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Linke und linksextreme Fraktionen des Kapitals

 
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Linke und linksextreme Fraktionen des Kapitals
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Wirken die II



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Beiträge: 208

Beitrag Linke und linksextreme Fraktionen des Kapitals Antworten mit Zitat
Die Agenda 2010 von Schröders SPD in die Wege gebracht, wird auch von Edmund Stoiber (CSU) lobend anerkannt. Schon seit 1918/19 liess die deutsche Bourgeoisie die SPD die schärfsten Angriffe auf die ArbeiterInnenklasse durchführen. Damals waren es die Militärs welche die SPD an die Macht liessen heute ist alles ganz schön demokratisch vonstatten gegangen.

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1279440.html

Dass die stalinistische Linke durch ihre systemimanenten Opposition gegen die Agenda 2010 gestärkt wurde, ist die nächste Hürde, welche von der Bourgeoisie der ArbeiterInnenklasse auf den Weg zum Selbstbewusstsein (Klassenbewusstsein) gelegt hat.

Auf diese und anderen linksextremen Fraktionen des Kapitals komme ich später noch zurück. Fände es gut, wenn die Menschen/Genossen so ihre Erfahrungen mit diesen Fraktionen des Kapitals hier einbringen oder auch eine Diskussion über Sinn und Unsinn einer solchen Begrifflichkeit äussern.
14. März 2013, 21:03 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beitrag 60 Jahre nach dem Arbeiteraufstand vom Juni 1953 in der DDR Antworten mit Zitat
Wahrhaft ein Paradestück, wie demokratische und linksextremen Fraktionen des Kapitals zusammenarbeiten, wenn es darum geht die Arbeiterklasse niederzuknütteln.

http://de.internationalism.org/iksonline2013_ddr_1953_60_jahre

Zitat:
Wegen der Geschwindigkeit, mit der die Arbeiter auf die Straße gegangen waren, den Kampf verbreitet und sich direkt politisiert hatten, vor allem aber weil die Notwendigkeit, den Staat offen zu konfrontieren verstanden wurde, war es dem Proletariat gelungen, die repressiven Einrichtungen der ostdeutschen Bourgeoise zu paralysieren. Jedoch ebenso wie die rasche Verbreitung des Streiks über das ganze Land die effektive Benutzung der Polizei gegen die Arbeiter verhindert hatte, hätte es eine internationale Ausdehnung des Kampfes gebraucht, um der Gefahr der „Roten Armee“ zu begegnen. In diesem Sinn können wir sagen, dass in der Tiefe einer weltweiten Konterrevolution infolge der Niederlage der revolutionären Welle 1917-23 der Aufstand der ostdeutschen Arbeiter wegen ihrer Isolation gegenüber ihren Klassenbrüdern im Ausland, im Osten wie im Westen, niedergeschlagen wurde. Tatsächlich hat das Gewicht einer langen Konterrevolution eine politische Schranke vor die Erweiterung des Kampfes errichtet – gegen die Möglichkeit, die Bewegung von einer Revolte in eine Revolution zu wenden – die furchtbarer war als die Bajonette des russischen Imperialismus. Der Faden, der die Klasse mit ihrer eigenen Vergangenheit, mit ihren bisherigen Erfahrungen und Kämpfen verbindet, war längst durch Noske, Hitler, Stalin, den blutigen Helden der Konterrevolution, durch Konzentrationslager und Flächenbombardierung, durch Demoralisierung und Zerstörung ihrer politischen Fraktionen (z.B. der Mord an Liebknecht und Luxemburg, der Sieg der Konterrevolution in Russland, die Zersplitterung der KAPD) zerschnitten worden. Nachdem sie so lange unter dem Faschismus und dem Stalinismus gelitten hatten, stellten sich die Arbeiter vor, dass vielleicht die parlamentarische Demokratie sie vor der schlimmsten Ausbeutung etwas schützen würde. Und so forderten sie „freie Wahlen“. Sie schickten Delegierte nach Westberlin, um die Hilfe und Solidarität des dortigen Staates und der Gewerkschaften zu erbitten: Sie erhielten nichts. Die Westberliner Polizei, französischen und britische Truppen waren entlang der Stadtgrenzen mit Ostberlin aufgestellt, um Solidaritätsbewegungen zwischen den östlichen und westlichen Arbeitern zu verhindern. Die westlichen Gewerkschaften lehnten den Vorschlag, einen Solidaritätsstreik auszulösen, ab und warnten die östlichen Arbeiter vor Illegalität und Abenteuern. Die Arbeiter forderten die russische Armee auf, neutral zu bleiben (sich nicht „in die inneren Angelegenheiten der Deutschen einzumischen“, laut den Streikkomitees vor allem in Bitterfeld). Die Arbeiter wollten Ulbricht und seine Freunde aus der Welt schaffen. Sie sahen nicht, dass ein Ulbricht durch Andere ersetzt werden kann, dass wir nicht diese oder jene Regierung stürzen müssen, sondern das kapitalistische Weltsystem zerstören müssen, das wie ein Stein an unserem Hals hängt. Sie kamen aber nicht so weit, den Kampf durch Arbeiterräte politisch zu zentralisieren, um den bürgerlichen Staat zu vernichten.

Nachdem die sauberen Demokraten verbal diese Kämpfe als "Kampf um die Demokratie" in den westlichen Medien verbrateten, gleichzeitig aber mit ihren Truppen und gewerkschaftlichen Handlagern verhinderten, dass die Kampfwelle auf Westeuropa überschwappen konnte, wurden der Arbeiter_innenaufstand von den Linksextremen wie die moskautreue DKP und den Maoisten als Faschisten verhunzt:

Zitat:
Die DKP und die westdeutschen Maoisten meinten, dass der 17. Juni ein von Bonn und Washington organisierter „faschistischer“ Aufstand gewesen sei. Dadurch beweisen sie wieder einmal ihren anti-proletarischen Charakter. Die Arbeiterklasse wird solche Strömungen (oder andere – wie die des „Genossen“ Bahro, der den östlichen Staatskapitalismus und seinen beliebten „Arbeiterstaat“ so gerne demokratisieren möchte, um soziale Ruhe und Ordnung zu sichern) auf die Müllkippe der Geschichte werfen. Die Logik solcher Strömungen zeigt z.B. ein Flugblatt, das der KBW zum 25. Jahrestag der DDR-Ereignisse herausbrachte. Diese selbsternannten Wachhunde der stalinistischen Reinheit argumentieren: Die „Tatsache“, dass die westdeutsche Regierung den Aufstand „unterstützt“ habe, beweise, dass es sich damals um nichts anderes gehandelt habe als um einen faschistischen Putschversuch.


Dies war ein weiterer Anschlag auf die Arbeiter_innenklasse, der aber durch diese Ereignisse in der DDR eine immense Dimension angenommen hatte. Wurden noch vor dem 2. Weltkrieg die linkskommunistischen und internationalistische anarchistischen Minderheiten als "faschistische Agenten" verleumdet, wird fast die gesamte Arbeiterklasse eines Landes als solche deklariert. Diese Ungeheuerlichkeit der stalinistischen Mordregimes (unterstützt von allerlei linksextremen Fraktionen des Kapitals) sollten im Gedächtnis aller bewusster Proletarier bleiben.
05. April 2013, 19:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beitrag Antworten mit Zitat
Die Ereignisse in Brasilien sind ein weiterer schlagender Beweis, dass die linken ehemals linksextremen Fraktionen des Kapitals genauso scharfe Repression ausüben, wie die rechten zurzeit in der Türkei. Die jetzige Staatspräsidentin war bekanntlichermassen eine linke Guerillera und schloss sich dem als Alternative zur stalinistischen "kommunistischen" Partei entstandenen PT von Lula an.
Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Dilma_Rousseff#cite_note-Staus-1

Der IKS-Artikel zur Lage in Brasilien:
http://de.internationalism.org/IKSonline2013_brasilienjuni2013
19. Juni 2013, 17:28 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Beitrag Antworten mit Zitat
Spiegel:
Salvador Allende beging Selbstmord

Nachdem dies geklärt ist, sollte man sich dem Wichtigen zu wenden, nämlich, was er und seine Regierung den Arbeitern angetan haben, von dem wird fast nicht berichtet:


The irresistible fall of Allende
http://en.internationalism.org/wr/268_chile.htm


Zitat:
In May-June 1973, the miners began to move again. 10,000 struck at the El Teniente and Chuquicamata mines. The El Teniente miners asked for a 40% wage rise. Allende put the O'Higgins and Santiago provinces under military rule, because the paralysis at El Teniente "seriously threatened the economy". 'Marxist' managers, PU members, sacked workers and brought in strikebreakers and replacements. 500 carabineros attacked the workers with tear gas and water cannon. When 4,000 miners marched to Santiago to demonstrate on 14 June, the riot police savagely charged them. The government branded the workers as "agents of fascism". The CP organised parades in Santiago against the miners, calling on the government to use a 'firm hand'. The MIR group, an extra-parliamentary 'loyal opposition' of Allende, criticised the use of force and advocated the use of persuasion. Allende appointed a new Minister of Mines in August 1973: General Ronaldo Gonzalez, the munitions director of the army. In the same month, Allende alerted army units in all of Chile's 25 provinces. It was a move against the lorry owners' strike, but also against some sectors of the workers who were striking, in public works and urban transport. Throughout the last months of Allende's regime, generalised attacks and killings against workers and slum dwellers by the police, army and fascists became the order of the day. From within, the class had already been attacked, vilified and demoralised by the Trojan Horse of the capitalists, the PU. Organisationally, the PU had attempted to strait-jacket its whole electoral support into all kinds of hierarchical 'popular committees', such as the 20,000 or so which existed in 1970, People's Supply Committees (JAPS) and finally, the much vaunted 'cordones' which Trotskyists and anarchists are presenting now as types of 'soviets' or 'factory committees'. It is true that the cordones were in many cases the spontaneous creation of the workers, as were many factory occupations, but they ended up integrated within the ideology and organisational apparatus of the PU. As a Trotskyist paper itself admits, "by September 1973 such cordones had been formed in all the industrial suburbs of Santiago, and the political parties of the left were pushing for the creation of similar cordones throughout the country" (Red Weekly, 5.10.73). The cordones weren't armed and had no independence from the whole network of PU trade unions, local committees, secret police, etc. Their independence would have been posed only if the workers had begun to organise themselves separately and against the Allende apparatus. That would have meant to open up the class struggle against the PU, the army and the rest of the bourgeoisie.
(...)
Allende knew by then that this coalition had proven useless to beat the working class into the ground. He had tried hard but failed. The job had to be continued by the army, without parliamentary niceties. But at least the PU had helped disarm the workers ideologically. That facilitated the tasks of the bloodhounds when 11 September came.


So hat Allende dann Pinochet als Armeeführer ernannt, praktisch als Retter der Demokratie. Der kümmerte sich aber einen Dreck darum und putscht Allende und seine Regierung kurzerhand weg.

So wie die Sozialdemokraten in Deutschland durch die Freikoprs die Novemberrevolution 1919 niederschlagen liessen und dann selber Opfer der faschistischen Barbarei wurden, wiederholte sich das Ganze noch einmal in Chile als Farce. Der Unterschied ist der, dass nun auch noch andere linke Fraktionen der herrschenden Klasse zu Hilfe kamen: Die Schlächter der vereinigten Linken (Unidad Popular) und deren Helfeshelfer, die Trotzkisten. Auch die Anarchisten waren nicht die klarsten gegenüber der Allende-Regierung (siehe Artikel).

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... Menschen (werden) sich nach und nach gewöhnen (...), die elementaren, von alters her bekannten und seit Jahrtausenden in allen Vorschriften gepredigten Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens einzuhalten, sie ohne Gewalt, ohne Zwang, ohne Unterordnung, ohne den besonderen Zwangsapparat, der sich Staat nennt, einzuhalten.
Lenin, Staat und Revolution, 1917

Zuletzt bearbeitet von Wirken die II am 10. Januar 2014, 17:19, insgesamt einmal bearbeitet
07. Januar 2014, 21:12 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wirken die II



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Ein weiteres Paradepferd der sog. nationalen Befreiungsbewegungen, zeigen schon seit einiger Zeit ihr wahres Gesicht z.B. in Nicaragua. Eine der IKS nahestehende Gruppe aus Costa Rica, dokumentiert die Repression der einstmals von Linken und Linksextremen gefeierten Sandinistas gegenüber den Pensionierten. Nach ihrer Aussage richten sich die Angriffe aber auf die ganze Arbeiter_innenklasse.


Zitat:
The Sandinista government represses workers demonstrating against miserable pensions

As everywhere throughout the world, capitalism and its crisis is attacking the working class more and more. Misery can only increase, along with a brutal repression faced with any will to struggle. The Sandinista government, which historically has been sold as a "socialist" alternative, has once again shown its real face, as part of the world's bourgeoisie and an arm of repression against the working class. It's in this context that we understand the protests of the retired of Nicaragua, in the framework of struggles which are developing here and there throughout the world, with a working class which refuses to sacrifice what little it has on the altar of enriching a minority of capitalists, which can no longer bear the weight of a system which has been rotten and decadent for a long time. The Sandinista government has not been backward in making its exploited pay for the crisis. Even if these demonstrations haven't reached the numbers of more recent struggles in Turkey and Brazil, they are part of the whole struggle of the world proletariat. The struggles of these old people do not concern themselves alone but also youth and the entire class, because the attack on the retired is done in the same way as the attack on the living conditions on the whole of the working class and other exploited layers.

http://en.internationalism.org/icconline/201312/9386/nicaragua-sandinista-government-represses-workers

Damit man besser versteht, warum sich revolutionär gesinnte Menschen der IKS nähern, zitiere ich unten einen Auszug aus den Grundsätzen der IKS, wegen denen die IKS schärfstens angefeindet wurden. Es ist also kein Zufall, dass eine neue Generation von jungen Revolutionären besser zu verstehen beginnt, wieso diese linksextremen Fraktionen des Kapitals einfach gegen die Arbeiterklasse kämpfen und nicht gegen den Imperialismus oder das Kapital.

Zitat:
– All die Ideologien der „nationalen Unabhängigkeit“, des „Selbstbestimmungsrechts der Völker“, unabhängig davon, ob sie unter einem ethnischen, historischen, religiösen oder sonstigen Vorwand verteidigt werden, sind für die Arbeiter ein wahres Gift. Indem sie für die eine oder andere Fraktion der Bourgeoisie Partei ergreifen sollen, werden so die Arbeiter gegeneinander aufgehetzt und dazu getrieben, sich im Interesse der Ausbeuter in den Kriegen zwischen diesen gegenseitig abzuschlachten.

http://de.internationalism.org/grundsatzpositionen

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... Menschen (werden) sich nach und nach gewöhnen (...), die elementaren, von alters her bekannten und seit Jahrtausenden in allen Vorschriften gepredigten Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens einzuhalten, sie ohne Gewalt, ohne Zwang, ohne Unterordnung, ohne den besonderen Zwangsapparat, der sich Staat nennt, einzuhalten.
Lenin, Staat und Revolution, 1917
10. Januar 2014, 17:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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