem konnte der Aderlaß am spanischen Arbeitsmarkt nicht aufgehalten werden.

Korrekturversuche

Nun wird auch hier, wie in Griechenland und anderswo, an Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen gearbeitet, um die Verschuldungdynamik zu brechen. Ende Februar mobilisierten die Gewerkschaften des Landes gegen die Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre. Zudem ist eine Erhöhung der Steuerlast um insgesamt fünf Prozent im Gespräch, die zu jährlichen Mehreinnahmen von 15 Milliarden Euro führen soll. Einen Großteil dieser zusätzlichen Einnahmen soll – so unsozial wie möglich –durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer realisiert werden. Bis 2013 will man die Staatsverschuldung auf drei Prozent des BIP senken.

Weder eine Fortsetzung der staatlichen Verschuldung noch die rabiate Haushaltssanierung werden aber die strukturellen Ursachen des spanischen Defizits ausräumen – die in der ökonomischen Dominanz der BRD in Europa begründet ist. Wegen eines sinkenden Lohnniveaus und beständig steigender Produktivität konnte die deutsche Exportindustrie allein 2007, also kurz vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise, im Spanien-Geschäft ein Außenhandelsüberschuß von 22,4 Milliarden Euro erwirtschaften. Die deutschen Exporterfolge sind im Prinzip die Defizite der Spanier – aufgrund des Euro ist Madrid auch nicht mehr in der Lage, seine eigene Währung abzuwerten, um so die Konkurrenzfähigkeit ansatzweise aufrechtzuerhalten. Sogar die Financial Times (FT) warnte am 9. März, daß es die strukturellen Überschüsse Deutschlands in der Zahlungs- und Handelsbilanz sind, die es »eigentlich dessen Nachbarn unmöglich machen, ihre Finanzdefizite zu eliminieren, solange sie nicht bereit sind, mit langen Wirtschaftskrisen zu leben«. Genau diese Politik einer Dauerrezession versucht Berlin, den als »Defizitsündern« gebrandmarkten Opfern der eigenen Exportoffensive aufzunötigen.

http://www.jungewelt.de/2010/03-12/007.php

12. März 2010, 20:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Spaniens langer Weg aus der Krise
30. März 2010, 11:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Wann brennen in London die Barrikaden? Fragt sich Che-Blogger (und ich mich ebenfalls):

Zitat:
Wir erinnern uns aus der Ära Thatcher: Der Staat kürzte soziale Leistungen und privatisierte Staatsbetriebe, begründet mit dem Abbau von Staatsverschuldung, die dadurch aber nicht weniger wurde, und die Klasse wehrte sich mit Streiks und riots. Der lange lange Streik der Minenarbeiter brachte diese z.T. bis an den Rand ihrer physischen Existenz, und Thatcher schien gegen Scargill einen Privatkrieg zu führen. Kommen diese Bilder demnächst wieder? Tatsache ist, dass England noch Pleiter ist als Griechenland, niemand weiß, wie die Schulden zu tilgen sind und ob der Staatsbankrott noch abzuwenden ist.


Zur Lage in England der Spiegel:

Gebet auf dem Sterbebett
01. April 2010, 11:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Spanien weiterhin in Troubles:

Zitat:
08.04.2010 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Adiós, Wirtschaftskraft

Fast 20 Prozent Arbeitslosigkeit, maroder Immobiliensektor, ausuferndes Staatsdefizit: Spanien kommt nicht aus der Krise, sondern rutscht weiter hinein

Von Ingo Niebel

Die gesamte EU ist neidisch auf Spaniens Wirtschaftskraft«, schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) am 20. November 2005. Fünf Jahre später ist der Neid verflogen. Jetzt dominiert die Sorge, ob Spaniens Probleme noch größer sein könnten als die Griechenlands.

Die aktuellen Eckdaten sprechen eine klare Sprache: Mit 19 Prozent Arbeitslosigkeit (offiziell) liegt Spa­nien direkt hinter Lettland (21 Prozent) auf dem vorletzten Platz – bei einem Durchschnitt in der EU von zehn Prozent. Tendenz steigend. Besonders betroffen sind in Spanien die unter 25jährigen, von denen fast die Hälfte (41 Prozent) arbeitslos ist.

Die Wirtschaftsleistung sank zwischen 2008 und 2009 um 3,6 Prozent. Für 2010 soll sie um weitere 0,8 Prozent zurückgehen, sagt die Zentralbank. Die sozialdemokratische Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero (PSOE) rechnet hingegen mit einem Minus von 0,4 Prozent und sieht für 2011 ein Plus von 1,8 Prozent. Diesen Optimismus teilt die Banco de España nicht: Sie sieht die Wirtschaft nur um 0,8 Punkte wachsen.

Rekordschulden

Die Rezession ließ auch das Staatsdefizit nach oben schnellen: Allein 2009 belief sich die Neuverschuldung auf rund 110 Milliarden Euro, 11,2 Prozent des spanischen Bruttoinlandsproduktes (BIP). Das sind Zahlen fern der Dreiprozentgrenze des EU-Stabilitätspaktes. Die Zentralbank meint, die Nettokreditaufnahme könnte 2010 auf 10,2 Prozent des BIP sinken, die Regierung spricht von 9,8 Prozent. Ein drastischer Sparkurs im öffentlichen Haushalt soll jetzt helfen, um 2013 den EU-Stabilitätskriterien zu entsprechen.

So will Zapatero auch verhindern, daß die Ratingagenturen die spanische Kreditwürdigkeit weiter herabsetzen. Eine entsprechende Warnung stieß Ende Februar Standard & Poor’s aus. Solche Nachrichten verunsichern Investoren, die ihre Gelder abziehen könnten, und ziehen Spekulanten an, die wie im Fall Griechenland auf eine Staatspleite wetten würden.

Aber die Krise bleibt »Made in Spain« und vielfältig. Neben der Immobilienspekulation der 90er Jahre hat das Mißmanagement führender Unternehmer mit zur Misere beigetragen. Das zeigt niemand geringeres als der Vorsitzende des spanischen Unternehmerbundes (CEOE), Gerardo Díaz Ferrán. Im Dezember 2009 machte seine Billigfluglinie Air Comet pleite. Über Nacht erlebten Hunderte lateinamerikanische Arbeiter, die zu Weihnachten in ihre Heimat fliegen wollten, wie sich die schwer ersparten Tickets in wertloses Papier verwandelten. »Ich hätte bei Air Comet nicht gebucht«, kommentierte Díaz Ferrán die Pleite. Seine Angestellten warten seit acht Monaten auf ihre Gehälter. Ein Dutzend Flugbegleiterinnen ließ sich dazu hinreißen, nackt für einen Kalender zu posieren, um wenigstens so an Geld zu kommen. Die krisengeschüttelte deutsche HSH Nordbank hatte es da besser: Ihre Vertreter mußten nicht die Hüllen fallen lassen, sondern ihnen genügte der Gang vor ein britisches Gericht, um neun Maschinen der spanischen Linie pfänden zu lassen.

Wer meint, daß Díaz Ferrán in Schimpf und Schande seinen Vorsitz beim Unternehmerbund abgegeben hätte, wird enttäuscht. Im Gegenteil: Seine Kollegen unterstützen ihn, selbst nachdem die spanische Regierung Mitte März die Auflösung der Versicherungsfirma Seguros Mercurio, die wie Air Comet zu seinem Konzern Grupo Marsans gehört, wegen fehlender Liquidität verfügte. Díaz Ferrán handelt jetzt mit der Regierung und den Gewerkschaften einen nationalen Sozialplan aus, der bis Mitte April stehen soll. Ein Ende der Krise sieht er nicht, denn »solange die Baubranche ihren Tiefpunkt nicht erreicht hat, wird es keine neuen Arbeitsplätze geben«. Wie diese angekurbelt werden soll, nachdem der Bauboom den Markt übersättigt und die Spekulation die Preise in astronomische Höhen getrieben hat, verschweigt Díaz Ferrán. Die Krise hilft seinesgleichen, um im verarbeitenden Gewerbe mit regulierten Massenentlassungen die Personaldecke auszudünnen.

Banken in der Klemme

Auch der Bankensektor trägt zur steigenden Arbeitslosigkeit bei, weil regionale Sparkassen fusionieren wollen. In Galicien will sich die Caixanova mit der Caixa Galicia zusammenschließen und beansprucht 70 Prozent der Leitungsfunktionen. In Andalusien sucht die Caja de Extremadura nach Partnern. Und die asturische Cajastur verhandelt mit der kastilischen Caja Castilla de La Mancha (CCM). Letztere ist die bisher einzige regionale Sparkasse, deren Kontrolle Madrid 2009 aufgrund der Bankenkrise übernehmen mußte.

Diese Fusionen sind Folgen des Immobilienbooms, der nur dank der freizügigen Hypothekenvergabe entstehen konnte. Während der Krise ist aber der flexible Hypothekenzins Euribor kontinuierlich gesunken: Mitte 2008 betrug er 5,3 Prozent und fiel im März 2010 auf sein historisches Tief von 1,2 Prozent. Für die Schuldner bedeutet das eine Erleichterung von 600 Euro jährlich, für die Banken einen Verlust, den sie mit Fusionen und Entlassungen ausgleichen.

Zapateros Sparkurs wird nicht ohne weitere Privatisierungen auskommen. Davon profitieren auch die Privatiers, die z. B. schon jetzt 30 Prozent des Gesundheitswesens kontrollieren. Sie konnten trotz Krise einen leichten Zuwachs verzeichnen, weil sie ihren Personalbestand von 409000 Angestellten (2007) auf 339500 (2009) reduzierten.

http://www.jungewelt.de/2010/04-08/030.php

07. April 2010, 22:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In der WOZ:

Je grösser die Angst, desto fetter der Gewinn: Die Angst vor dem Staatsbankrott ist ein Gespenst – mit dem sich gut neoliberale Reformen durchdrücken lassen
07. April 2010, 22:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Eine Frage umtreibt mich schon. Krädtke argumentiert in seinem Artikel, die Möglichkeit eines Staatsbankrotts sei sehr unwahrscheinlich und es handle sich hierbei um ein ideologisches Manöver um Sparmassnahmen und Arbeitsmarktreformen durchzusetzen. Was haltet ihr davon? Haben wir hier also keinen Sachzwang in der Gefahr eines Staatsbankrotts? Keine Blase, die platzen könnte?
08. April 2010, 13:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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http://nestormachno.blogsport.de/2010/03/17/die-zkunft-des-euro/

Zitat:
"Gesetzt der Fall, Griechenland würde aus der Euro-Zone ausscheiden und die Drachme wieder einführen: Was würde aus seinen ganzen im Laufe der letzten 9 Jahre eingegangenen Zahlungsverpflichtungen, die allesamt auf Euro lauten? Die Staatsanleihen, und offene Rechnungen privater sowie staatlicher Stellen mit ausländischen Unternehmen und Institutionen? Wie würden die Banken mit ihren im Ausland – in Eurozone- und nicht Eurozone-Staaten – eingegangenen Verbindlichkeiten umgehen? Wie würde die die Drachme konvertibel gemacht? Wie eine Bindung zu Weltgeld herstellen, wenn die Spekulantenwelt – man kennt diese Leute ja zur Genüge! – ihr den gleichen Stellenwert zugestehen würden wie außereuropäischen Exoten, sagen wir z.B. dem argentinischen Peso?"


Das gleiche gilt für den Staatsbankrott, von dem wird behauptet, dass er den Euro zu Fall bringen würde, sicher jedenfalls einen Haufen Geschäfte vermiesen, da die Kredite ausländischer, vor Allem europäischer, Banken in Höhe von hunderten Milliarden Euro nicht mehr bedient werden könnten. Unwahrscheinlich also in dem Sinne, dass ziemlich niemand ein Interesse daran hat, dass Griechenland pleite geht und nicht mehr als die Quelle interstaatlicher Bereicherung zur Verfügung steht, als die es jetzt so geschätzt wird. Möglich ist es aber durchaus, hängt halt vom willen der Regierungen ab. Momentan kämpft Griechenland um die Rendite ihrer Staatsanleihen ( http://www.handelsblatt.com/finanzen/marktberichte/maerkte-im-sturzflug-griechenland-rueckt-immer-naeher-an-den-abgrund;2558213 ) und deklariert sich selbst zum Entwicklungsland um weiter wenigstens ein Bisschen kreditwürdig zu sein ( http://nestormachno.blogsport.de/2010/04/06/griechenland-deklariert-sich-zum-schwellenland/ ).

EZB trifft Massnahmen: http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:zentralbank-kredite-wie-die-lex-griechenland-der-ezb-aussieht/50098201.html

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08. April 2010, 13:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Beitrag Antworten mit Zitat
http://www.handelsblatt.com/finanzen/anleihen/hoeheres-defizit-griechische-anleihen-fallen-ins-bodenlose;2566310

Wal Buchenberg: http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=3896


auauau: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Griechenlands-Zinskosten-explodieren/story/10550059

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Zuletzt bearbeitet von Käptn Kiff am 27. April 2010, 10:04, insgesamt einmal bearbeitet
22. April 2010, 12:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Die ArbeiterInnen in Portugal wehren sich jetzt ebenfalls gegen die drohenden Sparmassnahmen:

Zitat:
27.04.2010 / Ausland / Seite 1

Lokführer wehren sich gegen »Sparprogramm«

Mit einem fünfstündigen Streik hat die portugiesische Lokführergewerkschaft Sindicato dos Maquinistas (SMAC) am Montag den morgendlichen Berufsverkehr im Land weitgehend lahmgelegt. Nach Angaben der Gewerkschaft fuhren nur 20 Prozent der regionalen Züge planmäßig. Internationale Verbindungen waren von der Aktion nicht betroffen. Für den heutigen Dienstag und für Donnerstag sind weitere Streiks geplant. Daran werden sich auch Busfahrer und Beschäftigte der staatlichen Post beteiligen. Für den 7.Mai ist ein nationaler Protesttag der Gewerkschaften angekündigt.

Die Sprecherin der portugiesischen Staatsbahn CP, Ana Portela, warf der Gewerkschaft vor, eine Einigung bei den laufenden Tarifverhandlungen durch zu hohe Lohnforderungen verhindert zu haben. CP hatte die Verhandlungen einseitig abgebrochen. SMAC fordert die Wiederaufnahme der Gespräche und eine Lohnerhöhung, die sich an der gestiegenen Produktivität der Bahngesellschaft orientiert.

Der Arbeitskampf richtet sich auch gegen das »Sparpaket« der portugiesischen Regierung. Diese hatte vor einigen Wochen das Einfrieren der Gehälter im öffentlichen Dienst beschlossen. Der Schritt ist Teil eines Maßnahmenpakets zur Verringerung des Haushaltsdefizits von 9,3 auf 8,3 Prozent im laufenden Jahr. Das Ende März verabschiedete Sanierungsprogramm für die Zeit bis 2013 sieht vor, die jährliche Neuverschuldung wieder unter die für die Euro-Zone zugelassene Marke von drei Prozent zu drücken. Die öffentlichen Schulden Portugals würden nach einer Prognose der EU-Kommission ohne drastische »Sparmaßnahmen« in den kommenden vier Jahren von derzeit 77,2 auf knapp 90 Prozent den Bruttoinlandsproduktes anwachsen. EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte das Sanierungsprogramm zwar vor einigen Tagen in Brüssel als »ehrgeizig« gelobt. Allerdings könnten besonders im laufenden Jahr »zahlreiche zusätzliche Maßnahmen notwendig werden«.

http://www.jungewelt.de/2010/04-27/061.php

27. April 2010, 07:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Beitrag Bankrun in GR? Antworten mit Zitat
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=160682

Wenn man den Einheimischen glauben schenkt, dann ist in GR heute Geld abheben angesagt.

Zitat:
derzeit läuft in Griechenland der absolute und ultimative Bankrun. Jeder, aber auch wirklich jeder rennt und holt den letzten Euro. Heute vor der Bank vier Polizisten (wie vor jeder Filiale). Derzeit noch keine Schlangen, aber völlig verzweifelte Bankmitarbeiter.


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30. April 2010, 11:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Beitrag Re: Bankrun in GR? Antworten mit Zitat
dinimuetr hat Folgendes geschrieben:
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=160682

Wenn man den Einheimischen glauben schenkt, dann ist in GR heute Geld abheben angesagt.

Zitat:
derzeit läuft in Griechenland der absolute und ultimative Bankrun. Jeder, aber auch wirklich jeder rennt und holt den letzten Euro. Heute vor der Bank vier Polizisten (wie vor jeder Filiale). Derzeit noch keine Schlangen, aber völlig verzweifelte Bankmitarbeiter.


So war das vor 10 Jahren auch in Argentinien. Danach wurden 5 (!) Regierungen gestürzt...
30. April 2010, 17:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Re: Bankrun in GR? Antworten mit Zitat
O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
So war das vor 10 Jahren auch in Argentinien. Danach wurden 5 (!) Regierungen gestürzt...


Und heute haben wir es nicht mit einem, sondern gleich mit mehrer Staaten zu tun, die früher oder später in diese Situation kommen könnten...
30. April 2010, 20:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Euro auf Talfahrt, Portugal droht weitere Abstufung

Die Märkte reagieren empfindlich auf die neusten Entwicklungen. Der Euro-Kurs bricht nach gewaltsamen Protesten in Athen weiter ein. Auch die Börsen verzeichnen einen weiteren negativen Tag.
05. Mai 2010, 16:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Den Arbeiterinnen und Arbeitern in Spanien und Portugal gehts auch an den Kragen:

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Kniefälle am Tejo

Verschärftes Sparprogramm: Steuererhöhungen, soziale Einschnitte und Privatisierungen sollen Portugals Budgetdefizit kleinkriegen. Infrastrukturprojekte auf Eis gelegt

Von Peter Steiniger

Haushaltssünder Portugal erhält keine Absolution. Daran ändern auch die segnenden Worte Papst Benedikts XVI. für »alle Bewohner dieser edlen und geliebten Nation« während seines bis Freitag währenden viertägigen Besuchs dort nichts. Das auf dem Brüsseler Gipfel der Finanzminister in der Nacht zum 10. Mai beschlossene 750 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für die angeschlagene Gemeinschaftswährung läutet eine politische Zäsur für die Leichtgewichte der Eurozone ein.

Die unter dem Druck der Finanzmärkte stehenden Länder wie Portugal erhalten die Hilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) gegen die Abtretung von wirtschaftspolitischer Selbstbestimmung. Zynisch könnte man das auch als einen Sprung nach vorn in der europäischen Integration sehen. Die älteste Nation Europas trifft es ausgerechnet zu den 100-Jahr-Feiern der Ausrufung der Republik.
Weniger Minus
Nach der Herabstufung auch Portugals und Spaniens durch Ratingagenturen, was deren Kreditaufnahme am Kapitalmarkt durch höhere Zinsen verteuert, grassiert die Furcht vor einer Ausweitung der griechischen Schuldentragödie. Die EU-Kommission nimmt Lissabons Haushaltspolitik an die kurze Leine. Die Regierung von José Sócrates (Sozialistische Partei, PS) mußte sich gegenüber den Partnern der Währungsunion zu einer Verschärfung ihres Sparkurses verpflichten. Bisher sah ihr »Stabilitäts- und Wachstumsprogramm« (Programa de Estabilidade e Crescimento – PEC) vor, das Staatsdefizit von 9,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) 2009 auf 8,3 Prozent im laufenden Jahr zu senken. Um den Segen der Gruppe der Euro-Finanzminister zu erhalten, mußte Portugal 7,3 Prozent zusichern. Dafür bedarf es zusätzlicher Einsparungen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Und bereits 2013 möchte das Lissaboner Kabinett mit 2,8 Prozent die 3-Prozent-Obergrenze der Maastrichter Kriterien für die Euro-Länder sogar unterbieten. Seit der Rückkehr zur Demokratie 1974 war dies Portugal nur im Jahr 2008 mit einem Minus von 2,7 Prozent gelungen.

Das Vorhaben erscheint mehr als ehrgeizig. Eine verbesserte Wirtschaftslage ist prognostisch bereits mit eingerechnet. Dem Rotstift zum Opfer fallen die großen, prestigeträchtigen Infrastrukturprojekte der Regierung Sócrates. Auf Eis gelegt werden der Bau neuer Schnellzugverbindungen nach Spanien, eine dritte Brücke über die Tejomündung sowie der neue Hauptstadtflughafen bei Alcochete, der Lissabons überforderten innerstädtischen Airport Portela ab 2017 ersetzen sollte. Um die Staatskasse zu entlasten, sind des weiteren Kürzungen beim Arbeitslosengeld vorgesehen. Die offizielle Erwerbslosenquote stieg seit dem letzten Sommer von 9,1 auf 10,5 Prozent. Dem öffentlichen Dienst sollen Nullrunden verordnet, die Gehälter leitender Angestellter gekürzt werden.

Neben Sparen heißt die Devise Privatisieren. Im Angebot sind Teile der nationalen Fluglinie TAP, die Post, Linien der Bahngesellschaft CP und andere Staatsunternehmen. Insgesamt sechs Milliarden Euro sollen auf diesem Wege erlöst werden.

Dabei hat sich die Regierung Sócrates bereits seit ihrem ersten Amtsantritt 2005 durch eine rigorose Sparpolitik hervorgetan. In den Fußspuren ihrer konservativen Vorgänger wandelnd, zeichnet sie sich durch treue Gefolgschaft zu den wirtschaftspolitischen Leitlinien der EU und deren Stabilitätspakt aus. Schon Ex-Premier José Manuel Barroso machte sich einen Ruf als flotter Privatisierer, bevor er 2004 nach Brüssel wechselte, wo er als Präsident der Europäischen Kommission vorsteht. Portugals strukturelle Probleme als Billiglohnland mit dürftigem Bildungssystem hat diese Strategie nicht gelöst. Ausländische Investitionen bleiben unter den Erwartungen. Privatisierte Unternehmen zahlen weniger Steuern als staatliche, ihre Gewinne fließen zu einem großen Teil aus dem Land ab.

Ihre Wiederwahl im vergangenen Herbst betrieben Sócrates und die PS mit den Versprechen von Aufschwung und Modernisierung. Nach dem Verlust ihrer Mehrheit in der Assembleia da República, dem Nationalparlament, ist die PS allerdings auf die Unterstützung anderer Parteien angewiesen.
Preise rauf, Löhne runter
Beim Krisenmanagement rücken Sócrates und der rechte Oppositionsführer und Chef der konservativen PSD, Pedro Passos Coelho, eng zusammen. Ein Krisentreffen löst das nächste ab. Die Sparkoalition will zur Kasse bitten: Gekürzt werden sollen Zuwendungen an Kommunen und für das öffentliche Verkehrssystem. Banken und Großunternehmen erwartet eine »Krisensteuer« von 2,5 Prozent auf ihre Gewinne. Vor allem aber trifft es, unter Bruch der wichtigsten Wahlversprechen, Pedro Normalverbraucher: Die Mehrwertsteuer soll um einen Punkt auf 21 Prozent steigen. Geplant ist außerdem, alle Einkommen über dem monatlichen Mindestlohn von 475 Euro um ein bis 1,5 Prozent höher zu besteuern.

Die Durchsetzung dieses rabiaten Konsolidierungskurses trifft auf zunehmenden Widerstand. Im Parlament prangern ihn Linksblock und Kommunisten als unsozial an. Die beabsichtigten Privatisierungen nennt die KP-Fraktion ein »Verbrechen gegen das Land«. Auf derselben Wellenlänge befindet sich die Gewerkschaftszentrale CGTP-Intersindical: Die Regierung vertiefe die Ungleichheit und schütze die Interessen jener ökonomischen Gruppen, die von der Spekulation am Finanzmarkt profitierten. CGTP-IN kündigt neue Massenproteste an und ruft zu allgemeiner Auflehnung auf.

http://www.jungewelt.de/2010/05-15/064.php


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Den Gürtel enger

Der spanische Ministerpräsident bricht sein Versprechen. Kürzungspaket belastet die Bevölkerung und begünstigt die Besserverdienenden
Von Ingo Niebel
Spaniens sozialdemokratischer Premier José Luis Rodríguez Zapatero (PSOE) schreibt Geschichte: Zum ersten Mal in 32 Jahren bürgerlicher Demokratie senkt eine Regierung die Bezüge der Beamten. Die Maßnahme gehört zu Zapateros »Sparpaket«, mit dem er auf die Forderungen des Internationalen Währungsfonds, der EU und Washingtons reagiert. US-Präsident Barack Obama begrüßte die »mutigen Maßnahmen« des Sozialdemokraten; die Gewerkschaften kündigen Proteste und Streiks an.

Die PSOE-nahe Allgemeinen Arbeiterunion (UGT) und die postkommunistischen Arbeiterkommissionen (CCOO) haben die 2,7 Millionen Angestellten und Beamten des öffentlichen Dienstes für den 20. Mai zu landesweiten Protesten aufgerufen. Sie sollen vor den Vertretungen der Zentralregierung in den Hauptstädten der 17 Autonomen Gemeinschaften gegen Gehaltskürzungen von fünf Prozent demonstrieren. Für den 2. Juni haben UGT und CCOO einen spanienweiten Behördenstreik angekündigt. Den Generalstreik als stärkstes Kampfmittel möchten sich die Gewerkschaften für später aufheben. »Ich schließe kein Szenario aus«, erklärte am Donnerstag der CCOO-Generalsekretär Ignacio Fernández Toxo hierzu.

Am Mittwoch hatte Zapatero sein drastisches Kürzungspaket vorgestellt, das zugleich das Ende seiner So­zialpolitik markiert. 2010 will er fünf Milliarden Euro einsparen, 2011 sogar zehn Milliarden Euro. So gedenkt die Regierung, das Staatsdefizit von elf auf drei Prozent bis 2013 drücken zu können. Zapateros Plan sieht nicht vor, die hohen Einkommen und Unternehmensgewinne zu besteuern; die Hauptlast liegt bei den breiten Bevölkerungsschichten.

Neben der Gehaltskürzung im öffentlichen Dienst werden die Bezüge ab 2011 nicht mehr, wie bislang vorgesehen, angehoben. Zapatero will weitere 1,5 Milliarden Euro einsparen, indem er die Renten ab 2011 nicht mehr automatisch um die Inflationsquote erhöht, wie es ein Gesetz seit 25 Jahren vorschreibt. Diese Maßnahme betrifft sechs Millionen Rentner. Ab 2011 soll auch der Baby-Scheck über 2500 Euro pro Neugeborenem wegfallen. Weitere 1,2 Milliarden Euro will Madrid bei den 17 Autonomen Gemeinschaften und auf kommunaler Ebene kürzen. In den nächsten zwei Jahren will die Regierung die öffentlichen Investitionen um sechs Milliarden Euro zurückfahren. Weitere 600 Millionen Euro ließen sich bei der Entwicklungshilfe und im Gesundheitsbereich einsparen.

Mit diesem Schritt verabschiedet sich der Sozialdemokrat von seinem Versprechen, die Sozialausgaben würden niemals gekürzt werden. Am Mittwoch bekannte Zapatero, daß das Rotstiftpaket sich »um einige Dezimalstellen« negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnte. Erst letzte Woche hatte die regierungsnahe Tageszeitung El País das Ende der Rezession verkündet, weil die Wirtschaft im letzten Quartal um 0,1 Prozent gewachsen ist. Die Arbeitslosigkeit beträgt 20 Prozent.

Zapateros Plan erhält Rückendeckung aus Washington und Brüssel sowie von der spanischen Industrie und Wirtschaft. Der Unternehmerpräsident und bekannte Pleitier Gerardo Díaz Ferrán sagte, die Maßnahmen entsprächen den Wünschen seines Verbandes. Der IWF nannte das Paket »den besten Weg, um das Vertrauen in die Märkte wieder zu stärken«. Zapateros nächstes Problem wird sein, die Maßnahmen auch umzusetzen. Im Parlament ist er auf die Stimmen der rechten Regionalparteien angewiesen, da er auf die linken nicht zählen kann. Ebenso wenig kann er Hilfe von der Volkspartei (PP) erwarten, da diese hofft, Zapatero in vorgezogenen Neuwahlen noch vor 2012 ablösen zu können.

http://www.jungewelt.de/2010/05-15/035.php

15. Mai 2010, 04:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Mittlerweile stehen Sparprogramme in Deutschland, Grossbritannien, Griechenland, Spanien, Portugal, Rumänien, Italien, Frankreich, usw. usf. - also fast in ganz Europa auf dem Programm. Eine üble Sache. Aber m. E. bietet diese Situation doch auch eine reale Chance dafür, dass sich der Widerstand dagegen erstmals über nationale Grenzen ausweiten könnte. Alle sind davon betroffen....
21. Mai 2010, 01:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rul0r
Und0rdog


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Irgendwie hab ich das nirgends auf einer deutschen Seite gesehen, deshalb in Englisch:
http://blogs.telegraph.co.uk/finance/ambroseevans-pritchard/100005734/congress-blocks-indiscriminate-imf-aid-for-europe/

Die USA wird dem Bericht nach mit aller Wahrscheinlichkeit den IMF Beitrag an den "Euro-Rettungsschirm" von 320 Milliarden per Veto verhindern. Das soll mit einem Gesetz gehen, dass es den IMF Vertretern der USA untersagt Geld für Länder auszgeben, deren Verschuldung über 100% liegt und die wahrscheinlich nicht alles zurückzahlen können. Da die USA die Mehrheit am IMF hält reicht ihr alleiniges Veto aus um das Bailout zu verhindern.

Kommt es soweit, müssen die EU Länder also bis zu 1 Billion Schulden machen, was weder realistisch noch längerfristig tragbar ist. Zwar ist die Situation mit IMF Beitrag ebenfalls ziemlich verschissen, aber für diese 320 Milliarden hätte man wenigstens nicht die Druckerpresse anwerfen müssen.

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21. Mai 2010, 12:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Insel der Unglückseligen

Irland war Musterschüler Europas. Als das Land in die Krise rutschte, hat es den Gürtel pflichtbewusst enger geschnallt. Das Resultat ist katastrophal.
29. Juni 2010, 15:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raliud



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Die Insel der Unglückseligen

Irland war Musterschüler Europas. Als das Land in die Krise rutschte, hat es den Gürtel pflichtbewusst enger geschnallt. Das Resultat ist katastrophal.



Naja wie mans nimmt, am Kurs wird festgehalten und die Auswirkungen lassen sich noch gar nicht abschätzen bin mal gespannt. In jedem Fall sind sie auf dem besten Weg, siehe auch hier http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2011-01/19185072-irlands-sparhaushalt-nimmt-erste-huerde-im-parlament-015.htm
Alice in Wonderland ebook


Zuletzt bearbeitet von Raliud am 14. Juni 2011, 16:47, insgesamt einmal bearbeitet
27. Januar 2011, 13:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Raliud hat Folgendes geschrieben:
Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Die Insel der Unglückseligen

Irland war Musterschüler Europas. Als das Land in die Krise rutschte, hat es den Gürtel pflichtbewusst enger geschnallt. Das Resultat ist katastrophal.



Naja wie mans nimmt, am Kurs wird festgehalten und die Auswirkungen lassen sich noch gar nicht abschätzen bin mal gespannt. In jedem Fall sind sie auf dem besten Weg, siehe auch hier http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2011-01/19185072-irlands-sparhaushalt-nimmt-erste-huerde-im-parlament-015.htm


Kannst du auch erklären, was in diesem Artikel darauf hindeutet, dass sich Irland "auf dem besten Weg" befinde? Und für wen soll das überhaupt der "beste Weg" sein?

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27. Januar 2011, 14:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Spanien ist ebenfalls "auf dem besten Weg" (zum Running Gag prädestiniert):

Renteneintrittsalter in Spanien wird auf 67 Jahre erhöht

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
27. Januar 2011, 22:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ein Land in der Tinte

Zitat:
Portugal stehen noch härtere Zeiten bevor, egal wer nach den Parlamentswahlen am Sonntag regiert. Schon jetzt arbeiten neun von zehn Neubeschäftigten zu prekären Bedingungen, sagt ein Aktivist.


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05. Juni 2011, 22:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zur Protestbewegung in Portugal:

Portugal nach den Massenprotesten

Antworten 'von unten' auf die Krise

Zitat:
Die politische Krise in Portugal hat nach den Massenprotesten Mitte März 2011 und dem anschließenden Sturz der "sozialistischen" Regierung an Dynamik verloren.


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27. Juni 2011, 16:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Ein gelungener Querschuss: Brüning 2.0

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30. Juni 2011, 21:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Ein gelungener Querschuss: Brüning 2.0


da schmerzen einem ja die augen...

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
01. Juli 2011, 08:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In Portugal beginnt sich sowas wie Widerstand zu regen, vereinzelt:

Zitat:
Empörte Hafenarbeiter

Im portugiesischen Viana do Castelo sind am Mittwoch die Hafenarbeiter in einen Streik getreten und in das Stadtzentrum gezogen, um gegen die angekündigte Entlassung von mehr als der Hälfte der 720 bislang beim Verladebetrieb beschäftigten Kollegen zu protestieren. Die Massenentlassungen sind Teil eines umfangreichen Kürzungspakets der Regierung in Lissabon. So sollen Feiertage abgeschafft und staatliche Unternehmen privatisiert werden. Die Regierung will damit die Bedingungen der EU und des IWF für Finanzhilfen »peinlich genau« einhalten.

via: Syndikalismus.tk


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03. Juli 2011, 22:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Portugiesische Börse stürzt nach Abstufung durch Moody's ab

Zitat:
Moody's bewertet Portugals Anleihen nur noch als Ramsch. Die EU-Kommission hat in ungewöhnlich scharfer Form gegen dieses Vorgehen protestiert. Bankentitel stürzten an der Börse in Lissabon ab.


Edit: Auch auf Querschüsse gibts einen Artikel dazu:

Portugals Kreditwürdigkeit auf Ba2

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06. Juli 2011, 16:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Nicht nur die Stalinisten von der KKE versuchen Demos zu vereinnahmen. Sondern auch die Gewerkschaften in Irland:

Zitat:
Over twenty thousand students demonstrated in Dublin today against the introduction of student fees and the cutting of student grants. The main demonstration organised by the Union of Students in Ireland (USI)also included a Free Education for Everyone All (FEE) bloc comprised of rank & file students in disagreement with the passive lobbying tactics of the USI leadership. USI stewards formed a line with Garda to prevent FEE rejoining the demonstration after they led a breakway protest at Fine Gael HQ.



Artikel: http://www.wsm.ie/c/students-demonstrating-dublin-education-cuts-usi-betrayal


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17. November 2011, 01:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Neben Griechenland und Ägypten geht Portugal ganz vergessen. 300'000 auf Demos gegen Krise:

http://www.bangkokpost.com/breakingnews/279451/huge-protests-in-portugal

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12. Februar 2012, 08:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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In Irland gibt es (endlich) Proteste gegen den Sparkurs, nachdem eine Wassersteuer eingeführt werden soll:

Zitat:
Viele Iren beklagen aber, dass der Aufschwung bei ihnen nicht ankomme. "Es geht nicht nur um Wasser. Es geht um die vergangenen fünf Jahre", sagte ein 55-jähriger Schildermaler. Er habe sein Auto abschaffen und seine Lebens- und Krankenversicherung kündigen müssen. In diesem Jahr habe er nachdenken müssen, ob er sich neue Schuhe kaufen könne. "Soweit sind wir gekommen. Das Maß ist voll.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/schuldenkrise-in-irland-iren-protestieren-gegen-wassergebuehren-a-1000593.html


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02. November 2014, 13:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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http://www.vice.com/read/the-tide-is-turning-against-austerity-in-ireland-488

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05. November 2014, 01:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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