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Zwischenbilanz auf dem Weg zur Revolution (?)

 
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Zwischenbilanz auf dem Weg zur Revolution (?)
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Melnitz



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 3354

Beitrag Zwischenbilanz auf dem Weg zur Revolution (?) Antworten mit Zitat
Da wir ja jetzt so grausam von der Aussenwelt abgeschnitten und in diesem Forum gefangen sind (vielen Dank auch anonym.to!), könnte man doch ein wenig ein Fazit der Bewegungen in Europa ziehen. Schliesslich gibt es fast zu jedem Land einen Thread. Ich mach mal einen Anfang und hoffe, dass dies dem sehnlichen Wunsch von far und Muoit nach Diskussionen entgegenkommt. Kritik, Widerspruch und Ergänzungen sind also ausdrücklich (!!) erwünscht mr green

Ich arbeite mich da mal Land für Land durch und versuche ein Fazit zu ziehen.


Spanien

In Spanien entwickelt sich eine interessante Dynamik. Noch vor einem Jahr waren wir einerseits von der neuen Form der Versammlung fasziniert, bemängelten aber andererseits den fehlenden Bezug zu Arbeitskämpfen, den Demokratieidealismus und den Anti-Gewalt-Fetisch. Mittlerweile hat sich die 15M-Bewegung m.E. aber als wirkungsvolles Bindeglied zwischen den verschiedenen sozialen Brandherden (Kämpfe um Wohnungen, Arbeitskämpfen, usw.) erwiesen. Sie trägt dazu bei, dass sich die Möglichkeit auftut für die verschiedenen Bewegungen, sich zu vereinen und nicht - wie es die Gewerkschaften und Parteien gerne hätten - jeder separat für sich ein Süppchen kocht. Der Anti-Gewalt-Fetisch scheint seit dem grandiosen Auftritt der Mineros mindestens ansatzweise zur Diskussion gestellt (vgl. die Auseinandersetzungen anlässlich "Ocupa el Congreso"). Der Demokratieidealismus wiegt aber noch immer schwer - "wie ein Alb" - auf den Schultern der Bewegung. Der Kongress sollte ja mit dem Ziel umzingelt werden, die Konstituierung einer neuen - wahrlich demokratischen (!) - Verfassung zu ermöglichen. Die grossen Gewerkschaften (CC.OO und UGT) hoffen, dass sie durch ein Referendum um den lästigen iberischen Generalstreik vom 14. November kommen. Gleichzeitig scheint die Angst vor einem Staatsstreich oder einer richtigen Revolte beim politischen Personal enorm hoch zu sein. Im Vorfeld von "Ocupa el Congreso" warnte ausgerechnet eine abgeordnete des PP vor einem Putsch (der letzte Putsch-Versuch wurden von PP-Anhängern verübt). Mit den enormen Sparprogrammen wird sich der Klassenwiderspruch noch mehr zuspitzen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Bewegung von ihren demokratischen Idealen lösen kann.


Portugal

Während über Spanien ausführlich in den Medien berichtet wurde, galten die PortugiesInnen lange als Musterschüler der Troika. Ab und zu ein Generalstreik, zwei drei Fackeln gegen das Parlament werfen und "O povo unido jamais será vencido" (was übrigens m.E. sehr ähnlich wie das "Asch-schaab jurid isqat an-nizam" aus dem arabischen Raum klingt, wenn es skandiert wird) rufen. Das wars dann. Doch die PortugiesInnen haben mit ihren grossen Protesten im letzten Monat alle überrascht, auch ihre Regierung. Diese hat als erste Regierung überhaupt (!) einen Sparbeschluss (Erhöhung einer Steuer für ArbeiterInnen) zurückgenommen. Natürlich war das nur ein Pyrrhussieg, denn diese Woche wurde eine neue üble Runde von Sparmassnahmen eingeleitet. Im Bewusstsein der Bewegung in Portugal hat es aber zu einem Sprung geführt, soweit ich das einschätzen kann. Die Erfahrung, sich gegen Staat und Kapital durchsetzen zu können, hat für unheimlich viel Schwung und Selbstbewusstsein gesorgt. Gestern war ja nicht nur der Protest vor dem Parlament, vielmehr wollten die Leute gleich das Haus des Premiers stürmen (woran sie von den Bullen natürlich gehindert wurden). Was unheimlich schwierig einzuschätzen ist: Wie ist der Link der Bewegung zu Arbeitskämpfen? Gibt es Streiks? Dafür reicht mein Portugiesisch leider einfach nicht aus. Aus dem verlinkten Text der Anarchos (vgl. Portugal-Thread, 1. Seite) habe ich soviel entnommen, dass sie vor einer Vereinnahmung der Bewegung durch Gewerkschaften und Parteien warnen und die Selbstermächtigung betonen. Es bleibt spannend. Die nächsten mir bekannten Proteste finden am 23. Oktober statt, also nächsten Dienstag. Wiederum soll das Parlament umzingelt werden. Die portugiesische Arbeiterklasse hat das Zeug zum Überraschungsteam der Saison zu werden.

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Phu, schreiben gibt ganz schön viel zu tun. Links zu setzen geht definitiv schneller mr green Ich mache hier mal Pause und werde später weitere Länder ergänzen. Wer will kann ja weiter machen. Oder seine Kritik und Ergänzungen anbringen.

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
16. Oktober 2012, 17:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lazlo wanda



Anmeldedatum: 26.12.2008
Beiträge: 650

Beitrag Re: Zwischenbilanz auf dem Weg zur Revolution (?) Antworten mit Zitat
Danke vielmals für deine Diskussionsbemühungen. Ich hoffe, ich werde in den kommenden Tagen was zu Chile zusammenzufassen.

Vorerst mal das:
Melnitz hat Folgendes geschrieben:
"O povo unido jamais será vencido" (was übrigens m.E. sehr ähnlich wie das "Asch-schaab jurid isqat an-nizam" aus dem arabischen Raum klingt, wenn es skandiert wird)

Falls das stimmt, würde das ein erstaunliches Mass an proletarischer Intelligenz beweisen! ;)

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Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben. Kurt Tucholsky

Jaged mer doch all die Verbänd zum Tüüfel! Zorniger Tramfahrer zur Gewerkschaftspolitik an der "Streik-Versammlung"
16. Oktober 2012, 18:01 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

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Zitat:
Die portugiesische Arbeiterklasse hat das Zeug zum Überraschungsteam der Saison zu werden.


LOL. Hat jedenfalls den ersten Penalty versenkt und ist im Gegensatz zu Griechenland noch nicht vom Abstieg bedroht. Es kommt jetzt alles auf die Stürmer und Dränger an, können sie den Punktevorsprung halten oder muss Portugal wieder in die Defensive während der FC Kapital mehr Druck auf das Mittelfeld ausübt? Wir sehen die neue Siegesstrategie des Kapitals: Druck aufbauen auf dem ganzen Feld, die Gegner gegeneinander ausspielen und dann, wenn die Defensive zusammbricht wegen eines Streits um Foulplay, schnell ein paar Tore versenken. Dagegen muss sich die proletarische Mannschaft schnellstmöglich programmatisch vereinen und mit geschickten Flanken die Aufmerksamkeit aus der Verteidigung auf die Offensive legen!

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argumentum ad baculum
17. Oktober 2012, 08:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



Anmeldedatum: 14.01.2008
Beiträge: 1032

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Schweiz
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Das düstre Loch des Finanzkapital hält sich noch immer wacker. Die Schweiz sei kein bisschen von der Krise betroffen und die doofen Südländer müssten halt auch nicht so einen Seich machen mit ihrem Geld, scheint zumindest die Volksmeinung. Das Proletariat (die Portugiesen aufm Bau, die Deutschen in den Büros, die Italiener und Inder in den Küchen) meckert noch immer nicht, denn im Kaufmannsstaat Schweiz verdienen sie noch immer ein vielfaches verglichen zu anderswo. Die die schon ewig hier sind werden Faschos und überzeugen mit möglichst dummen, fremdenfeindlichen Sprüchen, die Jungen konsumieren ihre Nervenzellen tot und die Alten werden ruhiggestellt. La crise n'existe pas.... - la Suisse

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
17. Oktober 2012, 12:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beiträge: 1498

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Melnitz: Ich bin leider zu sehr in der grauen Abstraktion verloren, um zu deinen Zusammenfassungen was Substanzielles zu sagen... muhaha
Es hat aber auch keine allzu steilen Thesen drin, die direkt auf Widerspruch bei mir stossen.

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Power to the Pöbel!
17. Oktober 2012, 23:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beiträge: 208

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Finde es auch gut, dass Melnitz so einen Thread gestartet hat. Supereinstieg auch von Käptn Kiff, der seine ganze literarischen Fähigkeiten spielen lässt.
Der Vorschlag den er macht ...

Zitat:
Dagegen muss sich die proletarische Mannschaft schnellstmöglich programmatisch vereinen und mit geschickten Flanken die Aufmerksamkeit aus der Verteidigung auf die Offensive legen!


... ist die Perspektive. Wie wir das Spiel aufbauen um die geschickten Flanken zu spielen, das wäre doch Erforschens- und Diskussionswürdig. Sozusagen die proletarische Kreativität ins Spiel bringen.
18. Oktober 2012, 18:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Käptn Kiff



Anmeldedatum: 12.11.2007
Beiträge: 1069

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ich mein halt immer noch arbeitswertlehre. wenn ich das begriffen habe kann das jeder. fuck kurz!

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argumentum ad baculum
19. Oktober 2012, 08:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Käptn Kiff hat Folgendes geschrieben:
ich mein halt immer noch arbeitswertlehre. wenn ich das begriffen habe kann das jeder. fuck kurz!


Marx ist sicher gut für die Bewegung. Es würde aber auch das aktive Intervenieren der radikalen Linken in bestehende Bewegungen erfordern (nicht nur im Internet). Das wurde m.E. in der Occupy-Bewegung viel zu wenig gemacht. Und ob das in Form einer Schulung der Wertlehre wirklich sinnvoll ist, da bin ich mir nicht mehr so sicher. Eher scheint mir der Weg, den man in Spanien oder Oakland gewählt hat, erfolgsversprechend: Die Bewegungen miteinander verbinden und eine gemeinsame Diskussion und Praxis entwickeln. Dabei kommen Diskussionen über Inhalte automatisch auf und dort können Kritiken und Positionen eingebracht werden. Und natürlich soll bei üblen Positionen (wei Zinskritik und ähnliche Scheisse) aktiv interveniert werden.

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
20. Oktober 2012, 11:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beiträge: 208

Beitrag Antworten mit Zitat
Ich teile die Meinung von Melnitz vollumfänglich, insbesondere auch was seine Einschätzung, dass man vermehrt und vor allem kontinuierlicher in die Occupy-Bewegung hätte intervenieren sollen. Wichtig scheint mir, immer herauszufiltern, wann eine Bewegung, trotz aller bürgerlichen Parolen und Manipulationen von bürgerlichen Organisationen, einen proletarischen Charakter hat. Ich meine, dass man sich auf das Kommunistische Manifest berufen kann, auch wenn heute keinesfalls von irgendwelchen Arbeiterparteien gesprochen werden kann. Die sind m.E. schon alle Mitte 1920er-Jahre zu bürgerlichen Parteien geworden. Was aber die Intervention in die "sozialen" Bewegungen betrifft, so würde ich z.B. die Indignados oder eben die Occupyler benennen, kann man sicher noch auf die historischen Prinzipien des Kommunistischen Manifests zurückgreifen: Kommunistisches Manifest (1848), Kapitel II, Proletarier und Kommunisten
Zitat:
In welchem Verhältnis stehn die Kommunisten zu den Proletariern überhaupt?
Die Kommunisten sind keine besondere Partei gegenüber den andern Arbeiterparteien.
Sie haben keine von den Interessen des ganzen Proletariats getrennten Interessen.
Sie stellen keine besonderen Prinzipien auf, wonach sie die proletarische Bewegung modeln wollen.
Die Kommunisten unterscheiden sich von den übrigen proletarischen Parteien nur dadurch, daß sie einerseits in den verschiedenen nationalen Kämpfen der Proletarier die gemeinsamen, von der Nationalität unabhängigen Interessen des gesamten Proletariats hervorheben und zur Geltung bringen, andrerseits dadurch, daß sie in den verschiedenen Entwicklungsstufen, welche der Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie durchläuft, stets das Interesse der Gesamtbewegung vertreten.
Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste, immer weiter treibende Teil der Arbeiterparteien aller Länder; sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus.


Was das genau heisst: "sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus", ich glaube daran müssen wir arbeiten und uns verständigen, damit wir die Arbeiter_innenklasse vorantreiben können.

Übrigens finde ich das mit der Kunst auch wichtig, darum habe ich den Beitrag von Kiff gut gefunden. Die Kunst hat ja vielleicht als Hauptaufgabe nicht eine direkte politische Funktion, kann aber die Sinne öffnen für die Entfremdung, in der der Kapitalismus die Menschheit gegenüber ihrem Menschsein hält. Dazu aber vielleicht später noch mehr...
20. Oktober 2012, 20:52 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Wal Buchenberg versucht sich mit einer (natürlich unvollständigen) Chronik für das Jahr 2012. Zugleich auch ein Blick auf den Stand der Bewegungen:

Das Jahr 2012 aus der Froschperspektive

Sein Fazit:

Zitat:
Das Jahr begann mit der Hoffnung, dass das Jahr 2012 zum Jahr einer europäischen Protestbewegung werde. Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Die Protestbewegungen haben überall zugenommen, blieben aber in allen Ländern politisch gespalten und haben die europäische Ebene nicht wirklich erreicht.

Auf ein Neues!


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18. Dezember 2012, 00:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beiträge: 208

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Was macht man eigentlich in Zeiten, wo die Klasse sich nicht besonders kampflustig zeigt. Der untenstehende Artikel versucht aufzuzeigen, dass die Diskussion und Bilanzierung eines Kampfzyklusses aber vor allem die Aneigung des theoretischen Erbes der ArbeiterInnenklasse eine Möglichkeit darstellt, sich auf kommende Kämpfe vorzubereiten.

http://de.internationalism.org/node/2384

Die Organisation des Proletariats außerhalb Zeiten des offenen Kampfes (Arbeitergruppen, Kerne, Zirkel, Komitees)
30. März 2013, 13:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Hmm...

http://vimeo.com/64288166

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25. April 2013, 20:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
minino
Admin-Dog


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Zitat:
Die Protestbewegungen haben überall zugenommen, blieben aber in allen Ländern politisch gespalten und haben die europäische Ebene nicht wirklich erreicht.


Problem ist auch, dass oft ungenügend Information da ist, es wird kaum berichtet über die ganzen laufenden Sachen, will man Wissen wo gerade gekämpft wird, muss man das selber rausfinden/recherchieren. Wenn das nicht bekannt ist, sind solche Bewegungen schnell isoliert... Da sind so Informationssammlungen schon wichtig, über Foren, Blogs, Facebook, aber genügt halt nicht.

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Nein, nein, wir wollen nicht eure Welt, wir wollen nicht eure Macht, und wir wollen nicht euer Geld,
wir wollen nichts von eurem ganzen Schwindel hören, wir wollen euren Schwindel zerstören!
28. April 2013, 21:20 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Wallerstein goes Beverly Silver:

“End of the Road for Runaway Factories?”

Zitat:
Wallerstein briefly describes the structural limits to ‘global re-location’ of production as we have witnessed it during the last four decades and as it has first undermined the strong-holds of workers in the global North and created at the same time the material foundation for a global cycle of struggles.


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11. Mai 2013, 14:32 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Erklärung einer Arbeitergruppe in Alicante, Spanien, zum Generalstreik (oder Massenstreik versus Generalstreik-Paraden)

Zitat:
Es gab einen großen Drang zur Selbstorganisation in Generalversammlungen, selbst in Bewegungen, die sehr embryonal und oft diffus waren. Doch dann kehrten die Gewerkschaften und die linken Organisationen auf die Bühne zurück, wobei sie von einer Ermattung und einem Rückgang in der Massenmobilisierung profitierten, und führten die Mobilisierungen auf ausgetretene Pfade: Mobilisierungen, die gut kontrolliert, alles andere als einig, partikularistisch und demotivierend sind, nichts gewinnen und die Teilnehmer ermüdet und isoliert zurücklassen. Angesichts all dessen denken wir, dass die Nicht-Beteiligung der Mehrheit der ArbeiterInnen an Mobilisierungen, die sie als fremd gegenüber ihren Interessen betrachten, vollkommen logisch ist. Und es ist ganz normal, dass wir uns nun in einem Denkprozess befinden.


http://de.internationalism.org/Weltrevolution177_arbeitergruppealicante
11. Juli 2013, 08:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Zwei weitere Texte, die sich mit Perspektiven beschäftigen:

Detlef Hartmann, Was tun mit Kommunismus? Mitkämpfen! - Die Chancen der sozialen Weltrevolution in der Krise der Innovationsoffensive

Plätze und Kreise: Die Logik von Occupy

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11. Juli 2013, 22:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Schon crazy, in dieser Grafik wurden alle Proteste seit 1979 dynamisch auf einer Weltkarte visualisiert. Auch wenn ich nicht genau weiss, was als Protest definiert wird, ist die Zunahme schon beeindruckend. Aber eben, Quantität ist nicht gleich Qualität.

http://www.ultraculture.org/watch-a-jaw-dropping-visualization-of-every-protest-since-1979/

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26. August 2013, 10:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Sudaka



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Beiträge: 81
Wohnort: Welt

Beitrag Szenekneipen Antworten mit Zitat
...ein doch eher pessimistischer Text zu Perspektiven (oder eben nicht), irgendwie aber noch gut.

http://le-bohemien.net/2013/03/01/weltrevolution-in-der-szenekneipe/

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"Vielmehr geht es darum, dass etwas an sich völlig Nicht-Dingliches, nämlich menschliche und soziale Beziehungen, durch die gesellschaftliche Warenform entfremdet und verdinglicht werden."
23. September 2013, 09:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Der Text macht Spass zu lesen, auch wenn er inhaltlich traurig auf der Ebene der vermeintlich richtigen (wenn auch hoffnungslosen) Aufklärung (gegen die übermächtigen Massenmedien) verbleibt und letztlich einen sehr dünnen Begriff von Ideologie hat, sowie falsche Gemeinsamkeiten dort behauptet, wo die radikalen Gruppen halt tatsächlich wesentliche Widersprüche untereinander zeigen, was beim Autoren letztlich wohl ein wenig auch aus einem falschen Voluntarimus herrührt, der glaubt es sei etwas gewonnen, wenn die radikale Linke geeint wäre.

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Power to the Pöbel!
30. September 2013, 00:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Der Economist macht ne Liste mit der Wahrscheinlichkeit von Unruhen in einem Land für das Jahr 2014:



Artikel hier:

http://www.economist.com/blogs/theworldin2014/2013/12/social-unrest-2014?fsrc=scn/tw/te/wi14/protestingpredicitons

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02. Januar 2014, 21:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



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Beiträge: 3051

Beitrag Antworten mit Zitat
paul mason hat sich die gleiche frage gestellt:

http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/dec/27/political-protest-networked-age-edward-snowden

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"Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht." (Marx)
03. Januar 2014, 00:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beiträge: 208

Beitrag Antworten mit Zitat
Einschätzung zu den Ereignissen in der Türkei und Brasilien 2013:

Soziale Bewegungen in der Türkei und in Brasilien

http://de.internationalism.org/rint51edito

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... Menschen (werden) sich nach und nach gewöhnen (...), die elementaren, von alters her bekannten und seit Jahrtausenden in allen Vorschriften gepredigten Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens einzuhalten, sie ohne Gewalt, ohne Zwang, ohne Unterordnung, ohne den besonderen Zwangsapparat, der sich Staat nennt, einzuhalten.
Lenin, Staat und Revolution, 1917
05. Januar 2014, 12:42 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beiträge: 3354

Beitrag Antworten mit Zitat
Die Kapitalisten haben auch Angst:

Die Mächtigen fürchten den Aufstand der Armen

Zitat:
Die Furcht vor den Folgen der Disparität des Wohlstands bezieht sich dabei explizit nicht nur auf Entwicklungsländer, sondern auch auf Europa und seine Krisenländer. Die Generation derer, die gerade erwachsen werden und Arbeit suchen, sehe sich "mit hoher Arbeitslosigkeit und prekären Beschäftigungsverhältnissen konfrontiert", stellt der Bericht fest.

Das erschwere alle Bemühungen, sich eine Zukunft zu schaffen "und erhöht das Risiko für soziale Unruhen". Die Jungen kämpften mit "immer weniger Arbeitsplätzen und der Notwendigkeit, gleichzeitig eine alternde Bevölkerung zu unterstützen", sagte David Cole, einer der Autoren der Studie, im Hauptberuf der oberste Risikomanager des Rückversicherers Swiss Re.

Die hohe Arbeitslosigkeit ist dabei eine eigene Gefahr, sie steht an dritter Stelle des Rankings. Eine verlorene Generation?, fragt der Bericht.


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16. Januar 2014, 16:54 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fräulein else



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Beitrag Antworten mit Zitat
passt vielleicht am ehesten hierher:
http://policydialogue.org/files/publications/World_Protests_2006-2013_Executive_Summary.pdf

eine wissenschaftliche arbeit zu den protesten zwischen 2006-2013

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"Es wird immer schwerer, normal zu sein"
18. Januar 2014, 15:08 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Doc Sportello



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Beitrag Kein Aprilscherz: Sozialismus in der Krise Antworten mit Zitat
Was normale Leute schon seit 30 Jahren wissen, haben nun auch die Politologen rausgefunden: Der Sozialismus soll doch tatsächlich in einer Krise sein: http://www.tagesanzeiger.ch/hintergrund-und-analyse/Die-Krise-desSozialismus/story/25862692

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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
01. April 2014, 13:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Roarmag konstatiert einen neuen und zunehmenden "Authoritarianism" gegenüber den sozialen Bewegungen, die in der Krise entstanden sind:

Zitat:
When an Egyptian judge condemned 529 Muslim Brotherhood supporters to death this week, he underlined in one fell swoop the terrifying reality in which the world finds itself today. The revolutionary euphoria and constituent impulse that shook the global order back in 2011 have long since given way to a re-established state of control. Violent repression of protest and dissent — whether progressive or reactionary — has become the new normal. The radical emancipatory and democratic space that was briefly opened up by recent uprisings is now being slammed shut. What remains are dispersed pockets of resistance under relentless assault by the constituted power.

[...]

If the mass death sentences in Egypt, the social media crackdown in Turkey, the anti-protest laws in Spain, the favela pacification scheme in Brazil, the NSA surveillance program in the US, and the undeclared state of exception around the Nuclear Security Summit in the Netherlands have anything in common, it’s that they all point in the direction of an inexorable slide into a new form of authoritarianism — an ostensibly “democratic” authoritarianism that hides behind a facade of free markets, fair elections and respect for the rule of law to secure the increasing concentration of wealth and power by shrinking the public space for democratic participation and popular dissent.

http://roarmag.org/2014/03/authoritarianism-state-of-control/


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02. April 2014, 09:47 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Jerome Roos von Roarmag mischt sich in eine Diskussion im Guardian zur Frage, warum angesichts der massiven Verschlechterungen der Lebenssituation die Kämpfe nicht genauso massiv sind:

Where is the protest? A reply to Graeber and Lapavitsas

Zitat:
Yes, we’re nice people, and yes we have been sapped of our energy. But the main reasons we’re not protesting are deeper and must be targeted directly.


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10. April 2014, 09:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Muoit



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Beitrag Antworten mit Zitat
Die GenossInnen von Reserach and Destroy haben sich zur aktuellen Situation und den Kämpfen geäussert:

http://researchanddestroy.wordpress.com/2014/06/14/the-wreck-of-the-plaza/

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07. Juli 2014, 19:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Momentan gibt es wohl sowas wie eine (globale) Kampfwelle gegen Repression (Griechenland, USA, Mexico, ...). Jerome Roos hat einen kleinen Text dazu verfasst:

From New York to Greece, we revolt ‘cus we can’t breathe

Zitat:
We can’t breathe faced with this injustice. We can’t breathe because we are seething with rage. We must revolt — for a breath of freedom and justice.


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10. Dezember 2014, 13:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Interessantes Interview mit Brandon Jourdan von Global Uprisings:

Zitat:
As for our political conception, we have grown a little more cynical. We do not think of political transformation as an event. We’ve been at around seven general strikes, countless riots, occupations, and protests, but very little has changed. In fact, things have gotten worse. It will take a lot more than protests to change things.

The occupation of public squares and buildings was impressive, but easy for authorities to crush. The large general strikes were interesting, but too short-lasting to have real effects on the economy. The riots that lasted for weeks were spectacular, but unsustainable. I am just a filmmaker and not really qualified to prescribe solutions, so I am not sure what will be necessary to drastically alter the state of the world.

States have shown they will unleash unbelievable amounts of violence on people pushing for simple demands. These uprisings have provided us with a taste of something different, but the stakes are quite high.

http://www.brooklynrail.org/2014/12/field-notes/the-revolution-is-being-televised-brandon-jourdan-of-global-uprisings-with-paul-mattick


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19. Dezember 2014, 16:17 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Hab ich mal irgendwo (Wildcat?) in nem Artikel erwähnt gesehen:

http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/VSA_Candeias-Voelpel_Plaetze-sichern.pdf

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"We houden er niets van de prietpraat, die in de rest van Nederland gedaan wordt. We zijn er gewoon op de man, een woord is een woord, een hand een hand en een vuist is een vuist." (Hafenarbeiter aus Rotterdam)
20. Dezember 2014, 23:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Auch wenn zum Teil unkritisch (Syriza, Podemos, etc.), guter Überblick über 2014:

http://www.filmsforaction.org/articles/decade-of-the-protester-why-the-uprisings-are-far-from-over/

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03. Januar 2015, 15:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Ein Buch mit steiler These:

Zitat:
Crisis to Insurrection. Notes on the ongoing collapse

Mikkel Bolt Rasmussen

The crisis runs deep. The economies of the US and Europe are in profound crisis and the developing economies are also beginning to feel its effects. Everywhere it is workers who are paying the price. The crisis is being socialized and austerity is the order of the day; the crisis is used as a pretext for further savings and cuts. In other words, capital has intensified the class war. But the proletariat has started moving. The revolts in North Africa and the Middle East have challenged the neoliberal world order and its division of the world, and the ‘movement of the squares’ in Southern Europe and Occupy in the US have picked up the baton and joined the new protest cycle. Even though dictators have been toppled in Tunisia, Egypt and Libya, the protests continue. This is also the case in Greece, Spain and Portugal where people reject the austerity programs. There are protests in Bulgaria and Bosnia. In Syria the civil war is raging. In China the number of strikes continue to rise. In Turkey the youth reject Erdogan’s neoliberal ‘success’ and urban restructuring and in Brazil ‘the dangerous classes’ have taken to the streets. There are a variety of protests going on – the ones in the West are defensive, the ones in the rest of the world offensive and reformist – but together they are knocking a hole in the neoliberal world order. The old mole is back.

http://www.minorcompositions.info/?p=678


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24. Juni 2015, 14:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Die Wildcat mit einem Beitrag in Analyse & Kritik:

Klassenkampf statt Regierungspolitik

Zitat:
Diskussion In den Streikwellen der letzten Jahre hat eine Weltarbeiterklasse Gestalt angenommen. Was heißt das für die Krise in Europa und die Kämpfe in der BRD?

Dieses Frühjahr staunten viele nicht schlecht: In Deutschland wurde gestreikt wie schon lang nicht mehr. Doch was folgt daraus? Die Gruppe Wildcat beobachtet das globale Streikgeschehen schon seit Jahr(zehnt)en sehr genau. Sie erkennt die Entstehung einer weltweiten Arbeiterklasse - mit weitreichenden politischen Konsequenzen. Wir haben sie gebeten, ihre Analyse der aktuellen Entwicklungen zur Diskussion zu stellen.


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20. Oktober 2015, 15:22 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Fortschritt und Yachtkommunismus Antworten mit Zitat
Das passt wohl am ehesten hier rein: Ein Text über den Fortschritt unter der Herrschaft des Kapitals und den Yachtkommunismus:

Zitat:
In short: the currently existing global economic system is built for the accumulation of value at an ever expanding scale. Technology is revolutionized for this purpose, and its potential to make life easier is always secondary to this purpose, remaining underutilized. What the flyknits represent, then, is not the astounding fulfillment of a human need for awesome kicks, but instead the monstrous machine-logic that lies at the heart of our economic system. These shoes are a symbol of that vast, ambient enemy—surrounding us not like encircling soldiers but like the body surrounds and digests swallowed food.

At first this might seem hopeless. But really it’s an obvious point. We are immanent to a system that we hope will be destroyed, its remains pieced apart and made into something better. Being within it suffocates and, yes, “domesticates” us, but it also exposes the internals of that system to a potentially hostile element. Several thousand striking workers in a single city in Southern China are capable of strangling a major lifeline in that global metabolism. The system’s own drive to replace humans with machines transforms more and more people into potential enemies. Many have been ejected from the mainlines of that metabolism, left to stagnate in places like Baltimore or Kurdistan. Others, like the Chinese shoe workers, populate its lifelines. Swoosh always meets sabot.

http://www.ultra-com.org/project/swoosh/


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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
08. November 2015, 18:26 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Paul Mattick Antworten mit Zitat
Paul Mattick diagnostiziert den Dritten Weltkrieg:

Zitat:
The apocalypse that threatens is thus not the one promised by the various gods invoked by the world’s cults but the one produced by capitalism’s inability to manage the forces it has itself unleashed. The world’s leaders seem to finally understand that climate change is a real problem, for instance, but it is generally assumed that the coming climate talks in Paris will produce very little of the change necessary to avert the worsening of the ongoing catastrophe. The economic (and therefore political) interests that would need to be shoved aside are simply too powerful because they are too basic to the way world society operates. Similarly, while the limitations of the capitalist economy make it impossible to solve the social problems generating the misery behind the global jihad, the leading nations are structurally inhibited from addressing the resulting situation by any but military means. Military means have become central to the very functioning of the leading economic power: As Gabriel Kolko pointed out in his valuable book, Century of War, following World War II the U.S. military budget “became a very crude surrogate for public works or social measures and alone made government deficits possible […] thereby sustaining the general economy […] The very existence of military preparations carried with it an inherent propensity for activism, with all of the consummate risks that entailed.” But even states not as dependent on military Keynesianism as the U.S. have economic as well as political investments in militarism. And, finally, what else are they to do?

http://www.brooklynrail.org/2015/12/field-notes/editors-note-dec15


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10. Dezember 2015, 15:37 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Riots Antworten mit Zitat
Riots in Baltimore. Kommune in Baltimore?

Zitat:
A picture of a young person on a BMX bike, April 27, 2015, his arms filled with looted cereal boxes. The caption on the original Instagram snap is mostly redacted. What remains reads “Baltimore shit” and “hate yall.” The person who has reposted this picture on Twitter wonders “Why would you take cereal” and attaches a series of emoticons indicating mortal disbelief. It seems like a good question. Why not take something more valuable, perhaps remarketable? Or why not something that expressed the riot’s state of exception, its curfewless joy — something like the tubs of ice cream some friends of mine wound up with in Hackney, summer 2011? The sense here is that an error has been made.

http://www.versobooks.com/blogs/2614-baltimore-riot-baltimore-commune


Französische Übersetzung

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11. Mai 2016, 09:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Krise Antworten mit Zitat
Unendliche Krise:

Zitat:
Did the world already end? Did we miss the moment of our own expiration? That seems to be the question we are collectively asking ourselves at this moment through the medium of popular culture. No longer satisfied by seeing our planet repeatedly threatened by aliens, disease, robots, nukes, or nature, we find joy in watching humanity manage the fallout of disaster instead of preventing its occurrence. No longer convinced by the theme of the unification of mankind against a universal menace, we take pleasure in watching people divide and fight each other to the death along lines of race, status, and country. To believe in the once utopian ideal of the working classes of all nations joining together to make a more perfect world signifies now more than ever that one is certifiably insane.

http://www.brooklynrail.org/2016/12/field-notes/infinite-crisis


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"Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder 'marxistisch' noch 'anarchistisch'." Jean-Yves Bériou, 1975.
11. Dezember 2016, 18:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Krise und Kampfsport Antworten mit Zitat
Interessanter Artikel zu Krisen und Kampfsport in den USA, China und Brasilien:

Zitat:
The empire had fallen long before it collapsed. Corrupt elites ruled from a distance. Industry fragmented in slow motion, plundered by the rich and slowly pieced apart by foreign competition. For common people, the possibility of any sort of stable life slowly faded. The future itself seemed to recede into an impenetrable darkness, thick with the sound of some as-yet-unseen chaos slouching toward the present. The gap between the dim light of everyday life and that rapidly approaching night was filled with bone-deep madness. Tradition rotted from the inside out. Opiates muted the misery of ever-expanding unemployment and unrest bloomed in its thousand forms. Religious sects arose across the heartland. On the coasts, overburdened, underfunded cities sprawled outward even as their cores were flooded with unprecedented wealth. Slums spiraled in a fractal pattern around glittering ports. Foreign powers pressed inward from a distance, the military overextended and inefficient. Weaker armies fought asymmetrical wars against the empire at its edges. Corrupt officials were assassinated in broad daylight. Militias grew in the rural areas, filled with young, futureless men hoping to push out the foreigners and make a great nation strong once again.

http://www.ultra-com.org/project/class-combat/


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13. August 2017, 18:06 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Melnitz



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Beitrag Antworten mit Zitat
Capitalism’s Crisis of Stagnation and Austerity

Zitat:
As 2018 opens economic optimism is breaking out amongst the capitalist class. Leaving aside the vainglorious boasts of the current President of the United States that unemployment in the US has reached lows only last seen in the post-war boom, or that the New York stock market is now at all time record highs, more serious economic commentators are arguing that after a decade of misery (at least for 99% of the planet) the signs of recovery from the 2007-8 banking collapse are now behind us. If this sounds familiar it is because we have heard the same tale so many times.


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02. Februar 2018, 22:02 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag Arbeiterbewegung Antworten mit Zitat
Genossen des Translib in Leipzig zum Ende der Arbeiterbewegung:

Zitat:
Trotz einer gewissen Renaissance in den letzten Jahren wird die Klassenfrage in bestimmten Milieus der deutschsprachigen Linken bis heute weiträumig umschifft oder ausdrücklich für belanglos erklärt (»bloßes Verteilungsgerangel«, »Soziologismus«, »Klassenkampffetisch« etc. pp.). Mit einer recht speziellen Variante dieses Phänomens befasst sich der hier dokumentierte Text aus Leipzig, einer Stadt, in der solche Milieus das Treiben der Linksradikalen seit geraumer Zeit stark prägen. Lohnt die Mühe der Kritik? Wir wissen es nicht, aber die Autor/innen stellen zugleich einige grundsätzliche Überlegungen zum Begriff der Klasse an, zu historischen Veränderungen, Deindustrialisierung, Krise und dem Verhältnis von Kämpfen und Kritik, die auch denjenigen zur Lektüre empfohlen seien, denen die Schrullen deutscher Postmarxisten herzlich egal sind.

https://kosmoprolet.org/de/abschied-von-der-klassenmetaphysik


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07. Februar 2018, 15:10 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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