Forum-Übersicht
RegistrierenSuchenFAQMitgliederlisteBenutzergruppenLogin
Thailand

 
Neue Antwort erstellen    Forum-Übersicht » Revolution & Klassenkampf Thema drucken Vorheriges Thema anzeigen
Nächstes Thema anzeigen
Thailand
Autor Nachricht
far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

Beitrag Thailand Antworten mit Zitat
ein kommentar von elite-headbanger auf chefduzen.ch

Zitat:
was auch wichtig ist bei dem ganzen, ist das terrain der auseinandersetzung. mehrere ebenen. etwa fünf. das ist nicht zürich, wo es strassen und häuser gibt. und autos und busse, die auf den strassen fahren. treppen und lifte, die die häuser hinaufführen. in bangkok hat es eine metro, ebenerdige strassen, highways, highways über highways, skytrain. fünf ebenen. und das ist das terrain. besetzte einkaufsmeilen, militär auf skyways, sniper auf glastürmen, die poren der untersten ebenen, kabäuschen, vordächer, hinterhöfe. und auch die taktien. ständig besetzungen,blockaden von für produktion/zirkulation/kommando wichtige gebäudekomplexen, verbindungslinien. angelpunkte, die angegriffen werden. die versuchte sprengung der hauptstromleitung, die gezielte tötung eines einsatzleiters. und dann die bewegung selbst. wie gesagt, die lahmlegung des einkaufsviertels, dieser grössenwahnsinnigen glaspaläste. davor die stürmung des parlaments. und sie greifen darüber hinaus: der finanzdistrikt. die fragile ordnung der megacity. darum geht es hier auch. mal abgesehen von thaksin, dem könig und den finanzmärkten.

und diese geschwindigkeit mit der sich alles abspielt. es geschieht jeden tag etwas neues. man weiss nie, was als nächstes kommt. die dynamik nimmt ständig zu. sich das begreiflich zu machen, dass ein politischer prozess eine solche schnelligkeit bekommen kann, ist auch wichtig. dann merkt man, dass die überlegung, die gesellschaft in kleinen schritten verändern zu können, genauso eine mystifizierung ist. die red shirts haben in einem jahr militär und polizei infiltiert. das kräfteverhältnis ist alles. wenn man zurückschiessen kann, tut man es eben. und schlägt die schergen in die flucht. was gilt schon das gewissen? alle möglichkeiten ausschöpfen. bis zum bruchpunkt. die leute wissen, dass ihnen ein massaker drohen kann. also gehen sie eben nicht zum finanzdistrikt. wer hat den längeren schnauf? das kräfteverhältnis entscheidet alles.

die politische analyse mal ausser acht lassen. sich immer zu fragen, "wie autonom ist diese bewegung? ist diese taktik gerechtfertigt? wo führt das ganze hin?", das blockiert auch. zurücktreten und das ganze als phänomen anschauen. urban conflict.

http://www.chefduzen.ch/viewtopic.php?f=14&t=283&start=0&sid=024e596937ab1dbc32d57f843a1a5a76

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
20. April 2010, 21:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Aufstand in der Roten Zone

Weiterhin besetzen die Rothemden das Zentrum der thailändischen Hauptstadt. Einst gegründet zur Unterstützung des gestürzten Premierministers Thaksin, kämpft die Oppositionsbewegung nun gegen die royalistische Oligarchie.
27. April 2010, 07:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
Heute war Urs Morf, Ostasien-Korrespondent von Radio DRS im "Tagesgespräch" auf DRS1. Hat einige interessante Punkte eingebracht, u.a. zur Klassenzusammensetzung Thailands und zur Entstehung von Klassenbewusstsein des thailändischen (Industrie-)Proletariats.

Die Sendung gibt es hier als MP3

Zitat:
Ostasien-Korrespondent Urs Morf

Der Konflikt in Thailand ist noch unübersichtlicher geworden, nachdem gestern ein Ultimatum der Regierung ohne direkte Folgen abgelaufen ist. Im Zentrum Bangkoks halten sich nach wie vor Tausende Rothemden verschanzt. Sie sind umstellt von Einheiten der Armee. Man hört von Verhandlungen, vom Aufbau neuer Widerstandszentren, vom Zuzug neuer Aufständischer in die Millionenstadt.

Ostasien-Korrespondent Urs Morf kennt Bangkok und die komplizierten gesellschaftlichen Hintergründe des Konflikts in Thailand.


_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
18. Mai 2010, 14:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Cjarner
Board Messias


Anmeldedatum: 25.01.2009
Beiträge: 485
Wohnort: Nazaret

Beitrag Antworten mit Zitat
hab gestern in blikc am abend gelesen, dass es sich bei den besetzern nur um 5000 personen handelt.

_________________
Übrigens, das möcht ich noch loswerden, versteh ich nicht warum ums Klauen im Allgemeinen so ein riesen Bohei und Schwanzvergleich gemacht wird. Hab auch schon Leute erlebt, die Klauen für das coolste der Welt halten, dies bei jeder Gelegenheit kundtun und dann auch noch dumme Sprüche loslassen, wenn einer was bezahlt. Wozu? Klauen oder sein lassen. Das coolste der Welt ist eh Punkrock.
18. Mai 2010, 19:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



Anmeldedatum: 26.12.2008
Beiträge: 650

Beitrag Antworten mit Zitat
Savo hat Folgendes geschrieben:
Heute war Urs Morf, Ostasien-Korrespondent von Radio DRS im "Tagesgespräch" auf DRS1. Hat einige interessante Punkte eingebracht, u.a. zur Klassenzusammensetzung Thailands und zur Entstehung von Klassenbewusstsein des thailändischen


Lohnt sich!

_________________
Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
18. Mai 2010, 20:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Jetzt gehts noch mehr ab in Bangkok: Das Militär stürmt das Viertel mit Panzern, die Rothemd-Führung kapituliert, doch die Basis kämpft weiter:

Kämpfe in Thailands Hauptstadt weiten sich aus

Für die IKS ist die Bewegung nicht proletarisch (Einschätzung leider erst auf Englisch):


Zitat:
"The ‘Red Shirt' movement is basically one of the urban and rural poor, mobilised behind the new bourgeoisie, who are opposed to the ‘old' military and monarchist factions. It is not a movement of, or controlled by, the working class. The only workers' action during this period, a strike of 8,000 workers at the Camera maker Nikon, emerged completely independently of the ‘Red Shirt' movement.

And here lies the central point of our argument. These so-called ‘revolutions', like the ‘Green movement' in Iran recently, are not movements of the working class. Yes, there are many workers involved in them, and probably in the case of Kyrgyzstan a majority of the participants were workers, but they take part in these actions as individuals not as workers. The movement of the working class is one that can only be based upon class struggle of workers for their own interests, not cross-class alliances and populist movements. It is only within a massive movement of strikes that the working class can develop its own organs, mass meetings, strike committees and ultimately workers' councils, that can assert working class control over the movement, and develop a struggle for working class interests. Outside of this perspective is only the possibility of workers being used as cannon-fodder for different political factions. In Greece, perhaps, we can see the very start of the long slow development towards this process. In Kyrgyzstan, and Thailand, we only see workers getting shot down in the streets on behalf of those who want to be the new bosses".

Ganzer Text


Darüber würde ich mich eh gerne mal unterhalten: wie sind die Aufstände in Kirgistan, Thailand, etc. einzuschätzen?
19. Mai 2010, 12:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



Anmeldedatum: 26.12.2008
Beiträge: 650

Beitrag Antworten mit Zitat
Melnitz hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
IKS:
Yes, there are many workers involved in them, and probably in the case of Kyrgyzstan a majority of the participants were workers, but they take part in these actions as individuals not as workers. The movement of the working class is one that can only be based upon class struggle of workers for their own interests, not cross-class alliances and populist movements. It is only within a massive movement of strikes that the working class can develop its own organs, mass meetings, strike committees and ultimately workers' councils, that can assert working class control over the movement, and develop a struggle for working class interests.


Darüber würde ich mich eh gerne mal unterhalten: wie sind die Aufstände in Kirgistan, Thailand, etc. einzuschätzen?


Die IKS-Einschätzung hat schon eine gewisse Berechtigung, klar, gerade im Hinblick auf eine kollektive Perspektive.
Aber hier liegt genau der entscheidende Punkt. Die Revolten in Kirgistan waren der Ausdruck der zunehmenden
Verschlechterungen der Lebensbedingungen, ausgelöst durch ein Machtvakuum, das sich durch einen Konflikt innerhalb der
herrschenden Klasse gebildet hat. Die Bakijew-Fraktion erlebte eine massive Legitimationskrise durch verschiedene
Korruptionsskandale und die zunehmenden Widersprüche, einerseits zwischen dem Süden und dem Norden, andererseits
aber auch durch den Stadt-Land-Konflikt. Gut, soweit mal ganz grob zur Ausgangslage.
Was ich nicht verstehe, weshalb die IKS nun mit dem alten Schema-Stempel jede Bewegung versucht zu klassifizieren.
Bewusstseinsprozesse laufen nicht von heute auf morgen ab (ausser in ganz zugespitzen Verhältissen). Die Frage nach
der Perspektive kann erst in den Kämpfen selbst entwickelt werden. Die Aufständischen waren zumeist Subproleten oder
Proleten von ganz unten. Dass sich diese Leute als "Subjekte ihrer eigenen Geschichte" begreifen würden, das wäre
ziemlich weit hergeholt. Doch der kollektive Ausdruck von Wut gegen das Bestehende und die teilweise geschehene
Wiederaneignung von öffentlichem Raum ist nicht zu unterschätzen. Auf jeden Fall ist es mal ein erster Schritt. Wohin
es sich entwickeln wird, dass wird sich zeigen; vor allen Dingen steht es noch offen. Damit will ich natürlich keine falsche
Euphorie hegen, aber die undifferenzierte Einschätzung zwischen proletarisch und unproletarisch halte ich für ziemlich
vermessen.

_________________
Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
19. Mai 2010, 16:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Die westlichen Medien und Thailand
Andree Vltchek 31.05.2010
„Westliche Medien pervertieren Informationen über Thailand“ von Andree Vltchek.
(http://www.worldpress.org/Asia/3559.cfm#down)


Eine Rebellion wurde zerschmettert und Bangkoks Straßen waren mit Blut bedeckt, zum größten Teil mit dem von armen thailändischen Bauern aus dem Norden und Nordosten des Landes. Gepanzerte Fahrzeuge brachen durch eine Barrikade die aus alten Reifen und Bambus-Stöcken gebaut worden war, und von der Regierung beauftragte Scharfschützen erfüllten ihre furchtbare Aufgabe und erschossen Menschen von hohen Gebäuden, oft durch einen direkten Schuss in den Kopf.
Die Reaktion der westlichen Medien war eigentlich sehr ruhig: „In weiten Teilen der City wurde am Donnerstag wieder Frieden hergestellt, einen Tag nach der militärischen Auflösung einer regierungsgegnerischen Demonstration die Unruhen ausgelöst hatten, während denen 39 Gebäude in Flammen standen“, berichtete die Associate Press (AP) nur einen Tag nach dem Gemetzel. Es dürfte nicht überraschen, dass die Nachrichten von AP über Tage hinweg die Titelseiten von Yahoo News bestimmt hatten, und damit die öffentliche Meinung in Europa und den Vereinigten Staaten ebenso wie in Südostasien selbst.

Es schien so, als ob niemand der die Befestigungen der Rothemden in dem Gebiet von Ratjaprasong besucht hatte, die Forderungen der Demonstranten nach sozialer Gerechtigkeit hätte übersehen können. Während der Militärcoup gegen Thaksins Shinawatra einer der großen Ärgernisse der Rebellen war, verblasste das immer mehr und machte wesentlich dringenderen Anliegen Platz. Thaksins Image wurde ersetzt durch rote Sterne an den Mützen und Jacken der Verteidiger der Barrikaden.

In westlichen Medienberichten verschwand die Berichterstattung über die Armut und Diskriminierung sowie die Arroganz der herrschenden Klasse schnell von den Seiten der größten Medienagenturen. Ausdrücke wie „Kampf um soziale Gerechtigkeit“ wurden von praktisch allen englischsprachigen Journalisten und Agenturen durch Selbstzensur vermieden.

Die Propagandamaschine ging darüber hinaus. Wenn Regierungs-Scharfschützen Demonstranten töteten, wurde das als „Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Truppen der Regierung“ bezeichnet. Die Ermordung (durch einen Scharfschützen) von Generaljamor Khattiya Sawasdihpol, der schon früher die Seiten gewechsel hatte und den Rothemden beigetreten war, wurde herunter gespielt, während die Agenturen, Zeitungen und Magazine in Großbritannien und den USA sogar eine herabwürdigende Definition für diesen gefallenen Soldaten erfanden: "Aufsässigen General". Im gleichen Atemzug wurde in einem der letzten Berichte von AP der Monarch des Landes sowohl als „verehrt“ als auch als „geliebt“ beschrieben.

Fast ohne Ausnahme waren westliche Medien auf der Seite der moralisch und finanziell korrupten thailändischen Regierung gestanden. Mörder von Zivilisten wurden durch das Synonym „Ruhe wieder herstellen“ beschrieben. Das Schießen in die Menge wurde als „Unterdrücken von Gewalt“ beschrieben.

Nur selten wurde die illegitime Regierung des in Großbritannien geborenen Premierministers Abhisit Vejjajiva als „Regime“ beschrieben, (eine von den westlichen Medien bevorzugte Bezeichnung wenn sie von anti-westlichen Regierungen … reden), trotz der Tatsache, dass er unter den Mündungen von Gewehren {und der permanenten Drohung von Militärcoups} nach einem illegalen Staatsstreich an die Macht gekommen war.

Während wenig Sympathie oder Aufschrei über das Töten von Zivilisten zu hören war, konnte man das laute Lamentieren über die Zerstörung von aufwendigen Immobilien vernehmen.

SÜDOSTASIENS GESCHICHTE DER MANIPULIERTEN NACHRICHTEN

Die Manipulation von Nachrichten über Südostasien in den westlichen Medien hat ein beschämendes und besorgniserregendes Ausmaß erreicht. Das barbarische und brutale Bombardieren der Dörfer in Laos während des Vietnamkrieges durch US Truppen aber mit enormer Unterstützung der Thailänder, wurde ein „Geheimer Krieg“ genannt. Das spiegelte die Bereitschaft der USA und Europas, sich selbst mit einem Maulkorb zu versehen im Tausch gegen die üblichen Vorteile. Die ganze Wahrheit über die weltliche Einflussnahme in Kambodscha, darunter auch die Unterstützung der Khmer Rouge, ist praktisch außerhalb dieses Teils der Welt unbekannt.

Westliche Alliierte in Südostasien wurden praktisch unantastbar. Die Philippinen wurden kaum für ihr brutales quasi-feudalistische System angeprangert, aber immer wieder für ihre „Demokratie“ gelobt.

Indonesien kann als Beispiel aus dem Drehbuch angesehen werden. Fast kein Land war in der Lage gewesen der kritischen Beurteilung durch die westlichen Medien derart zu entkommen. Der durch den Westen unterstützte Coup im Jahr 1965 gegen Sukarno tötete zwischen 1 Million und 3 Millionen Kommunisten, Linke, Intellektuelle, Lehrer und Menschen der chinesischen Minderheit. Es öffnete die Tür für ungehemmten Kapitalismus, Korruption und für die religiöse Kontrolle der Gesellschaft durch die Muslime, aber der Hauptgrund war das Plündern der nationalen Ressourcen.

Natürlich weigerten sich die meisten westlichen Medien über die Besetzung und den Völkermord in Ost-Timor zu berichten oder die Massaker in Aceh. Es gab kaum Berichte über die mehr als 100.000 Menschen die in Papua starben, einer abgelegenen Indonesischen Provinz die fortgesetzt durch westliche Firmen ausgebeutet wurde ebenso wie durch den Indonesischen Staat und sein Militär.

Lesen Sie Ausgaben von großen westlichen Presseagenturen und der Schluss wird sich aufdrängen, dass Indonesien eine Demokratie ist (und nicht der brutale feudalistische Staat, der das Land in Wirklichkeit ist), die größte Volkswirtschaft Südostasiens (und nicht das Land mit den geringsten öffentlichen Leistungen und schlechterer Trinkwasserversorgung selbst als Indien oder Bangladesh) und dass es sich um einen „toleranten mehrheitlich muslimischen Staat“ handeln würde (und nicht ein Land, in dem die Minderheiten schon immer unterdrückt wurden bis hin zum Extrem, dass Kirchen immer wieder in Flammen aufgehen und Atheismus per Gesetz verboten ist).

THAILAND LAND DES GEWALTTÄTIGEN LÄCHELNS

Trotz des Klischees, ein „Land des Lächelns“ zu sein, ist Thailand derzeit eines der brutalsten Länder der modernen Geschichte. In vieler Hinsicht ist es ein hartes, herzloses und aggressives Land, das fast jede intellektuelle, religiöse und ethnische Minderheit unterdrückt. Aber man findet kaum einen Bericht darüber.

Der am längsten regierende (und reichste) Monarch der Erde herrscht immer noch über das Land das durch 18 Militärcoups gehen musste. Einige der Coups waren ziemlich „gutartig“, einige sehr brutal. Feudalistisch bis ins Extreme, hat die thailändische Elite systematisch ihre Opposition liquidiert, besonders jene Opposition, die sich für soziale Gerechtigkeit eingesetzt hat. Sie hat linke Studenten und ihre Anführer ermordet und angebliche Kommunisten sogar in Fässern mit brennendem Öl verbrannt.

Der Oktober 1973 hatte eines der brutalsten Massaker auf den Straßen einer Südostasiatischen Hauptstadt gezeigt, und das im Namen des Kampfes gegen den Kommunismus. Wieder gab es kein einziges Wort der Verurteilung durch den Westen, der das Land förderte mit seinen hervorragenden Stränden, Massageeinrichtungen, dem billigen Essen und Sex.

AP veröffentlichte sogar eine Verteidigung der Massaker von 1973 mit dem Titel: „Experten: Bangkoks Auflösung keine Widerholung von Tiananmen“. Darin wird erklärt, dass „Thailand eine Demokratie ist, auch wenn diese derzeit in einer Krise wäre, und von Militärcoups bedrängt, während China ein unveränderlich autoritärer Staat wäre.“

Über Jahre war Thailand durch Militärjuntas regiert worden, wobei der Monarch als zeremonielles Staatsoberhaupt agierte, während die thailändische Elite in Antikommunismus ihre Hauptaufgabe sah. Im Namen des Anti-Kommunismus wurde die Opposition liquidiert während das Land an regionalen Militärabenteuern teilnahm, in erster Linie indem es Vietnam, Laos und Kambodscha im Auftrag der Vereinigten Staaten, Australiens und anderer westlichen Mächte angriff.

Das Morden und Foltern der Opposition ist nicht der einzige Vorgang, der sich nicht auf den Seiten der USA oder Europas finden. Andere Themen sind die furchtbare Behandlung der Minderheiten (viele der Minderheiten die nicht thailändische Staatsbürgerschaft haben werden von grundlegender Versorgung und Hilfe durch den Staat ausgeschlossen) und Flüchtlinge (von den mehr als eine Million Flüchtlinge aus Birma leiden einige unter Sklavenarbeit und sexueller Sklaverei).

Am 19.09.2006 stürzte eine Militärjunta, die sich selbst „Rat der Nationalen Sicherheit“ nannte, die Regierung von Thaksin während der im Ausland war. Die Gelbhemdenbewegung, die die Monarchie und Elite verteidigt, unterstütze das Ereignis, das mit dem 60. Thronjubiläum des Königs zusammen fiel. So lange die Struktur der Elite und der Monarchie nicht in Gefahr war, tat der Westen nichts, um die Einflussnahme in den Demokratischen Prozess zu kritisieren. Keine wichtige internationale Organisation verließ Bangkok und keinerlei Sanktionen wurden verhängt. (Vergleichen Sie dies mit dem Coup auf Fiji, der die australischen Interessen gefährdete und sowohl zu Sanktionen als auch eine enorme Medienkampagne führte). Auch wenn Thailand niemals eine Demokratie war, so hatte es doch diesen Status von den westlichen Medien erhalten, da es für Jahrzehnte ein standhafter anti-kommunistischer Kämpfer und Verbündeter gewesen war.

Einer der wichtigsten Kader der Gelbhemden, Pipob Tongchai, hatte im Februar gesagt: „Die USA wünscht eine „traditionelle“ Regierung in Thailand. Die USA verhängte keine Sanktionen gegen das thailändische Militär nach dem Coup vom 19.09.2006. Es gab keine US-Intervention. Und wenn Thailand eine „traditionelle“ Regierung hat, bedeutet dies, dass die USA involviert ist. Es spielt keine Rolle, wer an der Spitze steht, deshalb ist Thaksin auch unwichtig.“

Heute versuchen westliche Medien wieder einmal „objektiv“ zu berichten, so wie sie „objektiv“ über die Ereignisse in Ost-Timor im Jahr 1999 berichteten, oder in Indonesien im Jahr 1965 oder Papua und den Philippinen heute.

Nur in einigen Veröffentlichungen kann man die Stimme der Vernunft und der Warhheit lesen. Am 18. Mai veröffentlichte der International Harald Tribune einen Bericht von Thomas Fuller und Seth Mydans in dem gesagt wurde, „Die Protestbewegung lagert trotzig in Bangkok und hat ihre Wurzeln in dem Sturz von Mr. Thaksin, aber seitdem hat sie sich zu einer großen sozialen Bewegung entwickelt, die durch die weniger wohlhabenden Teile der thailändischen Gesellschaft bestimmt wird. Sie rebelliert gegen eine, wie sie sagt Elite, die sich Thailands demokratische Institutionen beeinflusst.“
.......

Der Bericht fährt dann fort indem er beschreibt, wie die westlichen Medien die Meinung der Weltöffentlichkeit beeinflusst haben. Und der Autor bemängelt dann, dass die Anliegen der Opfer weitgehend verschwiegen werden.
http://www.worldpress.org/Asia/3559.cfm#down
http://de.indymedia.org/2010/05/282565.shtml

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
01. Juni 2010, 18:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Ein Buch zur Arbeiterbewegung in Thailand in den 90ern:

Class Struggle in an Era of Economic Crisis

Edit: Ein Artikel vom gleichen Autor, der einen Überblick von 1850 bis heute wagt:

http://libcom.org/history/articles/thailand

_________________
"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
24. Januar 2012, 00:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Demonstrationen der Opposition in Thailand. Verstehe nicht, warum diese Proteste von Riot-Seiten abgehypt werden. Schliesslich handelt es sich hier um Monarchisten (nicht, dass man die Rothemden besser finden müsste...):

Strassenkämpfe in Bangkok

Zitat:
Die Sicherheitskräfte haben am Sonntag Demonstranten in Bangkok daran gehindert, zum Amtssitz von Ministerpräsidentin Yingluck vorzudringen. Die Lage in der thailändischen Hauptstadt bleibt gespannt.


_________________
"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
01. Dezember 2013, 21:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



Anmeldedatum: 31.10.2006
Beiträge: 1498

Beitrag Antworten mit Zitat
Ich verstehs auch nicht.
Vielleicht kann ich mir demnächst vor Ort selber ein Bild machen.

_________________
Power to the Pöbel!
01. Dezember 2013, 22:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Muoit hat Folgendes geschrieben:
Ich verstehs auch nicht.
Vielleicht kann ich mir demnächst vor Ort selber ein Bild machen.


Würd mich dann freuen, deine Einschätzung zu hören. Thailand ist für mich noch immer ein grosses Rätsel.

_________________
"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
01. Dezember 2013, 22:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Gibt keinen schlechten Überblick:

Who are the Thai anti-government protesters and what do they stand for?

_________________
"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
02. Dezember 2013, 00:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Auch hier gibt es mittlerweile Diskussionen auf Libcom und Urban75:

http://libcom.org/forums/news/political-unrest-thailand-02122013

http://www.urban75.net/forums/threads/thailand-revolution.317946/

_________________
"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
03. Dezember 2013, 17:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Sehr auf das demokratische Prozedere orientiert, aber durchaus einige Informationen:

Protestieren bis zum Putsch

Zitat:
Mit der Blockade von Ministerien will in Thailand eine reaktionär-royalistische Bewegung eine Staatskrise provozieren.


_________________
"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
05. Dezember 2013, 09:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Da haben wirs wieder! Zu hohe Lohnkosten! (@ Mods: Threadname abändern in "Thailand"?)

Thailand auf halbem Weg zum Industriestaat

Zitat:
Thailand behauptet sich zwar als asiatischer Drehpunkt der Autoindustrie. Doch steigende Löhne, eine dürftige technologische Basis sowie Defizite beim Schulsystem und bei der Infrastruktur setzen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit enge Grenzen.


Also nei! Unverschämte ArbeiterInnen aber auch!

Zitat:
Für Ingenieure, so gibt der Manager eines deutschen Zulieferers zu bedenken, müssten heute je nach Erfahrung Monatslöhne von bis 2500 € bezahlt werden. Die Usanz japanischer Firmen, am Jahresende Boni von bis zu elf Monatslöhnen zu bezahlen, treibe das Preiskarussell noch zusätzlich an. Für Aufsehen sorgte hier zudem, dass 2012 der thailändische Mindestlohn von 181 B pro Tag auf 300 B erhöht wurde. Der Schritt förderte in den Belegschaften die generelle Erwartung, dass nun auch die höheren Löhne nach oben korrigiert werden müssten.


_________________
"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
20. September 2014, 08:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Doc Sportello



Anmeldedatum: 10.09.2012
Beiträge: 1571
Wohnort: Stadt

Beitrag Gelbhemden und Rothemden Antworten mit Zitat
Interessanter Text über die thailändische Bewegung der Gelbhemden und andere rechte Massenbewegungen:

Zitat:
Thailand is also one of the few places where national-anarchist and effectively third positionist far-right organizations have had significant time to build up a social base, obtaining limited backing from the monarchy, historical backing from the US military, and intellectual justification from the country’s “radical” intelligentsia. Some of these organizations, such as the Buddhist Santi Asoke group, are authentically anti-capitalist, utilizing leftist language and tactics, promoting autonomous self-governance and the rejection of international financial institutions like the IMF, all within the framework of a socially conservative, ethnically nationalist and neo-feudal political-economic program. Many of these groups draw their leadership from both the far-right paramilitaries of the 1970s as well as leftist NGOs, which often include demobilized Communist Party of Thailand (CPT) cadre. They thus represent not only the combination of leftist political imagery with a rightist core, but also the limited fusion of Thailand’s left-wing and right-wing histories, with the latter subsuming the former.

http://www.ultra-com.org/project/the-solstice/


_________________
"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
10. Oktober 2014, 21:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Sehr guter Text! Müsste man übersetzen mr green

Die kleine Kritik / Frage daran habe ich in den Italien-Thread verschoben.

_________________
"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
11. Oktober 2014, 08:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Doc Sportello



Anmeldedatum: 10.09.2012
Beiträge: 1571
Wohnort: Stadt

Beitrag Graue Wölfe Antworten mit Zitat
Darauf hätt ich nun nicht getippt: Der Anschlag in Bangkok soll auf das Konto der Grauen Wölfe gehen:

Zitat:
The arrest of a reported Turkish citizen with bomb-making material by Bangkok police has put the spotlight on the Grey Wolves, a pan-Turkic terror group with cause for enmity of Thais

The Grey Wolves, an ultra-nationalist Turkish terrorist group, have emerged as key suspects in the Bangkok shrine bombing after the arrest of a reported Turkish national in the Thai capital.

The extremist faction may have committed the worst terrorist atrocity in Bangkok’s history in retaliation for Thailand’s recent controversial deportation of more than 100 Uighurs, ethnic Turkic Muslims, to China.

No group has claimed responsibility for the bomb that that tore through worshippers at the Erawan shrine, killing six Thais and 14 ethnic Chinese Asian visitors.

But in the most significant breakthrough since the August 17 bombing, Thai police have arrested a man carrying a passport, possibly falsified, of Adem Karadag, a 28-year-old Turk.

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/asia/thailand/11832701/Bangkok-bombing-Was-it-the-Grey-Wolves-of-Turkey.html


_________________
"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
30. August 2015, 19:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
In Thailand kriegt die Militärdiktatur auch Risse:

Zitat:
Solche Liedzeilen haben die Thailänder noch nie über ihre Heimat gehört: «Mein Land sagt dir, sei ruhig oder geh in den Knast!», heisst es da zum Beispiel. Oder: «Mein Land steckt dir eine Pistole in den Hals» und «Das Parlament ist ein Spielplatz von Soldaten.»

Vermutlich genau deswegen haben die Zeilen einen Nerv getroffen. Das Lied «Prathet Ku Mee» («Mein Land hat») ist derzeit ein viraler Hit in Thailand. Die harten Worte stammen von zehn thailändischen Hip-Hop-Künstlern, die sich für das Projekt «Rap against Dictatorship» zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben. Das Projekt entwickelt sich eben zu einem gefährlichen Gegner der thailändischen Militärdiktatur. In kürzester Zeit wurde das Video zum Song mehr als 25 Millionen Mal auf der Internetplattform Youtube abgerufen. In den iTunes-Hitlisten des Landes kletterte es auf den ersten Platz.

https://www.nzz.ch/international/rapper-rebellieren-gegen-die-militaerdiktatur-ld.1432998




_________________
"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
02. November 2018, 11:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Neue Antwort erstellen    Forum-Übersicht » Revolution & Klassenkampf Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu: 
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Design by Freestyle XL / Music Lyrics.Deutsche Übersetzung von phpBB.de