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Krise und Konterrevolution

 
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Krise und Konterrevolution
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Melnitz



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Beitrag Krise und Konterrevolution Antworten mit Zitat
Eine Krise im Kapitalismus wird ja nicht nur begleitet von Klassenkampf, sondern es gibt auch reaktionäre Antworten darauf. Und wenn wir die Diskussionen in Europa verfolgen (Antiziganismus in Italien und Frankreich, die "Sarrazin-Diskussion" in Deutschland, Weltwoche & SVP in der Schweiz, etc. pp.), kann einem schon Angst und Bange werden. In diesem Thread soll es um die sich formierende Konterrevolution gehen. Ich beginne einmal mit einem Text von Roswitha Scholz zum Antiziganismus:

Homo Sacer und „Die Zigeuner“

Antiziganismus – Überlegungen zu einer wesentlichen und deshalb „vergessenen“ Variante des modernen Rassismus
27. September 2010, 12:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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gehört auch ein wenig in diese ecke: mythen und abstruse ideen über "die linken": http://www.undergrounddogs.net/phpbb/viewtopic.php?t=3962&start=495

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
27. September 2010, 18:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Bürgerliche Kritik der empirischen Methoden im Buch von Sarrazin (die Kommentare zum Artikel sind schrecklich...):

Analyse – Die seltsamen Methoden des Thilo Sarrazin

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
28. September 2010, 12:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Bürgerliche Kritik der empirischen Methoden im Buch von Sarrazin (die Kommentare zum Artikel sind schrecklich...):

Analyse – Die seltsamen Methoden des Thilo Sarrazin


Sehr gute Analyse.

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28. September 2010, 12:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
ratatoskr



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Beitrag Sarrazin und seine Kritiker Antworten mit Zitat
Hätte da noch eine marxistische Kritik an Sarrazin anzubieten: http://www.contradictio.de/blog/archives/2902
28. September 2010, 13:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Sarrazin - der Lautsprecher des Kapitals:

http://www.trend.infopartisan.net/trd1210/t351210.html

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
13. Dezember 2010, 12:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Sarrazin - der Lautsprecher des Kapitals:

http://www.trend.infopartisan.net/trd1210/t351210.html


Nochmals zum Lautsprecher, eine Darstellung seines Buches und kurze Hunweise, auf was sich dieses Arschloch so bezieht:

http://humantraffic.blogsport.de/2010/12/03/schaff-dich-ab/

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
17. Dezember 2010, 18:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33857/1.html

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
25. Dezember 2010, 13:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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http://de.indymedia.org/2011/01/297854.shtml

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
15. Januar 2011, 15:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
O.B.M.F



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Zieht euch diese Filmchen mal rein. Da verreksch! In anderen zeiten hätten diese Asses sowas nicht überlebt:

http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,8219213,00.html

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09. März 2011, 16:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
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O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Zieht euch diese Filmchen mal rein. Da verreksch! In anderen zeiten hätten diese Asses sowas nicht überlebt:

http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,8219213,00.html


Unter aller Sau sowas. Ich hoffe, die kriegen dafür eine saftige Quittung.

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09. März 2011, 19:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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bernhard schmid:

http://www.trend.infopartisan.net/trd0311/t370311.html
14. März 2011, 13:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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TP: Intolerantes Europa

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
14. März 2011, 14:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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*angstkrieg*

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14. März 2011, 15:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Migrationsstreit eskaliert– Frankreich schickt Elitepolizisten nach Menton
Tunesische Migranten, die via Italien nach Frankreich reisen wollen, sorgen zwischen den beiden EU- Ländern für böses Blut. Frankreich verweigerte allen Zügen aus Ventimiglia die Weiterfahrt über die Grenze.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Migrationsstreit-eskaliert--Frankreich-schickt-Elitepolizisten-nach-Menton/story/31296137

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
18. April 2011, 00:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Tomasz Konicz: Sarrazin und die Krise

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27. Juni 2011, 23:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Dänemark will Grenze wieder befestigen

Zitat:
Zum Beginn der Sommerferien marschieren an Dänemarks Grenzübergängen die Zollbeamten wieder auf. Bis in drei Jahren sollen zudem wieder Befestigungsanlagen die Grenze zu Deutschland sichern.


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02. Juli 2011, 17:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Schweizer Polizei in Aktion bei einer Zwangsausschaffung:

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=ce342a44-988c-421d-9083-aafa99a178ee

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07. Juli 2011, 23:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
cuervo



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Die Schweizer Polizei in Aktion bei einer Zwangsausschaffung:

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=ce342a44-988c-421d-9083-aafa99a178ee


arschlöcher

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Demonstrationen sind niemals "vernünftig". Wir bringen unsere Forderungen immer so provokant vor, dass die Mächtigen uns niemals zufriedenstellen können und deshalb die Mächtigen bleiben. Wenn sie dann unsere Forderungen nicht erfüllen, machen wir, zu Recht, Krawall.

Der Beamte verhaftete mich im Namen des Gesetzes. Ich schlug ihn im Namen der Freiheit!
07. Juli 2011, 23:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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"tätlich aaggriffe hett" wie denn? mit hand- und fussfesseln? feuer und flamme..!

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
08. Juli 2011, 00:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,776275,00.html
Zum norwegischen Attentäter, Israelfreund und Islamfeind Anders Breivik und dessen ideologische Wurzeln, Politically Incorrect, und andere Verstrickungen in diesen Milieus...

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
24. Juli 2011, 20:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Wer sichs antun will: DOK "Die SVP Schweiz". Wahrlich ein Gruselkabinett:

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c914c765-9ea1-4a54-83cc-880c6a61415d

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27. Oktober 2011, 23:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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Krise und Wahn: http://www.heise.de/tp/artikel/35/35813/1.html

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A slave is one who waits for someone to come and free him. - Ezra Pound
05. November 2011, 18:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Der deutsche Imperialismus erhöht sein Level:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=7_rfpu0e5d4

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
19. November 2011, 14:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zum Mord von gestern an zwei senegalesischen Strassenhändler durch einen italienischen Nazi:

Gianluca Casseri – der “italienische Breivik”

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14. Dezember 2011, 20:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Tatsächlich gruselig:

Feudalismus als Ausweg aus der Krise

Zitat:
Wie weit autoritäre Lösungsstrategien der gegenwärtigen Krise im Umfeld der deutschen Meinungsführer inzwischen diskutabel geworden sind, offenbart dieses erschütternd offene Plädoyer für einen neuen postdemokratischen Stände- und Elitenstaat, das es als “Blogbeitrag” auf die Startseite der FAZ geschafft hat: “Der Weg zur Herrschaft – Manifest für die Edlen, Reichen und Tüchtigen – 1000 Jahre Stabilität und soziale Sicherheit für die Elite: Der Feudalismus kennt Antworten auf die Probleme und Systemkrisen, die Aufklärung und Bürgerlichkeit mit sich brachten.”


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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
23. Januar 2012, 23:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Sudaka



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Zitat:
...Da wir aus dem Feudalismus hervorgegangen sind, muss er zu uns passen.


Ach du meine Güte... stupid

_________________
"Vielmehr geht es darum, dass etwas an sich völlig Nicht-Dingliches, nämlich menschliche und soziale Beziehungen, durch die gesellschaftliche Warenform entfremdet und verdinglicht werden."
25. Januar 2012, 18:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Sudaka hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
...Da wir aus dem Feudalismus hervorgegangen sind, muss er zu uns passen.


Ach du meine Güte... stupid


I don't want to live ont his planet anymore:

Zitat:
Denn Demokratie und Kommunismus waren ja immer schon eins: Willkürlich postuliert man die Gleichheit aller, will allen gleiche Rechte geben: Christen und Heiden, Ehrlichen und Spitzbuben, Edlen und Gemeinen, Frauen und Männern, Tüchtigen und Faulen, Anwesenden und Abwesenden, Reichen und Armen, Klugen und Dummen, Eigenen und Fremden, Gesunden und Kranken, Tapferen und Feiglingen, Erstgeborenen und Bankerten. Das heißt dann „aufgeklärte Zivilgesellschaft".


depro

_________________
26. Januar 2012, 05:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Sudaka



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Wohnort: Welt

Beitrag USA Antworten mit Zitat
Hört sich nicht gut an:

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36376/1.html

_________________
"Vielmehr geht es darum, dass etwas an sich völlig Nicht-Dingliches, nämlich menschliche und soziale Beziehungen, durch die gesellschaftliche Warenform entfremdet und verdinglicht werden."
09. Februar 2012, 16:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Ein Artikel der die unheimliche Symbiose zwischen demokratischer Diktatur und faschistischer Elemente aufzeigt. Anders gesagt, die Heuchler welche die Menschenrechte vorgaukeln im Hintergrund die bösen Nazis die Drecksarbeit des demokratischen Staats machen lassen:

Rechtsterrorismus in Deutschland: Die bürgerliche Demokratie und die Neonazis – eine verhängnisvolle Affäre

http://de.internationalism.org/IKS_Online2012
11. Februar 2012, 12:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-02/weltwirtschaft-amerika-krise/komplettansicht

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A slave is one who waits for someone to come and free him. - Ezra Pound
20. Februar 2012, 15:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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hoi Wirken

Ich habe eine kleine Anmerkung zu dem Artikel:

Zitat:
Unfähig, die Gesellschaft mit politischen Mitteln zu erobern, ohne jegliche Perspektive einer Massenbewegung nach dem Vorbild des Nationalsozialismus ist es nur folgerichtig, dass einige Desperados aus dem rechtsextremen Milieu in den nackten Terror flüchten und völlig irrationale Taten begehen, Taten, die weder für die NPD als einzig verbliebene politische Organisation am rechten Saum der Gesellschaft noch für irgendeine Fraktion innerhalb der deutschen Bourgeoisie von Nutzen sind. Im Gegenteil.


Der Satz ist nicht stimmig wegen dem "folgerichtig" und zugleich "irrational"... also da wird der gleiche Umstand einmal als rational und einmal als irrational beurteilt. Eben das mit dem Nutzen - es mag sein, dass es für genannte Gruppen keinen Nutzen hat (darüber möchte ich jetzt nicht streiten), aber sind die Taten für die Täter deswegen nutzlos? Hier scheints mir fast ein wenig ins Psychologische abzudriften von wegen die spinnen, die Nazis. Also das Fazit aus diesen Zeilen wäre ja das kann unmöglich irgendwer gewollt haben wegen des fehlenden Nutzens. Andererseits sollte der Artikel auch keine Genese der 3 Gestalten sein, aber dann brauchts auch den Abschnitt nicht. Gruss

_________________
argumentum ad baculum
20. Februar 2012, 16:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Beiträge: 1444
Wohnort: süsch no was?!

Beitrag Le squat de Rroms de la Rize à Vaulx-en-Velin attaqué Antworten mit Zitat
ich schmeiss dass mal hier bei konterrevolution rein. die hetze von sarko gegen fahrende hat ja irgendwie auch was mit krise und deren bewaeltigung zu tun:

franzoesisch

http://juralib.noblogs.org/2012/03/12/le-squat-de-rroms-de-la-rize-a-vaulx-en-velin-attaque/


das wurde ein squad von fahrenden angegriffen. fenster wurden gedeppert und ein auto angezuendet (bild).

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
13. März 2012, 11:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beiträge: 1498

Beitrag Antworten mit Zitat
Aus dem vorwärts 46/47:

Zitat:

Krise und Widerstand

Die Verwertungsschwierigkeiten des Kapitals schlagen, vermittelt durch die staatlichen Sparprogramme, in aller Härte auf die Proletarisierten durch. Die bürgerlichen Rezepte und Vorschläge bieten keinen Ausweg aus der Misere. Sowohl in den Metropolen als auch in der Peripherie zeigen sich aber erste Ansätze einer globalen Gegenwehr.

Was mit dem Crash des US-amerikanischen Immobilienmarktes 2007 angestossen wurde, weitete sich im Jahresübergang 2008/2009 zur grössten globalen Krise seit 1929 aus und liess die aufgeschreckte Weltöffentlichkeit und die Regierungen rat- und rastlos zurück. Die Krise hat sich bis heute in immer neue Formen transformiert und vertieft: Kreditkrise, Finanzdebakel, Irlandkrise, drohender Staatsbankrott Griechenlands, Staatsschuldenkrise, Eurokrise. Das scheinbare Auseinanderfallen der Ereignisse dient den eilig herbeizitierten ExpertInnen dazu, den globalen ökonomischen Absturz in die einzelnen zeitlichen und geographischen Abschnitte zu unterteilen und deren gemeinsame Ursachen zu beschweigen. Die Ratlosigkeit macht sich in allen Teilen der Elite bemerkbar: In der Politik, in der heute längst nicht mehr gilt, was gestern ausgemacht wurde und die durch die periodischen Einbrüche der Börsenkurse demonstriert kriegt, dass sie längst nicht mehr Herr der Lage ist. In der Wirtschaft, die geteilt in Kapitalfraktionen und einzelne Unternehmen den Unbillen ihres eigenen Marktes recht hilflos ausgeliefert ist. Bei den ExpertInnen, deren konkrete Vorschläge immer nur Feuerwehrübungen sind und die strukturellen Probleme der Weltökonomie bei weitem nicht erfassen können. Im Gegenteil: Die allenthalben geforderten Austeritätsprogramme zeigen in den zu «Krisenlabors» degradierten Volkswirtschaften Griechenlands und Portugals ihr destruktives Potential in der Verschärfung der Dynamik der Krise. Doch auch gegenteilige keynesianisch verbrämte Bemühungen der staatlichen Akteure würden die Wirtschaft auf keinen grünen Zweig bringen: Nebst den Einschnitten in die Profite des Kapitals durch die Erhöhung der Lohnnebenkosten, vor allem dadurch dass sie die Einschätzungen ihrer Kreditgeber – vermittelt über die mittlerweile berüchtigten Ratingagenturen – nach unten korrigieren und damit eine Kreditnahme durch den Staat ins beinahe Unmögliche erschweren würden.

Die Schwierigkeit der Verwertung
Die ganzen staatlichen Interventionen und Rettungsschirme bleiben an der Oberfläche der ökonomischen Struktur. Zwar können sie den Vertrauensverlust – der seinerseits tatsächlich zu einem zusätzlichen Stocken der wirtschaftlichen Aktivitäten führt – für einen gewissen und aktuell immer kleiner werdenden Zeitraum aufschieben, doch sie dringen nicht zum Kern des Problems vor. Das Problem liegt tiefer: Es hat seinen Ursprung in den seit den siebziger Jahren sinkenden Profitraten und den damit verbundenen Verwertungsschwierigkeiten des Kapitals. Die ab diesem Zeitpunkt sich verschärfende Überschuldung der metropolitanen Staaten ist ein Symptom der erlahmenden Dynamik der kapitalistischen Wirtschaft. Was als «deficit spending» begann, wuchs sich immer mehr zu einer permanenten staatlichen Intervention mit entsprechender Schuldenspirale aus.

Das konstante Kapital (Maschinerie und Roh- und Hilfsstoffe) wird im Gegensatz zur Arbeitskraft immer höher aufgetürmt. Es muss immer mehr Kapital vorgeschossen werden um die gleiche Menge Arbeitskraft in Bewegung zu setzen und auszubeuten. Dies hat unter den aktuellen Bedingungen zur Folge, dass der berühmte tendenzielle Fall der Profitrate zu einem tatsächlichen Fall führte und führt. Darin liegt auch das Bemühen der herrschenden Klasse begründet, dieser Tendenz entgegen zu wirken, zum Beispiel mit einer Senkung der Löhne und Lohnnebenkosten. Zudem dehnte sich vor diesem Hintergrund der Kreditsektor immer mehr aus, da die vorzuschiessende Kapitalmenge immer weniger aus den vorhergehenden Profiten beglichen werden konnte und zudem das Kapital vor dem «Anlagenotstand» – den sogar die bürgerliche Presse konstatiert – in die Spekulation floh. So wurde zur Kapitalverwertung in Form des Kredits immer mehr auf zukünftige Profite vorgegriffen. Die Finanzspekulation lebt eben in letzter Instanz von der Spekulation auf künftigen Mehrwert und das geht nur gut, solange die reale Wirtschaft wächst und man mit dem produzierten Mehrwert die Kredite laufend bedienen kann. Diese Möglichkeit wurde und wird aber mit der Wegrationalisierung von Arbeitskräften zunehmend untergraben – der vielzitierte Einbruch der Konsumentennachfrage ist bloss die Kehrseite dieser Medaille. Die kreditfinanzierte Konjunktur wuchs so ins Unermessliche: Über verschiedene Kredite wurde eine Nachfrage am Leben erhalten, die nicht mehr auf reellen Gewinnen und Löhnen beruhte, sondern durch faule Kredite und die Finanzblase getragen wurde. Mit dem Platzen der Blase im Jahr 2008 stiess diese vom Kredit angetriebene Blasen-Wirtschaft an ihre Grenzen und die von ihr abhängige und in sie verstrickte sogenannte Realwirtschaft verlor damit ihre eigentliche Schubkraft der letzten Jahrzehnte.

Der gewissermassen «natürliche» Ausweg aus der Krise wäre eine massive Kapitalvernichtung: Die Ausradierung aufgeblähter Kapitalwerte, der Konkurs von wichtigen Banken, die Bankrottierung riesiger Unternehmen sowie das Sinken des allgemeinen Lohnniveaus. Doch die damit verbundenen ökonomischen und zwangsläufig auch sozialen Verwerfungen wären voraussichtlich von derart gigantischem Ausmass, dass selbst wirtschaftsliberale ÖkonomInnen einer enormen staatlichen Intervention in diese Prozesse das Wort reden.

Ein Kriseln der Demokratie
Damit die mit den Rettungsschirmen verbundenen Verarmungsprogramme für die Länder auch durchgesetzt werden, benötigt es einer entsprechenden Regierung. Als Giorgos Andrea Papandreou verzweifelt versuchte, den Austeritätsprogrammen durch ein Referendum demokratische Weihen angedeihen zu lassen oder mindestens durch diese Drohung die konservative Opposition ins Boot zu holen, hagelte es wüste Kommentare aus Brüssel, Berlin und Paris. Die Aktienkurse taten ihr übriges, damit der Ministerpräsident und Vorsitzende der «Sozialistischen Internationale» das Referendum zurückzog und vom Amt zurücktrat. Heute ist mit Lucas Papademos ein nicht gewählter, aber williger Vollstrecker der Anforderungen aus Berlin und Brüssel am Ruder. In Italien dasselbe: Nach dem Rücktritt von Silvio Berlusconi wurde mit Mario Monti wie in Griechenland ein Technokrat an die Spitze gehievt. Erst hiess es er würde bis zu vorgezogenen Wahlen im Frühling regieren, doch davon ist nun keine Rede mehr. Er soll die ganze offizielle Amtsdauer von Berlusconi Zeit haben, um die Krisenprogramme gegen die Proletarisierten durchzusetzen. Selbst das deutsche Handelsblatt schrieb: «Damit bekommen die Finanzmärkte, was sie wollen – und Italiens Demokratie erlebt einen stillen Putsch.»

Wenn die Krise keine unterschiedlichen Verwertungsperspektiven mehr offen lässt oder zumindest Brüssel, der IWF und Berlin keine Alternative zur Kahlschlagpolitik gelten lassen wollen, dann ist es nur folgerichtig, dass die Austeritätsprogramme von technokratischen Regierungen umgesetzt werden, die möglichst einer demokratischen Störung entzogen sind. Diese Entwicklung darf nicht überraschen und es sollte der bis anhin für das Kapital reibungslos funktionierenden bürgerlichen Demokratie keine Träne zuviel nachgeweint werden, aber es zeigt sich, wie schnell und in welcher Stille autoritäre Strukturen die demokratisch legitimierten Gremien ablösen können.
Falsche Erklärungen

Wie diese Prozesse mit den Anforderungen des Kapitals zusammenhängen, dafür ist das bürgerliche Bewusstsein zumindest auf eineinhalb Augen blind. Ein Begriff von Kapital, der die notwendige Einheit von Produktion und Zirkulation umfasst, fehlt völlig und so arbeitet man sich immer an Oberflächenerscheinungen ab. Weil verschiedene Aspekte der allgemeinen Krise zeitlich und räumlich getrennt erscheinen, haben auch verschiedene verkürzte und dadurch falsche Erklärungsmuster im Gegensatz zur Wirtschaft Hochkonjunktur. Sie sind die traurig-schaurige Begleitmusik zur Krise.

Der Alltagsverstand, nimmt die kapitalistischen Verhältnisse als naturgegeben hin und verklärt die durch den Kapitalismus präformierten Verhaltensweisen der Menschen zum Bestandteil ihres eigentlichen Wesens. Dies zeigt sich etwa darin, dass die Krise aus der angeborenen Gier der ManagerInnen erklärt wird. Es geht in dieselbe Richtung, wenn sich Leute standhaft weigern, trotz des drohenden Desasters den Gedanken auch nur zuzulassen, dass die einzige für die Proletarisierten gangbare Lösung in der Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise ermöglicht wird. Hinzu kommt die offene reaktionäre Mobilisierung, die bestimmte Sektoren der Klasse als arbeitsscheue FaulenzerInnen stigmatisiert. Es ist kein Zufall, dass das sozialrassistische Buch von Thilo Sarazzin in der Krise erschien und die Debatte darum mit Verlauf der ökonomischen Verwerfungen an Fahrt aufnahm. Dabei wird die aus der wirtschaftlichen Verschärfung resultierende Ausweitung der Arbeitslosigkeit zu einem Problem der von sich aus untüchtigen Menschen umdefiniert. Neben dieser Biologisierung macht sich auch ein immer der Situation angemessener Kulturalismus breit, in dem etwa von den faulen und korrupten GriechInnen oder SüdländerInnen die Rede ist, die ihre Nation an den Rand des Ruins getrieben hätten.

Grenzen des Reformismus
Der alte Reformismus hatte seine Grundlage in einem prosperierenden Kapitalismus. Innerhalb und durch die staatlichen Institutionen wurden Handlungsräume eröffnet, die es der Arbeiterklasse ermöglichten Verbesserungen für ihr Leben zu erstreiten und damit das Terrain für den weiteren Klassenkampf zu erweitern. In dieser Zeit war es möglich parallel zu den Gewinnsteigerungen des Kapitals – das in erster Linie über die Ausdehnung des relativen Mehrwerts erfolgte – eine Ausweitung der Konsummöglichkeiten oder andere Verbesserungen für die Lohnabhängigen zu erreichen. In Zeiten der anhaltenden Krise ist diese Möglichkeit aber nicht mehr in notwendigem Masse gegeben. In der aktuellen Krise ist das Kapital gezwungen, seine Profitrate dadurch zu sanieren, dass es den Arbeitstag ausdehnt und intensiviert oder die Löhne zusammenstreicht. Da alle möglichen Verbesserungen der Lebensbedingungen der ArbeiterInnen die gegenteilige Tendenz haben, drücken sie auf die Profitraten des Kapitals, was sich wiederum in eine Verschärfung der Krise ummünzt. So bleiben dem heutigen «Reformismus» zwei Möglichkeiten: Sich entweder der linkskeynesianischen Illusion hinzugeben nach der es bloss an einer kaufkräftigen Nachfrage mangeln würde oder, wenn er denn tatsächlich an die Macht gelangt, sich der ernüchternden Wirklichkeit zu stellen und die konterreformistischen Verarmungsprogramme gegen die Proletarisierten durchzusetzen – diese zweite Möglichkeit zeigt sich in aller Eindrücklichkeit überall dort, wo die (ehemaligen) Reformisten an der Regierung sind.

Die LinkskeynesianerInnen sind bloss die andere Seite der Medaille der Wirtschaftsliberalen: Die einen wollen die Kaufkraft stärken und verkennen dabei, dass sie damit die Krise verschärfen, weil sie auf die Profite des Kapitals zugreifen. Die anderen wollen die Profite auf Kosten der Lohnabhängigen sanieren und untergraben damit den Massenkonsum.

Globaler Widerstand
Vor diesem welthistorischen Hintergrund haben die Streik- und Protestbewegungen massiv zugenommen. Sie scheinen sich entgegengesetzt zu den fallenden Börsenkursen zu entwickeln. Schon ein kurzer und unvollständiger Überblick über die Ereignisse des vergangenen Jahres zeichnet ein deutliches Bild: Die aktuelle Protest- und Kampfwelle, die an einem Ort anrollt, am andern abebbt, um irgendwo drängender wieder hervorzubrechen, dauert nun schon beinahe ein Jahr: Sie nahm – abgesehen von einigen Vorläufern – ihren Anfang mit dem Aufstand in Tunesien, der sich auf fast den gesamten arabischen Raum ausdehnte und die autoritären Regimes angriff. Zur gleichen Zeit fand in den USA in Wisconsin ein grosser Protest mit Besetzung des Regierungsgebäudes statt. Nebst der massiven Beteiligung von ArbeiterInnen war dabei auch der offene Bezug auf den ägyptischen Aufstand aufschlussreich. Dies war die erste interkontinentale Verbindung, wie sie sich im weiteren Verlaufe der Proteste fortsetzten sollte. Dass die spanische Bewegung der «Indignados» die Platzbesetzungen vom Tahir-Square in Ägypten aufnahm und selber praktizierte, zeigte auf, wie sich das aktuelle Protestbewusstsein in einen internationalen Kontext einordnet. Die Platzbestzungen hatten eine grosse Symbolwirkung, sollte der Protest aber eine reale Wirkung entfalten, so musste er sich am Alltag der Leute orientieren. Daher war es nur folgerichtig, dass die spanische Bewegung die Plätze verliess und sich in die Wohnquartiere bewegte, um zum Beispiel gemeinsam mit Betroffenen Hausräumungen zu verhindern.

Wie in Spanien organisierte sich auf dem Syntagma-Square in Athen nicht in erster Linie das übliche linksradikale Publikum. Im Gegenteil, dieses wusste vorerst nicht, was es mit diesen Besetzungen anfangen sollte. Es kamen vorher nicht als Protestmilieu bekannte Kreise zusammen um sich auf den Plätzen selbst zu organisieren. Diese Proteste nahmen schnell eine mächtige Dynamik an, so dass sich die beiden grossen Gewerkschaftsbünde ADEDY und GSEE gezwungen sahen, dem Aufruf der BesetzerInnen zu einem Generalstreik Folge zu leisten. Auch in Israel, wo soziale Proteste meist vom Nahostkonflikt überschattet werden, kam es zu wochenlangen Platzbesetzungen mit Hundertausenden Beteiligten. Die Bewegung erreichte immerhin eine Grösse um den Nahostkonflikt für etwa zwei Monate in den Hintergrund zu drängen. In den USA schliesslich begann Mitte September unter dem Slogan «Occupy Wallstreet» die jüngste Bewegungswelle, die von da aus ihren Weg in unterschiedlicher Qualität in fast alle amerikanischen und europäischen Metropolen fand: Vom «Generalstreik» in Oakland bis zu den handzahmen und polizeilich bewilligten Paradeplatz-Happenings in Zürich ist die ganze Bandbreite vertreten.

Parallel zu diesen Strassenprotesten entwickelte sich in einem globalen Massstab eine Reihe von Streiks, die teilweise mit den beschriebenen Protesten verknüpft waren. Diese Steiks werden in der vorliegenden Ausgabe des vorwärts ausgiebig thematisiert und werden hier trotz ihrer enormen Wichtigkeit des Platzes wegen ausgespart.

Perspektiven der Bewegung
Und so hat die Krise eines auch geschafft: Weltweit gingen Millionen mit den gleichen Forderungen auf die Strasse. Zwar noch diffus, aber doch deutlich bemerkbar, drückt sich ein Unbehagen in dieser Gesellschaft aus. Vielfach bleiben die TeilnehmerInnen der Bewegungen in falschen Erklärungen verhaftet und doch sollte man die aufkommenden Widerstände an unterschiedlichen Orten auf ihren objektiven Gehalt abklopfen. Die Bewegungen sind mit ihren konkreten Forderungen – wo sie denn solche hatten – allesamt gescheitert. In der ohnehin zugespitzten Situation scheint es so, als wenn die Regierungen dem Druck nicht nachgeben könnten, ohne die eigene Kreditwürdigkeit aufs Spiel zu setzen. Was von den besetzten Plätzen in Griechenland, Spanien oder Oakland ausging, hat aber eine Qualität, die objektiv weit über die offiziellen Forderungen hinausweisen: In einer Situation in der die Verbesserung der eigenen Lebensbedingungen direkt auf die Profite des Kapitals drückt, ist jeder Widerstand, der auf diese Logik pfeift, mit der Frage ums Ganze verknüpft. Es wird sich für die Bewegungen als lebensnotwendig erweisen, ob sie sich in irgendeiner Form auf stattfindende Klassenauseinandersetzungen beziehen können und sich im Idealfall, wie dies an einigen Orten schon geschehen ist, mit den streikenden und protestierenden Proletarisierten verbinden. Letztlich kann nur eine kollektive Inbesitznahme der gesellschaftlichen Produktion, das Gegeneinander der ArbeiterInnen und Arbeitslosen beenden und aus der diffusen Lähmung, mit der die Bewegungen momentan noch geschlagen sind, herausführen.


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16. März 2012, 00:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Zu dieser leidigen Profitratendiskussion habe ich mich jetzt mal etwas in Sachen empirischer Forschung schlau gemacht. Für eine empirische Verifizierung der Theorie des tendenziellen Falls der Profitrate fehlen einerseits die hochkomplexen Zahlen (Gesetz selbst UND entgegenwirkende Ursachen) und andererseits gibt es dermassen viele Faktoren, dass ein Fall der Profitrate noch lange nicht den TFdP nachweist, noch ein reelles Steigen der Profitrate ihn widerlegt. Marx selber hat den sogenannten entgegenwirkenden Ursachen im K3 einigen Platz eingeräumt. Es ist interessant, dass zum Beispiel die Profitratenanalysegruppe der Hamburger Universität darauf kommt, dass «nach dem 2. Weltkrieg in den 1950er die Profitraten steigen, in den 1970er und 1960er Jahren fielen und ab den 1980er Jahren entweder stagnieren oder sogar leicht ansteigen.»

Man kann diese Tendenzen nun auf einen allgemeinen ökonomischen Zyklus zurückführen. Andererseits gibt es aber zum Beispiel unter Theatcher, aber antürlich auch anderswo, in den 80er Jahren massive Angriffe auf das Lebensniveau der Arbeiterklasse. Es scheint mir also plausibel, dass auf den Fall der Profitrate in den 70ern eine Reaktion des Kapitals folgte und mit Angriffen auf das Lebensniveau der Arbeiterklasse die Profitraten saniert wurden, wie dies Freunde des tFdP erklären. Ob allerdings die allgemeine Tendenz der Profitraten sich aus dem tendenziellen Fall ableiten, das kann man nicht mit Sicherheit sagen. Es scheint mir zu schwierig die verschiedenen Faktoren gegeneinander aufzurechnen, so schreibt die Profitratenanalysegruppe: «So ist es wahrscheinlich, dass im Westen die organische Zusammensetzung seit den 1980er Jahren stark anstieg; aber ab welchem Punkt dies tatsächlich auf die Rate drückt, bleibt ebenso unbeantwortet, wie aus welchen Gründen der Fall der Profitraten ganz offensichtlich erfolgreich aufgehalten wurde. So ist die Periode seit den 1980er Jahren ganz klar eine der Reallohnverluste und der Intensivierung der Arbeit.» Zum Problem, welches einige Marxisten auf mathematischer Ebene thematisierten, das nämlich der Faktor des konstanten Kapitals durch seine Verwohlfeilerung im Verhältnis durchaus schneller Fallen kann als die Menge an ausgebeuteter Arbeitskraft, schreibt die Gruppe: «Die Ausbeutungsrate ist sicher gestiegen, aber das war und ist nicht der einzige relevante Punkt – wiewohl er den Zähler in der Gleichung steigen und einen Teil vom Zähler sinken ließ. Aber was geschah mit dem zweiten Teil des Nenners? Produktionsmittel (konstantes Kapital) wurde revolutioniert und verbilligt.»

Als vorläufiges Fazit: Mathematisch lässt sich der tFdP nicht nachweisen, das belegt zum Beispiel Heinrich schon. Bin ich zumindest jetzt zwischenzeitlich überzeugt. Andererseits scheint er mir auch auf der empirischen Ebene kaum nachweisbar zu sein - zumal sich der tFdP auf der Wertebene abspielt und so seine empirischen Ausdrücke nicht einfach darauf zurückgeführt werden können. Warum sollte man also doch daran festhalten? Ich denke aus zwei Gründen: Einerseits ist das Gesetz, das die steigende organische Zusammensetzung und damit auch eine potentielle Befreiung der Menschen von der Arbeit beinhaltet*, ein Stachel der marxschen Kritik. Ich weiss, das ist ein schwaches Argument und es ist mehr der Wunsch der Vater des Gedanken. Andererseits aber waren es in der prosperitären Phase des Kapitals gerade Anhänger des tFdP, wie Paul Mattick, die auf den notwendigen künftigen Kriseneinbruch hinwiesen und eine ganze Generation Kritischer Theoretiker, die wie zum Beispiel Marcuse von einem stabilen Kapitalismus redeten, Lügen straften. Der tFdP scheint mir also schlicht die plausibelste Erklärung einer allgemeinen Krisentendenz - die aber einerseits aus anderen Faktoren befeuer werden kann, wie sie aber auch einem Zyklus unterworfen ist - die hinter die konkreten Oberflächenerscheinungen blickt und so einen Begründungszusammenhang für die allgemeine Krisenanfälligkeit des Kapitalismus liefert.

Das mal als Input.

*Wobei sich diese Tendenz auf der Eben der technischen Zusammensetzung mit Sicherheit nachweisen lässt.

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29. März 2012, 00:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Aus Business as Usual: In den USA nahm der Wert von Maschinerie und Ausrüstung pro Beschäftigtem einer Berechnung zufolge von 281 Doller (1830) auf 39'636 Dollar (1992) zu. Eine sagen wir ziemlich markante Erhöhung der organischen Zusammensetzung.

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29. März 2012, 02:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Muoit hat Folgendes geschrieben:
Aus Business as Usual: In den USA nahm der Wert von Maschinerie und Ausrüstung pro Beschäftigtem einer Berechnung zufolge von 281 Doller (1830) auf 39'636 Dollar (1992) zu. Eine sagen wir ziemlich markante Erhöhung der organischen Zusammensetzung.


Danke für deinen Beitrag.
Auf welche Quellen beziehst du dich dabei genau? Ich habe mal ein bisschen
im Netz oberflächlich recherchiert. Ein Farm-Arbeiter in den Südstaaten
verdiente um 1830 pro Monat zwischen 7 und 10 Dollars, ein Fabrikarbeiter zwischen
30 Cent und einem Dollar (soviel ich weiss nicht nur auf die Südstaaten bezogen).
Im Verhältnis zu den Löhnen 1992 ist das nicht ein sehr grosser Unterschied.

EDIT: Ich beziehe mich natürlich auf das Verhältnis zwischen den Löhnen und dem Wert der Maschinerie...


www.nber.org/chapters/c2486.pdf

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29. März 2012, 11:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Quelle von Mattick ist Angus Maddison, Monitoring the World Economy, 1820 - 1991; Paris 1995

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29. März 2012, 18:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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06. April 2012, 20:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Die Unkosten des Krieges

Ein Artikel über die weltweiten Rüstungsausgaben

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11. Juni 2012, 16:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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lazlo wanda hat Folgendes geschrieben:
Die Unkosten des Krieges

Ein Artikel über die weltweiten Rüstungsausgaben


yeah, 6. platz weltweit in waffenexporten (relativ zur population) https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:nxBMN2RSnUkJ:www.svenskafreds.se/sites/default/files/at-percapita2011-eng.pdf+Arms+exports+per+capita+in+2011&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESivFoGP_JB0bhLQed8PouUa410ZIH_LUbj1FWzy7j6zPME5gOxVxxNjRlfSe2j1Jpkk-s9k1Nqh9aQyvnbSmKtc3ECggVmuG7OqzA73ZhY3fD5F9kBjlvnbTnGZI-lTfMUNpoWW&sig=AHIEtbRx7x8qEWyN0a4ZpIBdslgwXzk3TA

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
12. Juni 2012, 01:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Konicz mal wieder (sicher auch bald auf seiner Homepage http://www.konicz.info/):

Renaissance des Chauvinismus

Zitat:
Analyse. Imperialismus und Krise – Teil I: Die Rückkehr nationaler Machtkämpfe im Gefolge der ökonomischen Verwerfungen


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27. August 2012, 23:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Nochmals beide Teile der Konicz-Serie zu Imperialismus und Krise:

Teil 1: Renaissance des Chauvinismus

Teil 2: Neue Weltordnungskriege

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30. August 2012, 23:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Wer sagt denn, dass es sowas nur in England gibt: Kritische Sozialwissenschaftler beteiligen sich an staatlichen Forschungsprogrammen zur Aufstandsbekämpfung und Flüchtlingsabwehr...

Zitat:
Sicherheitskultur

28.02.2013
BERLIN/FRANKFURT AM MAIN

(Eigener Bericht) - Sozialwissenschaftler der Universität Frankfurt am Main beteiligen sich an staatlichen Forschungsprogrammen zur Aufstandsbekämpfung und Flüchtlingsabwehr. Die entsprechenden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit Millionensummen geförderten Projekte firmieren als "zivile Sicherheitsforschung" und befassen sich unter anderem mit "sozialen und kulturellen Kämpfen" als Reaktion auf "vorhersehbare massenhafte Migrationen" in die westlichen Metropolen. Unter der Bezeichnung "Sicherheitskultur im Wandel" wird darüber hinaus untersucht, inwieweit die deutsche Bevölkerung staatliche Repressions- und Überwachungsmaßnahmen zur Abwehr von Angriffen feindlicher Kombattanten im Inland befürwortet. Parallel dazu entwickeln Frankfurter "Friedensforscher" Strategien, um die "Effektivität" westlicher Militärinterventionen in den Ländern des globalen Südens zu erhöhen. Abgerundet wird das Forschungsdesign durch Überlegungen zu Fragen der "Sicherheitskommunikation": Als "zentral" für den "Umgang mit Terrorismus, Pandemien, militärischen Auslandseinsätzen oder Migration" gilt es, "komplexe sicherheitspolitische Inhalte in klare Botschaften zu verpacken".

Globale Verteilungskämpfe

Wie die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main mitteilt, hat ihr sozialwissenschaftlicher Exzellenzcluster "Die Herausbildung Normativer Ordnungen" unlängst einen elf Millionen Euro teuren Neubau auf dem Campus im Frankfurter Westend bezogen. Das Gebäude, das je zur Hälfte von Bund und Land finanziert wurde, passe sich aufgrund der Fassadengestaltung "hervorragend in das Gesamtensemble ein", erklärte die hessische Finanzstaatssekretärin Luise Hölscher anlässlich der Einweihungsfeierlichkeiten.[1] Bestimmend für das von Hölscher angesprochene "Gesamtensemble" ist das ehemalige Verwaltungshochhaus des IG Farben-Konzerns, der in der Zeit des NS-Regimes zu einem der größten Chemietrusts der Welt avancierte. Das Unternehmen, das in Auschwitz ein eigenes Konzentrationslager unterhielt, ist sowohl verantwortlich für die Plünderung der von Deutschland während des Zweiten Weltkriegs besetzten Länder als auch für die massenhafte Ausbeutung und Vernutzung von Zwangsarbeitern. Der nun auf dem IG Farben-Campus untergebrachte Exzellenzcluster "Die Herausbildung Normativer Ordnungen" analysiert einer Selbstdarstellung zufolge die angeblich durch den globalen Klimawandel bedingten "Verteilungskämpfe um knapper werdende lebenswichtige Ressourcen" - sowie die "sozialen und kulturellen Kämpfe", die für den Fall prognostiziert werden, dass die "vorhersehbaren massenhaften Migrationen in die klimatisch günstigeren Zonen beginnen".[2]

Ohnmacht, Diktatur und Krieg

Insgesamt befürchten die für den "Exzellenzcluster" tätigen Philosophen, Historiker, Politikwissenschaftler, Juristen, Ethnologen, Ökonomen, Soziologen und Theologen offenbar eine drastische Verschärfung der weltpolitischen Situation. Da die im Trikont lebenden Menschen zahlreiche "Erfahrungen von Ungerechtigkeit, von Missachtung und Demütigung" gemacht hätten, seien sie geneigt, ihre "normativen Ansprüche" gegen den Westen "notfalls auch mit Gewalt" durchzusetzen, heißt es.[3] Für die westlichen Länder wiederum könne dies bedeuten, dass ihre Einwohner angesichts vielfältiger "Bedrohungsszenarien" das "Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Staaten" verlieren und sich einem "Gefühl der Ohnmacht" ausgesetzt sehen: "Die Ohnmacht einer Gesellschaft kann zur Ursache für Diktaturen und Kriege werden, den Einzelnen führt sie in die innere Emigration oder auch in links- oder rechtsorientierte Radikalisierung."[4]

An der Heimatfront

Ebenso wie der Exzellenzcluster "Die Herausbildung Normativer Ordnungen" ist auch das mit diesem eng verbundene Forschungsprojekt "Sicherheitskultur im Wandel" (SiW) angetreten, die diagnostizierte Entwicklung zu kontern. SiW wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehr als einer Million Euro finanziert und steht unter Leitung des Frankfurter Politologen Christopher Daase, der sowohl für den "Exzellenzcluster" als auch für die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) arbeitet. Wie das BMBF erklärt, ist SiW Teil des vom Ministerium aufgelegten Programms zur "zivilen Sicherheitsforschung" und untersucht deren "gesellschaftliche Dimensionen".[5] Andere in diesem Bereich angesiedelte wissenschaftliche Vorhaben befassen sich etwa mit der Steigerung der Resilienz respektive Widerstandsfähigkeit westlicher Gesellschaften gegen Angriffe feindlicher Kombattanten im Inland (german-foreign-policy.com berichtete [6]). Gefragt wird in diesem Zusammenhang auch danach, "inwieweit externe Konflikte und das außenpolitische Handeln der Bundesrepublik Deutschland Rückwirkungen auf islamistische Radikalisierungsprozesse in Deutschland haben".[7]

Security Governance

Passend hierzu untersucht das Forschungsprojekt "Sicherheitskultur im Wandel" die bei der deutschen Bevölkerung vorhandene Akzeptanz für staatliche Repressionsmaßnahmen. Den Ausgangspunkt bildet dabei folgende Einschätzung: "Während einige gesellschaftliche Gruppen Terrorismus als die zentrale sicherheitspolitische Herausforderung ansehen und neue Kontroll- und Überwachungstechniken befürworten, fühlen sich andere Gruppen gerade durch diese Anti-Terrormaßnahmen in ihren individuellen Bürger- und Freiheitsrechten bedroht."[8] Um vor diesem Hintergrund zu verhindern, dass die "Pluralisierung der gesellschaftlichen Deutungsangebote" zu einem "Verlust einer eindeutigen Orientierung darüber, was gefährlich ist", führt [9], empfehlen die Frankfurter Sozialwissenschaftler der politischen Führung, "nicht-staatliche Sicherheitsakteure" als "Koproduzenten von Sicherheit" in ihre Entscheidungen miteinzubeziehen. Gefragt sei ein Staat, der als "vermittelnder Manager und gesamtgesellschaftlicher Steuermann" im Rahmen einer umfassenden "Security Governance" auftrete, heißt es.[10]

Humanismus heißt Krieg

Parallel dazu entwickeln die Frankfurter Forscher Strategien, um die Erfolgsaussichten westlicher Militärinterventionen in den Ländern des globalen Südens zu erhöhen. Grundsätzlich bekennen sie sich zu einem "militärischen Humanismus", der eine "völkerrechtliche Verantwortung des externen Eingreifens" überall dort verortet, "wo Regierungen die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger nicht mehr gewährleisten können" [11] - und sehen sich gleichzeitig mit einem "Dilemma" konfrontiert: "Einerseits werden diffuse Anforderungen gegenüber der Politik artikuliert, um weitere Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu verhindern; andererseits erscheinen vielen Beobachtern aber militärische Handlungsinstrumente entweder als zu kostspielig, ineffektiv oder gar illegitim." Gefragt wird daher danach, welche "institutionellen Veränderungen" sich "empfehlen" ließen, um das "Spannungsverhältnis" zwischen "völkerrechtlich und öffentlich eingefordertem internationalem Eingreifen" und dem "tatsächlichen politischen Willen" dazu aufzuheben.[12] Empirisch ermittelt werden die entsprechenden Empfehlungen einer Selbstdarstellung zufolge unter anderem anhand der Untersuchung der "interministeriellen Zusammenarbeit im Rahmen von 'Provincial Reconstruction Teams' in Afghanistan".[13]

Terror, Krieg, Migration

Abgerundet wird das Forschungsdesign des Projekts "Sicherheitskultur im Wandel" durch Überlegungen zu Fragen der "Sicherheitskommunikation". Da "Informationen zwischen sicherheitspolitischen Akteuren und den Bürgern" ausschlaggebend für die "Legitimität" und die "Effektivität" politischer Entscheidungen seien, müssten "komplexe sicherheitspolitische Inhalte in klare Botschaften verpackt" werden, heißt es. Dies gelte insbesondere für den "Umgang mit Terrorismus, Pandemien, militärische(n) Auslandseinsätzen oder Migration" - zumal vermehrt "nicht-staatliche Gruppen und Initiativen" auf den entsprechenden Kommunikationsprozess Einfluss nähmen, indem sie "neue technologische Medien" nutzten.[14]

Friedliche Zwecke

Bereits in der Vergangenheit fand an der Universität Frankfurt "zivile Sicherheitsforschung" statt. So wurde etwa 2010 bekannt, dass das dortige Physikalische Institut mit der Entwicklung sogenannter Nacktscanner für den Einsatz auf Flughäfen befasst ist; zuvor hatte dieselbe Forschungsgruppe an einem entsprechenden Projekt der NATO mitgearbeitet. Mittlerweile gilt an der Frankfurter Hochschule indes eine "Zivilklausel", mit der sich die universitären Leitungsgremien auf ausschließlich "friedliche Zwecke" verpflichtet haben. Forschung zur Optimierung von Militärinterventionen, Aufstandsbekämpfung und Migrationsabwehr müsste demnach strikt untersagt sein.

[1] Markanter Mittelpunkt für herausragende Forschung; Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, des Hessischen Ministeriums der Finanzen und der Goethe-Universität Frankfurt am Main 08.02.2013
[2], [3] Forschungsprogramm; www.normativeorders.net
[4] 14.06.2013 - 04.08.2013 Ohnmacht als Situation. Democracia, Revolutie und Polizey; www.fkv.de
[5] Bewilligte Projekte aus dem Themenfeld "Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung"; www.bmbf.de 10.09.2012
[6] s. dazu Gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit
[7] Terrorismus und Radikalisierung - Indikatoren für externe Einflussfaktoren (TERAS-INDEX); www.bmbf.de
[8] Terrorismus; www.sicherheitskultur.org
[9] Individuelle Ebene - Die Mikroebene; www.sicherheitskultur.org
[10] Gesellschaftliche Sicherheit - Die Mesoebene; www.sicherheitskultur.org
[11] s. dazu Westliche Moral
[12] Menschenrechte/Humanitäre Intervention; www.sicherheitskultur.org
[13] Institutionalisierung; www.sicherheitskultur.org
[14] Sicherheitskommunikation; www.sicherheitskultur.org

http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58549


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28. Februar 2013, 21:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Die Linke des Kapitals scheint vermehrt nach Alternativen zu suchen, wie der schleichende Zerfall der kapitalistischen Wirtschaft noch mehr verlangsamt werden kann. Interessant ist es alleweil, solche "Alternativen" anzuschauen, da in diesem Beitrag ganz klar gesagt wird, dass Deutschland, bzw. die deutsche Bankeninstitute mit den französischen zusammen an erster Stelle stehen, wenn es um die Verursachung der verschiedenen Krisen z.B. in Irland und Spanien geht. Aus diesem Beitrag wird auch klar, dass noch so kleine Länder wie z.B. Irland keinesfalls einfach fallen gelassen werden können, ohne dass das europäische Konstrukt grosse Schaden erleidet. Wie lange noch?

http://videos.arte.tv/de/videos/staatsgeheimnis-bankenrettung--7303166.html

Leider habe ich nicht herausgefunden, wo die ganze Sendung archiviert ist, bzw. in der Schweiz kann man die Sendung anscheinend nicht anschauen. Der Beitrag zu Irland, scheint mir ziemlich wichtig zu sein, da dort die Bevölkerung regelrecht ausgeblutet wird.

http://www.arte.tv/de/7302702.html
26. Juni 2013, 15:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Beitrag Antworten mit Zitat
Wirken die II hat Folgendes geschrieben:

Leider habe ich nicht herausgefunden, wo die ganze Sendung archiviert ist, bzw. in der Schweiz kann man die Sendung anscheinend nicht anschauen. Der Beitrag zu Irland, scheint mir ziemlich wichtig zu sein, da dort die Bevölkerung regelrecht ausgeblutet wird.


Schau mal hier:



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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
26. Juni 2013, 17:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Hier ein Zitat aus dem oben geposteten Video:

Zitat:
Aber wohin gehen die Milliarden eigentlich? Wer sind die Begünstigten? Mit dieser einfachen Frage reist der preisgekrönte Wirtschaftsjournalist und Sachbuchautor Harald Schumann quer durch Europa und bekommt verblüffende Antworten. Die Geretteten sitzen - anders als häufig vermittelt und von vielen angenommen wird - nicht in den ärmeren Eurostaaten, sondern hauptsächlich in Deutschland und Frankreich. Ein großer Teil des Geldes landet nämlich bei den Gläubigern der Banken, die gerettet werden wollen oder müssen. Und obwohl diese Anleger offenkundig schlecht investiert haben, werden sie - entgegen aller Logik der freien Marktwirtschaft - auf Kosten der Allgemeinheit vor jeglichen Verlusten geschützt. Warum ist das so? Wer bekommt das Geld? Eigentlich simple Fragen, die aber den Kern der europäischen Identität berühren.


... aber Rettung naht. Heute Morgen haben die EU-Finanzminister ein "Regelwerk für den Umgang mit maroden Banken geeinigt", das ziemlich mit den obengenannten Forderungen ein stückweit entspricht. Theorie und Praxis, sozusagen:
Zitat:
Eine Kernidee dabei ist das «bail in»: Die nationalen Abwicklungsbehörden können Ansprüche der Aktionäre, Anleihe-Gläubiger und Einleger mit Einlagen von über 100 000 € abschreiben oder in Eigenkapital umwandeln, wenn eine systemrelevante Bank zusammenbricht oder zusammenzubrechen droht. Dabei fixiert der Kompromiss eine klare Rangordnung: An erster Stelle werden die Aktionäre zur Kasse gebeten, am Schluss Einlagen von natürlichen Personen und KMU. Ziel ist ihre Beteiligung an den Verlusten und an den Kosten der Restrukturierung oder Abwicklung (geordnete Schliessung) einer Bank.


http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/einigung-zur-bankenabwicklung-1.18106522?extcid=Newsletter_27062013%20MESZ_Top-News_am_Morgen

Wir werden sehen, was diese linken staatskapitalistischen Rezepte bringen werden.
27. Juni 2013, 07:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Eigentlich bekannt. Trotzdem erschreckend:

Militarisierung für den Wohlstand

Zitat:
Die Kriege der Zukunft werden Kriege in urbanen Ballungsräumen sein, weil bald die Mehrheit der Menschheit in Megastädten leben wird. Es werden "asymmetrische" Kriege sein, die nicht gegen Heere, sondern gegen Terroristen und Aufständische geführt werden.



Angst vor den Bürgern: US-Regierung rüstet Polizei mit schweren Waffen auf

Zitat:
Die lokalen Polizeibehörden der USA werden verstärkt mit Kriegs-Waffen aus dem Irak und Afghanistan ausgestattet. Hinter dieser Idee steht ein umstrittenes Pentagon-Programm. Ein US-Abgeordneter übt massive Kritik. Doch die Obama-Regierung fürchtet offenbar einen Aufstand der eigenen Bürger und bleibt hart.


Der Artikel mit der "Gummischrott"-Drohne würde da noch reinpassen. Finde den aber gerade nicht.

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22. Juni 2014, 16:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Doc Sportello



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Beitrag NZZ zu Grenzen Antworten mit Zitat
Weiss nicht wohin damit, mache es einfach mal hier rein. Habe zwar noch keinen der Artikel gelesen, scheint aber auf den ersten Blick recht interessant und irgendwo geht es sicher um Krise und/oder Konterrevolution (letztere ist ja auch gewissermassen ein Leitmotiv der NZZ): http://www.nzz.ch/international/grenzen-erzaehlen-geschichten-v-1.18344776

Zitat:
Grenzen sind etwas Abstraktes. Oft würde man gar nicht bemerken, dass man von einem Land in ein anderes reist, wäre da nicht der Zollübergang. Manche Grenzen werden mit einem Federstrich am Reissbrett gezogen, manche werden von Flüssen oder Bergzügen gebildet, um manche wird jahrelang gekämpft. Obwohl sie im Prinzip nichts als künstliche Linien auf einer Karte sind, bestimmen sie das Schicksal von Millionen von Menschen. Sie sind Folge, aber auch Ursache von Konflikten. Manchmal genügt ein Blick in den Atlas, und sofort stechen einem Kuriosa ins Auge: Enklaven, Exklaven, schnurgerade oder verwinkelte Grenzen, geteilte Städte, gestrichelte Linien, die auf territoriale Streitigkeiten verweisen. Grenzen – gerade die bizarren – erzählen auch immer Geschichten; sie sind gewissermassen zu Linien geronnene Historie.


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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
25. Juli 2014, 22:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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