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Québec: Vom Studierendenstreik zur sozialen Bewegung

 
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Québec: Vom Studierendenstreik zur sozialen Bewegung
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far



Anmeldedatum: 25.06.2005
Beiträge: 5481

Beitrag Québec: Vom Studierendenstreik zur sozialen Bewegung Antworten mit Zitat
Zitat:
Diskussionsabend organisiert von Debatte Forum* mit

Katherine Ruault

Aktivistin der Studierendenbewegung in Québec und Mitglied des Frauenkomitees von «CLASSE» (Coalition large de l’Association de solidarité syndicale étudiante)

Freitag, 26. Oktober 2012, 19.30 Uhr am Geographischen Institut der Universität Bern (GIUB), Hallerstrasse 12, Raum 007

Kanada erlebte im letzten halben Jahr die grössten Studierendenproteste seiner Geschichte. Sie waren die Reaktion auf eine von der liberalen Regierung angekündigte Studiengebührenerhöhung um 127%. Die Regierungspartei unter Jean Charest strebte einen neoliberalen Kurs an. Sie ging von der Vorstellung aus, die Studierenden müssen ihren Konsum der Dienstleistung «Bildung» mitfinanzieren. Sie beschloss deshalb, die Studiengebühren bis 2017 schrittweise auf 3793 kanadische Dollars (3692 CHF) zu erhöhen.

Viele Studierende sahen aber in diesem Vorgehen nicht weniger als einen Angriff auf das «Recht auf Bildung ». Als erste wehrten sich die Studierenden in Laval, indem sie den Unterricht boykottierten. Kurz danach weiteten sich die massiven Proteste auf die Strassen von ganz Québec aus. Die Regierung weigerte sich während mehreren Wochen, mit der Bewegung zu sprechen und antwortete stattdessen mit Repression. So trat im Mai die « Loi 78» in Kraft, welche alle Versammlungen im Umkreis der Unis verbietet, MitarbeiterInnen von Hochschulen das Streik-recht entzieht und alle Personen, die unbewilligt demonstrieren, mit horrenden Bussen bestraft.

Die starken Repressionsmassnahmen der Regierung hatten jedoch nicht die Ruhigstellung des Konflikts zur Folge, sondern vielmehr seine Ausweitung. Nicht-Studierende sahen sich zunehmend ihrer Grundrechten beraubt. Wesentlich zur Massenmobilisierung beigetragen hat auch der radikalste Flügel der Bewegung, die Studierendengewerkschaft «CLASSE», welche eine Ver-bindung von Studierenden und Lohnabhängigen zum Ziel hat.

Beim Studierendenstreik in Québec ging es also schlussendlich um viel mehr als die Studienge-bührenerhöhung. Es geht um das grundsätzliche Problem, welche Art von Bildung wir wollen – nicht nur im (weit entfernten) Kanada, sondern auch bei uns. Es ist daher nützlich, Ursprung, Zusammensetzung und Funktionsweise dieser Widerstandsbewegung zu reflektieren – oder um es mit den Worten von «CLASSE» zu sagen: «Ensemble, construisons à nouveau!»

Weitere Informationen:

Homepage von «CLASSE»: www.bloquonslahausse.com
Homepage von Debatte Forum: www.debatteforum.wordpress.com

* Debatte Forum ist ein sozialkritisches Kollektiv, aktiv in sozialen Bewegungen. Unser Anliegen ist: analysieren, informieren und debattieren, um das Verständnis über gesellschaftspolitische Themen auf internationaler Ebene zu vereinfachen und Anknüpfungspunkte für die politische Intervention zu finden. Wir sind an Kontakt und Auseinandersetzungen mit anderen Gruppen und Personen sehr interessiert. Meldet euch! collettivo@gmx.ch

Diese Veranstaltung wird auch in Genf, Lausanne und Fribourg stattfinden. Hier die Angaben dazu:

Genève, mardi 23 octobre, 18h15, salle MR 040 d’Uni-Mail

Lausanne, mercredi 24 octobre, 17h15, salle 2056 de l’unil (Anthropole)

Fribourg, jeudi 25 octobre, 18h00, Université Miséricorde, salle 3027

http://cerclelabreche.files.wordpress.com/2012/10/clb41.pdf


_________________
Um einen Widerstand zu brechen, braucht es Gewalt, aber wenn der Widerstand hält, ist es die Gewalt, die zerbricht.
12. Oktober 2012, 14:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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