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Diskussionszyklus: Krise, Staat und proletarische Bewegung

 
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Diskussionszyklus: Krise, Staat und proletarische Bewegung
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Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

Beitrag Diskussionszyklus: Krise, Staat und proletarische Bewegung Antworten mit Zitat
Zitat:
Es sind mittlerweile über acht Jahre ins Land gezogen, seit wir in Zürich den Diskussionszyklus «Kommunistische Dissidenz» begonnen haben. Damals ging es uns um einen Überblick über jene in breiteren Kreisen kaum bekannten Strömungen der kommunistischen Bewegung, die sich der Rigidität des sozialdemokratischen und bolschewistischen Kanons zu entziehen versuchten. Diese Strömungen brachen zumindest in Teilen mit dem Staatsfetischismus, Autoritarismus und Elite-Denken des traditionellen Parteikommunismus und stellten teilweise auch den häufig auf Gerüchten und Dogmen basierenden Widerspruch zwischen den vernünftigen anarchistischen Tendenzen und der marxschen Analyse in Frage. Nebst der Diskussion mit einigen Teilen der radikalen Linken und einer Klärung unserer eigenen Vorstellungen wollten wir mit dem Zyklus «Kommunistische Dissidenz» diese Strömungen wieder etwas bekannter machen. Diesen Absichten sind wir bis heute treu geblieben.

Dennoch ist der vorliegende Reader keine Neuauf­lage der «Kommunistischen Dissidenz». Wir stehen heute an einem ganz anderen Punkt als damals: In einer Situation, die von einer tiefgreifenden Krise, massiven staatlichen Eingriffen und autoritären Tendenzen aber auch verschiedenen kaum vorherseh­baren sozialen Explosionen geprägt ist. Die weltweiten Zusammenhänge haben sich in der rasenden Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft in den knapp zehn Jahren unseres Bestehens enorm verändert. Die brisante aktuelle Situation erfordert bestimmte Klärungen und Diskussionen von jenen, die sich mit einer Aufhebung des Kapitalismus befassen und an der Umsetzung dieses Ziels arbeiten. Darum ist der aktuelle Zyklus auch weniger auf einen Überblick ausgerichtet, sondern geht der Frage nach, was wir in Bezug auf Staat, Krise und soziale Bewegungen von den Denkerinnen der Revolution lernen können. Andererseits sind wir heute auch als Gruppe klarer bestimmt. Längst haben wir aufgehört hektisch gegen das jeweils ganz Schlimme anzurennen und dem dann die Weihen der Praxis zu verleihen, ohne am herrschenden Unheil etwas zu ändern; ebenso fern ist uns der theoretische Elfenbeinturm, dessen Bewohner zwar buchstabengetreu den alten Marx und seine Nachdenkerinnen wiedergeben können, aber mit der Aufhebung der herrschenden Umstände nichts am Hut haben. Gleichzeitig können wir uns aber nicht positiv bestimmen. Darum steht im Zyklus auch Amadeo Bordiga neben Anton Pannekoek, Max Horkheimer neben Karl Korsch, Guy Debord neben Cajo Brendel ohne dass wir notwendig ihre Einsichten gänzlich teilen, aber auch ohne uns von den Widersprüchen zwischen ihnen irre machen zu lassen. Wir sind nicht einer bestimmten Strömung zuzuschlagen, sondern versuchen in aller Redlichkeit die vorwärtsweisenden Momente von den zweifellos vorhandenen Fehlern und Dogmatisierungen zu scheiden und erstere für unsere eigene Sicht auf die Dinge fruchtbar zu machen. Das heisst, dass die zu diskutierenden Texte nicht zwingend nach politischer Übereinstimmung ausgewählt wurden, sondern auch danach, ob sie für die aktuelle Situation wichtige Fragen aufwerfen und für die Diskussion geeignet sind.

Der Reader ist in vier Themen gegliedert. Im Teil über die Klassenbewegung nähern wir uns den aktuellen Bewegungen und ihren Beschränkungen dadurch an, dass wir grundsätzliche Fragen stellen. Die historischen Bestimmungen eines Pannekoek oder eines Bordiga beziehen wir auf die aktuellen Entwicklungen. Der Schwerpunkt Staat hat sich angesichts autoritärer Krisenbewältigung, der Transformation der Krise in eine Staatschuldenkrise und der massiven staatlichen Eingriffe geradezu aufgedrängt. Wir diskutieren die Frage des bürgerlichen Staates grundlegend und schauen seine besondere Form wie auch seine Funktion im kapitalistischen Totalitätszusammenhang an. Darauf folgend geht es um die Krise als solche. Trotz aller Beteuerungen und trotz des Zweckoptimismus gewisser Teile des politischen Personals und seiner Vordenkerinnen ist die Krise längst nicht ausgestanden. Wir diskutieren aber weniger die aktuellen Börsenkurse, als vielmehr die fundamentalen Probleme des Kapitalismus, die die Misere zu verantworten haben. Zu guter letzt unterziehen wir die Fundamente des Marxismus selber einer kritischen Prüfung und befassen uns mit der Infragestellung einiger bequemer marxistischer Gewissheiten.

Die Teilnahme am Diskussionszyklus erfordert keinerlei Vorkenntnisse. Es sollten aber vorgängig die jeweils vorgeschlagenen Texte gelesen werden. Genauere Angaben zu Ort und Zeit findet man auf unserer Homepage. Wir freuen uns auf spannende Diskussionen.

Der Reader (180 Seiten, PDF) kann hier runtergeladen oder bei uns per [url=mailto:eis-zeit@gmx.net]E-Mail [/url]bestellt werden (20 Fr.).

***

Inhaltsverzeichnis

1. Die «Antiautoritäre Bewegung» und ihr Weg in die Sackgasse (Cajo Brendel)
2. Partei und Arbeiterklasse (Anton Pannekoek)
3. Partei und Klasse (Amadeo Bordiga)
4. Das Proletariat als Subjekt und als Repräsentation (Guy Debord)
5. Spontanität und Revolution (Paul Mattick)
6. Autoritärer Staat (Max Horkheimer)
7. Der Staat des Kapitals (Johannes Agnoli)
8. Warenform, Rechtsform, Staatsform (Ingo Elbe)
9. Die Gemischte Ökonomie und ihre Grenzen (Paul Mattick)
10. Eine Krise des Werts (Sander)
11. 19 Thesen zur Krise (Wildcat)
12. Traditionelle und Kritische Theorie (Max Horkheimer)
13. Was ist orthodoxer Marxismus (Georg Lukács)
14. Die historische «Invarianz» des Marxismus (Amadeo Bordiga)
15. 10 Thesen über Marxismus heute (Karl Korsch)


Quelle: http://eiszeit.nfshost.com/diskussionszyklus-krise-staat-und-proletarische-bewegung/


Zuletzt bearbeitet von Savo am 10. Oktober 2014, 00:07, insgesamt 2-mal bearbeitet
10. Oktober 2014, 00:21 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Savo



Anmeldedatum: 16.12.2006
Beiträge: 3051

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Zitat:
Erstes Treffen: Samstag, 25. Oktober | 15:00 Uhr | Infoladen Kasama (Untergeschoss)

Text zur Vorbereitung: «Die «Antiautoritäre Bewegung» und ihr Weg in die Sackgasse» (Cajo Brendel)

10. Oktober 2014, 00:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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