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Ägypten
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Ägypten
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Savo



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die kämpfe in suez scheinen tatsächlich sehr massiv zu sein. in mahalla soll es ebenfalls zu auseinandersetzungen gekommen sein. in suez sollen drei arbeiter umgekommen sein.

in kairo ist die stimmung zwar angespannt, aber durch die erneute besetzung des tahrir-platzes bekommt die aufstandsbewegung neuen schwung. hunderte zelte stehen auf dem platz, dutzende bühnen wurden rund um den platz aufgebaut. viele übernachten wieder auf dem platz, es wird lebhaft diskutiert, konzerte finden statt und überall wird intensiv diskutiert. es sind erstaunlich viele (schwer zu schätzen wie viele, vielleicht 10'000, vielleicht einige 10'000) leute noch zu später stunde unterwegs. der platz wurde von den aufständischen für den verkehr gesperrt und bei allen zugängen werden besucherInnen genau überprüft (pass zeigen, abtasten, gepäckkontrolle), um ein eindringen von bewaffneten gruppen zu verhindern. die blockade des administrativen zentrums der regierung (ein fetter betonklotz beim tahrir-platz) wurde heute durch die aufständischen aufgelöst. die regierungsmitarbeiter konnten die letzten tage nicht mehr zur arbeit, da alles dicht war.

mittlerweile ist es auch für ausländerInnen zumindest in kairo etwas einfacher geworden, sich an den "hotspots" zu bewegen (vor der platzbesetzung war dies nur bedingt möglich (anpöbeleien, bezichtigungen zur spionage, usw.). suez scheint hingegen eine no-go-area zu sein. das militär hat alle zufahrtsstrassen abgeriegelt und kontrolliert (teile?) des hafenareals, da die arbeiterInnen immer wieder versucht haben, den kanal dicht zu machen. es gibt zwar immer wieder leute, die sich nach suez durchkämpfen können, dies scheint aber immer öfters nicht mehr möglich zu sein. verschärfend kommt hinzu, dass gerade in den industriellen zentren die regierungspropaganda gegen ausländische journalisten, fotografen und politaktivisten wirkt und es so beispielsweise zu einer "inhaftierung" von us-journalisten durch arbeiterInnen kam, welche diese schlussendlich der polizei übergaben.

soviel für den moment aus ägypten - es läuft viel, es ist lebendig, das tahrir-commune-feeling ist zurück.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
14. Juli 2011, 01:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Danke für den Bericht, Savo!

In der Jungle World und in der WoZ ist je ein Bericht von Juliane Schumacher zu Ägypten erschienen:

Die Generäle sollen gehen

Zitat:
Straßenfest in Kairo, Straßenschlachten in Suez – während die Demonstranten in der ägyptischen Hauptstadt unbehelligt blieben, wurde in der Arbeiterstadt am Kanal gekämpft. Die Demokratiebewegung wendet sich nun offen gegen die Militärherrscher.


Die Schlaflosen vom Tahrirplatz geben noch lange nicht auf

Zitat:
Wie ist es, eine Revolution gemacht zu haben und dann in den Alltag zurückzukehren? Gibt es den noch? Zwei Geschichten von der Revolution in Ägypten und dem Leben danach.


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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
14. Juli 2011, 13:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Zitat:
Die Demokratiebewegung wendet sich nun offen gegen die Militärherrscher.


Für Jungle-Autoren scheint das immer schon eine ausgemachte Sache zu sein.

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Power to the Pöbel!
14. Juli 2011, 14:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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mann, das ist ne riesensause hier...! wieder zehntausende auf dem platz und die kämpfe in suez mobilisieren viele (sub-)prolls auf den platz. die tage werden die beiträge dann mal gehaltvoller...

EDIT: 100'000 um 2 uhr morgens...
14. Juli 2011, 19:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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übersicht zu den ereignissen von gestern ("tag der letzten warnung"):

http://english.ahram.org.eg/NewsContentP/1/16456/Egypt/Egypts-Friday-of-Final-Warning-a-blow-by-blow-upda.aspx

fotos: http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/16477/Egypt/Politics-/Photo-Gallery-Egypts-Tahrir-Sqaure-on-Final-Warnin.aspx


die informationen sind mit vorsicht zu geniessen. obwohl die stimmung mehrheitlich wirklich sehr, sehr schön ist, gibts immer wieder hässliche zwischenfälle. so wurden gestern morgen strassenhändler, die normalerweise tee, popcorn, früchte, usw. verkaufen daran gehindert, den tahrir-platz zu betreten, worauf es zu auseinandersetzungen kam. da spielt zu einem guten teil das unverständnis und die verachtende haltung vieler middle-class-demonstranten gegenüber den lumpenprolls eine rolle (welches dann auf andere teile der klasse überschwappt). und anstatt endlich mal die "thugs" und "pro-mubaraks" in die bewegung zu integrieren, indem deren ökonomische lage angeschaut und an einer realen perspektive gearbeitet wird, machen sich die twitterer lustig über deren geringe mobilisierungskraft...
bereits am 3. juli gabs clashes zwischen besetzerInnen und strassenhändlern (wobei diese damals wohl durch die regierungspropaganda zusätzlich angespornt wurden, um die besetzung zu verhindern): http://www.almasryalyoum.com/en/node/474224

hier wird über diese strassenhändler berichtet und aufgezeigt, wie deren ökonomische situation ausschaut und wie sie sich fühlen, wenn man sie ausschliesst: http://www.almasryalyoum.com/en/node/477423

schön war an den freitagsdemos die präsenz sehr vieler arbeiterInnen und suprolls. die arbeiterInnen von suez waren mit fahnen und transparenten präsent und an konzerten und demos wurden immer wieder solidarische parolen gerufen. mittags gab es es wohl ne solidemo vor der syrischen botschaft, nachmittags grössere demos zu verschiedenen themen und abends konzerte mit zehntausenden zuhörerInnen (unter anderem von ramy essam, auf den hier ja bereits verwiesen wurde). die teilnehmerInnenzahl blieb eher klein. schätzungsweise nahmen wohl um die 100'000 bis 200'000 personen an der kundgebung in kairo teil. nach aussagen von aufständischen, stehen mittlerweile viel mehr zelte auf und rund um den tahrir-platz. tausende übernachten vor ort (am wochenende) und gehen jeweils vom platz aus wieder in die industriestädte raus arbeiten.

video der heutigen demo (inkl. übersetzung der parolen) in suez: http://www.almasryalyoum.com/en/node/477104
http://www.almasryalyoum.com/en/node/474824


zur zeit befinden sich rund ein dutzend personen im hungerstreik in kairo. in suez und anderen städten sollen ebenfalls leute in hungerstreik getreten sein. als wäre das nicht schon tragisch genug, unterstütz der militärrat diese verzweiflungshandlungen, indem er die hungernden zum "dialog" einlädt. auf dieses angebot gingen bis jetzt jedoch keine personen ein, soweit ich weiss.

die stimmung gegenüber ausländerInnen scheint nicht schlechter zu sein als in den monaten zuvor. im gegenteil: arbeiterInnen laden zum tee oder zur diskussion in ihrem zelt und erzählen offen was sie beschäftigt und wie ihre situation ausschaut. probleme haben unterstützerInnen vor allem in den industriestädten wie suez, port said, mahalla, sadat city, usw. - da gibt es teilweise (!) berichte von attackierten journalisten und ausländerInnen. auf dem tahrir-platz kriegen nur die (vermeintlichen) journis vom staatsfernsehen was ab. und die sind halt einfach auch selbst schuld.

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16. Juli 2011, 03:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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In Egypt, fighting for a $50-a-month factory job
http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/0/16583/Egypt//In-Egypt,-fighting-for-a-amonth-factory-job.aspx
17. Juli 2011, 04:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Unleashed by the old regime, xenophobia persists

http://www.almasryalyoum.com/en/node/478280
18. Juli 2011, 13:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Übersicht über die Revolten des „Arabischen Frühlings“

http://www.trend.infopartisan.net/trd7811/t337811.html

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19. Juli 2011, 03:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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http://weekly.ahram.org.eg/2011/1056/focus.htm

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19. Juli 2011, 21:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der Finger des Generals

Zitat:
Die ägyptische Regierung hat der Demokratiebewegung Zugeständnisse gemacht, doch viele Protestierende befürchten nun härtere Repressionen.


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21. Juli 2011, 15:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Aus der letzten Wildcat:

Die soziale Bewegung in Ägypten dauert an

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21. Juli 2011, 15:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://alkoshari.wordpress.com/2011/07/12/waffenflut-am-nil/

Zitat:
Das Kaffehaus von Ahmed Gamal* sieht aus wie die meisten der mehr als 30 000 anderen in Kairo auch. Einfache Betonwände, klapprige Plastikstühle, an den Wänden Koranverse. Ältere Herren in traditionellen Dschalabia-Gewändern spielen Backgammon, das süsse Aroma der Wasserpfeifen mischt sich mit dem Duft von frischem Hibiskustee. Zwei müde Ventilatoren kämpfen gegen die Hitze an. Dass in einem Abstellraum hinter der Küche Kalaschnikows, Schrotflinten und jede Menge Faustfeuerwaffen lagern, man würde es nicht vermuten.

21. Juli 2011, 15:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Tahrir teeters between chaotic harmony and need for consensus

http://www.almasryalyoum.com/en/node/479439

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22. Juli 2011, 18:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Egypt and Tunisia: two economies in the same boat

http://english.ahram.org.eg/~/NewsContent/3/12/17068/Business/Economy/Egypt-and-Tunisia-two-economies-in-the-same-boat.aspx


In Egypt's iconic Tahrir: who's running the show and when will it end?

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/16944/Egypt/Politics-/In-Egypts-iconic-Tahrir-whos-running-the-show-and-.aspx

zur (historischen) aufarbeitung des aufstandes:
Zitat:
On any given evening Cairo's Tahrir Square creaks under the weight of its own recent history: trinket-sellers flog martyrs' pendants, veterans of the uprising hold up spent police bullets recovered from the ground, and an ad hoc street cinema screens YouTube compilations of demonstrators and security forces clashing under clouds of teargas. This is collective memory by the people, for the people – with no state functionaries around to curate what is remembered or forgotten.


http://www.arabist.net/blog/2011/7/15/the-history-of-egypts-revolution.html

http://www.guardian.co.uk/world/2011/jul/15/struggle-to-document-egypt-revolution

teilweise bereits hier verlinkt worden, trotzdem nochmal zur uebersicht:

http://www.tahrirdocuments.org/ Provides scans of dozens of printed leaflets that were circulated in the streets during the anti-Mubarak uprising, from religious tracts to lists of political demands.

http://www.r-shief.org/ An ambitious data-mining project that draws content from Twitter and hundreds of other websites documenting the Arab spring, and provides tool and visualisations to help analyse it.

http://www.aucegypt.edu/OnTheSquare/Pages/ots.aspx A collection of revolutionary stories and memorabilia shared by the staff, students and alumni of the American University in Cairo.

http://25leaks.com/ The definitive home of documents seized by protesters from state security headquarters in the aftermath of Mubarak being ousted. The site's creators have remained anonymous for their own safety.

http://modernegypt.bibalex.org/collections/home/default.aspx An initiative in Arabic by the vast Bibliotheca Alexandrina on the Mediterranean coast that seeks to collate material on the revolution from across Egypt, including the stories of martyrs.

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22. Juli 2011, 18:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In Aegypten kommt die Armee immer mehr unter Beschuss. Gestern gab es Ausschreitungen in Kairo zwischen Demonstranten, die vor dem Verteidigungsministerium protestieren wollten und - vermutlich angeheuerten - "Thugs":

143 hurt at clashes in Cairo, two activists reportedly kidnapped

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24. Juli 2011, 16:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Hier noch ein weiterer Bericht zu den Geschehnissen in Kairo:

Fast 300 Verletzte bei Zusammenstößen in Kairo

In Suez wurden Demonstranten ebenfalls von "Thugs" angegriffen:

Suez protesters end sit-in after attack by thugs

Am letzten Freitag ebenfalls Attacken auf eine Demo in Alexandria:

Health Ministry: Two wounded in Alexandria Friday violence

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24. Juli 2011, 16:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Civil aviation workers prepare for mass protests on Monday

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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
24. Juli 2011, 17:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Aus der letzten Wildcat:

Die soziale Bewegung in Ägypten dauert an


Zitat:
Seit der Revolte haben Kämpfe im Öffentlichen Dienst noch zugenommen, von Polizei und Verwaltungsangestellten über staatlich bezahlte Imame bis zu den Heiratsregistrierern.


Als ob diese Gestalten (insb. die Polizei) Teil der Arbeiterklasse wären. Habe in der Wildcat noch nie so einen Schwachsinn gelesen.

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24. Juli 2011, 20:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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ich denke mal, dass man sehr wohl auch bei der polizei nicht einfach von nicht-proletariat sprechen kann. gibt's doch neben den strassen-, schläger- und faschobullen auch noch einige mehr, welche nur administrative arbeiten machen, oder zumindest nicht direkt die repression des staates repräsentieren - e.g. parkbussenverteiler_innen, flughafen-'polizei', und schliesslich all die bürogummis.
dabei denke ich auch, dass es stark drauf ankommt, wie sich ein arbeitskampf bei polizisten zeigt. schliesst sich eine bullenbelegschaft einem laufenden kampf an, kann dies ja wohl nicht schaden. so als klares bekenntnis: "nein, wir werden nicht auf euch schiessen!"
24. Juli 2011, 21:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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ja, die ägyptische polizei ist ja v.a. dafür bekannt lediglich den chaotischen verkehr im zentrum von kairo zu regeln oder höchstens mal ein paar strafzettel an falschparkende taxifahrer zu verteilen...
aus instrumentellen gründen hätte ich im übrigen nicht das geringste dagegen einzuwenden, wenn die armee so eine "demonstration" von bullen mit panzern plattmachen würde.

einer von den "guten":



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24. Juli 2011, 21:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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ich glaube die bestechlichkeit der bullen in den meisten teilen der welt spricht dafür, dass sie eigentlich alle nur arme leute sind, die sich als job gegen alle andern stellen sollen. genauso wie es auch zu begrüssen ist, dass in zeiten des aufstandes und der revolution sich teile der armee der macht der zentralen befehlsgeber entziehen und sich dem protest anschliessen, ist es doch auch schön zu hören, dass es auch polizisten gibt, welche sich ihrer position in dieser gesellschaft bewusst werden. jedoch hab ich keine ahnung um was es bei der bullendemo in ägypten genau geht und ich weiss jetzt dementsprechend nicht, ob ich grad nur bruch rausgelassen hab. scheiss wochenende

p.s. hab ich 'gut' gesagt?
24. Juli 2011, 21:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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negazione: deine ausschlusskriterien müsstest du dann doch noch etwas aus-, bzw. meines erachtens umformulieren. es ist doch ne relativ simple feststellung der wildcats, dass da kämpfe im öffentlichen dienst stattfinden und dass das etwas neues ist und zunimmt. nun ginge es doch darum, sich anzuschauen, wie einerseits deren zusammensetzung ausschaut und andererseits was deren forderungen sind. solche prozesse gilt es m.e. zu beobachten und in einen grösseren kontext zu stellen. das gelingt der wildcat zumindest im bezug auf ägypten nicht schlecht, wie ich finde.


BTW: hier ein video zur demo von vorgestern in kairo und den anschliessenden zusammenstössen:
http://www.almasryalyoum.com/en/node/480019

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25. Juli 2011, 20:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



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Savo hat Folgendes geschrieben:

http://www.almasryalyoum.com/en/node/480019

Kommst du da draus?
irgendwie gibt es da nicht nur Riots mit der Polizei, oder?

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25. Juli 2011, 21:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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EDIT: die ausführungen sind grob zusammengestiefelt und noch sehr oberflächlich und bruchstückhaft, hoffe du hast trotzdem was davon ;-) mehr dazu ist im aktuellen wildcat-artikel zu ägypten zu lesen und auch in den wildcats der letzten jahre (zumindest seit 2006/2008) gibts ein paar informative artikel dazu. ansonsten kannst du dir die englischen links in diesem thread reinziehen. irgendwann kommt dan wohl auch was ausführlicheres in deutscher sprache dazu.

behemoth: in ägypten läuft das aktuell etwa so ab:

es gibt ne demo oder ein sit-in, die armee fährt auf, teilweise bezahlte (von der ehemaligen regierungspartei NDP und anderen interessengruppen), teilweise freiwillige schläger aus dem subproletariat (nach marx in etwa "lumpenproletariat) und/oder dem informellen sektor (strassenhändler; leute in informellen arbeitsverhältnissen, sprich ohne feste verträge; oftmals leute aus dem tourismus-sektor, schuhputzer, träger; prolls die einfach den ganz alltäglichen dreck erledigen, für den gerade jemand stunden-, tage- oder wochenweise gebraucht wird) und ehemalige oder zivile bullen/schnüffler greifen die demo oder das sit-in an und sobald die lage dann eskaliert, interveniert das militär und ballert auf die leute oder in die luft. ein bisschen strategie-der-spannung-style, bzw. die moderne form davon.

irgendwo im thread habe ich, soweit ich weiss, mal was dazu geschrieben. diese sogenannten "thugs" ("kriminelle"/"schläger"/"abschaum"), so werden diese angreifer von vielen hier betitelt, befinden sich in ner miserablen lage: mit dem einbruch der wirtschaft, bzw. vor allem mit dem einbruch im informellen sektor, hat sich deren lage verschärft. durch die propaganda der regierung und verschiedener parteien aufgeheizt, mit überdurchschnittlich hohen (versprochenen) löhnen hörig bezahlt und durch die gegenpropganda der mittelklass-protestler (diese bezeichnen die leute wie beschrieben als abschaum, durchgedrehte schläger, usw. und werfen ihnen vor, den aufstand in ein schlechtes bild zu rücken, weil sie "abfall auf die besetzten plätze oder in die stadt bringen" und "dreckig ausschaun in ihren lumpenkleidern"...) beleidigt und verleumdet, konnte sich eine gesellschaftliche gruppe bilden, welche auf der seite der oder für die armee riots anzettelt, religiöse clashes provoziert, usw. (kirchen anzünden, usw.). diese leute sind nicht einfach nur "gegen den aufstand", sondern sehen in diesem oft gar keine reale perspektive für sich selbst. natürlich ist das eine marginale gruppe, aber sie ist nicht klein und sie zeigt, dass da noch viel zu tun ist. schafft es die aufstandsbewegung nicht, wie von einigen nachbarschaftskomitees und anderen initiiert, diese fraktion der arbeiterInnenklasse zu involvieren und kollektiv an einer unmittelbaren verbesserung der lebensverhältnisse und einer längerfristigen perspektive zu arbeiten und so die systematische manipulation durch die armee und die alten partei-strukturen zu untergraben, wird sich die situation zunehmend verschärfen. sobald aber die leute aus dem sehr grossen informellen sektor, die subprolls usw. (das sind je nach begriff zwischen 20 bis 60% der bevölkerung!) im aufstand ne perspektive sehen, ihre materiellen bedürfnisse stillen zu können, wird der aufstand eine nicht einschätzbare neue dynamik erhalten...

versuche der integration und fokussierung auf soz. fragen (nicht demokratisch-bürgerliche...) gibt es, aber sind noch eher marginal. dazu zählen nachbarschaftshilfen, mittagstische, gemeinsame kämpfe mit obdachlosen, strassenhändlern, usw.

ich habe keine ahnung, wie sich das entwicklen wird, ich wage keine prognose, bin aber bezüglich der vielen konflikte und auseinandersetzungen nicht unbedingt optimistisch. vielleicht könnten die proletarisierungsprozesse bei den bauern (transformation zu landarbeiterInnen - das heisst lohnarbeitsverhältnis anstelle von subsistenzwirtschaft oder klassische produktion für den nationalen markt als kleiner oder mittlerer bauernbetrieb) durch systematische enteignung zu gunsten von multinationalen konzernen um den export von nahrungsmitteln anzukurbeln) was neues anreissen und strukturen bereitstellen, welche es möglich machen, die lebensmittelknappheit zumindest vorübergehend zu entschärfen. abgesehen davon ist die regierung bestrebt (war sie bereits unter mubarak), die informellen prolls zu kontrollieren, indem sie beispielsweise lizenzen für gewisse arbeiten ausstellten oder gebühren erhoben. durch diese gewissermassen als teilweise regulierung zu begreifenden massnahmen eröffnen sich auch neue möglichkeiten für eine kollektivität und so auch für neue kämpfe (gemeinsame interessen, strukturen werden angreifbar, wenn bspw. gebühren nicht bezahlt oder lizenzen in frage gestellt werden.

bis dahin fliessen aber vermutlich noch einige liter wasser den nil runter... oder morgen schon explodiert die lage und alles kommt anders - ich bin da mittlerweile vorsichtig geworden mit einschätzungen und prognosen. (zumindest) das haben mich die aufstände und kämpfe der letzten monate und jahre gelehrt... ;-)

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
26. Juli 2011, 01:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Behemoth



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Savo hat Folgendes geschrieben:
...

Danke
Krass...
War genau die Info, die ich gesucht hab...
Danke...

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"ihr aber werdet die soziale Frage wissenschaftlich lösen, d.h. mit euerm grossen Maule. Der brutalen Herrschaft gegenüber seid ihr fein, d.h. ihr seid selber mehr oder weniger Bourgeois. Nur weiter, ihr anständigen Leute, die soziale Frage aber wird brutal gelöst werden; der Racheruf der Unterdrückten wird brutal ertönen" - Der Communist, N°17, 1893
26. Juli 2011, 15:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Text über die 1977er-Food-Riots:

http://libcom.org/history/1977-egypts-bread-intifada

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27. Juli 2011, 02:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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in und um ismailia befinden sich tausende arbeiterInnen von über 80 fabriken im streik. heute gabs clashes zwischen 15'000 arbeiterInnen und der militärpolizei, da die streikenden die wichtige kairo-ismailia-port said-strasse blockierten. es gab rund drei dutzend verletzte arbeiterinnen und einige verletzte cops. 10 arbeiterInnen wurden verhaftet und werden bis jetzt festgehalten. die streikenden arbeiten mehrheitlich in der textil- und lederindustrie und fordern höhere löhne (inkl. mindestlöhnen von 1200 EGP, also rund 240$ was relativ viel ist bei durchschnittlichen löhnen von 70$ in den fabriken...), langzeit-arbeitsverträge und "die reduktion ausländischer arbeiterInnen". letztere forderung scheint leider nicht nur in ismailia populär zu sein, berichten die leute hier. weiss jemand etwas zu kollektiven kämpfen von arbeitsmigrantInnen und ägyptischen arbeiterInnen? ich gehe davon aus, dass es den arbeitsmigrantInnen praktisch nicht möglich ist, kämpfe anzuzetteln oder bei welchen mitzutun, da die sonst gleich wieder zurück nach bangladesh oder sonstwo deportiert werden... hoffentlich bekommen solche forderungen nicht oberhand, sonst wird das noch sehr hässlich, sollte sich ägypten tatsächlich zu einem zufluchtsort des kapitals entwickeln.

der artikel dazu: http://www.almasryalyoum.com/en/node/480621

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27. Juli 2011, 02:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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tahrir-school für strassenkinder:


27. Juli 2011, 15:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Bringing Tahrir to Upper Egypt

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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
27. Juli 2011, 18:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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http://libcom.org/library/anarchist-liberal-authoritarian-enlightenments-notes-arab-spring

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A slave is one who waits for someone to come and free him. - Ezra Pound
31. Juli 2011, 12:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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tahrir-platz wird in diesen minuten von den involvierten gruppen "freigegeben". camp wird zur mugamma verschoben. dies haben die knapp 30 organisationen gestern abend entschieden. unter anderem wohl deshalb, weil die besetzung immer weniger leute mobilisieren konnte und die islamisten mit fast 2 millionen teilnehmerInnen am letzten freitag vielen ziemlich eingefahren sind (meines erachtens eine kluge entscheidung, wenn auch zu spät und ohne gute alternative struktur die weiter funktionieren könne). zur zeit gibt es eine anti-tahrir-besetzungsdemo auf einem zentralen platz ca. 15min vom tahrir-platz entfernt. weiss noch nicht wer dahinter steckt, aber ich würde mal vorsichtig clashes prognostizieren. zumindest sind alle supernervös (noch mehr als schon in den vergangenen tagen) und hängen an den zugangsstrassen rum. kairo wird ungemütlich.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
31. Juli 2011, 12:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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armee, bullen und "thugs" haben den platz soeben - wie zu erwarten war - geräumt.

EDIT: keine "thugs", sondern kleinbürger der shops rund um den tahrir-platz haben mitgeholfen leute zu verprügeln, zelte zu zerstören und die protestierenden zu verhaften.

platz ist mittlerweile geräumt und alles material vernichtet, viele festnahmen, viele verprügelte leute.

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01. August 2011, 14:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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videos: http://egyptianspring.blogsport.de/2011/08/01/army-cleared-the-square/

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01. August 2011, 18:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Abseits der brutalen Räumung des Tahrir-Squares:
Workers start Ramadan with labor protests in key cities


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01. August 2011, 20:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ma kucken, ich bin etwas skeptisch:

Activists call for mass protest to denounce military attacks on protesters

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
07. August 2011, 02:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Ma kucken, ich bin etwas skeptisch:

Activists call for mass protest to denounce military attacks on protesters


Things are heating up: Sufis und Kopten wollen am Protest von nächstem Freitag teilnehmen und die Revolutionäre unterstützen (gegen Salafis und SCAF).

Egypt Sufis plan mass rally to counter Salafist and Wahhabi muscle flexing

Sufis and Copts prepare to rally for a civil state in Egypt

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07. August 2011, 21:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Im Ägyptischen Museum hat sich wie es scheint der Geheimdienst eingerichtet und auch gefoltert wurde dort. Von wegen Plünderer die Menschheitsschätze bedrohten.

http://www.20min.ch/news/dossier/tunesien/story/-gyptisches-Museum-wurde-zur-Folterkammer-21014128

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Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
08. August 2011, 00:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Artikel im Express:

Gestohlene Revolution?

Zitat:
Karin Zennig über Bewegung von unten gegen die Restauration des Regimes in Ägypten



International Socialism: The growing social soul of Egypt’s democratic revolution

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14. August 2011, 20:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Regierung versucht den streikenden ArbeiterInnen durch die Einführung eines Mindestlohns den Wind aus den Segeln zu nehmen:

'Egypt will not back down on a free market economy,' says finance minister

Zitat:
In a meeting called by Egypt's ruling military, the finance minister indicated the government's intention to impose a minimum wage, despite protest by business leaders


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17. August 2011, 14:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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streik der bahnarbeiterInnen legt nil-delta lahm:
http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/19105/Egypt/Politics-/Railway-strike-halts-train-transportation-in-Egypt.aspx

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17. August 2011, 17:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Savo hat Folgendes geschrieben:
streik der bahnarbeiterInnen legt nil-delta lahm:
http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/19105/Egypt/Politics-/Railway-strike-halts-train-transportation-in-Egypt.aspx


In einigen Teilen Ägyptens seien sogar Gratis-Transporte (allerdings nur Wagen der dritten Klasse) organisiert worden. Ich mag diese BahnarbeiterInnen ;)

Nochmals zur Frage dieser Volkskomitees. Der folgende Artikel ist zwar auf Niederländisch und datiert vom 27. Mai 2011, aber vielleicht gibt er einen Eindruck davon, was diese Komitees denn konkret umfassten (ich sehe gerade, es gibt auch eine spanische und italienische Version):

De Volkscomite's in Egypte

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18. August 2011, 02:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Brüder im autoritären Geiste

Zitat:
In Ägypten haben sich Islamisten und dasMilitär gegen die säkulare Demokratiebewegung verbündet. Doch die Muslimbruderschaft ist weniger populär, als es scheint.


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18. August 2011, 14:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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ein blog eines - wie ich finde - sympathischen freelance-journalisten:
http://austingmackell.wordpress.com/

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
19. August 2011, 01:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der staatliche ägyptische Gewerkschaftsbund (ETUF) wurde auf Druck der ArbeiterInnen jetzt aufgelöst:

Egypt's rising labour movement wins significant government concessions

Zitat:
With the dissolution of the government's trade union federation, trade unionists and labour activists look set to reclaim Egypt's long expropriated trade union movement


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19. August 2011, 22:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Mittlerweile wurde die erste unabhängige Gewerkschaft der Tagelöhner gegründet. Was mir nicht ganz klar ist: vertritt diese Gewerkschaft jetzt ArbeierInnen aus dem informellen Sektor (Tagelöhner, ...)?

Egypt's daily wage workers form their own independent trade union

Und die Volkskomitees (siehe zwei verlinkte Artikel weiter oben) scheinen ziemlich aktiv zu sein:

Popular committees bring true spirit of democracy to the streets

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24. August 2011, 11:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Was sich Deutschland (und wohl auch andere Länder) von der ägyptischen Wirtschaft wünschen (von http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58126?PHPSESSID=69jenooph3pm334vqi1adavle0):

Zitat:
Herausforderung Liberalisierung 25.08.2011

KAIRO/BERLIN (Eigener Bericht) - Deutsche Unternehmerverbände drängen Ägypten zu einer weitreichenden Deregulierung seiner Wirtschaft zugunsten ausländischer Konzerne. Kairo müsse den ägyptischen Markt weiter öffnen und Subventionen, die armen Bevölkerungsschichten zugute kommen, zumindest "überprüfen", fordern die Bundesverbände der Deutschen Industrie (BDI) und des Groß- und Außenhandels (BGA). Auch Streiks seien einzudämmen, heißt es in Firmenkreisen; als Vorbild könnten deutsche Gewerkschafter "sozialpartnerschaftliches Verhalten" vermitteln. Der ägyptische Außenminister Mohammed Kamel Amr hat Mitte August seinem deutschen Amtskollegen bereits Wirtschaftsreformen zugesagt: "Beide Seiten sehen die Notwendigkeit, die Märkte weiter zu liberalisieren und Handelsbarrieren abzubauen", heißt es in einer gemeinsamen "Berliner Erklärung". Die deutschen Forderungen sind unter den in Ägypten herrschenden Militärs heftig umstritten: Während die Fraktion um den gestürzten Präsidenten Mubarak die Privatisierung vorantrieb, stehen ihr die heute an der Macht befindlichen Kreise skeptischer gegenüber.

Öffnung fortsetzen

Mit der Forderung, die unter Mubarak eingeleitete Deregulierung dürfe zumindest nicht rückgängig gemacht werden, hat sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schon vor einiger Zeit zu Wort gemeldet. "Die Schritte der wirtschaftlichen Öffnung, die Ägypten und Tunesien in den letzten Jahren ein solides Wirtschaftswachstum und hohe ausländische Direktinvestitionen beschert haben, dürfen nicht zurückgenommen werden", warnt der Verband.[1] Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bewertet Mubaraks Politik zurückhaltender ("in Teilbereichen durchaus erfolgreich") und verlangt eine weitere Deregulierung.[2] Ägypten stehe, heißt es beim BDI, vor der "Herausforderung Liberalisierung".[3] Unter den noch in Staatsbesitz befindlichen Branchen sieht der Verband vor allem im Energiebereich Handlungsbedarf: Die Subventionen für Benzin und Kochgas, die insbesondere armen Bevölkerungsschichten zugute kommen, verursachen ihm zufolge zu hohe Kosten. Trotz des Konjunkturrückgangs infolge des gesellschaftlichen Umbruchs schätzt der BDI Ägypten als Markt mit großem Potenzial ein. Bundesdeutschen Firmen eröffnen sich dem Verband zufolge Geschäftsfelder unter anderem in der Kraftwerks- und Energietechnik, in der Öl- und Gasindustrie, im Bau, bei der Verkehrsinfrastruktur und der Umwelttechnik.

Freihandelszone

Deregulierungsbedarf in Ägypten will auch der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) erkannt haben. Bei der gesamten nun anstehenden Transformation gelte es, Justiz, Parlamente, Parteien und auch Wirtschaftsverbände seitens deutscher Stellen "zu begleiten". Leisten soll dies ein "kooperativer Ansatz", getragen von deutschen Wirtschaftsverbänden, Bundesregierung, politischen Stiftungen und Organisationen der Entwicklungspolitik. Des Weiteren spricht sich BGA-Präsident Anton F. Börner für einen EU-"Masterplan" und für die Einrichtung einer Freihandelszone aus, die "zur Integration der Produktionsketten" beitragen soll - entsprechend den Standortvorteilen der einzelnen Staaten.[4] Von solchen Maßnahmen könne Kairo sich Auswirkungen weit über die ökonomische Sphäre hinaus erhoffen, lockt der BGA-Chef: "Das Gefühl, gebraucht zu werden und einen Platz in der arbeitsteiligen Weltwirtschaft zu haben, stärkt das Selbstwertgefühl und die Leistungsbereitschaft".[5]

Lernziel: Streikfrieden

Als Ansatzpunkt empfiehlt BGA-Präsident Börner den Bildungssektor, auf dem ganz Nordafrika sich die Bundesrepublik zum Vorbild nehmen könne: "Das deutsche duale System hat das Zeug zum Importschlager".[6] Der BDI schätzt Unternehmen, "die berufsbildende Komponenten in ihrem Angebotsportfolio haben", als in Nordafrika besonders chancenreich ein.[7] Der Ausbau des "Exportschlagers duales System", in dem bislang allein in Ägypten 2.000 Auszubildende Platz finden, gehört daher zu den konkreten Projekten der bundesdeutschen Wirtschaft. Sie stellt zudem 5.000 Arbeitsplätze in Aussicht und bietet in Kooperation mit den politischen Stiftungen der Parteien Workshops an, in denen Unternehmer und Gewerkschafter lernen sollen zu kooperieren. Angesichts der vielen Arbeitskämpfe in der Region hält Katrin Laskowski vom "Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft" dies für dringend geboten: Man müsse "den Menschen erst mal erklären, dass es auch einen Streikfrieden gibt", berichtete die Nordafrika-Referentin auf dem Deutsch-Arabischen Wirtschaftsforum in Berlin.[8]

Ein Markt mit mehr als 150 Millionen Menschen

Die Bundesregierung hat derweil eine Umwandlung der ägyptischen Schulden angekündigt. "Bis zu 240 Millionen Euro werden damit frei, um sie in gemeinsam vereinbarte Entwicklungsprojekte und Reform-Maßnahmen zu investieren", erklärte das Auswärtige Amt unlängst nach dem Besuch des ägyptischen Außenministers Mohammed Kamel Amr.[9] Des Weiteren hat die schwarz-gelbe Koalition Ägypten und Tunesien im Rahmen der sogenannten Transformationspartnerschaft für die kommenden zwei Jahre 100 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Das Auswärtige Amt verspricht sich davon "Zugang zu einem Markt mit mehr als 150 Millionen Menschen".[10] Ein internes Strategiepapier ("Der Umbruch in Ägypten und Tunesien. Vorbild für die arabische Welt - Chance für Europa") zählt diverse Türöffnerprojekte auf. So errichtet die Bundesregierung in Ägypten gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft zehn Ausbildungszentren und unterstützt kleine und mittlere Unternehmen finanziell. "Eine Gesetzgebung, die wirtschaftliche Aktivität fördert", soll mit Hilfe des Bundesjustizministeriums entstehen, während das Entwicklungsministerium die Beratung ägyptischer Parteien und Übergangsgremien durch politische Stiftungen mit 5,25 Millionen Euro subventioniert.[11]

Unterstützung der Marktwirtschaft

Die deutschen Forderungen sind in Ägypten höchst umstritten. Im April hatte der damalige Minister für Industrie und Außenhandel, Samir Youssef Ali El Sayyad, BDI-Chef Hans-Peter Keitel zu einem Gespräch empfangen und ihm eine Stärkung kleinerer und mittlerer Unternehmen sowie ein "transparenteres Investitionsklima" zugesichert. Daneben erleichterten die zuständigen Ministerien in Kairo die Ansiedlung von Industriebetrieben, vergaben eine größere Zahl an Importlizenzen und brachten verschiedene "Public Private Partnerships" auf den Weg. Auch ließen sie nach Protesten aus der Wirtschaft davon ab, eine Kapitalertragssteuer von zehn Prozent zu erheben. Mitte August kündigte Erdölminister Abdullah Ghorab überdies eine Überprüfung der Subventionen für Öl und Gas an. "Die Übergangsregierung Sharaf ist darum bemüht, ihre Unterstützung für ein marktwirtschaftliches System und die Entwicklung des privaten Sektors zu bestätigen", lobt die Deutsch-Arabische Industrie- und Handelskammer.[12]

"Genug mit der Privatisierung!"

Dennoch besteht unter den heute herrschenden Militärkreisen, die sich unter anderem deswegen gegen Mubarak und seine Parteigänger gewandt hatten, weil diese die Privatisierung immer stärker vorantrieben, Widerstand gegen die deutschen Forderungen fort. So lehnte Kairo einen in Aussicht gestellten IWF-Kredit ab, akzeptierte aber Gelder aus Saudi Arabien, Qatar und China, das inzwischen zweitgrößter Handelspartner des Landes hinter den USA und vor der Bundesrepublik ist. Die Regierung hält zumindest bis heute an Nahrungsmittel- und Brennstoffsubventionen für ärmere Bevölkerungsteile fest und reglementiert die Preise für Medikamente. Darüber hinaus hat sie das Privatisierungsprogramm gestoppt und eine Kommission zur Überprüfung aller unter Mubarak geschlossenen Verträge zur Abwicklung von Staatsbetrieben einberufen; man wolle möglichen Fällen von "Korruption" nachgehen, heißt es zur Begründung. Der stellvertretende Premierminister Ali El Selmy wird mit den Worten zitiert: "Genug mit der Privatisierung, gerade jetzt nach dem Ende des alten Regimes, das ein Vergnügen darin fand, den öffentlichen Sektor zu liquidieren, trotz seiner Bedeutung für die Unter- und Mittelschicht".[13]

[1] Ägypten und Tunesien nach der Revolution; www.dihk.de
[2] BDI-Agenda 18.April 2011; www.bdi.eu
[3] BDI-Präsident Keitel in Ägypten; Pressemitteilung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie vom 9. April 2011
[4] Nordafrika + Nahost: Aufgabe und Chance für die deutsche Wirtschaft; Pressestatement Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA)
[5], [6] Den Wandel in Nordafrika mitgestalten; Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.06.2011
[7] BDI-Agenda 18.April 2011; www.bdi.eu
[8] Deutsche Wirtschaft könnte Vorbild in Nordafrika sein; Der Tagesspiegel 22.05.2011
[9] Transformationspartnerschaft mit Ägypten; www.auswaertigesamt.de
[10], [11] Der Umbruch in Ägypten und Tunesien. Vorbild für die arabische Welt - Chance für Europa
[12] DAIHK-GTAI Newsletter 06/2011; www.ahkmena.com
[13] Govt abolishes Ministry of Investment and privatization program; www.almasryalyoum.com 15.08.2011


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26. August 2011, 12:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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streik bei der post:

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/20297/Egypt/Politics-/Postal-workers-strike-across-Egypt-for-pay-raise.aspx

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04. September 2011, 17:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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streik in der grössten textilfabrik ägyptens (in mahalla) steht bevor:
http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/20353/Egypt/Politics-/Textile-workers-to-go-on-strike-in-Egypts-largest-.aspx

mittlerweile ist der dritte prozess-tag durch. anwälte von opfern und des regimes haben sich dabei aufs maul gegeben:
http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/20330/Egypt/Politics-/Clashes-errupt-inside-Mubaraks-trial-courtroom-bet.aspx

die bruderschaft hat sich von den protesten am kommenden freitag distanziert. die proteste finden unter dem motto "tag der korrektur des pfades" statt:
http://www.almasryalyoum.com/en/node/492559

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05. September 2011, 20:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Erklärung des Verbunds der unabhängigen Gewerkschaften (EFITU) zur kommenden Streikwelle in Ägypten. Am 10. September werden die 22'000 TextilarbeiterInnen von Misr Spinning in Mahalla und hunderttausende LehrerInnen in sechs Provinzen in Streik treten. Die PostarbeiterInnen streiken schon seit letzter Woche. In den vergangenen Wochen haben zudem 5'000 ArbeiterInnen von Kabu textile mills in Alexandria, ArbeiterInnen in Kulturbetrieben, der Kairoer Metro und des Aviation Information Centers gestreikt. Mit Streiks drohen zehntausende ArbeiterInnen des öffentlichen Verkehrs und GesundheitsarbeiterInnen. Bei den Forderungen dreht es sich meistens um Erhöhung der Löhne, um Festanstellungen von TemporärarbeiterInnen oder um Absetzung von Managern. Die Forderung eines Mindestlohns von 1.500 Pfund (ca. 215 Franken, 7 Pfund = 1 Franken) wurde aufgestellt. Dies alles vor dem Hintergrund, dass Streiks und Demos in Ägypten zur Zeit gesetzlich verboten sind. Streikende kommen vor ein Militärgericht, ihnen drohen drakonische Strafen.

Egypt: Hundreds of thousands set to strike


Edit: Der regierende Militärrat sieht die andauernde Streikwelle gar nicht gerne. In einem Statement erklärt er, dass weitere Arbeitproteste nicht toleriert würden.

Zitat:
The Supreme Council of the Armed Forces said on Friday that it will not allow any more professional strikes or protests to be staged because of the negative impact they have on the national economy.

[...]

It said, first, that the Supreme Council fully understands the demands of some of the strikers and promised that the relevant state authorities will examine them in order to satisfy them at the appropriate time.

Secondly, it said honest Egyptian citizens should demonstrate a sense of responsibility towards their homeland by standing up to any irresponsible elements.

Finally, it said that the Supreme Council will not allow these illegitimate practices to continue due to the grave danger they pose to the country. These practices will be addressed and legal action taken to protect Egypt and its citizens.

http://www.almasryalyoum.com/en/node/323234



Edit 2: Diesen Freitag sollen auch das erste Mal seit der Räumung Massenproteste auf dem Tahrir-Platz stattfinden. Nachdem die Ultras von Al Ahly wüsten Strassenschlachten mit der Polizei hatten, wollen sie nun an den Proteste am Freitag teilnehmen. Das kann spannend werden ;)

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/20522/Egypt/Politics-/Sept-th-Friday-of-Anger-set-to-intensify-as-Egypts.aspx

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08. September 2011, 02:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Unter dem Motto "correct the path" demonstrieren auf dem Tahrir-Platz zehntausende Leute, und es werden ständig mehr. Neben den üblichen Verdächtigen (6. April Bewegung, etc.) sind auch die Ultras von Al-Ahly und Zamalek (die beiden grossen Vereine aus Kairo) dort und machen lautstark auf sich aufmerksam. Sie haben den grössten Banner auf dem Platz auf dem in etwa steht, dass die Ultras einen wichtigen Part bei der Revolution gespielt haben (Riots mit Bullen und Thugs) und als Lohn dafür jetzt noch mehr Repression ernten. Interessant ist auch, dass viele Kleinbauern ("peasants") den Weg auf den Platz gefunden habe und gegen die gewaltsame Vertreibung von ihrem Land demonstrieren. Gemäss einer Twitter-Nachricht planen sie ein Sit-In auf dem Platz.

Live-Ticker gibt es hier:

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/20709/Egypt/Politics-/Live-updates-Egypts-correct-the-path-Friday-protes.aspx

Twitter:

http://twitter.com/#!/search/tahrir

Edit: Suez mal wieder Avantgarde.

Zitat:
2:55pm Clashes erupted between protesters led by Suez football Ultras and the military police when protesters attempted to head towards the governorate's offices. They were prevented from doing so by the military police. Protesters then announced that they would seek an alternative route to the offices, but were again cut off by even more military police that joined to try and stop the protesters.

As violence erupted on both sides the protesters started to throw stones towards the policemen who used their sticks and batons to disperse the crowd. Activists in Suez told Ahram Online that one protester was arrested and that others are demanding his release. It is not known yet if he will be released


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09. September 2011, 14:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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zu gestern:

http://egyptianspring.blogsport.de/2011/09/10/99-die-botschaft/

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10. September 2011, 11:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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http://www.nybooks.com/articles/archives/2011/sep/29/arab-counterrevolution/?pagination=false

(via arabist.net)

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10. September 2011, 12:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Kacke:

Zitat:
Ausnahmezustand

Ägypten im Ausnahmezustand. Für eine Zusammenfassung der Ereignisse in Ägypten siehe Artikel in der taz, zu Israels Reaktion in der Süddeutschen, für ein Beispiel der Berichterstattung, wie sie die europäischen Medien und Agenturen dominiert die Zeit. Die EU, USA und die internationale Gemeinschaft hat das Militär nun offenbar hinter sich, wenn es gegen jede Art von weiteren Protesten und Streiks vorgeht.

Ereignisse vom Sonntag:

- Nach der Wiedereinsetzung des Ausnahmegesetzes hat eine Verhaftungswelle eingesetzt: 93 Personen wurden am Sonntag festgenommen, sie wurden von der wieder aktivierten Sicherheitspolizei Amn el-Dawla in ihren Häusern bzw. Arbeitsstellen verhaftet – das ist seit der Revolution nicht mehr geschehen! Die Regierung behauptet, sie seien am Angriff auf die Botschaft beteiligt und werden von Sondergerichten verurteilt werden. Aktivisten sagen, es handele sich um Protestierende, die auf dem Tahrirplatz waren.

- Derweil häufen sich Vorwürfe gegen das Militär, der Vorfall an der Botschaft sei von diesem initiiert. Augenzeugen berichten, die vier jungen Männer, die zuerst in die Botschaft eindrangen, seien von Soldaten bis zur Tür der Botschaft gebracht worden, diese haben dies später in Interviews bestätigt. Ein Salafiten-Führer der zunächst den Angriff auf die Botschaft guthieß, veröffentlichte Sonntag abend eine Nachricht: Hinter dem Angriff auf die Botschaft steckt das Militär. Wir müssen uns auf eine baldige Konfrontation einstellen.

- Innenminister Essawy verteidigt die neuen harten Regeln: Jeder der versuche eine Polizeistation oder ein offizielles Gebäude angreife auf den werde direkt geschossen, schießen die Polizisten nicht, werden sie hart bestraft. Das Notstandsgesetz werde insbesondere gegen Drogen- und Waffenhändler, thugs („Verbrecher“, häufig für Protestierende verwendete Beschuldigung) sowie Streikende (!) angewandt.

- Al-Jazeera Ägypten ist weiter dicht. Die Regierung hat heute 16 internationale Fernsehstationen angegriffen, Sendegeräte beschlagnahmt und Mitarbeiter verhaftet. Mehreren bekannten Fernsehmoderatoren wurde am Sonntag abend jeder weitere TV-Auftritt verboten.

- Der heute begonnene Prozess gegen die Verantwortlichen der „Camel battle“ ist vertagt. Live-Übertragung ab morgen verboten.

http://egyptianspring.blogsport.de/2011/09/11/ausnahmezustand/


Wird sich die Streikwelle dagegen durchsetzen können?

Edit: Am 30. September solls eine Gegendemo geben:

Radical youth groups call for anti-SCAF protest on 30 September

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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Wird sich die Streikwelle dagegen durchsetzen können?


Die ArbeiterInnen von Mahalla haben ihre Forderungen durchsetzen können. Der Militärrat (SCAF) ist eingeknickt und hat nachgegeben.

Textile Workers in Egypt Achieve a Significant Victory

Aber es zeichnen sich schon neue Auseinandersetzungen ab:

Wave of labour protests, strikes spread across Egypt

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
12. September 2011, 16:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Zitat:
Ereignisse vom Sonntag:

- Nach der Wiedereinsetzung des Ausnahmegesetzes hat eine Verhaftungswelle eingesetzt: 93 Personen wurden am Sonntag festgenommen, sie wurden von der wieder aktivierten Sicherheitspolizei Amn el-Dawla in ihren Häusern bzw. Arbeitsstellen verhaftet – das ist seit der Revolution nicht mehr geschehen! Die Regierung behauptet, sie seien am Angriff auf die Botschaft beteiligt und werden von Sondergerichten verurteilt werden. Aktivisten sagen, es handele sich um Protestierende, die auf dem Tahrirplatz waren.

- Derweil häufen sich Vorwürfe gegen das Militär, der Vorfall an der Botschaft sei von diesem initiiert. Augenzeugen berichten, die vier jungen Männer, die zuerst in die Botschaft eindrangen, seien von Soldaten bis zur Tür der Botschaft gebracht worden, diese haben dies später in Interviews bestätigt. Ein Salafiten-Führer der zunächst den Angriff auf die Botschaft guthieß, veröffentlichte Sonntag abend eine Nachricht: Hinter dem Angriff auf die Botschaft steckt das Militär. Wir müssen uns auf eine baldige Konfrontation einstellen.

- Innenminister Essawy verteidigt die neuen harten Regeln: Jeder der versuche eine Polizeistation oder ein offizielles Gebäude angreife auf den werde direkt geschossen, schießen die Polizisten nicht, werden sie hart bestraft. Das Notstandsgesetz werde insbesondere gegen Drogen- und Waffenhändler, thugs („Verbrecher“, häufig für Protestierende verwendete Beschuldigung) sowie Streikende (!) angewandt.

- Al-Jazeera Ägypten ist weiter dicht. Die Regierung hat heute 16 internationale Fernsehstationen angegriffen, Sendegeräte beschlagnahmt und Mitarbeiter verhaftet. Mehreren bekannten Fernsehmoderatoren wurde am Sonntag abend jeder weitere TV-Auftritt verboten.

- Der heute begonnene Prozess gegen die Verantwortlichen der „Camel battle“ ist vertagt. Live-Übertragung ab morgen verboten.


http://egyptianspring.blogsport.de/2011/09/11/ausnahmezustand/

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
12. September 2011, 19:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Artikel zur Streikwelle, die neben dem Scheiss mit der israelischen Botschaft noch immer läuft und eine tiefe Desillusionierung über den Verlauf der Zeit nach der Revolution zeigt.

Unfulfilled economic and political demands keep Egypt’s laborers furious

Zitat:
Yet the recent resurgence of widespread strikes, analysts say, reflect a deep disillusionment with the democratic transition process, with workers feeling more and more that improving their economic and political conditions were but hollow promises from the revolution.

[...]

Egyptian laborers’ grievances are countless, and the fruits of the 18-day revolution that raised the slogans of freedom and social justice are yet to be reaped.

[...]

"Workers are tired of empty promises. Workers gave the authorities seven months to address these common grievances and have seen little to nothing in terms of actual reforms. We are reaching boiling point.”


Die Hoffnung bleibt, dass sich diese Bewegung gegen den nationalistischen Bruch durchsetzt.

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16. September 2011, 01:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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LehrerInnenstreik in Ägypten

Der erste gesamtägyptische LehrerInnenstreik seit 60 Jahren!

An der Kairoer American University haben ArbeiterInnen gemeinsam mit Studierenden erfolgreich gestreikt
Zitat:
The agreement provides better salaries and employment conditions for workers, more transparency on processes and procedures affecting the AUC community, and more opportunities to engage students in the University’s annual budget process.


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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
20. September 2011, 12:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die zweite Welle der Revolution: Arbeitskämpfe.

Amid uncertainty, labor uprisings reignite revolution

Zitat:
Labor strikes have swept the country’s governorates over the past two weeks as hundreds of thousands of public workers and professionals have protested low pay, shoddy public services and unfulfilled government promises for better conditions. But unlike most previous labor efforts, these strikes are marked by both high participation and a developing nationwide coordination.


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29. September 2011, 01:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Armut in Ägypten wächst auf dem Land am stärksten:

Rural Egyptians suffer most from increasing poverty

Morgen wird eine Grossdemo auf dem Tahrir-Platz erwartet:

Activists expect big turnout for anti-military protest in Tahrir

Revolutionaries, ruling council to face off in Friday protests

Edit: Stark! BusarbeiterInnen verwerfen das Verhandlungsresultat ihrer Delegation und streiken weiter:

Cairo public transport strike back on after workers reject deal

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30. September 2011, 01:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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WSWS: Unabhängige Gewerkschaften wollen Massenstreiks und Proteste beenden

Zitat:
Der Versuch, die Streiks abzubrechen, zeigt klar den Klassencharakter der so genannten unabhängigen Gewerkschaften. Sie stehen den Interessen der Arbeiter zutiefst feindlich gegenüber und arbeiten Hand in Hand mit der Militärjunta, um die Arbeiterklasse zu unterdrücken und die kapitalistische Herrschaft in Ägypten zu stabilisieren. Genau das ist der Grund, warum die unabhängigen Gewerkschaften vom US-Außenministerium und den Außenministerien anderer westlicher Länder unterstützt werden. Das Center for Trade Union and Workers Services (CTUWS), das wichtigste am Aufbau unabhängiger Gewerkschaften beteiligte NGO, erhält angeblich Mittel vom Europäischen Gewerkschaftsbund und vom amerikanischen Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO.


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01. Oktober 2011, 03:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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BusfahrerInnen aus Kairo drohen damit, Fahrgäste gratis mitreisen zu lassen, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden:

Public transport drivers threaten to operate buses for free

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03. Oktober 2011, 23:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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http://www.welt.de/politik/ausland/article13650774/Viele-Tote-bei-heftigen-Kopten-Protesten-in-Kairo.html

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09. Oktober 2011, 22:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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So wurden die Ereignisse von "Nile-TV" wiedergegeben...

http://desmond.yfrog.com/Himg615/scaled.php?tn=0&server=615&filename=23pbh.jpg&xsize=640&ysize=640

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10. Oktober 2011, 01:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Und so in de TAZ:

http://www.taz.de/Kommentar-Gewalt-gegen-Kopten-in-gypten/!79682/

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
10. Oktober 2011, 18:39 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Sogar sf.tv hats verstanden: http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/10/10/International/Revolution-in-Tunesien-und-Aegypten/Krawalle-in-Kairo-sind-nicht-religioes-sondern-politisch?WT.zugang=front_na1

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10. Oktober 2011, 20:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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O.B.M.F hat Folgendes geschrieben:
Sogar sf.tv hats verstanden: http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/10/10/International/Revolution-in-Tunesien-und-Aegypten/Krawalle-in-Kairo-sind-nicht-religioes-sondern-politisch?WT.zugang=front_na1


zumindest bei der comic-auswahl haben sie aber daneben gegriffen...

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10. Oktober 2011, 20:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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http://egyptianspring.blogsport.de/2011/10/09/militaer-greift-kopten-an-chaos-tote/

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10. Oktober 2011, 21:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Ein längerer! Hintergrundartikel zu Ägypten von Juliane Schumacher
in "Luxemburg – Gesellschaftsanalyse und linke Praxis", die
Zeitschrift der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Hier


UND: Die Wildcat meldet sich in der ak zu Ägypten

Die wildcat, deren neuste Ausgabe in diesen Tagen erscheint (erhaltet ihr beim linken Buchhändler eures Vertrauens oder im Abo), wurde vom ak angefragt, ob sie etwas aus iher Sicht im ak schreiben würden. Das Ergebnis hebt sich wohltuend vom vorherrschenden linken Diskurs ab.
Auch wenn manches, z.B. dass die Jungendbewegungen sich nach dem Sturz Mubaraks gegen die Streiks der Arbeiterklasse postioniert haben, bei uns anders angekommen ist (s. die gemeinsamen Kämpfe in Suez im Sommer). Bei aller grundsätzlicher Kritik am Ökonomismus der wildcat hoffen wir, dass die Thesen der GenossInnen zu einer Vitalisierung der innerlinken Diskussion beitragen.
Den Text aus dem ak, auf den sich wildcat bezieht, hängen wir hinten dran. rg




Die Anfrage der ak-Redaktion, uns in dieser Zeitung an einer Debatte um die Bedeutung der Aufstände in Nordafrika anhand des Artikels von Pedram Shahyar aus ak 562 zu beteiligen, haben wir mit einigem Zögern angenommen. Wie so oft bei Texten der „radikalen Linken“, die sich an der Schnittstelle zwischen Straßenmobilisierung und Parlament bewegen, stehen am Anfang zwar auch richtige Fragen – die Antworten scheinen auch nicht so ganz falsch zu sein, aber am Schluss werden dann ganz andere Inhalte vermittelt, als die Begriffe und der radikale Gestus des Autoren suggerierten. Das hängt u.a. mit der fehlenden Reflexion über die Verquickung von politischem Engagement und der eigenen Reproduktion zusammen. Zugespitzt gesagt: Eine ganze Generation der akademischen Linken hängt direkt oder indirekt am Tropf der Linkspartei, ohne das in ihren öffentlichen Äußerungen zu benennen. Auch der „Multiheimatler“ Shahyar (1) oszilliert zwischen Attac, der Bundestagsfraktion der Linkspartei und der „radikalen Linken“. Im Folgenden Ausführungen zur „realen Bewegung“ in Ägypten; ausführlicher in den Wildcats 89, 90 und 91.


In der ersten seiner fünf Thesen übersetzt Shahyar die in der Revolte populäre Parole „Brot, Freiheit und soziale Gerechtigkeit“ oder kurz: „Wir wollen leben! Wir wollen Essen!“ in die der „Einheit von sozialer Frage und Demokratie“. Auf den Demokratiediskurs werden wir an anderer Stelle nochmal ausführlich eingehen – jedenfalls rebellieren die Menschen in Nordafrika heute, anders als bei den Umbrüchen von 1989ff., nicht gegen die verknöcherte Bürokratie eines Staatskapitalismus, sondern gegen die Wirklichkeit eines globalen Wirtschaftsliberalismus mit seiner ausufernden Korruption und seiner Praxis, soziale Unruhen durch einen riesigen Repressionsapparat zu unterdrücken.

Zweitens: Der Kampf hat sich in Ägypten nicht erst auf dem Tahrirplatz entwickelt, und er findet auch nicht nur dort statt. Shahyars Fixierung auf die politische Ebene ignoriert soziale Prozesse und konkrete Kämpfe um „Gerechtigkeit“ und „Gleichheit“ in den Betrieben und Stadtvierteln. Diese erwähnt er nur abstrakt als Hintergrundrauschen der Revolte – in den Fokus stellt er als wichtigste handelnde Gruppe und Avantgarde das Milieu der prekären Gebildeten, ihre Erfahrung auf dem Platz, ihre zweiwöchige Konfrontation mit dem Staatsapparat.

Wie bekannt ging die Initialzündung zur offenen Herausforderung der Staatsmacht im Januar vom „Milieu“ der gebildeten Mittelschicht aus. Aber die Ausschließlichkeit der Perspektive von Shahyar blendet zwei wichtige Punkte aus: Kollektive Kämpfe und Kampfformen wurden nicht von den Mittelschichtsjugendlichen entwickelt, sondern von ArbeiterInnen. Erst durch die Bewegungen in den Betrieben mit ihren tausenden Streiks und Sit-Ins seit 2004 haben Teile der Bürgerrechtsbewegung und Parteienopposition angefangen, sich mit der sozialen Realität der ägyptischen Gesellschaft auseinanderzusetzen. Erst durch die öffentlichen Sit-Ins von entlassenen ArbeiterInnen Anfang 2010 in Kairo und anderen Städten, denen sich SlumbewohnerInnen und andere anschlossen, hat die Idee der Platzbesetzung ihre Form gefunden. Und erst die in Streiks gewonnene Erfahrung, dass „das System“ ökonomisch angreifbar ist, hat der Revolte den Schwung bis zum Sturz Mubaraks verliehen.

Ohne die gemeinsamen Kämpfe von Festangestellten, Befristeten und Arbeitslosen wäre „Gleichheit und Gerechtigkeit“ nicht zur vorherrschenden Parole geworden. Ohne ihre Wut über himmelschreiende Lohnunterschiede (offiziell 1:1000 zwischen Mindest- und Maximallohn!), Vetternwirtschaft und Perspektivlosigkeit wäre Mubarak nicht gestürzt. Und es waren die Armen und die SlumbewohnerInnen, die während der Revolte in Suez, Alexandria, Kairo, Port Said … die Polizei niedergekämpft haben – und die auch den größten Blutzoll leisten mussten.

Shahyar idealisiert die durchaus widersprüchlichen Prozesse der Revolte. Die Kommune vom Tahrirplatz bleibt eine überaus wichtige Erfahrung der jungen ägyptischen Generation. Sie ist aber in den Fraktionierungen und Konflikten seither brüchig geworden. Hesham Sallam stellt die Frage, warum unmittelbar vor der Revolte Streiks auch von prominenten Oppositionseliten als legitim und geradezu notwendig angesehen wurden, um berechtigte Interessen durchzusetzen (selbst wenn sie, wie der große Truckerstreik vom Dezember 2010, hunderte Millionen kosteten), während ab April genau dieselben Medien und dieselben Oppositionellen bis hin zur Revolutionary Youth Coalition gegen Streiks auftreten und sie als Kämpfe für Partikularinteressen denunzieren.

Die Antwort sieht er in einem tiefen, bis in Teile der Protestbewegung reichenden Elitenkonsens, die sozialen Verhältnisse zu zementieren. (2) Neben kulturellen und anderen gesellschaftlichen Brüchen ist es vor allem die tiefe soziale Spaltung, die zum Auseinanderdriften der Bewegung führt.

Deshalb ist es gefährlich, wenn Shahyar der akademischen Jugend eine Avantgarderolle zuweist. Wenn es innerhalb der bestehenden Machtstrukturen GewinnerInnen geben kann, werden sie aus genau diesem Milieu kommen. Seine Befürchtung, dass dieses Milieu „von einem neuen herrschenden Block isoliert und marginalisiert“ werden könnte, ist nur die halbe Wahrheit – sie wird für den Teil zutreffen, der im Laufe der Kämpfe freiwillig oder unfreiwillig seine alte soziale Position verloren hat. Die andere Hälfte der Wahrheit ist die Gefahr, dass aus den Akteuren neue Führungsschichten entstehen. Land wird an junge engagierte AgrartechnikerInnen vergeben, damit sie AgrarunternehmerInnen werden; die Computerbranche ist eine der wenigen, die ein bisschen floriert, usw.

In den Betrieben vermittelt das Erstarken der Gewerkschaften den Rückzug auf Partikularinteressen. Während Streiks, die nicht nur symbolisch die Produktion unterbrechen, polizeilich unterdrückt wurden, sind die Hoffnungen der unabhängigen GewerkschafterInnen auf Verbesserungen auf institutionellem Wege allesamt ins Leere gelaufen: Der geforderte Mindestlohn führt für viele tatsächlich zu einer Lohnsenkung und hat für die Mehrzahl der im informellen Sektor Arbeitenden sowieso keine Relevanz. (3) Die Begrenzung von Löhnen nach oben hat selbst nach Einschätzung der halbstaatlichen Al Ahram keine Folgen, da sie das Prämiensystem nicht berücksichtigt usw.

Mit der Auflösung des Unterbaus der alten Staatsgewerkschaftsföderation ETUF, die mit gefälschten Wahlen und Korruption begründet wurde, und dem Einfrieren ihres Vermögens beginnt nun der Streit unter Gewerkschaftsoppositionellen und VertreterInnen unabhängiger Gewerkschaften (was sich teilweise überschneidet), ob sie nicht doch das Erbe der alten Gewerkschaft übernehmen sollten. Die gemeinsame Vision, die sich in den Arbeiterkämpfen ausgedrückt hat, droht dem vereinzelten Alltagskampf zu weichen.

Es ist eine offene Frage, ob sich aus der aktuellen Streikwelle kurzfristig etwas anderes als die Vertretung von „Partikularinteressen“ entwickelt und sich gemeinsame Interessen verschiedener Beschäftigtengruppen (und nicht zuletzt der Mehrheit der im informellen Sektor Arbeitenden!) nicht nur in einem diffusen und positiven Bezug auf das Erbe Nassers manifestieren. Aber diese Kämpfe haben immer das Potenzial, die Fragen einer gesellschaftlichen Umwälzung gegen die Gewerkschaftslogik auf die Tagesordnung zu setzen. (4)

In Bezug auf die aus der Mittelschicht kommenden jugendlichen AktivistInnen machte der Sozialhistoriker Joel Beinin kürzlich bei einer Fahrt nach Suez die desillusionierende Erfahrung, dass „… die aus der Ära Mubaraks wohl bekannte Zusammenarbeit des Unternehmensmanagements mit Sicherheits- und Geheimdienstapparat … weiter an[dauert]. Neu ist, dass die Unterdrückung der Stimmen der Arbeiter und anderer ,dummer‘ Leute nicht mehr nur allein das Vorrecht ihrer Manager ist. Nun fühlt sich auch die ,Revolutionäre Jugend‘ berechtigt, zu bestimmen, wer mit wem sprechen und was gesagt werden darf.“ (5)

Die von Shahyar für die vermeintliche Avantgarde geforderte Aufgabe, die „marginalisierten Bevölkerungsschichten“ zu „empowern“, hat mehr als einen schalen Beigeschmack. Natürlich ist es wichtig, dass alle ihre erlernten Fähigkeiten in einen kollektiven Prozess einbringen; auch für die Entwicklung der Streikbewegung war es ein wichtiger Punkt, dass Einzelne aus der bürgerlichen Oppositionsbewegung ihre Kenntnisse und Fähigkeiten eingesetzt haben, um Kommunikationskanäle zu schaffen. Aber meint Shahyar das?

Seine Angst vor einer Marginalisierung des akademischen Protestmilieus ist nicht nur dem Machtapparat geschuldet, sondern auch und vor allem einer trägen konservativen Mehrheit, verkörpert durch die Muslimbrüder. Aber statt nach den Gründen für eine zunehmende Entfremdung zwischen „Milieu“ und Bevölkerung sowie den objektiven momentanen Grenzen der Revolte zu fragen, transportiert er nicht die Angst einer „Bewegungsavantgarde“, sondern einer selbst ernannten „Elite“. Empowern heißt dann vor allem, dass die sogenannten „Subalternen“ die durch NGOs und demokratische Staatsinstitutionen strukturierten Kanäle und Machtgefüge akzeptieren und für sich nutzen lernen sollen.

Ohne Analyse der sozialen Realität wird die hiesige Linke nach der ersten Euphorie von der Wirklichkeit ernüchtert werden. Der „Funken“ der Revolte wird nur dann auch unser gesellschaftliches Umfeld entzünden, wenn wir sie als Anregung nehmen, die eigenen sozialen Rollen zu hinterfragen – der Moment, in dem Leute sich bspw. nicht mehr als AngestellteR dieser oder jener Kategorie oder als Schicht definiert haben, sondern diese Kategorien hinfällig wurden.

Das müsste Fragestellungen aufwerfen wie: Akademische Bildung bedeutet nicht unbedingt geistige Emanzipation, davon untrennbar ist sie Berufsqualifikation zur „Führungskraft“; Individualismus bedeutet nicht nur Autonomie gegenüber einem Herrschaftssystem, sondern auch Zerstörung von Kollektivität im Arbeitsalltag. Wenn sich Gewerkschaftsfunktionäre und Parteiangestellte als radikale VorkämpferInnen für ein „anderes Leben“ aufführen, ohne die eigene soziale Rolle (als einfache Verwaltungsangestellte) zu kritisieren, sondern qua Amt als IdeengeberInnen und ProjektleiterInnen auftreten, dann ist nicht nur Vorsicht geboten, sondern eine rote Linie überschritten. Wenn wir wirklich denken, dass der Neoliberalismus am Ende ist – und wenn wir zu diesem Ende beitragen wollen – dann sollten wir auch endlich seine individualistische Ideologie von Freiheit als Netzwerk autonomer Individuen überwinden!

Wildcat Redaktion

* Widdad Dimirdach, Arbeiterin der Ghazl al-Mahalla, über die Usurpation des historischen Aufstands in Mahalla am 6. April 2008 durch die „Jugend des 6. April“. Zitiert nach le monde diplomatique, 12.8.11.

Anmerkungen:

1) Siehe das Interview „Ich bin ein Multiheimatler“ mit Pedram Shahyar in der taz vom 24.4.06

2) Hesham Sallam: Egypt: Striking Back At Egyptian Workers, erschienen auf www.jadaliyya.com am 23.6.11

3) Entsprechend der Entwicklung in Deutschland bewegt sich der geforderte Mindestlohn auf der Armutsschwelle: 1.500 Pfund als Familienlohn entsprechen etwa der UNO- Armutsdefinition von zwei Dollar pro Kopf und Tag; die vom Militärrat anvisierten ca.700 Pfund entsprechen der definierten Grenze von extremer Armut (1,25 US-Dollar pro Kopf und Tag). Zudem macht heute das oftmals extrem niedrige feste Grundgehalt nur einen Teil des Gesamtlohns aus; die Umsetzung der Mindestlöhne wird z.T. durch die Verrechnung des dann höheren Grundgehaltes mit Prämien erreicht, so dass in der Summe oft eine Lohnsenkung übrig bleibt.

4) Die Auseinandersetzung um die Aussetzung von Streiks durch die Unabhängigen Gewerkschaften macht die Ambivalenz der gewerkschaftlichen Organisierung deutlich. Siehe Johannes Stern: Unabhängige Gewerkschaften wollen Massenstreiks und Proteste beenden, Linke Zeitung, 2.10.11

5) Joel Beinin: Revolution And Repression On The Banks Of The Suez Canal, erschienen auf www.jadaliyya.com am 12.7.11

Der Text von Pedram Shahyar aus ak 562
Fünf Thesen über die neuen Protestbewegungen
Nachdem Linke in Europa in den letzten Monaten staunend auf die Revolten in den arabischen Ländern geblickt haben, springt der Funke nun nach Südeuropa über: In Spanien campieren Jugendliche auf den Plätzen, in Portugal haben Proteste gegen die Sparpolitik die Regierung zu Fall gebracht und in Griechenland versammelten sich 100.000 Menschen gegen Privatisierungen und soziale Einschnitte. Was lässt sich ein gutes halbes Jahr nach Beginn der Aufstände in Tunesien über den Charakter der neuen Bewegungen, ihre Beweggründe und Akteure sagen? Welche Fragen wirft das für die organisierte Linke auf? Der folgende Beitrag soll eine Diskussion über diese Fragen eröffnen.

Der Funke springt über! Die Revolte, die jahrzehntelang gefestigte Herrschaftsregime hinwegfegte, breitet sich fast in der Geschwindigkeit von Twitternachrichten in der arabischen Welt aus. Nun weitete sie sich überraschend mit ihren spezifischen Ausdrucksweisen und Formen auf den südeuropäischen Raum aus. Dabei galt der europäische Sozialstaat vielen AktivistInnen in arabischen Ländern als Modell. Weil ihre Revolte zum Vorbild für die Bewegung von Menschen in Europa geworden ist, reiben sich viele von ihnen nun verwundert die Augen.

Schon 2010 brachen in Europa Kämpfe aus. Auch in den USA erleben wir ein neues Aufflammen sozialer Auseinandersetzungen. Das Neue: Es gibt einen gemeinsamen Rahmen, eine gemeinsame Deutung, eine gemeinsame Identifikation dieser Proteste. Er gründet auf der Krise der kapitalistischen Globalisierung. Kaum zu überschätzen ist dabei, dass dieser neue Rahmen aus dem Orient kommt, aus den „Badlands“, dem Schlachtfeld des Bösen, das eigentlich als Kulisse für den „Kampf der Kulturen“ vorgesehen war.

1. Die Einheit von sozialer Frage und Demokratie. Diese Revolten lediglich als Demokratiebewegungen zu begreifen, greift zu kurz. Sie bewegen sich vielmehr in dem Wertedreieck von Freiheit (Autonomie), Gerechtigkeit (soziale Sicherheit) und Würde. In Tunesien, wo alles begann, ging es von Anfang an um einen sozialen Aufstand, eine Art Hungerrevolte. Die Baguettes in den Händen der Demonstrierenden waren ein deutliches Symbol: Das Soziale bestimmte den Rahmen der Bewegung.

Auch wenn in Ägypten die Revolte am Gedenktag für den ermordeten Blogger Khaled Said begann, war die soziale Frage von Anfang an bestimmend. Bereits an diesem 25. Januar skandierten AktivistInnen in den ärmeren Stadtteilen die Parolen „Brot für alle“ und „Mindestlohn“.

In Südeuropa ist die soziale Dimension direkt mit den globalen Strukturen des Kapitalismus verbunden, während in Arabien indirekte Folgen der Finanzkrise über Lebensmittelpreissteigerungen die Revolte ausgelöst haben. Dennoch sind es keine reinen ökonomischen Revolten im Sinne einer Gewerkschaftsbewegung. Die Revolten richteten sich direkt gegen die politische Ordnung, die das Elend produziert, und gegen ein politisches System, das die Verelendeten nicht repräsentiert. Die Revoltierenden überwinden ein Denken, das auf das Basis-Überbau-Modell zurückgeht. Aufgehoben wird dabei die Trennung zwischen der politischen und sozialen Ebene. Statt mit ökonomisch gedachten sozialen oder politisch gedachten demokratischen Erhebungen haben wir es mit Revolten für ein anderes Leben zu tun.

2. Den Bruch wieder denken und wollen. Die westliche Linke hatte nach dem gescheiterten revolutionären Voluntarismus der 1960er und 1970er Jahre zurecht begonnen, die Überwindung des Kapitalismus als Transformation zu denken, als längeren historischen Prozess. Das Ringen um Hegemonie, das Erkämpfen von Stellungen und Freiräumen gegen die Mächtigen und ihre Ordnung, molekulare Prozesse der Veränderung gerieten dabei in den Fokus.

Auch in der arabischen Welt fielen die Revolten nicht vom Himmel. Sie sind Ausdruck längerer Prozesse, in denen Erfahrungen aus gesellschaftlichen Kämpfen gesammelt wurden und aufgestaute Enttäuschung und Wut sich anhäuften. Die Ursachen, die diese Wut und den Widerstand dagegen erzeugt haben, werden nicht auf einen Schlag gelöst werden, sondern durch längere historische Prozesse überwunden, die von Fortschritten und Rückschritten gekennzeichnet sein werden.

Doch die Revolten in Tunesien und Ägypten zeigen uns die Momente des Bruchs. Prozesse verlaufen nicht linear. Sie stauen sich auf, wo Herrschaftssysteme sie nicht verarbeiten können. Diese Aufstauungen entladen sich in Ereignissen, die die Konstellation auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene abrupt verändern.

Das Ergebnis nach zwei Wochen Massenmilitanz in Ägypten war, dass danach nichts mehr so war wie vorher. Die Wahrnehmung und das Verhalten von Millionen Menschen änderten sich. Die Institutionen existierten zum Teil noch, allerdings ohne einen Ansatz ihrer früheren Macht und Wirkung. In westlichen Demokratien und in der relativ stabilen Bundesrepublik fallen Brüche nicht in diesen Formen aus. Gleichwohl war z.B. der „schwarze Donnerstag“ in Stuttgart, als die Polizei den Hofgarten zu räumen versuchte, ein Moment des Bruchs. Danach war vieles, vor allem für viele Leute, und der gesellschaftspolitische Rahmen in Stuttgart nicht mehr so wie am Vortag.

Solche Ereignisse als Momente des Bruchs sind nicht planbar – und vor allem nicht vorhersehbar. Man kann sie höchstens erahnen. Aber sie sind auch nie nur spontan. Der 25. Januar 2011 in Kairo wurde von einigen Hundert AktivistInnen vorbereitet, die bereits politische Erfahrung gesammelt hatten, sich gegenseitig vertrauten und eng verbunden waren. Sie dachten nicht daran, eine Revolution auszulösen, doch ohne sie als kritische Masse wäre die Entladung der aufgestauten Wut vielleicht schwächer und kontrollierbarer gewesen.

Ähnliches lässt sich auch in Stuttgart beobachten: Ohne die Entschlossenheit der Parkschützer-Schülerdemonstration am „schwarzen Donnerstag“ wäre die Räumung des Schlossparks nicht zu diesem Skandal geworden. Das Gelingen oder Nicht-Gelingen von Brüchen hängt mit der Stärke und dem Willen einer auf diese Brüche ausgerichteten kritischen Masse zusammen.

3. Das Avantgarde-Milieu. Die Revolten sind überall sozial und politisch sehr heterogen. Aber in den urbanen Metropolen, die die Zentren der politischen Auseinandersetzungen sind, sehen wir einen ähnlichen Typ von AktivistInnen: In Kairo, in Tunis, in Madrid und in Teheran ist es die gleiche urbane, gebildete junge Schicht, die schon 2006 in Frankreich gegen den „Ersteinstellungsvertrag“ CPE (Contrat première embauche), der den Kündigungsschutz für die unter 26-jährigen Lohnabhängigen de facto aushebelt, aufbegehrte und 2009 in Athen die Revolte versuchte. Es ist das urbane, gebildete Prekariat, das die Revolten für ein anderes Leben anführt.

Die Bildungsexpansion, die in westlichen Industriestaaten in den 1960er Jahren begann, zog mit ein bis zwei Dekaden Verspätung in viele Entwicklungsländer. Die große Minderheit von gebildeten urbanen Schichten kann vom globalen Kapitalismus nicht mehr integriert werden. Insbesondere durch die neuen Internetmedien finden sie kommunikativen Zugang zur globalen Welt, ihren Produkten und Möglichkeiten, die ihnen aber weitgehend verwehrt bleiben. Dieser Widerspruch geht auf die kommunikativen Potenziale des neuen Kapitalismus zurück und wird in Zeiten der Krise verstärkt. Die urbanen gebildeten Armen leiden, ohne verelendet zu sein – darin liegt ihr spezifisches Potenzial.

Diese Schichten sind es, die neue Formen der Koordination und Kommunikation kultivieren, bei denen die neuen sozialen Medien das Hauptgerüst darstellen. Kollektive Identitäten entstehen nicht mehr über unmittelbare gemeinsame Erfahrungen im Betrieb oder über räumliche Nähe, sie werden durch ausgesuchte und bewusste Kommunikation kreiert.

Sie sind die Avantgarde, aber mit Vortrupps alleine wurde noch nie eine Schlacht gewonnen, mit ihnen alleine werden gesellschaftliche Verhältnisse nicht umgeworfen. Diese bittere Erfahrung machte die grüne Bewegung im Iran, das Land mit der größten urbanen gebildeten armen Bevölkerung im Mittleren Osten. In Ägypten wiederum, und der Kampf um den Tahrir-Platz ist das Modell, konnte eine relativ kleine Schicht gigantische Mengen von Subalternen in Bewegung setzten.

4. Die neue Form: Das Forum als Repertoire des Kampfes. Die gemeinsame Sprache der neuen, sich global ausbreitenden Bewegungen war die Besetzung zentraler städtischer Plätze. Die Revolten sind natürlich nicht auf diese Form beschränkt. Die tunesische Revolution hatte andere Formen gewählt, in Ägypten war die Revolution mehr als der Tahrir-Platz. Heftige Kämpfe erschütterten den Suezkanal, überall im Lande brannten die Polizeistationen.

Doch der Tahrir-Platz symbolisiert einen inneren Mechanismus in der neuen Revolte. Hier wird das partizipatorische Ideal der Agora aus der antiken direkten Demokratie wieder sichtbar. Der Tahrir-Platz und die Puerta del Sol in Madrid stehen für die Revolte der direkten Demokratie gegen das Prinzip der Repräsentation. Sie sind erkämpfte offene Räume, in denen sich die Menschen versammeln, bilden und äußern können. In diesen offenen Räumen formen sich vorwiegend informelle Netzwerke, die sich entlang sozialen Vertrauens bilden. Das, was das Weltsozialforum vorleben wollte, ist zum Repertoire des Kampfes um die Gesellschaft geworden.

In der Ablehnung der Repräsentation liegt auch eine direkt ungehorsame Geste: Wir gehen nicht, sie sollen gehen! Parlamentarische Repräsentation ist immer mit Passivierung der Masse verknüpft. Die neue Revolte sucht eine Form, die politisch und operativ mit der passiven Logik des Repräsentiertwerdens bricht.

5. Offene Fragen. Revolten erschüttern das Alte, enthaupten langjährig repressive Strukturen. Sie sind aber auch immer von Messianismus begleitet. Der berechtigte Stolz, das schier Unmögliche bewerkstelligt zu haben, verleitet besonders neue politische Subjekte dazu, die Tiefenstruktur der Machtverhältnisse zu unterschätzen. Auch wenn wir bleiben, sie gehen nicht so schnell!

Der Übergang von einer destabilisierten alten Ordnung zu einem stabileren neuen System wird die große Herausforderung für die neue Revolte sein. Findet die Linke hierfür keine adäquaten Antworten, ist ein konservativer Backlash wahrscheinlich, da die Destabilisierung des Alten die materielle Verelendung zunächst verschlimmern kann, wie es gerade in Tunesien und Ägypten zu beobachten ist.

Gestaltungskraft im Chaos ist gefragt. Dabei stellen sich vorwiegend zwei zentrale Herausforderungen. Auf der politischen Ebene läuft die Avantgarde der Bewegung als begrenztes Milieu Gefahr, von einem neuen herrschenden Block isoliert und marginalisiert zu werden. Diese Gefahr droht akut in Ägypten und Tunesien. Hier ist die Linke gefragt, mit dem Avantgarde-Milieu politische und soziale Techniken zu finden, wie die Verbindungen zu anderen Schichten der Subalternen entwickelt werden können, um sie dauerhaft zu aktivieren und zu empowern.

Die Erfahrungen, die die AktivistInnen während und nach den Revolutionen in Stadtteilversammlungen und anderen Selbstverwaltungsorganen gemacht haben, sind Beispiele hierfür.

Auf der organisatorischen Ebene bringt die Ablehnung der Repräsentation das Problem mit sich, in den auf Repräsentation ausgelegten öffentlichen Prozessen an den Rand gedrängt zu werden. Denn auch wenn die Versammlungen auf den zentralen Plätzen der Städte (und Stadtteile) zurzeit noch weithin leuchten – bei Wahlen gewinnen überall die Konservativen. In Ägypten zum Beispiel werden bei den Wahlen im September aller Voraussicht nach die Muslimbrüder und das Großkapital einen überwältigenden Sieg erringen.

Pedram Shahyar, Kairo

http://www.akweb.de//

http://www.wildcat-www.de/

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10. November 2011, 12:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Slumbewohner aus Kairos Vorstadtcity 6th of October eignen sich Wohnraum an und besetzten
gleich zwei mal eine grosse Anzahl an leerstehenden Wohnungen. Am 25. Oktober waren es 1800! Wohnungen,
am Tag darauf nochmals 380.
Sie jagten die Wachen zum Teufel und brachten Handwerker mit, die sich um Wasser und Stromanschluss kümmerten.

1800 flats in 6th of October City stormed and occupied illegally

Squatters defy police, occupy another 360 flats in 6th of October City

Es geht was!

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17. November 2011, 01:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Sache ist noch lange nicht gegessen für die Herrschenden. Am Freitag 10'000e auf dem Tahrir-Platz, heute Ausschreitungen als die Bullen das Camp auflösten:

Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Polizei

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19. November 2011, 16:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Guardian Artikel zu den Protesten

Laut Reuters sollen 33 Menschen bei den Protesten ums leben gekommen sein

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21. November 2011, 14:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Hier noch ein Video der brutalen Szenen (es werden Tote rumgeschleift...) vom Egyptian Spring Blog.


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21. November 2011, 16:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Banlieusard



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Live vom Tahrir:


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“Der reissende Strom wird gewalttätig genannt, aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig!” (B. B.)
www.banlieue.blogsport.de
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Melnitz



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AJE Liveticker:

http://blogs.aljazeera.net/liveblog/Egypt

Hossam al Hamalawy sieht den Generalstreik kommen:



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21. November 2011, 17:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Heavy Bilder aus Kairo:

http://www.theatlantic.com/infocus/2011/11/deadly-new-clashes-in-egypts-tahrir-square/100192/



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21. November 2011, 18:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Ägyptisches Kabinett tritt zurück

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21. November 2011, 21:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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auf dem foto hat jede person im hintergrund einen schuss ins gesicht verdient.

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21. November 2011, 22:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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gas, gas, gas! http://www.guardian.co.uk/world/2011/nov/21/tahrir-square-us-teargas-used-egypt

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21. November 2011, 23:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Heute ein "Million-Man-March" in Ägypten (Kairo, Alexandria, Suez, etc.).

Ahram-Online-Ticker:

http://english.ahram.org.eg/NewsContentP/1/27243/Egypt/Egypt-Revolution-Relaunched-Live-updates-from-Tarh.aspx

Al-Jazeera Live Blog:

http://blogs.aljazeera.com/liveblog/Egypt

Tahrir-Twitter:

https://twitter.com/?lang=de&logged_out=1#!/search/%23tahrir

Alexandria-Twitter:

https://twitter.com/?lang=de&logged_out=1#!/search/%23alexandria

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22. November 2011, 15:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Al-Masry Al-Youm Livestream:

https://www.youtube.com/user/AlMasryAlYoum#p/l/-g4xoMpY8tY

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22. November 2011, 15:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Rolle der Frauen in den aktuellen Kämpfen:



Währenddessen die Kämpfe in Ägypten unvermittelt weitergehen. Al-Jazeera ist in Alexandria live dabei:

http://www.livestation.com/channels/3-al-jazeera-english-english

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23. November 2011, 22:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Mehr Pics vom Schlachtfeld Tahrir-Platz:



http://www.theatlantic.com/infocus/2011/11/scenes-from-egypts-unfinished-revolution/100194/

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23. November 2011, 22:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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Zitat:
“This is a revolution of the hungry!” declared Amr Ali Mohammed, a 23-year-old protester taking a break from the battle with the police.


http://www.nytimes.com/2011/11/24/world/middleeast/egypt-protesters-and-police-clash-for-fifth-day.html?_r=2&pagewanted=all

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24. November 2011, 19:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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http://mosireen.org/?p=385

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25. November 2011, 12:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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Beitrag DEMOCRACY Antworten mit Zitat
http://www.zenithonline.de/deutsch/gesellschaft//artikel/nervengas-gegen-aegyptische-zivilisten-002390/

Zitat:
Dr. Christine Rauber-Lüthy beschreibt das CR-Gas als potenter in seiner Reizwirkung als das CS-Gas. Allerdings habe es sonst eine sehr niedere Toxizität. CR-Gas muss nach der Chemiewaffenkonvention der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1993 der »Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons« in Den Haag gemeldet werden. Sein Einsatz ist gemäß der gleichen Konvention im Kriegsfall verboten. Dies gilt ebenfalls für CS- und CN-Gas. Jedoch dürfen alle diese Gase zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt werden. Diese Bestimmungen greifen im ägyptischen Fall nicht, da Ägypten, neben Angola, Nordkorea, Somalia und Syrien, die Konvention nicht unterschrieben hat.


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26. November 2011, 00:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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@negazione: CS-gas wird zumindest in der schweiz seit jahren eingesetzt. ich glaube nicht, dass sich um die un-gesetze irgendjemand sorgt...

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26. November 2011, 11:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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ArbeiterInnen in Suez haben sich geweigert, Tränengas-Lieferungen entgegen zu nehmen:

Suez port employees reveal 21-ton US tear gas order for interior ministry

Zitat:
Port workers in Suez refuse to receive initial seven ton shipment as the interior ministry looks to restock after firing tear gas at protesters in Egypt for six days last week


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29. November 2011, 03:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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@savo: mir ging es nicht um die un, sondern die tatsache, dass diese toxische scheiße für aufstandsbekämpfung legal und gleichzeitig im kriegseinsatz illegal ist.

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29. November 2011, 13:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Daeva zu den Wahlresultaten in Ägypten:

Notwendige Anmerkungen zur Wahl in Ägypten

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05. Dezember 2011, 04:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Interessanter offener Brief der "revolutionären Assoziation der TextilarbeiterInnen" an die Revolutionäre in Kairo, Alexandria und Suez: Sie schlagen die Gründung von revolutionären Volskräten (Popular Revolutionary Councils) auf den Plätzen vor.

http://menasolidaritynetwork.com/2011/12/02/egypt-textile-workers-call-for-revolutionary-democracy/

Zitat:
We propose to you the election of a Popular Revolutionary Council in the public squares because we support the revolution with all our strength, and as an association of workers in spinning and weaving which was formed after the revolution we will join in support and solidarity with all your democratic decisions through sit-ins, partial strikes and even a general strike because of our confidence in you.


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05. Dezember 2011, 05:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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http://www.jadaliyya.com/pages/index/3464/the-strike-wave-and-the-crisis-of-the-egyptian-sta

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12. Dezember 2011, 20:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Daeva mit einem weiteren Kommentar zu den Wahlen in Ägypten:

http://daeva.blogsport.eu/2011/12/15/ungereimtheiten1-wahlrunde-agypten/

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17. Dezember 2011, 02:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Gestern und heute gab es wieder zig Tote:

Das Militär vertreibt Protestierende der Occupy-Cabinet-Bewegung vom Tahrir Square, dabei
wurden Zelte angezündet und Sniper schossen von den Dächern auf die Menschen (während
sie von Zivicops unterstützt wurden, die massenhaft Steine von herab in die Menge schmissen).
Die Leute campten seit rund 3 Wochen vor dem Kabinett.

http://english.ahram.org.eg/NewsContentP/1/29545/Egypt/Breaking-VIDEO-Egyptian-security-forces-attack-on-.aspx

Videos von heute:



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17. Dezember 2011, 12:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
18. Dezember 2011, 23:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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19. Dezember 2011, 15:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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hier ein brutales Video, gedreht von Pierre Soufi, einem bekannten Intellektuellen, der am Tahrir-Platz wohnt
und die Bewegung seit Beginn weg unterstützt:



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20. Dezember 2011, 10:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Ein pessimistischer Artikel von Juliane Schumacher über die neuen Ereignisse:

http://www.neues-deutschland.de/artikel/213640.kairo-in-flammen.html

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20. Dezember 2011, 10:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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lazlo wanda hat Folgendes geschrieben:
Ein pessimistischer Artikel von Juliane Schumacher über die neuen Ereignisse:

http://www.neues-deutschland.de/artikel/213640.kairo-in-flammen.html


Aus dem Artikel:

Zitat:
Willkommen im neuen Ägypten. Ein Ägypten, in dem gerade die angeblich ersten freien Wahlen stattfinden - am Sonntagabend sollten die Ergebnisse der zweiten Runde bekannt gegeben werden. Es spielt wohl für den Fortgang der Revolution keine Rolle mehr. Selbst jene Aktivisten, die bis zuletzt das Militär immer wieder verteidigt haben, in der naiven Hoffnung, es möge auch in der Armee revolutionsnahe Kräfte geben, sprechen offen von einem Militärputsch.


Üble Scheisse...

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20. Dezember 2011, 14:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Beitrag ein interessanter artikel Antworten mit Zitat
lazlo wanda hat Folgendes geschrieben:
hier ein brutales Video, gedreht von Pierre Soufi, einem bekannten Intellektuellen, der am Tahrir-Platz wohnt
und die Bewegung seit Beginn weg unterstützt:



http://juralib.noblogs.org/2011/12/20/tahrir-vaincra-ce-mardi-matin-20-decembre-2011/

Zitat:

The general, however, admitted that the video showing a woman dragged by four soldiers and beaten after her dress was opened revealing her bra, was in fact real. He promised an immediate investigation into the incident and asked the Egyptian people to also “think about the circumstances behind the image and why was that taking place.”

The video has sparked massive outrage among the Egyptian population over human rights violations at the hands of the military in the violence.

When asked by a female reporter to issue an immediate and general apology to Egyptian women for the manner in which they have been treated at protests and their elimination from public life since the military came to power, the general said, “we will look into it” and then changing the subject.


_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
20. Dezember 2011, 15:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Demonstration von Frauen gegen die Gewalt gegen Frauen:



Was die Hoffnung auf eine Emanzipationsbewegung der Frauen in Ägypten auslöst:

Women march against SCAF brutality, hope for a nascent movement

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22. Dezember 2011, 03:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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ägyptischer general erklärt, was er von den untertanen hält:
http://derstandard.at/1324410932851/Aegyptischer-General-Demonstranten-verdienen-es-in-Hitlers-Oefen-zu-verbrennen

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22. Dezember 2011, 17:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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In folgendem Video wurden die tatsächlichen Ereignisse und die Aussagen dazu von Premieminister Kamel Ganzouri gegenübergestellt:

http://vimeo.com/34024973

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Melnitz



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Die libertären Sozialisten in Ägypten werden von den Muslimbrüdern attackiert (in Form einer Gerichtsklage). Solidarität!

Zitat:
dear comrades
the international anarchists movement

for weeks now the libertarian socialists are being attacked by the fascist religious parties, using social media and via mass media which is controlled by the fascist military rule in Egypt.
we were always as representative for anarchism in Egypt part of laborers struggle against state repression and exploitation of capitalism, and fought the fascist religious parties.
today, the attack was brutal, as one of the Muslims brotherhood filed a lawsuit to general attorney and the supreme state security prosecution (the judicature concerned with political issue ) against one of our comrades.. comrade Yasser AbdelKawy.
we dont fear fascist and we will never retreat. we will keep fighting the military and religious fascism. our faith in struggles will not be afflicted by those authoritarian threats.
we demand comrades all over the world to support us and expose the conspiracy against the libertarian socialists and anarchists in egypt in general.
we know the revolutionary spirit and solidarity from anarchists comrades around the world will always be the glowing light on the horizon for all of us to go through our struggle and guide us to the road towards a free world without exploitation nor state.

viva laborers struggle
viva anarchists struggle


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habe gleich mal nachgehakt, wass denn der genaue grund für die klage sei, hier die anwort:

Zitat:
This is our detailed statement
Egyptian Anarchists and Revolutionary Socialists, under attack

It's about time! For weeks, several internet sites, and facebook pages that belong to the Muslims Brotherhood, either officially or administered by its members, launched an attack against Anarchists and Revolutionary Socialists in Egypt trying to single them out as inciters of violence and propagandists of State demolition. Today a member of the Brotherhood filed a lawsuit against three socialists one of them is comrade Yaser Abdel Kawy a well known anarchist and a member of the Egyptian Libertarian Socialists Movement. The general attorney forwarded the lawsuit to the State Security GA, an exceptional apparatus of the legal system that works only under the state of emergency.

It sure was expected. While small in numbers Anarchists in Egypt have been quite prominent amongst the different revolutionary forces taking part in the Jan25 Egyptian revolution. Anarchists are distinguishably vocal on the social media sites, but more importantly they are always in the front lines on the streets whenever revolutionaries take a stand in the face of the state brutal crack down.

The uneasy but strong alliance between the Brotherhood and the ruling military junta was always evident since the very beginning. The brotherhood was the only political force that had one of its members in the legislative committee responsible for preparing the modifications of the 1971 constitution approved by a referendum on March 19th. The brotherhood refused to take part almost in any rally against the Supreme Council of Armed Forces (SCAF), and in many cases sought to tarnish these rallies and attack those who called for them.

The brotherhood, had also take an aggressive stance against laborers in their continuous struggle against the masters backed by the military junta. It has always condemned workers rallies, sit-ins, or occupations, and described the workers fight for their rights as counter-revolutionary and incited by clients of Mubarak's regime.

Poised for a land sliding victory in the current parliamentary elections along with the more radical Salafi Islamists, the Brotherhood is keen on getting rid of future opposition namely socialists. It's easy to know why if one takes a look at the policies their counterparts in Tunisia have adopted once confident in their new seats in the parliament. It's even clearer when once takes notice of their prominent leaders (mostly businessmen) statements to the media especially one describing Mubarak's regime financial and economic neoliberal policies, good and effective if not coupled with corruption and crony capitalism.

We are sure that these new attacks by the SCAF and its Islamists allies are nothing but an early beginning. A new phase of the Egyptian Revolution is already starting to take shape. This time the true conflict lines will be clear for all after being only clear for some. The Egyptian Revolution will take its true face of a class war of us the proletariat against them, the masters, the military junta, and the conservative fascistic Islamists.


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das hier ist die facebook-seite der ärsche, die gegen yasser ne hetzkampagne starteten. die outen ihn mit namen und foto:

http://www.facebook.com/Together.to.arrest.Yasser.Abdelkawy?sk=wall

btw: die beiträge lassen sich mit google-übersetzer einigermassen gut übersetzen. (auf der infoseite findet man die forderungen)

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
27. Dezember 2011, 22:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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üble scheisse!! wer hat die kampagne inszeniert??

hier noch ein paar bewegende videos zur situation der frauen in ägypten. ihr könnt die untertitel
unten in der seitenleiste aktivieren.
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=44ecbmtUL1c

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=lU_0SEGnCRY



von http://mosireen.org/

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28. Dezember 2011, 11:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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leute aus der muslimbruderschaft. einer von denen hat ihn scheinbar angezeigt.

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
28. Dezember 2011, 12:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Zitat:
Ägyptische Linksradikale sind immer wieder Angriffen vonseiten eines entstehenden Bündnis zwischen den herrschenden Militärs und den nach der Macht greifenden Islamisten ausgesetzt. Wir dokumentieren einen Text der Ägyptischen Bewegung Libertärer Sozialisten, der sich hiermit auseinandersetzt.


http://www.kosmoprolet.org/angriffe-auf-aegyptische-anarchisten-und-revolutionaere-sozialisten

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30. Dezember 2011, 20:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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http://www.almasryalyoum.com/node/576386

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05. Januar 2012, 11:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pressluftpinocchio
Schraubenverdreher


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Savo hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Ägyptische Linksradikale sind immer wieder Angriffen vonseiten eines entstehenden Bündnis zwischen den herrschenden Militärs und den nach der Macht greifenden Islamisten ausgesetzt. Wir dokumentieren einen Text der Ägyptischen Bewegung Libertärer Sozialisten, der sich hiermit auseinandersetzt.


http://www.kosmoprolet.org/angriffe-auf-aegyptische-anarchisten-und-revolutionaere-sozialisten


Das kommt aber sehr überraschend. really?

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05. Januar 2012, 22:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Savo



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was willst du damit sagen?
05. Januar 2012, 23:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Weiss jemand was heute abgegangen ist?

http://uprising.blogsport.de/2012/01/24/kairo-am-vorabend-des-25-januar/
http://uprising.blogsport.de/2012/01/24/der-countdown-laeuft/

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25. Januar 2012, 19:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Sudaka



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http://www.suedostschweiz.ch/politik/agypter-feiern-jahrestag-der-revolution?prev=printmail%2F946390

So bisschen alles was ich, nach kurzer Suche, gefunden hab.

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25. Januar 2012, 21:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beitrag Die Geschichte wiederholt sich Antworten mit Zitat
Zitat:
Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. (Marx)


Während die Niederschlagung der "Deutschen Revolution" http://www.clipfish.de/video/2936483/rosa-luxemburg-1871-1919-von-selmckenzie-selzer-mckenzie/
seitens der Sozialdemokraten schon eine welthistorische Tragödie war, ist die Vereinahmung der "ägyptischen Revolution" durch die Militärs vielleicht die xte-Farce. Auf jeden Fall gehen die Militärs in Ägypten heute ähnlich vor wie die Sozialdemokratie in Deutschland und die Stalinisten in Russland. Indem sie die Revolution vereinnahmen und sogar einen "Feiertag" daraus machen. Siehe die Rosa/Liebknecht Gedenktag der Stalos/Sozis und die fürchterlichen Militärparaden noch vor dem Zusammenbruch des Ostblocks, die zu "Ehren" der Russichen Revolution inszeniert wurden. Es wäre Zeit, diesem ganzen Treiben ein Ende zu setzen, aber wie?
26. Januar 2012, 09:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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bei allen menschen mit denen ich ueber die revolution hier rede, ist klar, dass das militaer versucht die revolution zu stehlen. es gibt aber sehr viele stimmen, die einfach angst haben ihren job durch die tourismuskrise zu verlieren. was angesichts des ortes an dem ich mich befinde auch logisch ist...

zurueckhaltende zustimmung fuer die demos ist dann auch das resultat. die forderungen werden unterstuetzt aber mensch hat angst um den ruf bei den touris.

leider hab ich wenige quellen, zumal die sprache immer wieder ein grosses hinderniss ist.

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26. Januar 2012, 15:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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bist du zur zeit dort?
27. Januar 2012, 20:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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auf der sinai

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27. Januar 2012, 20:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Die Schweine haben sich für den Sturz Mubaraks an Al-Ahly gerächt:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,812846,00.html

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02. Februar 2012, 13:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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touris werden gekippnappt, fussball- und politrandale, beduinenstress mit strassenblockaden usw.
es geht was in egypten, die wissen bald nicht mehr welche news sie brigen sollen im tv.

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03. Februar 2012, 22:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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http://www.ustream.tv/channel/cairo-smc

video von gestern abend. bei 6:50 sieht mensch einen bullen mit schrotgun nach vorne stuermen und ein paar mal abdruecken.
bei 13:35 sieht mensch wie traenengas auf kopfhoehe verschossen wird. geziehlt!!

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Zuletzt bearbeitet von Danger Mines!! am 06. Februar 2012, 12:55, insgesamt einmal bearbeitet
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Danger Mines!!



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http://juralib.noblogs.org/2012/02/06/le-caire-le-massacre-continue/

einschaetzung der lage von indymedia paris (franzoesisch)

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06. Februar 2012, 12:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Die Polizei scheint defensiver vorzugehen als noch im Winter vergangenen Jahres. Die Truppen sind demoralisiert. Doch auch auf der Seite der Demonstranten kommt es immer wieder zu Diskussionen, wie es weitergehen soll. Im hinteren Teil des Tahrir-Platzes werden Strategiedebatten geführt, Sinn und Zweck der vielen Opfer werden in Frage gestellt. Manche versuchen auch, die jungen Männer zurückzuhalten, und meinen, dass man erst sicher stellen müsse, dass es auch politisch weiter geht.

http://uprising.blogsport.de/2012/02/04/revolution-2-0-diesmal-gegen-das-militaer/

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06. Februar 2012, 21:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Aufruf zu Generalstreik bis jetzt ein Flopp:

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/34239/Egypt/Politics-/Egypt-not-yet-on-strike.aspx

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
11. Februar 2012, 17:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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eine sehr, sehr besorgniserregende nachricht erreichte mich soeben. austin mackell, ein australischer journalist und genosse wurde gestern vom ägyptischen militär verhaftet und dem militärischen geheimdienst überstellt. austin bewegt sich im anarchistisch-klassenkämpferischen millieu kairos: das militär wirft ihm und einer weiteren person vor, jugendliche zu riots und streiks angestiftet zu haben (durch bestechung). seine verhaftung ist ein weiterer unmittelbarer angriff auf das radikale milieu ägyptens und erfordert unsere solidarität! trag dazu bei, dass unsere genossInnen in ägypten nicht in den folterknästen verschwinden und streue diese nachricht!

bitte unbedingt weiterleiten, ich habe das ungute gefühl, dass gerade unsere leute eingepackt werden...
12. Februar 2012, 03:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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seine letzte twitter-nachricht lässt vermuten, dass austin in mahalla, dem zentrum der ägyptischen textilindustrie und des kämpferischen industrieproletariats, verhaftet wurde. er wollte dort streikende arbeiterInnen treffen:

"Logging off for the night now, tomorrow will be heading to #Mahalla to see how the #Feb11 strike goes there. No smartphone follow @aliyaalwi 1 day ago"

und hier die bestätigung: austin war mit zwei weiteren aktivisten/journalisten in mahalla und wurde dort vor 14 stunden zuerst durch die polizei inhaftiert, danach an den militärischen geheimdienst überstellt:

http://twitter.com/aliyaalwi
12. Februar 2012, 03:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Workers continue to protest at Sukari gold mine
http://www.egyptindependent.com/node/641801
12. Februar 2012, 21:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Eine Reportage aus Suez

http://www.monde-diplomatique.de/pm/2012/01/13.mondeText.artikel,a0047.idx,12

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14. Februar 2012, 23:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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Egypt : A historic compromise over an attempt at democratic change:
http://mouvement-communiste.com/documents/MC/Booklets/BR3_Egypt_EN.pdf

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16. Februar 2012, 03:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Der Durchbruch der ägyptischen Revolution kam mit der Internetsperre

...

Als das Regime in Kairo am 28. Januar 2011 das Internet abschalten ließ, mussten die Ägypter neue Mittel und Wege finden, um Informationen zu verbreiten, zu sammeln und vielleicht sogar zu machen. Ein Beispiel: Wer sich Sorgen um Verwandte und Freunde machte, dem blieb nichts anderes mehr übrig, als das Haus zu verlassen, um an Informationen zu kommen. Dadurch vergrößerten sich automatisch die Menschenmassen auf den Straßen. Während der gewalttätigen Zusammenstöße, durch die sich die Wut der Leute nur weiter steigerte, verwandelten sich zahlreiche lokale Zentren – wie öffentliche Plätze, günstig gelegene Gebäude oder Moscheen – zu Orten der Zusammenkunft.

...

Die Störung der Internet- und Mobilfunkverbindungen am 28. Januar 2011 könnte also den Aufruhr in der Bevölkerung auf drei verschiedene Arten angestachelt haben: Erstens hat sie die Mobilisierung jener Bürger unterstützt, die bis dahin die Ereignisse nicht direkt verfolgten oder sich nicht übermäßig dafür interessierten. Sie hat zweitens die direkten persönlichen Kontakte intensiviert und so die Bereitschaft erhöht, öffentliche Räume zu besetzen. Und schließlich hat sie über den Umweg hybrider Kommunikationstaktiken die Dezentralisierung der Protestorte befördert, was zu einer Situation führte, die sehr viel schwerer zu kontrollieren war als die Versammlungen auf dem Tahrirplatz allein.


http://uprising.blogsport.de/2012/02/09/die-abschaltung-der-angst/#more-1493

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23. Februar 2012, 14:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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WSWS: Finanzmärkte fordern härteres Vorgehen gegen ägyptische Arbeiter

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07. März 2012, 20:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Zwei Artikel über die Arbeiterbewegung in Ägypten, die nach einer ruhigen Phase wieder vermehrt Streiks, Sit-Ins und Demonstrationen durchführt. Die Artikel beleuchten auch auf das Verhältnis von politischen AktivistInnen und ArbeiterInnen, das nicht immer reibungslos ist. Das hat sich auch während des Generalstreiks des 11. Februar gezeigt, der ein Flop war.

Egypt’s labour movement increases in intensity

The workers' movement in Egypt

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11. März 2012, 22:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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ohne die fabrik als zentrum der klassenauseinandersetzungen überhöhen zu wollen, empfehle ich diese doku über die grösste textilfabrik ägyptens (in mahalla) wärmstens:

http://www.aljazeera.com/programmes/revolutionthrougharabeyes/2012/01/201213013135991429.html?utm_content=automateplus&utm_campaign=Trial6&utm_source=SocialFlow&utm_medium=MasterAccount&utm_term=tweets
***
eine doku, die heute abend auch im SF ausgestrahlt wird und drei leute portraitiert, die in irgendeiner weise an den geschehnissen rund um den tahrir-platz beteiligt waren. qualitativ gibt der streifen wenig her, aber ein paar wesentliche widersprüche kommen ganz gut zur geltung:


***
ansonsten wieder mal ein paar hinweise:

- die SWP hat ne soli-seite aufgeschaltet, die sie zusammen mit den RS betreut: http://menasolidaritynetwork.com/

- ein längerer artikel aus dem trotzkistischen milieu, der mir empfohlen wurde, ich jedoch noch nicht gelesen habe: http://www.isj.org.uk/index.php4?id=778&issue=133
***
21. März 2012, 02:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Mitte Januar wurde die Baustelle des ersten ägyptischen AKW in Dabaa an der westlichen Mittelmeerküste von hunderten Beduinen gestürmt, die vorher Rechte an dem Land hatten. Sie sprengten Gebäude der Nuklearbehörde in die Luft, bauten Häuser, verlegten ihren Viehmarkt dahin und stellten Platz für junge Menschen zur Verfügung, die keinen Platz zum Leben haben. Der Platz heisst nun 'Neu-Dabaa'.
In Damietta musste ein seit Jahren umstrittenes Düngemittelwerk nach militanten Protesten geschlossen werden.


aus der neuen Wildcat...

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04. April 2012, 13:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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Die NZZ zu den Protesten vom Freitag und dem Verhältnis zwischen den Muslimbrüdern und den revolutionären Gruppen:

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/warnung-an-aegyptens-junta_1.16550659.html

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
22. April 2012, 19:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Raskolnikow



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03. Mai 2012, 22:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Weiterleitung:

Zitat:
am Montag streikten im ganzen Land "low-ranking policemen" und führen
seit einigen Tagen Sit-Ins durch; in Kairo gab es Auseinandersetzungen
mit der "Bundespolizei"; in einigen Stadtteilen von Kairo haben sie ihre
Vorgesetzte eingeschlossen und drohen mit Straßenblockaden u.a.
Protesten. Fortderungen sind die angleichungen ihrer Löhne und
Sozialversicherungen an die der höheren Offiziere.

Police cadets escalate protests, clash with security forces (Ahram
Online, Tuesday 1 May 2012, http://english.ahram.org.eg/News/40584.aspx)

Dazu passt der Bericht von Reuters von Anfang April über eine erst vor
kurzem wahrgenommene Revolte von unteren Militärrängen im letzten Herbst.

Schon interessant, dass die Unzufriedenheit innerhalb der
Sicherheitsapparate nicht die Form von Putschen o.ä. annimmt, sondern
die Leute sich als Teil der "Revolution" begreifen.



#########

Speciall Report: In Egypt's military, a march for change


http://www.defenceweb.co.za/index.php?view=article&catid=49%3ANational+Security&id=24858%3Aspecial-report-in-egypts-military-a-march-for-change&tmpl=component&print=1&layout=default&page=&option=com_content&Itemid=115

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04. Mai 2012, 11:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Ein Video zum Massaker vor einer Woche (mindestens 20 KundgebungsteilnehmerInnen wurden von bewaffneten
Schlägern erschossen) in Abbasseya:


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08. Mai 2012, 17:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
far



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Zitat:
Vierzehn Bullen, darunter sieben Offiziere, sind heute in Kairo freigesprochen worden.

Sie waren unter dem Vorwurf angeklagt worden, im letzten Jahr mit scharfer Munition auf Demonstranten bei Protesten auf dem Tahrir Platz geschossen zu haben.
Dabei wurden zwei Demonstranten getötet und etliche verletzt.

Meldung von Al Ahram heute nachmittag.

http://uprising.blogsport.de/

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17. Mai 2012, 18:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Melnitz



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Tahrir-Platz mal wieder voll. Aber wohl auch viele aus der Bruderschaft:

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/45851/Egypt/Politics-/Thousand-of-protesters-fill-Tahrir-Square-against-.aspx

Was fürs Auge und die Ohren. April 2012, Ultras Ahlawy: "Council of Bastards"

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=XD2A8V9Rc04

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22. Juni 2012, 16:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Text über die zunehmende Wahlabstinenz in Ägypten:

Over 25 Million Voters – Mostly Invisible!

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22. Juni 2012, 17:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Artikel von WSWS:

Militärjunta droht mit hartem Durchgreifen

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22. Juni 2012, 17:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Ein spannender Video zur Fabrikbesetzung bei Caramica Cleopatra:
http://de.labournet.tv/video/6346/streik-bei-ceramica-cleopatra?caption=ger

Die Geschichte könnte zu einem wegweisenden Beispiel werden,
es wäre spannend zu wissen, wie die Lage aktuell aussieht.

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04. Juli 2012, 16:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Ägypten nach wie vor ein Pulverfass.

An einer Streikwelle in den Textilfabriken beteiligen sich bis zu 35'000 ArbeiterInnen:

Labor unrest spreads in Egypt's textile sector

Clashes zwischen Bullen und von ihrem Land vertriebenen Nubiern:

Nubian protesters clash with Agriculture Ministry employees over land sale

Auseinandersetzungen um Slums, deren Bewohner ebenfalls vertrieben werden sollen:

Land rights, labor and violence in a Cairo slum

Es gibt also neben der ganzen Diskussion um die Islamisten sehr wohl - und für die Lebensrealität der Leute wohl prägender - auch noch soziale Kämpfe in Ägypten.

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18. Juli 2012, 23:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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WSWS hat was dazu geschrieben:

Ägyptische Arbeiter führen Massenstreik gegen Junta

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19. Juli 2012, 15:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Joel Beinin: The Rise of Egypt's Workers (PDF)

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Savo



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kurzes analyse-papier zu arbeitskämpfen und der reaktion des kapitals von mostafa ali (revolutionäre sozialisten) bei ahram:

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/49130/Egypt/Politics-/News-analysis--Wave-of-strikes-Egypt-Labour-fights.aspx

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31. Juli 2012, 19:34 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Als Ergänzung. Die NZZ über die prekäre Läge des ägyptischen Staatshaushalts:

Subventionen strangulieren den Staatshaushalt

Zitat:
Um die Bevölkerung bei Laune zu halten, hatte Mubarak den Subventionsabbau immer wieder vertagt. Die akute Geldnot des Staats lässt zurzeit aber keinen weiteren Aufschub zu.


Diese Situation lässt darauf schliesse, dass es mit den Arbeitskämpfen wohl nicht weniger wird in Ägypten...

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
04. August 2012, 13:51 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Doc Sportello



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Beitrag Zusammenstösse zwischen Islamisten und Linken in Kairo Antworten mit Zitat
Verletzte bei Protesten in Kairo

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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
12. Oktober 2012, 14:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Recherchegruppe Aufstand zur Rückeroberung des Tahrir: https://linksunten.indymedia.org/de/node/68967

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Das ist die Verrücktheit einer Gesellschaft, die sich von einem Sachzwang bestimmen lässt, der nur existiert, weil ihn die einen selbst praktizieren und die anderen sich ihn aufherrschen lassen.
14. Oktober 2012, 13:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Port Said on strike!

Der Suezkanal wurde komplett blockiert. Die Arbeiter haben erfolgreich für eine
Anerkennung ihrer Gewerkschaft gekämpft.

http://www.longshoreshippingnews.com/2012/10/egypt-strike-leaves-suez-port-in-total-standstill/

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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
26. Oktober 2012, 15:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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auch schon 2 wochen her... aber umso geiler!

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
27. Oktober 2012, 14:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Christian Frings rezensiert ein Buch von Asef Bayat:

Das stille Vordringen der Revolution

Zitat:
Asef Bayats Standardwerk zur Vorgeschichte der arabischen Revolten ist auf Deutsch erschienen


Zitat:
James M. Dorsey veröffentlichte im August auf der Webseite eurasiareview einen lesenswerten Beitrag über den Fortgang des arabischen Frühlings (»The Arab Spring Revisited: From Mass Protest To Local Revolts«).Die Fernsehbilder, schreibt er darin, vermittelten uns zwar den Eindruck, die Welle der sozialen Proteste, die in Tunesien, Ägypten und im Jemen zum Sturz von Regierungen geführt hatte, sei von den brutalen militärischen Kämpfen in Syrien abgelöst worden. Aber im ganzen arabischen Raum, so seine These, entwickelten sich nun viele kleinere Proteste in teils abgelegenen Ortschaften, in denen Menschen mit neuem Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen auf tatsächliche soziale Reformen und Veränderungen drängen. (1)

Eben diese kleinen, oft unscheinbaren und in den Medien kaum wahrgenommenen Widerstandsformen und Veränderungen in der alltäglichen Lebenspraxis stehen im Mittelpunkt des nun auf Deutsch erschienenen Buchs von Asef Bayat »Leben als Politik«, das er 2010, also noch vor den arabischen Revolten, unter dem Titel »Life as Politics« veröffentlicht hatte.

In kritischer Auseinandersetzung mit den - auch in der Linken noch verbreiteten - orientalistischen Klischees von den statischen und zur Veränderung unfähigen islamischen Gesellschaften zeigt er, wie auch dort einfache Menschen in ihrer alltäglichen Lebensweise die Welt verändert haben. In diesen Veränderungen der letzten zwanzig Jahre kündigten sich die Eruptionen von 2011 bereits an. Mit dieser Betrachtung öffnet Asef Bayat zugleich den Blick auf die eher unscheinbaren Kämpfe und Entwicklungen nach den großen Demonstrationen, von denen Dorsey spricht und in denen sich die Revolte heute fortsetzt.


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07. November 2012, 21:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Doku zu Mahalla von Al Jazeera:



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11. November 2012, 21:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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hab diesen hintergrund-bericht vor ein paar tagen im deutschlandfunk gehört und fand, dass da die eine oder andere neue sache erwähnt wurde:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1917253/

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15. November 2012, 21:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Mehreren Parteibüros der Muslimbrüder angezündet. Ausschreitungen zwischen Demonstranten...

http://www.nzz.ch/aktuell/international/aegypten-protest-gegen-mursi-und-muslimbrueder-1.17840193

Live: http://www.aljazeera.com/watch_now/

https://linksunten.indymedia.org/de/node/72113

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23. November 2012, 15:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Mehr zu Ägypten auf dem Blog des Recherjournals zum Aufstand:

http://uprising.blogsport.de/2012/11/23/aegypten-heute-ein-erster-bericht/

http://uprising.blogsport.de/2012/11/23/aegypten-heute-2/

http://uprising.blogsport.de/2012/11/25/der-aufstand-gegen-die-islamisten/

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26. November 2012, 02:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Aus einem der obigen Artikel:

Zitat:
Für Dienstag haben alle linken und säkulären Gruppen, sowie die Aktivisten der „Jugendbewegung“ zu neuen Massenprotesten aufgerufen.


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26. November 2012, 02:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Und es geht weiter drunter und drüber:

15-Jähriger stirbt bei Protesten gegen Mursi

Zitat:
Bei Demonstrationen gegen die neuen Anordnungen von Mohammed Mursi ist ein junger Mann getötet worden. Davor hatte der ägyptische Präsident verkündet, die Dekrete seien nur vorübergehend gültig.


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26. November 2012, 02:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Libcom-Thread zur ganzen Geschichte um Mursi:

http://libcom.org/forums/news/egypt-reaction-morsi-mb-machtergreifung-23112012

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Melnitz



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Ultras Ahlawy mit dabei:



Weiterer Thread bei Urban75:

http://www.urban75.net/forums/threads/egypt-anti-government-protests-grow.268053/page-214

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26. November 2012, 13:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Heute grosse Demos in Ägypten:

http://egyptianchronicles.blogspot.ch/2012/11/tahrir-egypt-awaits-big-day-today.html

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27. November 2012, 02:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Das Recherchejournal hat den heutigen Tag zusammengefasst:

http://uprising.blogsport.de/2012/11/26/weitere-zusammenstoesse-in-aegypten/

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Einige Gedanken zum heutigen Protesttag und der allgemeinen Situation auf dem Arabist-Blog:

http://www.arabist.net/blog/2012/11/26/thoughts-on-the-current-crisis.html

Auf Twitter ist man mit dem Hashtag #Tahrir mit dabei. Das erste Tränengas fliegt schon hin und her.

http://english.ahram.org.eg/News/59265.aspx



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27. November 2012, 12:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Tahrir-Platz füllt sich langsam. Auseinandersetzungen nehmen zu.

Liveblogs:

http://liveblog.egyptindependent.com/

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/59231/Egypt/Politics-/Live-updates-Nationwide-battle-against-Morsi-dicta.aspx

http://www.guardian.co.uk/world/middle-east-live/2012/nov/27/egypt-morsi-compromise-protests-live

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27. November 2012, 14:18 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Der Tahrir-Platz bleibt besetzt, es gab und gibt auch heute Riots. Während sich die Situation langsam zuspitzt.

Die Gegner von Mursi und den Islamisten haben für Freitag zur Grossdemonstration aufgerufen:

Political movements call for protests Friday against Morsy decree

Während die Muslimbrüder und die Salafisten für Samstag zum Protest auf dem Tahrir-Platz aufrufen. Der Platz wird zu dem Zeitpunkt weiterhin von den Gegnern besetzt sein. Das kann ja heiter werden:

Update: Muslim Brotherhood calls for Saturday rally in Tahrir

Ein weiteres Problem: Unter den Mursi Gegner hats auch Feloul. Als Feloul werden Anhänger von Ex-Präsident Mubarak bezeichnet. Ein Artikel im Egypt Independent spricht von der Schwierigkeit, dass sich die revolutionären Kräfte sowohl gegen die Islamisten, als auch gegen die Feloul durchsetzen müssen:

Revolutionaries must resist Morsy, but also the feloul

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28. November 2012, 22:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Anarcho-Fahne in ausgebranntem Büro der Muslimbrüder (gefunden bei den Arab Anarchists):



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28. November 2012, 23:55 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Fotos von heute:

http://photoblog.nbcnews.com/_news/2012/11/28/15516179-demonstrators-clash-with-egyptian-police-in-tahrir-square-over-morsis-dictatorial-powers

Freie Radios senden Hintergrundbericht (vom 26.11.2012):

http://freie-radios.net/52333

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29. November 2012, 00:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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New York Times mit Artikel darüber, warum die Menschen in Ägypten auf die Strasse gehen. Dabei kommt auch das allseits geschätzte Mosireen-Kollektiv mit Auszügen seiner Videos zu Ehren:

Egyptians Explain Their Return to the Streets

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29. November 2012, 12:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Interview mit Hossam El Hamalawy zur Situation in Ägypten:

El-Hamalawy: “Morsy has failed even in the simple bread and butter issues”

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29. November 2012, 22:49 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Islamisten wollen doch keinen "Bürgerkrieg" und halten ihre Demo vom Samstag doch nicht auf dem Tahrir-Platz ab:

Change of plans in Islamists’ rally

Zitat:
Saturday’s million-man march to take place in the premises of Cairo University instead on
Tahrir Square


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29. November 2012, 22:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Tahrir-Platz heute gut gefüllt, aber nicht mit dem gleichen Wunt und Anzahl wie am Dienstag, munkelt mancher bei Twitter.

Labournet hat eine Übersicht zusammengetragen:

Schwierigkeiten, Bruder ?

Darin wird auch auf die Rolle von ArbeiterInnen in den aktuellen Kämpfen eingegangen:

Zitat:
Die Stellungnahme des unabhängigen Gewerkschaftsverbandes EFITU dokumentiert das MENA Solidarity Network am 27. November 2012 "Independent union federation rejects president’s power grab" - worin unterstrichen wird, dass bisher diese Regierung keinen einzigen Erlaß zugunsten der ArbeiterInnen verabschiedet habe...

Neben den kontinuierlichen Auseinandersetzungen in Kairo und den anderen Großstädten - die mit der für Samstag einberufenen Pro-Morsy-Demonstration der Muslimbrüder einen neuen Höhepunkt finden könnten - ist vor allem der massive Proteste der Belegschaft des Textilriesen in Mahalla hervorzuheben - ein Ort, eine Fabrik, die durch ihren Kampf gegen Mubarak (und seine Gewerkschaften) einen besonderen Status in Ägypten erlangt haben. In dem kurzen Bericht "Thousands of Mahalla workers march against Morsy" am 29. November 2012 beim MENA Solidarity Network wird die Beteiligung mehrerer Tausend ArbeiterInnen hervorgehoben...


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01. Dezember 2012, 01:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Gestern haben wieder 100'000e gegen die Islamisten demonstriert. Hier ein Foto aus Alexandria:



Mursi verliess gestern seinen Regierungssitz, es ist allerdings umstritten, ob es wegen der Demonstranten war:



Heute Ausschreitungen zwischen MB-Fans und Gegnern:



Infos:

http://www.urban75.net/forums/threads/egypt-anti-government-protests-grow.268053/page-215

http://libcom.org/forums/news/egypt-reaction-morsi-mb-machtergreifung-23112012?page=1#comment-503201

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05. Dezember 2012, 23:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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mindestens drei tote bei den letzten clashes diese nacht. kairo sieht aus wie im krieg. wir müssen das alles (die zusammensetzung der diffus als "islamisten" bezeichneten fraktionen, zusammensetzung der leute, die da seit tagen den aufstand proben, etc.) irgendwie theoretisch auf die reihe kriegen - wagt jemand nen versuch?

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06. Dezember 2012, 01:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



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Beitrag Antworten mit Zitat
der labournet artikel ist doch erhellend:

Vor allem ging es dem Präsidenten darum, das in eine schwere Krise geratene Verfassungskomitee vor einer von seinen Gegnern betriebenen Auflösung zu schützen. Kein Justizorgan hat nunmehr das Recht, dieses Komitee oder den Schura-Rat, die zweite Kammer des Parlaments, aufzulösen. Die hundert Mitglieder zählende Verfassungsgebende Versammlung sollte bis Dezember ein neues Grundgesetz erarbeiten. Nach dessen Billigung durch das Volk in einem Referendum sollen die Ägypter ein neues Parlament wählen. Doch der Prozess geriet in die Sackgasse, weil die islamistische Mehrheit im Komitee Verfassungsartikel durchzuboxen versuchte, die den Weg Ägyptens zu einer islamischen Republik zu ebnen drohten, die Gleichberechtigung der Frauen und der religiösen Minderheiten nicht garantiere. Ein Drittel der Ratsmitglieder – alle Vertreter der liberalen und säkularen Strömung im Land, sowie der acht Millionen Kopten und anderen christlichen Minderheiten – verließen aus Protest die Versammlung und verloren nach ihren Aussagen die Hoffnung, ein Grundgesetz zu schreiben, das auf Konsens beruht und allen Bevölkerungsgruppen im Land gerecht wird

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argumentum ad baculum
06. Dezember 2012, 13:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Wenn da auch nur ein Korn Wahrheit dran ist... atemberaubend:

Zitat:
20:20 Thousands of protesters in the industrial city of Mahalla in the western Delta governorate of Gharbiya have announced the city “independent” from the state’s authority and that they will elect a “revolutionary council” to handle the city’s affairs. Meanwhile, protesters are still blocking entrances and exits to the city.

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/59983/Egypt/Politics-/Live-Updates-Egypts-opposition-forces-march-on-pal.aspx


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07. Dezember 2012, 19:58 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Danger Mines!!



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Wohnort: süsch no was?!

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Melnitz hat Folgendes geschrieben:
Wenn da auch nur ein Korn Wahrheit dran ist... atemberaubend:

Zitat:
20:20 Thousands of protesters in the industrial city of Mahalla in the western Delta governorate of Gharbiya have announced the city “independent” from the state’s authority and that they will elect a “revolutionary council” to handle the city’s affairs. Meanwhile, protesters are still blocking entrances and exits to the city.

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/59983/Egypt/Politics-/Live-Updates-Egypts-opposition-forces-march-on-pal.aspx



da scheints aber wirklich interessant zu sein:

19:50 Protesters in the industrial city of Mahalla in the western Delta governorate of Gharbiya hung a sign on the gate of the city council that says ‘the Front of Revolutionary Salvation’ after breaking into it, according to journalist Caroline Kamel.

She told Ahram Online that some of the protesters outside the council, whom she estimates at thousands, persuaded those who broke into the city council to protest outside the building. She also said that entrances and exits of the city have been blocked by protesters who are calling for civil disobedience as tensions escalate.

_________________
Und wie die antiken Staaten an der Sklaverei zugrunde gegangen sind, so werden auch die modernen Staaten am Proletariat zugrunde gehn. M.B.
07. Dezember 2012, 22:05 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Anarcho aus Alexandria meinte zur Sache um Mahalla und zur Lage in Alexandria:

Zitat:
Mahala isn't an independent city but it declared that the city doesn't Recognize the central Authority in Cairo, But it still an Egyptian city, Alexandria is a mad house, riots all the time and machine guns are used in the streets, Nobody is controlling Alexandria , Nobody at all, Even MB gave up trying to control it.

In fact it is closer to the skirmishes of a civil war


Auch Gigi Ibrahim meint bei Twitter:

Zitat:
I think these declaration of independence are more symbolic, but we'll see how it plays out in the coming days #Alex #Mahalla


Trotzdem bemerkenswert, was in Ägypten momentan abgeht.

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08. Dezember 2012, 04:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Thread bei RevLeft. Noch nicht viel Inhalt. Aber vielleicht tropft ja noch die eine oder andere Info rein:

http://www.revleft.com/vb/mahalla-industrial-city-t176851/index.html

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08. Dezember 2012, 04:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Mehr Infos hier:

http://juralib.noblogs.org/2012/12/08/revolution-egyptienne-les-manifestants-de-la-ville-industrielle-de-mahalla-ont-degage-le-conseil-municipal-et-proclame-leur-autonomie/

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08. Dezember 2012, 14:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Die Armee greift ein:

Mursi ruft das Militär zu Hilfe

Zitat:
Die ägyptische Armee soll nach dem Willen von Präsident Mursi mehr Kompetenzen erhalten, um die Ruhe im Land wiederherzustellen. Ein Sprecher des Militärs deutet ein mögliches Eingreifen an.


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08. Dezember 2012, 17:41 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Interview mit Fady Salah, Anwalt und nubischem Aktivisten. Interview leider auf Italienisch. Der Titel heisst übersetzt: "Die Unabhängigkeit von Mahalla und das Gespenst eines Bürgerkriegs".

Egitto. L'indipendenza di Mahalla e lo spettro di una guerra civile

In der Fussnote der Redaktion wird behauptet, die Journalistin Sara Abou Bakr von Daily News Egypt sei in Mahalla und habe die Unabhängigkeit bestätigt:

Zitat:
Al momento Sara Abou Bakr del Daily News Egypt conferma l'indipendenza di Mahalla, riportando le parole del consiglio municipale: "Noi non apparteniamo più allo Stato dei Fratelli Musulmani.


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Interview vom Vice Magazine mit einem Strassenkämpfer:

An Interview with an Egyptian Streetfighter

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Artikel darüber, wie die Leute auf dem Tahrir-Platz selbstorganisiert gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe vorgehen:

Attention Men: If You Attack a Woman In Tahrir Square, You Might Get Your Ass Kicked, Finally

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08. Dezember 2012, 22:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Jungle-World hat ihren Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe Ägypten gewidmet:

Tahrir 2.0
Thomas von der Osten-Sacken: Mursi macht den Mubarak

Der Weg ist das Ziel
Jörn Schulz: Was wollen die Muslimbrüder?

Der Lack ist ab
Kommentar von Bernd Beier: Islamisten an der Macht in Tunesien und Ägypten

»Wir werden stärker kontrolliert«
Pascale Müller: Amani Eltunsi im Gespräch über Frauenrechte in Ägypten

Dritte Halbzeit gegen Mursi
Martin Krauss: Fußballfans auf der Straße

Um die ganze Ultrà-Geschichte im Mittleren Osten zu verfolgen empfiehlt sich folgender Blog:

The Turbulent World of Middle East Soccer

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08. Dezember 2012, 23:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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«Thomas von der Osten-Sacken» hammer

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Power to the Pöbel!
09. Dezember 2012, 03:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Jano Charbel war in Mahalla und hat einen Artikel über die "Unabhängigkeit" geschrieben:

In opposition to Morsy, Mahalla declares autonomy

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12. Dezember 2012, 22:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Rückt nun der Klassenkampf ins Zentrum der Ägyptischen Revolution? Hier ein über weite Strecken sehr interessantes Interview zur aktuellen Entwicklung:

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Eine-zweite-Welle-der-Revolution-steht-bevor/story/30055637

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Wenn ich dabei tanzen muss, ist es nicht meine Revolution.
14. Dezember 2012, 09:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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"über weite strecken" - naja...hab mich beim lesen oft auch sehr genervt. dieser elitäre pisser fürchtet sich ja richtiggehend vor den revoltierenden prolls und macht munter mit bei der kampagne zur sprachlich-gedanklichen disziplinierung der leser.

die feststellung, dass die untersten segmente der klasse wohl erstmal ne grosse rolle spielten und wohl auch weiterhin spielen werden, ist mittlerweile eher trivial. diese aussage wird nicht spezifischer, wenn man ihr einen unmittelbaren und für recht und ordnung gefährdenden chrakter zuschreibt. und sowieso: nur die ägyptische (hoch-)kultur, kann uns vor diesen primitivlingen noch retten:

Zitat:
Ist die Revolution einmal ausgebrochen, kann sie nichts mehr aufhalten. Es bleibt nur die Hoffnung, dass sich auch in dem Fall wieder das kulturelle Bewusstsein der Ägypter rechtzeitig meldet und die Situation rettet.


headie headie headie

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
14. Dezember 2012, 23:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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Jajaja. Hast ja recht. Man muss mit den Leuten nicht einer Meinung sein um trotzdem etwas von ihnen zu lernen. Mir gings doch nicht um die politische Position eines Uniprofessors, der vom Tagi interviewt wird. Klar, der hat Angst vor den Prolls. Er ist GEGEN die soziale Revolution. ABER: Er sieht sie auf Ägypten zukommen. Er beschreibt, wie enttäuscht GERADE DAS STÄDTISCHE PROLETARIAT von den Islamisten ist und wie deren karitativer Lack gerade abfällt usw. Mein Gott!!! Ist es denn so schwer, jemandes Meinung abzulehnen, ihn aber als Beobachter trotzdem ernst zu nehmen? Hä?

Ich finds auf jeden Fall interessant, von so einem elitären Wixer, etwas bestätigt zu bekommen, dass manche Genossen nur zu hoffen wagen. Liest du denn aus den bürgerlichen Medien diese "Trivialitäten" eh schon jeden Tag raus?

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15. Dezember 2012, 15:11 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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bämbämbäm! special thanx

Zitat:
naja...hab mich beim lesen oft auch sehr genervt.


also nicht NUR genervt. der schneidet durchaus gegebenheiten an, die die thesen von einigen kommunistinnen bestätigen, aber er überzeichnet halt auch, wie ich vermute, um stimmung gegen unten zu machen. ich bin mir nicht mehr so sicher wie auch schon, wie wertvoll solche einschätzungen für uns sind.

die feststellung bezügl. der rolle der untersten klassensegmente (so wie dieser prof sie bringt) hat doch wirklich was triviales, nicht? diese als bedrohung wahrzunehmen, nachdem man sie unten gehalten hat, das kommt doch von der bibel bis zur doktorarbeit überall drin vor. entscheidend ist doch die erkenntnis, WIESO und WIE sie eine zentrale rolle spielen. zur beantwortung dieser fragen taugt so eine moralische auslegung des wohlstandsgefälle-rasters glaub ich nicht mehr aus.

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15. Dezember 2012, 16:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
O.B.M.F



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special thanx

Ich kann natürlich nicht sagen, ob diese Einschätzung korrekt ist. Aber wärs nicht etwas sinnlos im Tagi Stimmung gegen ägyptische Prolls zu machen? Und hat so ein elitärer Prof nicht eher das Bild von zum Islamismus tendierenden Prolls im Kopf? Offenbar drängt sich ihm ein anderes Bild auf.

Das finde ich schon interessant. Wie ich im Kopf habe, waren doch die ägyptischen Genossen schon auch schockiert, wieviel Zuspruch die Islamisten hatten nach dem Sturz Mubaraks. Das hätten die doch nicht gedacht. Und genau an dem Punkt ist die aktuelle Entwicklung doch interessant. Nicht nur der Punkt, dass die unteren Segmente der Klasse eine wichtige Rolle spielen, sondern dass die Integrationskraft der Islamisten innerhalb einer so kurzen Zeit so rapide abnahm, dass die städtische Bourgeosie sich nun vor einer neuen Revolution fürchtet, die einen ganz anderen sozialen Gehalt hat, als den, den man noch bis vor kurzem vermutete. Nehmen wir mal die Artikel aus z.B. der Jungle World von vor einem Jahr. Da hiess es, dass es nicht um Armut oder ähnliches gehe, sondern hier Freedom and Democracy am Werk ist. Genau das entpuppt sich doch jetzt gerade als Ideologie. Also so "trivial" ist das doch nicht, oder?

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15. Dezember 2012, 17:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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das ägyptische pfund befindet sich im freien fall, die währungsreserven sind seit dem sturz mubaraks um die hälfte geschrumpft, mursis interventionen fruchten kaum und die bevölkerung kann sich kaum mehr die nötigsten lebensmittel leisten:

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Die-Menschen-sind-verzweifelt/story/25858982

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04. Januar 2013, 07:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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auf was man so alles stösst um 5 uhr morgens:

http://www.transcript-verlag.de/ts2130/ts2130.php

--> kommt im februar raus

dazu passend:

seit längerem sollte eigentlich schon ein neues buch von david harvey auf deutsch erscheinen...mittlerweile wurde die veröffentlichung auf mitte april gelegt.

http://www.suhrkamp.de/buecher/rebellische_staedte-david_harvey_12657.html

gute nacht dann!

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07. Januar 2013, 05:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



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Wer die Ereignisse in Ägypten verfolgt, sollte über die ständig schwelenden Proteste aufmerksam geworden sein. Hier wieder mal
ein kleines Beispiel solcher Auseinandersetzungen, die es ja sonst eher selten in die Medien schaffen:

http://www.egyptindependent.com/news/protests-against-work-living-conditions-sweep-across-nation



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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
15. Januar 2013, 01:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Neuer Artikel von Joel Beinin zur aktuellen Lage:

Workers, Trade Unions and Egypt's Political Future

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23. Januar 2013, 21:31 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ergänzungen zur Lage in Ägypten:

Radio Corax: Hannes Bode über den ägyptischen Staat unter der Herrschaft der Muslimbrüder

„Tage von Wut und Zorn“

Zitat:
Die starke Zunahme der Streiks ist nicht verwunderlich. Weitaus mehr Menschen als zuvor sind heute politisiert, wissen mehr von ihre Rechten – und: Sie erleben seit Ende der Militärdiktatur eine nie geahnte gesellschaftliche Freiheit. Eine Freiheit, die auch Medien anders berichten lässt. Sie bringen Missstände, die über Jahrzehnte unter den Teppich gekehrt wurden, ans Tageslicht – ohne dass die Politik auf die Schnelle eine Antwort finden kann. Verständnis und Geduld der Menschen aber schwinden – in dem Maße, in dem der Alltag für eine Mehrheit immer schwieriger wird. Der Unmut wächst. Auch gegenüber dem ersten demokratisch gewählten neuen Präsidenten Mursi und seine Regierung. Viele unterstellen dem Präsidenten heute, dass er lediglich die Interessen seiner Muslimbruderschaft vertritt. Und dass er nach sechs Jahrzehnten Militärdiktatur eine Diktatur von Islamisten errichten will.



Riots in Marsa Matruh

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23. Januar 2013, 22:35 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Bald ist Jahrestag des 25. Januars. Gestern gabs schon Riots. Einen Artikel über die aufstrebende Anarchoszene in Ägypten gefunden:

Egyptian Anarchist Movement Emerges with Wave of Firebombings and Street Fights

Artikel, der die Situation 2 Jahre nach dem Sturz Mubaraks beschreibt:

Revolution, Elections, and Betrayal: Hard Lessons from Egypt

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24. Januar 2013, 23:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Am Jahrestag der Revolution ging ganz schön was ab:

At least nine deaths reported, armed forces deployed in Suez

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26. Januar 2013, 01:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die grosse Angst der Herrschenden: der Suez-Kanal. Sie hatten Glück gestern. Er war von den Unruhen nicht betroffen.

Zitat:
Egypt's Suez Canal unaffected by unrest: official

Regular shipping movement in Suez canal in spite of turmoil in Port Said, Suez and Ismailia

Shipping through Egypt's Suez Canal was proceeding as normal on Saturday, an official from the canal authority said after violence flared in cities along its course in the past two days.

"Shipping movement through the Suez Canal is regular and is going ahead positively," canal spokesman Tarek Hassanein told Reuters, adding 44 ships had entered the canal so far on Saturday.

Violence flared on Friday and Saturday in Port Said, Ismailia and Suez, all cities that run along the canal. The canal is a vital international trade route and major source of revenue for Egypt


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26. Januar 2013, 13:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die libertär-sozialistische Bewegung hat auch Leute vor Gericht:

Zitat:
In response to the indictments in Alexandria

Statement by the Libertarian Socialist Movement

Last Sunday, during the Alexandria court hearing which was to pronounce a verdict on police officers accused of killing protesters during clashes in January 2011, the police in charge of guarding the court began to provoke the victims' families and activists who had come to support them peacefully as they had done for previous hearings.


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26. Januar 2013, 18:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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