Forum-Übersicht
RegistrierenSuchenFAQMitgliederlisteBenutzergruppenLogin
The Coming Insurrection

 
Neue Antwort erstellen    Forum-Übersicht » Literatur & Leseecke Thema drucken Vorheriges Thema anzeigen
Nächstes Thema anzeigen
The Coming Insurrection
Autor Nachricht
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag The Coming Insurrection Antworten mit Zitat
http://tarnac9.wordpress.com/texts/the-coming-insurrection/

Ausschnitt:

Zitat:
Excuse us if we don’t give a fuck.




We belong to a generation that lives very well in this fiction. That has never counted on either a pension or the right to work, let alone rights at work. That isn’t even “precarious,” as the most advanced factions of the militant left like to theorize, because to be precarious is still to define oneself in relation to the sphere of work, that is, to its decomposition. We accept the necessity of finding money, by whatever means, because it is currently impossible to do without it, but we reject the necessity of working. Besides, we don’t work anymore: we do our time. Business is not a place where we exist, it’s a place we pass through. We aren’t cynical, we are just reluctant to be deceived. All these discourses on motivation, quality and personal investment pass us by, to the great dismay of human resources managers. They say we are disappointed by business, that it failed to honor our parents’ loyalty, that it let them go too quickly. They are lying. To be disappointed, one must have hoped for something. And we have never hoped for anything from business: we see it for what it is and for what it has always been, a fool’s game of varying degrees of comfort. On behalf of our parents, our only regret is that they fell into the trap, at least the ones who believed.


_________________
argumentum ad baculum
25. Mai 2010, 14:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
habe andernorts schon gefragt, aber kennt jemand ne gute verschriftlichte kritik an denen?

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
25. Mai 2010, 15:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Antworten mit Zitat
bin erst auf seite 3 oder so, aber bisher gefällts mir gut... da wird schwer geschimpft :D was wolltest du denn kritisiert haben?

_________________
argumentum ad baculum
25. Mai 2010, 15:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
den text hier hab' ich nicht gelesen. lese zur zeit v.a. die ins deutsche übersetzten texte aus der broschüre "in offener feindschaft" (liegt zur zeit auf so ziemlich jedem büchertisch rum...) und versuche da gemeinsamkeiten und widersprüche rauszukratzen. die pathetische sprache - welche mir ja auch sehr gefällt - macht es mir aber nicht gerade einfach... vieles bleibt nur angedeutet oder wird mit floskeln ausgeschmückt.

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
25. Mai 2010, 15:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Antworten mit Zitat
Ja nicht nur die Sprache ist pathetisch (nicht zu verwechseln mit englisch - pathetic), sondern auch gerne mal die Gedanken. Der erste teil ist echt knorke (!), das BI als geworfener self-manager.. total ok. sittenwächter-bashing.. total ok. wos komisch wird ist wenn so zeug kommt wie die pettys wären eifersüchtig auf die banlieu-soziale-organisation wirds mir psychologisch (kein kompliment). im dritten teil dann die grosse arbeits-analyse.. wenn auch nicht nach meinem gusto, viel aussetzen kann ich nicht... schön die entlarvung von mobilität und flexibilität als den anforderungen an die reservearmee. den vorwurf mit participation an die marxisten verstehe ich nicht. schön auch wie er später noch einen merker bringt, dass ökonomie immer politisch war und ist, objekt von politik.

also die analyse gefällt mir, die schlüsse daraus weniger: kommunen gründen überall (sind dann halt nur prothesen weil die macht in anderen händen sind) ist quatsch, ich halte es da mit marx: arbeiterassoziation -> streik -> kommunismus.

_________________
argumentum ad baculum
25. Mai 2010, 16:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
also die analyse gefällt mir, die schlüsse daraus weniger: kommunen gründen überall (sind dann halt nur prothesen weil die macht in anderen händen sind) ist quatsch, ich halte es da mit marx: arbeiterassoziation -> streik -> kommunismus.


dann kommen wir zum gleichen schluss - zumindest bis anhin.

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
25. Mai 2010, 18:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag Antworten mit Zitat
wo mensch wohnt und wie hat wohl wenig damit zu tun ob er oder sie auch streiken kann oder tut.
wenn die autoren/innen aber meinen, dass die loesung darin liegt einfach in ne kommune zu ziehn wuerd ich sie auch auslachen.

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
26. Mai 2010, 09:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
san



Anmeldedatum: 14.09.2009
Beiträge: 79
Wohnort: in der selbstzerstörerischen todeskultur der westlichen zivilisation

Beitrag Antworten mit Zitat
also zur kritik könnt ihr hier was finden:
http://www.anarmedia.info/ könnt ihr aber selbst suchen....

verstehe überhaupt nicht wieso ihr gleich nach kritik schreit, mir macht es eher den anschein das ihr das büchlein "in offener feindschaft..." überhaupt nicht gelesen habt, wenn ihr den schluss zieht das da irgendwer sich in kommunen zurück ziehen will habt ihr, falls ihrs gelesen habt, wohl was komplett falsch verstanden.

ein zitat aus dem letzten text, "in freier luft":
Zitat:
es stehen schwierige jahre bevor, die nicht wenige unserer praktischen und mentalen gewohnheiten erschüttern werden. wenn es stimmt, dass das gefährlichste vorurteil dasjenige ist, zu glauben, selbste keine zu haben, so würde es mich trotzdem freuen, wenn diese notizen ohne voreingenommene lektüre aufgrund dessen kritisiert werden was sie aussagen. ein solcher wunsch erklärt sowohl den ton als auch den stil.


vorallem!

Zitat:
so würde es mich trotzdem freuen,wenn diese notizen ohne voreingenommene lektüre aufgrund dessen kritisiert werden was sie aussagen


mich auch! dann könnten wir konstruktiv darüber diskutieren, aber nicht das ihr jetzt einfach die kritik der (anarcho)kommis (oben) da mit rein bringt!

_________________
as long as civilization exists we are all endangered species!
26. Mai 2010, 15:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
kritik ist doch nicht gleich als ablehnung des ganzen zu verstehen. ich habe einige widersprüche mit den insurrektionalistenInnen und bin auf der suche nach texten, wo eben diese in einer debatte wieder auftauchen.

btw. nur ich habe mich auf "in offener feindschaft" bezogen. der text, den kiff hier reingestellt hat, existiert meines wissens noch nicht auf deutsch.

ich kann die einzelnen texte auch nicht wirklich in einen gesamtzusammenhang stellen - in italien müsste die traditionell-insurrektionalistische "strömung" ja eigentlich einwände gegen diese neue "strömung" haben. trotzdem finde ich dazu nichts...

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
26. Mai 2010, 18:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag Antworten mit Zitat
kapiernix, was ist denn das für ein büchlein, "in offener feindschaft"? ist das TCI ein teil daraus? und wer ist "ihr"? also ich habe das büchlein tatsächlich nicht gelesen, habe ich aber auch nicht behauptet, von daher kannst dich gleich selbst an der nase nehmen von wegen genau lesen.

_________________
argumentum ad baculum
27. Mai 2010, 10:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
san



Anmeldedatum: 14.09.2009
Beiträge: 79
Wohnort: in der selbstzerstörerischen todeskultur der westlichen zivilisation

Beitrag Antworten mit Zitat
für die dies noch nicht wissen "the coming insurrection" gibts jetzt auf deutsch, edition nautilus hat ihn rausgegeben:
http://www.edition-nautilus.de/programm/politik/buch-978-3-89401-732-3.html

_________________
as long as civilization exists we are all endangered species!
20. Oktober 2010, 21:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



Anmeldedatum: 07.08.2010
Beiträge: 167
Wohnort: egal

Beitrag Antworten mit Zitat
Danger Mines!! hat Folgendes geschrieben:
wo mensch wohnt und wie hat wohl wenig damit zu tun ob er oder sie auch streiken kann oder tut.
wenn die autoren/innen aber meinen, dass die loesung darin liegt einfach in ne kommune zu ziehn wuerd ich sie auch auslachen.

Es geht ihnen darum, Kommunen aufzubauen, die die Macht in den Händen haben. Das heisst sowas wie insurrektionalistischer Anarcho-kommunismus (wäre wohl der Logischste Theoretische Bezeichnung)...
Nichts mit sich in Kommunen zurückziehen...

_________________
"ihr aber werdet die soziale Frage wissenschaftlich lösen, d.h. mit euerm grossen Maule. Der brutalen Herrschaft gegenüber seid ihr fein, d.h. ihr seid selber mehr oder weniger Bourgeois. Nur weiter, ihr anständigen Leute, die soziale Frage aber wird brutal gelöst werden; der Racheruf der Unterdrückten wird brutal ertönen" - Der Communist, N°17, 1893
24. Oktober 2010, 01:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
die kritik von alain c. wurde mittlerweile ins deutsche übersetzt:

http://ch.indymedia.org/media/2010/10//78372.pdf

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
27. Oktober 2010, 23:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag The Coming Insurrection Antworten mit Zitat
bin dabei auf französisch. wird wohl noch ein weilchen dauern und ich werd wohl dann noch alles auf deutsch brauchen. aber gefällt mir auch sehr gut bis anhin. vor allem die sprache die sie gebrauchen ist direkt und stark. mir sprechen sie auch immer mal wieder aus dem herz. aber eben leider versteh ich noch nicht ganz alles. sicher zuwenig um es kritisieren oder in die lüfte heben zu können.

die kritik dazu les ich dann wenn ich auf deutsch durch bin... hat wer einen link zu ner deutschen version?

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
04. November 2010, 20:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
das hier ist die online-version, welche zugleich auch als raubdruck zirkuliert. die übersetzung ist, nach kurzer überprüfung, ziemlich schlecht. satzfluss, terminologie, usw. ist teilweise ne katastrophe. es empfiehlt sich m.e. die nautilus-ausgabe für ca. 10.- fr. zu bestellen.

http://linksunten.indymedia.org/de/system/files/data/2010/07/1036189496.pdf

die wirklich gute kritik von alain c. (siehe oben) wird mittlerweile auch bei den fleissigen werberInnen für die sache des insurrektionalismus beworben:

Zitat:
Diese Kritik am Buch “Der kommende Aufstand” erschien 2009 in Frankreich.
Eine deutsche Übersetzung davon befindet sich nun im Umlauf.
Die Brochüre kann als PDF hier heruntergeladen werden.

Wir hoffen mit diesem Beitrag, auch über die Frage dieses wahrhaft tückischen Buches hinaus, eine Diskussion von allgemeinerer Natur anzuregen. Die identitäre Einschliessung auf Kosten der Fähigkeit, durch kritisches Miteinbeziehen der sozialen Realität und den Vorzug einer anti-autoritären Ethik vor der Strategie, die geeignetsten Methoden zu ihrer Subversion zu finden, kennt auch hierzulande viele Gesichter. Sich von ihr loszureissen, ist die Voraussetzung für eine subversive Dynamik, für eine revolutionäre Bewegung, die sich schliesslich durch die Konfrontation zwischen Ideen und Methoden auch beleben und stärken kann. Die Verbarrikadierung hinter Identitäten jedoch, ist die Lähmung dieser Dynamik.
http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/post/2010/10/27/473/

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
04. November 2010, 21:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



Anmeldedatum: 07.08.2010
Beiträge: 167
Wohnort: egal

Beitrag SO gut auch wider nict... Antworten mit Zitat
Savo hat Folgendes geschrieben:

die wirklich gute kritik von alain c. (siehe oben) wird mittlerweile auch bei den fleissigen werberInnen für die sache des insurrektionalismus beworben:
/
Naja, die Kritik ist etwas sehr umschreibend. Und in erster Linie kritisiert er auch gar nicht die Identität, kann er auch nicht, nach seiner Definition der Identität, müsste man der totalen Ziellosigkeit verfallen, wenn man, wie er will, gegen die Identität kämpft... hab ich zumindest so verstanden... Eine Identität hat mensch ja notwendigerweise (nicht dass die definiert werden müsste, auch eine undefinierte Identität existiert.). Naja, schlussendlich ist mir die Aussage n'bisschen schwammig, dass mit der Konstruktion der Identität etc.

Das was er hauptsächlich drüber schreibt, ist über den schon komplett anderen Erkentnisstheoretischen Ansatz den er und DKA hat. Seiner ist ein objektiver/"wissenschaftlicher" mehr oder minder (post)marxistischer Ansatz, der von DKA ist sehr subjektiv, Sprachkritisch, nicht so nominalistisch.
Naja, schlussendlich sind Alain C. DKA erstens zu untheoretisch bzw zu pragmatisch (keine Kapitalismustheorie, sondern nur aufs handeln und fühlbare bezogen), zu fortschrittsfeindlich (Im Sinne von einer gewissen Tendenz zum Anti-industrialismus, nicht konservativ...), zu anarchistisch (dezentral, auflösung der einheit der gesellschaft, während C. von einer weltweiten Einheitsanarchie träumt) und zu wenig Postmodern (sie wissen was sie wollen, scheissen auf toleranz)...
Übrigens setzt Alain C. stark auf die Mehrheitsposition. Er kritisiert oft von einem Standpunkt des sowieso seins. Dass es ja sowieso klar ist, dass es keinen natürlichen Kommunismus gibt (was er auch nicht mal in ner Hypothese stellt, obwohl er doch genau das vorwirft (dass DKA zB nirgens die Hypothese stellt dass der Kapitalismus ewig weitergeht (kann man durchaus vorwerfen, aber dann müsste mans selber wohl besser machen))) unnd ähnliches... Oft greift er auf Hegemoniale Positionen zurück, ohne zu argumentieren, und wirft dann DKA vor, keine Argumente zu bringen...
Und teilweise wirds auch noch peinlich, wenn C. zB so tut als wären "Wesen die sich finden" irgendwelche Engel, und DKA irgendwelche CHristen, und die Wesen gereinigte Wesen, und nicht mal ansatzweise zu verstehen sucht was gemeint ist.... Nja...

So gut find Ich die Kritik nicht, und Ich glaube auch, dass Alain C. besser einzelne Thesen ehrlich kritisiert hätte, als so zu tun als ob er die Identität kritisieren würde. Übrigens kritisiert er die Identität auch nur, weil es ihm eine Fremde ist... Nja...

_________________
"ihr aber werdet die soziale Frage wissenschaftlich lösen, d.h. mit euerm grossen Maule. Der brutalen Herrschaft gegenüber seid ihr fein, d.h. ihr seid selber mehr oder weniger Bourgeois. Nur weiter, ihr anständigen Leute, die soziale Frage aber wird brutal gelöst werden; der Racheruf der Unterdrückten wird brutal ertönen" - Der Communist, N°17, 1893
10. November 2010, 14:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



Anmeldedatum: 31.10.2006
Beiträge: 1498

Beitrag Antworten mit Zitat
Das Buch enzieht sich durch seine poetisch-pathetische Art doch gerade einer grundsätzlichen immanenten Kritik. Man kann da schon anführen, dass die Autoren keinen Dunst von politischer Ökonomie haben oder dass das Metropolenkonzept nicht aufgeht, aber damit trifft man den Kern des Buches kaum. Da liegt Alain C. eben schon völlig richtig mit seiner Kritik an der Identität, welche DKA stiftet. Genau so funktioniert das Angebot der Franzosen halt. Und genau so muss man es behandeln.

PS: Natürlich ist auch ein Alain C. im Vollbesitz einer Idenität, aber das nimmt seiner Kritik nichts.

_________________
Power to the Pöbel!
11. November 2010, 00:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
ein kommentar von bernd volkert in der jungle:

http://jungle-world.com/artikel/2010/45/42071.html

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
11. November 2010, 10:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag Antworten mit Zitat
Savo hat Folgendes geschrieben:
das hier ist die online-version, welche zugleich auch als raubdruck zirkuliert. die übersetzung ist, nach kurzer überprüfung, ziemlich schlecht. satzfluss, terminologie, usw. ist teilweise ne katastrophe. es empfiehlt sich m.e. die nautilus-ausgabe für ca. 10.- fr. zu bestellen.

http://linksunten.indymedia.org/de/system/files/data/2010/07/1036189496.pdf

die wirklich gute kritik von alain c. (siehe oben) wird mittlerweile auch bei den fleissigen werberInnen für die sache des insurrektionalismus beworben:

Zitat:
Diese Kritik am Buch “Der kommende Aufstand” erschien 2009 in Frankreich.
Eine deutsche Übersetzung davon befindet sich nun im Umlauf.
Die Brochüre kann als PDF hier heruntergeladen werden.

Wir hoffen mit diesem Beitrag, auch über die Frage dieses wahrhaft tückischen Buches hinaus, eine Diskussion von allgemeinerer Natur anzuregen. Die identitäre Einschliessung auf Kosten der Fähigkeit, durch kritisches Miteinbeziehen der sozialen Realität und den Vorzug einer anti-autoritären Ethik vor der Strategie, die geeignetsten Methoden zu ihrer Subversion zu finden, kennt auch hierzulande viele Gesichter. Sich von ihr loszureissen, ist die Voraussetzung für eine subversive Dynamik, für eine revolutionäre Bewegung, die sich schliesslich durch die Konfrontation zwischen Ideen und Methoden auch beleben und stärken kann. Die Verbarrikadierung hinter Identitäten jedoch, ist die Lähmung dieser Dynamik.
http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/post/2010/10/27/473/


thx

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
15. November 2010, 18:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
ein blog aus dem insurrektionalistischen millieu der schweiz:

http://unruhen.wordpress.com/

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
21. November 2010, 02:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
via ofenschlot u.a. auf das hier gestossen:



_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
23. November 2010, 23:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


Anmeldedatum: 26.06.2005
Beiträge: 2944
Wohnort: q3dm17

Beitrag Antworten mit Zitat
Jetzt nimmt mich das Buch auch wunder. Aber stimmt das mit der Anti-West-Propaganda?

_________________
24. November 2010, 00:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag Antworten mit Zitat
Armageddon hat Folgendes geschrieben:
Jetzt nimmt mich das Buch auch wunder. Aber stimmt das mit der Anti-West-Propaganda?


das hätte dich eigentlich schon längst wundernehmen sollen... aber leider gibts das teil noch nicht als hörbuch, zum einschlafen!!

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
24. November 2010, 09:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
Armageddon hat Folgendes geschrieben:
Jetzt nimmt mich das Buch auch wunder. Aber stimmt das mit der Anti-West-Propaganda?


was meinst du mit "anti-west-propaganda"?

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
24. November 2010, 11:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



Anmeldedatum: 22.07.2010
Beiträge: 565
Wohnort: walhall

Beitrag Chronistenpflicht von Ofenschlot Antworten mit Zitat
Zitat:
Als angemessene Reaktion darauf werden wir wohl in den nächsten zwei Monaten ausschließlich Informationen und Hinweise zur Biographie und zum Werk Amadeo Bordigas bringen müssen, damit sich mittels staubtrocknener Pfennigfuchserei die uns standesgemäße Langeweile wieder einstellt.


http://ofenschlot.blogsport.de/
26. November 2010, 13:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


Anmeldedatum: 26.06.2005
Beiträge: 2944
Wohnort: q3dm17

Beitrag Antworten mit Zitat
Savo hat Folgendes geschrieben:
Armageddon hat Folgendes geschrieben:
Jetzt nimmt mich das Buch auch wunder. Aber stimmt das mit der Anti-West-Propaganda?


was meinst du mit "anti-west-propaganda"?


"They wanna bring down capitalism and the western way of life."

Danger Mines!! hat Folgendes geschrieben:
aber leider gibts das teil noch nicht als hörbuch, zum einschlafen!!


Deinen Sarkasmus kannste dir sparen.

_________________
26. November 2010, 13:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
O.B.M.F



Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 1218
Wohnort: Zug

Beitrag Antworten mit Zitat
Danger Mines!! hat Folgendes geschrieben:
Armageddon hat Folgendes geschrieben:
Jetzt nimmt mich das Buch auch wunder. Aber stimmt das mit der Anti-West-Propaganda?


das hätte dich eigentlich schon längst wundernehmen sollen... aber leider gibts das teil noch nicht als hörbuch, zum einschlafen!!


Die Betonung liegt auf NOCH nicht:

http://7h3linguist.wordpress.com/2010/11/17/okay-eine-verruckte-idee/

_________________
Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
26. November 2010, 13:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag Antworten mit Zitat
O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Danger Mines!! hat Folgendes geschrieben:
Armageddon hat Folgendes geschrieben:
Jetzt nimmt mich das Buch auch wunder. Aber stimmt das mit der Anti-West-Propaganda?


das hätte dich eigentlich schon längst wundernehmen sollen... aber leider gibts das teil noch nicht als hörbuch, zum einschlafen!!


Die Betonung liegt auf NOCH nicht:

http://7h3linguist.wordpress.com/2010/11/17/okay-eine-verruckte-idee/


wie geil ist den das... zieh ich mir dann sogleich rein wenns dann da ist.

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
26. November 2010, 21:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag newsletter über den kommenden Aufstand Antworten mit Zitat
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
liebe Freundinnen und Freunde der Edition Nauilus,

mit Begeisterung, aber auch mit einigem Erstaunen haben wir die erregte Feuilletondebatte über unsere Nautilus-Flugschrift Der kommende Aufstand, verfasst vom Unsichtbaren Komitee, in den letzten Tagen beobachtet – und nehmen sie nun zum Anlass für dieses Sonder-Bulletin von Bord der Nautilus.

Eine kleine rückblickende Presseschau:

Am 7. November eröffnete das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit einem Bericht von Nils Minkmar über den Kommenden Aufstand auf: »Das schmale Werk, das im Original den Titel ›L’insurrection qui vient‹ hat, könnte das wichtigste linke Theoriebuch unserer Zeit werden.« Prompt reagierte Alex Rühle am 11. November in der Süddeutschen Zeitung: »Ein Text geht um in Europa. Erst lief er durch Frankreich, dann breitete er sich in England aus, jetzt ist er auf Deutsch erschienen. (...) Das Besondere an dem Buch ist dessen glänzender Stil. Der Text kommt ohne das sonstige phraseologische Sperrholz linker Pamphlete aus, die Autoren schreiben mit situationistischem Schwung und gleichzeitig düsterrevolutionärem Zorn eine ›Ästhetik des Widerstands‹ für das neue Jahrtausend.« Joachim Scholl und der Politologe Peter Grottian diskutierten am 12. November im Deutschlandradio Kultur: »›Ein Aufstand – wir können uns nicht mal mehr vorstellen, wo er beginnt, aber gerade darum ist er notwendig.‹ Mit solchen Sätzen argumentiert das Buch, und es ist ziemlich brillant geschrieben, es macht auch Spaß zu lesen, man hat manchmal den Eindruck, es ist auch so die Dialektik der Aufklärung vom alten Adorno, da steckt noch viel drin, das Leben, das wir unseren politischen Führern einhauchen, ist dasjenige, das man uns raubte.« Die Zeit zog am 18. November nach: »Leben in der Hölle – Ein linksradikales Manifest ruft zum Widerstand«, und der Spiegel druckte am 22. November drei Seiten ab. Angesichts solcher Faszination im bürgerlichen Feuilleton hielten plötzlich ausgerechnet die tageszeitung und die Jungle World das Buch für »eine rechte, von Heidegger und Carl Schmitt inspirierte antimoderne Hetzschrift«, strotzend vor »deutscher Ideologie« (23. bzw. 25. November). Dass man uns solches zutraut, hat uns verwundert, die Repliken auf diese Anwürfe überlassen wir jedoch gerne den Lesern sowie der FAZ und SZ, die für ihre Rezensenten sofort in die Bresche sprangen (25. November). Der Aufstand kommt, die Debatte geht weiter – am besten, Sie machen sich Ihr eigenes Bild und lesen selbst! Denn nach einigen Engpässen ist das Buch auch wieder lieferbar.

Lieferbarkeit:

U-Booten muss eine gewisse Trägheit beim Manövrieren zugestanden werden – die erste und zweite Auflage waren derart schnell vergriffen, dass das Buch zwischenzeitlich nicht lieferbar war. Nun aber wird die dritte Auflage gerade ausgeliefert und die vierte ist im Druck; insgesamt beläuft sich die bisherige Druckauflage bis heute auf 22.000 Stück. Noch haben nicht alle Großhändler ihre Bestände aktualisiert, aber die Lieferfrist beträgt nicht 2 bis 3 Wochen, wie zuweilen angegeben, sondern allerhöchstens 7 Tage. Seien Sie also unverzagt und bitten Sie die Buchhandlung Ihres Vertrauens, das Buch trotzdem zu bestellen, wenn sie es nicht vorrätig hat.

Im Internet kursiert schon seit längerem eine andere deutsche Übersetzung des Textes; dass das Buch bereits im August bei uns erschienen ist, ist selbst einigen der genannten Rezensenten entgangen. Aufgrund vieler Nachfragen auch hierzu ein Kommentar:

Kursierende Fassungen:
In Frankreich erschien der Text beim Verlag „La fabrique“, dessen Verleger Eric Hazan im übrigen auch Autor bei Edition Nautilus ist und der uns die Übersetzungsrechte an Der kommende Aufstand vergeben hat. Im Gegensatz zu der im Internet kursierenden deutschen Fassung ist unsere Übersetzung von einer Vertreterin Hazans und des Unsichtbaren Komitees geprüft und autorisiert. Lesen Sie also unsere Ausgabe!

In diesem Sinne, wir wünschen eine anregende Lektüre, mit besten Grüßen
die Crew der Edition Nautilus

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
29. November 2010, 19:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Das Buch neigt zur Übertreibung etc... aber was soll daran schädlich sein?


beispielsweise, dass sich zur zeit hunderte v.a. junge menschen in einen aktionismus steigern, scheinbar ohne sich zu fragen oder sich nur bedingt bewusst zu sein, was die konsequenzen desselben sein könnten oder tatsächlich sind:

- isolation
- brutale repression und dadurch gefährdung von linken strukturen
- vernachlässigung oder totale ausklammerung der tatsächlichen bruchstellen dieser gesellschaft (dort, wo sich klassenkampf im entstehen begreifen kann): kämpfe gegen lohnarbeit, bildung, miete, usw.
- naive bis schlicht unhaltbare aussagen zur ökonomischen konstitution dieser gesellschaft
- ...und damit auch verbunden ein illusorisches aussteigerfeeling gepuncht mit ein bisschen schwarzmarkt- und sozialhilfemissbrauch-träumereien
- eine nicht nur unsympathische, aber sicherlich nicht sehr perspektivische auffassung von revolution als aufstand (was nicht heissen soll, dass man revolution ohne aufstand denken muss, aber eben nicht nur und sicher nicht in den von DKA vorgeschlagenen kategorien)
- usw.

könnte hier noch weitere punkte anfügen, aber es ist spät. ich habe mich - und das ist wohl die "verführerische stärke" dieses zu recht vor wut und hass strotzenden buches - zumindest zu beginn häufig widergefunden in den texten. wie sonst, könnte man sich fragen, will man diese welt beschreiben, die weg muss und zwar ohne abstriche und so schnell wie nur möglich? nunja, die revolution wird von der arbeiterInnenklasse gemacht, oder gar nicht. wie man auf diese hinarbeiten will, sich organisieren sollte und heute bereits praktisch in kämpfe intervenieren kann, DAS sind die interessanten fragen. und die antworten finden sich vielleicht, indem wir die maschine auseinandernehmen, die teile studieren, schauen, wo unsere stärke liegt und wie das ganze beschaffen ist oder indem wir die leute, welche in auseinandersetzungen mit dem kapital stehen, unterstützen, solidarität anbieten, vernetzen, mitkämpfen, füreinander einstehen oder vielleicht auch indem wir dort, wo wir aus unserem leben rausgerissen werden (arbeit, schule, beziehungen, usw.) mit den menschen sprechen. über das was ist und das, was/wie es sein könnte. plündern, klauen, in kommunen leben, autos abfackeln, kurz: sich finden und kollektivität erleben, ist wichtig und ich möchte vieles davon in meinem leben nicht missen. all das aber zur strategie um die gewinnung einer welt zu erklären ist dann einfach fernab von jeder perspektive, die über diese welt hinausweist.

Zitat:
Und sie reden wie ihnen der Mund gewachsen ist... Nicht mit einer Theorie etc...


ofenschlot hat mal angemerkt:
Zitat:
Lesen Sie Debord durch die Brille Agambens, fühlen Sie sich in Ihrem heimeligen Berliner Kiez mal für einen Moment so richtig unwohl, erinnern Sie sich an Ihre Jugend in Neumünster oder Düren, als Sie ab und an mal einen BILD-Zeitungsautomaten oder ’nen Telefonhäuschen platt gemacht haben, lassen Sie sich von Ihren WG-Mitbewohnern Dante, Rimbaud und Sorel LAUT vorlesen, legen Sie danach Kollaps auf, vergessen auch nicht die ein oder andere stark aufputschende Pille --- dann können Sie das Manifest glatt selber schreiben. Und das alles in einer Nacht!


trotz alledem: DKA trifft einiges (auch wenn oft daneben) und ich möchte meine vorsichtige sympathie bekunden.

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
06. Dezember 2010, 02:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



Anmeldedatum: 22.07.2010
Beiträge: 565
Wohnort: walhall

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Solch ein Meisterwerk kritisiert man nicht. Man verdürbe sich den Spaß an seiner Fratzenhaftigkeit. Man nähme auch diesen amorphischen All-Zerstörer viel zu ernst...


Marx und Engels zu einem "insurrektionalistischen" Werk ihrer Zeit. ;-)
06. Dezember 2010, 17:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



Anmeldedatum: 11.08.2005
Beiträge: 1598
Wohnort: Im Keller

Beitrag Antworten mit Zitat
Savo hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Das Buch neigt zur Übertreibung etc... aber was soll daran schädlich sein?


beispielsweise, dass sich zur zeit hunderte v.a. junge menschen in einen aktionismus steigern, scheinbar ohne sich zu fragen oder sich nur bedingt bewusst zu sein, was die konsequenzen desselben sein könnten oder tatsächlich sind:

- isolation
- brutale repression und dadurch gefährdung von linken strukturen
- vernachlässigung oder totale ausklammerung der tatsächlichen bruchstellen dieser gesellschaft (dort, wo sich klassenkampf im entstehen begreifen kann): kämpfe gegen lohnarbeit, bildung, miete, usw.
- naive bis schlicht unhaltbare aussagen zur ökonomischen konstitution dieser gesellschaft
- ...und damit auch verbunden ein illusorisches aussteigerfeeling gepuncht mit ein bisschen schwarzmarkt- und sozialhilfemissbrauch-träumereien
- eine nicht nur unsympathische, aber sicherlich nicht sehr perspektivische auffassung von revolution als aufstand (was nicht heissen soll, dass man revolution ohne aufstand denken muss, aber eben nicht nur und sicher nicht in den von DKA vorgeschlagenen kategorien)
- usw.

könnte hier noch weitere punkte anfügen, aber es ist spät. ich habe mich - und das ist wohl die "verführerische stärke" dieses zu recht vor wut und hass strotzenden buches - zumindest zu beginn häufig widergefunden in den texten. wie sonst, könnte man sich fragen, will man diese welt beschreiben, die weg muss und zwar ohne abstriche und so schnell wie nur möglich? nunja, die revolution wird von der arbeiterInnenklasse gemacht, oder gar nicht. wie man auf diese hinarbeiten will, sich organisieren sollte und heute bereits praktisch in kämpfe intervenieren kann, DAS sind die interessanten fragen. und die antworten finden sich vielleicht, indem wir die maschine auseinandernehmen, die teile studieren, schauen, wo unsere stärke liegt und wie das ganze beschaffen ist oder indem wir die leute, welche in auseinandersetzungen mit dem kapital stehen, unterstützen, solidarität anbieten, vernetzen, mitkämpfen, füreinander einstehen oder vielleicht auch indem wir dort, wo wir aus unserem leben rausgerissen werden (arbeit, schule, beziehungen, usw.) mit den menschen sprechen. über das was ist und das, was/wie es sein könnte. plündern, klauen, in kommunen leben, autos abfackeln, kurz: sich finden und kollektivität erleben, ist wichtig und ich möchte vieles davon in meinem leben nicht missen. all das aber zur strategie um die gewinnung einer welt zu erklären ist dann einfach fernab von jeder perspektive, die über diese welt hinausweist.

Zitat:
Und sie reden wie ihnen der Mund gewachsen ist... Nicht mit einer Theorie etc...


ofenschlot hat mal angemerkt:
Zitat:
Lesen Sie Debord durch die Brille Agambens, fühlen Sie sich in Ihrem heimeligen Berliner Kiez mal für einen Moment so richtig unwohl, erinnern Sie sich an Ihre Jugend in Neumünster oder Düren, als Sie ab und an mal einen BILD-Zeitungsautomaten oder ’nen Telefonhäuschen platt gemacht haben, lassen Sie sich von Ihren WG-Mitbewohnern Dante, Rimbaud und Sorel LAUT vorlesen, legen Sie danach Kollaps auf, vergessen auch nicht die ein oder andere stark aufputschende Pille --- dann können Sie das Manifest glatt selber schreiben. Und das alles in einer Nacht!


trotz alledem: DKA trifft einiges (auch wenn oft daneben) und ich möchte meine vorsichtige sympathie bekunden.


geht mir ziemlich ähnlich...

_________________
Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
07. Dezember 2010, 17:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 1218
Wohnort: Zug

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
„Der kommende Aufstand“
Zur Rezeption und Kritik

Gerhard Hanloser

Ein kleiner Text sorgt für große Aufregung. Das Unsichtbares Komitee hat 2007 eine poetisch-radikale Flugschrift namens „Der kommende Aufstand“ (L'insurrection qui vient) herausgebracht, die jüngst auf Deutsch beim Verlag Edition Nautilus erschien, nun vergriffen zu sein scheint, aber auch frei im Internet verfügbar ist: www.trend.infopartisan.net/trd1210/insurrection.pdf
Vor der kollektiven Übersetzungsarbeit, die dem Raubdruck zu Grund liegt, gilt es den Hut zu ziehen, sie ist recht gut gelungen und das bei einer nicht ganz einfachen Sprache, die das „Komitee“ zu schreiben pflegt. Man fühlt sich beim Lesen der Schrift an ältere Manifeste und Proklamationen der europäischen Avantgarde erinnert, besonders an Schriften des Surrealismus oder von der leider viel zu unbekannten Formation Contre-Attaque um den radikalen Denker George Bataille. Wie diese predigt das Komitee den radikalen und gewalttätigen Aufstand gegen eine Herrschaft und Ordnung, die sich als total gesetzt hat. Es will nicht bloß die Demokratie, mehr Selbstverwirklichung, das antifaschistische Bündnis gegen eine schlechter werdende Welt anrufen, sondern - da das Leben im Kapitalismus bereits die Hölle ist - eine angemessen radikale, alles umstürzende Antwort formulieren.

Gegen kapitalistische Pseudo-Individualität

L'insurrection qui vient bezieht sich positiv auf die Revolte in den französischen Vorstädten und griechischen Universitätsvierteln, aber auch auf die Aufstände in Algerien in der Kabylei 2001 und auf die Kommune von Oaxacha in Mexiko, ohne diese jedoch auf ihre kommunistischen Elemente, aber auch Beschränkungen, Probleme und Fehler zu untersuchen.
Die Streitschrift ist aber deshalb interessant, weil sie sich an einer Ideologiekritik auf der Höhe der Zeit für die avanciertesten Orte, die Metropolen, versucht: nicht mehr Vaterland, Pflicht, Familie, sind die vorherrschenden Ideologien des modernen Menschen. Er will nicht mehr Arbeiter sein, sondern Künstler. Nicht mehr der Protestantismus, sondern die Ökologie ist die neue Moral des Kapitals. Statt kollektiver Zuschreibungen herrscht die so unbekümmerte wie unberechtigte Selbstwahrnehmung I AM WHAT I AM vor - von der Werbeindustrie dem Bürger auf die Haut geschrieben. Tatsächlich, so das Unsichtbare Komitee, befinden wir uns im Zustand der Halb-Ohnmacht angepasster Subjekte. Das Manifest lässt die böse Ahnung aufkommen, dass Totalitarismus erst jetzt vorherrscht. Das Abseits als sicherer Ort war sowohl im Nationalsozialismus wie im Stalinismus zu finden. Doch wo jetzt angesichts der allumfassenden Durchdringung der Welt durch Ideologie und Präsenz der Ware, die auch bis in die Welt der Wünsche hineinzuragen vermag? Ist nicht jetzt erst die totale Mobilmachung zur Perfektion getrieben, wenn „der Arbeitslose sich seine Piercings entfernt, zum Friseur geht und seine Projekte entwickelt, ernsthaft ‚an seiner Beschäftigungsfähigkeit’ arbeitet, wie man zu sagen pflegt“? Auch in den Metropolen – den Orten, in denen die Ware am deutlichsten regiert - gilt es deshalb, Orte und Zonen politischer Solidarität zu errichten, „die für den staatlichen Zugriff so undurchdringlich ... wie ein Zigeunerlager“ sind. Jenseits der bestehenden Organisationen, Parteien und linken Milieus - die man meiden sollte, weil sie korrumpieren und verblöden - soll man in Freundschaft verbundene Kommunen aufbauen, die sich so organisieren, dass man der Arbeit entfliehen und sich auf ein widerständiges Leben konzentrieren kann. Gegen die Entfremdung und die Zumutungen der Lohnarbeit soll der Mensch in der Revolte sich allumfassend bilden und befähigen. Lokale Kommunen organisieren dann den Aufstand gegen die Warengesellschaft und schaffen befreite Zonen: „Es geht darum, kämpfen zu können, Schlösser zu knacken, Knochenbrüche ebenso zu heilen wie eine Angina, einen Piratensender zu bauen, Volksküchen einzurichten, genau zu zielen, aber auch darum, zerstreutes Wissen zu sammeln und eine Landwirtschaft des Krieges zu schaffen, die Biologie des Planktons und die Zusammensetzung des Bodens zu verstehen, das Zusammenwirken der Pflanzen zu studieren...“.

Bürgerliches Feuilleton

Im verschlafenen Deutschland kam die Debatte um „Der unsichtbare Aufstand“ erst die letzten Monate im Feuilleton so richtig in Fahrt. Doch mit welch hanebüchener Unwissenheit! Die einen bemühen den Skandalschriftsteller Michel Houellebecq, um den Text inhaltlich einordnen zu können Das einzig verbindende zwischen ihm und dem Komitee dürfte eine pessimistische Zeichnung der Sexualität als entfremdet sein, die Teil der vom Kapitalismus allumfassend zerstörten Zwischenmenschlichkeit sei, und noch darin bestehen - dass beide aus Frankreich stammen. Andere fühlen sich an den Waldgänger von Ernst Jünger erinnert (www.sueddeutsche.de/kultur/debatte-ueber-der-kommende-aufstand-das-hat-er-vom-vater-1.1027927), obwohl dieser auch noch in dieser 50er-Jahre-Schrift deutsches Volk, Theologie, Wahrung des Eigentums über alles stellt, Kategorien, die dem anarchistischen Komitee reichlich fremd sein dürften. Der Traditionsbestand, aus dem das Unsichtbare Komitee schöpft ist eindeutig. Ein Strang ist die alt-anarchistische Idee der moralisch gerechtfertigten Aneignung in einer unterdrückerischen und herrschaftlich eingerichteten Gesellschaft, ein weiterer die radikale Negation der bestehenden Zivilisation wie man sie bei den Surrealisten um André Breton kennen dürfte. Das ganze mixt sich mit der polemischen Abgrenzung von der traditionellen, alt-linken, verbürgerlichten Linken, wie sie die Situationisten um Guy Debord in den 60er Jahren genüsslich zelebrierten.
Wenig Kenntnis von der Geschichte des französischen Spät-Situationismus beweisen Rezensenten, die sich angesichts der tiefen Zivilisationsskepsis und Abrechnung mit der kapitalistischen Moderne lediglich an Heidegger erinnert fühlen, um sogleich „Nazi!“ schreien zu können. (www.jungle-world.com/artikel/2010/47/42175.html)
(www.taz.de/1/debatte/theorie/artikel/1/fast-wie-gas/)
Radikale und aus dem undogmatischen Marxismus kommende Essayisten wie Guy Debord oder der im August 2010 verstorbene Jaime Semprun haben sich in den 80er Jahren von der Arbeiterklasse als revolutionärem Subjekt verabschiedet und setzten auf radikale Minderheiten, die das Bestehende mit seiner Entfremdungsdynamik in Frage stellen können. Sie brachen angesichts einer apokalyptisch sich zuspitzenden Umweltfrage mit dem Fortschrittsoptimismus des Marxismus, der sich stets auf eine Dialektik der Produktivkraftentfaltung bezog, und verwarfen die herrschende Zivilisation mit ihrem technologischen Potential in toto.
Wer meint, Technikkritik könne nur politisch rechts sein, sollte zur Kenntnis nehmen, dass es auf der Linken immer eine solche radikale Unterströmung gab - von dem romantischen Anarchisten Gustav Landauer bis zur Kritischen Theorie des Weltbürgers Walter Benjamin, von dem das Komitee auch die Einsicht übernommen hat, dass die Katastrophe nicht das ist, was kommt, sondern bereits eingetreten ist. Und wer allen ernstes das Komitee wegen dessen Technikkritik der Konservativen Revolution zuschlagen will, sollte Ernst Jüngers proto-faschistisches Manifest „Der Arbeiter“ von 1932 zur Hand nehmen, in dem die Technik mitsamt ihres Zerstörungspotentials gefeiert wird, wie in keiner anderen Schrift des 20. Jahrhunderts, den italienischen Futurismus an der Schwell zum Faschismus vielleicht ausgenommen.
Doch es ist mehr als nur Unwissenheit, wenn in nominell linken Publikationen wie taz und Jungle World die Schrift in die braune Ecke gestellt und dabei schlicht mit unbegründeten Behauptungen operiert wird. Das Unsichtbare Komitee würde sich auf Carl Schnitt und Martin Heidegger beziehen, wird behauptet, einen Beleg dafür sucht man vergebens. Entgegen der Feuilletonkultur in FAZ, SZ und Die Zeit zeigt sich in dem poplinken und dem grünen Mittelschichts-Milieu verbundenen Feuilleton eine inhaltlich entgrenzte Kultur des Vorwurfs und der Unterstellung, in der es nur noch darum geht, auf der Seite der Ordnung zu stehen. Die Revolte war offensichtlich biographisch mal zu nah an der eigenen Lebenswelt angesiedelt, wie beim ehemaligen Beute-Herausgeber und ID-Verleger Andreas Fanizadeh (dem heutigen taz-Feuilleton-Chef: www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2010/11/27/a0324&cHash=0260a2f2d2
), als das man sie sich anders als mit schweren pseudo-antifaschistischen und Anti-Terror-Geschützen vom Leib halten kann.
Der taz- und Jungle-World-Rezensent Johannes Thumfart kommt zu dem wenig erstaunlichen Ergebnis, es handele sich um ein „antidemokratisches Pamphlet“, das gegen „Demokratie und Rechtsstaat wettert“. Ja richtig, doch um diese Stoßrichtung mehr moralisch als argumentativ zu diskreditieren, braucht er schon den Passepartout-Begriff „Ressentiment“ und die ohne viel Federlesens vorgenommenen Nazi-Vergleiche, die der Logik des Extremismusbegriffs folgen, dass es Christina Schröder und Eckhard Jesse eine wahre Freude sein dürfte. Hier geriert sich der Feuilletonist als Staatsschützer und das, wo man doch immer dachte, dass zumindest auf den Kulturseiten der bürgerlichen Blätter der ein oder andere Staatsferne mal schreiben darf.

Keine leichte Beute

Beim Lesen des „Kommenden Aufstandes“ stellt sich ein Effekt ein, der von der Lektüre der Texte der Kritischen Theorie von Adorno und Horkheimer bekannt sein dürfte. Man liest mit bösem Einverständnis eine Beschreibung einer an sich total verkommenen und verkehrten Welt. Und man findet sich in einer erhabenen Komplizenschaft mit den Autoren wieder: die Welt ist schlecht. Doch die Welt des Textes und die wirkliche Welt weisen dann doch – zum Glück des Rezipienten! – erhebliche Unterschiede auf. Auch das Angebot bleibt unbefriedigend: Wo bei Adorno Abwendung von der negativen Totalität und Zuwendung zu den schönen Künsten Heil verspricht, ist beim „Unsichtbaren Komitee“ lediglich der Aufstand Heil spendend. Darin besteht die Gefahr des Elitarismus.
„Der kommende Aufstand“ mit seiner nihilistischen Zeichnung des Bestehenden ist für einen Marxisten allerdings nur vermeintlich leichte Beute. Natürlich kann der immer schon anti-anarchistische Marxist-Leninist „Kleinbürger“ raunen, Expressionismus, Wut und Wahn diagnostizieren und den stets gültigen wie so bedächtigen „Historischen Materialismus“ in Anschlag bringen. Natürlich – und das gilt für die etwas klügeren Marxisten - könnte man mit Marx darauf hinweisen, dass „wenn wir nicht in der Gesellschaft, wie sie ist, die materiellen Produktionsbedingungen und ihnen entsprechenden Verkehrsverhältnisse für eine klassenlose Gesellschaft vorfänden, ... alle Sprengversuche Donquichotterie“ wären. Doch kann man allen Ernstes behaupten, dass Internet und Handy uns dem Kommunismus näher gebracht haben? Diese Dinge könnten im Kommunismus sicherlich ihre Gebrauchswertseite entfalten (wären aber dann nicht mehr „Handy“ und „Internet“, wie wir sie kennen), aber in der vorherrschenden Gesellschaft zementieren sie die Einsamkeit, sorgen für Trennung und gaukeln Schein-Gemeinsames vor. Es benötigt einen Gutteil marxistischen Dogmatismus, wollte man sich nach wie vor ganz unbefangen auf eine Dialektik von Produktivkraftentfaltung und Revolution verlassen. Hinter der 1950 geschriebenen Kritik von Karl Korsch am dogmatischen Marxismus, dessen Glaubenssatz in einer „mystischen Identifizierung der Entwicklung der kapitalistischen Ökonomie mit der sozialen Revolution der Arbeiterklasse“ besteht, sollte man nicht zurückfallen, auch wenn man der generalisierten Technikkritik des „Unsichtbaren Komitees“ nicht folgen mag.
Das größte Problem des „Kommenden Aufstands“ besteht darin, dass es lediglich Leute anspricht, die sich ohnehin bereits in dem attackierenden Sound wiedererkennen. Der Text kann sich auf eine Revolt-Identität beziehen und verstärkt eine solche Identität, die bereits vorliegt und sich tatsächlich in den diversen mehrheitlich von Jugendlichen getragenen Revolten der letzten Jahre herausgebildet hat. Er schafft es aber nicht, das Problem zu umkreisen, dass Revolution immer auch bedeutet, dass sich bestehende herrschaftliche Identitäten verflüssigen und auch die bereits bestehenden Revolt-Identitäten dem Neuen öffnen müssen. Das würde heißen, anders als bloß pädagogisch die Frage aufzuwerfen, wie man diejenigen für das Aufbegehren gewinnen kann, die die bestehende Ordnung noch nicht als totalitär, zusammengebrochen, vergewaltigend empfinden. Für viele Menschen ist die Welt noch nicht zusammengebrochen, sie gehen jeden Tag arbeiten, sie tun das nicht unbedingt mit einem verblendeten Strahlen im Gesicht, sondern sie sind schlichtweg dazu gezwungen. Der Aufstand im hier und jetzt ist für sie (auch für den Verfasser dieser Zeilen) gar keine lebbare und sich unmittelbar aufdrängende Alternative. Aber der Text konstruiert das reine Subjekt der Revolte, das scheinbar vom Kapitalismus befreit ist, ihm bloß als Feind gegenübersteht. Entspricht das der Realität? Die Jugend- und Arbeiterrevolten der letzten Jahre – die Aufstände der Generation 600-Euro in Griechenland und anderswo - zeigen doch viel mehr, dass Menschen gerade auch aufgrund des Gezwungen-Seins zum Arbeiten und den damit verbundenen Lebensbedingungen revoltieren. Der Text umschifft jedoch dieses für eine kommunistische Theorie zentrale Thema: wie wir uns als Ausgebeutete unter Bedingungen (manche nennen diese „neoliberal), die uns immer mehr entmachten, wieder zu einem machtvollen Faktor in und gegen die Arbeit, und nicht nur gegenüber der Polizei erheben können. Tatsächlich liegt in der Arbeit und der Ausbeutung auch der Lebensnerv dieser Gesellschaft. Das werden auch die militant Aufständischen merken: Wie geht es weiter, wenn die letzte Ampel zerhackt wurde, das letzte Fernsprechhäuschen in Flammen steht und man sich in den in Freundschaft verbundenen Kommunen die Wunden verarztet und dazu Tee aus dem eigenen Kräutergarten trinkt? Haben die unsichtbar Publizierenden und sichtbar Zerstörenden auch die Selbstgewissheit des legendären spanischen Anarchisten Buenaventura Durruti, der sagen konnte: „Wir sind es, die wir die Städte und Paläste - hier in Spanien und in Amerika und überall - gebaut haben. Wir Arbeiter können andere Städte und Paläste an ihrer Stelle aufrichten und sogar bessere. Wir haben nicht die geringste Angst vor Trümmern. Wir werden die Erben dieser Erde sein... Hier, in unserem Herzen, tragen wir eine neue Welt. Jetzt, in diesem Augenblick, wächst diese Welt“?


Nachtrag: Wird „Der kommende Aufstand“ in den hiesigen Milieus des Linksradikalismus aufgegriffen, in der Hoffnung, dass diese mal ordentlich durcheinandergewirbelt werden und eine Poesie der Widerständigkeit entwickeln? Ein guter Freund und Genosse, der es wissen sollte, meinte, Leute wie die Verfasser der Flugschrift würden höchstwahrscheinlich wegen „dominantem Redeverhaltens“ aus den einschlägigen Lokalitäten verbannt werden.


_________________
Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
08. Dezember 2010, 17:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag Antworten mit Zitat
passt mir gut der geri... er sagt aber was, was mich einwenig irritiert. der kommende aufstand ist ja nicht geschrieben als lösungsansatz sondern um aufzurütteln genau wie er auch erwähnt. nur, warum fragt er dann nach lösungen die er im text nicht erkennen kann und wenn er sich nicht wiederfindet als "unglücklicher" aber doch abrbeitender mitbürger, warum versucht er es nicht mal mit einwenig subversion, genau das sagt ja der text auch... nimm mal ein stein in die hand und versuch es einfach!! (es gibt ja da auch andere arten der destruktion.. :)
es soll ja genau ein teil des neuen sein, das alte zu zerstören. aber das kennen wir ja eben von andern anarchistischen texten und wird ja immer auch wieder kritisiert... keine lösungen, nur kaputtmachen!!! ich finds geil ---- > das kaputtmachen!!

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
08. Dezember 2010, 17:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



Anmeldedatum: 07.08.2010
Beiträge: 167
Wohnort: egal

Beitrag Antworten mit Zitat
Savo hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Das Buch neigt zur Übertreibung etc... aber was soll daran schädlich sein?


beispielsweise, dass sich zur zeit hunderte v.a. junge menschen in einen aktionismus steigern, scheinbar ohne sich zu fragen oder sich nur bedingt bewusst zu sein, was die konsequenzen desselben sein könnten oder tatsächlich sind:

- isolation
- brutale repression und dadurch gefährdung von linken strukturen
- vernachlässigung oder totale ausklammerung der tatsächlichen bruchstellen dieser gesellschaft (dort, wo sich klassenkampf im entstehen begreifen kann): kämpfe gegen lohnarbeit, bildung, miete, usw.
- naive bis schlicht unhaltbare aussagen zur ökonomischen konstitution dieser gesellschaft
- ...und damit auch verbunden ein illusorisches aussteigerfeeling gepuncht mit ein bisschen schwarzmarkt- und sozialhilfemissbrauch-träumereien
- eine nicht nur unsympathische, aber sicherlich nicht sehr perspektivische auffassung von revolution als aufstand (was nicht heissen soll, dass man revolution ohne aufstand denken muss, aber eben nicht nur und sicher nicht in den von DKA vorgeschlagenen kategorien)
- usw.

könnte hier noch weitere punkte anfügen, aber es ist spät. ich habe mich - und das ist wohl die "verführerische stärke" dieses zu recht vor wut und hass strotzenden buches - zumindest zu beginn häufig widergefunden in den texten. wie sonst, könnte man sich fragen, will man diese welt beschreiben, die weg muss und zwar ohne abstriche und so schnell wie nur möglich? nunja, die revolution wird von der arbeiterInnenklasse gemacht, oder gar nicht. wie man auf diese hinarbeiten will, sich organisieren sollte und heute bereits praktisch in kämpfe intervenieren kann, DAS sind die interessanten fragen. und die antworten finden sich vielleicht, indem wir die maschine auseinandernehmen, die teile studieren, schauen, wo unsere stärke liegt und wie das ganze beschaffen ist oder indem wir die leute, welche in auseinandersetzungen mit dem kapital stehen, unterstützen, solidarität anbieten, vernetzen, mitkämpfen, füreinander einstehen oder vielleicht auch indem wir dort, wo wir aus unserem leben rausgerissen werden (arbeit, schule, beziehungen, usw.) mit den menschen sprechen. über das was ist und das, was/wie es sein könnte. plündern, klauen, in kommunen leben, autos abfackeln, kurz: sich finden und kollektivität erleben, ist wichtig und ich möchte vieles davon in meinem leben nicht missen. all das aber zur strategie um die gewinnung einer welt zu erklären ist dann einfach fernab von jeder perspektive, die über diese welt hinausweist.

Zitat:
Und sie reden wie ihnen der Mund gewachsen ist... Nicht mit einer Theorie etc...


ofenschlot hat mal angemerkt:
Zitat:
Lesen Sie Debord durch die Brille Agambens, fühlen Sie sich in Ihrem heimeligen Berliner Kiez mal für einen Moment so richtig unwohl, erinnern Sie sich an Ihre Jugend in Neumünster oder Düren, als Sie ab und an mal einen BILD-Zeitungsautomaten oder ’nen Telefonhäuschen platt gemacht haben, lassen Sie sich von Ihren WG-Mitbewohnern Dante, Rimbaud und Sorel LAUT vorlesen, legen Sie danach Kollaps auf, vergessen auch nicht die ein oder andere stark aufputschende Pille --- dann können Sie das Manifest glatt selber schreiben. Und das alles in einer Nacht!


trotz alledem: DKA trifft einiges (auch wenn oft daneben) und ich möchte meine vorsichtige sympathie bekunden.


Nja... Und umgekehrt kann's bei analytischen Werken zu nichtstun führen, zu sinnlosem theoretisieren etc... Die gefahren liegen bei jedem Text...

Die Gefahr der Isolation... Die meisten sind schon isoliert, also von dem Punkt aus...

Die Unhaltbaren aussagen von DKa würden mich mal intressieren, so beim namen genannt...

Dass "die" arbeiterklasse das einzig wahre revolutionäre Subjekt per se ist, konnte noch nie jemand ernsthaft begründen, war eigentlich nur eine Behauptung von marx...

Dass DKA eben kein utopisches sondern ein strategisch situationistisches werk ist, sollte mensch mal begreifen... Sie beschreiben einen (ihren) Weg, nicht in erster Linie das Ziel...

Verwirrend am Buch ist glaub ich vor allem, dass es Theorie und Handeln nicht getrennt begreift... Sie sprechen hauptsächlich über wahrnehmbare Dinge (Die entfremdung etc) und über Handeln, was zur zeit eher selten ist, und wenn, dann nur, um im nachhinein das Handeln an der unmessbar guten Theorie zu messen bzw kleinzumachen...

_________________
"ihr aber werdet die soziale Frage wissenschaftlich lösen, d.h. mit euerm grossen Maule. Der brutalen Herrschaft gegenüber seid ihr fein, d.h. ihr seid selber mehr oder weniger Bourgeois. Nur weiter, ihr anständigen Leute, die soziale Frage aber wird brutal gelöst werden; der Racheruf der Unterdrückten wird brutal ertönen" - Der Communist, N°17, 1893
10. Dezember 2010, 20:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag passt irgendwie einwenig: Antworten mit Zitat
von hier: http://www.wildcat-www.de/dossiers/banlieue/nicole_the.htm

Zitat:
Aber trotzdem: durch die Flammen haben sie gezeigt, dass eine Regierung, die Angst hat, ihre selbst aufgestellten Regeln der Unnachgiebigkeit verletzen kann, und das ist etwas, das keine der großen oder kleinen Bewegungen des Widerstands der Lohnabhängigen, eingerahmt von den Gewerkschaften, in den letzten Jahren von sich behaupten kann. Offensichtlich fürchtet die Macht heute die kollektiven Bewegungen überhaupt nicht mehr, deren »Vertreter« sie an den Verhandlungstisch holen kann, wo sie sich den Regeln der »Wirtschaft« beugen. Aber angesichts einer Revolte ohne Sprecher kommt ihre Angst vor der primitiven Klasse zurück. Ist das nicht eine Lehre, die auch anderen sozialen Akteuren gut tun würde?



aufstand iss immer was gutes, wenn wir uns dann auch aktiv daran beteiligen. nicht dass wir umbedingt mit auf der strasse sein müssen, auch wenn dies mein persönlicher "favorite" ist, sondern auch nachher die gefangenen unterstützen, familien derer unterstützen, lokale räte organisieren, etc. halt aktiv in den prozess eingreiffen und solidarität zeigen. ich glaub dass ist der linken in den letzten 50 - 60 jahren verloren gegangen. wir stecken fest im "politisieren"...!!!

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
15. Dezember 2010, 18:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=22125&mode=play

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
18. Dezember 2010, 13:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

Beitrag wotsch no mee? Antworten mit Zitat
http://linksunten.indymedia.org/de/node/30926

Das »Unsichtbare Komitee« äußert sich zum Diskurs um seine Schrift »Der kommende Aufstand«. Nachfolgend wird sein Text "Verwaltet weiter, verschweigt! Eine Intervention" dokumentiert.




Verwaltet weiter, verschweigt!



Eine Intervention



Wodurch ist eine ausweglose Situation charakterisiert? Durch Markierungen, die zwar alternative Wege aufblitzen lassen, aber durch ein vielfältiges Instrumentarium die Möglichkeit ihrer Begehung blockieren – politisch, moralisch oder durch Gewalt. Die Markierungen verlaufen dabei nicht nur zwischen den offensichtlichsten Institutionen der Normalisierung: der Schulpflicht, dem Strafgesetzbuch, den Wahlkomitees oder der Vergeldlichung unserer Umwelten. Wir erlauben uns, eine Vulgarität auszusprechen: Es ist der Gedanke, nicht das Bataillon, der Territorien einnimmt, absichert und ihre Begrenzungen festlegt. Der psychologische Sündenfall jeder Ordnung, deren Fundamente am Beben sind, ist die Lobeshymne, mit der ihre letzten Verwalter sich an sie schmiegen, auf dass die »beste aller Welten« nicht zugrunde gehe – jetzt, da ihnen das kaum fassbare Glück zuteil wurde, unter Milliarden von Menschen und Jahrtausenden menschlicher Zivilisation auserwählt zu sein und in ihr leben zu dürfen.



Was nützt es, daran zu erinnern, dass sich nahezu jede Ordnung mit diesem Label schmückt? Die Ideosynkrasie (Überempfindlichkeit; d. Red.) jeder Ordnung erreicht ihr Maximum kurz vor ihrem eigenen Tod; dort ist sie auch am destruktivsten. Die Zerfallserscheinungen unserer modernen Konstruktionen, trotz aller Beharrlichkeit und Liebe, mit der ihr Funktionieren sichergestellt wird, sind heute keine extraordinären Phänomene mehr. Noch weigert sich die Gesellschaft, auf eine Interpretation einzugehen, die ihr gefährlich werden könnte. Wenn sie es tut, wird ihr eigentliches Fundament zum Vorschein kommen, die Fratze der nackten Gewalt, die sie unter dem Schleier der »Zivilisiertheit« kaschiert, um dadurch unbegrenzt und unverdächtig über sie verfügen zu können. Dann ist es im Übrigen egal, ob gestern noch von der Gewaltlosigkeit als dem großen Asset (Plus; d. Red.) gesprochen wurde, das die liberalen Demokratien in ihrem Kern auszeichne. Wenn das Fundament auf dem Spiel steht, werden keine Gefangenen gemacht.




Organisation der Stimmen



Warum sehen wir uns genötigt, in die deutsche Debatte zu intervenieren? In Frankreich greift der Staat zu physischer und juristischer Gewalt, um die Irritationen zu unterdrücken, die auf den Straßen liegen, Irritationen, deren Motive er nicht versteht, und denen wir ein Medium gegeben haben. Anders verhält es sich im deutschen Kontext. Dort haben die Mechanismen der Tabuisierung, Reglementierung und Aussperrung des Nicht-Sagbaren zwar keine andere Rationalität, doch eine andere Anatomie: subtiler, intellektueller, durchdringender, effektiver. Nirgendwo kann eine Gesellschaft wirksamer ihre Diskurse organisieren als an den Orten, wo »Debatte« geführt wird, jene Plattformen der öffentlichen Sphäre, auf denen die demokratische Gesellschaft, so weiß man, zu sich kommt: Als Garanten für Freiheit und Selbstbestimmung fungieren diese Orte als ihr Symptom, Mittel und Fundament zugleich. Ihre Teilnehmer: Metaphern von individualisierten Subjekten, die ihre inneren und äußeren Umwelten kontrollieren, Subjekte und Objekte sauber voneinander trennen, und die ihre Liebe einer Rationalität widmen, die ihre eigene Historizität und Kontingenz (fehlende Zwangsläufigkeit; d. Red.) nicht wahrhaben möchte; Subjekte, die alles Mögliche identifizieren können, nur nicht sich selbst; die ihre eigene Verortung nicht kennen, oder sie kennen sie, aber akzeptieren die Folgen nicht. Die Wortführer dieser »Debatten« sind die ewig Gleichen: Neben den üblichen Verdächtigen aus den herrschenden Zirkeln sind es diejenigen, die deswegen eine Stimme zugeteilt bekommen, weil sie entweder die Diskursregeln virtuos beherrschen oder weil sie ihre Stimme als profitable Ware haben platzieren können – und nicht etwa, weil sie Wahrheiten aussprechen oder Möglichkeiten benennen.



Die äußerste Form der Repression des Gedankens ist nicht die Vernichtung des menschlichen Körpers, der ihn äußert, sondern der Anschlag auf den Gedanken selbst. Die effektivste Form des Anschlags: seine De-Legitimierung. Man müsste eine Geschichte schreiben über die vielen Spielarten und Techniken dieser De-Legitimierung, die erst das »aufgeklärte Zeitalter« hervorgebracht hat. Leere Signifikanten wie »reaktionär« und »anti-modern« zählen in der aktuellen diskursiven Verfasstheit der westeuropäischen Länder zu den wirksamsten Werkzeugen, mit denen sich die »Debatte« abweichende Ansätze vom Hals hält. Eine Herrschaft, die solche Feinde hat, ist heute unverdächtig und total. Eine geschützte Herrschaft. »Wir sind anti-modern – man braucht sich nicht mehr um uns zu kümmern. Legt den Fall zu den Akten«, liest man zwischen unseren Zeilen. Wir erwidern nichts. Kein Argument. Beschreibt uns, wie Ihr wollt. Verwaltet weiter, igelt Euch ein, verschweigt die Irritationen. Wir erlauben uns eine weitere Vulgarität: Wir scheißen darauf. Die Distanz zur Straße wird Euch irgendwann einholen.



In hundert Jahren, nach dem Übergang dieser Ordnung in ihre zukünftigen Formen – seien sie kapitalistischer, kommunistischer oder sonstiger Natur –, wird die Historiographie ihre eigene Sprache für unsere Epoche entwickelt haben. Ihr wird nicht entgehen, wie breit und vielfältig das Klammern an der Ordnung wurde, von links wie von rechts, von oben wie von unten. Ihr werden die Verteidigungsstrategien nicht entgehen, die sie als endgültige Ordnung inszenierten, zur letzten, zu der die vernunftbasierten Menschen fähig seien. Ihr wird die Arroganz nicht entgehen, mit der das Ende aller Welten, Orte, Gerüche, Leidenschaften, Spiritualitäten, Überzeugungsysteme und Rationalitäten behauptet wurde, und wie sie wie alle Ordnungen zuvor agierte, die sich als die fortschrittlichsten verstanden haben, während sie alle anderen als defizitär oder kontingent klassifizierte. Sie wird sich fragen, warum wir uns nicht fragten, ob wir überhaupt so rational sein können, wie unser Selbstbild und unsere Systeme es von uns verlangen.



Chaos regiert



»Ich sehe sie, die vielen Unzulänglichkeiten, und ich bedaure sie, ja bekämpfe sie. Doch müssen wir froh sein, von allem Schlechten auf der Welt das am wenigsten Schlechte gefunden zu haben. Wir müssen hier aufhören, still halten, die Waffen niederlegen. Denn nach dem Gewaltmonopol bricht sich Bahn: das Chaos.« Man muss den Satz fünf, zwölf, hundert Mal wiederholen, bis der Schleier der Abstraktion fällt und seine Absurdität zum Vorschein kommt. Die Parteigänger des Gewaltmonopols sind sich sicher: Rational ist, eine Gesellschaft am Leben zu halten, in der Gewaltmittel aufs Unendliche angehäuft und, im Falle der Aktualisierung, in den Zugriffsraum einiger Weniger gestellt werden. Als naiv und utopisch gelten hingegen soziale Formationen, die sich dieser Irrationalität verweigern: all jene Räume, die sich in den metropolitanen Territorien bereits der Kontrolle der Maschine entzogen haben, und die neue, kommunale Wege des Zusammenlebens erzeugt haben; all jene Arbeit, die tagtäglich und in astronomischen Ausmaßen verrichtet wird, ohne dass Geld oder Zwang die Motivation zum Arbeiten herstellen; all jene Netzwerke und Nischen innerhalb des totalen Raumes, dort, wo die Argusaugen des Staates erblinden, in den Keimzellen der Selbstorganisation, an die die Gesellschaft nicht glauben will – weil sie eine ihrer letzten Wahrheiten aufs Spiel setzen: dass der Mensch ohne Staat zum Berserker wird.



In der Regel reicht allein der Hinweis auf den afrikanischen Kontinent, dessen imaginierte Finsternis uns erst die zivilisatorische Strahlkraft verleiht. »Sieh' genau hin! Wohin man blickt: Chaos regiert.« Neben Auschwitz, oder wahlweise dem Gulag, wird häufig genug auch Somalia als Kronzeuge für die Unmöglichkeit einer radikalen Alternative gehandelt. Zugleich ist das Land der mythische Ort, von dem man uns berichtet, dass der Mensch dort zu sich komme oder schon bei sich sei. Losgelöst vom staatlichen Sanktions- und Regulationsapparat, würde er endlich er selbst. Ein Monster: für sich wie für andere. Verschwiegen wird in dieser Konstruktion, dass dieser Mensch nicht ist, sondern bereits geworden ist. Wir kennen keine Gesellschaft, wo der Mensch zu sich kommt. Gesellschaft heißt gerade, dass er nicht bei sich ist. Er ist geworden in einer Umwelt, in der konkurrierende und hochgerüstete Gewaltmonopole über Jahrhunderte hinweg gewütet haben und in der sie nur fragiles, traumatisiertes und ausgebeutetes Menschenmaterial zurückließen, das sich in einem Wettlauf um das schnellere Sterben befindet. Selbst die Gewaltmittel lieferten sie mit und lehrten die so Subjektivierten die Mechanik der industriellen Vernichtung, bevor sie schließlich abzogen und schon bald begannen, über die Brutalität der »natürlichen« Zustände zu lästern, die sich ohne liberal-demokratische Gewaltapparate einstellten.
Denjenigen, die noch bei Verstand sind, fällt auf, dass der Staat nicht die Instanz der materiellen Gewalt ist, sondern eine Fiktion, ein Bild, das die menschlichen Verkehrsströme reguliert, Grenzen von Geschmack und Urteilskraft definiert, Entscheidungen nahelegt und individuelle Präferenzen bestimmt. Wäre der Staat wirklich nur dieses hässliche Monster, das allein durch die Kraft seiner Bedrohlichkeit seinen Status absichert, so befänden wir uns wahrlich in einem chaotischen Zustand, in dem konkurrierende Akteure permanent auf die Gelegenheiten der Übernahme warten würden – außerhalb oder innerhalb eines als legal definierten Raumes. Wir fordern diese Fiktion heraus, weil sie die Katastrophe zu verschulden hat, die sich nun überall Bahn bricht, die sich nicht nur gegen Einzelne richtet, sondern, strukturell und potentiell, gegen alle: Unkontrollierbar und selektiv, produziert sie täglich neue Opfer. Wir stellen entgegen eine neue Fiktion, die strukturiert, ohne zu zerstören.




Reaktionäre Gewalt – Gewalt als Reaktion



Dieses komische Konglomerat aus Milieus, Gewaltapparaten, kontrollierten Räumen und individuellen Stilen, das wir Gesellschaft nennen, hat ein pathologisches Verhältnis zur Gewalt. Ihre Pathologie besteht darin, die legitimen Gewaltformen zu definieren, aber sie öffentlich zu verschweigen und zu leugnen – notfalls mit Gewalt und ohne den Widerspruch zu akzeptieren. Wie ein Kranker, der andere Krankheiten, die ihm bisher erspart blieben, aussperrt, geißelt, tabuisiert. Wir fordern eine Öffnung des Diskurses über die Gewalt – erweitert um deren zu beobachtende Ubiquität (Allgegenwart; d. Red.). Früher oder später wird sie als das anerkannt werden müssen, was sie ist, nämlich als die allgegenwärtige Spur, tief verankert in der Grammatik unserer Zeit und anzutreffen an den verschiedensten Orten unseres Alltags: in der Separierung der gesellschaftlichen Subjekte, in der Totalität der Verwertungsmaschine, im Tod eines x-beliebigen betrunkenen Obdachlosen auf der metro-politanen Straße, in der Lust am Ressentiment und in der Gewissheit, es sich leisten zu können. Das Ende der Geschichte ist ein Ende mit Schrecken, zumindest für diejenigen, deren Stimme die »Debatte« aussortiert oder kastriert, bevor sie sie integriert.



Wir werden die Gewalt nicht weiter ertragen können. Während die zivilisierte, heißt: ausschließende »Debatte« weiterläuft, sehen wir uns gezwungen aufzurüsten: so lange, bis wir uns den Pazifismus leisten können. Leise, maulwurfsartig, un-strategisch und spontan müssen unsere Gesten sein. Der Impuls, seine Impulsion, seine Impulsivität – eine mächtige Triade. Es sei übrigens bemerkt, dass wir auf die Konsequenzen vorbereitet sind.



Comité Invisible, 12/2010




--------------------------------------------------------------------------------



Der Text "Der kommende Aufstand" ist in deutscher Sprache dokumentiert bei Indymedia: http://linksunten.indymedia.org/node/22964

Diese Version ist besser als die bei Edition Nautilus erschienene.

_________________
argumentum ad baculum
20. Dezember 2010, 15:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
«Der kommende Aufstand»
Revolte ist noch kein Programm
Von Bettina Dyttrich

Zehn Jahre nach den Protesten in Davos und Genua wird ein anonymes französisches Buch heiss diskutiert. Könnte es als Anleitung für eine neue Bewegung dienen?

Vor zehn Jahren war das Wort «Wutbürger» noch nicht erfunden. Aber Wut war genug da in jenem Januar, als die Polizei vor dem World Economic Forum (Wef) Davos abriegelte. Einheimische mussten stundenlang warten, NGO-VertreterInnen wurden durchsucht, sogar einige Wef-TeilnehmerInnen blieben stecken. Die DemonstrantInnen, die aus dem Burgund und der Toskana, aus Hamburg und Wien angereist waren, kamen sowieso nicht durch. Zur Demo in Davos schafften es nur einige gut verkleidete SkifahrerInnen. Der Rest blockierte in Landquart die Autobahn, anschliessend gab es Krawalle in Zürich. Dafür hatte sogar die Boulevardpresse ein gewisses Verständnis: Der «Blick» schrieb von «Polizeiputsch».

Nach den konsumfixierten neunziger Jahren schien es um die Jahrtausendwende plötzlich wieder möglich, über Politik zu sprechen. Über globale Gerechtigkeit zum Beispiel. Vielleicht, so die Hoffnung, liesse sich die Globalisierung der Wirtschaft mit einer Globalisierung des Widerstands bekämpfen.

Karawanen quer durch Europa

Und heute? In Italien demonstrieren sie gegen Silvio Berlusconi, in Britannien gegen Bildungsabbau, in Deutschland gegen ein überdimensioniertes Bahnhofsprojekt, in Griechenland gegen alles. Nur in der Schweiz ist es ruhig, aber sie ist schliesslich auch, wie der Philosophieprofessor Oliver Marchart kürzlich zu «Tages-Anzeiger/Newsnetz» sagte, «mit den neoliberalen Veränderungen lange Jahre sehr gut gefahren». Es ist eine Ironie der Geschichte: Heute ist zwar alles noch ein bisschen globalisierter als vor zehn Jahren, die griechischen Renten hängen von Deutschland und die deutsche Konjunktur von China ab – aber die Proteste sind wieder national geworden. Was wohl einfach daran liegt, dass es überall so viel gibt, wogegen man sich wehren muss.

Was zurzeit von Protest zu Protest reist, sind nicht Menschen, sondern ein Buch: «L’insurrection qui vient», 2007 anonym in Frankreich veröffentlicht, via Internet international verbreitet. Geschrieben wurde es also noch vor der Finanzkrise. Berühmt ist das Buch geworden, weil die französische Regierung es mit Sabotageakten an TGV-Linien in Verbindung brachte und darum vor zwei Jahren neun Personen verhaften liess. Der als Autor verdächtigte Julien Coupat blieb mehr als ein halbes Jahr in Haft (siehe «40 Exemplare Aufstand», WOZ Nr. 8/09). Vergangenen Herbst erschien «Der kommende Aufstand» in der Hamburger Edition Nautilus auf Deutsch und löste heftige Diskussionen in deutschen Feuilletons aus.

Ein halbes Jahr nach dem «Polizeiputsch» von Davos durchquerten unzählige Velo-, Bus- und Eisenbahnkarawanen Europa, um in Genua gegen den G8-Gipfel zu protestieren. Es waren lange Abenteuerreisen, in deren Verlauf sogar Häuser als Zwischenstützpunkte besetzt wurden. 300 000 Menschen kamen nach Genua. Die Demonstrationen und Blockadeversuche dauerten drei Tage. Polizisten verletzten viele DemonstrantInnen schwer und quälten Verhaftete im Gefängnis Bolzaneto. Während einer Strassenschlacht erschoss ein Carabiniere den jungen Aktivisten Carlo Giuliani.

«Die Gegenwart ist ausweglos»

Das «unsichtbare Komitee» wird auch dabei gewesen sein. Die anonymen Autoren beziehen sich zwar stärker auf die Unruhen in den französischen Banlieues von 2005. Es ist aber unwahrscheinlich, dass sie selber daran beteiligt waren. Das Buch ist ebenso sehr ein Echo auf die Antiglobalisierungsbewegung.

«Unter welchem Blickwinkel man sie auch betrachtet, die Gegenwart ist ausweglos.» «Der kommende Aufstand» beginnt mit einer düsteren Beschreibung des heutigen Alltags in Frankreich. «Bis dahin hab ichs im Griff. Die Selbstsuche, meinen Blog, meine Wohnung, den neusten Schwachsinn, der gerade Mode ist, die Paar-, die Sexgeschichten ... was man an Prothesen braucht, um ein Ich aufrechtzuerhalten!» – «Die Arbeit hat restlos über alle anderen Arten zu existieren triumphiert, genau in der Zeit, als die Arbeiter überflüssig geworden sind.» Der Staat ist vor allem präsent in Klatschgeschichten über seine «Eliten». Und in der Polizei. Der Raum ist zu einer riesigen Agglomeration geworden, aber «gerade weil ihr Verschwinden sich vollendet, wird die Stadt jetzt als Geschichte fetischisiert.»

Es ist ein radikal subjektiver Text, und manchmal trifft diese Subjektivität den Punkt: «Man hat unsere Väter angestellt, um diese Welt zu zerstören, jetzt will man uns an ihrem Wiederaufbau arbeiten lassen, und dass dieser dazu noch rentabel sei.» – «Um die Uniformität der Umgebung zu überleben, ist die einzige Option, sich unaufhörlich seine innere Welt zu rekonstruieren wie ein Kind, das überall die gleiche Hütte wieder aufbauen würde.» Empfindsam und verloren wirken sie, wie manche FlugblattautorInnen der Achtzigerbewegung in Zürich: «Das soziale Verhalten besteht jetzt aus tausend kleinen Nischen», wo man «damit beschäftigt ist, zusammen zu zittern».

Aber Subjektivität wird auch schnell entlarvend. Zum Beispiel dort, wo die Autoren eine halbe Seite lang aufzählen, wer «den Westen» repräsentiere: vom GI im Irak über den verirrten Touristen in der Mongolei bis zum «Spanier, dem die politische Freiheit scheissegal ist, seitdem man ihm die sexuelle Freiheit versprochen hat». Alle Erwähnten sind männlich, haben entweder einen Beruf oder eine Nationalität – bis auf «die junge Frau, die ihr Glück in Klamotten, Typen und Feuchtigkeitscremes sucht». Nur ein Detail?

Richtig problematisch wird es dort, wo es um den Aufstand geht. Die poetische Sprache ist sehr hilfreich, um Widersprüche zu verstecken: Sie lehnen alle Organisationen ab – «Das Versprechen, das in der Begegnung enthalten ist, wird sich nur ausserhalb der Organisation und notwendigerweise gegen sie verwirklichen können» –, aber schwärmen davon, wie gut organisiert die Selbsthilfe in New Orleans nach dem Hurrikan Katrina gewesen sei. Sie schnöden über die «Milieus» «mit ihren flexiblen Strukturen, ihrem Tratsch und ihren informellen Hierarchien», aber verklären zugleich «die Kommune», die diese Probleme scheinbar nicht hat. Sie schreiben: «Die Macht konzentriert sich nicht mehr an einem Punkt der Welt, sie ist diese Welt selbst.» Obwohl drei Seiten weiter vorne steht: «Wenn die Macht im Rinnstein liegt, genügt es, sie niederzu­treten.»

Ja, gegen Ende des Buches wird die Sprache richtig hässlich. «Verführerisch schön» («Süddeutsche Zeitung») ist da gar nichts mehr – ausser für Kriegsgurgeln. Das Buch erwähnt dauernd revolutionäre Situationen, am liebsten die Pariser Kommune von 1871, fragt aber nie danach, warum sie scheiterten. «Für einen Aufstand ist die Frage, wie er sich unumkehrbar machen kann», heisst es zwar. Das sei erreicht, «wenn man gleichzeitig die Autoritäten und das Bedürfnis nach Autorität, gleichzeitig den Besitz und den Geschmack am Besitztum, gleichzeitig jede Hegemonie und den Wunsch nach Hegemonie besiegt hat». Wie das gehen soll und ob es überhaupt möglich ist, daran wird kein Gedanke verschwendet.

Schön ist der Bürgerkrieg


Auf der letzten Seite skizzieren die Autoren dann ihren Traum vom Aufstand. Da erschiesst ein Manager seine Kollegen, eine Kaserne wird niedergebrannt, und «Listen, die die persönlichen Adressen aller Polizisten und Gendarmen sowie der Angestellten der Gefängnisverwaltung enthalten, sind gerade durchgesickert» – eine Aufforderung zur Selbstjustiz. Gleichzeitig herrscht friedliches Treiben: «Grössere Menschenaufläufe auf den Boulevards diskutieren ernsthaft», und «in die alte Bar-mit-Kramladen bringt man den Überschuss, den man produziert, und besorgt sich, was man braucht». So stellt sich der westeuropäische Revoluzzer also den Ausnahmezustand vor: Die Guten sind immer noch nett zueinander, wenn die Gewalt beginnt, und alle wissen ganz genau, wer die Bösen sind.

Die Rezensenten der deutschen linken Zeitungen prangerten vor allem die Demokratiefeindlichkeit des Buches an. Da heisst es: «Entscheiden ist nur in Notsituationen lebensnotwendig, in denen die Ausübung der Demokratie sowieso gefährdet ist. Für den Rest der Zeit ist der ‹demokratische Charakter des Beschlussfassungsprozesses› nur für Fanatiker der Prozedur ein Problem.»

Das sind tatsächlich grausliche Sätze. Aber den direkten Bezug zu Martin Heidegger und zum Nazi-Juristen Carl Schmitt, den «taz»- und «Jungle World»-Autor Johannes Thumfart hier sieht, gibt es nicht. Überhaupt ist der Text nicht an Deutschland orientiert. Der französischsprachige Raum hat seine eigene Tradition von romantischen Revolutionären: vom Dichter Lautréamont bis zu den Surrealisten und Situationisten (beides fast reine Männerklubs). Die situationistische Sehnsucht nach der Revolte prägte den Pariser Mai 68 mit. In seinem «Handbuch der Lebenskunst für die junge Generation» (1967) schrieb der belgische Situationist Raoul Vaneigem Sätze, die aus «Der kommende Aufstand» stammen könnten: «Keine vergeblichen Streitereien, keine müssigen Diskussionen, kein Kolloquium, kein Forum, keine Woche für marxistisches Denken! Wenn du zuschlagen musst, um dich wirklich zu befreien, schlage zu, um zu töten!»

Action, los jetzt!

Auch wenn es die Verfasser wohl nicht beabsichtigten: Wie Vaneigem, Jean Genet oder André Breton lässt sich «Der kommende Aufstand» als Literatur lesen. Viele tun das auch. Ein begeisterter deutscher Blogger schreibt: «Kein Film kann so schnell sein wie der innere Monolog, der dir aus diesem Text entgegenspringt. Er rückt der Welt auf den Leib wie ein Irrer, der den ärztlichen Befund seiner Verrücktheit als Lizenz begrüsst.»

«Der kommende Aufstand» hat versucht, aus der romantischen Revolte ein politisches Programm zu machen – und damit gezeigt, wie wenig sie als solches taugt.

Beim Schreiben über Demokratie dachte das «unsichtbare Komitee» wohl weniger an Staaten und Parlamente als an Vollversammlungen. Etwa an die langen Diskussionen rund um die Gipfelproteste, die Versuche, möglichst alle einzubinden. Das «unsichtbare Komitee» vertritt die Arroganz jener, die diese Versuche verachteten: Hört auf zu schwafeln, Action, los jetzt!

In einem neueren Communiqué heisst es: «Die Bullen, die Gewerkschaften und andere informelle Bürokratien brauchten nicht mehr als drei Jahre, um die kurzlebige ‹Antiglobalisierungsbewegung› zu entschärfen. Sie zu kontrollieren. Sie in verschiedene ‹Kampfgebiete› zu trennen, jedes so profitabel wie steril.» Wie das zu verhindern gewesen wäre, schreiben sie nicht. Dass es die Bewegung heute nicht mehr gibt, hat viele Gründe (siehe «Die grosse, nützliche Illusion», WOZ Nr. 29/08). Mehr Militanz hätte jedenfalls nichts verbessert: Direkte Konfrontationen gewinnt immer die Polizei.

Eine andere Welt bleibt nötig. Aber dieses Buch hilft da nicht weiter.

WOZ vom 13.01.2011


_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
13. Januar 2011, 18:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 1218
Wohnort: Zug

Beitrag Antworten mit Zitat
Vier Beiträge in der Jungle:

http://jungle-world.com/artikel/2011/02/42420.html

_________________
Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
13. Januar 2011, 21:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Vier Beiträge in der Jungle:

http://jungle-world.com/artikel/2011/02/42420.html


ungefähr so konnte man karl rauschenbach am ums ganze-kongress erleben. vielleicht etwas zugespitzter. ;-)

_________________
"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
13. Januar 2011, 21:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

Beitrag Antworten mit Zitat
Trampert schint qualvolle Stunden mit dem Buch verbracht zu haben.

_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
17. Januar 2011, 00:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


Anmeldedatum: 26.06.2005
Beiträge: 2944
Wohnort: q3dm17

Beitrag Antworten mit Zitat
http://jungle-world.com/artikel/2011/02/42412.html

_________________
17. Januar 2011, 01:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
narodnik



Anmeldedatum: 09.06.2008
Beiträge: 110

Beitrag Antworten mit Zitat
Aus der Tiefe des Raumes
Bemerkungen zu „Der kommende Aufstand“

http://www.trend.infopartisan.net/trd1210/t521210.html
23. Januar 2011, 20:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag PROTESTNOTE Antworten mit Zitat
PROTESTNOTE

1) Die Edition Nautilus ist ihrem Selbstverständnis nach der libertären Tradition verbunden. Dem freiheitlich-revolutionären Denken und der daraus entspringenden Praxis für eine Gesellschaft ohne Klassen und staatsbürokratische Institutionen, wie sie sich in der Geschichte der internationalen sozialrevolutionären Bewegung ausgeprägt hat. Ein weiterer programmatischer Bezugspunkt sind die ästhetischen Positionen der künstlerischen Moderne. Als Projekt, das der revolutionären Welle von »1968« sein Entstehen verdankt, war die verlegerische Praxis für ihre Gründer eine Verknüpfung mit diesem historischen Bruch. »Rechtsradikale« Bücher erscheinen ebenso wenig in der Edition Nautilus wie Bekenntnisschriften von Berufspolitikern oder religiösen Reaktionären etc.

2) Obwohl der Edition Nautilus die Verfasser des Buches »Der kommende Aufstand« genauso wie der interessierten Öffentlichkeit unbekannt bleiben, weil sie es vorziehen, für ihre Veröffentlichung die Anonymität zu wählen, es dem Verlag auch nicht bekannt ist, was die Autoren bisher alles gelesen haben, es sich mithin unserer Kenntnis entzieht, ob Carl Schmitt oder Martin Heidegger im Bücherregal eines der Mitglieder des »Komitees« zu finden sind, protestieren wir gegen die obskure Fantasterei, die in der »taz« vom 23. November 2010 unter dem Titel »Fast wie Gas« erschienen ist.

In der vorangestellten Redaktionsnotiz wird das Buch als »eine rechte, von Heidegger und Carl Schmitt inspirierte, antimoderne Hetzschrift« bezeichnet, damit macht sich die Redaktion die staatsloyale Meinung zu eigen, so wie der Autor des Artikels sich die der französischen Polizei. Das ist ein gelungenes Beispiel für Private Public Partnership im Bereich des intellektuellen Gewerbes.

Trotz der polizeilich-philosophischen Enthüllung der »taz« sind die anonymen Autoren weder entlaufene Seminaristen, die mit dem Sagbaren hadern, noch graduierte Staatsrechtler auf der Suche nach einer Festanstellung, auch dürften sie, nach diesem Werbeversuch, auch künftig nicht Abonnenten des New Yorker Modemagazins »Hint« werden.

Die anonymen Verfasser von »Der kommende Aufstand« sind der Ansicht, dass der Staat und die gegenwärtige Ökonomie zerstört und wie alle plebejisch-proletarischen Revolutionäre seit der englischen und französischen Revolution durch freie Assoziationen ersetzt werden sollten, worin bekanntlich »die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller« ist.

Sie propagieren eine Feindschaft gegen die Vermittlung als institutionelle Sphäre von Bürokratie und Berufspolitik, verspotten Politikanten, Sekten und sonstige Glücksverkäufer des spektakulären Betriebs.

Sie sehen im Bruch, der Spontaneität, der direkten Aktion Mittel, in der gegenseitigen Hilfe und kommunitären Vereinigung eine Basis neuer Vergesellschaftung.

Die Unbedingtheit der Worte macht den Ernst der Ambitionen aus. Der schneidende Ton und die Spottlust sind die Antwort auf das armselige Pflichtbewusstsein, das zur Mäßigung anhält und dazu verpflichtet, im Selbstverständnis von Unterwürfigkeit und Gehorsam die Tugenden der Demokratie zu sehen.

Edition Nautilus, Hamburg 20.01.11

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
29. Januar 2011, 16:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 1218
Wohnort: Zug

Beitrag Antworten mit Zitat
Die Freundinnen und Freunde der Klassenlosen Gesellschaft haben eine Veranstaltung zum Kommenden Aufstand gemacht.

http://audioarchiv.blogsport.de/2011/02/05/kriegsgesang-reflexionen-zum-kommenden-aufstand/

_________________
Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
06. Februar 2011, 14:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 1218
Wohnort: Zug

Beitrag Antworten mit Zitat
Danger Mines!! hat Folgendes geschrieben:
O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Danger Mines!! hat Folgendes geschrieben:
Armageddon hat Folgendes geschrieben:
Jetzt nimmt mich das Buch auch wunder. Aber stimmt das mit der Anti-West-Propaganda?


das hätte dich eigentlich schon längst wundernehmen sollen... aber leider gibts das teil noch nicht als hörbuch, zum einschlafen!!


Die Betonung liegt auf NOCH nicht:

http://7h3linguist.wordpress.com/2010/11/17/okay-eine-verruckte-idee/


wie geil ist den das... zieh ich mir dann sogleich rein wenns dann da ist.


Na dann los Danger: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=39150

_________________
Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
21. Februar 2011, 18:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Marcos



Anmeldedatum: 21.08.2006
Beiträge: 409

Beitrag Antworten mit Zitat
hier auf youtube in einem Stück


_________________
"Alles was kapputt geht wird in der Reithalle organisiert"

"Es gibt halt relativ viel geistig verwirrte hier und damit muss man als Politiker rechnen"

"extreme Sportchaoten"
22. Februar 2011, 19:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag Antworten mit Zitat
neuestes communique zu den ereignissen im mittelmeerraum:

http://switzerland.indymedia.org/de/2011/02/80261.shtml

und thx O.B.

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
25. Februar 2011, 20:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag Antworten mit Zitat
O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Danger Mines!! hat Folgendes geschrieben:
O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Danger Mines!! hat Folgendes geschrieben:
Armageddon hat Folgendes geschrieben:
Jetzt nimmt mich das Buch auch wunder. Aber stimmt das mit der Anti-West-Propaganda?


das hätte dich eigentlich schon längst wundernehmen sollen... aber leider gibts das teil noch nicht als hörbuch, zum einschlafen!!


Die Betonung liegt auf NOCH nicht:

http://7h3linguist.wordpress.com/2010/11/17/okay-eine-verruckte-idee/


wie geil ist den das... zieh ich mir dann sogleich rein wenns dann da ist.


Na dann los Danger: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=39150


ich muss dir ehrlich sagen; ich lese lieber... das kann ich auf dem weg, im kaffe oder bei der arbeit machen... dreistunden vor der kiste hocken und mir ein buch vorlesen lassen, das ich schon gelesen habe... pffff!!!!! obwohl einiges kommt schon einfacher rüber so beim zuhören.

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
25. Februar 2011, 21:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



Anmeldedatum: 22.07.2010
Beiträge: 565
Wohnort: walhall

Beitrag Antworten mit Zitat
Zitat:
Und plötzlich war da der Gedanke, dass es sich beim Unsichtbaren Komitee vielmehr um ein Grüppchen ordentlich erschrockener und von sich selbst überraschter Akademiker handele, irgendwelche Typen, die mal was bei Attac gemacht hatten oder bei den französischen Grünen oder der Parti Socialiste, die jedenfalls so halbherzig engagiert waren, wie es für kritische Intellektuelle in den 00er Jahren üblich gewesen ist, und die dann, vielleicht vermittelt über ihren Lehrer Freund Mentor Agamben, mit so schrägem Zeugs in Berührung kamen, etwa mit Debord oder Bataille oder auch Sorel, daraufhin tiefer einstiegen, noch dies oder das entdeckten, also Dauvé oder Bordiga, und dabei schnell auf den Trichter kamen, dass man SO nicht mehr schreiben könne, man aber auch nicht ÜBER die Alten und ihre Kritik schreiben wolle, vielmehr träumten unsere Intellektuellen davon, selber richtig schrecklich zu sein, was ihnen gelungen ist, ohne Zweifel, denn DER KOMMENDE AUFSTAND klingt nun mal, wie all die Versammlungsprotokolle der IKP und die Verlautbarungen der Surrealisten und die Rotwein-Phantasien des mittleren Guy Debord bei der Lukacs-Lektüre (»Geschichte und Klassenbewusstsein«) – ja, das schon!, aber...


http://ofenschlot.blogsport.de/2011/03/04/und-ploetzlich-war-da-der-gedanke/
06. März 2011, 21:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Neue Antwort erstellen    Forum-Übersicht » Literatur & Leseecke Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu: 
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Design by Freestyle XL / Music Lyrics.Deutsche Übersetzung von phpBB.de