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Schweiz
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Melnitz



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Also doch, Massenentlassung in Dornach! Es bleiben "immerhin" noch 38 Stellen erhalten...

Swissmetal baut in Dornach 268 Stellen ab

Zitat:
Im ersten Halbjahr 2011 schreibt der Metallhersteller einen Verlust von 76 Millionen Franken. Die Konsequenz: Am Standort Dornach werden 268 Stellen abgebaut.


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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
19. August 2011, 23:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Swissmetal-entlaesst-ueber-180-Arbeiter/story/18762291

n paar weniger..

waren nicht die leute in dornach ziemlich unsolidarisch mit den arbeitern in reconvilier als da was ging vor ein paar jahren oder trügt mich mein gedächtnis?

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argumentum ad baculum
22. August 2011, 17:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Käptn Kiff hat Folgendes geschrieben:
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Swissmetal-entlaesst-ueber-180-Arbeiter/story/18762291

n paar weniger..

waren nicht die leute in dornach ziemlich unsolidarisch mit den arbeitern in reconvilier als da was ging vor ein paar jahren oder trügt mich mein gedächtnis?


Das war durchaus so. Die Dornacher meinten zwar, dass die Arbeiter der Boillat im Grunde durchaus richtig handelten (was sie so auch erst im Nachhinein bestätigten),
sie hätten aber zu früh und zu radikal agiert. Naja, vielleicht klingt es jetzt ein wenig zynisch, aber irgendwie sind sie jetzt auch selbst Schuld. Sie haben zu lange
gewartet und ihre Aktionen waren zu lahmarschig... Wenigstens haben sich die Leute am Ende geweigert gute Miene zum bösen Spiel zu machen (entegegen beispiels-
weise den ArbeiterInnen von Biberist, die bis zuletzt "gute Arbeit leisten" woll(t)en).

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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
22. August 2011, 19:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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mäh selbst schuld würde ich nicht sagen, immerhin haben die sich nicht selbst entlassen... aber offenbar nützt nicht streiken auch nichts. wäre interessant zu erfahren wie die arbeiter heute darüber denken und ob sie jetzt anders handeln würden.

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argumentum ad baculum
23. August 2011, 09:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die WoZ war auch in Dornach:

Putsch und Plünderung in Dornach

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25. August 2011, 16:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Lustig, so erfährt man es auf dem News-Portal von tagesschau.de, dass es in der Schweiz einen Proteststreik gab:

Zitat:
In der Schweiz regt sich Protest gegen die zunehmende Bezahlung von Angestellten in Euro. Mehrere - vor allem exportorientierte - Schweizer Firmen waren angesichts der starken Frankens dazu übergegangen, ihre Belegschaft nicht mehr in Franken, sondern in Euro zu bezahlen. Nach einem Proteststreik ist etwa die Geschäftsführung des Uhren- und Luxusgüterzulieferers Sycrilor in Noirmont im Jura nun bereit, innerhalb von einem Monat gemeinsam mit den Gewerkschaften nach einer Lösung zu suchen. Das bestätigte Sekretär der Gewerkschaft Unia, Pierluigi Fedele, der Nachrichtenagentur dpa.

Mehr: Schweizer wollen nicht in Euro bezahlt werden


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26. August 2011, 01:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Angst geht um:

Tausende Schweizer Banker zittern um ihren Job

Zitat:
Die angekündigten Entlassungen bei den Grossbanken UBS und CS sind wohl erst der Anfang. Der Bankenplatz Schweiz steht laut prominenten Bankiers vor einer massiven Sparrunde. 10'000 Jobs stehen auf der Kippe.


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28. August 2011, 14:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die BanksterInnen sollten sich mal an den ArbeiterInnen in der portugiesischen Botschaft in Bern (!) ein Beispiel nehmen. Kämpfen geht dann eher so:

Botschaftspersonal in Bern streikt

Zitat:
Der starke Franken macht auch vor Diplomaten nicht halt: Die Angestellten der portugiesischen Vertretung in Bern streiken, weil die Schweiz für sie immer teurer wird.


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31. August 2011, 00:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Stadt Genf nutzt ihr "Kriminalitätsproblem" wohl dazu, ein wenig Gentrifizierung zu betreiben:

Zitat:
Mit dem nächsten Budget will Maudet eine Erhöhung des Polizeibudgets um 20 Prozent beantragen. Damit könnte die Zahl der Polizisten von 100 auf 120 erhöht werden. Die wichtigsten Akteure in der Sicherheitspolitik seien die Kantonspolizei und die Justiz, gibt der Stadtpräsident von Genf zu bedenken. Eine Stadtbehörde könne aufgrund verschiedener Massnahmen das Stadtbild so gestalten, dass dies letztlich zu einer höheren Sicherheit führe. Dazu gehöre zum Beispiel, für mehr Sauberkeit und Ordnung in der Stadt zu sorgen.

«Es ist Zeit, das Gutmenschentum zu stoppen»


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31. August 2011, 12:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Nationalbank-legt-Mindestkurs-fest--Euro-schiesst-in-die-Hoehe/story/30629054

http://nestormachno.blogsport.de/2011/09/06/der-schweizer-franken-so-gut-wie-gold/

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argumentum ad baculum
06. September 2011, 09:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Noch immer wird in der portugiesischen Botschaft in Bern gestreikt...

EDA kann nichts für die Streikenden tun

Zitat:
Das portugiesische Botschaftspersonal in der Schweiz forderte das EDA in Bern zur Vermittlung auf. Die Angestellten befindet sich wegen ihrer Lohneinbussen durch den starken Franken seit über einer Woche im Streik.


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07. September 2011, 22:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Hiho, in Basel werden mal so kurz 300 Leute entlassen:

Jet Aviation entlässt 300 Angestellte in Basel-Mülhausen

Zitat:
Der Luftfahrt-Dienstleister Jet Aviation baut bis Ende Jahr 300 Arbeitsplätze ab. Als Grund gab das Unternehmen die Frankenstärke und den Rückgang an Aufträgen an.


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14. September 2011, 01:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://www.blick.ch/news/wirtschaft/swissmetal-fuehrt-kurzarbeit-ein-120120

Zitat:
Der finanziell angeschlagene Buntmetallverarbeiter Swissmetal führt am Standort Dornach für voraussichtlich maximal drei Viertel der 92 Produktionsbeschäftigten Kurzarbeit ein.


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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
14. September 2011, 20:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Antworten mit Zitat
BKW entlässt, sagt aber nicht wieviele.
http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/BKW-gibt-keine-Zahlen-zum-Stellenabbau-bekannt/story/26061884

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
15. September 2011, 12:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beitrag Bauarbeiterdemo 24. September 2001: Impressionen Antworten mit Zitat
Es waren laut UNIA bis zu 12 000 Teilnehmer an der Demo, was sie selber ein bisschen überrascht hat. Die Demo ist ziemlich in geregelten Bahnen abgelaufen, dafür haben die verschiedenen Gewerkschaften wie die UNIA vorab gesorgt, indem sie vielen Leuten eine gewisse Uniformierung mit Käppchen und Schössli und dazu noch ein Fähnli mitgab. Die Demonstranten waren auch nicht wirklich sehr mitteilungsfreudig, da sie in eben diesen verschiedenen Gewerkschaftsformationen unter sich blieben. Insbesondere ist aber der fortdauernde Lärm, mit den Trillerpfeiffen und die laute Musik, ein gutes Mittel jegliche Diskussionen zu verhindern. Dann noch ellenlange Reden, mit parlamentarischen Forderungen, und jegliche Reflektion wie man den Kapitalismus bekämpfen kann, ist vorerst einmal vertrieben oder kommt gar nicht auf. Soweit ist die gewerkschaftliche Spaltungsstrategie aufgegangen. Die grosse Anzahl von Teilnehmern zeigt aber trotzdem in die Richtung, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen, mit den horrenden Ausbeutungssituationen, durch Arbeitshetze und Überstundenmaloche langsam die Nase voll haben.
Ich weiss nicht wieweit sich daraus noch etwas ergibt, aber es ist bestimmt schon ein Barometer, dass die Kampfbereitschaft steigt. Die Gewerkschaften versuchen dies fehlzuleiten, indem sie korporativistische Forderungen aufstellen wie die Lohnerhöhungen, die in einer Krisensituation nur für einigermassen noch stabile Wirtschaftssektoren aufgestellt werden können. Die Arbeiter und Arbeiterinnen wissen aber, dass es um viel mehr geht, z. B. ihre Gesundheit, die Perspektiven etc.
Was die Medien der herrschenden Klasse anbetrifft, ist es doch erstaunlich, dass von dieser Demo fast nirgendwo berichtet wurde (habe nur in der NZZ am Sonntag einen einspaltigen ca. 20-zeiligen Bericht gesehen). Was soll denn das bedeuten?
26. September 2011, 14:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Antworten mit Zitat
@wirken

Ich glaube, du täuschst dich da.
Die Stimmung ist in der traditionell kämpferischsten Branche der letzten Jahrzehnte (ausser im Tessin und in Teilen der Romandie) so kampfesunlustig wie schon lange nicht mehr. Die Leute sind zwar schon sehr unzufrieden, kämpfen wollen sie deshalb noch lange nicht. Frag mal auf den Baustellen nach.

Die Mobilisierung ist auch nicht gerade stark. Neben dem Bau wurden von der Unia auch die (Bauneben-)Gewerbebrachen mobilisiert. Von denen sind nur wenige gekommen. Dann kannste noch die (Haus-)Frauen abziehen, die ihre Männer an die Demo begleitet haben und die ganzen Funktis und anderen "Branchenfremden". Und ich bezweifle ausserdem, dass da 12 000 Leute waren. Bei 12 000 ist der Bundesplatz normalerweise total voll, es hatte grosse Lücken am Samstag, trotz SRG Container.

Da bleibt von ca. 100 000 Bauarbeitern die hierzulande im Bauhauptgewerbe tätig sind nicht mehr viel übrig.

Berichtet wurde übrigens tatsächlich zurückhaltend. Dafür aber praktisch in allen Zeitungen.

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26. September 2011, 15:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Antworten mit Zitat
Chemiekonzern Huntsman streicht in Basel 500 Stellen

http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Chemiekonzern-Huntsman-streicht-in-Basel-500-Stellen/story/31668728

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27. September 2011, 14:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beitrag @ratatoskr Antworten mit Zitat
Kannst du mir einmal erklären, wieso ein und dieselbe Gewerkschaft, die ja zuständig war für die Papieri Biberist, Dornach den Bausektor und ich weiss nicht ob auch für die Chemie und viele andere Fabriken und Sektoren, wieso sie das alles so schön nebeneinander abhandeln. Ist da nicht eine Strategie dahinter um zu verhindern, dass die Arbeiter zusammenkommen?
27. September 2011, 21:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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nicht vorantreiben kannst du denen sicher vorwerfen falls du willst, aber verhindern? da muss es ja erst mal was zu verhindern geben.

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argumentum ad baculum
27. September 2011, 23:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Antworten mit Zitat
Würd auch sagen. Zum Teil wird die Vernetzung sogar versucht. ZB. beim letzten Baustreik in ZH: hat die Unia ein grosses Treffen mit den Streikenden von Bellinzona organisiert. Oder die jüngsten Versuche von gemeinsamen Forderungen in Bau und Gewerbe u.s.w.
Das Problem das die Unia dabei hat: Sie muss ihre Forderungen bei den zuständigen Kapitalisten und deren Verbänden durchbringen - im Rahmen der jeweiligen GAV. Sie will ja keine Revolution, sondern Sozialpartnerschaft und die nimmt auf die unterschiedlichen Bedingungen in den Branchen Rùcksicht..

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28. September 2011, 08:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Vorerst hat keiner von beiden (Kiff, Rata) mir eine Antwort auf meine Frage gegeben. Wieso die UNIA all ihre Bereiche die sie "vertritt", weitgehend isoliert voneinander gegen die herrschende Klasse antreten lässt. Es ist ja nicht so, dass das ein Zufall wäre. Nehmen wir das Beispiel Papieri in Biberist: Dort gab es eine Demo von 3000 Leuten, eine grosser Teil dieser Region war mobilisiert, zuletzt hat man diese Unmutsäusserung in die vorhandenen Strukturen einfliessen lassen (Betriebskommission/Gewerkschaften/Parlament), wie sollten sie auch anders, und somit selbst diesen Ansatz von Mobilisierung abgetötet. Keine 50 km davon entfernt, die gleiche UNIA Dornach Metalli. Das gleiche Szenario. Kein Wort von dem was 50 km weiter südöstlich passiert... Wir haben mit verschiedenen Genossen versucht dort Flugblätter zu verteilen um auch auf diesen Zusammenhang aufmerksam zu machen. Die FAU-Bern hat in ihrer neuen Zeitung diese zwei Kämpfe dokumentiert. Es gibt ja selbst in der Schweiz genug Beispiele, wie die Gewerkschaften, insbesondere, die als kämpferisch verschriene UNIA, die Kämpfe sabotieren: siehe Reconvilier, Papierfabrik Deisswil, wo eine Gruppe Netzwerk ein ganzes Buch darüber geschrieben hat etc. etc. Was mir aber noch wichtig erscheint, die mangelnde Kampfbereitschaft ist ja nicht einfach so entstanden. Man könnte vulgärökonomisch argumentieren, dass der relative hohe Wohlstand in der Schweiz dies bewirkt habe. Das wäre aber nur ein Faktor. Tatsache ist, dass genau ein Teil der Vorgängerorganisation der UNIA der "SMUV" (Schweizerischer Metall- und Uhrenarbeiterverband) durch den über 50-jährigen verhandelten Arbeitsfrieden, ein Pakt mit der Schweizer Bourgeoisie (Burgfriedenpolitik) abschloss, der den damaligen Kriegsvorbereitungsbedürfnissen der herrschenden Klasse diente. Dies wohlweislich in einem Sektor, der einerseits der wichtigste Wirtschaftssektor war aber auch der kämpferischste. So wandelte sich dann im Verlauf der Jahre der kämpferischste Sektor der Schweizer Arbeiterklasse in den lahmarschigsten mit Signalfunktion. Oder meint ihr der Klassenkampf von oben, werde nicht im Wesentlichen auch durch die Gewerkschaften geführt? Ich denke, dass Form und Inhalt einen Zusammenhang haben. Waren die Gewerkschaften im 19. Jrh., die mit Blut und Schweiss erschaffenen Organe der Arbeiterklasse, sind sie ab dem 20. Jrh. Organe der herrschenden Klasse geworden. Die Beweise sind Legion man muss sie sich nur vergegenwärtigen und wegkommen von einem Blick der nur die unmittelbare Gegenwart betrachtet, sonst dreht man einfach die Verantwortlichkeiten um, nämlich dass die Beherrschten und Ausgebeuteten selbstschuld an ihrer Misere sind.
28. September 2011, 09:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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natürlich dient die gewerkschaft der herrschenden klasse weil die arbeiterschaft der herrschenden klasse dient und die gewerkschaft ihre vertretung ist!
wenn dich die frage wirklich umtreibt dann ist hier sicher nicht der richtige ort um sie zu stellen denn hier sieht keiner in die gehirne der zuständigen unia-funktionäre von deisswil und wasauchimmer, aber ich glaube nicht dass es dir darum geht. du suchst dir deine erklärung des kampfsunwillen (der dich stört) der arbeiterschaft in klassenverrätercharakter ihrer interessensvertretungsorgane.

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28. September 2011, 11:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Zitat:
Vorerst hat keiner von beiden (Kiff, Rata) mir eine Antwort auf meine Frage gegeben. Wieso die UNIA all ihre Bereiche die sie "vertritt", weitgehend isoliert voneinander gegen die herrschende Klasse antreten lässt.


Doch, habe ich. Weil die Unia (wie die meisten ihrer Mitglieder und Nichtmitglieder) auf das Zurechtkommen der Arbeiter in der Lohnarbeit setzt, eben auf geregelte Sozialpartnerschaft und nicht auf Revolution, vertritt sie ihre Forderungen im Rahmen des Rechts und "des Marktes" (kap. Sachzwänge) gegenüber den jeweiligen Kapitalistenfraktionen. Dem Ansprechssozialpartner quasi.

Wenns also um Lohnforderungen beim Bau geht, werden die an den SBV gerichtet, nicht an die Migros. Und wenn Dornach zu macht, werden die Kapitalisten vom Dornacher-Werk angebettelt.

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28. September 2011, 13:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Devisenanlagen der Nationalbank im August um 92 Milliarden Franken gestiegen:

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/schweiz_nationalbank_anlagen_devisen_1.12742410.html

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30. September 2011, 13:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Ein guter Artikel über die Reinigung der bernischen Verkehrsbetriebe durch Migranten.

"Der maximale Tageslohn bei «Team Sauber» beträgt 9 Franken, macht 2.25 Franken auf die Stunde. Für Patrick H. waren die «Motivationszulage» genannten 200 Franken eine finanzielle Notwendigkeit, das «freiwillige Programm» ein materieller Zwang."

"«Es ist pervers, aber in gewisser Hinsicht wäre ich ohne Papiere besser dran», sagt Patrick H. «Dann könnte ich mich wenigstens auf dem Schwarzmarkt ausbeuten lassen.» Die Aussage beziehe sich nur auf die Verdienstmöglichkeiten, ergänzt er sofort. «Bernmobil spart dank ‹Team Sauber› jährlich mehrere hunderttausend Franken», sagt Patrick H. Tatsächlich:..."

http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Eine-moderne-Form-der-Sklaverei/story/21012195


Die Kommentare schaut ihr euch lieber nicht an. Da wimmelt es nur so von Hetzrufen nach Zwangsarbeit und Ausschaffung. Echt brutal eklig!

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11. Oktober 2011, 02:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Massenentlassung-bei-Swissprinters-/story/21309339

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12. Oktober 2011, 12:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Klassenkampf von oben geht weiter... Antworten mit Zitat
Sieht euch mal diesen Vertrag an. Die UNIA behauptet: "Nach nun bald 75 Jahren der Sozialpartnerschaft haben Gewerkschaft und Arbeitgeber mit dem neuen GAV einen modernen Vertragstext vorgelegt, der auf einem ausgewogenen Kompromiss zwischen sozialen Fortschritten und der Bewahrung der Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen beruht." Wohl nur letzteres stimmt, aber urteilt selber.

Zitat:
Was ist neu am neuen GAV?

Die wichtigsten Verbesserungen für die Arbeitnehmenden sehen wie folgt aus:
Erhöhung des Arbeitgeberbeitrags an die Krankenkassenprämien von 130.– auf 160.– Franken für Erwachsene.
Zusätzlicher Beitrag zur Unterstützung der Familien und der Ausbildung ihrer Kinder von 30.– Franken je Kind. Diese Erhöhung kommt zu den bereits bestehenden Familienzulagen hinzu.
Allgemeine Erhöhung der Mindestanfangslöhne: plus 117.– oder 100.– in Regionen mit dem tiefsten Lohnniveau und 80.– Franken in den andern Regionen.
Einführung der etappenweisen Pensionierung: Möglichkeit, die Arbeitszeit zwei Jahre vor dem AHV-Rentenalter um bis zu 20% und ein Jahr vor dem AHV-Rentenalter um bis zu 40% zu reduzieren. In beiden Fällen übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte des Lohnausfalls. Die Beiträge an die berufliche Vorsorge bleiben unverändert, da die Differenz zwischen dem früheren und dem reduzierten Lohn ebenfalls vom Arbeitgeber übernommen wird.
Verlängerung des Vaterschaftsurlaubs von 3 auf 5 Tage.
Bezahlter Urlaub von einem Tag für Gewerkschaftsdelegierte, die an den Industrie- und Berufskonferenzen der Gewerkschaft teilnehmen.

Die Unternehmen profitieren unter anderem von den folgenden Neuerungen:
Anpassung der Berechnungsmethode für den medianen Lohn in der Uhrenbranche, in der gewisse Lohnzuschläge (wie etwa Überstunden und Prämien) nicht mehr berücksichtigt werden.
Aufstockung des Betrags, den die paritätische Stiftung PREVHOR zur Subventionierung von Berufsbildungsmassnahmen ausgibt, auf 1 Million Franken (die Gewerkschaft profitiert in einem etwas geringeren Ausmass ebenfalls von dieser Erhöhung).
Flexiblere Arbeitszeiten: Möglichkeit, in Sonderfällen die Bestimmungen des Bandbreitenmodells zu lockern (Modell, das die Arbeitszeit auf 30 bis 45 Wochenstunden festlegt).


Was mir besonders auffällt ist: "Modell, dass die Arbeitszeit auf 30 bis 45 Wochenstunden festlegt", das heisst also, dass man trotz GAV einer ziemlich grossen Flexibilität ausgesetzt ist. Schön find ich auch, dass den Gewerkschaftsmitgliedern einen Urlaub gewährt wird, dort sollen sie denn auch kommunikationstechnisch lernen, wie man solche Verträge, die ein massiver Angriff auf die ArbeiterInnen sind, als Verbesserungen darstellt.
12. Oktober 2011, 14:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Es tut sich ja doch noch was in der Schweiz.


Die Swissprinters in St. Gallen wollen sich gegen die Schliessung ihres Betriebes wehren. Am letzten Samstag gab es einen Protestmarsch:

Swissprinters-Mitarbeiter geben nicht klein bei


Der grosse Shock: Novartis streicht 2000 Stellen weltweit, davon über die Hälfte in der Schweiz:

«Einfach schlimm! Novartis fährt dermassen hohe Gewinne ein»

Beunruhigt und empört

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25. Oktober 2011, 13:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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"Noch diese Woche wollen die Gewerkschaften versuchen, Novartis mit Arbeitsniederlegungen unter Druck zu setzen."
http://bazonline.ch/basel/stadt/Gewerkschaften-pruefen-Kampfaktionen/story/22230037

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31. Oktober 2011, 16:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Sudaka



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Dann wärs jetzt aber wichtig, das ganze Spielfeld nicht der Unia zu überlassen.

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"Vielmehr geht es darum, dass etwas an sich völlig Nicht-Dingliches, nämlich menschliche und soziale Beziehungen, durch die gesellschaftliche Warenform entfremdet und verdinglicht werden."
31. Oktober 2011, 19:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Kuendigungswelle-rollt-auf-die-Schweiz-zu/story/26555932

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
01. November 2011, 14:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Es gibt doch noch Arbeiterinnen in der Schweiz, die kämpfen wollen:

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=d7da3260-8ed5-4481-8c30-cd49215bdbc7%3BDCSext.zugang%3Dvideoportal_interessant

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02. November 2011, 05:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Beitrag Antworten mit Zitat
Per Zufall entdeckt: Basler Kantonspolizisten waren anlässlich des Papstbesuchs zusammen mit französischen Kollegen in Freiburg. Und wenn man denn schon mal in Freiburg ist, dachten sich die wohl, könne man ja auch gleich dem Wagenplatz noch einen Besuch abstatten!!!

http://linksunten.indymedia.org/de/node/47645 <--- Audio

Zitat:
4 Dienste, 3 Länder, 1 Wagenplatz: zweimal LKA, zweimal Freiburger Streife, Gendarmerie und Kantonspolizei!!!!


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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
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fräulein else



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http://www.20min.ch/finance/news/story/Schwarzer-Tag-fuer-den-Arbeitsmarkt-19587953
vier industrieunternehmen geben stellenabbau bekannt

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
08. November 2011, 18:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/nyon_novartis_stellenabbau_schliessung_kundgebung_1.13297938.html

Demo der Novartis-ArbeiterInnen in Nyon gegen den Schliessungsentscheid. Wie gehts wohl weiter?

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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

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13. November 2011, 00:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Während im Streik in Genf mit harten Bandagen gekämpft wird:

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/11/16/Schweiz/Uni-Spital-Genf-Laborantenstreik-ist-lebensgefaehrlich?WT.zugang=front_na1

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
16. November 2011, 01:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Streik bei Novartis in Nyon
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/streik-bei-novartis-187168
"erfolgreich beendet"
http://unia.ch/news_aktionen.9.0.html?&L=10&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7106&tx_ttnews%5BbackPid%5D=1&cHash=e44d1376d090108505c17b6d87486dd1

Erfolgreich weil der: "Präsident und der Geschäftführer von Novartis die verschiedenen Alternativvorschläge konstruktiv und transparent prüfen". stupid

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
16. November 2011, 16:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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ratatoskr hat Folgendes geschrieben:
Streik bei Novartis in Nyon
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/streik-bei-novartis-187168
"erfolgreich beendet"
http://unia.ch/news_aktionen.9.0.html?&L=10&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7106&tx_ttnews%5BbackPid%5D=1&cHash=e44d1376d090108505c17b6d87486dd1

Erfolgreich weil der: "Präsident und der Geschäftführer von Novartis die verschiedenen Alternativvorschläge konstruktiv und transparent prüfen". stupid


Gewerkschaften - so typisch stupid

Situation bei Swissprinters in St.Gallen:

«Arbeitsplätze nicht aufgeben»

Zitat:
Was planen Sie für den Fall, dass die Unternehmensleitung Ihre Vorschläge ablehnt?

Wir müssten einige Punkte im Sozialkonzept diskutieren. Bis jetzt haben wir auch alles getan, um den Arbeitsfrieden zu wahren. Die Leute haben bewiesen, dass sie bereit sind, für ihre Arbeitsplätze zu kämpfen. Das sind sie auch weiterhin.


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17. November 2011, 00:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Streik im Knast 'Gmünden'

"Kritikpunkte waren der Lohn, Disziplinarmassnahmen oder das Essen."

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18. November 2011, 00:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



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lazlo wanda hat Folgendes geschrieben:
Streik im Knast 'Gmünden'

"Kritikpunkte waren der Lohn, Disziplinarmassnahmen oder das Essen."

die Kommentare... stupid

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"ihr aber werdet die soziale Frage wissenschaftlich lösen, d.h. mit euerm grossen Maule. Der brutalen Herrschaft gegenüber seid ihr fein, d.h. ihr seid selber mehr oder weniger Bourgeois. Nur weiter, ihr anständigen Leute, die soziale Frage aber wird brutal gelöst werden; der Racheruf der Unterdrückten wird brutal ertönen" - Der Communist, N°17, 1893
23. November 2011, 19:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Nach dem Protesttag dreht der Baumeisterverband durch:
Er will nicht mehr mit der Gewerkschaft Unia über den Landesmantelvertrag (LMV) im Bauhauptgewerbe verhandeln, sondern nur noch mit Gewerkschaften die den Arbeitsfrieden und seine Angebote ohne Vorbedingungen respektieren:
http://www.baumeister.ch/no_cache/news-einzelansicht/news/keine-weiteren-verhandlungen-ohne-einhaltung-der-friedenspflicht-und-verlaengerung-des-heutigen-lmv/

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01. Dezember 2011, 12:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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nachdem die occupy-paradeplatz-deppen bereits vor einer woche durch konsensentscheid eine art rayonverbot (48h, verhängt durch VV) gegen randständige/alkoholikerInnen beschlossen haben (inklusive einer strategie, wie man als grösserer mob unerwünschte alkkonsumenten vom areal wegdrängt), erblöden sich diese freunde der bürgerlichen gesellschaft nicht, die auflösung des camps mit dem "ungleichgewicht zwischen randständigen und denen, die wirklich etwas mit der bewegung am hut haben" zu begründen.

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Wir-sind-kein-versoffener-Haufen/story/16204843
http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/occupy-aktivisten-loesen-camp-am-stauffacher-auf-188556

falls jemand das protokoll zum rayonverbot im occupy-paradeplatz-wiki findet, bitte hier posten. wenn ich mich nicht täusche, hat das jemand aus dem wiki entfernt...

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
01. Dezember 2011, 21:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Du kippst aber schon schnell von einem Extrem ins andere.

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Power to the Pöbel!
02. Dezember 2011, 00:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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? ich habe die nie euphorisch unterstützt, stand dem projekt immer kritisch-distanziert gegenüber und bei konsensentscheiden wie diesen, muss man auch einfach ehrlich sagen, dass es da nicht an der richtigen theorie, sondern an der klassenlage mangelt.

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02. Dezember 2011, 06:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Savo hat Folgendes geschrieben:
...und bei konsensentscheiden wie diesen, muss man auch einfach ehrlich sagen, dass es da nicht an der richtigen theorie, sondern an der klassenlage mangelt.


Genau das!

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
02. Dezember 2011, 09:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Wie meinst du? Ich denke schon, dass es da an der richtigen Theorie mangelt!

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02. Dezember 2011, 12:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Beitrag Antworten mit Zitat
ratatoskr hat Folgendes geschrieben:
Wie meinst du? Ich denke schon, dass es da an der richtigen Theorie mangelt!


"richtige" theorie alleine macht wohl doch nicht einfach einen schlauen aktivisten.... ebensowenig wie ein sohn (oder tochter) der arbeiterInnenklasse nicht einfach automatisch emanzipatorisch denkt!

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
02. Dezember 2011, 12:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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was ist denn schlau wenn nicht die richtige theorie, öff...

hammer

ich finde das im übrigen ok alkis und junkies rauszuschmeissen, die können sich auch woanders besaufen, was soll man mit denen? ist nicht die aufgabe einer politischen bewegung die randständigen durchzufüttern, wer politisch nichts will sondern sich nur im warmen bei guter versorgungslage besaufen soll sich getrost aus dem camp verpissen, seh ich genauso. mit klassenlage hat das sowieso einen scheiss zu tun, ausser mit der klassenlage der randständigen natürlich.

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argumentum ad baculum
02. Dezember 2011, 12:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Käptn Kiff hat Folgendes geschrieben:

ich finde das im übrigen ok alkis und junkies rauszuschmeissen, die können sich auch woanders besaufen, was soll man mit denen? ist nicht die aufgabe einer politischen bewegung die randständigen durchzufüttern, wer politisch nichts will sondern sich nur im warmen bei guter versorgungslage besaufen soll sich getrost aus dem camp verpissen, seh ich genauso.


Solange die nichts tun als saufen und futtern weiss ich nicht wo der Schaden liegen soll. Im Anti-AKW-Camp in Bern z.B. sind auch solche Figuren aufgetaucht. War aber kein Problem*, haben sich sogar beteiligt. Ausserdem find ich das schon politisch, wenn man sich bei guter Versorgungslage besaufen will (ist ja schon fast Kommunismus ;-)

*bis auf einen kleinen Zwischenfall als man einem die Kasse anvertraut hat ;-)

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02. Dezember 2011, 13:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Beitrag Antworten mit Zitat
Käptn Kiff hat Folgendes geschrieben:

ich finde das im übrigen ok alkis und junkies rauszuschmeissen, die können sich auch woanders besaufen, was soll man mit denen? ist nicht die aufgabe einer politischen bewegung die randständigen durchzufüttern, wer politisch nichts will sondern sich nur im warmen bei guter versorgungslage besaufen soll sich getrost aus dem camp verpissen, seh ich genauso. mit klassenlage hat das sowieso einen scheiss zu tun, ausser mit der klassenlage der randständigen natürlich.


Der Stauffacher und vor allem der von der Occupy-Bewegung besetzte Platz vor der Kirche
ist DER angestammte Platz der Alkis in Zürich und fungiert seit Jahren als soziales Zentrum.
Die Arschlöcher sind noch übler als die SIP!

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02. Dezember 2011, 14:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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@käptn: das ist jetzt aber nicht dein ernst, oder?

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02. Dezember 2011, 19:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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ich find's gar nicht ok, alkis und junkies aus einer politischen versammlung zu schmeissen, nur weil sie sich offenbar schon einige zeit am realen rand der gesellschaft befinden, muss aber auch sagen, dass meine persönlichen erfahrungen diesbezüglich nicht wirklich glimpflich verlaufen sind. es gab in zürich viele versuche, zum beispiel mit sans-papiers zu politisieren, welche dann darin ausgeartet sind, dass betroffene ihr versprochenes essen nur nach teilnahme einer demo bekamen. und schon war der politische konsens nicht mehr antriebskraft und energiequell sonder ein grundlegender widerspruch zwischen menschen, die dann tatsächlich niemals zusammen diskutiert haben.

grundsätzlich will ich aber gesagt haben, dass ich doch sehr dafür bin, in einer wahrlich revolutionären situation alkohol und drogen nur noch der konterrevolution zu überlassen und im eigenen lager erst mal alles zu beseitigen...

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
03. Dezember 2011, 14:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Zitat:
in einer wahrlich revolutionären situation alkohol (...) nur noch der konterrevolution zu überlassen


Äh... wie lange dauert so eine revolutionäre Situation?

Im Ernst, zu Alkis und Fixer gibts diverse unterschiedliche Erfahrungen. Die Gefahr ist halt schon, dass die Leute so zur Sau gehen, dass die ausser ihrem Rausch nicht mehr viel wollen und mit superegoistischen Verhalten revolutionäre Projekte gefährden. Oder dass viel zusätzliche Energie in Zusammenarbeit und Hilfsprojekte gesteckt werden muss. In der Praxis endet das meist in Rausschmiss und Gassenküchen.

http://www.woz.ch/archiv/old/00/30/1107.html
http://www.herwig-lempp.de/daten/veroeffentlichungen/9301freiraeumeJHL.pdf

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03. Dezember 2011, 14:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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ich bezog mich auf die erfahrungen, die mir b. travens buch: die revolution der gehenkten beigebracht hat. der aufstand startet bei baumfällereien im regenwald, nur gemächlich zieht er sich hin zu den anderen camps, bis alle proleten versammelt die revolution voran in die ebenen bringen. sie entscheiden sich kollektiv den alkohol nurnoch ihren gefangenen zu geben und selbst darauf zu verzichten. im ernst: ich glaube die wahre revolution, vom aufstand zur globalen gemeinschaft, kann sich schon ziemlich in die länge ziehen.

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03. Dezember 2011, 17:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



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fräulein else hat Folgendes geschrieben:
...

Äh.... also, willst du ernsthaft Alkohol abschaffen? ^^

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04. Dezember 2011, 22:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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ja, behemoth. alkohol abschaffen. und gärende früchte, sowohl als auch schlafmohn verbieten. das nenne ich dann straight-edge-revolution-movement oder so.
natürlich nicht. aber ist die lage wirklich revolutionär, wenn du die zeit findest, zwischen platzbesetzung und vollversammlung eine nacht durchzusaufen, zu koksen oder einfach nur zu bumsen? wohl kaum.

verstehst du mich wirklich nicht?


ich sehe das positive potential in sex, alkohol, drogen darin, uns geknechteten proleten die chance zu geben, aus unserem elend herauszuschauen, eine zeit lang schlicht einen fick darauf geben zu können, wer oder was man ist, was man immer alles verbockt und was viel besser hätte laufen müssen. aber in einer revolutionären situation kommt es eben nicht darauf an, was du wann genau falsch gemacht hast, oder zu was du im kapital-arbeit-verhältnis taugst. in der revolutionären situation ist es darum mehr als wichtig, einen klaren kopf zu behalten, bei der sache zu bleiben und kraft zu haben, bis die konterrevolution am ende ist.

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05. Dezember 2011, 15:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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ich weiss nicht, ob ich ohne ficken wirklich mehr kraft habe??

zudem dacht ich immer nach der revolution gaeb es dann freibier fuer alle und sex mit allen, hab ich mich da getaeuscht??

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05. Dezember 2011, 17:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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ich rede von 'während der revolution' oder glaubst du die machtverhältnisse lassen sich global innert sekunden subvertieren?

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05. Dezember 2011, 23:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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ja, ich weiss das natuerlich, es war auch eher eine anspielung darauf, dass ich diese disskusion einwenig laecherlich finde.
wie soll das durchgefuehrt werden und was machen wir mit denen, die immer noch alk trinken? in den gulag?? persoenlich find ich es auch gut sich zu fokusieren und eben mal auf spass und ablenkung zu verzichten, wobei ich denke, dass die menschen, denen etwas wichtig ist und die aufgehen in ihrer aufgabe sowiso keine drogen konsumieren in dieser situation.

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06. Dezember 2011, 07:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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... und nochwas zu den occupy voegeln!!

das einzige mal, als ich da war, war ich betrunken und die ersten nasen die mir aufgefallen sind, waren 2 zivi bullen. als wir die leute von occupy darauf aufmerksam gemacht haben (obwohl offensichtlicher haetten die beiden ja nicht da sein koennen...) wurde uns gesagt, dass die nicht weiter stoeren... aber die alkis anscheinden schon...???
was fuer revolutionaere!!!

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06. Dezember 2011, 07:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Käptn Kiff hat Folgendes geschrieben:
was ist denn schlau wenn nicht die richtige theorie, öff...

:hammer:

ich finde das im übrigen ok alkis und junkies rauszuschmeissen, die können sich auch woanders besaufen, was soll man mit denen? ist nicht die aufgabe einer politischen bewegung die randständigen durchzufüttern, wer politisch nichts will sondern sich nur im warmen bei guter versorgungslage besaufen soll sich getrost aus dem camp verpissen, seh ich genauso. mit klassenlage hat das sowieso einen scheiss zu tun, ausser mit der klassenlage der randständigen natürlich.


aber du scheinst ja toll von dir und deiner theorie ueberzeugt zu sein. na los dann, mach mal die revolution, wenn du ja jetzt alles schon aus deiner richtigen theorie weisst! und da ich wohl die falsche lese, kerkerst (oder weist mich aus deiner ilustren runde aus) du mich gleich an besten als erstes ein...

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06. Dezember 2011, 07:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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@danger mines: na klar du ja auch. mich gibt es übrigens noch im gegensatz zum occupy camp, ich sehe dich dann morgen abend zwecks einkerkerung auf meinem estrich.

"zudem dacht ich immer nach der revolution gaeb es dann freibier fuer alle und sex mit allen, hab ich mich da getaeuscht??"

ja, es gibt selbstverständlich nur freibier, den sex muss jeder selbst mitbringen.

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Zuletzt bearbeitet von Käptn Kiff am 06. Dezember 2011, 10:40, insgesamt einmal bearbeitet
06. Dezember 2011, 10:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Antworten mit Zitat
@Miner: Für die Revolution brauchts leider zusätzlich zur richtigen Theorie noch genügend Leute und Waffen. Drum kann der Käptn noch etwas weitermachen mit der Kritik der Verhältnisse und dem Vermitteln von richtiger Theorie.

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Zuletzt bearbeitet von ratatoskr am 06. Dezember 2011, 14:47, insgesamt einmal bearbeitet
06. Dezember 2011, 10:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Käptn Kiff hat Folgendes geschrieben:
@danger mines: na klar du ja auch. mich gibt es übrigens noch im gegensatz zum occupy camp, ich sehe dich dann morgen abend zwecks einkerkerung auf meinem estrich.

"zudem dacht ich immer nach der revolution gaeb es dann freibier fuer alle und sex mit allen, hab ich mich da getaeuscht??"

ja, es gibt selbstverständlich nur freibier, den sex muss jeder selbst mitbringen.


wer weiss was nach dem freibier alles passiert :)

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06. Dezember 2011, 14:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



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fräulein else hat Folgendes geschrieben:
...

Ich verstehe das "im eigenen lager erst mal alles zu beseitigen..." irgendwie so, gegen den Alkohol allgemein, nicht nur den Vollsuff... Abgesehen davon, das ein bisschen Schnaps sicher einige Schmerzen besser aushalten lässt, und dass ausserdem ein bisschen Alkohol meiner Erfahrung nach die Konzentration nicht verhindert. Ausserdem sind mir Leute bekannt, die trotz regem Alkohol-Konsum (oder manchmal sogar wegen) eine hohe Präsenz haben, und durchaus motivierter und auch besser kämpfen können.
Das durchsetzen der Disziplin im eigenen Lager hat zumindest an und für sich geschichtlich zumindest meisten's ein wesentliche Degeneration der Aufständischen zum Militär mit sich gebracht. Natürlich kann auch ich mir Situationen vorstellen, in denen es besser ist, den Alkohol zu vernichten, aber das geht um konkrete Situationen, die so niemand voraussehen kann.
Und mit der Aussage, Sex habe in einer revolutionären Situation nichts zu suchen, habe ich noch grössere Probleme. Das hätte ich bitte gerne erklärt... Willst du etwa alles auf nach der Revolution verschieben? Willst du etwa eine Gruppe von notgeilen Revolutionären, die sich nicht um ihre erotischen Bedürfnisse kümmern? Was dann, schon zu oft, darin geendet ist, dass sie, (zumindest der männliche Teil) da sie ihre Bedürfnisse bloss verdrängt haben, zu Vergewaltigern wurden...

fräulein else hat Folgendes geschrieben:
aber ist die lage wirklich revolutionär, wenn du die zeit findest, zwischen platzbesetzung und vollversammlung eine nacht durchzusaufen, zu koksen oder einfach nur zu bumsen? wohl kaum.
Wer sagt denn, dass das zwischendrin passieren muss? xD Während natürlich (-;
Ernsthaft: Woher soll ich das wissen?
Auf längere Zeit wird aber die Motivation verschwinden, wenn es nicht möglich ist, die Revolution zu geniessen,.. Schliesslich müssen alle irgendwann mal schlafen können, und die restlichen Aktivitäten die damit einhergehen... Die Revolution ist schliesslich nicht einfach ein militärischer Konflikt, das ist meistens der Anfang vom Ende...

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11. Dezember 2011, 12:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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ich finde es gerade ziemlich merkwürdig, wie du den alkohol in schutz nimmst. hast du jemals kokain probiert? jede droge gibt dir ein gewissen sonderbares, aber gutes gefühl - sonst würdest du sie ja kaum gerne nehmen. der punkt ist, dass wir fähiger sind im nüchternen zustand, und uns der konsum eine gewisse unsicherheit einbrennt: kennst du das gefühl, nach dem einzigen bier, das du dir gönnst, doch noch unglaublich lust auf ein zweites, drittes bekommst? und was tust du noch alles, um dann noch an dieses eine, letzte bier zu gelangen? genau das.

drogen sind integrierender bestandteil dieser gesellschaft und nehmen im proletariat heute mehr wie eh eine extrem wichtige rolle ein. warum sind so viele leute von freitagabend bis sonntagmittag nonstop volldrauf am start? weil sie den rest der woche krüppeln müssen. und warum nehmen sie drogen? weil sie in ihrer freizeit lieber froh und nett und sozial und cool statt aggro, down und angepisst sind.

es geht darum, dass die revolution an sich der gesamtproletarische beschluss zum endgültigen bruch mit dieser gesellschaft und ihren wärtern ist. als solches - uns im alltag unvorstellbaren szenarios - haben wir diese eine chance zum endgültigen bruch, verpassen wir diese einmal mehr, heisst das wahrscheinlich weitere hunderte von jahren knechtschaft. wenn der entschluss so gefällt wird, dass jede_r erkennt, dass die revolution nur geschehen kann, wenn wir alle dabei sind, jede_r mit seiner_ihrer kleinen rolle. da bringt's gar nichts, wenn wir verpeilt, euphorisch, aphrodisiert oder aggressiv sind. der klare kopf, die ratio, die schnelle reaktion sind auch die waffen der konterrevolution, des noch bestehenden militärs, der letzten hunde, die noch für ihren hirten bellen.


p.s. gulag? ich rede vom kollektiven entschluss zur durchführung von revolution. kann es denn sein, dass auch in diesem forum nichts gescheiteres als gulag in den sinn kommt, wenn es darum geht, ziele gemeinsam zu erreichen und regeln einzuhalten? konsens bedeutet mehr, als ein kollektives "ja"

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11. Dezember 2011, 17:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Here it comes:

Zitat:
Vertragsloser Zustand im Baugewerbe wird Realität

Gewerkschaften und Baumeister beschuldigen sich gegenseitig

Im Baugewerbe wird der vertragslose Zustand ab Januar 2012 Realität. Die Gewerkschaften und Baumeister konnten sich auch in der letzten Sitzung dieses Jahres nicht auf eine Verlängerung des geltenden Vertrags oder auf einen neuen Vertrag einigen.

Mehr: http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/schweiz_baugewerbe_vertragsloser_zustand_streik_1.13720187.html


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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
19. Dezember 2011, 22:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



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fräulein else hat Folgendes geschrieben:
ich finde es gerade ziemlich merkwürdig, wie du den alkohol in schutz nimmst. hast du jemals kokain probiert? jede droge gibt dir ein gewissen sonderbares, aber gutes gefühl - sonst würdest du sie ja kaum gerne nehmen. der punkt ist, dass wir fähiger sind im nüchternen zustand, und uns der konsum eine gewisse unsicherheit einbrennt: kennst du das gefühl, nach dem einzigen bier, das du dir gönnst, doch noch unglaublich lust auf ein zweites, drittes bekommst? und was tust du noch alles, um dann noch an dieses eine, letzte bier zu gelangen? genau das.

drogen sind integrierender bestandteil dieser gesellschaft und nehmen im proletariat heute mehr wie eh eine extrem wichtige rolle ein. warum sind so viele leute von freitagabend bis sonntagmittag nonstop volldrauf am start? weil sie den rest der woche krüppeln müssen. und warum nehmen sie drogen? weil sie in ihrer freizeit lieber froh und nett und sozial und cool statt aggro, down und angepisst sind.

es geht darum, dass die revolution an sich der gesamtproletarische beschluss zum endgültigen bruch mit dieser gesellschaft und ihren wärtern ist. als solches - uns im alltag unvorstellbaren szenarios - haben wir diese eine chance zum endgültigen bruch, verpassen wir diese einmal mehr, heisst das wahrscheinlich weitere hunderte von jahren knechtschaft. wenn der entschluss so gefällt wird, dass jede_r erkennt, dass die revolution nur geschehen kann, wenn wir alle dabei sind, jede_r mit seiner_ihrer kleinen rolle. da bringt's gar nichts, wenn wir verpeilt, euphorisch, aphrodisiert oder aggressiv sind. der klare kopf, die ratio, die schnelle reaktion sind auch die waffen der konterrevolution, des noch bestehenden militärs, der letzten hunde, die noch für ihren hirten bellen.


p.s. gulag? ich rede vom kollektiven entschluss zur durchführung von revolution. kann es denn sein, dass auch in diesem forum nichts gescheiteres als gulag in den sinn kommt, wenn es darum geht, ziele gemeinsam zu erreichen und regeln einzuhalten? konsens bedeutet mehr, als ein kollektives "ja"

Kokain hab ich nie probiert, und von Gulag auch nie geredet... Ich reagiere ja auch persönlich ziemlich sensibel auf Drogen... Allerdings trinke ich desöfteren nur ein Bier, und bin dann auch nicht grade unfähiger, teils fällt es mir dann sogar leichter mich nur auf etwas zu konzentrieren... Kenne auch das andere, noch mehr zu wollen, und das kann durchaus daran liegen einfach nur abzustürzen... Es gibt allerdings z.B. viele Pegeltrinker, und die auf Entzug zu setzen wäre für deren Konzentrationsfähigkeit sicher nicht zuträglich...
Ob "wir" fähiger sind im nüchternen Zustand kann eben nicht gesamtproletarisch beschlossen werden, und nur kollektiv experimentiert werden, das heisst, wie die Leute zusammeleben und kämpfen können...
Übrigens ist der einzige gesamtproletarische Beschluss von dem ich was halte, der, aufzuhören (gesamt)Proletariat zu sein... Gesamtproletarisch zu beschliessen keinen Alkohol zu trinken würde allerdings notwendig machen neue Wärter zu haben...
Die Ratio ist übrigens zurzeit auch hauptsächlich integrierender Bestandteil dieser Gesellschaft... Das Kapital ist allgemein fähig fast alles zu einem integrierenden Bestandteil zu machen... Das ist das Problem, und nicht das konkrete Ding das gerade zur Ware wird oder zur Integration missbraucht wird...

So ungefähr was ähnliches wie ne Antwort...

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"ihr aber werdet die soziale Frage wissenschaftlich lösen, d.h. mit euerm grossen Maule. Der brutalen Herrschaft gegenüber seid ihr fein, d.h. ihr seid selber mehr oder weniger Bourgeois. Nur weiter, ihr anständigen Leute, die soziale Frage aber wird brutal gelöst werden; der Racheruf der Unterdrückten wird brutal ertönen" - Der Communist, N°17, 1893
21. Dezember 2011, 16:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Es-geht-nicht-nur-um-80-Franken-mehr-Semestergebuehren/story/10770160

Zitat:
«Es geht nicht nur um 80 Franken mehr Semestergebühren»

In Zürich demonstrierten heute rund 200 Studenten gegen die Erhöhung der Studiengebühren. Zum erhofften Treffen mit Bildungsdirektorin Regine Aeppli kam es nicht. Aufgeben wollen die Aktivisten dennoch nicht.

Kurz nach 16 Uhr heute Nachmittag setzt sich die angekündigte Protestkundgebung Richtung Rektorat der Uni Zürich in Bewegung. Die Organisatoren von «Unsere Uni» und die Juso des Kantons Zürich gingen davon aus, dass dort der Entscheid über die künftigen Studiengebühren gefällt werde. Doch es war niemand da.

Kurz entschlossen und lautstark zogen die rund 200 Demonstranten – Augenzeugen gehen eher von 120 bis 130 Teilnehmern aus – vor den Sitz der Bildungsdirektion am Walchenplatz, wo man die Sitzung des Universitätsrates vermutete und forderte erneut Regine Aeppli auf, heraus zu kommen. Der Protestruf «Aeppli du Banane chum da an» zeigte auch hier keine Wirkung. So wurden die Transparente allzu bald wieder eingerollt.

Gewählter sind die Worte von Juso-Co- Präsident Fabian Molina: «Es geht uns längst nicht mehr nur um die 80 Franken mehr Semestergebühren.» Das sei nur das Ende des Rattenschwanzes, erklärt er. Die Juso Zürich will die Ökonomisierung der Bildung verhindern. «Es darf nicht sein, dass das Portemonnaie der Eltern darüber entscheidet, ob man studieren kann oder nicht.»

«Wessen Uni? Unsere Uni?»

Die Protestkundgebung soll auch eine Solidarisierung mit ausländischen Studierenden und deren Ungleichbehandlung in Form von höheren Semestergebühren sein. Mit der Parole «Wessen Uni?- Unsere Uni! Wessen Bildung? Unsere Bildung! Wessen Welt? Unsere Welt! Wessen Zukunft? Unsere Zukunft!» fordern die Teilnehmer der Kundgebung mehr Mitspracherecht bei Entscheidungen, die Bildung und Universität betreffen.

Ob die Bildungsdirektion unter Führung Aepplis auf diese Forderungen eingeht, bleibt abzuwarten. Nach gut einer Stunde löste sich die über Facebook organisierte und mit Flyern beworbene Protestkundgebung abrupt auf. Aeppli sei sicher auch nachhause gegangen nach der Sitzung und „Wir wollten einen starken Abgang“ teilt ein Mitglied der Organisation «Unsere Uni» auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet mit. Dies sei jedoch nur der erste Mobilisierungsakt gewesen. Mit der Anzahle der Protestierenden ist «Unsere Uni“ zufrieden. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele Leute kommen».

Indes gehen die beteiligten Organisationen davon aus, dass der Universitätsrat die Studiengebührenerhöhung heute durchgewinkt hat. Daher ist eine Vollversammlung aller beteiligten Vereine am kommenden Donnerstag bereits geplant. Man werde, wenn nötig eine grössere Demonstration organisieren, sagt «Unsere Uni».

05. März 2012, 21:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Die Bananenrhetorik ist virulent!

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05. März 2012, 23:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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hab ich mir auch gedacht!
05. März 2012, 23:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
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Voll banane banane

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Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
06. März 2012, 00:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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banane <-- "Das bürgerliche Individuum in seiner Heimat, der kapitalistischen Gesellschaft" (Peter Decker)

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06. März 2012, 17:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Sieg auf ganzer Linie. Ca 25 CHF Lohnerhöhung: http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/konjunktur/Bauarbeiter-erhalten-mehr-Lohn-/story/31829911 kotz

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
10. März 2012, 22:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Yesss. Communism is coming!

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11. März 2012, 05:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Muoit hat Folgendes geschrieben:
Yesss. Communism is coming!


I see: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Nein-zu-mehr-Ferien-Arbeitgeber-sind-zufrieden/story/28646013

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11. März 2012, 18:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Wohnort: süsch no was?!

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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Muoit hat Folgendes geschrieben:
Yesss. Communism is coming!


I see: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Nein-zu-mehr-Ferien-Arbeitgeber-sind-zufrieden/story/28646013


in frankreich lachen sich alle einen ab... wie koennen die nur so bloed sein??? freiwillig nicht mehr ferien??

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
12. März 2012, 08:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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So kommt die Schweiz auch mal z nem Thread bei Libcom:

http://libcom.org/forums/news/swiss-vote-down-more-vacation-time-12032012

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13. März 2012, 00:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Steven wrote:
Zitat:
Idiots

13. März 2012, 01:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Savo hat Folgendes geschrieben:
Steven wrote:
Zitat:
Idiots


Mehr muss man dazu nicht sagen.

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26. März 2012, 14:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Was ist eigentlich mit den Kapitalisten in der Schweiz passiert, welche die Arbeitszeit bei gleichem Lohn erhöht haben (z.B. Lonza)? Dieser Artikel aus dem Landboten gibt einen guten Überblick.

Zitat:
© Der Landbote; 21.04.2012; Seite 7

Wirtschaft

Für viele hält der Ausnahmezustand an

Jann Lienhart

zürich. Wegen des starken Frankens haben im letzten Herbst eine ganze Reihe von Unternehmen die Arbeitszeit erhöht. Rund die Hälfte der Firmen hat in der Zwischenzeit diese Notmassnahme zwar wieder ­aufgehoben. Andere dagegen haben sie neu eingeführt.
jann lienhart

Die liberale Schweizer Arbeitsgesetzgebung machte es möglich. Im letzten Jahr haben aus der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie mindestens 30 bis 40 Unternehmen die Arbeitszeit in der Schweiz kurzfristig erhöht, um die negativen Auswirkungen des starken Frankens zu dämpfen. Rund die Hälfte davon hat jedoch seither diese Notmassnahme wieder rückgängig gemacht. So wird heute unter anderen bei GF AgieCharmilles, bei der Ferag in Hinwil, bei Oertli Werkzeuge AG in Höri und in zwei Werken von Bucher Industries wieder normal gearbeitet. Die Gründe dafür sind jedoch unterschiedlich und nicht nur positiv. Während GF AgieCharmilles und Bucher Industries die Rücknahme der Massnahme mit der Einführung der Euro-Untergrenze begründen, gibt zum Beispiel Oertli Werkzeuge den «rückläufigen Arbeitsvorrat» als Grund für die Rückkehr zur arbeitszeitlichen Normalität an. Zumindest bei diesem Unternehmen brechen also nicht nur die Margen, sondern jetzt offenbar auch die Aufträge weg.

Mehrarbeit bleibt ein Thema

Bei anderen Unternehmen dagegen sind die Auftragsbücher noch voll. So lässt das Chemieunternehmen Lonza weiterhin länger arbeiten, genau so wie die Model- und die Franke-Gruppe. Ebenfalls wegen eines Grossauftrages gilt die Arbeitszeitverlängerung auch im Werk von Bucher in Niederweningen. Daneben gibt es aber auch Unternehmen wie AFG und Häny aus Jona, die die Arbeitszeit erst kürzlich erhöht haben. Sabina Häny begründet die späte Einführung der Erhöhung damit, dass die Geschäftsleitung mit dieser Notmassnahme so lange zuwarten wollte wie möglich. «In unserem Bereich ist der Preiskampf jedoch zurzeit so heftig, dass wir auf diese Kostensenkungsmassnahme angewiesen sind», sagt die Firmenchefin. Häny ist mit seinen Pumpen genau so wie die Küchenhersteller AFG und Franke Zulieferer der Baubranche. Diese boomt zwar nach wie vor und ist eine Binnenbranche. Weil jedoch insbesondere bei den Zulieferern der Wettbewerb grenzüberschreitend stattfindet, sind laut Häny auch diese Unternehmen von der Überbewertung des Frankens stark betroffen. Arbeitszeitverlängerungen bleiben dar­um zumindest in diesem Wirtschaftsbereich ein Thema, auch wenn die Massnahme selbst immer noch umstritten ist.

So ziehen zwar die Arbeitgeber eine positive Zwischenbilanz. Die Gewerkschaften dagegen bleiben skeptisch. «Wir sind zwar gesprächsbereit, wenn ein Unternehmen eine solche Arbeitszeitverlängerung vornehmen will», sagt Beda Moor von der Gewerkschaft Unia. Eine solche Massnahme komme jedoch nur in absoluten Ausnahmefällen in Frage. Voraussetzung sei, dass die Massnahme für die Arbeitsplätze zwingend sei. Zudem müsse auch ein Verbot von Kündigungen aus wirtschaftlichen Gründen vereinbart werden. Die Praxis jedoch zeige, dass diese Bedingungen in den meisten Fällen nicht erfüllt seien, so etwa bei GF AgieCharmilles, bei Bühler und Bucher Industries. Diese drei Unternehmen haben tatsächlich im letzten Jahr den Gewinn gesteigert, was die Gewerkschaft Unia scharf kritisiert: «Die Angestellten länger arbeiten zu lassen, nur um den Gewinn zu maximieren, ist inakzeptabel», sagt Moor. Vor allem kritisch beurteilt die Gewerkschaft das Vorgehen von Bucher Industries. Dieses Unternehmen aus dem Zürcher Unterland hat 2011 nämlich nicht nur den Gewinn gesteigert, sondern auch die Dividenden erhöht und ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 50 Millionen Franken getätigt. Philip Mosimann, CEO von Bucher Industries verteidigt die Erhöhung der Arbeitszeiten in den Schweizer Werken jedoch mit dem Hinweis auf die internationale Aufstellung und Verantwortung des Unternehmens. «9300 Arbeitsplätze in unserem Konzern haben 2011 einen Gewinn erzielt, die 700 Arbeitsplätze in der Schweiz jedoch nicht», sagt Mosimann. Das Problem mit dem starken Franken sei zudem nach wie vor nicht gelöst. «Unsere Aufgabe ist es jetzt, auch die Arbeitsplätze in der Schweiz wieder profitabel zu machen», sagt Mosimann. «Gelingt das nicht, sind wir früher oder später gezwungen, sie an einen günstigeren Standort zu verlagern.»

«Unbegründete Befürchtung»

Auch Thomas Daum, der Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes weist in diesem Zusammenhang dar­auf hin, dass bei internationalen Konzernen auch innerhalb des Unternehmens ein Wettbewerb stattfinde. Die Kritik der Gewerkschaften an diesen Unternehmen sei dar­um verfehlt. Ganz allgemein habe er festgestellt, dass die Arbeitszeitverlängerungen sinn- und massvoll eingesetzt worden seien. Die Unternehmen hätten es wie gefordert lediglich als eine Notmassnahme gesehen, um Zeit zu gewinnen. Das belege schon die Tatsache, dass viele die Arbeitszeit schon wieder reduziert haben. Ganz allgemein sei die Aufregung um diese Mehrarbeit unnötig gewesen, sagt Daum. «Die Befürchtung jedenfalls, dass diese Massnahme zu einer generellen Anhebung der Arbeitszeiten führen wird, war und ist unbegründet.»


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22. April 2012, 21:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Empirisches Material vom Gewerkschaftsbund zur sozioökonomischen Lage in der Schweiz. Zuerst ein Artikel aus dem Tagi:

Lohnungleichheit hat «dramatisches Ausmass» angenommen

Zitat:
In der Schweiz geht die Lohnschere immer weiter auf. Laut dem Gewerkschaftsbund hat die Ungleichheit der Einkommen dramatisch zugenommen. Die Lösung sieht er in der Mindestlohn-Initiative.


Der Bericht selber:

http://www.sgb.ch/uploaded/Verschiedenes/120423_%20Dossier%2086%20Verteilungsbericht.pdf

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23. April 2012, 22:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Kämpft! Kämpft!

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Merck-verhandelt-Jobabbau-in-Genf/story/16137804

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24. April 2012, 09:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Unia nimmt sich heldenhaft der Aufgabe an:

Zitat:
Noch am Dienstag spürte Unia-Regionalsekretär Alessandro Pelizzari wenig Widerstandswillen bei den Serono-Angstellten in Genf. Dieses Bild allerdings änderte sich am Mittwochmittag. «Ich sehe Leute, die etwas bewegen wollen», sagt der Gewerkschafter, der sich zum Serono-Hauptsitz begab, am Handy. Unia will nun bis am Freitag - dann trifft man sich mit der Belegschaft - beim Genfer Serono-Gebäude Position halten und die Mitarbeiter zur Teilnahme an der Versammlung bewegen.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wieso-selbst-SchneiderAmman-bei-Serono-nichts-ausrichten-kann/story/25415191


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25. April 2012, 13:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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lol dieser kommentator hat aber auch gut was drauf von wegen sarkasmus im endstadion:

Zitat:
Wichtig ist nur, das Bertrarelli Held der Schweiz, Ehrenlegionär von Frankreich, Forbes gelisteter Vorzeige- und Vorbildunternehmer und Alinghi-Segelweltmeister ist und bleibt. Da wollen wir doch wegen ein paar lächerlichen Milliarden und ein paar tausend Arbeitsplätzen kein Büro aufmachen. (Vorsicht Ironie).


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25. April 2012, 15:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
rulfo



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Ich kann den Eindruck von Melnitz nur bestätigen. Die UNIA hat die Situation bei den Angestellten von Merck Serono voll im Griff. Aber es ist trotzdem eine gewisse Kampfbereitschaft zu spüren. Die 1.-Mai-Demo in Genf war stark vom Block der Merck-Serono-Arbeiter_innen geprägt.
In der welschen Presse kommt die Bourgeoisie nicht darum herum, über die Massenentlassung zu berichten, momentan auf den Titelseiten. In der Deutschschweiz aber wird die Sache eher marginal behandelt, z.B. in der WoZ:
http://www.woz.ch/1218/massenentlassung-in-genf/ganz-schoen-dreist
02. Mai 2012, 21:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Gewerkschaften im Krebsgang Antworten mit Zitat
http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/gewerkschaften-im-krebsgang-sie-verlieren-immer-mehr-mitglieder-124219518

http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/05/blank/data/00.html

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03. Mai 2012, 16:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Die unglaubliche Geschichte der Familie Pavic
Kaufen sie sich ein Bügeleisen, interessiert das die Richter: Die Familie des Biotechnologieingenieurs Miodrag Pavic flüchtete vor neunzehn Jahren aus Zagreb in die Schweiz. Seit 1998 bemühen sich die Behörden, die Familie nach Kroatien zurückzuschicken – einen Staat, den es zur Zeit ihrer Flucht noch gar nicht gab. Vor allem der Etziker Gemeindepräsident will die Pavics so schnell wie möglich loswerden: «Sie stören, weil sie immer noch da sind.»


http://www.woz.ch/1117/asylbuerokratie/die-unglaubliche-geschichte-der-familie-pavic

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
15. Mai 2012, 17:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
lazlo wanda



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Saudiarabien wappnet sich für die kommenden Aufstände in der Region:

http://www.bluewin.ch/de/index.php/22,597629/Saudi-Arabien_kauft_55_Pilatus_PC-21-Trainingsflugzeuge/de/news/inland/sda/

Die Demokratie ist schon immer wieder nice:
Zitat:
Im Frühling 2009 hatte der Bundesrat beschlossen, keine neuen Bewilligungen für die Ausfuhr von Kriegsmaterial unter anderem nach Saudi-Arabien zu erteilen. Unbewaffnete militärische Trainingsflugzeuge fallen normalerweise jedoch unter das Güterkontrollgesetz, können aber auch unter das Kriegsmaterialgesetz fallen.

Die Ausfuhr von 25 PC-21-Trainingsflugzeugen im Wert von 258,1 Millionen Franken in die Vereinigten Arabischen Emirate im vergangenen Jahr tauchte beispielsweise in der Kriegsmaterial-Statistik auf.

Der Bundesrat habe diese Ausfuhr in die VAE "auf das Kriegsmaterialgesetz gestützt, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Flugzeuge in der Schweiz für die Aufnahme von Waffen modifiziert würden", erklärte das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) im Februar.


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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
23. Mai 2012, 23:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Antworten mit Zitat
die SNB macht sich ready für den grossen kladderadatsch:

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/uebersicht/notfallszenario-der-nationalbank_1.17055832.html

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
29. Mai 2012, 22:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In St. Gallen regt sich Widerstand gegen das Sparpaket:

300 protestieren gegen das Sparen

Zitat:
ST.GALLEN. Rund 300 Empörte haben am Montagabend vor dem St.Galler Regierungsgebäude gegen das kantonale Sparpaket demonstriert. Bürgerliche Ratsmitglieder und Regierungsräte wurden mit Trillerpfeifen empfangen und lautstark ausgebuht.


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04. Juni 2012, 23:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Lage bei Merck Serono spitzt sich zu:

http://www.swissinfo.ch/ger/news/newsticker/international/Merck_Serono_will_definitive_Abbauplaene_am_19._Juni_bekannt_geben.html?cid=32841392

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07. Juni 2012, 09:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die wollen schon streiken. Haben jetzt sogar "Grève"-Hüte mr green



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07. Juni 2012, 14:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Die Leute von Merck Serono haben auch eine Page:

http://ms-employees.org/

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07. Juni 2012, 19:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Merck Serono jetzt im Streik:

http://www.20min.ch/ro/economie/news/story/Merck-Serono-en-greve-22442294

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12. Juni 2012, 12:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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merck serono wird chefsache:

http://www.20min.ch/finance/news/story/Bundesrat-steht-Merck-Serono-Streikenden-bei-29049469

auf das N bei SozialpartnerN achten ;)

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Bericht im Schweiz Aktuell:

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=4a00ef90-5969-454b-94bc-621db50a36ce

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12. Juni 2012, 23:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Perilzzari: "...Es geit um vill meh als um diä Lüt, es gaht um Kompetänzä wo i däre Region gschaffe worde sind"

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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
13. Juni 2012, 11:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Spontan-Demo gegen Asylgesetzrevision an der Heiliggeistkirche

Zitat:
In Bern haben am Donnerstagabend mehrere hundert Personen gegen die «skandalöse Asylgesetzrevision» protestiert. Für lautstarken Protest sorgte insbesondere die Haltung des Nationalrats, wonach Asylsuchende nur noch Nothilfe statt Sozialhilfe erhalten sollen.


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14. Juni 2012, 22:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Das Bezirksgericht hat Klaus Rozsa in einem haarsträubenden Strafverfahren, das selbst der SVP-Richterin sichtliches Unbehagen bereitete, zu einer bedingten, aber für den Journalismus insgesamt empfindlichen Geldstrafe wegen Gewalt und Drohung und Hinderung einer Amtshandlung verurteilt, weil er vor vier Jahren die Besetzung des Fussballstadions Hardturm und einen Polizeieinsatz fotografierte.

Das Urteil bedeutet bis zu seiner Rechtskraft, dass die Polizei künftig Journalisten wieder wegweisen darf, wenn sie Übergriffe beobachten und fotografieren wollen. Sollten sie sich dennoch beim Geschehen aufhalten, gilt das fotografische Festhalten von Polizeiprügel künftig als Hinderung einer Amtshandlung. Knüppeln wird, ob verhältnismässig oder nicht, von Amtes wegen nun wieder geschützt wie auch das Abfeuern von Gummigeschossen, ob aus der Nähe oder aus der Distanz.

Aber genau darum ging es, als Klaus Rozsa den Polizeieinsatz beim Hardturmstadion fotografierte: Die Polizisten schossen aus wenigen Metern Gummiprojektile auf die jugendlichen Besetzer und wollten vermeiden, dass es Bilder davon gibt, weil die Polizeiverordnung beim Einsatz von Gummigeschossen eine Mindestdistanz von 20 Metern vorschreibt. Kurz gesagt: man hat Klaus Rozsa als Augenzeugen von unverhältnismässiger Polizeigewalt kriminalisiert.

Zitat:

Schon damals war Rozsa betroffen

Eine der ganz wenigen Ausnahmen in besonders krassen Fällen betraf damals schon den Pressefotografen Klaus Rozsa. Er war auf dem Heimweg beim OBER-Gebäude bei der Stauffacherbrücke von vier Polizeifahrzeugen eingekreist worden. Sie schnitten ihm den Weg ab, zerrten ihn aus dem Wagen und schlugen ihn mit Stiefeltritten und Knüppeln bewusstlos. Ein Taxifahrer hatte dies zufällig gesehen und konnte deswegen nicht mehr schlafen. Da meldete er sich als Zeuge. Die beteiligten Polizisten mussten verurteilt werden.

Im Fall der Stadionbesetzung lief das Verfahren wieder nach dem alten System ab. Klaus Rozsa wurde misshandelt und reichte gegen die Polizisten eine Strafanzeige ein. Dieses Verfahren wurde verschleppt und ist noch hängig. Aber im Gegenzug, als Retourkutsche, wurden im Nachhinein zwei Strafverfahren gegen Klaus Rozsa eingeleitet: eines wegen Ehrverletzung, weil er einem Polizisten, der ihn angeblich als «Sauhund» bezeichnet hatte, gesagt haben soll, er sei ein «Nazi». Dieser Ehrverletzungsprozess wurde von zwei Instanzen im Eilverfahren abgeschlossen. Klaus Rozsa wurde 2009 vom Obergericht rechtskräftig verurteilt und musste seinen Peiniger 5‘000 Franken Entschädigung bezahlen. Das zweite Strafverfahren, bei dem es um eine Abwägung ging, ob Klaus Rozsa, wie von den Polizisten behauptet, ihnen gegenüber Gewalt angewendet und sie in ihrer Amtshandlung behindert hätte oder nicht, dauerte vier Jahre.

»Zürcher System»

Die lange Dauer des Verfahrens, das von der Staatsanwaltschaft für besondere Aufgaben verschleppt worden war, bewog die Richterin in ihrer Urteilsbegründung zu erwähnen, sie befinde sich am unteren Limit einer möglichen Verurteilung. Dennoch verurteilte sie ihn. Wie der Beobachter einer Menschenrechtsorganisation nach dem Prozess meinte, habe die Parteizugehörigkeit der Richterin keine grosse Rolle gespielt, denn sie sei gefangen gewesen im alten spezifisch zürcherischen System. Seine Organisation rate ihren Klienten seit mehreren Jahren von Anzeigen gegen die Polizei ab und schicke sie nur noch zum Ombudsmann, weil die Chance, vor Gericht Recht zu bekommen, verschwindend klein sei, und die Wahrscheinlichkeit praktisch eine Gewissheit sei, selbst angezeigt und verurteilt zu werden. Beim Ombudsmann wird dann der Fall zumindest statistisch erfasst.


http://www.infosperber.ch/Artikel/FreiheitRecht/Verlorener-Prozess-gegen-die-Pressefreiheit

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15. Juni 2012, 09:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Sind wir auf sowas vorbereitet?

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Bei-EuroKollaps-droht-Schweiz-eine-schwere-Rezession/story/27064619

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15. Juni 2012, 11:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Merck Serono-Belegschaft will Kampf verschärfen:

http://unia.ch/news_aktionen.9.0.html?&L=10&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7651&tx_ttnews%5BbackPid%5D=1&cHash=ee0b069ddd41debe5224d2c6f129a756

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15. Juni 2012, 15:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Seit der Ankündigung von Merck Serono, nicht auf die Vorschläge der Belegschaft einzutreten, streiken die ArbeiterInnen. Ausserhalb der Anlage hat sich ein kleines Camp ("Occupy Merck Serono") gebildet. Das Unternehmen hat Sicherheitspersonal rekrutiert, um die ArbeiterInnen von einer Besetzung des Betriebs abzuhalten. Zudem erhöht das Management den Druck und will den ArbeiterInnen die Streiktage als unbezahlten Urlaub verrechnen (müsste ja wohl auch eine Streikkasse vorhanden sein?). Noch getrauen sich die ArbeiterInnen nur "symbolisch" (mittels Camp und Menschenkette um das Gebäude) Druck auszuüben. Bedenkt man aber die Radikalisierung der Belegschaft seit Beginn des Streiks (da gab es ja kaum Leute, die überhaupt kämpfen wollten), könnte vieles möglich sein. Konflikte mit der Gewerkschaft tun sich wohl auch bald auf, da diese den grösseren Schwerpuntk auf einen Sozialplan statt auf Erhaltung der Jobs legt (meine Einschätzung, bis jetzt hat sich das noch nicht artikuliert).

Mehr Infos die Tage.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Streik-bei-Merck-Serono-in-Genf-hat-begonnen/story/19078207



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20. Juni 2012, 21:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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CS und UBS heruntergestuft

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22. Juni 2012, 09:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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http://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/personal-von-merck-serono-bricht-streik-vorlaeufig-ab?prev=printmail/1243815

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22. Juni 2012, 15:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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lazlo wanda hat Folgendes geschrieben:
http://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/personal-von-merck-serono-bricht-streik-vorlaeufig-ab?prev=printmail/1243815


Leider, die ArbeiterInnen sind nach 9 Wochen Kampf ein wenig am Anschlag. Und sie haben gewisse Illusionen in die Politiker. Leider. Aber es gibt Bereiche in der Firma, die weiter im Streik sind. Insofern stimmt die Schlagzeile halt nicht ganz.

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22. Juni 2012, 16:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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By the way, guter Artikel im Vorwärts vom 25. Mai 2012 zu Merck Serono. Dessen Fazit scheint sich leider zu bewahrheiten:

Zitat:
Die Mobilisierung der Beschäftigten und der Gewerkschaft Unia hat zu einem vorbildlich organisierten Widerstand gegen Betriebsschliessung und Entlassungen geführt. Doch auch bei der Karton Deisswil wurde im 2010 an den Bundesrat appelliert, sich für die Arbeitsplätze einzusetzen. Auch bei der Sappi in Biberist wurde 2011 die Unia in die Verhandlungen integriert. Auch bei Clariant in Muttenz wurde 2009 auf die Konsultationsphase gepocht. Resultat: Betriebsschliessung und Massenentlassungen. Es braucht heute einen Bruch mit der gewerkschaftlichen Konzertationspolitik und die Überzeugung, dass nur durch kämpferische Widerstandsbewegungen Arbeitsplätze gerettet und Betriebe erhalten werden können. Dazu gehören Streiks und Betriebsbesetzungen. Von Staat und Kapital ist auch in der Schweiz nichts zu erwarten.


VORWÄRTS/827: Widerstand gegen Massenentlassung bei Merck Serono

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22. Juni 2012, 18:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Zitat:
Von Staat und Kapital ist auch in der Schweiz nichts zu erwarten.


radical chic mr green
Ich würd das Fazit gar noch etwas zuspitzen: Auch ein noch so radikaler Widerstand kann angesichts der ökonomischen Situation möglicherweise(!) nicht damit rechnen, die Arbeitsplätze zu erhalten... The end of demands?

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22. Juni 2012, 23:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Fabio Montale



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Beitrag The end of demands? Antworten mit Zitat
Was heisst denn nun aber "the end of demands" für Belegschaften? Für bessere Sozialpläne streiken? Oder sich doch mit jedem Sozialplan zufriedengeben? Und wie verhalten sich politische Aktivist_innen gegenüber solchen Konflikten, die sich teilweise zu Kämpfen entwickeln (wie bei Merck Serono in Genf)? Solche Fazite ("Vom Staat und Kapital ist auch in der Schweiz nichts zu erwarten") bleiben tatsächlich radical chic, solange nicht von den alltäglichen Bedingungen ausgegangen wird. Und dies wiederum verlangt eine direkte Beteiligung an den Kämpfen...

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26. Juni 2012, 23:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Hinter «The End of Demands» steht - wie du unschwer erkennen kannst - ein Fragezeichen. Sprich: Ich bin mir diesbezüglich auch unsicher. Aber es scheint mir, dass zumindest in den metropolitanen Zentren die Zeit der offensiven Forderungen vom Standpunkt der Gesamtklasse vorüber ist. Zwar können einzelne Branchen und Sektoren noch Verbesserungen erkämpfen, aber für die Klasse als solche sind in Zeiten der Krise - die seit Mitte der 70er schwelt und dann 2008 offen ausgebrochen ist - keine substantiellen Verbesserungen mehr drin. Die Kämpfe richten sich in den allermeisten Fällen gegen Verschlechterungen und Massenentlassungen. Ob diese dann abgewehrt werden können, liegt eben auch in der Logik des Kapitals; also darin begründet welche ökonomischen Spielräume das konkrete Kapital überhaupt noch hat. In dieser Situation scheinen mir Forderungen an die Gegenseite, wie sie traditionell von den Gewerkschaften gestellt wurden, einigermassen aussichtslos. Was daraus folgt? Gerade das Gegenteil von dem was du unterstellst: Notwendig wäre eben gerade eine Radikalisierung der Kämpfe; ein Eintreten für die eigenen Bedürfnisse, das keine Rücksicht mehr nimmt auf den nationalen Standort und das Unternehmen. Aber darin scheint gerade auch ein grundsätzliches Problem des Klassenkampfes auf: Im Kapitalismus ist die Reproduktion der ArbeiterInnen ans Kapital gekettet, sie sind schliesslich abhängig von einem Arbeitsplatz. Solange die ArbeiterInnen gezwungen sind, sich innerhalb des Kapitalverhältnisses zu reproduzieren, sind sie - wie prekär auch immer - von Staat und Kapital abhängig. Und so scheint mir eine praktische Radikalisierung der Kämpfe erst möglich, wo grössere Teile der Gesellschaft sich an einem Kampf beteiligen und so eine praktische Perspektive jenseits von Staat und Kapital sich auftut. Die Frage der alltäglichen Verbesserungen und die Frage der Umwälzung der ganzen Scheisse hängen heute ganz eng zusammen; ganz anders allerdings, als das Reformisten und andere Sozialdemokraten behaupten. Was wir in diesen Prozessen zu tun haben, das überlass ich jetzt mal deiner Phantasie. Das als kurze Skizze dessen, was ich mit dem Ende der Forderungen anreissen wollte. Aber wie gesagt: Ich habe da auch noch einige Fragezeichen.

Zitat:
Solche Fazite ("Vom Staat und Kapital ist auch in der Schweiz nichts zu erwarten") bleiben tatsächlich radical chic, solange nicht von den alltäglichen Bedingungen ausgegangen wird. Und dies wiederum verlangt eine direkte Beteiligung an den Kämpfen...


Ach komm: Entweder ist das eine Banalität oder eine Unterstellung. Du weißt schlicht nicht, wer sich auf diesem Forum wie und wo beteiligt und entsprechend seine allgemeinen Reflexionen über die Kämpfe anstellt. Und das gehört auch nicht ins Internet. Aber grundsätzlich kann man schon feststellen, dass vom Kapital nichts zu erwarten ist. Vom Staat würde ich da etwas differenzieren, weil der Staat als ideeller Gesamtkapitalist ein Interesse an der Reproduktion der Arbeiterklasse als potentiell ausbeutbare Arbeitskräfte hat. Von was geht denn der verlinkte Artikel aus, wenn nicht vom Standpunkt des Proletariats (oder anders formuliert: von den «alltäglichen Bedingungen»)? Wie man da jetzt sonst noch die «alltäglichen Bedingungen» zusätzlich zu dem, was da eh schon steht, einarbeiten soll, das müsstest du erstmal konkretisieren; sonst bleibts ein einigermassen leerer Vorwurf. Dass man sich an Kämpfen beteiligen soll, das sehe ich – mit einigen Fragezeichen – auch so. Aber wenn du das schon so selbstsicher postulierst: Erklär mir doch mal den Zusammenhang zwischen den alltäglichen immanenten Kämpfen und einer revoutionären Perspektive. Und sag doch mal, warum sich Kommunisten von einem revolutionären Standpunkt aus, an solchen Kämpfen beteiligen sollen. Ich hab darauf meine zögerlichen Antworten, wäre aber wirklich gespannt, was du dazu zu sagen hast.

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27. Juni 2012, 15:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Der Aperto im Bahnhof Thun wurde gestern morgen bestreikt:
http://www.bernerzeitung.ch/region/thun/Gratisarbeit-Verkaeufer-von-ApertoShop-streiken/story/28520504

Zitat:
«Die Angestellten beginnen beispielsweise um 3.30 Uhr, Backwaren zuzubereiten. Damit um 6 Uhr, wenn der Shop öffnet, alles bereit ist. Die Arbeitszeit wird allerdings erst ab 4.30 erfasst – das Verkaufspersonal arbeiten also jeden Morgen eine Stunde gratis.» Weiter würden den Thuner Aperto-Mitarbeitern Pausen automatisch abgezogen. «Egal ob sie tatsächlich bezogen wurden», fährt Venetz fort. Zudem würden Überstunden nicht angerechnet und drei Viertel der Angestellten arbeiteten auf Abruf und ohne Beschäftigungsgarantie, lauten die weiteren Vorwürfe.


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04. Juli 2012, 15:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Man höre und staune: Die kämpfende Belegschaft von Merck Serono lebt! Sie haben die "Maulkorb"-Verhandlungen mit Merck abgebrochen und wollen jetzt wieder kämpfen! Ich bewundere ihren Mut und die Ausdauer!

Zitat:
Résultat de la dernière séance de la CRCT
L'intransigeance de la direction allemande fait échouer la conciliation

La conciliation imposée par la Chambre des relations collectives du travail (CRCT), intervenue à la demande du Conseil d’Etat suite à onze semaines de notre mobilisation s’est soldée par un échec dû à l’intransigeance du groupe allemand face à nos revendications. L’assemblée générale de ce matin renvoyé à l’expéditeur les maigres concessions faites par la direction

Malgré plusieurs séance de négociations sous les auspices de la CRCT, la conciliation entre Merck Serono, le personnel et le syndicat Unia s’est formellement terminée aujourd’hui sur un échec. Nous déplorons que la direction n’ait finalement retenu qu’une partie infime de nos revendications, à savoir une faible revalorisation des indemnités pour les collaborateurs ayant un bas salaire et ceux de plus de 50 ans, ainsi que de maigres indemnités pour les employés externes. Ces concessions ne représentaient qu’une amélioration de 4% du plan social annoncé par Merck Serono ou l’équivalent du revenu annuel de notre CEO, ce qui prouve le peu d’égards qui nous est porté!

Poursuite de la lutte sur plusieurs plans

Ce matin, réuni en assemblée générale, nous avons donc à une écrasante majorité refusé le paquet soumis par la direction qui ne représentait à nos yeux que du mépris pour le travail effectué jusqu’à présent; cet après-midi, la CRCT n’a pu que constater l’échec de la conciliation. L’interdiction des mesures de lutte et de médiatisation qui avaient été imposée par la procédure de conciliation de la CRCT prend également fin. Nous avons donc décidé ce matin de ne pas désarmer. Une nouvelle assemblée du personnel prévue jeudi 26 juillet définira les prochaines actions.


http://ms-employees.org/news-agenda/

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18. Juli 2012, 23:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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WSWS: Swiss: Flugbegleiter wählen Gewerkschaftsführung ab

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06. August 2012, 22:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Eine Kaufwelle treibt die Preise von Geschäftshäusern in die Höhe. So wurden für die Bahnhofstrasse 53 390 Millionen Franken bezahlt. Erträge scheinen für manche Lebensversicherer Nebensache zu sein.

(...)

Spitzenpreise, die eine Bruttorendite von weniger als 3 Prozent entsprechen, sind für Müller kaum noch nachvollziehbar. «Dies lässt sich nur so erklären, dass man glaubt, mit Immobilien, wenigstens kein Geld zu verlieren, und sich vor künftiger Inflation fürchtet.»

(...)

Denkt man diesen Anlagenotstand zu Ende, muss man von revidierten Leistungsversprechungen im Lebensversicherungs- und Rentengeschäft ausgehen. Stephan Skaanes, Pensionskassenexperte bei PPCmetrics, hält dazu fest: «Je nach Altersstruktur und Berechnungsgrundlagen müssten die meisten Pensionskassen heute eine Soll-Rendite von 3 bis 4,5 Prozent erzielen.» Das Dilemma vieler Pensionskassen sieht er darin, dass sie die Altersrenten nicht mehr mit risikolosen Bundesobligationen finanzieren können. «Nebst anderem erklärt dies das grosse Interesse an Immobilien», sagt Skaanes.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Monopoly-mit-Prestigeobjekten/story/19538342

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
25. September 2012, 08:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Post will neuen GAV aushandeln und dabei kräftig an den Löhnen schrauben:

http://www.sonntagonline.ch/ressort/wirtschaft/2563/?fb_action_ids=4708141590930&fb_action_types=og.recommends&fb_source=other_multiline&action_object_map=%7B%224708141590930%22%3A235096956618113%7D&action_type_map=%7B%224708141590930%22%3A%22og.recommends%22%7D&action_ref_map=[]

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14. Oktober 2012, 11:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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In Bern werden SozialhilfeempfängerInnen vom "Bankgeheimnis" ausgenommen und durchleuchtet. Grandios:

Arm, aber durchleuchtet

Zitat:
Sozialhilfeempfänger im Schweizer Kanton Bern müssen einer Offenlegung ihrer persönlichen Verhältnisse zustimmen.


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16. Oktober 2012, 00:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Die FDP macht einen auf SVP und will an der Repressionsschraube drehen:

«Sicherheit des Landes steht auf dem Spiel»: FDP fordert mehr Polizei und härtere Strafen

Zitat:
Die FDP glaubt, dass die Schweiz immer unsicherer wird. Deshalb will sie mit härteren Strafen für Kleinkriminelle, Wiederholungstäter und Drogendealer Gegensteuer geben.


Fantastisch auch, wie die FDP bei der SVP gelernt hat mit Zahlen zu operieren. Aus der Medienmitteilung (Hervorhebung von mir):

Zitat:
Die Zahlen sprechen für sich: Während von 2000-2004 noch 5.1 Prozent der befragten Personen Einbruchsopfer waren, stieg ihre Zahl während der Zeit von 2006-2010 auf 7.1 Prozent. Noch grösser ist die Zahl bei den Körperverletzungen und Drohungen mit einer Zunahme von 7.2 Prozent in den Jahren 2000-2004 auf 10 Prozent (2006-2010). Auch hat der Drogenhandel indirekte, aber starke Auswirkungen auf die Sicherheit und setzt gemäss FedPol bis zu einer halben Milliarde Franken in der Schweiz um.


In der heutigen NZZ-Printausgabe (27.10.2012, Hervorhebung ebenfalls von mir):

Zitat:
Überdurchschnittlich stark hat die Zahl der Diebstähle zugenommen, nämlich um 16 Prozent. Taschendiebstähle nahmen gar um 40 Prozent zu, Autoeinbrüche um 35 Prozent. Um 5 Prozent abgenommenn haben demgegenüber die Tötungsdelikte. Auch Körperverletzungen und Delikte gegen die sexuelle Integrität gingen leicht zurück.. Unter den Tätern finden sich weniger ständige Einwohner als 2010 - sowohl die Zahl der beschuldigten Schweizer wie auch der ständig hier lebenden Ausländer ging zurück. Dafür traten Asylbewerber und Kriminaltouristen häufiger als Täter auf.


Nicht, dass diese Zahlenspielerei irgendwas bringen würde. Man könnte nüchtern konstatieren, dass die Schweiz halt momentan auf diesem Weg ihr Fett von der Krise abbekommt: Die Leute aus Kriesenregionen holen sich ihr Stück vom Wohlstand mittels Diebstahl zurück. Aber es ist schon fantastisch zu sehen, wie die FDP veraltete Zahlen nehmen muss, um ihre These der steigenden Kriminalität zu begründen. Auch in der FDP gibt es grosse Zahlenkünstler. Chapeau!

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27. Oktober 2012, 06:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Bei Lonza entschliesst man sich zu kämpfen. Aber Warnstreik... naja....

Gewerkschaften drohen der Lonza mit Warnstreik

Zitat:
Die Angestellten des Lonza-Werks Visp und die Gewerkschaften fordern im Zusammenhang mit dem geplanten Abbau von 400 Stellen einen Konsolidierungsplan. Ansonsten tritt die Belegschaft in den Ausstand


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02. November 2012, 10:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Die Abbauwelle rollt an

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
05. November 2012, 08:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Heute haben in St. Gallen 4000 StaatsarbeiterInnen gegen Abbau demonstriert. Uh... die Bullen auch mit dabei.

«Nicht mit uns»

Demo gegen Lohnkürzungen in St. Gallen

http://www.facebook.com/NeinZumSparpaket

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15. November 2012, 22:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Auch in der Schweiz wieder Ansatz von Arbeitskämpfen:

Protest der Drucker

Edit: Obwohl es ist wieder das übliche "brave" Protestieren und bloss ne Forderung für Sozialplan...

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16. November 2012, 00:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Bei Lonza hat man sich in gutsozialpartnerschaftlicher Manier auf einen Sozialplan geeinigt. Der Abbau der 400 Stellen wurde nicht in Frage gestellt. Gestreikt wurde keine Minute. Die Gewerkschaften sind ihrer Rolle als netter Sterbebegleiter gut nachgekommen.

Sozialplan für Lonza-Werk in Visp steht

Zitat:
Der Feinchemiekonzern Lonza präsentiert den Sozialplan für den Abbau von rund 400 Stellen im Werk in Visp (VS). Durch Vorpensionierungen und interne Verschiebungen soll die Zahl der Kündigungen möglichst tief gehalten werden.


Während Alessandro Pelizzari in einem Interview den Kampf bei Merck Serono als von vorneherein verloren bezeichnet. Man hätte auch 40 Tage streiken können, das hätte nichts gebracht. Besser man hätte von Anfang an den Sozialplan angesteuert...

«Même avec 40 jours de grève, rien n’aurait changé chez Merck Serono»

Zitat:
Le syndicaliste Alessandro Pelizzari revient sur la crise. Selon le secrétaire d’Unia, la lutte était perdue d’avance


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27. November 2012, 13:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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ja, ja die Schweizer Banken

Krise, imperialistische Spannungsfelder und die Schweizer Banken – Der Versuch einer Bestandsaufnahme

http://de.internationalism.org/Weltrevolution175_schweizbankenimperialismus1112
29. November 2012, 12:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Diverse Quellen (u.a. Occupy Barcelona) behaupten, dieses Bild sei von heute auf dem Paradeplatz. Aber bei Occupy Zürich steht nichts. Nicht dass es eine relevante Form von "Bewegung" wäre, trotzdem nimmts mich wunder: Weiss jemand mehr dazu? Ist das ein Werbegag? Occupy Zürich trau ichs nämlich nicht mal zu, soviel Leute zu mobilisieren.



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30. November 2012, 23:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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die beiden herren mit den roten jacken sehen unia-funktis verdächtig ähnlich, nicht?

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
01. Dezember 2012, 00:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Savo hat Folgendes geschrieben:
die beiden herren mit den roten jacken sehen unia-funktis verdächtig ähnlich, nicht?


Du hast recht, jetzt ist alles klar:

http://unia.ch/Kongress-2012.6719.0.html?&L=10



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01. Dezember 2012, 01:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In St.Gallen machen die StaatsarbeiterInnen eine Demo (siehe oben). In Bellinzona machen sie einen Streik (auch wenn gewrkschaftlich orchestriert). So sind halt die Unterschiede im Bewusstsein in der Schweiz. Scheinbar.

Staatsangestellte streiken in Bellinzona

Zitat:
Rund 2000 Tessiner Staatsangestellte und Schüler haben am Mittwoch in Bellinzona gegen geplante Lohnkürzungen und Sparmassnahmen protestiert. In der Kantonsverwaltung wurde am Nachmittag teilweise die Arbeit niedergelegt. An zahlreichen Tessiner Kantonsschulen fiel am Vormittag der Unterricht aus.


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06. Dezember 2012, 00:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Das-Steuerexperiment/story/13577067

Luzern steckt stark in der Krise, vor allem weil die letzten Jahre stark die Steuern gesenkt wurden, dies aber nicht wie erhofft dazu führte, dass sich grosse Firmen ansiedelten. Nun kommen starke Kürzungen...

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
10. Dezember 2012, 11:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
far



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Zur Schülerstreikdemo heute in Luzern:
http://www.20min.ch/schweiz/zentralschweiz/story/Luzerner-Schueler-streiken-25651809

Zitat:
Der Kanton Luzern muss sparen, da er für das kommende Jahr mit einem Defizit von von 10,4 Millionen Franken rechnet. Geplant ist, dass im Jahr 2013 57,7 Millionen Franken, 2014 111,8 Millionen Franken eingespart werden. Gespart wird vor allem beim Personal, im Gesundheitswesen und in der Bildung. Im November demonstrierten bereits die Kantonsangestellten gegen die Pläne der Regierung.


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10. Dezember 2012, 16:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Die WoZ mit dem Versuch einer Zusammenfassung der laufenden Anti-Sparproteste in der Schweiz:

Protest gegen die Sparpakete: «Die Zitrone ist ausgepresst»

Zitat:
In fast allen Kantonen schlagen die Folgen des Steuerwettbewerbs in Defizite um. Reaktion der Parlamente: Sparpakete, Leistungsabbau und geringere Löhne fürs Staatspersonal. Jetzt gehen die Betroffenen auf die Strasse. Selbst KantonspolizistInnen.


Vielleicht ist da ja wirklich langsam was am Entstehen?

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12. Dezember 2012, 22:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Die WoZ mit dem Versuch einer Zusammenfassung der laufenden Anti-Sparproteste in der Schweiz:

Protest gegen die Sparpakete: «Die Zitrone ist ausgepresst»

Zitat:
In fast allen Kantonen schlagen die Folgen des Steuerwettbewerbs in Defizite um. Reaktion der Parlamente: Sparpakete, Leistungsabbau und geringere Löhne fürs Staatspersonal. Jetzt gehen die Betroffenen auf die Strasse. Selbst KantonspolizistInnen.


Vielleicht ist da ja wirklich langsam was am Entstehen?


na ja, die hoffnung stirbt zuletzt...

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Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
13. Dezember 2012, 16:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In der Romandie wird mal wieder gestreikt:

"Auf einen ersten Warnstreik am 18. September reagierte die Geschäftsleitung mit Repression, Drohungen und Verschleppung der Verhandlungen. Auch der Staat versuchte gegen die Kampfbereitschaft vorzugehen und erklärte einen ersten Streikversuch für illegal. Die Angestellten des Spitals haben sich nicht einschüchtern lassen, am 22. November weitere Kampfmassnahmen entschieden und sind am 26. November in den Streik getreten. Sie kämpfen damit für den Erhalt des geltenden GAVs Santé 21, gegen die drohende Auslagerung und gegen aktuelle Entlassungswellen" - so beginnt der Aufruf "Solidarität mit den Streikenden des Spital La Providence in Neuenburg"

https://www.aufbau.org/index.php/arbeitskfe-mainmenu-109/allgemein-mainmenu-110/1437-providence

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18. Dezember 2012, 00:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Daneben kam es auch zu einem Demonstrationszug junger Leute vom Voltaplatz zum Theodorskirchplatz, wobei es unterwegs zu einigen Sprayereien kam. Bereits am Nachmittag war es zu einer kurzen „Spontandemo“ von Vermummten vor dem Gefängnis Bässlergut gekommen, wobei deren Botschaft unklar blieb und die sich nach wenigen Minuten wieder auflöste.


von hier: http://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/baselbiet/schlaegereien-spontandemo-und-notrufe-silvester-in-basel-125859289

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02. Januar 2013, 12:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Nach dem Tessin wird nun auch in Genf gestreikt:

Zitat:
(sda) Die Gewerkschaften der Genfer Staatsangestellten hat ihre Mitglieder für den kommenden Donnerstag zum Streik aufgerufen. Damit wollen sie sich gegen die von der Regierung angekündigten Sparmassnahmen wehren. Beim ersten heranziehenden Gewitter respektiere die Regierung die bisher geltenden Vereinbarungen nicht mehr, sagte Gewerkschaftsvertreterin Andrée Jelk-Peila am Montag an einer Medienkonferenz.

http://www.chefduzen.ch/viewtopic.php?f=8&t=522&sid=7207304f72c01bede9b4eb53731d8418


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15. Januar 2013, 00:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Zitat:
Weltweit kommt es seit einigen Jahren zu beispiellosen und erstaunlichen Protesten in den Industrieländern als Reaktion auf den starken Wirtschaftsabschwung und die anhaltende Staatsschuldenkrise, die eine globale soziale Krise ausgelöst haben.
...
In einem solchen Umfeld kann die zunehmende Enttäuschung über die politische und wirtschaftliche Klasse dazu führen, dass die Bürger den Gesellschaftsvertrag mit ihren Regierungen aufkündigen.
...
Auch staatliche Beschäftigungs- und Sozialhilfeprogramme stossen an Grenzen, weil diese am ehesten von Sparmassnahmen betroffen sind und zurückgefahren werden. Berücksichtigt man dann noch die entmutigenden Prognosen für die Erholung der Weltwirtschaft und die Warnung der ILO vor einem globalen Stellenrückgang, der noch ein ganzes Jahrzehnt fortdauern könnte, gelangt man zu dem Schluss, dass eine weitere spürbare Verschärfung der sozialen Unruhen zu erwarten ist: Die Jugend sieht sich zunehmend an den Rand gedrängt und der Gesellschaft entfremdet.
...
Noch beunruhigender ist, dass der Jugend heute das Internet zur Verfügung steht – das bislang mächtigste Medium, um sich selbst und andere zu informieren und kollektive Reaktionen zu organisieren. Es ist allgemein bekannt, dass Social Media wie Twitter, Facebook und YouTube eine entscheidende Rolle im Arabischen Frühling und für die Occupy-Bewegung Ende 2011 spielten.


https://responsibility.credit-suisse.com/app/article/index.cfm?fuseaction=OpenArticle&aoid=379700&lang=DE&WT.mc_id=CS+Switzerland+16.01.2013-379545

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20. Januar 2013, 19:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Diskussion auf Libcom, ob die Form der direkten Demokratie in der Schweiz etwas mit einer anarchistischen Gesellschaft zu tun haben könnte:

Zitat:
None of this democratic machinery prevents Switzerland from being a normal capitalist country, where most workers are alienated from politics and mainly concerned with economic survival and trying to have a life. Nor does it make the general politics of the country either liberal or libertarian, if anything Switzerland is dominated by small-minded, right-wing reactionary politics that makes Germany look like a liberal lefty paradise (no mean feat).

Switzerland, however, is a good example in one sense only - it's a perfect example of why all those two men and a dog "radical democratic reform now" fringe groups are definitely barking up the wrong tree. It's not so much more democracy we need as less capitalism.

http://libcom.org/forums/theory/anarchisms-conception-state-switzerland-24012013


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26. Januar 2013, 17:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Zitat:
Mitarbeiter der Klinik La Providence hatten gegen den Verkauf des Spitals an eine Privatspitalgruppe protestiert. Als sie die Wiederaufnahme der Arbeit verweigerten, wurden sie fristlos entlassen.



http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Neuenburger-Klinik-entlaesst-22-Streikende/story/20935897

Schaut euch auch die Kommentare an! shocked

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
06. Februar 2013, 12:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Solidemo am 16. Februar in Neuchâtel!



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07. Februar 2013, 22:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Streik in der BaZ-Druckerei:

BaZ trotz Streik gedruckt und ausgeliefert

Harte Fronten im Streit um die BaZ

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11. Februar 2013, 14:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Üble Sache:

Zitat:
Es ist eines der düsteren Kapitel der Schweizer Geschichte: Bis 1981 war es möglich, Menschen auch ohne Gerichtsurteil oder psychiatrisches Gutachten wegzusperren, sei es wegen «Arbeitsscheu», «lasterhaften Lebenswandels» oder «Liederlichkeit»; betroffen waren vor allem junge Menschen.

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ein-duesterer-Teil-Schweizer-Geschichte-soll-aufgearbeitet-werden/story/22116132


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22. Februar 2013, 12:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Am Samstag gab es in Bern eine Demo gegen Sozialabbau. Dabei wurde folgendes Flugblatt verteilt:

Zitat:
Hier kämpfen und dort knüppeln

Heute gehen mehrere 1000 Kantonsangestellte für bessere Sozialleistungen und einen höheren Lohn auf die Strasse. Sie kämpfen gegen den Sozialabbau der durch das ganze Land fegt. Genau wie Ihr euch heute wehrt, haben sich auch in Neuchâtel vor vier Monaten 22 Spitalangestellte gegen die Kündigung des Gesamtarbeitsvertrag- (GAV, Santé 21) an ihrem Spital „la Providence“ gestellt. An ihrem Spital soll der – für die Branche als Standard geltende – GAV gekündigt werden. Das Spital soll an Genolier (private Klinik-Gruppe) verkauft werden und für deren Profitmaximierung ist ein GAV störend. Dagegen traten jedoch 22 mutige Arbeiter_innen in einen unbefristeten Streik. Sie organisierten Infoanlässe, machten Medienarbeit, führten Gespräche mit der Regierung, veranstalteten Massendemonstrationen und bauten vor dem Spital einen Streikposten, an dem sich alle Kollegen und Interessierte über die massiven Abbaupläne und die Erpressung des Konzernes informieren konnten. Genau dieser wichtige Streikposten wurde kurz nach dem Aufbauen wieder geräumt, und dass von der Staatsmacht, besser gesagt: der Polizei! Mittlerweile wurde allen Streikenden gekündigt.

Und genau heute und hier stehen Polizisten mit allen anderen Arbeiter_innen des Kantons auf dem Bundesplatz um gegen Sozialabbau zu protestieren. Doch genau diese Polizisten sind dazu da, die Herrschende Ordnung ins Recht zu setzen. Was in diesem Fall bedeutet, die Profitinteressen von Genolier zu schützen und gegen die kämpfenden Arbeiter vorzugehen.

Kommt es zu Protest oder Streiks, steht die Polizei an erster Stelle um sie zu zerschlagen. Dann werden rücksichtslos Streikposten geräumt, Informations-veranstaltungen verhindert und gewaltsam gegen Demonstrierende vorgegangen. Polizisten stehen heute für Ihre Interessen da, aber morgen knüppeln sie dich nieder. Polizisten stehen nicht auf deiner Seite, sie stehen auf der Seite des Kapitals und schützen dessen Profite. Polizisten stehen dir als erstes gegenüber, wenn du anfängst für bessere Lebensbedingungen zu kämpfen.

http://www.facebook.com/pages/Schwarz-Rot-Bern/529774797035482


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18. März 2013, 01:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Gefängniswärter (!) in Genf streiken.

Genfer Gefängnis massiv überbelegt – Wärter streiken

Zitat:
Zu viele Gefangene, zu wenig Personal: Die Lage im Genfer Gefängnis Champ-Dollon sei «explosiv», sagen die Wärter. Sie protestierten heute gegen die Überbelegung und ihre schlechten Arbeitsbedingungen.


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08. April 2013, 17:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Es gibt ja tatsächlich auch Streiks in der Deutschschweiz. So der Warnstreik von letztem Mittwoch bei der Metro Boutique in Basel:

Warnstreik für bessere Löhne bei Metro-Kleiderladen in Basel

Zitat:
Mit einem Warnstreik haben Verkaufsangestellte der Kleiderladenkette Metro Boutique am Mittwochmittag in Basel deutlich höhere Löhne gefordert. Zuvor seien zwei Gespräche mit der Firmenleitung ergebnislos geblieben, teilte die Gewerkschaft Unia mit.



Die Freundinnen und Freunde des niveauvollen Entrismus aus der Gruppe Funke (Marxistische Strömung in Juso und Gewerkschaft) haben einen Artikel dazu geschrieben:

Warnstreik bei der Metro Boutique Basel am Marktplatz: Die Belegschaft nimmt das Heft in die Hand

Zitat:
Die Arbeiterinnen und Arbeiter der Basler Filiale der Kleiderboutique Metro haben sich gegen die Ausbeutung durch das Unternehmen zur Wehr gesetzt und haben begonnen sich in der Gewerkschaft zu organisieren. Sie wollen eine gerechte Bezahlung von 4000 Fr. monatlich plus einen 13. Monatslohn. Ebenso fordern sie die Aufhebung täglichen unbezahlten Arbeitszeit von 20 Minuten, die als Betriebsinteresse dargestellt werden, und eine klare Abrechnung ihrer Arbeitszeit mithilfe einer Stempeluhr, was bisher nur durch die Vorgesetzten geschieht.


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22. April 2013, 13:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der Streik scheint etwas genutzt zu haben, meint die UNIA (scheiss UNIA-Webseite, diese Links sind ja kaum zu verlinken. Der Artikel findet sich hier: http://www.unia.ch/index.php?id=9&tx_ttnews[tt_news]=8437&tx_ttnews[backPid]=1&cHash=773af86110c5ba04b3628fb439ae1d04):

Warnstreik zeigt Wirkung: Metro will Lösung

Zitat:
Nach dem Warnstreik des Verkaufspersonals der Metro Boutique in Basel vom Donnerstag kommt es zu neuen Verhandlungen zwischen der Metro Boutique AG und der Unia Nordwestschweiz. Am nächsten Montag soll eine Lösung des Konflikts angestrebt werden. Das zumindest hat die Geschäftsleitung der Metro Boutique gegenüber der Unia Nordwestschweiz schriftlich zugesichert.


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22. April 2013, 17:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Scheinbar gibt es markante Verbesserungen bei der Metro Boutique. Gemäss UNIA:

Zitat:
Mehr Lohn und mehr Rechte für das Metro-Verkaufspersonal

Nach dem Warnstreik des Verkaufspersonals der Metro Boutique in Basel haben die Metro Boutique AG und die Unia Nordwestschweiz heute eine Vereinbarung unterzeichnet, die für die protestierenden Angestellten mehr Lohn und mehr Rechte bringt. Die Unia Nordwestschweiz freut sich für die Angestellten der Metro Boutique Basel, dass sie mit ihrem Engagement bessere Arbeitsbedingungen erkämpfen konnten, ruft aber in Erinnerung, dass nur Gesamtarbeitsverträge im Detailhandel Verbesserungen für alle garantieren.


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29. April 2013, 19:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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An anderer Stelle in Basel siehts weniger rosig aus. Während bei der Metro Boutique (vgl. letzter Beitrag auf der letzten Seite) Löhne erhöht werden, werden bei StraumannStellen abgebaut:

Massiver Stellenabbau bei Straumann

Zitat:
Erneute Hiobsbotschaft für den Wirtschaftsstandort Basel: Der Zahnimplantatehersteller Straumann baut an seinem Hauptsitz 110 Stellen ab.


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29. April 2013, 19:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Streik der Zürcher Taxifahrer:

http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/21303827

Zitat:
Wenig Verdienst und lange Arbeitszeiten: Die Zürcher Taxichauffeure haben genug von ihren prekären Arbeitsbedingungen und legen die Arbeit für 24 Stunden nieder.


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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
07. Mai 2013, 14:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der Standort von Müller Martini in Thurgau wird geschlossen. Wie immer ist die Gewerkschaft "entsetzt":

Zitat:
Die Gewerkschaft Syna zeigte sich in einer Reaktion «entsetzt» über die geplanten Entlassungen. Bereits ab Ende August sei mit ersten Entlassungen zu rechnen.

Man begrüsse, dass die Firmenleitung ein offenes Verfahren gewählt habe, damit die Arbeitnehmervertretungen zusammen mit der Belegschaft und den Gewerkschaft griffige Lösungen erarbeiten könnten.

Müller Martini habe eine rechtzeitige Diversifizierung verschlafen, hält der Verband Angestellte Schweiz fest. Der Strukturwandel sei vorhersehbar gewesen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Betrieb in Felben-Wellhausen ganz geschlossen werden solle. Eine Weiterführung sei «absolut realistisch».

Besonders bitter für die Angestellten von Müller Martini sei, dass auch die Kurzarbeit den Stellenabbau nicht verhindert habe. Viele hätten auf einen Teil ihres Einkommens verzichten müssen und würden den Job trotzdem verlieren.

Für die 39 Lehrlinge am Standort im Kanton Thurgau müsse eine Lösung gefunden werden. Der Verband forderte, dass der Sozialplan angepasst wird.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Mueller-Martini-baut-250-Stellen-ab/story/31827952



Andere Wege scheint man in Schaffhausen zu beschreiten:

Vom Punkerstammtisch in den Arbeitskampf

Zitat:
Die LandschaftsgärtnerInnen in Schaffhausen drohen mit einem Streik. Ihr Kampf wäre ohne eine Szenebeiz und eine Fussballfankurve vielleicht nie zustande gekommen.


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27. Juni 2013, 17:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Einige Anmerkungen zum Spar-Streik in Dättwil

Gewerkschaften vertreten die Interessen der Arbeiter im kapitalistischen System. Das ist hart – denn die Rolle, die den Arbeitern im Kapitalismus zukommt, ist sich für Lohn zu verausgaben, um fremdes Eigentum zu vermehren. Sie sind darauf angewiesen, ihre Arbeitskraft verkaufen zu können, weil sie kein anderes Eigentum haben, dass sie als Einkommensquelle dauerhaft zu Geld machen können. Die Kapitalisten bezahlen für die Arbeitskraft gerne so wenig wie möglich, ungern soviel wie nötig, aber jedenfalls nur soviel, dass für sie ein genügend grosser Gewinn herausspringt. Und sie richten die Arbeitsplätze und Arbeitszeiten nach dem gleichen Gesichtspunkt ein, für den sie sich auch das Kommando über die Arbeitskraft kaufen. Das heisst konkret, dass Arbeitsplätze rentabel und nicht gemütlich eingerichtet werden, dass mehr Arbeit in weniger Zeit verrichtet werden muss und gegebenenfalls Überstunden angesagt werden.

Das stellt die Arbeiter vor ein ernsthaftes Problem. Der Lohn ist nicht das Mittel für ihr Leben, sondern das Mittel ihres Arbeitgebers, um sie Auszubeuten. Der Lohn richtet sich nicht nach den Bedürfnissen, welche die Arbeiter haben, sondern nach dem Kalkül der Arbeitgeber. Das führt dazu, dass sie von Zeit zu Zeit dafür kämpfen müssen, dass ihr Lohn überhaupt zum (Über)Leben reicht. Ihren Forderungen sind dabei – solange sie Lohnarbeiter bleiben wollen/müssen – enge Grenzen gesetzt: Sie können nur soviel verlangen, wie die Kapitalisten auch zu zahlen bereit/fähig sind. Wer seinen Betrieb heute kaputt streikt, hat morgen keine Arbeit mehr – und auch das heisst im Kapitalismus nichts Gutes.

Für die Gewerkschaften ist das alles schon lange kein Grund mehr, mal etwas grundsätzlicher über den Zusammenhang von Lohnarbeit und Ausbeutung, von Armut und Reichtum – kurz: über den Kapitalismus – nachzudenken, ihm gar den Kampf anzusagen. Sie kümmern sich um ganz andere Probleme. Sie wollen gerechte Löhne für ihr Klientel. Das ein gerechter Lohn das gleiche ist wie gerechte Ausbeutung, weil die Bereicherung des Kapitals auf Kosten der Arbeiter in diesem Verhältnis drin steckt, davon wollen sie theoretisch nichts wissen. Und praktisch haben sie einen Umgang damit gefunden: So kann zum Beispiel die kämpferischste Schweizer Gewerkschaft den Lohn von 3600.- CHF für eine Spar- Angestellte in Dättwil locker als Hungerlohn skandalisieren, während sie im GAV-Personalverleih einen Mindestlohn von 3000.- CHF, im GAV des Gastgewerbes einen Mindestlohn von 3400.- und im GAV für die Tankstellenshops in St. Gallen einen von 3500.- CHF (jeweils für Ungelernte) unterschrieben hat.

Aber das nur zur Einleitung, hier soll es ja um den Spar-Streik an sich und sein unrühmliches Ende gehen. Der hat in der streikarmen Schweiz ja hohe Wellen geworfen, und es ist in der Tat auch nicht gerade alltäglich, dass sich zehn mutige Verkäuferinnen einer einzelnen Detailhandels-Filiale dazu entschliessen, für höhere Löhne, mehr Personal und bessere Behandlung zu streiken. Deshalb sollte der Streik auch Signalwirkung haben, die Gewerkschaft Unia wollte nicht weniger als ein Exempel statuieren. Das hat sie dann auch!

Anfangs hat der klassisch und konsequent geführte Streik für einigen Beifall – auch aus verschiedensten Teilen der hiesigen radikalen Linken – geführt, obwohl auch von diesem Streik nicht das Fanal für die Weltrevolution erwartet wurde. Das Ziel des Streiks war es, mit der Verweigerung und der Verhinderung der Arbeitskraft deren Preiserhöhung, also mehr Lohn und mehr Personal, sowie bessere Behandlung zu erzwingen. Weil noch jedes Unternehmen versucht hat, Streikbrecher anzuheuern, um seinen Laden weiterführen zu können, haben streikende Arbeiter den Streikposten erfunden, um zu verhindern, das unsolidarische Arschlöcher an ihre Dienststelle treten und damit ihren Kampf wirkungslos machen. Das gehört zum Einmaleins des Streiks. Und mit diesem Mittel gelang es auch, den von Spar aufgebotenen Streikbrechern den Zugang zum Shop zu verwehren. Als das Bezirksgericht in Baden zwar den Streik für rechtens, die Blockade des Shops (die Streikposten) aber für illegal hielt und ihre Aufhebung verfügte, liess die Streikleitung der Unia nicht etwa die Streikposten verstärken, sondern befahl, diese abzuräumen. Was die Kapitulation der Streikposten bedeuten wird, war allen klar. Der Streik wird wirkungslos und Spar auf ganzer Linie gewinnen.

Es ist ja nicht so, dass die Unia nicht die Möglichkeit gehabt hätte, auf die Provokation des Gerichtes angemessen zu reagieren. Aber darauf hat man vergebens gewartet. (Massen-)Mobilisierung zu den Streikposten? Ausweitung der Streiks auf andere Filialen? Blockade der Verteilzentrale von Spar? Boykottaufruf? Fehlanzeige! Eine Anzeige hat die Unia eingereicht, bei den selben Behörden, die den Rahmen für die Arbeitskämpfe so festlegen, dass sie möglichst wirkungslos sind! Und damit hat sie ein Zeichen gesetzt. Denn wer Streiks nur solange führen will, wie sie Medienwirksam inszeniert werden können, sich dabei aber vor der Konfrontation mit der Staatsmacht und dem Verletzen von bürgerlichen Gesetzen scheut, der kann mit einem Streik niemanden mehr erschrecken. Und dieses Signal haben auch die Arbeitgeber verstanden!

Wäre es vor diesem Hintergrund nicht auch für Gewerkschafter einmal an der Zeit, sich zu überlegen, auf welcher Seite die Institutionen des bürgerlichen Staates stehen und für welche Interessen sie wirklich da sind? Und wenn sie schon dabei sind; welche Rolle die Gewerkschaften dabei spielen? Und sollten sich kämpfende Arbeiter, trotz aller Notwendigkeit der Arbeitskämpfe, nicht einmal Gedanken darüber machen, wofür sie eigentlich Streiken – also die Konkurrenz unter sich aufheben, um solidarisch ein gemeinsames Ziel zu erreichen – wollen? Dafür, dass sie, sobald sie sich durchgesetzt haben, von neuem als Konkurrenten unter dem Kommando der Kapitalisten für die Vermehrung von fremdem Eigentum antreten müssen?

http://überzeit.ch/kritik

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
02. Juli 2013, 10:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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In Schaffhausen streiken also die Gartenbauer seit zwei Tagen:

http://www.toponline.ch/schaffhausen/detail/art/der-streik-der-schaffhauser-gartenbauer-laeuft-001651237/

Es wäre doch gar keine so schlechte Idee, dort mal vorbei zu gehen.

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
04. Juli 2013, 20:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Bald kein Sonderfall mehr? Antworten mit Zitat
Der Schweizer Finanzplatz ist nicht mehr, was er einmal war: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Schweiz-wird-Ruf-als-sicherster-Hafen-verlieren/story/14996178

Auch in der economiesuisse scheint die Finanzbourgeoisie an Einfluss zu verlieren und der Verband will wieder näher bei der Industrie (und auch beim "Volk") sein: http://www.hrtoday.ch/news/k-pferollen-bei-economiesuisse-wehrli-und-gentinetta-gehen und http://www.swissinfo.ch/ger/politik_schweiz/Maechtigste_Lobby_verliert_Glaubwuerdigkeit.html?cid=36291036

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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
04. Juli 2013, 21:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Elektromonteure streiken auf Sawiris-Baustelle

Zitat:
Wegen fristlosen Kündigungen und angeblicher Dumping-Löhne: Rund 30 Arbeiter auf der Baustelle des Luxushotels The Chedi in Andermatt sind in einen Warnstreik getreten. Die meisten stammen aus Ungarn.


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16. Juli 2013, 16:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Unbemerkt vom deutschschweizer Publikum gibt und gab es in der Romandie einige kleinere und grössere Streiks.

Bei Gate Gourmet am Genfer Flughafen wird seit letzter Woche gegen die Kündigung und Verschlechterung des GAVs gestreikt:

La grève se poursuit chez Gate Gourmet

Wegen Arbeitsüberlastung haben am letzten Donnerstag die ArbeiterInnen des Kantonalen Arbeitsamtes die Arbeit niedergelegt. Weiterführung des Streiks als "administrativer Streik" (whatever...) nächste Woche ist angekündigt:

Mouvement de grève à l'Office genevois de l'emploi

Gegen miese Arbeitsbedingungen streiken rund 18 ArbeiterInnen in Carouge bei der Assoziation Partage, einem Velokurier. Nach rund 30 Tagen Streik will nun die berühmt-berüchtigte Genfer Handelskammer CRCT (vgl. die Rolle im Streik bei Merck Serono) die Parteien an einen Tisch bringen. Konsequenz: Sistierung des Streiks:

Des employés de Partage font grève

Suspension de grève imminente chez Partage

Die Bullen und die Feuerwehrleute des Kantons Neuenburg drohen mit Streik, falls das Rentenalter 60 erhöht werden sollte:

Prévoyance.ne: policiers et pompiers menacent de faire la grève

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21. September 2013, 01:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Partage Antworten mit Zitat
Zum Streik bei Partage sollte noch gesagt werden, dass Partage ein "gemeinnütziger" Verein ist. Sie "gliedern" Sozialhilfeempfänger wieder "ein", indem sie sie die gleiche Arbeit machen lassen wie die Strassenputzer, einfach schlechter bezahlt. Während Strassenputzer in Carouge mindestens etwa 4000 Fr. verdienen, verdienen die Angestellten von Partage 3250 Fr. brutto für die gleiche Arbeit. Diese "Emplois de solidarité" ("Solidaritätsarbeitsstellen") wurden am 1. Februar 2008 im revidierten Gesetz über die Arbeitslosigkeit eingeführt. Es geht darum, Arbeitslose, die kein Recht auf Arbeitslosengeld mehr haben und Sozialhilfeempfänger wieder in "die Berufswelt einzugliedern". Natürlich funktioniert das kaum (nur etwa zwischen 10-15 % der "Solidaritätsangestellten" finden eine Arbeit), doch zumindest schafft man schlecht bezahlte, vom Staat subventionierte Arbeitskräfte, die dann von irgendwelchen Gutmenschenclubs ausgebeutet werden können.

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21. September 2013, 08:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Nicht dass man deswegen die Gewerkschft Unia für ne gute Sache halten müsste, aber es ist schon witzig, was dieser Streik um eine Banalität (ein GAV ist verbindlich) für Wirbel auslöst im Sprachrohr des Bürgertums. Nach dem Streik auf der Baustelle des Zürcher Hauptbahnhofes ist die NZZ gar nicht zufrieden. Bitterlich beschwert sie sich über den Bruch des Arbeitsfriedens:

Zitat:
Mit anderen Worten: Die Unia zog es offenbar vor, den im GAV zugesicherten Arbeitsfrieden zu brechen und eine Inszenierung vorzuführen, aus der sie als grosse Siegerin hervorgeht.

Der scheinbare Sieg der Unia


Und lässt den Amtschef vom Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) Krokodilstränen vergiessen:

Zitat:
Manche Gewerkschafter betreiben lieber Fundamentalopposition, statt zu kooperieren.

«Unia gefährdet Sozialpartnerschaft»


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24. Oktober 2013, 22:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der (Minderheiten-)Streik bei Gate Gourmet am Flughafen Genf ist übrigens noch immer in vollem Gange. Am 31.10. soll es eine Demonstration im Flughafen selber geben:



Zudem wehren sich in Thun Studierende des Bildungszentrum Pflege gegen die Schliessung. Dazu soll es eine Demo geben. Was wohl kaum reichen wird. Aber immerhin passt es in die Mobilisierungen im Pflegebereich der letzten Zeit:





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29. Oktober 2013, 10:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Interviews mit Streikenden vom Gate Gourmet Streik. Halt Französisch...

Genève. Grève à Gate Gourmet. Une lutte qui suscite une large solidarité à l’aéroport

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04. November 2013, 14:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Prozess gegen die Mörder von Skander Vogt Antworten mit Zitat
In Renens (VD) findet momentan der Prozess zum Fall Skander Vogt statt. Zur Erinnerung:

Zitat:
Skander Vogt starb am frühen Morgen des 11. März [2010] in seiner Zelle im Hochsicherheitstrakt eines Waadtländer Gefängnisses an einer Rauchvergiftung. Wärter hatten ihn dort im Rauch liegen lassen, nachdem er seine Matratze aus Wut angezündet hatte. Doch die tragische Geschichte des Toten beginnt viel früher: Vogt litt unter einer Persönlichkeitsstörung. Statt Hilfe zu bekommen, sass er während insgesamt zwölf Jahren im Gefängnis.

[...]

2001 wird Vogt zu zwanzig Monaten Gefängnis verurteilt. Er hat keine schweren Verbrechen begangen, dafür mehrere Delikte: Diebstähle, Sachbeschädigungen, Drohungen und einfache Körperverletzungen. Die Strafe wird ausgesetzt, stattdessen wird er verwahrt. Das Strafgesetz erlaubt es den Gerichten, Menschen, die als gefährlich eingestuft werden, für eine unbestimmte Dauer einzusperren. Die eigentliche Idee dahinter: ihnen helfen, statt sie zu bestrafen; und die Bevölkerung vor ihnen zu schützen. In der Praxis kann das heissen: Ein Mensch wird für Verbrechen bestraft, die er noch gar nicht begangen hat.

http://www.woz.ch/1019/verwahrung/gelaechter-im-todesknast


Neun Personen sind angeklagt: der stellvertretende Chef der Gefängniswärter, drei Gefängniswärter, die Direktorin des Gefängnisses Bochuz und mehrere Ärzte und Psychiater. Enden wird der Prozess wohl mit Freisprüchen oder höchstens mit bedingten Strafen. Auf die Frage, wieso die Feuerwehr nicht alarmiert wurde, sagt einer der Wärter: "Das gehört nicht zu unseren Gewohnheiten." (Courrier von heute) Klar, wer ruft schon die Feuerwehr an wenn's brennt...

http://www.lecourrier.ch/116051/skander_vogt_l_autre_proces

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05. November 2013, 23:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zum Gate Gourmet Streik ein weiterer Artikel auf A l'encontre:

http://alencontre.org/suisse/geneve-greve-a-gate-gourmet-une-illustration-de-loffensive-patronale-dans-le-secteur-aerien.html

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06. November 2013, 12:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Etwas zu sehr Freund und Helfer:

http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/Fuenf-Polizisten-bei-Razzia-in-Sex-Club-verhaftet-23268324

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13. November 2013, 00:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Für den Funken war die 1:12-Initiative trotzdem ein Sieg:

Zitat:
Sie haben uns nicht zugetraut, dass wir Leute für unsere Sache gewinnen können. Wirhaben unsere Mitgliederzahl verdoppelt.

http://www.derfunke.ch/htm/de/schweiz/302-1-12-wir-haben-gewonnen


Auf dem Weg zur Massenpartei mr green

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26. November 2013, 08:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Zitat:
Wir sind mit offenen Augen auf den Paradeplatz marschiert und haben uns den Millionen entgegengestellt. (...)
Und niemand kann uns aufhalten, noch stärker zu werden.


guitar

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26. November 2013, 16:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Noch mehr aus der funkistischen post-1:12-Textproduktion:

Zitat:
Um den Sozialismus erreichen zu können, müssen wir eine starke Organisation haben, die weiss, was sie will und wie sie dorthin kommt. Das heisst, dass wir alle Kräfte, alle Ressourcen, die wir aufbringen können für dieses Ziel einsetzen müssen. Der Aufbau der JUSO ist der einzige Weg, um den Bürgerlichen eine echte Gefahr zu werden.

http://www.derfunke.ch/htm/de/schweiz/304-wie-weiter-nach-1-12


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27. November 2013, 23:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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in zürich werden sexarbeiterinnen vertrieben und illegalisiert. die sexarbeiterinnen und unterstützerinnen wehren sich dagegen:

http://m.srf.ch/news/regional/zuerich-schaffhausen/prostituierte-beklagen-mehr-repression-und-schlechte-freier

appell der sexarbeiterinnen:
http://www.fiz-info.ch/images/content/pdf/appellSexarbeiterinnenZrich.pdf

zur lage der sexarbeit in zürich:
http://www.fiz-info.ch/images/content/pdf/13_12_04_lagebericht_sexarbeitstadtzrich.pdf

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
05. Dezember 2013, 20:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der Blick macht einen auf komischen Standort-Nationalismus:

Bosch-Tochter Scintilla in Zuchwil SO lagert Produktion aus: 260 Schweizer Büezer kämpfen heute in Stuttgart um ihre Jobs

Könnte sich aber vielleicht noch was draus entwickeln (Deisswil lässt grüssen):

Zitat:
Die Zahl der Mitarbeiter wird wegen zu hohen Kosten halbiert - eine Katastrophe für die Angestellten im solothurnischen Zuchwil. Nun reisen sie zum Hauptsitz und versuchen den Kahlschlag zu verhindern.

[...]

Am Dienstag findet dann eine grosse Betriebsversammlung statt, erwartet werden gegen 400 Mitarbeiter. Dort soll auch über Kampfmassnahmen diskutiert werden. «Scintilla ist eine grosse Familie, die will ich nicht verlieren», sagt Betriebskommissionspräsident Beer.


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16. Dezember 2013, 22:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Schwyzer Landsleute überfielen Kloster Einsiedeln Antworten mit Zitat
Gestern vor 700 Jahren überfielen Schwyzer Bauern das Kloster Einsiedeln. Und sie machten es mit Stil:

Zitat:
Die Schwyzer gingen dabei äusserst gewalttätig und frevlerisch vor, wie der klösterliche Schulmeister Rudolf von Radegg, der den Überfall selber miterlebte, im Gedicht «Capella Heremitarum» schildert. Mit Balken und Äxten hätten die Schwyzer Landsleute das Tor eingeschlagen und die verängstigten Mönche und Knechte zusammengetrieben.

Hostien und die Gebeine der Heiligen hätten sie auf der Erde zerstreut, Kelche und Messgewänder geraubt. Vom klösterlichen Wein sollen die Schwyzer «gesoffen haben ohne Mass», sodass sie «taumelten und die Kirche mit ihrem Unrat schändeten». Die Mönche wurden nach Schwyz mitgenommen und erst nach mehreren Wochen Gefangenschaft wieder frei gelassen.


Interessant dabei ist auch folgendes:

Zitat:
Gestritten wurde um die sogenannten Allmendgebiete, die einst von beiden Seiten genutzt werden konnten. Die Grosspächter des Klosters setzten nach 1300 zunehmend auf eine viehwirtschaftliche Intensivierung dieser Gebiete. So grenzten sie etwa Ochsen- und Pferdeweiden aus oder umzäunten Matten für die Heuproduktion.

http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/sz/schwyz/Vor-700-Jahren-ueberfielen-Schwyzer-das-Kloster-Einsiedeln;art96,323304


Leider ist der bäuerliche Kommunismus heutzutage in Schwyz nicht mehr wirklich verbreitet...

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07. Januar 2014, 17:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Urteil im Fall Skander Vogt Antworten mit Zitat
Wie in England haben auch die Mörder bei der Schweizer Polizei nicht viel zu befürchten: http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Bochuz-Geldstrafe-fuer-Gefaengniswaerter/story/30064388

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10. Januar 2014, 19:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Central-Krawalle Antworten mit Zitat
http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/Schuldsprueche-bleiben-unanfechtbar-31073362

wow, propaganda en masse. krass
Zitat:
Damals hatten sich mehrere hundert Krawallmacher in der Zürcher Innenstadt mit einem grossen Polizeiaufgebot eine mehrstündige Strassenschlacht geliefert. Dabei kam es zu enormem Sachschaden.

also: ich erinnere mich nur an die kaputten scheiben bei der vbz-station bahnhofquai/hb........

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13. Februar 2014, 20:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Historischer Nachtrag zur rassistischen Abstimmung vom 9. Februar 2014. Eine Reportage aus den 90er-Jahren zum Rassismus in der Schweiz:

Durch fremdes Land: Rechtsradikalismus in der Schweiz

Zitat:
Droht der Schweiz eine Welle des Rechtsradikalismus? Der Film zeigt, dass rechtsradikale Ansichten nicht nur unter Skinheads verbreitet sind, sondern auch in anderen Bevölkerungsgruppen Anklang finden.


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17. Februar 2014, 20:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Unglaubliches bei Zara und ein Streik an der Zürcher Bahnhofstrasse:

«Ich musste unterschreiben, dass ich weniger arbeite als in der Realität»

Zitat:
Nachdem die spanischen Bauarbeiter an der Zürcher Bahnhofstrasse ihre Arbeit für Zara niedergelegt haben, erhebt einer von ihnen schwere Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber.


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26. Februar 2014, 18:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Schlägereien im Genfer Gefängnis Champ Dollon Antworten mit Zitat
Im Genfer Knast Champ Dollon mit der grössten Überbevölkerung aller Schweizer Knäste (850 Häftlinge für 376 Plätze!) kam es in den letzten Tagen regelmässig zu Schlägereien zwischen Albanern und Nordafrikanern. Die bürgerliche Presse erklärt das natürlich mit "kulturellen Differenzen", aber es geht wohl eher um den Drogenmarkt. Da in jeder Zelle 3-4 Häftlinge eingepfercht sind, eskaliert die Situation in der Regel ziemlich schnell. Zudem bekamen überraschenderweise zwei Häftlinge Recht vor Bundesgericht: Sie hatten weniger als 3.8 m2 zur Verfügung, der Platz der jedem Häftling gemäss der Europäischen Menschenrechtskonvention zusteht. In diesem Urteil ging es allerdings wohl v.a. darum, eine weitere Verurteilung der Schweiz in Den Haag zu verhindern...

Artikel der NZZ: http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/problemgefaengnis-champ-dollon-1.18251644

Artikel zu Champ Dollon in der Tribune de Genève: http://www.tdg.ch/geneve/actu-genevoise/organisation/champ-dollon/s.html

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26. Februar 2014, 20:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Verursacherprinzip bei Überwachung Antworten mit Zitat
Da natürlich die Überwachten selbst durch ihre potenziellen Straftaten für die Überwachung verantwortlich sind und danach alle von der daraus erzeugten Sicherheit profitieren, möchte der Staat das Verursacherprinzip durchsetzen und nicht mehr selbst für die (zugegeben etwas teure) Überwachung bezahlen: http://www.woz.ch/1412/ueberwachungsgesetz-buepf/die-kosten-der-ueberwachung

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23. März 2014, 14:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Bundesrichter angegriffen Antworten mit Zitat
Der Beginn einer neuen Epoche?

Zitat:
Demnach erfolgte der Angriff, nachdem der Richter am 5. Dezember 2013 am frühen Nachmittag das Gebäude verlassen hatte, in dem die beiden sozialrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts untergebracht sind. Beim Angreifer handelt es sich um einen Mann, der einige Tage zuvor ein abschlägiges Urteil im Bereich der Sozialversicherung erhalten hatte.

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Bundesrichter-in-Luzern-auf-offener-Strasse-angegriffen/story/17285352


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24. März 2014, 14:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Wahlen als Tombola Antworten mit Zitat
In der Berner Gemeinde Wimmis sind die Demokraten so verzweifelt, dass die Wahlen zur Tombola werden: http://www.blick.ch/news/schweiz/bern/fuer-urnengang-gibts-gratis-filet-id2752800.html

Persönlich bin ich offen für Angebote: So ab 1000 Fr. pro Stimmabgabe wäre ich eventuell bereit, mich demokratisch zu engagieren...

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01. April 2014, 16:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Antworten mit Zitat
Halt ein etwas sozihafter Kommentar (Geld besser in Bildung investieren!), aber empirisch zeigt er schön auf, dass es bei diesen Sozialinspektoren nur um Disziplinierung der Menschen geht:

Generalverdacht widerlegt

Zitat:
Von 1 Million Leuten im Kanton Bern erhalten 2,6 Prozent Sozialhilfe. Vier Personen haben nachweislich betrogen. Das sind 0,015 Prozent derer, die Hilfe erhalten.


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05. April 2014, 13:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Sozialhilfe für die Bosse Antworten mit Zitat
Zum gleichen Thema ist auch dieser Artikel aus der Luzerner Zeitung sehr interessant: http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/schweiz/schweiz-sda/Meiste-Sozialhilfebezueger-aus-EU-arbeiten;art46447,356660

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05. April 2014, 14:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Antworten mit Zitat
Zu den diversen Konflikten und Streiks am Flughafen in Genf:

http://mobile2.tdg.ch/articles/16761260

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18. April 2014, 00:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Antworten mit Zitat
weiss jemand mehr, was mit den jenischen in bern und der räumung der kleinen allmend abgeht? trotz dem medialen rummel über 'die kinder der landstrasse' scheint der staat die trotzdem (noch immer) nicht so fest zu mögen......

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24. April 2014, 11:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Kleine Allmend Antworten mit Zitat
Zitat:
trotz dem medialen rummel über 'die kinder der landstrasse' scheint der staat die trotzdem (noch immer) nicht so fest zu mögen......


Definitiv, ein Liebesbeweis ist die läufende Räumung ganz sicher nicht. Der Bund hat einen Live-Ticker: http://www.derbund.ch/bern/stadt/Das-Protestcamp-wird-nun-doch-geraeumt/story/25736810

Unter dem Hashtag #Fahrende gibt's ein paar Kommentare (Vorsicht, das Niveau ist nicht besonders hoch!) und Fotos auf Twitter: https://twitter.com/search?q=%23fahrende&src=typd

Infos aus erster Hand hab ich leider auch keine...

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Beitrag Bullenstress auch im Wallis Antworten mit Zitat
Auch im Wallis machen die Bullen Stress. Die GenossInnen der Zone autonome permanente in Sitten wurden geräumt: http://ch.indymedia.org/fr/2014/04/92016.shtml

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Artikel aus dem Tagi, vollständig zitiert, da der Tagi ja eine Paywall eingeführt hat. Es geht um IV-Renten in der Schweiz. Darin kann man endlich auch mal die Relationen der aufgedeckten "IV-Betrugsfälle" sehen: Insgesamt gibt es 229'800 IV-Fälle in der Schweiz. 12'800 Neuanmeldungen, davon 510 Untersuchungen und 30 Strafanzeigen. Mehr interessiert wahrscheinlich die präventive Wirkung und der Rückgang der Neugesuche...

Zitat:
Noch nie so wenig neue IV-Renten

Die Zahl der laufenden IV-Renten und der Neurenten nimmt weiter ab. 173 Millionen Franken an Einsparungen brachte die Aufdeckung von 570 Fällen, bei denen jemand Leistungen erschlichen hatte.


Immer weniger Personen erhalten eine Invalidenrente. Sowohl die Zahl der laufenden IV-Renten als auch jene der Neurenten nimmt ab. Die Zahl der Neurenten war 2013 so tief wie nie mehr seit 2002.

Im Januar 2014 waren bei der Invalidenversicherung 229'800 Renten registriert. Das sind 4800 Renten oder 2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) mitteilt. Es handelt sich um den deutlichsten Rückgang seit 2006. Die Renten werden in der Statistik gewichtet. Ganze Renten werden einmal gezählt, Dreiviertelsrenten 0,75-mal, halbe Renten 0,5-mal, Viertelsrenten 0,25-mal.

Neu zugesprochen wurden im Jahr 2013 13'800 gewichtete Renten, so wenige wie seit 2002 nicht mehr, dem Beginn der Messung mit der aktuellen Methode. Am höchsten war die Zahl der Neurenten im Jahr 2003. Damals wurden 28'200 Neurenten gesprochen, mehr als doppelt so viele wie 2013.

Mehr berufliche Eingliederung

Im Gegenzug hat die IV seit 2008 mehr Massnahmen zur beruflichen Eingliederung durchgeführt. 2002 betrug das Verhältnis Neurenten zu Personen mit vergüteten beruflichen Eingliederungsmassnahmen 2 zu 1, im vergangenen Jahr betrug es 1 zu 2. Damit hat sich das Verhältnis innert 11 Jahren umgekehrt.

Diese Zahlen widerspiegelten die grundlegende Neuausrichtung der Invalidenversicherung von einer Renten- zu einer «Eingliederungsversicherung», schreibt das BSV. Die 5. IV-Revision, die 2008 in Kraft trat, habe diesen Wandel stark vorangetrieben.

570 Missbrauchsfälle aufgedeckt

Das Bundesamt gibt auch Zahlen zu Missbräuchen bekannt. Im vergangenen Jahr nahm die IV in 2570 Fällen Ermittlungen auf, 2100 Fälle waren noch vom Vorjahr hängig. In 510 Fällen wurde eine Observation durchgeführt.

In insgesamt 570 Fällen wurde das bewusste Erschleichen einer Leistung nachgewiesen, in 130 Fällen auf Grund einer Observation. In der Folge werden umgerechnet 420 ganze Renten weniger ausbezahlt. Dies entspricht laut dem BSV einer Ausgabenreduktion von rund 11 Millionen Franken pro Jahr, hochgerechnet auf die gesamte Bezugsdauer einer Einsparung von 173 Millionen Franken.

Präventive Wirkung

Die Kosten der IV für die Missbrauchsbekämpfung beliefen sich 2013 auf rund 8 Millionen Franken. In 46 Fällen haben die IV-Stellen unrechtmässig bezogene Leistungen zurückgefordert, in 30 Fällen Strafanzeige erstattet. Die Bekämpfung des Versicherungsmissbrauchs habe auch eine präventive Wirkung, hält das BSV fest.

Die gesetzlichen Grundlagen für verdeckte Ermittlungen bei Missbrauchsverdacht existieren seit 2008. Seither nimmt die Zahl der überprüften Fälle und der bestätigten Missbrauchsfälle jährlich zu. Die Zahl der Observationen hat sich 2013 gegenüber dem Vorjahr beinahe verdoppelt. Auch die eingesparten Rentenleistungen steigen von Jahr zu Jahr.

Umstrittene Revision

Auf die 5. IV-Revision folgte eine 6., deren zweiter Teil vergangenen Sommer im Parlament gescheitert ist. Vorgesehen war ein stufenloses Rentensystem. Die Vorlage beinhaltete ausserdem eine Kürzung der Renten für Kinder von IV-Bezügern.

Dieser Teil steht nun wieder zur Diskussion: Die zuständige Kommission des Nationalrats hat vor kurzem beschlossen, die Frage wieder aufzunehmen. Sie begründete dies mit dem Sanierungsbedarf. Die Invalidenversicherung ist bei der AHV verschuldet. Aktuell beläuft sich die Forderung der AHV an die IV noch auf 13,765 Milliarden Franken. (rub/sda)

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Noch-nie-so-wenig-neue-IVRenten/story/23655054


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29. April 2014, 15:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Wer mal wieder kotzen will. Ein Film über ein Ausschaffungszentrum irgendwo in den Bündner Bergen:

http://www.srf.ch/player/tv/-/video/leben-im-paradies-%E2%80%93-illegale-in-der-nachbarschaft?id=b0bddb25-6000-4d07-b272-d9d5c3eac983

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18. Mai 2014, 15:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die SchweizerInnen waren schon immer sehr klassenbewusst: Für gewöhnlich teilen sie den Standpunkt der nationalen Bourgeoisie. Das fasst dieser Artikel wunderbar zusammen:

Darum verzichten wir auf mehr Lohn und Ferien

Zitat:
Warum verzichten Schweizer freiwillig auf einen Mindestlohn und mehr Ferien? Sie seien ökonomisch vernünftig, so Experten.


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20. Mai 2014, 08:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Ein Artikel aus dem Vorwärts, der das Abstimmungsresultat mit einer ähnlichen aber marxistisch fundierten Analyse schon vorwegnahm, als die Umfrageergebnisse noch für die Mindestlohninitiative sprachen:

Zitat:
Der nationale Standort ist Trumpf

Am 18. Mai steht die Abstimmung über einen flächendeckenden Mindestlohn von 4000 Franken an. Schon heute wird über verschiedene Kanäle Abstimmungskampf betrieben; doch die grosse Offensive steht noch aus. Es ist zu befürchten, dass der Trumpf des nationalen Standorts auch dieses Mal direkt für das Kapital sticht.

Rund 330 000 Menschen in der Schweiz erhalten einen Lohn von unter 22 Franken in der Stunde. Es bringen also 9 Prozent aller Beschäftigten bei einem Vollzeitpensum weniger als 4000 Franken pro Monat nach Hause. Diesen Umstand will ein Initiativkomitee um den Schweizer Gewerkschaftsbund ändern und fordert einen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde. Nach aktuellen Umfragen würden heute 52 Prozent der WählerInnen für die Mindestlohn-Initiative stimmen und bloss 42 Prozent dagegen; in der Romandie sind sogar 59 Prozent für den geforderten Mindestlohn. Zu allzu grossem Optimismus sollten diese Umfrageergebnisse aber nicht verleiten. Die Abstimmung für «6 Wochen Ferien für alle», über die im März 2012 befunden wurde, war von denselben Kreisen befürwortet worden und hatte ein vergleichbares Ansinnen: Den Proletarisierten einen grösseren Anteil am gesellschaftlichen Reichtum zuteilen. Auch damals gab es für die Initiative gute Umfrageergebnisse. Zwei Monate vor der Abstimmung wollten noch 57 Prozent der Abstimmenden ein «Ja» in die Urne legen. Doch dann schlug die nationale Offensive der GegnerInnen mit ihrer Standortlogik voll durch; mit dem Resultat, dass die Initiative klar mit 66,5 Prozent verworfen wurde.

Das allgemeine Wohl
Die BefürworterInnen der Mindestlohninitiative machen sich stark für «faire Löhne». Das ist zwar eigentlich eine Absurdität, weil der Lohn immer tiefer sein muss als das, was die Arbeiterin an Mehrwert produziert, aber immerhin argumentieren die BefürworterInnen hier auf einer Ebene auf der sie gewinnen können; ebenso, wenn man den Schutz vor Lohndumping in den Vordergrund stellt. Es geht um die partikularen Interessen der ArbeiterInnen. Doch schon wenn gefordert wird «Alle sollen von der Wirtschaft profitieren» nimmt die Argumentation jene verhängnisvolle Wendung, die zur Konkurrenz um die bessere Politik für den Wirtschaftsstandort führt. Man will doch nur das Beste für ein «starkes Land»! Man propagiert eine linkskeynesianische Variante der Ankurbelung der hiesigen Wirtschaft. Über höhere Löhne würde schliesslich allen geholfen: Den ArbeiterInnen, den fairen Unternehmen und dem Staat. So findet man sich in der wohligen Wärme der produktiven nationalen Gemeinschaft wieder. Dumm nur, dass die Argumente der Gegner in den entsprechenden Abstimmungen stärker waren. Man erinnere sich bloss an jene Urnengänge in denen es direkt um die Verbesserung der Lage der Proletarisierten ging: 36-Stunden-Woche, Frühpensionierung oder 6 Wochen Ferien; ganz zu schweigen davon, wenn es um die Teile der Proletarisierten ging, die vom Sozialstaat abhängig waren. Es waren immer die Argumente des nationalen Standortes, welche sich gerade gegen die linken Ansinnen – immer auch angetreten im Namen des allgemeinen Wohls – geltend gemacht haben.

Keynes gegen die Liberalen
Die GegnerInnen der Initiative malen den Teufel an die Wand: Mehr Arbeitslose, siechende KMUs und ein schlechtes Abschneiden in der internationalen Konkurrenz mit all seinen katastrophalen Folgen seien das Resultat der Initiative. Auch wenn das erstmal Panikmache ist, muss man den rationalen Kern der Argumentation zur Kenntnis nehmen. Wenn die Lohnkosten am niedrigsten sind, dann sind die Profite am höchsten, und das ist gut für das Kapital. In der internationalen Konkurrenz sind die Lohnstückkosten ausschlaggebend und diese werden gerade mit einer Anhebung der Löhne verteuert. Auf der anderen Seite hat das keynesianische Argument der Linken auch was für sich: Mit einer Senkung der Löhne und Sozialleistungen wird die Binnennachfrage untergraben. Der Witz ist, dass beide Ansätze jeweils bestimmte Probleme der Wirtschaft verschärfen, wenn sie andere bekämpfen: Keynesianische Nachfragepolitik reduziert die Profitraten und liberale Attacken auf Lohn und Sozialabgaben untergraben die (Binnen)nachfrage. Aus diesem Dilemma gibt es keinen immanenten Ausweg. Die Linke müsste sich aber endlich einmal bewusst werden, dass es bisher immer die direkten Argumente der Profite des nationalen Kapitals waren, die sie an den Abstimmungssonntagen geschlagen haben. Das verfängt in der Bevölkerung anscheinend mehr als der vermeintliche Wirtschaftsaufschwung über den Nachfragemechanismus.

Für die Partikularinteressen der Proletarisierten
Der nationale Standort scheint sakrosankt. Nicht ganz zu unrecht: Die Abhängigkeit des Einzelnen von Staat und Kapital führt auch dazu, dass viele sich für den nationalen Standort einsetzen – an der Urne und anderswo. Doch gänzlich hermetisch ist dieses Denken nicht. So könnte die Linke immerhin die Konsequenz aus ihren Niederlagen ziehen und primär für die Partikularinteressen der Proletarisierten argumentieren und die bevorstehende Abstimmung als die Klassenfrage behandeln, die sie numal ist: 4000 Franken Mindestlohn, weil der ganze Reichtum von den ArbeiterInnen geschaffen wird! Aber das scheinen sich die sozialpartnerschaftlich eingebundenen Gewerkschaften und ihre ParteifreundInnen nicht zu getrauen. Ihr demokratischer Vorstoss ist schliesslich auch kein Ausdruck der Stärke, sondern erstmal Folge dessen, dass an der Klassenkampffront von unten so wenig geht. Und so läuft man sehenden Auges in die nächste schwierige Konfrontation mit den Wirtschaftsverbänden und bürgerlichen Parteien. Dabei werden die partikularen proletarischen Interessen, um die es hier geht, nur untergeordnet als die schlagenden Argumente benutzt. Auch das wäre noch herzlich wenig, aber immerhin mehr als das ewige Vorrechnen von alternativen Programmen für den nationalen Standort.


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Power to the Pöbel!
20. Mai 2014, 17:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Interessant: Blaumachen nimmt zu in der Schweiz.

Chefs lassen Angestellte öfter überwachen

Zitat:
Laut Privatdetektiven wird Blaumachen in der Schweiz langsam zum Volkssport. Deshalb erhalten sie immer öfter Aufträge von Chefs, die ihre Mitarbeiter überwachen lassen.


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30. Mai 2014, 12:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Beitrag Räumung Hafenscharte in Basel Antworten mit Zitat
infos:

http://wettsteinvilla.blogsport.de/

und hier:

https://www.tageswoche.ch/de/2014_22/basel/660141/Das-Areal-ist-ger%C3%A4umt.htm

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
03. Juni 2014, 18:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Kampfansage: Pöstler drohen mit Streik!

Zitat:
Der Chef der Post-Gewerkschafter beantwortet BLICK exklusiv Fragen über Stress bei Angestellten, Kosteneinsparungen und die schwierigen Verhandlungen zum neuen Gesamtarbeitsvertrag.


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06. Juni 2014, 09:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Novatrava Antworten mit Zitat
Schon wird die nächste "gelbe" "Gewerkschaft" organisiert. Offenbar reicht es dem Baukader Verband nicht, dass die bei ihnen "organisierten" Vorarbeiter und Poliere den Chefs vom SBV in den Arsch kriechen. Jetzt muss auch eine Organisation für die Bauarbeiter her, und zwar eine mit "sympathisch tiefen Jahres-Mitgliederbeiträge" die sich für "leistungsgerechte (nicht höhere!) Löhne, sichere (also rentable/konkurrenzfähige!) Arbeitsplätze und den "flexiblen (nicht den frühen!) Altersrücktritt" einsetzt. Wirklich eine "faire Lösungen für alle"!

http://novatrava.ch/ueber-uns/

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
24. Juni 2014, 12:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beitrag Beobachtungen während dem Streik der Steinmetze im Tessin Antworten mit Zitat
Ein Mitglied von Eiszeit hat Mitte Juni die streikenden Steinmetze im Tessin besucht und seine Beobachtungen im nachfolgenden Text festgehalten.

Zitat:
Eintägiger Streik in drei Etappen

Am Montag dem 16. Juni 2014 wurde im Tessin gestreikt. Betroffen waren die ungefähr 300 Steinmetze in den Granitsteinbrüchen, die sich in den Tälern Riviera (oberhalb Bellinzona) und Maggia (in der Nähe von Locarno) konzentrieren. Gestreikt wurde, um die Erneuerung eines Gesamtarbeitsvertrags im betroffenen Sektor zu ermöglichen. Seit Anfang 2012 weigert sich die Arbeitgeberorganisation der Granitindustrie im Tessin (AIGT), den besagten Vertrag zu erneuern. Dass der Gesamtarbeitsvertrag nicht erneuert wird, impliziert unter anderem, dass den Arbeitern das Recht auf Frühpensionierung verweigert werden könnte, ein Recht, welches 2002 in einem Streik des gesamten Sektors des Baugewerbes (zu dem auch die Steinmetze gehören) erkämpft wurde. Zwar versichern die Arbeitgeber in der Granitindustrie, dass sie die Arbeiter trotz fehlender Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags schon mit 60 pensionieren werden. Diese Frühpensionierung würde dann aber auf bloss individueller Entscheidung der Arbeitgeber beruhen, und somit von der Willkür derselben abhängen.

Im Folgenden geht es weniger um einen Bericht über Vorgeschichte und Verlauf des Streiks, als um eine kritische Analyse der wesentlichen Momente desselben. Es sei hier nur an die drei Hauptetappen erinnert, die den eintägigen Streik charakterisierten:

- Schon früh am Morgen, ab 6 Uhr, begaben sich die Gewerkschafter in die Steinbrüche, um gemeinsam mit den Arbeitern Streikposten zu organisieren. Im Vorfeld des Streiks hatte sich zwar ungefähr die Hälfte der Arbeiter für den Streik entschieden. Der massive Druck, welcher von den Arbeitgebern ausgeübt wurde, entmutigte dann aber viele Arbeiter, am Streik aktiv teilzunehmen.

- Um 11 Uhr fand dann eine Versammlung mit den am Streik aktiv teilnehmenden Arbeitern (ungefähr 90 von den 300) und den Gewerkschaftern statt. Es wurde eine Reihe von Reden gehalten und eine Petition verabschiedet, mit dem Vorhaben, sie an die Kantonsregierung zu übergeben. Inhalt der Petition: die Forderung an den Staat nach einer Vermittlung im Konflikt.

- Um 15 Uhr, nach dem gemeinsamen Essen, begab man sich tatsächlich nach Bellinzona, der Hauptstadt des Kantons, wo dann eine Delegation von Arbeitern und Gewerkschaftern die Petition an den Regierungschef übergab.

Im Folgenden werden diese drei Etappen kritisch analysiert.


Arbeit und Kapital

Was die Geschehnisse der ersten Etappe charakterisiert, ist die Nacktheit des Verhältnisses zwischen Arbeitern und Kapital bzw. Kapitalisten. Die beschränkte Grösse der Betriebe – die 300 Arbeiter sind auf ungefähr 30 Steinbrüche verteilt – und die soziale Zusammensetzung der Belegschaften lassen Mechanismen ans Licht treten, die bei grösseren Betrieben häufig verdeckt werden von den Reglementierungen, die solche Betriebe eingehen müssen. Zwischen den Arbeitern und dem Besitzer des jeweiligen Steinbruchs befindet sich kein Funktionär, keine vermittelnde Instanz, die imstande wäre, „die Blösse zu bedecken“. Der Kapitalist tritt unmittelbar als moderner Sklavenhalter auf. Diese Bezeichnung ist keineswegs zufällig. Zwar ist der moderne Lohnarbeiter, gemäss der berühmten Definition von Karl Marx, „doppelt frei“: vor allem ist er frei, im Unterschied eben zum Sklaven, seine Arbeitskraft an wen er will zu verkaufen. Da er aber dazu auch noch „frei“ von Eigentum an Produktionsmitteln ist, sind seiner Freiheit deutliche Grenzen gesetzt. Der Arbeiter muss nämlich seine Arbeitskraft an jemanden verkaufen, und dadurch erhalten die Kapitalisten ein Mittel, um auf ihre Belegschaften einen Druck auszuüben.

Dieser Druck kann im Grund genommen zwei Formen annehmen: entweder vorbeugend, indem die Kapitalisten alles Mögliche unternehmen, um ihre Angestellten von einem Kampf abzuhalten, oder unterdrückend, indem versucht wird, bestehende Kämpfe zu unterlaufen. Beide Mittel wurden im Tessiner Streik angewendet: im Vorfeld des Streiks durch Bedrohungen unterschiedlicher Art (Briefe an die Belegschaft, persönliche Gespräche), während des Streiks dann durch direkten Einsatz von Sicherheitskräften unterschiedlicher Art bis hin zur Polizei (in einem Steinbruch haben z.B. zwei Polizisten per Telefon die Anweisungen des Steinbruchbesitzers an seine Belegschaft übermittelt, als wären diese Polizisten die Sekretäre des besagten Kapitalisten). Auch in den Tagen nach dem Streik wurden ähnliche Massnahmen angewendet: auf den Streik der Arbeiter antworteten einige Arbeitgeber mit ihrer eigenen Blockade, also mit einer zweitägigen Schliessung ihres Steinbruchs.

Neben der beschränkten Grösse der Betriebe ist der turbulente Kampfcharakter auf die Zusammensetzung der Belegschaften zurückzuführen: auf der einen Seite die starke Präsenz migrantischer Arbeiter, insbesondere Portugiesen, auf der anderen Seite einige Schweizer, die in manchen Fällen in einem freundschaftlichen Verhältnis zum jeweiligen Arbeitgeber stehen oder gar mit ihm verwandt sind. All das ermöglicht den Kapitalisten, ihre Belegschaften zu spalten. Durch die unterschiedlichen Löhne oder indem einige Arbeiter an den Profiten beteiligt werden.


Klassenkampf zwischen Organisation und Selbstermächtigung

Die soeben beschriebene Ebene des unmittelbaren Konflikts zwischen Arbeitern und Kapital stellt die elementarste Phase des Klassenkampfs dar, welche noch auf der Ebene des Einzelbetriebs angesiedelt ist. Die Versammlung, die Ende des Vormittags in einem geräumigen Restaurant in der Magadino-Ebene stattfand, dient als Veranschaulichung einer zweite Phase des Klassenkampfs. Die Gewerkschaften stellen die klassische Organisationsform dar, in der die Arbeiter ihre unmittelbaren ökonomischen Interessen organisieren und die Ebene des Einzelbetriebs überwinden, um sich als Klasse zu vereinen. In all dem besteht auch der Grundwiderspruch der Gewerkschaften: auf der einen Seite sind sie die erste und unmittelbarste Organisationsform des Klassenkampfs, auf der anderen (und gerade wegen dieser Unmittelbarkeit) ist es ihnen unmöglich, die Immanenz des Kapitalismus zu überwinden. Dadurch werden sie zu Kanälen der Integration der Arbeiterklasse in den Betrieb des bürgerlichen Staats.

Damit will niemand die Aufrichtigkeit und Kampfbereitschaft vieler Basisgewerkschafter bestreiten, wie das der Streik im Tessin nochmals verdeutlicht: ohne die Aufwiegelung jener Gewerkschafter, die schon sehr früh am Morgen in den Steinbrüchen ihre Stimmen erhoben, wäre die Teilnahme am Streik vermutlich viel geringer geblieben. Andererseits zeigt gerade der Verlauf der Versammlung am Vormittag, wie schnell die Ebene des Basiskampfes verlassen wird und die höheren Gefilde der „reinen Politik“ erreicht werden. Bedeutsam ist vor allem, dass die Reden, die unmittelbar vor dem Mittagessen vor den versammelten Arbeitern gehalten wurden, nur von Gewerkschaftsfunktionären gehalten wurden. Von den fast hundert anwesenden Steinmetzen konnte keiner das Wort ergreifen. Auch die Petition wurde einfach vorgelesen und ohne Diskussion zur Abstimmung gebracht. Dies verdeutlicht nochmals, wie die Gewerkschaften (in diesem Fall waren die UNIA und die OCST, eine christlich-soziale Gewerkschaft, wesentlich mitbeteiligt) einen organisatorischen und ideologischen Rahmen (sozialdemokratisch oder christlich) anbieten, durch welchen dann die Integration der Arbeiter in den bürgerlichen Staat erfolgt.


„Staat des Kapitals“ und Reproduktion der (kapitalistischen) Gesellschaft

Die dritte Etappe des eintägigen Streiks sei hier als Veranschaulichung für eine weitere Phase in der politischen Entfaltung des Klassenkampfs verwendet. Die Übergabe der Petition an den Regierungschef des Kantons Tessin vor dem Regierungspalast in Bellinzona symbolisiert den Übergang vom unmittelbar ökonomischen Konflikt zur politischen Ebene, wo, gemäss einer weitverbreiteten Überzeugung, solche Konflikte eine neutrale und unparteiliche Lösung finden sollen. Dass dem nicht so ist, wird im Folgenden gezeigt. Nicht nur der Klassencharakter jedes Staats muss betont werden, sondern auch die tatsächlich vermittelnde Funktion, die jedem kapitalistischen Staat als Garant der Reproduktion des gesamten kapitalistischen Verhältnisses zukommt. Der „Staat des Kapitals“ (Johannes Agnoli) muss sich in seiner Funktion als Gesamtkapitalist in bestimmten Fällen auch gegen die einzelnen Kapitalisten durchsetzen, wenn die Interessen bestimmter Kapitalfraktionen dysfunktional werden (was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass die Reproduktion des gesamten kapitalistischen Verhältnisses in Gefahr gerät). Damit wird keine Autonomie des Politischen gegenüber der Wirtschaft behauptet, sondern nur gezeigt, wie das Ökonomische sich politisch vermittelt.

In dieser Vermittlung besteht der Grundwiderspruch jedes kapitalistischen Staats: auf der einen Seite Garant der Reproduktion eines gesellschaftlichen Zusammenhangs, einer gesellschaftlichen Totalität, auf der andern Seite aber Garant der Reproduktion einer ganz spezifischen Gesellschaft, nämlich der kapitalistischen, und somit Garant der Reproduktion einer spezifischen Ausbeutungs- und Herrschaftsform. Dieser Widerspruch tritt auch im Fall des Streiks im Tessin zutage: der selbe Staat, an den man Mitte des Nachmittags ganz demokratisch mit der Übergabe einer Petition appelliert, um ihn zum Vermittler zwischen Arbeitern und Kapital zu befördern, betätigte sich einige Stunden davor durch seine Polizeikräfte als privater Sekretär eines privaten Kapitalisten in einem kleinen Steinbruch im Maggiatal.


gefunden auf http://www.eis-zeit.net
23. Juli 2014, 13:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Operation Tschetschenien Antworten mit Zitat
Interessanter Bericht über den "Streik" der faschistischen Genfer Kindergartenpolizei: http://www.woz.ch/1429/uniformenstreik/genfs-rechte-schmuddelpolizistinnen


Zitat:
Auch heute ertragen nicht alle «poulets» Kritik. Der christdemokratische Kantonsrat Vincent Maître etwa wagte die Aussage, die Löhne und Arbeitsbedingungen der Genfer OrdnungshüterInnen stünden eigentlich im Vergleich nicht allzu schlecht da. Er wurde auf Facebook bedroht, man werde ihm im Fall eines Notrufs an die Polizei nicht zu Hilfe kommen. Ihre politische Verankerung haben solche rabiaten BeamtInnen häufig in der SVP und vor allem in der grenzgängerfeindlichen Partei Mouvement Citoyens Genevois (MCG): Etwa ein Drittel der politischen Abgeordneten des MCG im Kantonsparlament stammt aus den Reihen des Polizeikorps.


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06. August 2014, 01:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Die SVP möchte gerne die Lage der IV-Bezüger verschärfen:

Zitat:
Den heutigen Skos-Grundbedarf von knapp 1000 Franken erachtet die Arbeitsgruppe als zu hoch, maximal 600 Franken pro Person müssten genügen, exklusive Wohnung und Krankenkasse.

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-SVP-arbeitet-am-SozialKahlschlag-/story/31726959


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16. September 2014, 10:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Passend zum SVP-Vorstoss ein Beitrag der Rundschau über die Verschärfungen in der Sozialhilfe:

http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/angriff-auf-die-sozialhilfe?id=a2e86bb0-c6cb-4dee-80f6-900df90fbf2c

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19. September 2014, 07:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Die Leiden der alten NZZ Antworten mit Zitat
Auch wenn ich mit Gesamtarbeitsverträgen (GAV) auch nicht viel anfangen kann, ist es schon lustig, wie sehr die stockbürgerliche NZZ darunter leiden tut. Vor allem Unwesen-treibende-Allgemeinverbindlichkeitserklärungen! Grosses Kino laugh laugh

Gesamtarbeitsverträge: In den Fängen der Sozialpartner

Zitat:
Die Gewerkschaften dürfte der Befund freuen, Anhänger eines liberalen Arbeitsmarktes graut es dagegen: Die Gesamtarbeitsverträge sind in der Schweiz auf dem Vormarsch und mit ihnen treiben Allgemeinverbindlichkeitserklärungen ihr Unwesen.


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04. Oktober 2014, 09:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Aus dem letzten Vorwärts:

Zitat:
Statt der Armut bekämpft man die Armen

Die SVP widmet sich einmal mehr einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen: Der Bekämpfung und Stigmatisierung der Armen. In den kommenden Monaten muss man mit koordinierten Angriffen auf die Sozialhilfe rechnen.

Vor einigen Tagen ist ein internes Arbeitspapier der SVP zur Sozialhilfe publik geworden. Das Dokument «SKOS – Grundsätze und Musteranträge» hat eine Umstrukturierung der Sozialhilfe zum Ziel. Der genaue Inhalt soll Ende Oktober in Form eines neuen Positionspapiers präsentiert werden. In den nächsten Monaten will die Partei koordiniert vorgehen, um das Regelwerk der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) aufzuweichen. Die SVP will die Sozialhilfe von den von der SKOS empfohlenen 986 Franken auf 600 Franken senken. Damit soll das aktuelle soziale Existenzminimum aufgehoben werden. Dieses sieht vor, dass die Betroffenen nicht einfach Überleben, sondern auch am wirtschaftlichen und sozialen Leben teilnehmen können. Stattdessen soll künftig nur noch Nahrung, Kleidung, Behausung und medizinische Hilfe in Notlagen garantiert werden. Ein Zahnarztbesuch gehöre nicht dazu. Zudem soll die Sozialhilfe an eine generelle Arbeitspflicht gebunden werden. Diese wäre auch als gemeinnützige, durch die Gemeindebehörden zugeteilte Arbeit zu leisten. Für SozialhilfebezügerInnen gebe es schlicht keine unzumutbare Arbeit.
Die SVP treibt die Angriffe gegen die Armen auf die Spitze, aber sie steht bei weitem nicht alleine da. Ihre Vorschläge stehen ganz in der Tradition der Workfare-Politik, die in der Schweiz seit den 90ern vorherrschend geworden ist.

Die SKOS und die Kürzungen
Die angegriffene SKOS gibt empfehlende Richtlinien zur Sozialhilfe heraus, die erst rechtlich verbindlich werden durch kantonale Gesetzgebung, die kommunale Rechtsetzung und die Rechtsprechung. Heute orientieren sich alle Kantone an den SKOS-Richtlinien, wenn auch mit gewissen Besonderheiten und Abweichungen. Die SKOS ist aber bei weitem kein Bollwerk für die Armen gegen Verschlechterungen ihrer Lebensbedingungen und den Zugriff des Staates. Im Gegenteil: 2004 hatte die SKOS die Richtlinien für die Sozialhilfe revidiert. Diese Revision, die seit 2005 in Kraft ist, hatte eine Kürzung der Sozialgelder um etwa 10 Prozent zur Folge. Der Grundbetrag wurde von 1100 auf rund 980 Franken gekürzt. Gleichzeitig sprach man sich für Integrationszulagen zwischen 100 und 300 Franken aus. Wer spurt und sich um «Integration» bemüht, kann sein Einkommen ein wenig aufstocken. Wer hingegen die ihm auferlegten Pflichten verletzt, dem können bis zu 15 Prozent des Grundbedarfs gestrichen werden. Im Gutachten zur Legitimierung der Richtlinien-Revision kann man lesen, dass «die Sozialhilfe für nicht erwerbstätige aber als erwerbsfähig eingestufte Sozialhilfeempfänger auf ein Niveau reduziert werden sollte, das mittelfristig nicht existenzsichernd ist.» Das dürfte ganz nach dem Gusto der SVP sein. Die SKOS war dem Vorstoss der SVP ohnehin voraus und hatte laut Yvonne Gilli von den Grünen St. Gallen vor einiger Zeit selber «eine Studie in Auftrag gegeben, die aufzeigen wird, wo die aktuellen Schwachstellen liegen». Was mit Schwachstellen gemeint ist, liegt auf der Hand: Zu hohe Ausgaben und zu wenig Druck für die Reintegration in den Arbeitsmarkt.

Politik des Workfare
Die letzte Revision der Sozialhilfe-Richtlinen durch die SKOS folgt ganz dem Prinzip des Workfare. Das bedeutet, dass die betroffenen Menschen durch Kürzungen, Sanktionen und Verpflichtungen wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen. Diese Entwicklung kann man in der Schweiz seit den 90er Jahren in allen potentiell auf den Arbeitsmarkt bezogenen Hilfeleistungen feststellen, ob bei der Arbeitslosenversicherung, er Invalidenversicherung und eben der Sozialhilfe. Damit werden nicht nur die Betroffenen diszipliniert und an der kurzen Leine gehalten, es betrifft als Drohung alle, die potentiell von sozialstaatlichen Leistungen abhängig sind.
Der Widerspruch zwischen der reellen Absorptionsmöglichkeit des Arbeitsmarktes und dem Zwang zur Reintegration führt nicht etwa dazu, dass man diesen Widerspruch erkennt. Stattdessen werden die Betroffenen selbst als die Schuldigen ausgemacht, die unwillig zur Integration seien. Die Kürzungen und Sanktionen werden in der Regel von Diffamierungskampagnen begleitet, die das vorherrschende Ressentiment gegen die Armen nochmals forciert. Die SVP beherrscht die Klavitatur der Diffamierung besonders virtuos. Es dürfte kein Zufall sein, dass das Publik werden ihres Arbeitspapier ausgerechnet in eine Zeit fällt, in der medial gerade der Fall einer sozialhilfeabhängigen Familie in Hagenbuch ausgeschlachtet wird.


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Muoit



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Und aus der selben Zeitung was zur Wirtschaftslage und Konkurrenzsituation:

Zitat:
Die Kosten des nationalen Standorts

Anfang September gab das Staatssekretariat für Wirtschaft bekannt, dass die Schweizer Wirtschaft im zweiten Quartal dieses Jahres kein Wachstum verzeichnen könne. Ob es sich um eine Tendenz handelt, wird sich zeigen müssen. In der internationalen Konkurrenz ist der helvetische Wirtschaftsstandort auf jeden Fall gut aufgestellt.

Bürgerliche ÖkonomInnen gaben vor einigen Wochen zu bedenken, dass angesichts des schleppenden Konjunkturverlaufs in der EU und insbesondere dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Deutschlands – dem wichtigsten Handelspartner der Schweiz – wohl eine negative Korrektur der prognostizierten Wirtschaftszahlen der Schweiz notwendig werde. Dennoch hatte kaum jemand damit gerechnet, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal zum Stillstand kommen würde. Neben der internationalen Situation, die nach wie vor von Krisenerscheinungen geprägt ist, hat sich auch die Schweizer Binnenkonjunktur schlecht entwickelt. Die Schweizer Nationalbank (SNB), fleissig mit der Stützung des Franken-Euro-Kurses beschäftigt, gab dann auch vor einigen Tagen zu bedenken, dass sich das Umfeld für die Schweiz eindeutig verschlechtert habe. Dennoch sollte man sich vor – positiv oder negativ aufgeladenen – Krisenphantasien hüten. Die Stagnation kann gut ein Ausreisser sein und auf aussergewöhnlichen Faktoren beruhen. Im Gegensatz zu den aufgebotenen WirtschaftswahrsagerInnen ist man als KritikerIn der Zustände auch nicht gezwungen eilige Prognosen abzugeben, sondern kann sich getrost der Funktionsweise des Ganzen zuwenden.

Der Zwang zum Wachstum
Man könnte meinen, wirtschaftlicher Stillstand sei eigentlich kein Problem. Im öffentlichen Diskurs ist das Wirtschaftswachstum häufig mit negativen Vorzeichen versehen: Umweltzerstörung, Stress, überlastete Infrastrukturen. Es ist kein Zufall, dass sich der Wirtschaftsverband Economiesuisse bemüssigt sah, im August dieses Jahres eine Broschüre zu veröffentlichen, warum Wirtschaftswachstum nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig sei. In der Broschüre geht es um Rentensicherung, Arbeitslosigkeit und die Segnungen des Marktes. Was Economiesuisse mit keinem Wort erwähnt und was im öffentlichen Diskurs nie zur Sprache kommt: Die kapitalistische Ökonomie ist aus immanenten Zwängen auf Wachstum angewiesen. Es gibt in der Realität schlicht keine kapitalistische Wirtschaft, die sich auf einmal gegebener Stufenleiter reproduziert; in der also die KapitalistInnen und die ArbeiterInnen den Überschuss einfach konsumieren. Das kann man sich zwar vorstellen, aber die Gesetze der Konkurrenz zwingen die Einzelkapitale, einen Teil des Mehrwerts wieder in die Produktion zu investieren und anzuwachsen. Die Unternehmen, die dies nicht in ausreichendem Masse bewerkstelligen können, werden zu Übernahmekandidaten und gehen über kurz oder lang bankrott. Eine stagnierende oder gar schrumpfende Wirtschaft zeigt also nicht weniger an, als dass sich bestimmte Kapitale nicht mehr reproduzieren können. Längerfristig stehen dann Übernahmen, Firmenschliessungen und Entlassungen auf dem Programm. Das ist der eigentliche Kern der Sorgen der ExpertInnen, wenn das BIP mal nicht wächst.

Krise und Profit
Wenn im Sinne des Kapitals auf dem Planeten alles rund läuft, dann floriert der Laden. Die Kapitale akkumulieren und wachsen einigermassen einvernehmlich. Die einen schneller, die anderen etwas weniger schnell. Es gibt einige Übernahmen und Konkurse, aber generell geht es für die allermeisten voran. Wenn allerdings der unvermeidliche Kriseneinbruch folgt, dann verkehrt sich das Akkumulieren der «feindlichen Brüder» in ein Hauen und Stechen. Um die sinkenden Profite wird erbittert gekämpft. Das können wir momentan gut verfolgen: Nicht nur zwischen den Einzelkapitalen, auch die Konkurrenz zwischen den Nationalökonomien hat sich verschärft. Es scheint fast, als könnte der eine Wirtschaftsstandort nur noch auf Kosten des anderen florieren. Exemplarisch dafür steht der Aufstieg Deutschlands vom «kranken Mann Europas» zum «Exportweltmeister», der sich nur auf Kosten anderer Nationalökonomien sanieren konnte, in dem er billige Waren in deren Ökonomien schwemmte.
In der Krise wird fast jeder Standortvorteil zu einer existenziellen Frage von funktionierender Wirtschaft oder nationalökonomischer Misere. Auch die Schweiz kann sich dieser Tatsache nicht entziehen. Darin liegt ein wichtiger Grund für die regelmässigen Angriffe auf die sozialstaatliche Absicherung und die Lebensbedingungen der Proletarisierten. Würden diese Angriffe nicht unternommen – oder würde gar, wie das die Linke fordert, der Sozialstaat ausgebaut – würde sich gegenüber den Konkurrenten ein wichtiger Standortfaktor reduzieren: Die Erpressbarkeit der Proletarisierten.

Die Schweiz als Musterschüler
Der kürzlich veröffentlichte Global Competitiveness Index (GCI) des World Economic Forums (WEF) bescheinigt der Schweiz in diesem Konkurrenzkampf Bestnoten. Zum sechsten Mal in Folge belegt der helvetische Wirtschaftsstandort den ersten Platz. Die Schweiz wird für die Qualität der Hochschulen, die gute Zusammenarbeit zwischen den privaten und staatlichen Sektoren in der Forschung, die gute Infrastruktur, die funktionierenden Finanzmärkte – das Milliardenpaket 2008 lässt grüssen – und für ihre politische und wirtschaftliche Stabilität gelobt. Die Bourgeoisie und das politische Personal der Schweiz haben offensichtlich einen guten Job gemacht. In Bezug auf die Lage der Proletarisierten kann man die Entwicklung recht einfach zusammenfassen: Kürzungen beim Sozialstaat, Verschlechterungen bei der Bildung und der Gesundheitsversorgung, flexibler Arbeitsmarkt mit schlechtem Kündigungsschutz, sozialpartnerschaftliche oder repressive Verhinderung von Streiks und Widerstand für bessere Lebensbedingungen. Das sind schlicht die Kosten des nationalen Standorts in Zeiten des globalen Krisenverhängnisses. Ob das allerdings reicht, um die aktuelle Quartalsentwicklung zu korrigieren, das wird sich vor der unerbittlichen Logik des Kapitals erst noch beweisen müssen.


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04. Oktober 2014, 19:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Angriff auf Bullen in Genf Antworten mit Zitat
In Carouge (GE) brannten diese Nacht vier Bullenkarren:

Zitat:
Dans la nuit de dimanche à lundi, quatre fourgons banalisés de la police genevoise ont été incendiés dans la cour du centre de formation des forces de l'ordre, situé au 24 route de Veyrier, à Carouge. Il était 3h20, lorsque la centrale d'alarme du Service d'incendie et de secours (SIS) a été alertée. «Quatre véhicules et 11 hommes ont été immédiatement dépêchés sur place», indique le commandant du SIS, Nicolas Schumacher. Deux lances ont été déployées pour éteindre les quatre véhicules en feu. A 5h20, l'intervention était terminée.

http://www.tdg.ch/geneve/faits-divers/quatre-fourgons-police-incendies-carouge/story/28411819


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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
13. Oktober 2014, 10:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Warnstreik der Harlan-Belegschaft:

Harlan-Belegschaft erzielt mit Warnstreik höchstens einen Teilerfolg (wegen dem ö im Link muss der Link von Hand kopiert werden: http://www.tageswoche.ch/de/2014_41/basel/670527/Harlan-Belegschaft-erzielt-mit-Warnstreik-höchstens-einen-Teilerfolg.htm)

Zitat:
Der internationale Forschungskonzern Harlan plant einen massiven Stellenabbau in Itingen und Füllinsdorf. Die Gewerkschaft kämpft für eine Verlängerung der Konsultationsphase, doch die Geschäftsleitung schenkte ihr kein Gehör. Nun trat die Belegschaft in den Warnstreik, die erhoffte Resonanz von Seiten der Politik blieb aber aus.


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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
14. Oktober 2014, 09:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Situation in der Baubranche:

http://www.srf.ch/player/tv/popupvideoplayer?id=0e845e54-2cfe-4134-b6a0-b0292564202e&starttime=0

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24. Oktober 2014, 11:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Verdingkinder Antworten mit Zitat
Ein Artikel über Verdingkinder in der NY Times:

Zitat:
Well into the 20th century, other administrative internment policies operated concurrently with the verdingkinder system (the living victims of which are also eligible for compensation under the proposed initiative). Thousands of children were unwillingly placed in foster homes where they were abused or forced into unpaid labor. Adolescents and young adults deemed morally degenerate, including juvenile delinquents and unmarried mothers, were sent to detention centers or even prisons; young mothers were made to put their children up for adoption. The authorities were also responsible for forced abortions and the forced sterilization or chemical castration of hundreds of patients in Swiss clinics.

http://www.nytimes.com/2014/11/11/opinion/slaverys-shadow-on-switzerland.html?smid=nytcore-iphone-share&smprod=nytcore-iphone&_r=0


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11. November 2014, 00:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Das Antikapitalistische Kollektiv Zürcher Oberland (AKZO) hat einen Diskussionsbetrag zu Ecopop und dem ganzen Drumrum geschrieben:

Überall stinkt’s nach Kuhscheisse!

Zitat:
Dies ist ein Diskussionsbeitrag zur Ecopop-Debatte. „Diskussionsbeitrag“ deshalb, weil wir einige Punkte ansprechen wollen, die unserer Meinung nach wichtig sind, wir aber nicht den Anspruch erheben wollen, sie abschliessend zu klären.


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11. November 2014, 13:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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