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[Vortrag] Wider den alltäglichen Rassismus | 17.03. | Bern

 
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[Vortrag] Wider den alltäglichen Rassismus | 17.03. | Bern
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ratatoskr



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Beitrag [Vortrag] Wider den alltäglichen Rassismus | 17.03. | Bern Antworten mit Zitat
Donnerstag | 17.03.2011 | 19 Uhr | Bern | Universität Bern | Hauptgebäude Hörsaal 101 (1. OG/ Ost) | http://www.unia-jugend-bern.ch/

Vor ca.160 Jahren konnte man in der New York Daily Tribune folgendes lesen: „Die Natur selbst hat den Neger zu seiner Knechtschaftslage bestimmt. Die Natur, die ihm seine Stärke gab, verweigerte ihm sowohl den Verstand zum Regieren, wie den Willen zur Arbeit…“ Weshalb es für die Propagandisten der Sklaverei geradezu als eine Notwendigkeit galt, dass weiße Plantagenbesitzer diese Naturdefizite bei den schwarzen Sklaven ersetzen und sie zur Arbeit prügeln mussten, damit sie ihre natürliche „Stärke“ überhaupt zur Anwendung bringen konnten. Alles selbstredend im Dienste dieser ach so defizitär ausgestatteten Menschen. Heute ist die Sklaverei ziemlich überall aus der Mode gekommen und der zivilisierte Bürger weiß, dass er so über die farbigen Mitbewohner nicht reden darf. Selbst die Bezeichnung „Neger“ ist als diskriminierend aus dem Verkehr gezogen worden.

Nicht ganz solange ist es her, dass ein deutscher Politiker sein Staatsvolk mit folgenden Worten durchsortierte: „Der Arier ist nicht in seinen geistigen Eigenschaften an sich am größten, sondern in dem Ausmaß der Bereitwilligkeit, alle Fähigkeiten in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen.“ Und, so fuhr derselbe Politiker fort, gerade dies stelle ihn in den „gewaltigsten Gegensatz zum Juden“, der sich als „Parasit im Körper anderer Völker“ einniste und so dafür sorge, dass „das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit“ abstürbe. Der Politiker, weiß man, war Hitler. Sein Faschismus gehört als politisches System der Vergangenheit an, wenngleich sich immer wieder neue Anhänger seiner Doktrin, Neofaschisten eben, nicht nur zu Wort melden. Vor allem sie sind heute die Zielscheibe antirassistischer Aktionen. Die GRA listet seit Jahren minutiös alle rechtsradikalen Übergriffe in der Schweiz auf. Rassistische Ausgrenzungen werden geächtet und auch die Rede von „Tschinggä“ oder „Gummihälsen“ gilt als politisch inkorrekt ob man noch „Jugos“sagen darf ist Gegenstand der Diskussion. Die Schweiz hält sich heute ihren liberalen Umgang mit Juden, Farbigen, Migranten und andere Minderheiten zu Gute. Sie hat sich sogar in ihre Verfassungen geschrieben, dass jedermann vor dem Recht gleich ist.

Allerdings hat sie das nicht daran gehindert, sich mit der Herstellung der Gleichberechtigung von Mann und Frau bis zum Jahre 1981 Zeit zu lassen. Und wenn die Schweiz in ihren Staatsbürgergesetzen definiert, wann man als vollgültiger Staatsbürger gilt und wann nicht; wenn zugleich in Ausländergesetzen niedergeschrieben ist, wie mit denen zu verfahren ist, die nicht dazu gehören, weil sie keine Inländer sind, dann sollte man sich nicht wundern, wenn ein verschärftes Ausländerrecht von Schweizer Bürgern eingefordert wird und sie mehrheitlich gegen den Bau von Minaretten votieren. Rassismus sei das nicht, wettern diese Gegner der Kirchen für Moslems. Nur um den Schutz der Schweizer Kultur gehe es. Natürlich hat es dann auch nichts mit Rassismus zu tun, wenn im Staatsvolk „geborene Kriminelle“ oder „geborene Führerpersönlichkeiten“ entdeckt werden, wenn es nach „Hochbegabten“ und „Unbegabten“ sortiert wird. Dass in den Kriminalstatistiken alle Delikte sorgfältig nach der Nationalität der „Täter“ getrennt aufgelistet werden und es Schweizer mit und ohne „Migrationshintergrund“ gibt, hat ebenfalls nichts zu bedeuten und verdankt sich wohl nur der Sorgfalt der Statistiker. Kinder lernen in der Schule Toleranz und dass „Ausländer auch Menschen“ sind. Wenn sie groß sind bekennen sie, dass sie eigentlich nichts gegen Ausländer haben – und registrieren nicht, dass sie selbst damit noch Partei nehmen für eine Sorte Menschensortierung, die es in sich hat.

Die Berufung auf die Menschennatur hat also auch in der Demokratie Konjunktur. Nach wie vor ist es üblich, Menschen für politische und ökonomische Zwecke zu sortieren und dies dann ihnen selbst und ihren angeblichen Eigenarten anzulasten. Natürlich ist das nicht der Rassismus der Sklavenhaltergesellschaft oder des Nationalsozialismus! Doch wird durch solche Vergleiche der alltägliche Rassismus von heute auch nicht freundlicher.

Referent:
Dr. Freerk Huisken

http://www.unia-jugend-bern.ch/wp-content/uploads/2011/02/Rassismus_Unia_gr.gif
15. Februar 2011, 20:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Teach-in zum Thema "Nationalismus" Antworten mit Zitat
Am Bildungsnachmittag vom Sa. 19.März wollen wir das Thema "Nationalismus" vertieft behandeln. Referent ist Freerk Huisken.

Samstag | 19.3.2011 | 13 Uhr | Bern | Gewerkschaftshaus | Monbijoustrasse 61
14. März 2011, 11:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ratatoskr



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Beitrag Änderung: 19.3. Japan-Desaster! Antworten mit Zitat
Wir haben uns aus aktuellem Anlass entschlossen am Bildungstag vom Samstag 19. März auf das Thema Nationalismus zu verzichten und stattdessen folgendes zu besprechen:

Japan-Desaster:
Ein Super-GAU an Verharmlosung, Lügen und bitteren Wahrheiten

Was ist von einer Energieproduktion zu halten, bei der ein Grossteil der gesamten Anlage aus 'Si­cherheitssystemen' besteht, aus Schnellabschaltung, Berstschutz, Kühlsystemen, Sicherheitsventi­len, Notkühlsystemen, Systemen für den Fall des Ausfalls der Notkühlsysteme usw.?
Was ist von einer Anlage zur Produktion von Strom zu halten, in deren Zentrum sich Arbeitskräfte immer nur eine begrenzte Zeit aufhalten dürfen, wenn sie sich nicht tödliche Krankheiten zuziehen sollen?
Was ist von einer Fabrik, die Energie herstellt, zu halten, deren Arbeitskräfte nach Beendigung ihres Arbeitstages regelmässig daraufhin kontrolliert werden, ob sie nicht bereits gesundheitsgefährdend vergiftet worden sind?
Wie ist wohl eine Fabrik konstruiert, in der einmaliges „menschliches Versagen“ bereits Tod und Verderben über ganze Landstriche nebst ihrem lebenden und toten Inventar bringen kann?
Was ist von einer Stromgewinnungseinrichtung zu halten, die selbst dann, wenn sie abgeschaltet, also nicht mehr gebraucht wird noch Jahrhunderte lang ein Gefahrenpotential darstellt?
Was ist von solcher Energieproduktion zu halten, in deren Umkreis Kinder einem hohen Risiko an Leukämieerkrankung ausgesetzt sind?
*

Was ist von einer Politik zu halten, die seit Jahren verkündet, dass „unsere AKWs jenes Mass an Stromzufuhr sichern, das unser Wachstum braucht, welches unseren Wohlstand garantiert“, wenn diese Sorte Wohlstandsgarantie die Verstrahlung von Arbeitskräften im Innern ebenso einschliesst wie die aller benutzen und die nicht mehr benutzbaren Anlagen und die zudem die regelmässige Emission von Radioaktivität im Normalbetrieb bedeutet?
Was darf man angesichts „der Katastrophe in Japan“ eigentlich dem Gerede entnehmen, dass das „Restrisiko“ neu definiert werden müsse, wenn doch selbst noch den Bildern aus Japan zu entnehmen ist, dass die Sache mit dem „Rest-“ immer schon eine interessierte politische Lüge war, die dazu taugte, das Wissen um die Unbeherrschbarkeit dieser Technologie in einer Kalkulation zu überfüh­ren, an deren Ende der Bau der AKWs stehen konnte?
Was wird dabei wohl herauskommen, wenn die Fachleute das „Restrisiko“ ohnehin vor allem in äusseren Störfällen ansiedeln, die „man nie ausschliessen kann“?

*
Was ist dem Ruf nach noch rascherem Ausbau der erneuerbaren Energien zu entnehmen, wenn dieser doch auch nur nach den Kriterien von Kosten und Gewinn kalkuliert wird, wenn sich ihm die AKW-Betreiber selbst inzwischen widmen, wenn die Bundesregierung mit der Forcierung dieser „sauberen Energie“ den AKWs nur eine weitere Form autarker Energieproduktion hinzufügen und zugleich damit frühzeitig den Weltmarkt besetzen will - ganz abgesehen davon, dass Wind- , Solar- und Bioenergie zum einen ohne ordentliche Ausbeutung von Arbeitskräften in diesen Bereichen nicht konkurrenzfähig produziert wird und dass es zum anderen dafür geeignete Ländereien braucht, derer man sich dann eben mit dem Einsatz von Erpressung oder Gewalt bemächtigen muss bzw. bereits bemächtigt? Haben AKW-Geg­ner wirklich nichts anderes anzubieten, als die kapitalistisch betriebene und globale Zerstörung an­richtende Atomenergie durch „gute Energie“ zu ersetzen, die ebenfalls kapitalistisch betrieben wird, inzwischen ein Schlager für Finanzspekulanten an der Börse ist und ganz neue, wenngleich andere Formen globaler Zerstörung und Vertreibung mit sich bringt?

*
All das soll angesprochen werden am Samstag, den 19.3. auf einer Veranstaltung der Unia Jugend. Referent Freerk Huisken

Samstag | 19.3.2011 | 13 Uhr | Bern | Gewerkschaftshaus | Monbijoustrasse 61
17. März 2011, 17:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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